05.08.2011

Zitat:
Stolz – und grosses Rechnen
YB ist heute Freitag in der Auslosung zu den Playoffspielen der Europa-League-Gruppenphase vermutlich sehr knapp nicht gesetzt
Kein anderes Team stellt mehr Schweizer Nationalspieler als YB. Gestern wurden Torhüter Marco Wölfli sowie die Offensivkräfte Nassim Ben Khalifa, David Degen und Moreno Costanzo fürs Testländerspiel am Mittwoch in Liechtenstein aufgeboten. Bei den Young Boys ist man stolz darüber, zumal die Abwehrspieler Scott Sutter und Alain Nef ebenfalls nahe an der Auswahl sind. Gestern lag der YB-Fokus aber noch beim 2:0-Sieg in Westerlo. David Degen freute sich übers Weiterkommen in der Europa League, bemängelte aber den zu knappen Erfolg: «Wir hätten wie im Hinspiel fünf Tore schiessen müssen. Aber wir haben uns die Tore für die Partie am Sonntag in Luzern aufgespart.»
YB wohl doch nicht gesetzt
Es hatte ja so ausgesehen, als ob die Young Boys mit ihrem dank der letzten Saison deutlich verbesserten Uefa-Koeffizienten auch in den Playoffspielen gesetzt sein würden. Doch in den letzten Tagen gab es einige überraschende Resultate in den Qualifikationen zur Champions und Europa League, die für YB nachteilig waren. So setzte sich Odense, der letztjährige YB-Gruppengegner in der Europa League, in der Qualifikation zur Königsklasse gegen Panathinaikos Athen durch – der griechische Spitzenverein rutschte in den gleichen Bewerb wie YB. Thun bezwang zwar gestern sensationell Palermo, doch als sich Austria Wien um kurz vor 23 Uhr in einer spannenden Partie 3:2 gegen Olimpija Ljubljana durchgesetzt hatte, bedeutete das: Von den noch 76 in der Qualifikation beteiligten Teams steht YB im Uefa-Teamranking auf Rang 39 – aber nur die ersten 38 Teams sind gesetzt!
Selbstverständlich besteht bei diesen Rechnereien kein Anspruch auf absolute Richtigkeit. Heute erfährt YB auf jeden Fall den nächsten Kontrahenten. «Mir ist es egal, gegen wen wir spielen», sagte Degen. Und der Technische Direktor der Young Boys, Hansruedi Hasler, meinte selbstbewusst: «Es spielt keine grosse Rolle, ob wir gesetzt sind. Wenn wir gut spielen, liegt auch gegen starke Teams einiges drin.»
Es hat tatsächlich zahlreiche Vereine wie Hapoel Tel Aviv oder Dinamo Bukarest, die in YB-Reichweite liegen, im Lostopf. Allerdings droht den Bernern als vermutlich ungesetztes Team auch das Treffen mit einem internationalen Topklub. So wären Sevilla, Lazio oder AS Rom, Atletico Madrid oder Sporting Lissabon als Gegner möglich. Und auch ein Duell mit Tottenham wäre für die Berner zwar schwierig, aber sehr reizvoll. Vor einem Jahr scheiterte YB ja am Londoner Grossklub – und der Berner Coach Christian Gross trainierte einst (letztlich ohne Fortune) die Hotspurs. «Es wäre natürlich der Hammer, gegen Tottenham zu spielen», sagte Gross.
http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/15037547