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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 26. August 2010, 18:03 
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Über das resignierende YB ergiesst sich die Sintflut. Mario Raimondi wird kurz vor Spielende auf der Ersatzbank von einem durchgeknallten Fan angegangen. Es ist einfach ein Abend zum Vergessen.

ist das wirklich wahr, hat das jemand gesehen, oder wird das vom blick einfach wiedermal heissgekocht?


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 Beitrag Verfasst: Freitag 27. August 2010, 09:22 
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Tagesanzeiger, 27.08.2010

Ein Specksandwich und eine Tasse Tee

Trainer Harry Redknapp hat den Einzug Tottenhams in die Champions League auf seine ganz eigene Art gefeiert.

Die Freude ist da, Euphorie herrscht aber nicht: So lässt sich die Stimmung bei YB-Gegner Tottenham nach der Qualifikation für die Champions League zusammenfassen. Das Stadion an der White Hart Lane leerte sich nach dem 4:0 der Gastgeber gegen ein chancenloses YB rasch. Die Mannschaft zelebrierte ihren Erfolg nicht mit den Anhängern. Vor dem Stadion und auf dem Weg zur U-Bahn waren nur vereinzelt Jubelgesänge zu hören, einige wenige Autofahrer hupten vor Freude. Englische Zurückhaltung übte auch Tottenham-Trainer Harry Redknapp. «Ich werde jetzt nach Hause gehen, ein Specksandwich essen und eine Tasse Tee trinken», sagte er. Ein Fest wollte Redknapp nicht feiern, obwohl er den Klub erstmals seit der Saison 1961/1962 in die Champions League (damals Europacup der Landesmeister) geführt hatte.

Dreifachtorschütze Peter Crouch sagte: «Jetzt können die grossen Gegner kommen», und nahm damit die Schlagzeile der Boulevardzeitung «The Sun» vorweg. «Now for big boys», titelte das Massenblatt nach dem Sieg über die Young Boys. Bei der Auslosung gestern Abend wurde Tottenham dann in die Gruppe A mit Inter Mailand, Bremen und Twente Enschede gelost. Noch lange nach dem Spiel stand Crouch am Mittwoch bei den englischen Journalisten. Der 2,02-Meter-Mann hatte zuletzt mit seinem Privatleben für Schlagzeilen gesorgt. Nun wird wieder über sein Können auf dem Platz geschrieben.

Ein wenig Lob für YB

Die Zeitung «The Independent» verlangte nach seinen drei Toren gegen YB denn auch die Rückkehr Crouchs ins englische Nationalteam, das am 7.September in Basel im Rahmen der EM-Qualifikation gegen die Schweiz spielt. Nationaltrainer Fabio Capello ist Crouchs Galavorstellung jedenfalls nicht entgangen. Der Italiener war vorgestern einer von 34709 Zuschauern an der White Hart Lane. Capello beobachtete auch Crouchs Sturmpartner Jermain Defoe. Nach dem klaren Sieg hatte dieser zuzugeben, dass sein Tor zum 2:0 irregulär war. «Es war ein Hands. Aber manchmal läuft es halt glücklich.»

Tottenham wurde in den englischen Medien für die Leistung gegen YB gelobt: «Das Team bewältigte die Aufgabe mit Stil», schrieb die Pendlerzeitung «Metro». Der «Guardian» hingegen fand, YB sei eingeschüchtert gewesen. «Tottenham hat YB einfach überrannt.» Etwas Lob für die Berner fand sich im «Guardian» dann doch noch. «Die Young Boys waren in England ein unbekanntes Team mit einem komischen Namen. Mit ihrer feinen Technik und sorgfältigen Ballbehandlung im Hinspiel konnten sie an dieser Wahrnehmung ein bisschen etwas ändern.»

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Ein-Specksandwich-und-eine-Tasse-Tee/story/12336677

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 Beitrag Verfasst: Freitag 27. August 2010, 09:23 
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Tagesanzeiger, 27.08.2010

Ein Specksandwich und eine Tasse Tee

Trainer Harry Redknapp hat den Einzug Tottenhams in die Champions League auf seine ganz eigene Art gefeiert.

Die Freude ist da, Euphorie herrscht aber nicht: So lässt sich die Stimmung bei YB-Gegner Tottenham nach der Qualifikation für die Champions League zusammenfassen. Das Stadion an der White Hart Lane leerte sich nach dem 4:0 der Gastgeber gegen ein chancenloses YB rasch. Die Mannschaft zelebrierte ihren Erfolg nicht mit den Anhängern. Vor dem Stadion und auf dem Weg zur U-Bahn waren nur vereinzelt Jubelgesänge zu hören, einige wenige Autofahrer hupten vor Freude. Englische Zurückhaltung übte auch Tottenham-Trainer Harry Redknapp. «Ich werde jetzt nach Hause gehen, ein Specksandwich essen und eine Tasse Tee trinken», sagte er. Ein Fest wollte Redknapp nicht feiern, obwohl er den Klub erstmals seit der Saison 1961/1962 in die Champions League (damals Europacup der Landesmeister) geführt hatte.

Dreifachtorschütze Peter Crouch sagte: «Jetzt können die grossen Gegner kommen», und nahm damit die Schlagzeile der Boulevardzeitung «The Sun» vorweg. «Now for big boys», titelte das Massenblatt nach dem Sieg über die Young Boys. Bei der Auslosung gestern Abend wurde Tottenham dann in die Gruppe A mit Inter Mailand, Bremen und Twente Enschede gelost. Noch lange nach dem Spiel stand Crouch am Mittwoch bei den englischen Journalisten. Der 2,02-Meter-Mann hatte zuletzt mit seinem Privatleben für Schlagzeilen gesorgt. Nun wird wieder über sein Können auf dem Platz geschrieben.

Ein wenig Lob für YB

Die Zeitung «The Independent» verlangte nach seinen drei Toren gegen YB denn auch die Rückkehr Crouchs ins englische Nationalteam, das am 7.September in Basel im Rahmen der EM-Qualifikation gegen die Schweiz spielt. Nationaltrainer Fabio Capello ist Crouchs Galavorstellung jedenfalls nicht entgangen. Der Italiener war vorgestern einer von 34709 Zuschauern an der White Hart Lane. Capello beobachtete auch Crouchs Sturmpartner Jermain Defoe. Nach dem klaren Sieg hatte dieser zuzugeben, dass sein Tor zum 2:0 irregulär war. «Es war ein Hands. Aber manchmal läuft es halt glücklich.»

Tottenham wurde in den englischen Medien für die Leistung gegen YB gelobt: «Das Team bewältigte die Aufgabe mit Stil», schrieb die Pendlerzeitung «Metro». Der «Guardian» hingegen fand, YB sei eingeschüchtert gewesen. «Tottenham hat YB einfach überrannt.» Etwas Lob für die Berner fand sich im «Guardian» dann doch noch. «Die Young Boys waren in England ein unbekanntes Team mit einem komischen Namen. Mit ihrer feinen Technik und sorgfältigen Ballbehandlung im Hinspiel konnten sie an dieser Wahrnehmung ein bisschen etwas ändern.»

http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball/Ein-Specksandwich-und-eine-Tasse-Tee/story/12336677

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 Beitrag Verfasst: Freitag 27. August 2010, 09:27 
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NZZ, 27.08.2010

Schauen und lernen

Das 0:4 gegen Tottenham macht offensichtlich, dass YB so schnell nicht so gross wird.

Wenn die Gladiatoren ins vollbesetzte Stadion an der White Hart Lane einlaufen, wenn die Atmosphäre vibriert und die Hymne der Champions League erklingt, lässt das manche nicht unberührt. Mit dem Privatflugzeug sind die YB-Investoren nach London geflogen, wo wie im Kasino gleich 20, 25 Millionen Schweizerfranken bereitliegen.

Von Peter B. Birrer, London

Zur Delegation gehören Andreas und Hans-Ueli Rihs, der Verwaltungsratspräsident Benno Oertig, der Stadion-Bauer Bruno Marazzi sowie das Präsidium der Stadt Bern. Sie tragen einen YB-Schal um den Hals, stehen vor dem Anpfiff oben an der Brüstung und lassen stolz die Augen kreisen. Willkommen in der grossen Fussballwelt.

«Wir sind klein, aber wir wollen gross werden.» Mit diesem Satz hatte der YB-Trainer Vladimir Petkovic tags zuvor die englische Geringschätzung über den Schweizer Gast abgehakt. Als das Spiel vorbei und der YB-Vorsprung aus dem Hinspiel (3:2) von Tottenham mit 4:0 korrigiert war, blieb das Fazit: So schnell wird YB nicht so gross.

Die Berner bauten im Zentrum auf die erst 22-jährigen Xavier Hochstrasser, Thierry Doubai und Moreno Costanzo, die schon rein optisch von den sagenhaften «Brocken» Tom Huddlestone und Wilson Palacios schier erdrückt wurden. Doubai wird nach dem Abgang Gilles Yapis früh in die Chef-Rolle gedrängt, was nicht spurlos an ihm vorbeigeht.

Costanzo ist zwar neuerdings Nationalspieler, aber nicht so weit, dass er ein Team zusammenhalten kann. Der nicht überragende und nicht gefestigte Gegner brachte geballte Physis auf den Rasen. Die Berner hatten dagegen wenig Volumen, wenig Hubraum, keine Durchschlagskraft und nie Aussicht auf bessere Zeiten.

Die Zeitung «Guardian» hatte angekündigt, dass man «Männer gegen Buben» sehen werde. Ganz so krass wurde es nicht, aber eben doch ein Stück weit. Während in London mit Arsenal, Chelsea und Tottenham demnächst ständig Champions League ist, bleibt für YB die Europa League.

Vielleicht ist das gar nicht so schlecht, weil die Champions League eine harte Lehre hätte werden können. Der Verein lernt erst jetzt kennen, wie es überhaupt ist, bis Weihnachten im Europacup zu sein. «Die Champions League hätte auch kontraproduktiv werden können», sagt Petkovic.

Erstaunlich bleibt, dass die Investoren 8 Tage vor dem ersten Vergleich mit Tottenham den CEO Stefan Niedermaier entliessen, der unter dem YB-Dach zahlreichen Personen nahesteht – nicht zuletzt Spielern. Vor allem der Zeitpunkt und die brüske Art der Trennung tragen Unruhe in den Verein. Wie viel sich mit dem neuen Vorgesetzten Ilja Kaenzig verändert habe, wird Petkovic am Londoner Flughafen gefragt.

Allein die Körperhaltung des Trainers deutet rigoros auf Abwehr hin. «Überhaupt nichts», entgegnet er. «Einiges», müsste stattdessen die Antwort lauten, «einiges» – in welcher Art auch immer. Das Risiko der Destabilisierung nahmen die YB-Chefs trotz den greifbar nahen Millionen in Kauf. In London genossen sie, die sehr hoch hinauswollen, harten Anschauungsunterricht. Im grossen Rendez-vous fehlte YB plötzlich viel.

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/fussball_-_schauen_und_lernen_1.7348353.html

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 Beitrag Verfasst: Freitag 27. August 2010, 09:32 
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Blick, 27.08.2010

«You are young girls – not young boys. You losers!»

LONDON - Ein englischer Fan provoziert die YB-Ersatzspieler, bis die Sicherheitsleute eingreifen. Mario Raimondi erzählt, was an der White Hart Lane genau los war.

Unglaubliche Szene am Mittwochabend kurz vor Schluss des Spiels Tottenham – YB. Ein englischer Fan verhöhnt die YB-Ersatzspieler. «Er hat immer wieder Dinge zu uns rüber gerufen und uns provoziert», erzählt Mario Raimondi.

Im Tottenham-Stadion sitzen Ersatzspieler, Trainer und Betreuer hinter der Bande, auf den vordersten Plätzen der Haupttribüne. Zwei Meter daneben die Fans.

Als die Sicherheitsleute den pöbelnden Fan auffordern, das Stadion zu verlassen, steht dieser auf, geht auf die YB-Bank zu. «Ich dachte, er würde sich entschuldigen», sagt Mario Raimondi. «Er streckte mir die Hand entgegen. Ich wollte den Handschlag annehmen, da zog er die Hand blitzschnell zurück, lachte und liess noch mal einen Spruch fallen.»

Total verpatzter Abend

Erzürnt steht Raimondi auf. «Was wotsch, he?», schreit er den Fan an. Dieser ist um eine Antwort nicht verlegen: «You are young girls – not young boys. You losers!»

Es folgen noch ein paar Unflätigkeiten, dann greifen zwei Sicherheitsleute ein und trennen die Streithähne. Der Fan verlässt fluchend das Stadion.

Raimondi sinkt in seinen Sitz, vergräbt den Kopf in den Händen. «Es war in jeder Beziehung ein schlechter Abend», sagt er nach dem Spiel.

http://www.blick.ch/sport/fussball/championsleague/yb-raimondi-so-ging-der-tottenham-fan-auf-mich-los-154169

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 Beitrag Verfasst: Freitag 27. August 2010, 09:44 
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Zitat:
Allein die Körperhaltung des Trainers deutet rigoros auf Abwehr hin. «Überhaupt nichts», entgegnet er. «Einiges», müsste stattdessen die Antwort lauten, «einiges» – in welcher Art auch immer. Das Risiko der Destabilisierung nahmen die YB-Chefs trotz den greifbar nahen Millionen in Kauf. In London genossen sie, die sehr hoch hinauswollen, harten Anschauungsunterricht.

dass man die qualifikation zur champions league mit niedermaier an bord geschafft hätte möchte ich nicht behaupten, hinterfragen darf man sich jedoch schon.


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 Beitrag Verfasst: Samstag 28. August 2010, 10:16 
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Berner Zeitung, 27.08.2010

Lernprozess für die jungen Buben

Der Traum Champions League hat sich für YB nicht erfüllt. Aber vielleicht ist das gar nicht so schlimm. Das junge, entwicklungsfähige Team soll Schritt für Schritt das Niveau steigern – und nächstes Jahr die Königsklasse erreichen.

Nur zu gerne hätte die YB-Gemeinde gestern um 18 Uhr wie der FC-Basel-Anhang den TV eingeschaltet, um an der Auslosung der Champions-League-Gruppenphase die drei Gegner in der 5-Sterne-Königsliga zu erfahren. Nach drei fantastischen Auftritten in der Qualifikationsphase aber waren die Young Boys am Mittwochabend an der White Hart Lane an ihre Grenzen gestossen und bei der 0:4-Niederlage gegen Tottenham chancenlos. «Wollen wir bei einem solchen Team bestehen, muss bei uns alles passen, während der Gegner keinen optimalen Tag erwischen darf», sagt Christoph Spycher. Die Einschätzung des YB-Routiniers ist so treffend wie realistisch und ernüchternd – und ein Beleg, dass sich die Berner in einem langen Lernprozess mit Rückschlägen befinden. Man darf von den Young Boys nicht erwarten, nach Fenerbahçe Istanbul auch Tottenham auszuschalten. «YB hat in den letzten Wochen im Europacup beste Werbung betrieben», sagt Benno Oertig. Er sei stolz, erklärt der Verwaltungsratspräsident, mit den Young Boys und rund 1100 Fans solche Abende wie in London erleben zu dürfen. «Und wir haben gesehen, dass wir uns verbessern müssen, um in der Champions League dabei zu sein.»

Schritt für Schritt

Benno Oertig und seine Mitstreiter waren in den letzten Wochen nach der stillosen Absetzung Stefan Niedermaiers in der Kritik gestanden. Unglücklich und umständlich wirkte teilweise auch die Kommunikation, aber immerhin weiss man jetzt, was mit «Wachstumsphase 3» und «internationaler Titelkandidat» gemeint sein dürfte: ganz einfach der Wunsch, regelmässig Topteams wie Tottenham oder sogar Manchester United herauszufordern. «Das Team wächst an solchen Aufgaben und Partien», sagt YB-Sportchef Alain Baumann. «Und beim Hinspiel hat man ja gesehen, dass wir an einem guten Tag auch Tottenham schlagen können.»

Am Mittwochabend wars allerdings teilweise wie ein Duell zwischen Männern und jungen Buben («Young Boys»). Nicht nur die YB-Mittelfeldspieler prallten stets an den bemerkenswert robusten Tottenham-Akteuren wie Tom Huddlestone ab – und einen wie den riesenhaften Stürmer Peter Crouch gibts halt in der Super League nicht, wie YB-Trainer Vladimir Petkovic bemerkte. Vielleicht aber ist das erwartete Scheitern der Young Boys gar nicht so schlimm, vielleicht kämen eine Teilnahme an der Champions League und die gigantischen Dimensionen zu früh für die vorgestern sehr nervösen, relativ fehlerhaften Berner Spieler. «Es geht für uns nur Schritt für Schritt», sagt YB-Chef Ilja Kaenzig. Und mit dem Erreichen der Europa League hat YB immerhin ein (ambitioniertes) Saisonziel erreicht – gefordert ist der Verein jetzt vor allem in Liga und Cup, wo ja endlich, endlich Titel gewonnen werden sollen. Trainer Petkovic erklärt regelmässig, die Super League sei der wichtigste Wettbewerb. Und Ilja Kaenzig sagt: «Wenn wir Meister werden, qualifizieren wir uns direkt für die Champions League. Das muss ein grosser Ansporn sein.»

Tolle Perspektiven

Insgesamt hält sich die Trauer bei den Young Boys im überschaubaren Rahmen, zu stark, dominant, souverän war Tottenham im Rückspiel aufgetreten. «Veryoungboyst» jedenfalls hat der Klub diesmal überhaupt nichts, im Gegenteil, er hat sich Respekt und Ansehen erworben. Und: Das Kader ist entwicklungsfähig und gut zusammengestellt, die Perspektiven sind ausgezeichnet. Vom Stammpersonal ist einzig Christoph Spycher älter als 28 Jahre, und so müsste es YB mal gelingen, die talentierten und entwicklungsfähigen, aber eben auch umworbenen und begehrten Akteure zwei Jahre zusammenzuhalten.

Auf Ilja Kaenzig und seine Crew wartet also die interessante Herausforderung, einerseits so schnell keinen der aufstrebenden YB-Spieler zu verlieren – und andererseits das Team weiter zu stabilisieren und zu verstärken. Und bereits am Sonntag in Sion sowie nach der Länderspielpause gegen Basel geht es für die Young Boys darum, den Meistertitel nicht aus den Augen zu verlieren. Damit die YB-Gemeinde in zwölf Monaten vielleicht gespannt den TV für die Champions-League-Auslosung einschalten kann.


Dudar fehlt wohl weiter

YB hat zwar derzeit eine stark besetzte und prominente Ersatzbank mit Akteuren wie Mario Raimondi, Marco Schneuwly oder Alberto Regazzoni. Aber in dieser Saison drängten sich die Reservisten bisher zu wenig auf. Der Konkurrenzkampf jedoch wird im Verein geschätzt, weil die Auswahl an guten Fussballern im strengen Herbst wichtig sein könnte. Und deshalb suchen die Verantwortlichen auch weiterhin einen neuen Verteidiger. «Es ist gerade sehr stressig mit den vielen Spielen und jetzt der Auslosung am Freitag in Monte Carlo», sagt YB-Chef Ilja Kaenzig. Aber man habe ja bis am 31.August Zeit, um auf dem internationalen Transfermarkt noch einen interessanten Akteur zu verpflichten.

Abwehrchef Emiliano Dudar dürfte derweil mit Sprunggelenksverletzung auch am Sonntag in Sion noch ausfallen. Dann folgt eine zweiwöchige Länderspielpause, sodass der Argentinier danach einsatzfähig sein sollte. Das gilt auch für den neuen Stürmer Emmanuel Mayuka. Das 19-jährige Talent reiste gestern wegen eines Todesfalls in der Familie in seine Heimat Sambia. Von Mayuka hält man bei YB sehr viel, er soll ähnlich wie einst Seydou Doumbia aber Zeit erhalten, um sich zu entwickeln – und den Konkurrenzkampf zu verschärfen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Lernprozess-fuer-die-jungen-Buben/story/19091127?dossier_id=449

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 7. September 2010, 08:13 
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tink.ch, 06.07.2010

Tottenham Hotspur lud zum Tee

Ein "Wunder von Tottenham" konnte YB beim UEFA Championsleague Rückspiel gegen den Londoner Fussballclub Tottenham Hotspur zwar nicht verbuchen. Der Match in England war für die Berner Fans jedoch ein wunderliches Erlebnis.

Die Besten der besten Fussballclubs Europas spielen in der UEFA Champions League um den Pokal. Die Berner Young Boys waren diese Saison auch mit von der Partie. Zu Hause gegen die Londoner Tottenham Hotspurs gewannen die Berner überraschend mit 3:2. Beim Rückspiel blieb ein "Wunder von Tottenham" aber aus, YB verlor mit 4:0.

Die etwas andere Bilanz des Matchs: YB kann keine Eckbälle verwerten und in England trinkt man Tee auch während eines Fussballspiels. Aber alles der Reihe nach.

Audere est facere

Es regnete. Wie könnte es auch anders sein in England. Exakter: Im Nordlondoner Stadtteil Tottenham, das heisst, wir waren auf der Suche danach. So richtig genau konnte uns nämlich niemand sagen, wie man zum White Hart Lane Stadium kommt, wo das Rückspiel stattfand. Should we take the bus or go by train? Selbst die Engländer schienen sich uneinig, ob Bus oder Zug uns schneller zum Ziel bringen würden. Der sicherste und wohl einfachste Weg war, wie sich herausstellte: Folge den biertrinkenden Jungs in Fussballtrikots.

Hören konnte man sie schon von Weitem, die Tottenham-Fans. Die Rufe wurden lauter, wir schienen uns dem Stadion zu nähern. Was sie riefen, konnten wir nicht verstehen. Und das lag nicht an unseren Englischkenntnissen. Also fragten wir nach: "Yid army". Yid army? Unsere fragenden Blicke lösten beinahe Entsetzen beim Vis-à-vis aus. Nach fünf Minuten Crashkurs über die Tottenhamer Fangemeinschaft fühlten wir uns schon fast in der Gemeinschaft aufgenommen. "Es zu wagen ist es zu tun" ist ihr Motto (Lat. Audere est facere), ein Hahn mit Sporen auf einem Ball stehend ihr Emblem, und Yid army, so nennen sich die Fans selbst.

Dann wollten wir aber doch den Weg zu den Gelbschwarzen finden. Im strömenden Regen und von Polizisten auf Pferden bewacht, warteten wir auf den Einlass ins Stadion. Steine in den Taschen? Essen dabei? Anscheinend kein Problem in Tottenham, wir durften beides behalten und mit ins Stadion nehmen.

YB Wurst versus Foot Long Hot Dog

Eine gelbe Wendeltreppe führte hinauf zur Tribüne. Wir staunten nicht schlecht über das, was uns oben erwartete. Zu Beginn sahen wir einfach nur Schwarz - und Gelb. Der relativ grosse Auswärtsfansektor war wahrscheinlich bis auf den letzten Platz besetzt. Inmitten der Fans standen Polizisten mit Bobbys. Kaum einen Platz gefunden, ging's schon los mit dem Champions League Lied: "Die Meister, die Besten, les grandes equipes, the champions". Schon nur diese glorifizierenden Töne in einer Lautstärke in diesem riesigen Stadion geben ein anderes Gefühl als Zuhause. Von der ersten Minute an gaben die YB-Fans alles. "When the Spurs go marching in" im ganzen Stadion versus "Olé olé YB" bei den Bernern.

Von unserem hochgelegenen Standort aus konnten wir das Spielgeschehen beinahe aus der Vogelperspektive mitverfolgen. Um die Spielnummern zu erkennen, hätten wir aber ein Opernglas benötigt. Schliesslich waren aber die Nummern auf den Trikots zweitrangig, die Meinungen im YB-Sektor einstimmig: "Was spielt der für einen Kabis?" Nach 47 Minuten Spielzeit stand es 2:0 für Tottenham. Pause - Zeit für einen Snack. Während man sich im Wankdorf Stadion in Bern eine YB Bratwurst und ein Feldschlösschen gönnt, isst man im Hart Lane Foot Long Hot Dog und trinkt alkoholfreies Carlsberg aus der Petflasche. Oder man macht es so british wie die Tottenham-Fans, packt Decke und Thermosflasche aus und gönnt sich einen warmen Tee.

Gelassene Engländer

Zweite Halbzeit: Weder das Wetter noch das Spiel der Young Boys wurden besser. Es war der Match von Peter Crouch. Der zwei Meter grosse Engländer Nationalspieler schoss in der 61. Minute das 3:0 und verwertete in der 78. Minute, ausgerechnet in der YB Viertelstunde, den Elfmeter zum Endresultat 4:0. In der 87. Spielminute dann dennoch eine Chance für den Gast: Ein Schuss aufs Tor der Engländer. Vielleicht hätte den Bernern fünf Minuten regenlose Spielzeit geholfen - aber Petrus war wohl auf der Seite der Spurs und verhalf den Londoner zu nassem Heimvorteil.

Aber wer denkt, die Stimmung wäre parallel mit der Chance, den Match doch noch zu gewinnen, zurückgegangen, der hat sich geirrt: Bis zur letzten Minute war es im Auswärtsfansektor unmöglich, sich miteinander zu unterhalten ohne zu schreien. Wir standen während des ganzen Spiels, hüpften und schrieen über 90 Minuten lang gegen die Kälte an. Die meisten Tottenham-Fans hingegen sassen auf ihren Sitzplätzen und erhoben sich nur bei sehr brenzligen Situationen und Toren, was ja dennoch häufig der Fall war. Dann wedelten sie mit ihren Fahnen - und verwandelten so das ganze Stadion in ein weisses Fahnenmeer.

Ein Tottenhamer Hahn in der Schweiz

Auch in punkto Fairplay war ich positiv überrascht, verbindet man doch die englischen Fussballfans schnell einmal mit Krawallen und Ausschreitunge. Dieser Match jedoch bewies das Gegenteil. Kurz nach Abpfiff stürmten einige Fans rüber zu den Gittern, welche die YB-Fans von den Tottenhams trennten. Sofort eilten auch die Bobby tragenden Polizisten dazwischen. Doch die Geste der Fans war eine andere: Schaltausch. Ich gebe dir einen YB Schal, du mir deinen Tottenham Schal oder deine Fahne. Auch ich bekam eine dieser weissen Fahnen mit dem Hahn auf Sporen. Stolz flog er mit mir im Handgepäck zurück in die Schweiz.

Die Spurs waren erleichtert, hatten sie gewonnen. Im strömenden Regen singend und johlend liefen sie zur Metrostation. "We're all going on a European tour", sangen sie, wir alle gehen auf Europatour. Und wir, wir gingen nach Hause.

http://www.tink.ch/new/article/2010/09/06/tottenham-hotspurs-luden-zum-tee/

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