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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. April 2010, 23:36 
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was hat denn derselbe im Fall Stocker geschrieben? Möchte ich auch gerne wissen... xD


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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. April 2010, 10:24 
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Berner Zeitung, 08.04.2010

Nur eine Spielsperre für Seydou Doumbia

Der überragende YB-Stürmer Seydou Doumbia ist nach seinem Ellbogenschlag nur für eine Partie gesperrt worden.

Die Spannung war gross am Mittwoch, die Nervosität bei den Beteiligten stieg stündlich, in der hektischen Internetwelt jagten sich die Schlagzeilen. Die Frage lautete nicht mehr: Wird Seydou Doumbia gesperrt? Sondern: Wie lange wird er gesperrt? Zur Überraschung fast aller Beobachter belegte Roy Maybud, der stellvertretende Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen der Swiss Football League, den YB-Stürmer aber nur mit einer Spielsperre. Der Freiburger Maybud empfand die Aktion Doumbias (Ellbogenschlag in den Nacken von Aaraus Martin Stoll am Samstag) nicht als perfid und nicht als hinterhältig und nicht als rücksichtslos (siehe Interview). Doumbia habe sich im Kampf um den Ball lösen wollen und dabei Stoll getroffen, hiess es in der Urteilsbegründung. Somit sei die Aktion bloss eine Unsportlichkeit, und weil der Stürmer zuvor gehalten und damit (juristisch gesehen) provoziert worden sei, gab es bloss ein Spiel Sperre.

Erneut milde Strafe

Der deutsche Aarau-Verteidiger Martin Stoll bestätigte diesen Sachverhalt in seiner Stellungnahme. Selbstverständlich legt YB gegen das Strafmass nicht Rekurs ein – damit fehlt der 27-fache Saisontorschütze Seydou Doumbia übermorgen im Heimspiel gegen Bellinzona. Aber er wird dann bei den schwierigen Auswärtsspielen in der nächsten Woche gegen GC und Sion wieder dabei sein. «Ich muss die Sperre akzeptieren», sagte Doumbia, der gestern Abend zusammen mit zahlreichen anderen YB-Spielern beim Playoff-Finalspiel der Volleyballerinnen von Volley Köniz gegen Voléro Zürich weilte.

Erneut wird Doumbia also für ein Vergehen relativ mild bestraft. Bereits für seinen Stinkefinger im letzten Oktober gegen GC-Spieler Kay Voser war der ivorische Angreifer nur für eine Partie gesperrt worden. Vermutlich profitierte der 22-Jährige gestern auch vom Freispruch für Valentin Stocker. Der Basler Offensivspieler war am Dienstag für seinen harten Tritt gegen St.Gallens Marc Zellweger nicht gesperrt worden. «Vielleicht hat das einen Einfluss gehabt», sagte YB-Sportchef Alain Baumann. «Aber ich finde nach wie vor, Doumbia ist unschuldig.» Natürlich müsse der Stürmer auf seine Ellbogen aufpassen, erklärte Baumann: «Aber die meisten Leute haben einen anderen Laufstil als Doumbia und sind deutlich weniger schnell. Er wird halt oft zurückgehalten. Wir können das nicht beurteilen.»

Auch Marco Streller verletzt

Die Berner waren gestern also im Glück, die Basler dagegen im Pech: Nach Alex Frei (Armbruch) fällt jetzt mit Marco Streller auch der zweite herausragende Angreifer des FCB verletzt aus. Der formstarke Streller erlitt einen Bruch des Wadenbeinkopfes und fällt für die nächsten drei Spiele aus. In den Partien bei Zürich (11.April), gegen St.Gallen (14.April) und gegen Luzern (18.April) dürften Federico Almerares und Scott Chipperfield das FCB-Sturmduo bilden. Beim Auswärtsspiel in Zürich gegen GC (25.April) sollte Streller wieder dabei sein können.

Streller, mit 19 Toren bester Schweizer Ligatorschütze, hatte sich die Verletzung am 27.März in Sitten bei einem Schlag auf die Wade zugezogen und konnte seither nicht mehr eingesetzt werden. Der Ausfall des Nationalspielers ist für Basel ein herber Rückschlag.

Kommentar von Fabian Ruch

YB-Glück – und Zeit für Korrektur

Die Verantwortlichen der Young Boys dürften am Mittwochabend eine edle Flasche Champagner geöffnet haben. Seydou Doumbia, der wichtigste YB-Fussballer, wird für seinen unschönen Ellbogenschlag gegen Aaraus Martin Stoll nur für eine Partie gesperrt – und das ist erst noch das Heimspiel gegen den Abstiegskandidaten Bellinzona am Samstag

Das Urteil nach Doumbias Unbeherrschtheit ist erstaunlich mild. Aber man muss das Verdikt im Zusammenhang mit den letzten Tagen sehen. YB profitierte auch vom unprofessionellen Vorgehen der Fussball-Liga bei Disziplinarverfahren. Valentin Stocker, Leistungsträger des YB-Titelrivalen FC Basel, wurde vorgestern für seine harte Attacke gegen St.Gallens Marc Zellweger ja sogar freigesprochen. Auch das war ein falsches Signal. Aber immerhin wird der spannende Meisterkampf durch die (Nicht-)Bestrafungen gegen Stocker und Doumbia nicht verfälscht.

Der YB-Kampf um Doumbia hat sich also gelohnt. Man darf davon ausgehen, dass die Berner hinter den Kulissen erstklassige Arbeit geleistet haben, um das Strafmass aufs angestrebte Minimum zu reduzieren. Seydou Doumbia aber muss auf seinem Weg zu einem Weltklassefussballer seine Undiszipliniertheiten in den Griff bekommen – zumal er weiter oft gefoult und provoziert werden dürfte. Immer wird Doumbia nicht derart sanft angefasst werden.

Die jüngsten Vorkommnisse haben aber auch gezeigt, dass es an der Zeit ist, das Verfahren bei Disziplinarfällen in der Super League erheblich zu verbessern und eine Linie in die Urteile zu bringen. Mit geringem finanziellem Aufwand wäre es möglich, einen unabhängigen Einzelrichter zu installieren, der die strittigen Fälle einheitlich und sofort nach einem Spieltag untersucht.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Nur-eine-Spielsperre-fuer-Seydou-Doumbia/story/28138533

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. April 2010, 10:29 
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Berner Zeitung, 08.04.2010

Roy Maybud: «Es geht auch um die Härte des Schlages»

Der 31-jährige Anwalt Roy Maybud aus Freiburg spricht darüber, wie er zu seinem Urteil im «Fall Doumbia» gekommen ist.

Herr Maybud, Ihr Urteil im «Fall Doumbia» ist überraschend mild. Warum wird der YB-Stürmer nur ein Spiel gesperrt?
Mir ist bewusst, dass das Interesse an diesem Urteil gross ist und jeder eine eigene Meinung hat. Aber ich habe nur die Tat bewertet. Dabei wird unterschieden, ob es sich bei der Aktion um eine Tätlichkeit oder eine grobe Unsportlichkeit oder eine Unsportlichkeit handelte.

War Doumbias Ellbogenschlag in den Nacken von Aarau-Spieler Martin Stoll keine Tätlichkeit, wie man auf den TV-Bildern sieht?
Der Begriff Tätlichkeit wird in der Umgangssprache anders definiert als in der Rechtsprechung. Und im Fussball gehen wir grundsätzlich nur von einer Tätlichkeit aus, wenn die Aktion abseits des Spielgeschehens und mit Vorsatz passiert ist. Das war bei Doumbia nicht der Fall, der Ball war noch im Spiel. Doumbia versuchte sich mit einer raschen Bewegung zu lösen und traf dabei Martin Stoll.

Also war es eine grobe Unsportlichkeit?
Nein. Da geht es auch um die Härte des Schlages. Und Martin Stoll hat ausgesagt, der Schlag habe ihn nicht geschmerzt, er konnte ja auch weiterspielen. Also ist es letztlich eine Unsportlichkeit, die mit zwei Spielsperren belegt wird. Aber es ist davon auszugehen, dass Doumbia provoziert worden war. Und so gibts ein Spiel Reduktion.

Seydou Doumbia sagte aber, er sei nicht provoziert worden.
Es geht nicht um die klassische Provokation im Sinn einer verbalen Attacke. Es ist juristisch gesehen auch eine Provokation, wenn ein Fussballer mehrere Sekunden lang zurückgehalten wird. Wichtig ist aber, dass die Provokation unmittelbar vor der Handlung erfolgt. Beides war bei Doumbia der Fall.

Fühlten Sie sich unter Druck, weil Valentin Stocker vom FCB am Dienstag erstaunlicherweise von Ihrem Kollegen Urs Studer nach seinem harten Tritt gegen Marc Zellweger freigesprochen wurde?
Nein, das durfte für mich keine Rolle spielen.

Bereits vor Ihrer Urteilsverkündung tauchte gestern Nachmittag eine heikle Aussage von Ihnen auf der «Blick»-Onlineseite auf. Dabei wurden Sie zitiert, die TV-Bilder würden ja für sich sprechen. War das nicht eine Vorverurteilung Doumbias? Und war es deshalb danach schwierig für Sie, eine hohe Strafe auszusprechen?
Nein, absolut nicht. Dieser Vorfall war unglücklich. Aber ich habe keinem Journalisten etwas über das mögliche Strafmass gesagt. Ich erklärte bloss, jeder könne die Aktion am TV anschauen. Meine Aussage wurde leider falsch interpretiert. Das tut mir leid, ich erhielt danach auch einige E-Mails erboster YB-Fans. Für mich war das eine Lehre, das nächste Mal werde ich vorsichtiger sein und mich erst nach dem Urteilsspruch äussern.

Das Vorgehen der Fussballliga bei Disziplinarfällen wirkte zuletzt eher unprofessionell. Finden Sie nicht auch, es wäre sinnvoller, wenn ein einzelner, von allen Klubs gewählter Disziplinarrichter sämtliche Fälle in der Super League sofort nach einem Spieltag untersuchen würde?
Es ist so, wie es ist. Ich bin nicht der richtige Ansprechpartner, um das in der Öffentlichkeit beurteilen zu dürfen. Urs Studer ist der Hauptrichter, Marc Juillerat und ich sind seine Stellvertreter. Wir versuchen, alle Fälle nach bestem Wissen und Gewissen zu beurteilen. Ob es andere, bessere Möglichkeiten gäbe, will ich nicht kommentieren.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Roy-Maybud-Es-geht-auch-um-die-Haerte-des-Schlages/story/14225972

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. April 2010, 10:36 
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Der Bund, 08.04.2010

Kommentar: Ein fauler Kompromiss

Die Urteile gegen Stocker vom FC Basel und Doumbia von den Young Boys riechen nach einem Kompromiss – nach einem, der dem allgemeinen Frieden zuliebe gemacht wurde. Jetzt müssen endlich vollamtliche Richter her.

Es wurde viel Druckerschwärze verwendet in den letzten Tagen wegen diverser Unsportlichkeiten auf Schweizer Fussballplätzen. Seydou Doumbia war wegen eines ungeahndeten Ellbogenschlages gegen Martin Stoll zum Medienthema geworden. Valentin Stocker produzierte Schlagzeilen, weil er Marc Zellweger mit Anlauf in die Beine gesprungen war und Michael Lang einen Ellbogenschlag verpasst hatte. Alle diese Szenen waren den Unparteiischen entgangen - nicht aber den Fernsehkameras, deren Zahl beträchtlich grösser geworden ist, seit Teleclub alle wichtigen Spiele der Super League live überträgt.

Die umfassende TV-Abdeckung hat Einfluss auf die Berichterstattung der Printmedien. Leistet sich ein Spieler mit einem gewissen Renommee hinter dem Rücken des Schiedsrichters eine Unsportlichkeit, ist das ein gefundenes Fressen für die grosse Mehrheit der schreibenden Zunft. Sie zeigt mit dem Finger auf den Täter und verlangt umgehend Sanktionen.

An dieser Haltung gibt es grundsätzlich nichts auszusetzen. Heikler wird es, wenn Medienschaffende Tätlichkeiten und Unsportlichkeiten durch die Klubbrille beurteilen. Im Sinne von: Wenn V von W für drei Spiele gesperrt wird, so muss auch X von Y mindestens gleich viele Partien zuschauen.

Angesichts des medialen Getöses rund um die unsportlichen Aktionen von Doumbia und Stocker ist es nicht weiter erstaunlich, dass die zuständigen Disziplinarrichter zweimal zu einem ganz ähnlichen gnädigen Urteil kamen. Hätte Richter Roy Maybud dem jungen YB-Ivorer drei oder gar vier Spielsperren aufgebrummt für den fliegenden Ellbogen, dann wäre er massiv in die Kritik geraten. Es wäre von Wettbewerbsverzerrung und Beeinflussung des Titelkampfes die Rede gewesen, weil Maybuds Kollege Urs Studer am Vortag Valentin Stocker in beiden strittigen Fällen freigesprochen hatte.

Die beiden Urteile mögen die Gemüter und Bern und Basel beruhigen, doch ein schaler Nachgeschmack bleibt. Es riecht nach einem Kompromiss, der dem allgemeinen Frieden zuliebe gemacht wurde. Eine Justizbehörde aber, die im Verdacht steht, Gefälligkeitsurteile zu fällen, hat ein Glaubwürdigkeitsproblem. Gefordert ist nun die Swiss Football League. Sie sollte endlich Richter einberufen, die vollamtlich tätig sind, nach einheitlichen Kriterien urteilen und nach jeder Runde sofort, unabhängig und selbstständig aktiv werden.

http://www.derbund.ch/bern/dossier/alles-zu-den-berner-young-boys/Kommentar-Ein-fauler-Kompromiss/story/22436389

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 8. April 2010, 12:05 
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