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 Beitrag Verfasst: Montag 28. September 2009, 08:40 
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Der Bund, 28.09.2009

Der Lauf – und die Attraktion

Aufsteiger St.Gallen hat gegen YB nicht nur das Spiel sehr spät verloren – sondern auch den verletzten Aggressivleader Philipp Muntwiler. Den Young Boys genügte diesmal eine durchschnittliche Leistung zu einem weiteren Sieg.

Marco Schneuwlys erster Gang nach dem Spiel in St.Gallen führt ihn in den Sanitätsraum der AFG-Arena. Dort wird Philipp Muntwiler gerade untersucht. Der Mittelfeldspieler musste in der 78.Minute ausgewechselt werden, nachdem er sich ohne Fremdeinwirkung verletzt hatte. Schneuwly stand bei dieser Aktion unmittelbar neben Muntwiler. «Ich hörte es knacksen und dachte mir sofort, dass Muntwiler verletzt sein könnte», sagt Schneuwly. Nach der Visite bei Muntwiler weiss der YB-Stürmer von der gerissenen Achillessehne des St. Galler Aggressivleaders. «Muntwilers langer Ausfall schmerzt uns noch mehr als diese bittere Niederlage gegen YB», sagt St. Gallens Trainer Uli Forte.

Petkovic hebt Mahnfinger

Der furios in die Saison gestartete Aufsteiger aus der Ostschweiz (2:0-Sieg gegen Basel, 1:1 bei YB) ist nach den zwei letzten Partien (0:4 in Basel, 2:3 gegen YB) in der Realität angekommen. «Wir haben gegen YB sehr gut gespielt», sagt Forte, «und am Ende hätten wir einen Punkt verdient gehabt.» Der Jungtrainer ist verärgert über den Assistenten Francesco Buragina («da ist man schon nicht amused»), der das Foulspiel Fabian Freis gegen Gilles Yapi angezeigt hat, welches zum späten Freistoss für YB und zum 2:3 durch Seydou Doumbia führte. YB-Trainer Vladimir Petkovic dagegen zeigt sich selbstverständlich zufrieden mit dem Ausgang der Partie, aber er vergisst nicht, den Mahnfinger zu heben: «Wir haben uns nach der Pause Undiszipliniertheiten geleistet, die uns fast noch den Sieg gekostet hätten.» Stürmer Marco Schneuwly führte das krasse Nachlassen der Berner nach 2:0-Führung zur Halbzeit auf die fehlende Frische zurück. «Wir waren müde, das Spiel am Mittwoch gegen Zürich hat viel Kraft gekostet.» Und nach der Gala beim 3:0-Sieg gegen den Meister FCZ genügte YB diesmal ja eine durchschnittliche Performance zu drei weiteren, am Ende sehr glückhaften Punkten.

Doumbia überragend

Der YB-Superlauf durch die Liga geht jedenfalls weiter, 28 Punkte aus elf Partien dürften Vereinsrekord bedeuten. Und wer einen Seydou Doumbia in den eigenen Reihen hat, darf der Zukunft ohnehin zuversichtlich entgegenblicken. Auch in St.Gallen war der Ivorer mal wieder – trotz längeren Kunstpausen – der dominierende Fussballer. «Wir sind einfach sehr selbstbewusst und glauben bis zuletzt an den Sieg», sagt Doumbia. Nächster Auftritt der Liga-Attraktion ist am Sonntag gegen den Tabellenletzten Aarau in Bern.

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/Der-Lauf--und-die-Attraktion/story/18145990

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 Beitrag Verfasst: Montag 28. September 2009, 08:41 
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Der Bund, 28.09.2009

YB-Einzelkritik: Matchwinner Doumbia

Starke erste, schwache zweite Hälfte: YB zeigte in St. Gallen zwei Gesichter. Seydou Doumbia war die überragende Figur.

Marco Wölfli Note 5: Strahlte Ruhe aus und zeigte einige gute Paraden. Bei den zwei Gegentoren machtlos.

Issam Mardassi Note 4,5: Durfte nach starker Leistung gegen Zürich erneut beginnen – und musste zur Pause angeschlagen ausgewechselt werden. Mardassi agierte solid.

Emiliano Dudar Note 5: Mit zahlreichen starken Interventionen, der Chef in der Defensive. Und Dudar schlug tolle und weite Pässe nach vorne.

François Affolter Note 4: Nicht so stark wie zuletzt. Und der 18-Jährige verschuldete sehr ungestüm den Foulpenalty für St. Gallen, der zum 2:2 führte.

Scott Sutter Note 4: Auch Sutter war nicht so auffällig wie gewohnt, aber er lief viel und kämpfte beherzt.

Gilles Yapi Note 4,5: In der ersten Halbzeit der Denker und Lenker im Mittelfeld. Aber nach der Pause verhinderte auch Yapi den krassen YB-Leistungsabfall nicht.

Xavier Hochstrasser Note 4: Lieferte sich intensive Zweikämpfe mit Muntwiler. Wie immer ein Vorbild in Sachen Leidenschaft und Einsatz. Aber Hochstrasser war spielerisch blass.

David Degen Note 4: Vor der Pause fleissig und mit Tempo, aber auch er baute stark ab. Und Degen diskutierte zu oft mit den Spielleitern und setzte zu früh auf Übersteiger und andere Tricks. Degen ist gegen Aarau am Sonntag nach seiner vierten Verwarnung gesperrt.

Seydou Doumbia Note 5,5: Zwei Tore, ein Assist – Doumbia ist auch dann die überragende Figur, wenn er nicht so dominant wie gewohnt agiert. Nach dem 2:0 für YB stellte der Ivorer den Spielbetrieb nahezu ein – bis zur Nachspielzeit und seinem späten (und sehr glückhaften) Siegtor.

Marco Schneuwly Note 4,5: 11. Skorerpunkt im 11. Saisonspiel – Schneuwly (vier Tore, sieben Assists) bereitete das 0:2 durch Doumbia vor. Fleissig, aber diesmal ohne Brillanz. Schneuwly ist gegen Aarau wie Degen gesperrt.

Alberto Regazzoni Note 5: Regazzoni war vor der Pause der beste YB-Spieler, schoss das 0:1 und war viel unterwegs. In der zweiten Hälfte verhinderte St. Gallens Goalie Lopar mit herrlicher Parade das 0:3 durch Regazzoni, der immer mehr abbaute.

Saif Ghezal Note 4: Kam zur Pause für den angeschlagenen Mardassi. Solid, aber mit einigen Unsicherheiten.

Aron Liechti Note 3: Kam nach 70. Minuten für Degen und agierte unsicher. Verschuldete völlig unnötig einen Einwurf für St.Gallen, der zum Elfmeter vor dem 2:2 führte. (fdr)

Noten: 6 = herausragend; 5 = gut; 4 = solid; 3 = ungenügend; 2 = schlecht; 1 = sehr schlecht

http://www.derbund.ch/zeitungen/sport/YBEinzelkritik-Matchwinner-Doumbia/story/27127145

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 Beitrag Verfasst: Montag 28. September 2009, 08:43 
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St. Galler Tagblatt, 28.09.2009

Das Spiel und Muntwiler verloren

Obwohl der FC St. Gallen gegen die Young Boys einen 0:2-Rückstand aufholt, unterliegt er den Bernern mit 2:3. Doch hinterher wird die Niederlage zur Nebensächlichkeit, weil sich Philipp Muntwiler gravierend verletzt. Er wird den St. Gallern für lange Zeit nicht mehr zur Verfügung stehen.

Markus Scherrer

Fussball. Nach 37 Minuten führten die Young Boys in der AFG Arena mit 2:0. Dass sie dabei ohne besonders grossen Aufwand zu dieser Führung gekommen waren, brauchte sie nicht weiter zu kümmern. Beim 1:0 durch Alberto Regazzoni sah St. Gallens Torhüter Daniel Lopar nicht sonderlich gut aus. Dass es, um es in der Fussballersprache auszudrücken, ein tückischer Flatterball war, war das Pech des Goalies. Beim 2:0 durch Seydou Doumbia sah Innenverteidiger Ji?i Koubsky schlecht aus.

Einmal abgesehen von diesen beiden Treffern zeigte die erste Halbzeit aber auch eindrücklich auf, wo die Unterschiede zwischen den Bernern und den St. Gallern derzeit liegen. Dort die Gäste aus Bern, die sich mit wenigen Pässen schnell und gefährlich vor das gegnerische Tor kombinierten. Da das Heimteam, das sich zwar enorm bemühte, aber nur mit grösster Kraftanstrengung Raumgewinne erzielte.

Doch es folgten die zweiten 45 Minuten, in denen sich die Ostschweizer gegen die drohende Niederlage auflehnten, kämpften und angetrieben vom jungen Nico Abegglen aus einem 0:2 ein 2:2 machten. Zuerst gelang Abegglen in der 75. Minute der Anschlusstreffer. Dann wurde er in der 88. Minute von François Affolter im Strafraum regelwidrig gestoppt. Zé Vítor verwertete den Foulpenalty souverän. Trotzdem stand der FC St. Gallen am Ende mit leeren Händen da, weil Doumbia in der Nachspielzeit, nach einem von Gilles Yapi getretenen Freistoss, den Berner Siegestreffer erzielte.

Ohne gegnerische Einwirkung

Es hätte nach diesem Spiel so manches zu diskutieren, aber auch zu loben gegeben. Doch Abegglens unbekümmerter, frischer Auftritt, die kräftezehrende, zwischenzeitlich auch erfolgreiche Aufholjagd der Ostschweizer oder der späte Gegentreffer rückten hinterher in den Hintergrund. Denn überschattet wurde die Partie von der schweren Verletzung, die Philipp Muntwiler in der 77. Minute erlitt. Er zog sich ohne gegnerische Einwirkung einen Achillessehnenriss zu und fällt nun monatelang aus. Das sei ein Riesenschock, sagte Trainer Uli Forte. Ihm steht nun während längerer Zeit einer seiner wichtigsten Spieler, der sich in den vergangenen Monaten zu einem Teamleader entwickelt hat, nicht zur Verfügung. Viel Zeit bleibt dem Club nicht, wenn er auf Muntwilers Ausfall noch mit einer Verpflichtung eines Akteurs reagieren will. Denn Ende September schliesst auch in der Schweiz das Transferfenster. Bereits gestern haben sich der Trainer und die Mitglieder der Sportkommission darüber unterhalten, welche Möglichkeiten in Frage kämen. Es wurde sowohl über interne als auch externe Lösungen diskutiert.

Fehlende Breite

Die Blessur von Muntwiler hat zutage gefördert, was schon zu Saisonbeginn als grobfahrlässig angesehen wurde. Das St. Galler Kader weist nicht jene Breite auf, die eine Mannschaft der Super League haben muss, um eine Saison mehr oder weniger problemlos durchstehen zu können. Forte bieten sich nicht viele Möglichkeiten, um dem einen oder anderen Akteur nach einer kräfteraubenden Partie eine Pause zu gönnen. So muss zum Beispiel Koubsky, der an einer Fussverletzung leidet, seit Wochen fit gespritzt werden, damit er überhaupt eingesetzt werden kann. Nun erhält er die dringend nötige Pause, da er im nächsten Spiel in Neuenburg gesperrt ist und danach die Nationalmannschaftspause folgt. Und wer Muntwilers Pensum in der vergangenen Woche Revue passieren lässt – 120 Minuten in Giubiasco, 90 Minuten in Basel und 78 Minuten bis zu seinem verletzungsbedingten Ausscheiden gegen die Young Boys –, den mag die Verletzung nicht überraschen. Denn die häufigsten Gründe für Achillessehnenrisse sind Über- oder Fehlbelastungen.

http://www.tagblatt.ch/sport/tb-sp/Das-Spiel-und-Muntwiler-verloren;art133,1390147

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