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 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. September 2004, 23:12 
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Was ist mit Gügi? Was hat das MRI für ein Resultat ergeben?


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 Beitrag Verfasst: Montag 13. September 2004, 10:40 
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Der Bund, 13.9.2004

Drei Punkte fürs Teamwork

Die Young Boys lagen 0:2 zurück, zuletzt war ihr 3:2-Auswärtssieg gegen den FC Zürich ungefährdet

Zürich führte 2:0 – doch YB gewann das Spiel auf dem Letzigrund 3:2. Die aussergewöhnliche Torfolge gaukelt Spektakel und Spannung vor, doch in Wahrheit sahen die Zuschauer keinen grossen Match. Aus Berner Sicht gibt es aber eine Hand voll erfreulicher Fakten zu notieren.


Charles Beuret

Wer auswärts mit zwei Toren in Rückstand liegt und doch noch gewinnt, hat – wie sich Trainer auszudrücken pflegen – «Charakter gezeigt». Selbiges haben die Young Boys am Samstag auf dem Letzigrund also getan. Ihnen war in der Tat hoch anzurechnen, dass sie nach dem frühen 0:2-Rückstand die Flinte nicht ins Korn warfen, sondern sich vehement gegen die drohende Niederlage auflehnten. Der Lohn für diese Bemühungen konnte sogar in Form von drei weiteren Auswärtspunkten eingefahren werden, was mehr war, als sich die Berner nach einer halben Stunde erhoffen durften.

Dass der Match im Letzigrund kippte, hatte aber nicht nur mit dem Aufbäumen der Young Boys zu tun: Dafür verantwortlich waren auch die weitgehend konzeptlosen Zürcher, die ihre scheinbar sichere Führung sehr schlecht verwalteten und von Minute zu Minute schwächer wurden. Die Berner jedenfalls brachten ihren Sieg in den Schlussminuten ohne geringstes Problem über die Zeit – ihnen war entgegengekommen, dass FCZ-Trainer Lucien Favre die beiden klar gefährlichsten Zürcher (Alhassane Keita und Adrian Ilie) vorzeitig ausgewechselt hatte.


Die Chancen wahrgenommen

Dennoch kamen die Young Boys natürlich nicht «gratis» zu drei Punkten. Ihr Aufbäumen nach dem 0:2-Rückstand bedurfte einer intakten Moral, zumal die Mannschaft auch noch das frühe Ausscheiden von Gürkan Sermeter zu verkraften hatte.
Gerade dieses Malheur hatte aber auch seine guten Seiten: Es hatte eine kleine Rochade im Team zur Folge (Magnin rückte ins Mittelfeld zurück) und eröffnete dem jungen Ersatzmann Boban Maksimovic die Möglichkeit, dem Trainer seine zurzeit ausgezeichnete Form unter Beweis zu stellen. Maksimovic war denn auch so etwas wie ein Vorkämpfer bei den Young Boys: Er fightete und lief – und schoss nach einem weiten Pass des solid spielenden Mark Disler kurz vor der Pause nach einer feinen Einzelleistung das 1:2. Es gab den Bernern nach einer schwierigen ersten Halbzeit, in der sie vom Schiedsrichter meist benachteiligt wurden, neuen Mumm.
Schwierig waren die ersten 45 Minuten für YB deshalb, weil ihr angestrebtes Ziel, ja nicht in Rückstand zu geraten, verfehlt wurde. Trotz vorsichtiger Berner Spielweise lag der Gegner dank zwei schönen Toren 2:0 voraus. Aussenverteidiger Alain Nef (nach einem Eckball Ilies) und Franco Di Jorio hatten Zürich mit zwei sehenswerten Hebern in Siegesstimmung versetzt. Dies seien «Glückstore» gewesen, befand YB-Trainer Hans-Peter Zaugg nach dem Spiel, jedenfalls sei er mit der Leistung seiner Mannschaft auch in der Startphase nicht unzufrieden gewesen. Und nach dem Anschlusstor Maksimovics habe er gewusst: Mit der nötigen Geduld nach der Pause könne das Spiel sogar noch gewonnen werden.
Zaugg behielt Recht, weil sich die Young Boys im Gegensatz zum FC Zürich in der zweiten Halbzeit nicht in Einzelaktionen verzettelten, sondern geduldig auf ihre Chance warteten. Letztere stellten sich dann prompt ein – und die Berner nutzten sie mit bemerkenswerter Kaltblütigkeit. Zuerst stellte Thomas Häberli nach einem Konter und Vorarbeit Alain Rochats den Ausgleich her (59. Minute; Maksimovic hatte einen verlorenen Ball in der eigenen Platzhälfte zurückerobert), schliesslich schoss Fernando Carreño mit einem präzisen Kopfball ins hohe Eck (81. Minute; Corner Stéphane Chapuisat) das 2:3. Das war die Entscheidung für die Berner, die sich nach der Pause übrigens über den Schiedsrichter nicht mehr beklagen durften . . . Die schlechte Tagesform des sonst guten Schiedsrichters Claudio Circetta hatte freilich keinen direkten Einfluss auf den Spielausgang, wie es viele Zürcher wahrhaben wollten.


Der beste Mann: Aziawonou

Zurück zu den Young Boys, die auf dem Letzigrund klar die bessere Mannschaft (im Sinne von Teamwork) stellten als die Zürcher: Ihr «Dirigent» war der Togolese Yao Aziawonou, der nach einer längeren Denkpause aufgrund der Erkrankung Roman Friedlis wieder in die Mannschaft gerückt war. Aziawonou war im defensiven YB-Mittelfeld der Dreh- und Angelpunkt, er überzeugte durch sein ausgezeichnetes Auge für den freien Mitspieler und präzise Pässe – er war klar der beste Mann auf dem Platz und verkörperte etwas, was mit dem Wörtchen«Klasse» so treffend umschrieben werden kann. Aziawonou verdankten es die Young Boys zu einem grossen Teil, dass der Match in Zürich beim Stande von 2:0 nicht schon entschieden war.


ZÜRICH - YB 2:3 (2:1)
Letzigrund. – 7500 Zuschauer. – SR Circhetta. – Tore: 10. Nef 1:0 28. Di Jorio 2:0. 36. Maksimovic 2:1. 58. Häberli 2:2. 81. Carreño 2:3. – Verwarnungen: 42. Capria (Foul), 51. Tararache (Unsportlichkeit), 55. Ilie (Spielverzögerung), 81. Carreño (übertriebener Torjubel), 89. Häberli (Foul). – Bemerkungen: Zürich ohne Gygax, Filipescu, Tarone, Guerrero, Stanic und Bastida (verletzt), YB ohne De Napoli, Neri, Berisha, Coubageat (alle verletzt), Eugster und Friedli (krank). 13. Sermeter, 68. Magnin verletzt ausgewechselt.
Zürich: Taini; Nef, Capria, Schneider, Pallas; Petrosjan (61. Cesar), Dzemaili, Tararache, Di Jorio; Keita (67. Yasar), Ilie (81. Abdi).
Young Boys: Bettoni; Kehrli, Carreño, Disler, Rochat; Sermeter (13. Maksimovic), Aziawonou, Häberli, Urdaneta; Chapuisat, Magnin (68. Burki).

Sermeters Kurzeinsatz

Hans-Peter Zaugg hätte derzeit allen Grund, in der Öffentlichkeit über Personalprobleme der Young Boys zu lamentieren. Johan Berisha und Francisco Neri fallen schon seit längerem aus und werden noch einige Zeit nicht zur Verfügung stehen. In der letzten Woche verletzten sich Patrick De Napoli und Sadik Coubageat, und für das Spiel in Zürich mussten kurzfristig Adrian Eugster und Roman Friedli krankheitshalber passen. Und während des Spiels im Letzigrund musste der YB-Trainer auch noch Gürkan Sermeter und Joël Magnin ersetzen.

Ob und wie lange Sermeter und Magnin ausfallen, muss abgewartet werden. Sermeter, der nach einem doppelten Bänderriss im linken Knöchel erstmals seit dem 12. Mai und dem Gastspiel in Zürich wieder bei einem Punktespiel in die Startformation des Fanionteams aufgenommen worden war, blieb in der 8. Minute nach einem Zweikampf mit Marc Schneider liegen, musste am linken Fuss gepflegt werden und verliess fünf Minuten später hinkend das Spielfeld. Eine erste Diagnose am Samstag im Spital ergab eine Bänderdehnung; auch eine zweite Untersuchung gestern beim Vertrauensarzt liess darauf hoffen, dass nichts gerissen ist. Klarheit schaffen wird heute eine MRI-Untersuchung. Magnin rang nach einem Zusammenstoss mit FCZ-Goalie Davide Taini nach Luft und musste vom Platz getragen werden; er erlitt eine schmerzhafte Prellung im Brustbereich.
Trotz diesen zahlreichen Ausfällen sagte Zaugg: «Ich werde mich nie über die Abwesenden beklagen oder zu hadern beginnen. Abgesehen davon, dass das nichts nützt, denke ich stets an jene, die mir zur Verfügung stehen.» Im Moment zahle sich aus, dass man im Sommer das Hauptaugenmerk auf ein breites Kader und das doppelte Besetzen aller Positionen gelegt habe. «Fällt ein Spieler aus, erhält ein anderer die Chance, sich zu zeigen.» In Zürich traf dies auf den 18-jährigen Boban Maksimovic zu, der für Sermeter eingewechselt wurde und in der 36. Minute den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte. (gui)

http://www.ebund.ch/artikel_39078.html
http://www.ebund.ch/pdf/21432Sportletzte20040913_.pdf

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