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 Betreff des Beitrags: (Matchthread) FC Aarau - YB
 Beitrag Verfasst: Freitag 20. August 2004, 11:14 
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Die drei Punkte aus dem Rüebliland holen wir! :twisted:

:auswaertssieg:


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 Beitrag Verfasst: Samstag 21. August 2004, 10:16 
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Woche der Weichenstellung

Heute in Aarau, dann die Heimspiele gegen GC und Servette: Die Young Boys vor drei wichtigen Spielen

Die Young Boys haben nach vier Runden bereits eine Achterbahnfahrt der Gefühle hinter sich. Die nächsten drei Partien sind wegweisend. Werden die Berner zum Spitzenklub, oder müssen sie sich dem Abstiegskampf zuwenden?


charles Beuret

Ein Sieg, zwei Unentschieden, eine Niederlage – das ist die wenig berauschende Ausbeute der Young Boys aus den vier ersten Meisterschaftsrunden. Die ausgeglichene Startbilanz sagt eines nicht aus: dass die Berner in diesen ersten Spielen einem wahren Wechselbad der Gefühle ausgesetzt waren.


Sie feierten einen Kantersieg (6:1), erlitten ein Auswärtsdebakel (1:3 in Thun), begeisterten in St. Gallen mit einer 2:0-Führung, die sie wieder vergaben, um in der Schlussphase das 3:3 zu retten, sie imponierten im Europacup gegen Roter Stern Belgrad 80 Minuten lang, um in den restlichen 100 Minuten zu versagen – kurz: Normal verlief bei den Young Boys bisher eigentlich erst ein einziges Spiel. Es war jenes am letzten Sonntag gegen Meister FC Basel (1:1) im Neufeld, wo die Gelb-Schwarzen wieder einmal stabil wirkten und auf gutem Niveau 90 Minuten lang durchhielten.


Mannschaft hat reagiert

Der Match gegen Basel sei eine Art Neubeginn gewesen, sagt Trainer Hans-Peter Zaugg. Die Mannschaft habe nach zum Teil harscher Kritik – auch von seiner Person – reagieren müssen, und sie habe es auch getan. Mit dieser Einstellung gelte es nun, die drei nächsten Runden anzugehen: Aarau (a), GC (h) und Servette (h), das sind die Gegner, gegen die YB in den nächsten acht Tagen anzutreten hat. Es sind – betrachtet man sie als «Paket» – drei Schlüsselspiele, die YB wieder zum Spitzenklub machen könnten. Anderseits: Mit Niederlagen (und Unentschieden) näherte man sich dem Tabellenende.
Dass dies geschehen könnte, daran glaubt man auf der Berner Chefetage allerdings nicht. «Im Gegensatz zu Servette», sagt Präsident Peter Mast, «haben wir eine richtige Mannschaft, ein gesundes und erprobtes Fundament – und dazu eine kompetente und unumstrittene technische Führung.» All dies werde sich über kurz oder lang bezahlt machen, und er sei überzeugt, dass die Young Boys bereits im nächsten Jahr wieder im Europacup spielen würden.
Nun, so weit ist es noch lange nicht. Vorerst wartet der unangenehme Gang der Berner aufs Brügglifeld zu Aarau, wo für YB die Trauben immer hoch hingen. Zwar gewannen die Gelb-Schwarzen das letzte Spiel (1:0 dank Häberli-Tor am 1. Mai 2004), doch zuvor hatte es seit dem Jahr 2000 bei nur einem Remis drei Niederlagen und ein Torverhältnis von 2:8 abgesetzt.

Aarauer Euphorie

Nach dem 4:0 gegen Servette (noch mit Trainer Martin Rueda) und dem 3:1 auswärts gegen den FC Zürich (neu mit Trainer Andy Egli) sind die Aarauer vom Tabellenende auf Rang 6 vorgestossen. Klar, dass sie gegen die Young Boys mit Euphorie zur Sache schreiten werden.
Ob heute auch die Berner gute Argumente besitzen, ist offen. Immerhin zeichnet sich in personeller Hinsicht eine leichte Entspannung ab: Nach langer Pause kommt Gürkan Sermeter über 90 Minuten beim Nachwuchs (in Chênois) zum Einsatz – er dürfte gegen GC wieder bereit sein. Ferner sind die Innenverteidiger Fernando Carreño und Marc Disler, die im Spiel gegen Basel am Kopf verletzt wurden, einsetzbar und voller Tatendrang. Für Trainer Zaugg ist klar: «Wir müssen unser Spiel spielen und vermeiden, dass die Aarauer von uns noch aufgebaut werden.» Das heisst: Fehlerminimierung, Geduld – aber trotzdem nach vorne spielen.


Kein Trainingsplatz in Bern

In einem Jahr werden die Young Boys bereits im neuen «Stade de Suisse Wankdorf Bern» spielen. Ein eigenes Heimstadion wird also vorhanden sein, nicht aber ein Trainingsfeld.

Momentan müssen die verschiedenen Mannschaften der Berner (Fanionteam, Nachwuchs, Junioren) ihre Trainingseinheiten an verschiedenen Orten durchführen: Auf dem Sportplatz Weissenstein, im Neufeld oder im interimistischen Trainingszentrum Schönbühl. Man habe diese Verzettelung immer als eine Übergangslösung betrachtet, sagt Präsident Peter Mast. Seit Jahren versuche man in Verhandlungen mit der Stadt zu erreichen, dass in der Nähe des neuen Stadions – auf der hinteren Allmend – für YB ein Trainingszentrum errichtet werden könne. Es hätten mit Gemeinderat und Sportamt zahlreiche Gespräche stattgefunden, aber konkrete Ergebnisse lägen nach wie vor keine vor. Weil die Zeit nun aber dränge – man könne ja nicht immer mit Provisorien leben –, hätten sich die Young Boys auch ausserhalb Berns umsehen müssen. Mast: «Es zeichnen sich Lösungen ab – aber konkret ist noch nichts.»
Also scheint klar, dass YB zwar in Bern spielen, aber weiterhin ausserhalb der Stadt trainieren und das Trainingszentrum auf der hinteren Allmend nie gebaut werden wird, obschon der Berner Stadtrat über das entsprechende Geschäft noch gar nie befunden hat. Die im letzten Winter eingereichte dringliche Motion von Beat Schori (er fordert, die Stadt solle YB drei bis vier abgesperrte Trainingsfelder zur Verfügung stellen) ist vom Gemeinderat noch nicht beantwortet worden. Gemäss Stadtrats-Traktandenliste ist am 2. September immerhin mit einer gemeinderätlichen Beantwortung zu rechnen.
Aufgrund der bisherigen Verhandlungen mit der Stadt erwarten die Young Boys dannzumal eine negative Antwort beziehungsweise keine Lösung, die den eigenen Ansprüchen gerecht wird. Mast: «Wenn es für uns valable Pläne gäbe, hätten wir ja seit Monaten davon wissen müssen, um die Organisation vorantreiben zu können. Doch es liegen wie gesagt keine Ergebnisse vor.» (cb)

Quelle, Der Bund, 21.8.2004


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 Beitrag Verfasst: Samstag 21. August 2004, 20:24 
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Yess, die heimer möge! :D


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 22. August 2004, 10:40 
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nzz.ch, 22.8.2004

3:1 - Young Boys kontern Aarau eiskalt aus

Christian Bürge, Aarau

Einen «Tanz auf der Rasierklinge» hatte Andy Egli, der Trainer des FC Aarau, in der «Aargauer Zeitung» angesichts der heiklen Aufgabe gegen YB angekündigt. Ab Mitte der zweiten Halbzeit liefen seine Spieler, um beim Bild mit den scharfen Gegenständen zu bleiben, eher ins offene Messer, als erfolgreich einen Balanceakt zu vollführen. Chapuisat hatte nach einem Pass Urdanetas die aufgerückte Aarauer Defensive umlaufen und routiniert zum 3:1 für YB eingeschossen (70.). Die sich aufopfernd kämpfenden Aargauer mussten in ihrem ungestümen Vorwärtsdrang froh sein, dass Sadik und Magnin ihre erstklassigen Konterchancen nicht zu einem Skore in Höhe eines Kantersieges nützten.

Dabei hatte das Heimteam den Schwung der letzten Erfolge in die Startphase mitgenommen und sich Chancen im Minutentakt geschaffen. Das 1:0 gelang trotz allem den Bernern, nachdem Rochat auf eine Freistossflanke von Chapuisat im Nachschuss getroffen hatte (13.).

Der YB-Verteidiger stand kurz darauf erneut im Mittelpunkt, als er Carlos Varelas Schnelligkeit nur einen Rempler im Strafraum entgegensetzen konnte. Gaetano Giallanza verwertete den Penalty zum Ausgleich. Seinem Sturmpartner Bieli fehlte in der 25. Minute nur wenig, und er hätte den Heimklub in Führung gebracht. Seinen fulminanten Schuss sah er jedoch von der Latte zurückprallen.

Vor allem in der ersten halben Stunde gefielen Kadenz und Engagement der beiden Teams, danach nahmen sie die Pace deutlich aus dem Spiel. Aarau war zwar auch in der Folge bemüht, sich offensiv zu präsentieren, machte dabei aber zu viele Fehler. Vor allem den Mittelfeldspielern Menezes und Bättig fehlte die Präzision, und damit luden sie den Gast förmlich ein, sich überfallartig Richtung Aarau-Keeper Colomba zu bewegen. Entsprechend fiel die zweite Berner Führung nach einem sehenswerten Konter über vier Stationen: Magnin, Chapuisat, Melunovic und als Torschütze Urdaneta düpierten die zu optimistische und zu weit vorne postierte Aarauer Defensive.

Bemüht und tapfer, aber nach den zwei Siegen wohl zu euphorisch, mussten die Aarauer Lehrgeld bezahlen. YB, das im lauffreudigen Melunovic und im routinierten und umsichtigen Chapuisat seine besten Spieler hatte, bewies deutliche Aufwärtstendenz.

Der Anhang des FC Aarau bleibt trotz allem weiterhin optimistisch. Für künftige Fan-Choreografien sind bereits vorsorglich Spenden gesammelt worden.

Eglis Heimdebüt misslungen

(si) 1:3 gegen die Young Boys: Das Heimdebüt von Andy Egli als neuer Trainer des FC Aarau ist misslungen.

Zwar vermochte Gaetano Giallanza mittels Foulpenalty die erste YB-Führung durch Alain Rochat noch auszugleichen, aber als die Berner in der zweiten Halbzeit zusetzten und sicherer kombinierten, fielen die Treffer zwei und drei zum ersten Auswärtserfolg der Young Boys. Als Torschützen liessen sich der Venezulaner Gabriel Urdaneta und Altmeister Stéphane Chapuisat feiern. Aarau begann zwar zielstrebig, beklagte aber mit Fortdauer der Partie immer mehr unnötige Ballverluste.

Aarau - Young Boys 1:3 (1:1)

Brügglifeld. -- 5400 Zuschauer. -- SR Etter. -- Tore: 13. Rochat 0:1. 17. Giallanza (Foulpenalty) 1:1. 50. Urdaneta 1:2. 70. Chapuisat 1:3.

Aarau: Colomba: Vanetta, Wardanjan (75. Dugic), Christ (64. Tcheutchoua), Arnaud Bühler; Varela, Menezes, Bättig, Bekiri (86. Hasler); Bieli, Giallanza.

Young Boys: Bettoni; Eugster, Carreño, Disler, Rochat; Magnin, Friedli, Urdaneta (71. Coubagéat), Melunovic; Häberli (84. De Napoli), Chapuisat.

Bemerkungen: Aarau ohne Simo, Opango und Schmid (alle verletzt). YB ohne Berisha, Neri und Geiser (alle verletzt) sowie Sermeter (rekonvaleszent). 23. Lattenschuss von Bieli. Verwarnungen: 14. Bieli, 17. Rochat, 19. Christ, 26. Melunovic, 64. Urdaneta (alle Foul), 76. Giallanza (Unsportlichkeit), 79. Bettoni (Spielverzögerung).

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 22. August 2004, 23:04 
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Am Mittwoch ist GC an der Reihe! :twisted:


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 Beitrag Verfasst: Montag 23. August 2004, 10:59 
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BZ, 23.8.2004

«… dann sind wir vorne wieder voll dabei»
Guter Start in die «englische Woche» für YB. Nach einer starken Leistung siegten die Berner in Aarau verdient mit 3:1.

Sieben Punkte hatte Hans-Peter Zaugg aus den drei Spielen in dieser Woche in Aarau und gegen GC sowie Servette gefordert. Also stand der YB-Trainer am Samstagabend in den engen Katakomben des Aarauer Brügglifeldstadions und musste lachen, als er gefragt wurde, ob er seine Zielsetzung nun auf neun Zähler erhöhe. «Das wäre das Optimum», sagte Zaugg, «aber wir sollten nach einem Sieg nicht gleich in Euphorie verfallen.»

«So, wie ich es mir vorstelle»
Immer schön auf dem Boden bleiben. Das Motto von Zaugg dürfte sich insofern als richtig erweisen, als dass die Berner beim sicheren 3:1-Erfolg in Aarau erstmals in dieser Saison überzeugten, aber dennoch einige heikle Momente zu überstehen hatten. «In Aarau haben wir annähernd so druckvoll wie in der letzten Saison gespielt», analysierte Zaugg, und er fügte an: «Und beinahe so, wie ich es mir vorstelle.»

Ballsicher, spielfreudig und offensiv orientiert spielte YB einen erfrischenden Fussball. Die besseren Chancen zu Beginn hatten aber bei der Heimpremiere des neuen Trainers Andy Egli die Gastgeber. «In der ersten Halbzeit war die Diskrepanz zwischen Aufwand und Ertrag zu gross», sagte Egli, «wir haben es verpasst, in Führung zu gehen.»
Das 1:0 erzielte Alain Rochat, als er nach einem Freistoss aus dem Gewühl ins leere Tor traf (13. Minute). Bloss vier Minuten später konnte der YB-Linksverteidiger den schnellen und giftigen Carlos Varela aber nur mit einem ungeschickten Schubser stoppen. Der ehemalige YB-Stürmer Gaetano Giallanza verwandelte den Penalty souverän.
Weil auch Aarau forsch nach vorne spielte, entwickelte sich eine attraktive Begegnung. «Bitter für uns war, dass wir das 1:2 durch einen Konter erhielten», sagte Egli, «dabei habe ich noch gesagt, dass wir gegen YB nicht ins offene Messer laufen dürfen.» Egli sprach die entscheidende Szene in der 50. Minute an. Chapuisat, bester Spieler auf dem Feld, lancierte Joël Magnin, der den Ball mit einem Lob zu Thomas Häberli weiterleitete. Die Hereingabe des Stürmers musste Spielmacher Gabriel Urdaneta nur noch einschieben. Zwanzig Minuten später schickte der Venezolaner Urdaneta mit einem feinen Pässchen Chapuisat auf die lange Reise von der Mittellinie bis zum Tor. Der schwache Armenier Harut Wardanjan verlor das Laufduell gegen Chapuisat deutlich, und das 1:3 war der verdiente YB-Lohn für eine hervorragende Vorstellung in der zweiten Halbzeit.

Die vielen Konterchancen
Einziger Kritikpunkt in dieser Phase war der zu lasche Umgang mit den vielen Torchancen. «Wir hätten 5:1 oder 6:1 siegen müssen», sagte Zaugg, «aber so bestand immer die Gefahr, dass Aarau noch das Anschlusstor gelingen konnte.» Insbesondere der Auftritt des eingewechselten Sadik Coubadja war ein Ärgernis, viel zu überheblich agierte der Togolese beim Abschluss.

Mit diesem wegweisenden Sieg hat sich die Ausgangslage für YB eindeutig verbessert. «Wenn wir gegen GC das Heimspiel gewinnen, sind wir vorne voll dabei», sagte Häberli, der den brillanten Chapuisat fleissig unterstützte. «Ich bin zwar Mittelfeldspieler», erklärte Häberli, «aber wenn es mich im Sturm braucht, dann spiele ich gerne dort.» Mit dieser Einstellung steht Häberli für das verbesserte Teamverhalten, welches auch durch Roman Friedli dokumentiert wird. Der Rackerer stellt im defensiven Mittelfeld die Balance zwischen der noch nicht restlos überzeugenden Defensive und der spielstarken Offensive her. «Wir sind kompakter als zuletzt», sagte Friedli. Er und seine Kollegen streben nun zwei Heimsiege gegen GC (Mittwoch) und Servette an. Damit ihr Trainer Zaugg am Sonntag wieder Grund zum Lachen erhält.



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Telegramm
Aarau – Young Boys 1:3 (1:1)
Brügglifeld. – 5400 Zuschauer. – SR Etter. – Tore: 13. Rochat (Vorarbeit Magnin) 0:1. 17. Giallanza (Foulpenalty) 1:1. 50. Urdaneta (Häberli) 1:2. 70. Chapuisat (Urdaneta) 1:3.
Aarau: Colomba: Vanetta, Wardanjan (75. Dugic), Christ (64. Tcheutchoua), Arnaud Bühler; Varela, Menezes, Bättig, Bekiri (86. Hasler); Bieli, Giallanza.
Young Boys: Bettoni (Note 4); Eugster (4,5), Carreño (4), Disler (4), Rochat (4); Magnin (5), Friedli (5), Urdaneta (5; 71. Coubadja/2,5), Melunovic (4,5); Häberli (4,5; 84. De Napoli), Chapuisat (5,5).
Bemerkungen: Aarau ohne Simo, Opango und Schmid (verletzt). YB ohne Berisha, Neri, Geiser (verletzt) und Sermeter (rekonvaleszent). – 23. Lattenschuss Bieli. – Verwarnungen: 14. Bieli, 17. Rochat, 19. Christ, 26. Melunovic, 64. Urdaneta (alle Foul), 76. Giallanza (Unsportlichkeit), 79. Bettoni (Spielverzögerung).


«Chapuisat on tour»

Diese Zeitung hat am letzten Freitag, nach der ungenügenden Schweizer Offensivleistung gegen Nordirland (0:0), ein temporäres Comeback von Stéphane Chapuisat in der helvetischen Auswahl gefordert. Damals sagte der Altmeister, «dass ich mir eine Rückkehr überlegen würde, falls mich Köbi Kuhn fragt».


Nun, der Nationaltrainer dürfte registriert haben, dass Chapuisat auch am Samstag überragend spielte. Er zelebrierte in Aarau die hohe Fussballkunst. Hier einen Hakentrick, dort eine Finte und immer wieder einen Tunnel gegen überforderte Aarauer.
Und weil es seine (tatsächlich?) letzte Saison ist, befindet sich der 35-Jährige auch auf einer Art Abschiedstournee durch die Schweizer Stadien. Im Brügglifeld wurde Chapuisat bei seinem Abgang von den heimischen Anhängern umjubelt. Seine Autogramme waren begehrt.fdr

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 Beitrag Verfasst: Montag 23. August 2004, 11:01 
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Bund, 23.8.2004

Bereit für kommende Aufgaben

Starker Auftritt der Young Boys beim 3:1 (1:1)-Auswärtssieg gegen den FC Aarau

Tendenz steigend: Dem guten Auftritt gegen den FC Basel vor Wochenfrist (1:1) liessen die Young Boys eine überzeugende Leistung in Aarau folgen. Ein bisschen geärgert hat sich Trainer Hans-Peter Zaugg am Samstag aber dennoch.


christoph bussard

Aus Sicht des FC Aarau ist das Heimdebüt von Andy Egli als neuer Aarauer Trainer missglückt. Die Young Boys gewannen auf dem Brügglifeld verdient 3:1, kamen damit zu ihrem ersten Auswärtssieg in der Saison und stiessen in der Super-League-Tabelle auf Platz 4 vor.


In der Startphase allerdings schien es, als könne Aarau den Schwung aus den letzten beiden Partien (3:1 gegen Zürich, 4:0 gegen Servette) ausnutzen und auch gegen YB punkten. Der wirblige Bieli, Giallanza, Varela und Menezes setzten zu einem Startfuriosum an und kamen in den ersten paar Minuten zu hochkarätigen Chancen. Obwohl auch YB offensiv in Erscheinung trat, kam die Führung der Berner in der 13. Minute überraschend. Nach einem Freistoss des glänzenden Chapuisat (siehe Box) reagierte Rochat im Gewühl vor dem Aarauer Tor am schnellsten und schoss das 1:0.
Der Ausgleich vier Minuten später war deshalb nicht unverdient – das Zustandekommen aus Berner Sicht aber ärgerlich: Rochat wurde von Varela auf der rechten Seite locker überlaufen, was den YB-Verteidiger offenbar derart frustrierte, dass er seinen Gegenspieler im Strafraum in den Rücken stiess. Den fälligen Penalty verwandelte Giallanza sicher.


YB sicher, Aarau überfordert

Im Verlauf der ersten Halbzeit begann sich aber abzuzeichnen, was sich in der zweiten Hälfte deutlich manifestierte: YB war an diesem Abend die in jeder Hinsicht bessere Mannschaft. Die Berner wurden zunehmend kombinationssicherer, sie waren beweglich und abgeklärt – teilweise bekamen die 5400 Zuschauer sehenswerte Ballstafetten zu sehen. Nach einer schönen Kombination über Chapuisat und Magnin schoss Urdaneta zum 2:1 ein, und als Chapuisat in der 70. Minute nach einem mustergültigen Pass Urdanetas’ das 3:1 erzielte, war die Partie gelaufen. Die Aarauer waren in der zweiten Halbzeit schlicht überfordert, was bei den hart gesottenen FCA-Fans für Unmut sorgte: Sie warfen alles aufs Feld, was ihnen in die Finger kam, der Müll auf dem Rasen reichte für mehrere 110-Liter-Säcke aus.
Nach der Partie sprach Trainer Hans-Peter Zaugg von einer «Bestätigung des Aufwärtstrends», der sich gegen Basel bereits angedeutet habe. Mit der Leistung seines Teams war er zufrieden – zumindest fast: In der Schlussphase, als seine Spieler zahlreiche Torchancen nicht genutzt hätten, habe er sich geärgert. «Das war leichtsinnig. Wenn wir das 3:2 erhalten hätten, wäre wieder alles möglich gewesen.» Den kommenden Aufgaben – es folgen zwei Heimspiele gegen GC (Mittwoch) und Servette (Sonntag) – blickt Zaugg zuversichtlicher entgegen als auch schon. «Wir sind noch nicht ganz dort, wo wir hinwollen, aber wir sind auf dem richtigen Weg.»



Aarau - Young Boys 1:3 (1:1)
Brügglifeld. – 5400 Zuschauer. – SR Etter. – Tore: 13. Rochat 0:1. 17. Giallanza (Foulpenalty) 1:1. 50. Urdaneta 1:2. 70. Chapuisat 1:3. – Bemerkungen: Aarau ohne Simo, Opango und Schmid (alle verletzt). YB ohne Berisha, Neri und Geiser (alle verletzt) und Sermeter (in der U 21). 23. Lattenschuss von Bieli. –Verwarnungen: 14. Bieli, 17. Rochat, 19. Christ, 26. Melunovic, 64. Urdaneta (alle Foul), 76. Giallanza (Unsportlichkeit), 79. Bettoni (Spielverzögerung).
Aarau: Colomba: Vanetta, Wardanjan (75. Dugic), Christ (64. Tcheutchoua), Arnaud Bühler; Varela, Menezes, Bättig, Bekiri (86. Hasler); Bieli, Giallanza.
Young Boys: Bettoni; Eugster, Carreño, Disler, Rochat; Magnin, Friedli, Urdaneta (71. Coubagéat), Melunovic; Häberli (84. De Napoli), Chapuisat.

Grosser Respekt vor Chapuisat

Trotz der ungebrochenen Liebe zu «ihrer» Mannschaft: Das Hauptthema einer Gruppe älterer Aarau-Anhänger auf der Brügglifeld-Tribüne war Stéphane Chapuisat. «Unglaublich, wie gut dieser Mann immer noch Fussball spielt», sagte einer. Und ein anderer: «So einen könnten wir bei uns in Aarau auch gut gebrauchen.»


In der Tat war der 35-jährige YB-Stürmer am Samstag der Beste auf dem Platz: Bei fast jeder gelungenen Offensivaktion war sein Fuss im Spiel, so auch bei den drei YB-Treffern: Das 0:1 entstand nach einem seiner Freistösse, beim 1:2 leitete Joël Magnin eine Flanke des Goalgetters weiter zu Torschütze Urdaneta, das 1:3 erzielte er nach einem Steilpass Urdanetas selbst.
Mal für Mal glänzte Chapuisat mit Pässen der Marke «sidefiin», die bei den älteren Männern auf der Tribüne – Aarau-Fans, wir erinnern uns – stets Worte der Bewunderung, des Respekts und des Neids auslösten. Nicht selten gelang es Chapuisat, sich mit technischen Feinheiten und Körpertäuschungen Raum zu verschaffen, obwohl solcher angesichts der Anzahl Gegenspieler gar nicht vorhanden schien. Und da war auch seine Kaltblütigkeit, dank der er bereits wieder an der Spitze des Torschützenklassements steht. Nach der Partie wollte der Mann des Abends – wie gewohnt – nicht viel zu seiner Leistung sagen. «Nicht schlecht» sei es ihm gelaufen, meinte er und begann sofort von der Mannschaft zu sprechen. «Nach dem mässigen Saisonstart mussten wir unbedingt eine Reaktion zeigen.» Gegen Aarau sei das Resultat nach 45 Minuten nur wegen des «blöden Gegentors» ausgeglichen gewesen. «Wichtig war, dass wir in der zweiten Halbzeit in Führung gehen konnten», erklärte Chapuisat. Typisch auch die Antwort auf die Frage nach einer Rückkehr ins Nationalteam für den WM-Qualifikationsstart gegen die Färöer Inseln (4. September): «Ich werde sowieso im Stadion sein, da ich verabschiedet werde.» (cbn)
PS: Die älteren Herren auf der Tribüne waren am Schluss der festen Überzeugung, Aarau habe nicht gegen YB verloren, sondern gegen Chapuisat.

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