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BZ, 9.7.2004
«Habe die Hoffnung nicht aufgegeben»
YB-Trainer Hans-Peter Zaugg nimmt im Interview kein Blatt vor den Mund: Er vermisst die volle Unterstützung, fordert zwei Stürmer und hofft, dass YB in dieser Saison einen weiteren Schritt nach vorne macht.
Hans-Peter Zaugg, wie enttäuscht sind Sie, dass Leandro YB verlassen hat?
Ich bin sehr enttäuscht. Nicht nur ich, die ganze Mannschaft war es. Leandro hat eine super Rückrunde gespielt, ist viel gelaufen und hat viel für die Mannschaft gearbeitet. Jetzt ist es enorm wichtig, ihn zu ersetzen. YB braucht unbedingt zwei neue Stürmer. Alles andere wäre ein Rückschritt, nach der hervorragenden letzten Saison.
Und Sie glauben wirklich daran, dass Ihr Wunsch erfüllt wird?
Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Wir haben die Chance, einen grossen Schritt vorwärts zu machen - dessen sollten sich bei YB alle bewusst sein. Es wäre tragisch, wenn wir im Verlauf der Saison feststellen müssten, zu wenig in die Mannschaft investiert zu haben. Wir dürfen diesen Schritt nicht verpassen.
Was ist, wenn YB diesen Schritt doch verpasst? Ist es möglich, vor dem Einzug ins neue Stadion das angestrebte Spitzenteam aus dem Hut zu zaubern?
Nein, das ist unmöglich. Eine Mannschaft braucht Zeit, muss langsam zusammenwachsen. Mit dem Erreichen der Champions-League-Qualifikation haben wir den ersten Schritt gemacht. Darauf müssen wir aufbauen. Wir können nicht bis zum neuen Stadion warten und dann mehrere Schritte auf einmal nehmen.
Ziehen bei YB alle Verantwortlichen am gleichen Strick?
Ich spüre nicht auf allen Ebenen die nötige Unterstützung, um auf dem bisher Erreichten etwas Grosses aufzubauen. Mich dünkt, dass unsere gute Arbeit nicht von allen Leuten genügend geschätzt wird.
Wessen Unterstützung vermissen Sie?
Mir fehlt ganz klar die finanzielle Unterstützung.
Sportchef ist zufrieden
Das YB-Budget für die Saison 2004/2005 beträgt 9,3 Millionen Franken. «Das sind 900 000 Franken mehr als in der letzten Saison», sagte YB-Präsident und Finanzchef Peter Mast an der gestrigen Medienkonferenz. Davon fliesst eine Million in den Nachwuchs - für die erste Mannschaft stehen somit 8,3 Millionen Franken zur Verfügung. Sportchef Reto Gertschen sagte vor den Medien: «Ich bin zufrieden, dass die erste Mannschaft bis auf den Brasilianer Leandro zusammengeblieben ist. Das war nach der erfolgreichen Saison mit dem zweiten Schlussrang nicht so einfach.» Er betonte auch die gute Nachwuchsarbeit: «Wir haben bereits einige junge Spieler an die erste Mannschaft herangeführt, und das Potenzial ist diesbezüglich noch gross.» Weniger zufrieden tönte Trainer Hans-Peter Zaugg: «Der Abgang von Leandro ist ein Rückschritt», maulte er, «es harzt momentan bei YB. Wir brauchen noch zwei Stürmer - einen ganz guten und einen guten.»
Aber haben die Young Boys überhaupt genügend Geld, um Zauggs Wünschen zu entsprechen? «Nein!», sagt Finanzchef Peter Mast, «im Moment haben wir zu wenig Geld für zwei Fussballer vom Format, wie es der Trainer wünscht.»
_________________ For Ever
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