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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. September 2020, 14:58 
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99# FOREVER !


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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 24. September 2020, 22:46 
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Guillaume Hoarau vor seinem mehr als speziellen Debütspiel für Sion

«Das ist Hollywood - und es ist meine Affiche»

Gleich in seinem ersten Spiel für Sion trifft YB-Legende Guillaume Hoarau am Samstag auf den Meister. «Der Vorhang geht auf», sagt AirFrance. Und er sei aufgeregt wie ein kleines Kind.

icht schwer zu erraten, von wem diese Worte stammen vor einem ersten elektrisierenden Spiel in dieser kurzen Saison. Der FC Sion mit seinem Zuzug Guillaume Hoarau gegen YB, den Klub, den der Franzose derart verändert hat, dass er dort zur Legende geworden ist. Am Mittag ist der neue Walliser Star zusammen mit den anderen sechs Neuen des FC Sion vorgestellt worden. Da sitzt ein Weltmeister als Trainer dort und Christian Constantin daneben. Doch die grosse Show gehört weder dem einen, noch dem anderen. Sondern Hoarau.

Und die grosse Frage, die im Raum steht? Spielt er am Samstag in seinem ersten Spiel gar von Beginn weg? Als er im Cupfinal für YB nach 82 Minuten kommt, trifft er zuerst den Pfosten und bejubelt dann Spielmanns Siegtreffer. In diesen paar Minuten zeigt der Mann von La Réunion: Ich bin fit! Und Samstag? «Wir wollen nichts übereilen. Ich werde dass mit dem Coach noch besprechen.» Aber Minimum eine Jokerrolle? AirFrance, der auch in Sion mit der 99 spielen wird? «Das sicher. Der Joker - das ist ohnehin meine Lebensrolle.» Und grinst...

Wer auf einen Einsatz von Beginn weg wettet, wird indes kaum viel Gel verdienen. «Wir haben noch zwei Tage, um dass zu entscheiden. Wir sind nur schon mal glücklich, dass er bei uns ist, weil er ein Spieler von grosser Qualität ist», sagt Grosso. Also mindestens in Kader? «Das sage ich ihnen doch nicht, bevor es der Spieler weiss», empört sich Grosso zuerst. Um dann doch anzufügen: «Aber er ist dabei, wenn er physisch gut ist.» Und das ist er. Das wissen wir. Zumal er nur eine einzige Woche Pause gehabt hat zwischen den beiden Spielzeiten.

Wer den Langen so sieht im Hotel La Porte d’Octodure, der schummrigen und in die Jahre gekommenen Absteige von Christian Constantin, der merkt sofort: Auch hier fühlt sich der Torschützenkönig der vorletzten Saison gleich pudelwohl. Auch wenn er nach der Frage, ob er schon im Hotel übernachtet habe, antwortet: «Das ist privat.» Er ziehe da den Joker. Um gleich wieder zu scherzen: «Du musst doch nicht mich fotografieren. Und dann noch mit dieser Maske. Nimm doch lieber diese herrliche Bergwelt hier auf. Die ist einmalig.» Wie wenn rund um Thun, seinem letzten Wohnort, alles flach gewesen wäre...

«Und lass mir den Coach in Ruhe», sagt er, ungefragt. Um gleich mal den Diskussionen um Trainerfresser CC und seinen Promi-Coach die Schärfe zu nehmen. «Das ist ein positiver, guter Mensch. Er hat mich von Beginn weg durchwegs überzeugt. Also: nicht dreinschiessen. Gebt ihm Zeit.» Ein honorer Aufruf. Doch der bessere Adressat wäre wohl CC gewesen... Aber keine Bange: Hoarau wird auch den in die Pflicht nehmen. Sonst wäre er nicht Hoarau.

Apropos CC. Wie stuft dieser das Risiko ein, einem 36-jährigen Spieler, der zuletzt verletzungsanfällig gewesen war, einen Vertrag anzubieten? «Ich habe mit älteren Stürmer die weit besseren Erfahrungen gemacht als mit routinierten Verteidigern oder Mittelfeldspielen. Gekas und Mpenza haben beide in einem fortgeschrittenen Alter voll eingeschlagen. Für den Spieler selber ist das ohnehin kein Thema. «Ich bin 20 mit 16 Jahren Erfahrung obendrauf...», sagt er schelmisch, und ernsthafter: «Ich bin ja erst mit 20 Profi geworden. Also bin ich nicht ausgebrannt. Mein persönliches Ziel hier ist es, dass die Leute aufhören, mir ewig zu sagen, wie alt ich sei.»

Da kommt das Beispiel Zlatan Ibrahimovic wie gerufen. Der hat zum Saisonstart der Serie A mit einem Doppelpack Bologna abgeschossen. Der 38-jährige, auf sein Alter angesprochen: «Ich bin wie Benjamin Button. Ich wurde alt geboren und sterbe jung.» Das sei ein schöner Vergleich, sagt Hoarau, der bei PSG eine Saison gemeinsam mit Ibra gespielt hat. «Und das Beispiel zeigt, dass Erfahrung nach wie vor etwas bedeutet.»

Auf jeden Fall sei er eines vor dem YB-Spiel, sagt Hoarau: Aufgeregt! Wie um zu dokumentieren, dass er nervös sein müsse, wie ein Rookie vor seinem ersten Profi-Match. Aber klar: Hoarau ist ja auch erst 20...


https://www.blick.ch/sport/fussball/gui ... 11000.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 26. September 2020, 14:07 
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Guillaume Hoarau ist mehr als nur der beliebteste Fussballer der Schweiz – höchste Zeit für eine Hommage

Ganz Bern mag den Franzosen, auch wenn er nun am Samstag mit Sitten gegen die Young Boys spielt – wie ist das möglich?

In der Altstadt von Sitten ist es schon tiefe Nacht, als sich Guillaume Hoarau in einer Bar an einen langen Holztisch setzt und zu singen beginnt. Ein paar Tage zuvor war er von Thun durch den Lötschberg-Basistunnel geschlüpft und aus dem dunklen Loch wie eine Erscheinung im Wallis aufgetaucht, ein grosser Mann mit weissen Kleidern. Er spielt jetzt hier unter dem Schloss Tourbillon Fussball und macht nebenbei Musik. Vielleicht ist es auch umgekehrt, das weiss man bei ihm nicht so genau. Hoarau ist einer wie der frühere Tennisprofi Yannick Noah, Sportler und Sänger zugleich. Oder wie John McEnroe, der gut Gitarre spielte. An diesem Freitag erschien Hoaraus neues Lied, «Paname», eine Hommage an die Stadt Paris.

Aber noch soll bei ihm der Fussball weiterhin zuoberst stehen. Hoarau ist 36-jährig und steht neu beim FC Sion unter Vertrag. Nüchterner kann ein Satz nicht sein, aber in Bern schmerzt jedes einzelne Wort. Am Samstag spielt Hoarau gegen die Young Boys. Das ist für die Berner etwa so, wie wenn ihr grüner Stadtpräsident Alec von Graffenried auf einmal für die SVP kandidieren würde. Aber Hoarau hat es viel schöner und gleichzeitig ganz untheatralisch gesagt: «Il y a que les montagnes qui ne se croisent pas.» Was so viel bedeutet wie: Das Leben geht weiter, man begegnet sich immer wieder.

Einer von hier

Als Hoarau 2014 von Bordeaux nach Bern kam, gab ein YB-Blog Nachhilfe in der Aussprache seines Namens. 2016 war er in einer Wahl bereits der beliebteste Spieler der Schweiz. Sechs Jahre lang hat Hoarau für die Young Boys in Bern gespielt und in Thun in einer fünfhundertjährigen Villa mit Panoramablick gewohnt. In diesem Sommer wollte ihn YB nicht mehr, es war ein Vernunftsentscheid, obwohl man so gern unvernünftig gewesen wäre. Das Alter und seine letzten Verletzungen sprachen gegen Hoarau.

In Bern war Hoarau «Saint Gui» geworden, ein fast heiliggesprochener Fussballer, der sich zunächst nur sechs Monate in der Stadt niederlassen wollte, dann aber so lange blieb, bis er einer von hier geworden war. Hoarau spricht keine Mundart und nur wenig Hochdeutsch. Musikalisch prägten ihn Serge Gainsbourg und Bob Marley. Aber in Bern wollte er wissen, wer Mani Matter war, er begann ihn und seine Chansons zu mögen, und die Berner liebten Hoarau dafür, dass er sich für ihre Kulturszene und ihr Leben interessierte. Hoarau brachte das Frankofone mit, das in Bern immer auch anklingt. Und einmal sagte er, die Berner seien wie die Menschen in seiner Heimat La Réunion, der Vulkaninsel im Indischen Ozean: gemütlich und gelassen. Hoarau und Bern wussten nichts voneinander, nicht einmal, dass sie sich ähnlich sind. Er hat sich auf eine ihm unbekannte Stadt eingelassen und sie sich auf ihn.

Weltläufigkeit aus Paris

Hoarau machte die Berner mit seiner Art grösser, als sie es vor ihm waren, ohne ihn wären sie jüngst wohl nicht drei Mal Meister geworden; und auch die Berner mochten es, ihren «Gui» zu überhöhen. Eigentlich war er zu gut für sie, der damalige Sportchef Fredy Bickel traute sich zunächst gar nicht, ihn anzurufen, Stéphane Chapuisat musste das für Bickel tun, von Spieler zu Spieler. Hoarau brachte zwar die Weltläufigkeit aus Paris mit aus seiner Zeit bei PSG, als er mit Zlatan Ibrahimovic zusammengespielt hatte. Aber ein Weltstar war er nie, zu früh schaute er aufs Geld, als er nach China ging und dort nicht glücklich wurde. Fünf Länderspiele absolvierte Hoarau für das französische Nationalteam, zu wenige für eine Weltkarriere, aber genug, um im Alter den Young Boys etwas vom grossen Fussball beizubringen.

«Scharlachrot» und «Zündhölzli»

Es gab früher schon andere ausländische Fussballer in der Schweiz, die Klubs prägten, Mats Gren bei den Grasshoppers, Ivan Ergic in Basel, Hannu Tihinen beim FC Zürich. Aber Hoarau ist nicht nur Teil der Fussballkultur eines Vereins geworden, sondern auch Teil der Stadtkultur, mit allem, was sie ausmacht, mit der Aare, den Lauben, den Beizen, den Konzertsälen. Er hat selber Konzerte gegeben, im «Bierhübeli» oder in der «Mühle Hunziken», und er hat sie alle kennengelernt, die ganze Berner Musikszene, Büne Huber, Lo & Leduc, Steff la Cheffe. Hoaraus Beziehung zu Bern sah man an den ausverkauften Konzertabenden fast noch besser als im Stadion, auf den kleinen Bühnen kamen sie sich immer näher. Das Verhältnis zwischen den Bernern und ihm war immer mehr als nur ein Tauschhandel: Tore gegen Zuneigung. Hoarau hätte irgendwann auch gar nicht mehr treffen können, es wäre trotzdem nicht zum Bruch gekommen. Er hat geschafft, was nur ganz wenigen gelingt: sich ein Stück unabhängig zu machen vom Erwartungsdruck der Fans und nicht nur an Leistung gemessen zu werden.

Als Hoarau in diesem Sommer von YB weggehen musste, hat er zum Abschied noch einmal ein Lied für die Berner gesungen, «Scharlachrot» von Patent Ochsner, mit einem leicht veränderten Text: Nicht über scharlachrote Träume sang er, sondern über gelb-schwarze, die Farben von YB. Und umgekehrt haben sie ihm das Mani-Matter-Lied «Zündhölzli» gewidmet. In einem Blog schrieb jemand: «Nüchtern kann ich verstehen, dass der Klub Hoarau nicht behalten wollte. Aber ich will verdammt noch mal gerade nicht nüchtern sein.»

Und jetzt ist Hoarau also im Wallis, er kommt von seinen Berner Oberländer Alpen in die nächste Berglandschaft, aber hier ist es wilder und rauer. Und man fragt sich, wie oft sich die Verbundenheit zu einer Region herstellen lässt. Ein zweites Mal diese Nähe zu erzeugen, hat noch kaum je ein Fussballer irgendwo auf der Welt geschafft. Die Zeitung «Le Matin» schrieb: «Auch wenn der Fussball-Sänger für immer ein Held für die Supporter von YB bleibt, kann er ein Leuchtturm in der Nacht für jene vom Tourbillon werden.»

Hoarau ist wie immer, er hat sein rot-weisses Sittener Trikot mit der Nummer 99 verschenkt, und er umarmt den Präsidenten Christian Constantin so, wie er es früher immer mit dem YB-Sportchef Christoph Spycher getan hatte; ihn hat er einmal sogar vor laufender Kamera auf die Wange geküsst. Gegenüber dem «Blick» sagte Constantin über Hoarau: «Er bringt Ambiance in die Mannschaft. Ich habe jedenfalls lieber einen, der mit einem Musikinstrument kommt, als einen Griesgram.» Er fühle sich, als sei er schon lange hier im Wallis, meint Hoarau. Er kann das sagen, ohne dass dies anbiedernd klingen würde und ohne dass sie in Bern enttäuscht von ihm wären. Einige sind viel mehr besorgt.

Die Angst von Pedro Lenz

Sie haben Angst, dass er den Young Boys weh tun und gegen sie Tore erzielen könnte, der Berner Schriftsteller Pedro Lenz hat sich kürzlich so geäussert. Aber noch mehr fürchten sie, dass es Hoarau nicht gut gehen könnte im Wallis, wie so vielen vor ihm. Doch Hoarau wollte hierhin, Angebote aus Australien, der Türkei oder Brasilien lehnte er ab. Aber in Sitten hat es selten geklappt mit grösseren und kleineren Stars. Valon Behrami beispielsweise ging vorzeitig, ebenso Johan Djourou und Raphael Wicky. Sie alle waren Schweizer Nationalspieler und wurden in Sitten nicht glücklich. Und auch wenn sich der Präsident Constantin in der Vergangenheit ältere ausländische Fussballer aussuchte, funktionierte das oft nicht richtig: Der Grieche Theofanis Gekas, der Belgier Emile Mpenza oder der Ivoirer Seydou Doumbia trugen ihre berühmten Namen als frühere Nationalspieler ins Wallis, hinterliessen aber nichts Nachhaltiges, weder sportlich noch emotional. Mit Hoarau soll es diesmal anders werden, und vielleicht gelingt es ihm tatsächlich, die Erwartungen zu erfüllen, die grösser sind, als wenn er bei den Young Boys als Ergänzungsspieler hätte bleiben dürfen.

In Bern hat Hoarau alles gewonnen, was es Wichtiges zu gewinnen gibt, vor allem den ersten Meistertitel nach 32 Jahren. In Sitten gibt es eine ähnliche Sehnsucht nach Erfolg, der letzte Gewinn der Meisterschaft ist ebenfalls eine Ewigkeit her, 1997 gelang es dem FC Sion letztmals. Hoarau sagt, es werde seltsam sein, gegen YB in einem andersfarbigen Trikot zu spielen. Er sei enttäuscht gewesen vom Entscheid der Young Boys, ihn nicht behalten zu wollen, «aber so ist der Fussball, so ist das Leben». Vielleicht ist das das Geheimnis: leidenschaftlich zu leben, aber den Gefühlen nicht nachzutrauern, wenn sie einmal nicht erwidert werden.

«Wenn die Dinge gut laufen, habe ich dieser Stadt und diesem Klub viel zu bieten», sagt Hoarau über seinen neuen Verein Sitten. Bald wird ein Buch über ihn erscheinen. Die letzten Seiten sind noch weiss.


https://www.nzz.ch/sport/guillaume-hoar ... 8#register

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Sonntag 29. November 2020, 01:15 
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Beiträge: 3087
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DAS HOARAU BUCH

Guillaume Hoarau
Bern im Sturm erobert

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https://www.das-hoarau-buch.com

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