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 Betreff des Beitrags: Re: (?) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 3. September 2020, 18:27 
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Ex-Espe Silvan Hefti spricht nach Wechsel zu YB

Wie ist es, als Verräter beschimpft zu werden?

Silvan Hefti (22) trug 11 (!) Jahre das Dress des FCSG. Jetzt wechselt er ausgerechnet vom Tabellenzweiten zu Double-Gewinner und Liga-Krösus YB. Die Ostschweizer Fans toben.

BLICK: Silvan Hefti, konnten Sie sich als St. Galler Captain noch gebührend von Ihren Teamkollegen verabschieden? Dem Vernehmen nach spendierten Sie Pizza, nicht wahr?
Silvan Hefti: Ja. Es war mir sehr wichtig, mich beim FC St. Gallen nach elf Jahren persönlich von allen zu verabschieden.

Vegi-Pizza, oder auch solche mit Salami oder Rohschinken?
Es war eine recht vielseitige Auswahl, womit ich hoffe, dass ich die verschiedenen Geschmäcker von allen in der Kabine und auf der Geschäftsstelle getroffen habe. (lacht)

Sie spielten elf Jahre oder Ihr halbes Leben in Grün-Weiss: Wie emotional war der Abschied?
Es war sehr emotional; all die schönen Erinnerungen kamen wieder auf. Es hat mich gefreut, wie meine ehemaligen Teamkollegen reagierten.

Lernen Sie schon intensiv Berndeutsch?
Das ist nicht nötig. Als Fussballer ist man es sich gewohnt, dass nicht nur unterschiedliche Dialekte, sondern auch sehr viele Landessprachen gesprochen werden.

Das Transfer-Fenster ist Corona-bedingt noch bis Mitte Oktober geöffnet. Wollten Sie nicht länger warten, bis eine Anfrage aus dem Ausland kommt?
Nein. Ich bin überzeugt, dass der Schritt zu YB für meine weitere Entwicklung genau richtig ist. Die Art und Weise, wie ich vom Klub willkommen geheissen worden bin, hat meine Vorfreude noch einmal verstärkt. Ich freue mich, bald mit der Mannschaft loslegen zu können.

Glauben Sie, der Erfolg der FCSG-Ausgabe 2019/20 war nur eine Eintagesfliege? Liegt der 2. Platz oder gar der Titel für Ihren alten Klub in der neuen Saison nicht mehr drin?
Der FC St. Gallen befindet sich in einer sehr guten Ausgangslage und wird professionell geführt. Ich bin überzeugt, dass die Mannschaft auch künftig erfolgreich aufspielen kann.

Werden Sie jetzt mit ihrem jüngeren Bruder Nias, der beim Absteiger FC Thun spielt, eine WG gründen?
Nein. Aber ich freue mich natürlich, dass wir geografisch wieder näher zusammen sind und uns öfters als zuletzt sehen werden.

In den Sozialen Medien gabs wegen Ihres Wechsels sehr viele negative Reaktionen. Die St. Galler Fans können nicht nachvollziehen, weshalb Sie ausgerechnet zum grössten Konkurrenten wechseln. Waren Sie auf einen solchen Shit-Storm vorbereitet?
Ich musste damit rechnen, dass es auch negative Reaktionen geben wird. Und ich habe Verständnis, wenn jemand eine andere Sichtweise hat, schliesslich ist es das Recht jedes Fans, emotional zu reagieren. Aber ich erhielt auch sehr viele positive Reaktionen von Leuten, die verstehen können, dass ich nach elf Jahren beim FC St. Gallen die neue Herausforderung bei YB annehmen wollte.

Wie lebt es sich, von den eigenen Fans gar als «Verräter» beschimpft zu werden?
Natürlich würde ich mir wünschen, dass alles auf der sachlichen Ebene stattfindet. Aber Fussball ist ein Spiel der Emotionen, bei dem die Fans eine andere Rolle haben als die Spieler.

Glauben Sie, bei YB den Sprung in die Nati eher zu schaffen als beim FCSG? Die Konkurrenz ist erheblich: Auch Mbabu, Widmer, Lang, Lotomba, Brunner und Rüegg wollen in der Nati rechts hinten spielen ...
Die Konkurrenz auf dieser Position ist in der Tat sehr gross. Aber ich will nicht spekulieren. Ein Aufgebot für die Nationalmannschaft führt immer über konstant gute Leistungen im Klub. Ich will bei YB so gut spielen, dass ich für den Nationaltrainer zu einem Thema werde.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 74577.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (?) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Samstag 5. September 2020, 00:06 
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FCSG und Heftis Abgang

Ach, all diese Romantiker

Silvan Hefti, Captain des FC St.Gallen, hat sich entschieden, seinen Stammclub zu verlassen und nach Bern zu den Young Boys zu wechseln. Seit der Bekanntgabe seines Wechsels muss sich der 22-jährige Goldacher so einiges anhören.

Von «schwach» über «völlig daneben» bis hin zu «Verräter» – das sind mehrheitlich die Reaktionen, welche Silvan Hefti lesen muss. Die Ostschweizer Fussball-Volksseele kocht. Wie kann er nur? Wie kann er sich nur diesem Club anschliessen, welcher in der vergangenen Saison die (Meister-)Träume des FC St.Gallen am Ende doch noch platzen liess?

Es ist gibt sie doch tatsächlich immer noch, die Romantiker, die glauben, im Fussball würden Treue und die Verbundenheit zum Stammclub noch etwas zählen. Die glauben, ein Spieler bleibe aus Dankbarkeit ein paar Jahre. Schliesslich fasste er sich doch, nach jedem Tor, ganz herzhaft ans Clublogo auf dem Trikot. Ach, all diese Romantiker.

Silvan Hefti geht seinen Weg. Er sieht den Wechsel vom Meisterschaftszweiten zum Meister als seinen nächsten Schritt vorwärts. Das ist er – nicht nur tabellarisch gesehen – tatsächlich. Auch monetär ist es für Silvan Hefti ein Schritt vorwärts. Der FC St.Gallen kann in dieser Beziehung nicht mithalten. Er muss mit anderen Argumenten überzeugen. Und offensichtlich ist dies den Verantwortlichen im Fall von Silvan Hefti nicht überzeugend genug gelungen. Es erstaunt schon einigermassen, wenn ein Sportchef sagen muss, der Captain habe nicht gesehen, «in welche Richtung wir hier gehen wollen».

Bei den Young Boys hat Silvan Hefti die Richtung gesehen.


https://www.dieostschweiz.ch/artikel/ac ... er-OQ1BRXj

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 Betreff des Beitrags: Re: (?) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. September 2020, 22:26 
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Schwere Kost für die gepriesene Ostschweizer Familie – der Captain des FC St. Gallen wechselt zum härtesten Konkurrenten

Der Meisterschaftszweite der Super League verliert den Captain Silvan Hefti nicht ins Ausland, sondern an YB. Mit Erstaunen wird in St. Gallen zur Kenntnis genommen, dass sich der Spieler in Bern besseren Zugang zum Schweizer Nationalteam verspricht.

Das Märchen könnte weitergesponnen werden, junge Spieler des FC St. Gallen müssten geradezu beseelt sein von der Idee, den Weg vereint weiterzugehen. Lange genug hat die Super League auf einen kleineren Verein gewartet, in dem das eine ins andere übergeht, in dem der Trainer und das Team funktionieren. Wenig hätte gefehlt, und der FC St. Gallen hätte die Super League vollends aufgemischt. Doch Corona und ein paar Niederlagen im eigenen leeren Stadion stoppten ihn. Jung und erfolgreich ist er dennoch.

Wenn dem so ist, tritt jedoch ein eisernes Gesetz in Kraft, das schon jener St. Galler Mannschaft in die Quere kam, die 2000 Meister wurde. Das Gesetz ist nichts für Romantiker und besagt: Wird ein Team (fast) Meister, fällt es auseinander. Im dümmsten Fall wird es sogar leer gekauft. So weit ist St. Gallen nicht. Aber das, was nun vollzogen wird, ist ein Schlag, auch wenn der Transfer Silvan Heftis zu YB einen kleinen siebenstelligen Betrag einbringt – zur Linderung der gekränkten Ostschweizer Seele.

Risse im Gebilde

St. Gallen verliert mit Cedric Itten (Glasgow Rangers, über 3 Millionen Franken) und Ermedin Demirovic (SC Freiburg) zwei der vier treffsichersten Stürmer der Liga und 33 Meisterschaftstore. Jetzt ist mit Hefti auch der Captain weg, der schon lange wegwollte und dafür «alle Hebel in Bewegung» setzte, wie sich der Sportchef Alain Sutter ausdrückt. Wäre Hefti geblieben, wäre das womöglich dem Team-Spirit abträglich gewesen. Mit Erstaunen wird in St. Gallen zur Kenntnis genommen, dass sich der Spieler in Bern besseren Zugang zum Schweizer Nationalteam verspricht.

Dass der Goldacher das gemachte Nest mit 22 Jahren verlassen wollte, könnte auch mit der Vergangenheit zu tun haben. Die Familie Hefti gehörte zum Einflussbereich um einen Spielerberater, der sich im Klub am Ende der Ära Dölf Früh (bis 2017/18) verhängnisvoll ausgebreitet hatte und familiäre Banden spielen liess, gerade in Bezug auf junge Spieler. Das führte damals zu Rissen im Gebilde. Später blitzte der Bruder Nias Hefti in der 1. Mannschaft ab und wechselte nach Thun.

Die Torschützen sind nicht mehr da, dazu der Captain. «30 Prozent des Stamms der Feldspieler ist weg, dadurch geht’s drei Treppen zurück», sagt der St.-Gallen-Trainer Peter Zeidler an einem Medientreffen am Dienstag. Nicht der Transfer ist die Überraschung, sondern die Destination. Schweiz – und nicht Ausland. Aber YB verspricht mehr Lohn und legt mit den Karrieresprüngen Denis Zakarias, Djibril Sows und Jordan Lotombas prächtige Argumente vor. Nur: Die drei waren nicht Captain des Meisterschaftszweiten, sondern kamen von unten (Zakaria, Lotomba) oder aus der Versenkung (Sow) zu YB.

Die Beispiele Yapi und Steffen

Dass es für Hefti drängte, zeigt auch die Tatsache, dass der Kontrakt in St. Gallen 2021 ausgelaufen wäre. Dannzumal wäre er ohne Ablöse zu haben gewesen. Mit dem Lohn war er «an der oberen Grenze», wie die Verantwortlichen des FC St. Gallen verlauten lassen. Das hätte die Verlängerung, verbunden mit einer Gehaltserhöhung, diffizil gemacht. Erfolg verteuert die Mannschaft. Das ist auch in Corona-Zeiten ein Gesetz, das gerade der FC Basel und YB allzu gut kennen.

Auch Basel hat sich schon in Bern bedient. Der Transfer-Fall Gilles Yapi war 2010 das Puzzleteil, das die Berner Meisterträume zerstäuben liess. Anfang 2016 wechselte Renato Steffen von YB nach Basel. Wer mehr ökonomisches Volumen hat, bedient sich. Hefti kann mit YB gegen den dänischen Meister Midtjylland und im Erfolgsfall danach im Play-Off gegen den tschechischen Meister Slavia Prag um den Einzug in die Champions League spielen, mit St. Gallen hätte er gegen AEK Athen zunächst nur das Europa-League-Play-off in Aussicht gehabt. Das Bild der Fussballfamilie verflüchtigt sich in den Marktmechanismen schnell. Aus der Ferne grüssen die St. Galler Meister von 2000.


https://www.nzz.ch/sport/schwere-kost-f ... ld.1574502

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 Betreff des Beitrags: Re: (?) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 16. September 2020, 10:35 
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Heisses Duell zwischen den YB-Neulingen

Hefti droht erstmals seit 2017 die Ersatzbank

Silvan Hefti (22) war bei St. Gallen Leithammel und Captain. Bei YB lernt er eine neue Facette des Spitzensports kennen: Den gnadenlosen Konkurrenzkampf!

Vor einem Monat verpflichtet YB von Sion Quentin Maceiras (24). Stammspieler im Wallis. Rechter Aussenverteidiger. Am 1. September wechselt Silvan Hefti (22) von St. Gallen zu den Bernern. Captain des ersten Jägers des Meisters in der vergangenen Saison. Auch er mit der Kernkompetenz auf der Position des rechten Aussenverteidigers.

YB lässt die Muskeln gnadenlos spielen, reagiert damit auf den Abgang von Jordan Lotomba und die finanziell nicht zu stemmende definitive Übernahme von Saidy Janko. Mit zwei Spielern, für welche der Ausdruck «Ersatzbank» seit längerem ein Fremdwort war. Okay, bei Maceiras war das diese Saison dreimal der Fall. Zuletzt aber unter Stéphane Henchoz. Das ist der vierletzte (!) Trainer des FC Sion. Und bei Hefti? Der sass in der Meisterschaft zuletzt im August… 2017 auf der der Bank.

«Quentin war vor allem in der Rückrunde sehr gut und kann auf beiden Seiten spielen. Silvan hat als Captain Leadership übernommen und hat auch schon innen gespielt. Primär sind aber beide als Rechtsverteidiger vorgesehen. Dort wollen wir diese Konkurrenz mit zwei sehr guten Spielern haben», erläutert Sportchef Christoph Spycher seine Strategie.

Wer hat nun die Nase vorne? Hefti sagt: «Das zu beurteilen liegt nicht an mir. Logisch, dass es bei YB grosse Konkurrenz gibt, die hatte es auch schon in St. Gallen. Das spornt jeden Spieler an und macht den Klub besser.» Klar sei die Situation nun für ihn eine neue, sagt Hefti weiter. «Ich habe lange bei St. Gallen gespielt und alles gekannt. Nun habe ich das Ziel, mich so schnell wie möglich ins Team zu kämpfen.»

Dialekt? «Habe Sprüche erwartet»

Maceiras seinerseits ist der Laden nicht runtergegangen, als Hefti geholt wurde. «Diese Konkurrenz ist doch gesund und positiv! Wir wollen europäisch spielen. Dann ist da die Meisterschaft, der Cup. Über lange Zeit also wohl Spiele alle drei Tage. Da wird es alle brauchen. Und mich im Notfall auch links.» Der Walliser schwärmt von der neuen Welt, in die er eingetaucht ist: «Was mich enorm beeindruckt: Die Intensität in den Trainings! Die sind teils fast härter als die Spiele. Das kann einem nur gut tun! Abgesehen davon ist alles enorm gut strukturiert und hoch professionell. Man sieht, weshalb dieser Klub derartigen Erfolg hat.»

Und der Champions-League-Gegner vom Mittwoch, Midtjylland? Hefti weiss schon gut Bescheid: «Ich kannte ihn schon vorher. Es ist nicht einfach, in der dänischen Liga derart souverän Meister zu werden. Dieser Gegner ist physisch stark – und kann auch fussballspielen», sagt er in breitestem Sanggaller Dialekt. Kein Problem damit in Bern? Hefti schmunzelnd: «Ich habe auch Sprüche erwartet. Aber: Nein.» Anscheinend akzeptiere man den Dialekt hier anstandslos …


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 94218.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (?) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. September 2020, 09:59 
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19.09.2020

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Neo-Berner im Entweder-Oder

St. Galler Bratwurst oder Berner Rösti, Silvan Hefti?

YB-Neuzuzug Silvan Hefti stellt sich vor dem Start in die Super League 10 Entweder-oder-Fragen.

Er ist der Königstransfer der Young Boys: Silvan Hefti, zuletzt Captain beim FC St. Gallen. Vor rund 2 Wochen wurde der Wechsel bekanntgegeben, nun steht Heftis erstes Super-League-Spiel im YB-Dress vor der Tür.

Vor dem Saisonstart stellt er sich 10 Entweder-oder-Fragen – und muss sich dabei mehrfach zwischen Ostschweiz und Hauptstadt entscheiden. Seine Antworten erfahren Sie im Video oben.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... lvan-hefti

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 Betreff des Beitrags: Re: (36) Silvan Hefti
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. Oktober 2020, 11:15 
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Silvan Hefti bei YB

Allgemeine Geschäftsbedingungen gelten für ihn nicht

Der 22-Jährige hat sich bei den Young Boys sofort etabliert. Das passt zur Geschichte Heftis, die vom schnellen Aufstieg handelt.

Jedes Spiel beginnt Silvan Hefti mit einem Lächeln. In diesen Momenten vor dem Anpfiff, wenn sich die Mannschaften aufstellen, der Schiedsrichter letzte Details prüft, die Anspannung auf dem Höchstpunkt ansteigt, geht der Rechtsverteidiger in sich – und lächelt. Mit der Absicht, die kommende Aufgabe nicht als Belastung zu betrachten, sondern als etwas Schönes.

So erzählt das Hefti am Dienstag im Wankdorf. Es ist das erste längere Gespräch seit seinem Wechsel vom FC St. Gallen zu YB Anfang September, einem Transfer, der bei Anhängern der Ostschweizer Wut schürte und Hefti in den sozialen Medien niveaulose Rückmeldungen einbrachte. Und was sagt Hefti dazu? Er habe das relativ gelassen nehmen können, weil «rational» betrachtet negative Reaktionen einzelner Fans zu erwarten gewesen seien.

So geht das mit Hefti während einer halben Stunde. Er redet nicht wie einer, der mit 22 Jahren zu den Jüngsten im YB-Kader gehört. Vielmehr wie einer, der schon über 150 Partien in der Super League absolviert hat. Es ist auch diese Kombination aus Jugend und Routine, die ihn für die Young Boys so interessant machte.

Die wichtigsten Etappen seines erstaunlich schnellen Aufstiegs: mit 12 Wechsel vom FC Goldach zu St. Gallen, mit 17 Debüt in der ersten Mannschaft, Ernennung zum Captain mit 20. Hefti kam in sämtlichen Altersstufen der Schweizer Juniorennationalteams zum Einsatz, in St. Gallen war er fast auf Anhieb Fixkraft. Es sind Fakten, die das Bild des Frühreifen zeichnen. Zwar habe er als älterer Bruder von Nias (FC Thun) und Simea (NLA-Frauen St. Gallen) eine gewisse Vorbildrolle übernommen, gerade was das Fussballerische betreffe. Dennoch findet Hefti die Beschreibung nicht zutreffend. Er sei durchaus ein Lausbub gewesen. «Aber», sagt er, «ich habe immer genau gewusst, was ich will.»

Auf Einsteins Spuren

Diese Zielstrebigkeit zeigt sich auf dem Platz, wo Silvan Hefti in seinen ersten drei Einsätzen für YB auf der rechten Seite in der Offensive eine Direktheit und Konsequenz andeutete, die nach dem Abgang von Kevin Mbabu zu Wolfsburg im Sommer 2019 fehlte. Diese Entschlossenheit zeigt sich aber auch, wenn man Heftis Werdegang betrachtet.

Die Ausbildung zum Kaufmann bei einer Bank schloss er ab, als er beim FC St. Gallen längst Stammspieler war. Eigentlich hätte er diesen Sommer die Berufsmatura im Fernstudium beenden wollen, aufgrund der Corona-Pandemie fielen die Prüfungen aus. Er beabsichtigt, diese nächsten Sommer nachzuholen – Vertrag bei YB bis 2024 hin, schöner Lohn her. «Ich bin nicht der Typ, der sich auf dem Erreichten ausruht», sagt Hefti. Ihn bereichere der Weg zum Ziel.

Das klingt wie eine Plattitüde. Hefti kann sie mit Inhalt füllen. Als er nach der Banklehre nach Jahren der Dreifachbelastung mit Fussball, Schule und Arbeit erstmals seit langem nach dem Training frei hatte, verbrachte er die Nachmittage nicht vor der Spielkonsole. Hefti legt grossen Wert auf Regeneration, liest viel, schaut Dokumentationen. Er nennt das «sich weiterbilden, ohne einen Abschluss zu machen».

Der Blick über den Tellerrand hinaus verband ihn mit Lukas Görtler, seinem Mitspieler in St. Gallen. Die beiden wurden zu Freunden. Auf dem Feld beackerten sie die rechte Seite, daneben besuchten sie auch mal eine öffentliche Vorlesung an der HSG über Albert Einsteins Relativitätstheorie, betrachteten den Weltraum durchs Teleskop, das sich Görtler gekauft hatte, tauschten sich über Wirtschaftsthemen aus, etwa, wie man sein Geld anlegen könne. Als vor einem Jahr publik wurde, dass Hefti in Immobilien investiert und ein Mehrfamilienhaus in St. Gallen kaufte, sagte er dem «Blick»: «Man kann sein Geld auch dümmer ausgeben, nicht wahr?»

Europacup als Grund für Wechsel

Vincent Sierro, vorletzte Saison Heftis Teamkollege in St. Gallen und jetzt bei YB, sagt, man merke Hefti an, dass er aus einer starken Saison komme. «Er strotzt vor Selbstvertrauen.» Ihn beeindrucke die Mentalität des Verteidigers, sagt Sierro. «Er ist zwar ein ruhiger Typ, hat aber einen grossen Willen und tut alles für den Erfolg.»

Dementsprechend überrascht es nicht, ruhte sich Hefti nicht auf seiner Führungsposition beim FC St. Gallen aus, sondern strebte den nächsten Schritt an. Dass er dies mit einem Wechsel innerhalb der Super League tat, sorgte gerade in der Ostschweiz für Verwunderung. Ein langjähriger Beobachter des Clubs sagt, Hefti habe einen Karriereplan, und der Auslandtransfer sei darin vorgesehen. Aber er sei besonnen genug, sich nicht darauf zu versteifen. Aus dem Ausland habe es loses Interesse gegeben, sagt Hefti. Als sich die Young Boys bei ihm gemeldet hätten, sei für ihn der Fall klar gewesen. Er habe neue Reize setzen wollen, um sich weiterzuentwickeln.

Dazu gehört, sich erstmals seit 2015, als er ins Profiteam aufgestiegen war, in einem neuen Umfeld zu beweisen, um seinen Platz im Team kämpfen zu müssen. Wobei er bei YB schon im Vorteil gegenüber des ebenfalls neu verpflichteten Quentin Maceiras scheint. Seit seinem Wechsel hat Hefti in allen drei Partien durchgespielt.

Die Aussicht auf Spiele im Europacup stellten auch einen Grund für den Wechsel dar. 2018 bestritt er mit St. Gallen zwei Spiele in der Qualifikation zur Europa League, nun will er endlich Erfahrungen in einer Gruppenphase sammeln. Hefti spricht von einem grossen Spiel am Donnerstag (20.30 Uhr) gegen den KF Tirana und sagt, der Einzug in die Gruppenphase der Europa League wäre für ihn ein «Riesending».

Gelingt das, wird Silvan Hefti auch nach dem Spiel ein Lächeln auf den Lippen haben.


https://www.bernerzeitung.ch/allgemeine ... 1828352234

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