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 Beitrag Verfasst: Montag 2. September 2019, 20:32 
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FCL-Rotsünder Schwegler: «Ich hatte meine Emotionen nicht im Griff»

Gelb-rote Karte im Spiel FCL – YB wegen Provokation oder wegen Foul? Der bestrafte Christian Schwegler klärt auf.

FCL – YB – was für ein Match! Die rund 11000 Zuschauer erlebten am Sonntagnachmittag in der Swissporarena ein richtiges Fussballspektakel. Vier Tore, Penalty, Torchancen und Strafraumszenen hüben wie drüben, eine aufwühlende Nachspielzeit mit umstrittenen Szenen sowie einer gelb-roten Karte – alles war mit dabei.

Mittendrin und einer der Hauptprotagonisten: der 35-jährige Christian Schwegler. Es war der FCL-Verteidiger, der in der 92. Minute noch die gelb-rote Karte kassierte. Nicht wenige waren hinterher der Meinung, Schwegler habe die zweite gelbe Karte erhalten, weil er den Foulentscheid von Schiedsrichter Lionel Tschudi am FCL-Strafraum mit provokativem Applaus kommentierte. «Das stimmt nicht», sagt Schwegler am Montagmorgen, rund 16 Stunden nach dem Spiel. «Applaudiert habe ich ja erst, nachdem der Schiedsrichter die gelbe Karte gezeigt hatte.» Während Schweglers Applaudieren zog Tschudi dann noch die rote ­Karte, folgerichtig, weil ­Schwegler schon in der 18. Minute Gelb wegen Fouls gesehen hatte.

Das hat Schwegler «auf die Palme» gebracht

Der für das Spiel Luzern – Young Boys zuständige Schiedsrichterinspizient sagt ebenfalls: «Schiedsrichter Tschudi hat mir hinterher bestätigt, dass er die zweite gelbe Karte wegen Foulspiels und Verhinderns einer Torchance gezeigt hat.»

Dieser Entscheid brachte Schweglers Emotionen in Wallung. «Denn wenige Sekunden zuvor hätte der Schiedsrichter meiner Meinung nach am YB-Strafraum wegen eines Fouls einen Freistoss für uns diktieren müssen. Das hat mich ‹auf die Palme› gebracht. Es hat in dieser Szene nämlich ebenfalls einen Körperkontakt gegeben, und unser Spieler Tsiy Ndenge ist deshalb aus dem Gleichgewicht geraten.»

Die TV-Bilder der umstrittenen Szenen hat Schwegler sich unterdessen nicht mehr angesehen, will er auch nicht mehr tun. «Aber meine Reaktion nach der zweiten gelben Karte war übertrieben, war nicht vorbildlich», sagt Schwegler bedauernd. «Ich hatte meine Emotionen nicht im Griff.»

Wenn die Kinder da sind, ist er schnell wieder ruhig

Mit dem Schiedsrichter hat Schwegler nach der Partie nicht mehr gesprochen. «Das wäre nicht optimal gewesen, ich war noch zu emotional», erzählt er. Er selber geht nicht davon aus, dass er neben der automatischen Spielsperre für den Platzverweis zusätzlich für seine provokativen Gesten noch eine weitere Sperre aufgebrummt erhält.

Übrigens: Manch einer auf der Zuschauertribüne war hinterher der Meinung, dass Schwegler sich während des Duells mit YB bei Zweikämpfen das eine oder andere Mal etwas gar schnell und theatralisch fallen gelassen hat. «Ich weiss gar nicht, was Sie meinen, der Schiedsrichter hat bei diesen Szenen zu Recht immer gepfiffen», kontert Schwegler die Kritiker.

Er habe sich jedenfalls nach dem Schlusspfiff schnell wieder beruhigt. Sobald die Kinder Colin (5) und Malia (3) in der Nähe seien, gelte es wieder, vorbild­licher Vater zu sein. «Auf dem Rasen bin ich halt mit Leib und Seele für den FCL im Einsatz. Abseits vom Spielfeld bin ich ein ganz anderer.»

Es sei ein höchst intensiver, mit grossem Tempo gespielter Match gewesen, sagt Schwegler. Der Routinier lobt sein Team: «Wir haben eine klare Leistungssteigerung gezeigt, und das gegen den Ligakrösus. Wir hatten viele Torchancen, hätten höher als 1:0 führen können.» Schwegler weiter: «YB hat danach unsere Unachtsamkeiten souverän ausgenutzt. Doch das hat uns nicht aus dem Konzept gebracht, wir haben uns in der zweiten Halbzeit zurück ins Spiel gekämpft. Ich glaube, es war insgesamt ein sehr guter Auftritt von uns.»

Die letzte Behauptung von Schwegler kann man auf jeden Fall so stehen lassen beziehungsweise bestätigen, die Innerschweizer präsentierten sich gegen die Berner in einer guten Verfassung, Schwegler selber demonstrierte auf dem Rasen mit seinem beharrlichen Engagement «FCL pur».

YB-Match ist schon wieder weit weg

Nur: Der Match gegen YB ist vorbei, schon wieder weit weg. Nach der Pflichtaufgabe im Cup beim Erstliga-Spitzenteam Wohlen (Sonntag, 15. September, 16 Uhr) folgt als nächster Termin der Bestätigung, das Auswärtsspiel der Super League in Lugano (Sonntag, 22. September, 16 Uhr). «Richtig», sagt Schwegler, «es ist wie im richtigen Leben: Was gestern war, zählt nicht mehr gross, wir müssen uns neu bestätigen. In Lugano, ja schon im Cup müssen wir an die Leistung im YB-Spiel anknüpfen und uns vielleicht sogar noch steigern.»

Konstant gute und akzeptable Leistungen abzurufen, dies habe in den letzten Jahren beim FCL gefehlt, meint Schwegler. «Natürlich ist das in einer derart ausgeglichenen Liga, wo zwischen Rang 3 und Rang 10 alles so eng beieinander ist, eine Her­ausforderung. Ich sage: Wenn wir die Leistung von diesem Sonntag abrufen können, ist nach vorne vieles möglich. Wenn wir das nicht können, ist nach hinten vieles möglich, so realistisch müssen wir sein. Von alleine geht es in der Tabelle jedenfalls nicht vorwärts, nur durch Arbeit.»

Die Luzerner Lucas Alves (vorne) und Pascal Schürpf feiern das Tor zum 2:2 beim Super League Meisterschaftsspiel zwischen dem FC Luzern und dem BSC Young Boys. (Bild: KEYSTONE/Urs Flüeler)


https://www.luzernerzeitung.ch/sport/fc ... ld.1148407

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FCL-Torschütze Lucas Alves: «Gegen YB sind wir immer parat»

Positives Wochenende für den FCL: Ein 2:2 gegen Meister YB und die Vertragsauflösung mit Ex-Coach René Weiler.

Lucas Alves strahlte nach dem 2:2-Unentschieden gegen den Meister Young Boys. Der 27-jährige Brasilianer hatte nach einer Stunde zu diesem wertvollen Luzerner Punktgewinn eingeköpfelt. In seinem 50. Super-League-Spiel für den FC Luzern erzielte der Innenverteidiger sein drittes Tor.

Die Abwehr der Berner hatte den 1,93 Meter grossen Südamerikaner beim Corner von Francesco Margiotta schlichtweg vergessen. YB-Trainer Gerardo Seoane monierte später: «Unser Verhalten bei der Standardsituation zum 2:2 war fehlerhaft.» Lucas Alves nutzte den Freiraum zu seinem Premierentreffer in der Swisspor-Arena. «Ich freue mich sehr, dass ich zu Hause vor den eigenen Fans erstmals getroffen habe.»

Tor widmet Lucas Alves den Physios und dem Staff

Beim Torjubel dachte Lucas Alves aber auch an die Leute, die ihn vor zwei Jahren nach seiner schweren Oberschenkelmuskelverletzung wieder fit gemacht hatten. So lief der Brasilianer direkt auf den Luzerner Physiotherapeuten zu, umarmte Marco Dobler vor der Bank innig. «Ich widme diesen Treffer Marco, Eric Schönfeld und allen anderen im Medical Team sowie dem Staff. Sie haben mich immer ­tatkräftig unterstützt, auch als ich lange Monate verletzt war.»

Mit dem Punktgewinn zeigte sich Lucas Alves zufrieden: «Zu einem Sieg reichte es zwar nicht, aber nach zuletzt drei Niederlagen hintereinander geht das Remis in Ordnung. Beide Seiten machten ein gutes Spiel.» Für Lucas ist der kämpferisch überragende Match seines Teams keine Überraschung gewesen: «Gegen YB sind wir immer parat», meinte er lächelnd.

FCL kann dank Weilers neuem Job viel Geld sparen

Eine solche Reaktion gegen den Meister hatte auch FCL-Mehrheitsaktionär Bernhard Alpstaeg im Vorfeld erwartet. «Gegen YB haben wir auch schon unerwartet gesiegt», meinte er und hoffte auf die Trendwende. Obwohl es nicht ganz zum Sieg reichte, war die imponierende Teamleistung ein wichtiger Erfolg für die Moral. Für den Swisspor-Patron Alpstaeg und die Clubleitung mit Präsident Philipp Studhalter war bereits tags zuvor ein Freudentag: Der Vertrag mit Ex-Trainer René Weiler konnte aufgelöst werden, nachdem der bald 46-jährige Winterthurer mit Al Ahly Kairo einen neuen Arbeitgeber gefunden hatte. Weilers lukrativer Kontrakt mit Luzern wäre noch bis Ende Juni 2021 weitergelaufen. Dank dessen neuem Job spart der FCL Lohnkosten im höheren sechsstelligen Bereich. Man darf von gesparten Ausgaben zwischen 800000 und 950000 Franken ausgehen. Assistenzcoach Thomas Binggeli begleitet Weiler, verlässt Luzern per sofort.


https://www.luzernerzeitung.ch/sport/fc ... ld.1148408

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