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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 5. Juni 2019, 17:38 
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Schick wechselt von YB zu Rapid Wien

Schick von YB zu Rapid Wien

Der Abgang von Thorsten Schick bei den Young Boys stand schon länger fest. Nun ist auch klar, wohin der 29-Jährige wechselt. Der Mittelfeldspieler heuert bei Rapid Wien an, dem 7. der abgelaufenen Spielzeit in der österreichischen Bundesliga. Schick unterschreibt bei den Wienern einen Dreijahresvertrag. Zuvor hatte der Grazer 106 Spiele für YB absolviert und dabei 9 Tore und 32 Vorlagen erzielt.


https://www.srf.ch/sport/fussball/inter ... rapid-wien

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 5. Juni 2019, 17:39 
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Thorsten Schick wechselt zu Rapid Wien

Thorsten Schick, dessen Vertrag bei den Young Boys nach drei Jahren abgelaufen ist, wechselt zu Rapid Wien.

Der YB-Mittelfeldspieler Thorsten Schick hat bei Rapid Wien einen Vertrag bis Sommer 2022 unterzeichnet, wie die das Onlineportal OE24 schreibt. Der Österreicher kehrt nach drei Jahren in Bern zurück in die Fussball-Bundesliga.

Willkommen in der Rapid-Familie, Thorsten #Schick! Alle Infos: https://t.co/Zaav1ZMNt9#SCR2019#skrapid#inundautpic.twitter.com/mlcOKig2fM

— SK Rapid Wien (@skrapid) 5. Juni 2019

Dass Schick von mehreren Clubs in Österreich Angebote hatte, war bekannt. Wie OE24 weiter schreibt, war der 29-Jährige für seinen neuen Club ein absoluter Wunschspieler. Bei den Young Boys absolvierte er insgesamt 106 Pflichtspiel-Einsätze und erzielte 9 Tore.

Schick wird am 20. Juni mit dem Team in die Vorbereitung für die neue Saison starten. Damit verpasst er knapp einen alten Bekannten. Fredy Bickel war nach seinen Rauswurf in Bern im September 2016 Sport-Chef bei Rapid Wien. Anfang April hatte Bickel die Auflösung seines Vertrags auf Ende Saison 2018/2019 bekannt gegeben, obwohl eine Vertragsverlängerung bereits per Handschlag beschlossen war.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/15111012

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 6. Juni 2019, 18:10 
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THORSTEN SCHICK ZU RAPID WIEN

Thorsten Schick hat einen neuen Verein. 2016 kam er von Sturm Graz zu YB, 2019 zieht es den Österreicher zurück in sein Heimatland. Schick unterschrieb bei Rapid Wien einen Vertrag bis Juni 2022.

In den letzten drei Jahren bestritt der frühere U-20-Nationalspieler über 100 Wettbewerbspartien für YB. Der 29-jährige Schick kehrt mit zwei Meistertiteln und zwei Champions-League-Einsätzen in die Heimat
zurück.

Alles Gute und DANKE FÜR ALLES, lieber Schicki!


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Montag 10. Juni 2019, 02:48 
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Thorsten Schick: «Mit Bern für immer verbunden»

Thorsten Schick (29) nimmt am 20. Juni das Training bei seinem neuen Klub Rapid Wien auf. Der Grazer spricht über seine Zeit bei YB und über die Stadt, in der seine Tochter zur Welt gekommen ist.

***

Thorsten Schick, nach drei Jahren bei YB wechselst du zu Rapid Wien. Was hat den Ausschlag gegeben?
Es ist nicht ein einziger Beweggrund, sondern das Produkt eines Prozesses, der sich über mehrere Wochen hingezogen hat. In mir wuchs das Bedürfnis, etwas Neues anzufangen. Das hat überhaupt nichts mit finanziellen Gründen zu tun. Vielmehr spielte noch mit, dass ich in der Heimat auch wieder näher bei meinen Freunden und der Familie bin. Aber es war keine einfache Entscheidung, weil mir YB sehr viel bedeutet.

Welchen Einfluss hatte Rapid-Trainer Didi Kühbauer?
Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, dass er kein wichtiger Faktor ist. Er war 2012/13 bereits einmal mein Trainer bei Admira Wacker Mödling, er setzte damals auf mich. Früh in diesem Jahr erkundigte er sich bei mir, wie ich die Zukunft ab Sommer sehe. Ich spüre von ihm eine grosse Wertschätzung. Und das hat mein Gefühl nochmals verstärkt: Doch, ich möchte diesen Transfer zu Rapid vollziehen. Der Zeitpunkt passt.

Sie stossen als zweifacher Schweizer Meister zu Rapid. Streben Sie mit den Wienern nun auch den Meistertitel an?
Ich bin keiner, der grosse Sprüche klopft. Aber natürlich möchte ich meine Erfahrung einbringen, die ich in den Jahren bei YB gesammelt habe. Gerade in den letzten zwei Jahren haben wir nicht viele Spiele verloren, und ich habe auch erlebt, wie sich Champions League anfühlt. Ich ziehe auf jeden Fall mit Ambitionen nach Wien.

Wie sehr denken Sie an die Nationalmannschaft?
Ich habe mich damit in der Vergangenheit nicht beschäftigt, und ich tue das auch jetzt nicht. Es gibt vermutlich keinen Fussballer, der nicht gerne für sein Land spielen würde. Aber erzwingen lässt sich gar nichts. Darum sage ich mir: Wenns klappt, bin ich sofort bereit und sehr glücklich. Und sonst geht das Leben weiter wie bis anhin.

Was bleibt Ihnen, neben den zwei Titeln mit YB, aus der Berner Zeit in Erinnerung?
Unsere Tochter kam im März 2017 hier zur Welt. Von daher werden wir als Familie mit Bern immer verbunden bleiben. Ich werde ihr eines Tages die Stadt ausführlich zeigen. Die drei Jahre waren nicht nur sportlich, sondern auch privat eine wunderbare Zeit. Wir haben viele tolle Menschen kennengelernt. Und schön ist auch das Verhältnis zum Klub: Ich kann mich bei YB immer wieder blicken lassen und werde mit offenen Armen empfangen.

Und wie steht es um Ihre Berndeutsch-Kenntnisse?
Die sind ganz okay. Anfänglich gaben sich die Kollegen Mühe, Hochdeutsch mit mir zu sprechen. Ich sagte ihnen, sie sollen einfach so reden, wie sie sich das gewöhnt sind. Jetzt verstehe ich die Mundart gut und spreche ein paar Brocken. Aber ich bin sehr zufrieden mit meinem österreichischen Dialekt (lacht).


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Freitag 21. Juni 2019, 19:53 
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Rapid-Neuzugang Schick: “Möchte vorangehen”

Mit Thorsten Schick und Taxiarchis Fountas hat der SK Rapid Wien bereits zwei Neuzugänge für die kommende Saison vorgestellt. Schick, der die letzten drei Jahre in der Schweiz bei den Young Boys Bern unter Vertrag stand, fühlt sich mit seinen 29 Jahren bereit, in der Mannschaft eine Führungsposition einzunehmen.

https://www.skysportaustria.at/bundesli ... orangehen/


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Dienstag 25. Juni 2019, 19:44 
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Thorsten Schicks bewusste Rapid-Entscheidung

Die österreichische Bundesliga hat Thorsten Schick zurück. Nach drei überaus erfolgreichen Jahren bei den Young Boys Bern heuerte der mittlerweile 29-jährige Steirer beim SK Rapid Wien an und soll hier mithelfen, den Rekordmeister wieder aus dem Mittelfeld nach vorne zu hieven.

An die Erfolge des dominanten Schweizer Meisters der letzten beiden Saisonen anzuknüpfen, dürfte in Österreich nicht nur aufgrund des Standings von Red Bull Salzburg eher schwierig werden. Dennoch, oder gerade deswegen, entschied sich Schick bewusst für den Schritt zu Rapid.

Der Flügelspieler hatte nämlich trotz seiner Rolle in der letzten Spielzeit, als es nicht zu einem dauerhaften Stammplatz reichte, sehr wohl ein Verlängerungsangebot bei "YB" vorliegen, wie Schick im Rahmen des Trainingsstarts von Rapid verrät.

https://www.laola1.at/de/red/fussball/b ... -angebots/


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. September 2019, 00:52 
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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. Oktober 2019, 18:55 
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«Das ist einfach cool!»

Thorsten Schick (29) wurde mit YB zweimal Meister und steht seit Sommer bei Rapid Wien unter Vertrag. Der Österreicher, der sich derzeit von einer Knie-OP erholt, pflegt viele Freundschaften, die in den Jahren in Bern entstanden sind.

Thorsten, Du hast Dich Anfang September einer Operation des linken Knies unterziehen müssen. Wie läuft die Reha?
Es war zwar mehr beschädigt als nur der Meniskus. Aber ich liege mit der Reha im Zeitplan. Ich kann Velo fahren und bald mit dem Lauftraining beginnen. Mir geht es den Umständen entsprechend sehr gut.

Und wann gibst Du das Comeback?
Tendenziell erst im neuen Jahr. Ich will nichts überstürzen, sondern richtig gesund werden.

Du bist seit Sommer bei Rapid. Wie hast Du Dich eingelebt?
Sehr gut - so, wie ich mir das erhofft habe. Privat passt es, wir sehen unsere Familien und Freunde oft. Und sportlich fing es gut an für mich. Bis die Verletzung dazwischenkam. Aber ich nehme die Situation an und werde sie meistern.

Wie verfolgst Du die Spiele von YB?
Wenn immer möglich im Live-Stream. Und natürlich habe ich viel Kontakt mit alten Weggefährten. Derzeit laufen gleich zwei Gruppenchats, und da gibt es täglich irgendwelche Einträge. In den drei Jahren, in denen ich bei YB war, sind echte Freundschaften entstanden. Wir schreiben uns Nachrichten, wir telefonieren miteinander, egal, ob einer nun in Australien, Belgien, Deutschland oder weiter in Bern spielt. Das ist einfach cool!

Was vermisst Du aus Bern?
Die Freundlichkeit und Entspanntheit der Menschen. Und die kurze Anfahrt vom Wohnort zum Stadion - von Ostermundigen brauchte ich sieben Minuten. In Wien kann das zwischen 25 Minuten und einer Stunde variieren. Der Verkehr ist manchmal unfassbar. Aber ich fühle mich dort trotzdem sehr wohl: Die Stadt ist wunderschön und hat unheimlich viel zu bieten.

YB trifft nun im Achtelfinal auf den FCZ - werden bei Dir Erinnerungen an den verlorenen Cupfinal 2018 wach?
Die kamen nach der Auslosung wieder hoch. Es tat schon weh, im eigenen Stadion das Endspiel zu verlieren. Darum hoffe ich, dass die Revanche gelingt und wir eine Runde weiterkommen.

Du redest immer noch in der Wir-Form…
(lacht) ...im Zusammenhang mit YB kommt das manchmal automatisch. Ich fühle mich dem Verein nach drei wundervollen Jahren immer noch verbunden und freue mich, wenn es so gut läuft.


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Freitag 31. Januar 2020, 17:08 
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30.01.2020

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Rapids "Neuer": "Ich war nie der wichtige Schick"

Bei Thorsten Schick weiß man, was man bekommt.

Adi Hütter nützte das einst zu seinen Gunsten, nun auch Didi Kühbauer - sie waren von der Loyalität und der Qualität des mittlerweile 29-jährigen Mittelfeldspielers so überzeugt, dass sie ihn noch einmal zu ihren Klubs holten.

Auch LAOLA1 wusste vor dem großen Interview, was von Schick zu erwarten ist - nämlich ehrliche, reflektierte Worte. Deshalb stellt der Rapid-"Neuzugang", der nach einer Meniskus- und Sehnenverletzung und fünfmonatiger Zwangspause aufs Comeback brennt, klar: "Ich bin jetzt nicht die große Primaballerina oder Zaubermaus, ich bin auch nicht der große Entscheidungsspieler, aber ich glaube, jeder Trainer ist happy, wenn er mich in der Mannschaft hat." Zusatz: "Ich verstelle mich nicht."

Sein Anspruch ist es, eine Führungsrolle bei den Hütteldorfern einzunehmen, auch wenn dies als Grazer und Sturm-Nachwuchsspieler früher nie vorstellbar gewesen wäre. Doch Schick ist spätestens in der Schweiz bei Young Boys Bern gereift und will seine Erfahrungen weitergeben, zum Beispiel an einen Youngster, der ihm besonders imponiert.

Im LAOLA1-Interview spricht Schick über den Weg zurück, seine Beweggründe für Rapid, sein Standing bei Trainern wie Hütter und Kühbauer, die Transformation des Mannschaftsgefüges im Herbst, 16-Jährige, die ihm Grenzen aufzeigen und seine Tennis-Skills.

LAOLA1: Erste Frage vorneweg: Wie geht’s dir nach deiner Verletzung? Wie weit bist du schon wieder?

Thorsten Schick: In Prozenten ist es schwer zu sagen, aber ich mache vom ersten Training in der Vorbereitung an alles mit, habe alle sportmotorischen Tests mitgemacht, von dem her passt alles. Es sind auch noch mal Kontrollbilder vom Knie gemacht worden. Es ist alles stabil, es gibt noch rundherum Begleitprobleme, die aber normal sind. Das dauert noch ein bisschen, aber ich bin auf einem guten Weg und mache mir keinen Stress.

LAOLA1: Hat es für dich noch Auswirkungen auf dem Platz oder gibt es eine mentale Blockade?

Schick: Eigentlich gar nicht. Das Knie ist extrem stabil. Ich denke gar nicht darüber nach, wenn ich es hinstelle. Ich habe so noch ein wenig Probleme, es ist noch nicht das alte Knie. Das braucht jetzt noch ein paar Wochen, damit Normalität einkehrt. Du kannst mit Physiotherapie und athletischem Training nie ein Mannschaftstraining imitieren. Um Spiele zu bestreiten, das ist noch ein größerer Schritt. Im Training kann man vielleicht in einer kniffligen Situation zurückziehen, aber im Match geht das nicht. So lange ich mich nicht zu hundert Prozent bereit fühle, gehe ich das Risiko nicht ein.

LAOLA1: Es war mit 29 Jahren deine erste größere Verletzung, dafür kann man dankbar sein. War es trotzdem eine Erfahrung, die dir einen neuen Blickwinkel eröffnet hat?

Schick: Wenn mir das wer mit 17 Jahren gesagt hätte, hätte ich es wahrscheinlich genommen, dass ich nur einmal in zehn Jahren als Profi operiert werden muss. Ich bin extrem verschont geblieben. Dass es jetzt bei einem neuen Verein so rasch und über einen langen Zeitraum passiert, ist natürlich bitter. Es war mental am Anfang extrem schwierig, weil du eine Riesen-Euphorie hast, du möchtest dich beweisen, bist integriert und dann passiert sowas. Aber ich war relativ schnell wieder fokussiert. Ich hoffe, ich habe es jetzt überstanden. Es war eine blöde Situation, einfach Pech. Aber ich habe den Verein in den ersten Monaten anders kennenlernen dürfen, habe viele Termine wahrgenommen. Es war eine gute Erfahrung, ich habe versucht, die Mannschaft von außerhalb zu unterstützen. Aber jetzt bin ich wieder happy, wenn ich am Platz helfen kann.

LAOLA1: Du hast am Anfang gleich gespielt. Wie lange hast du danach gehadert, bis du den Schalter wieder umlegen und den Fokus neu ausrichten konntest?

Schick: Der Grund, warum ich hierhergekommen bin, war, dass ich das Vertrauen gespürt habe, ich eine wichtige Rolle einnehmen und zu vielen Spielen kommen kann. Das ist am Anfang gleich eingetreten, ich habe mich wohl gefühlt. Mental am schwierigsten war, dass ich von der Verletzung bis zur OP zehn Tage warten musste, weil erst Schürfwunden abheilen mussten und das Risiko einer Infektion zu groß war. Da konnte ich nichts tun, um schnell zurückzukommen. Nach der OP war ich schon wieder fokussiert, aber natürlich gibt es in einer langen Reha auch Momente, wo du haderst und dich fragst, warum, wieso, weshalb? Aber ich war extrem zufrieden mit der medizinischen Abteilung des Vereins, die haben extrem viel investiert in mich. Ich glaube, ich war ein guter Patient, habe alles gegeben und will jetzt wieder angreifen.

LAOLA1: Im Sommer waren viele überrascht, dass du vom Schweizer Meister und Europacup-Starter nach Österreich zurückkehrst. Wie viel Risiko war für dich bei deiner Entscheidung dabei, diesen Schritt zu wagen?

Schick: Der einfache, bequeme Weg wäre sicher gewesen, wenn ich in Bern geblieben wäre. Ich war drei Jahre dort, habe ein gewisses Standing gehabt, bin regelmäßig zu meinen Einsätzen gekommen und wir waren sehr erfolgreich. Aber ich wollte mit 29 Jahren nicht noch einmal in der zweiten Reihe stehen. Ich war nie der wichtige Schick, sondern es war jeder immer dankbar, dass er mich gehabt hat. Bei Rapid war das komplett anders. Vom ersten Gespräch weg habe ich einfach das Vertrauen gespürt. Sie haben klar gesagt, was sie mit mir vorhaben, dass ich eine wichtige Rolle einnehmen soll und das Ziel ganz klar ist, Stammspieler zu sein. Das ist am Anfang genauso eingetreten. Ich habe gezeigt, dass ich ein Führungsspieler sein kann. Aber ich hadere nicht damit, was gewesen wäre, wenn ich in Bern geblieben wäre.

LAOLA1: Du bist in der Schweiz erstmals Vater geworden. War auch die neue familiäre Situation ein Grund, nach Österreich zurückzukehren?

Schick: Eigentlich überhaupt nicht. Wir haben uns als Familie in der Schweiz extrem wohl gefühlt. Sicher haben wir unsere Freunde und Familie nicht oft gesehen, aber wir haben auch dort Freundschaften geschlossen und der Verein war extrem familiär. Ich wollte die Entscheidung nicht davon abhängig machen. Für mich hat es die zwei Optionen gegeben: Rapid oder Bern. Für mich war dann klar, dass ich mit 29 Jahren einfach noch mal wirklich spielen möchte und nicht nur hier und da. Dass wir nun näher an der Familie und Freunden sind, ist ein positiver Nebenaspekt.

LAOLA1: Hättest du dir als Grazer und Ex-Sturm-Nachwuchsspieler früher vorstellen können, irgendwann einmal bei Rapid zu spielen? Da wird es sicher auch negative Begleiterscheinungen bei deinem Wechsel gegeben haben.

Schick: Ja, die hat es auch gegeben, wie ich aus Graz weggewechselt bin. Das kann man nicht beeinflussen. Durch Social Media heutzutage bekommt man das leider viel zu viel mit. Vielleicht war es für die Familienangehörigen rundherum sogar ein bisschen schlimmer als für mich selbst. Das war keine schnelle Entscheidung, sondern ein Prozess, der über Wochen und Monate gegangen ist, bis ich mich bewusst für Rapid entschieden habe. Ich habe gewusst, worauf ich mich einlasse. Rapid hat mich schon immer fasziniert, auch als Gegner habe ich immer irrsinnig gerne in Wien gespielt, das waren immer besondere Spiele. Als kleiner Bua, als Grazer, stellt man sich das natürlich nicht vor, aber wie die Anfrage gekommen ist, war für mich relativ schnell klar, dass ich mir das vorstellen kann. Das Gefühl hat sich dann so verstärkt, dass ich es gemacht habe.

LAOLA1: Es hat so gewirkt, als hättest du sofort eine Führungsrolle eingenommen, mit Schwab und Auer hast du schon früher gespielt. Hast du das selbst auch so empfunden?

Schick: Der Trainer hat mir in den ersten Gesprächen klar aufgezeigt, wie sie mich in der Mannschaft sehen. Ich habe selber den Anspruch an mich, dass ich Führungsspieler sein möchte. Der Vorteil war natürlich, dass ich einige Spieler schon von früher gekannt habe, einige als Mitspieler und mit anderen hatte ich unzählige Duelle. Deswegen war es für mich nicht schwer, mich einzufügen, sie haben mich so angenommen, wie ich bin. Ich verstelle mich nicht. Ich bin mit 29 Jahren sicher anders als mit 20 Jahren, mit den Jahren und Spielen reift man. Der Führungsrolle möchte ich gerecht werden.

LAOLA1: Dieses Mannschafts-Gefüge hat sich im Herbst doch ein wenig verschoben und verändert, Rapid hat andere Prioritäten gesetzt mit den vielen jungen Spielern. Wie hat sich das deiner Meinung nach ausgewirkt?

Schick: Ich habe schon früh erfahren, dass die Mentalität in der Mannschaft verändert werden soll. Bei mir hat der Trainer gewusst, was er bekommt – und ich von ihm. Wir haben im Sommer wirklich gute Transfers gemacht und willige Spieler geholt, die das Herz am richtigen Fleck haben. Wir sind als Mannschaft sehr gut zusammengerückt, haben eine gute Stimmung in der Truppe. Wir haben Pech mit Verletzungen gehabt, dann haben die Jungen einfach einspringen müssen. Die haben eine gute Qualität. Klar ist es dann immer leichter, wenn du ins kalte Wasser geworfen wirst und ein paar Spiele machst. Sie haben den Anspruch an sich selber, dass sie mehr zeigen wollen und haben Blut geleckt. Das ist gut für jede Mannschaft, es spielt nicht der ältere, sondern der bessere. Für die Zukunft des Vereins ist es sicher von Vorteil, wenn der Konkurrenzkampf groß ist und die Jungen nachrücken.

LAOLA1: Dieses frische Blut und der dadurch entstandene Flow war schon wichtig für Rapid.

Schick: Auf alle Fälle. Man merkt es im Training. Sie sind noch ein bisschen unbekümmert, denken nicht so viel nach. Vielleicht in der einen oder anderen Situation wäre es besser, aber wir, die älteren Spieler, denken dafür vielleicht manchmal zu viel nach. Deshalb ist die Harmonie sehr gut, die Abstimmung zwischen jung und alt passt. Das Ziel muss es sein, dass wir so weitermachen, dann ist im Frühjahr sicher einiges möglich mit der Truppe.

LAOLA1: Gibt es einen bei den jungen Wilden, der dich besonders begeistert?

Schick: Das ist immer gefährlich, wenn du einen Jungen gleich lobst und er sich dann selber zu viel Druck macht. Aber Yusuf Demir hat schon von vielen Seiten bestätigt gekriegt, dass er ein sehr guter Spieler ist. Zwei Mal bester Spieler beim Mercedes Junior Cup in Sindelfingen – das kommt nicht von irgendwo. Man merkt schon im Training, dass das ein besonderer Spieler ist. Da muss der Verein extrem viel richtig mit ihm machen, und er mit sich auch. Dann kann aus dem Jungen ein sehr, sehr guter Spieler werden.

LAOLA1: Wie geht man damit um, wenn dann der 16-Jährige den 29-Jährigen stehen lässt? Gratuliert man ihm oder spielt man es herunter?

Schick: Das ist schon im Training das eine oder andere Mal vorgekommen (lacht). Jetzt sage ich noch, es ist die Beweglichkeit im Knie, die mich hindert. Nein, der Junge ist echt gut. Ich glaube, im Kopf ist er auch relativ clever. Deshalb kann es nur an ihm scheitern, wenn er keine gute Karriere macht. Es bringt nichts, ihn zu verheizen und ihm den ganzen Druck auf die Schultern zu legen. Er soll dabei sein, trainieren, seine Spiele machen – dann wird er uns sicher noch viel Freude bereiten.

LAOLA1: Adi Hütter und Didi Kühbauer sind zumindest nach außen hin grundverschiedene Typen. Was schätzt du an dem einen, was am anderen?

Schick: Es ist extrem schwer, Trainer zu vergleichen. Da kann man sich nur die Finger verbrennen. Sie sind anders, jeder hat Stärken und Schwächen. Einen perfekten Trainer gibt es nicht. Ich arbeite mit beiden sehr gerne. Es sind beide sehr gute Trainer und haben eine Ahnung von dem, was sie tun.

LAOLA1: Überrascht dich der Aufstieg von Adi Hütter von Altach, Salzburg über Bern bis Frankfurt – du hattest ihn ja bei Young Boys und in Vorarlberg als Trainer?

Schick: Eigentlich nicht, weil ich gesehen habe, wie er sich von Altach bis hin zu Bern verändert hat. Er ist eine extreme Autoritätsperson, hat einen klaren Plan. Und wenn ein Spieler nur ein bisschen vom Weg abweicht, wird er einmal verwarnt und beim zweiten Mal war es das für ihn. Für mich war klar: Wenn er das auch in Frankfurt durchzieht, wird es zum Erfolg führen. Er kann eine Mannschaft extrem gut zusammenschweißen und seinen Plan vermitteln. Das hat er am Anfang dort nicht geschafft, aber er hat an ein paar Rädchen gedreht, bis sie dann toll performt haben. Jetzt gerade haben sie eine schwierigere Phase, aber so wie er als Trainer auftritt und was er alles draufhat, war ich nicht überrascht.

LAOLA1: Zwischen den Trainern gibt es die Parallele, dass dich beide geholt haben, weil sie dich schon davor trainiert haben (Hütter: Altach, Bern; Kühbauer: Admira, Rapid). Das spricht scheinbar für dich, dass man genau weiß, was man von dir bekommt?

Schick: Ich bin jetzt nicht die große Primaballerina oder Zaubermaus. Ich bin jetzt vielleicht nicht so der Entscheidungsspieler, aber ich glaube, jeder Trainer ist happy, wenn er mich in der Mannschaft hat. Das ist ein schönes Zeichen, wenn dich ein Trainer nach ein paar Jahren wieder anruft und gerne in der Truppe hätte. Ich habe mich bei beiden nicht verstellen brauchen, sie wissen, was sie kriegen und sie erwarten sich nichts anderes. Sie haben gesagt: Mach einfach, was du immer machst, dann sind wir zufrieden. Ich habe mich bei beiden Trainern noch einmal weiterentwickelt, habe in zwei Jahren unter Hütter einen großen Schritt gemacht und jetzt unter Kühbauer kriege ich einen komplett neuen Einblick. Es ist eine schöne Wertschätzung und zeigt mir, dass ich doch einiges richtig gemacht habe.

LAOLA1: Wie schnell glaubst du, kannst du Rapid im Frühjahr noch weiterhelfen?

Schick: Es ist einfach mal extrem wichtig, dass der Fuß zu hundert Prozent so ist, wie er zum Fußball spielen sein soll. Dass er vielleicht nie mehr so wird, wie er war, ist nach einer Knie-OP normal, aber ich brauche das Vertrauen in den Fuß – dann kann ich dem Team helfen. Wenn ich nur mit ein paar Prozent weniger dabei bin, geht das nicht. Ich mache mir keinen Stress, den hätte ich mir mit 19 oder 20 gemacht, aber jetzt nicht mehr. Ich gebe mir die Zeit, aber mein Ziel sind schon noch einige Spiele im Frühjahr.

LAOLA1: Was glaubst du, ist für Rapid mit derzeit Platz 3 noch möglich? Für einen Europacup-Startplatz schaut es gut aus. Gibt es noch einen Angriff nach oben?

Schick: Wir werden gut damit fahren, wenn wir nicht zu rechnen beginnen oder auf andere schauen. Im oberen Playoff kommen die spannenden Spiele, da musst du bereit sein. Dann ist definitiv noch was möglich. Aber Positionen oder Ziele raushauen, ist nicht so intelligent.

LAOLA1: Für einen Nationalteam-Einsatz hat es für dich auch noch nicht gereicht. Auch die EURO 2020 wird sich wohl nicht mehr ausgehen.

Schick: Mal schauen. Wenn ich jetzt noch zehn bis 15 Tore auflege oder mache, dann vielleicht (lacht). Aber damit habe ich mich in den letzten Jahren nie beschäftigt, auch nicht, als es für mich in der Schweiz überragend gelaufen ist. Wir haben einen sehr guten Kader, viele sehr gute Spieler. Ich bin als Fan gerne dabei. Wenn mich Franco Foda anruft, habe ich auch Zeit.

LAOLA1: Du hast dich als Top-3-Tennisspieler im Rapid-Kader (mit Christoph Knasmüllner und Philipp Schobesberger) geoutet. Auf welchem Niveau seid ihr da unterwegs?

Schick: Wie ich zu Rapid kam, wusste ich nicht, wie das Niveau von den einzelnen Spielern ist. Ich spiele irrsinnig gerne, mit Freunden spiele ich immer in der Sommer- und Winterpause. Im Trainingslager im Sommer war mir mal wichtig, dass ich nicht abgeschossen werde und dass ich doch ein bisschen was kann. Aber dieses Faible für Tennis habe ich schon die letzten Jahre. Ich schaue irrsinnig gerne die großen Turniere, habe auch jetzt kein Problem, früher aufzustehen, um Dominic Thiem bei den Australian Open zu sehen. Ich bin da wirklich eingefleischt dabei. Auf meiner To-do-Liste steht, dass ich einmal alle vier Grand-Slam-Turniere live im Stadion anschauen will. Da habe ich nach meiner Karriere einiges vor.


https://www.laola1.at/de/red/fussball/b ... e-schick-/

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Thorsten Schick
 Beitrag Verfasst: Montag 27. April 2020, 19:30 
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