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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Djibril Sow
 Beitrag Verfasst: Freitag 16. August 2019, 13:27 
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DJIBRIL SOW

Eintracht-Neuzugang Djibril Sow: „Die Spiele in der Schweiz haben mich nicht mehr gefordert“

Eintracht-Neuzugang Djibril Sow über einen fatalen Fehlschuss aus elf Metern, Lehrgeld in der Champions League und weshalb ihm der Wehrdienst geholfen hat.

Djibril Sow hat sich nicht runterziehen lassen von der schweren Verletzung nach ein paar Tagen bei seinem neuen Arbeitgeber. Die niederschmetternde Diagnose, ein Sehnenanriss im Oberschenkel, empfand er als „Riesenschock“, doch er blieb stets positiv und haderte nicht lange . „Das bringt ja sowieso nichts“, sagt der 22-Jährige.

Jetzt ist der Schweizer mit senegalesischen Wurzeln auf einem guten Weg und dem Zeitplan voraus. Vielleicht kann er sogar vor der Länderspielpause im September wieder auflaufen. Der Nationalspieler kam mit vielen Vorschusslorbeeren aus Bern nach Frankfurt, galt als bester Spieler in der Schweiz. Die Eintracht ließ sich seine Verpflichtung etwas kosten, zahlte rund zehn Millionen Euro. So viel wie nie zuvor.

Herr Sow, in Frankfurt hat man Sie am Anfang oft mit einem Elfmeter in Verbindung gebracht, einen, den Sie 2017 im Dress von Borussia Mönchengladbach verschossen haben – ausgerechnet im DFB-Pokalhalbfinale gegen Eintracht Frankfurt.
Das kann ich mir denken, dass man sich hier daran erinnert. Ich habe das auch nicht vergessen. Klar denkt man sich, wie kurios der Fußball ist. Damals habe ich für Gladbach gespielt und diesen wichtigen Elfer verschossen, und das gegen die Eintracht, die damals noch nicht die Rolle von heute gespielt hat. Heute spiele ich für Frankfurt, ist schon komisch manchmal.

Im Grunde wurde mit dem Einzug ins Finale seinerzeit diese rasante Entwicklung des Klubs erst so richtig in Gang gesetzt.
Sie meinen also, ich habe meinen Beitrag dazu geleistet. Okay, dann habe ich das gerne gemacht (lacht).

War der Fehlschuss das traurigste Erlebnis Ihrer Karriere?
Ja, so viel hatte ich zu diesem Zeitpunkt ja noch nicht erlebt im Profifußball, ich hatte vorher zwei, drei Spiele für Gladbach gemacht, ansonsten in der zweiten Mannschaft gespielt. Was ich aber auch nicht vergesse, ist, dass mich alle Mitspieler getröstet haben und auch Trainer Dieter Hecking, selbst der damalige Eintracht-Coach Niko Kovac hat mich nach dem Spiel aufgemuntert und gesagt, das könne jedem passieren. Stimmt ja auch, in der Woche darauf habe ich im Fernsehen gleich vier Spieler gesehen, die verschossen haben, und das waren Spieler anderen Formats.

Ungewöhnlich war allemal, dass Sie überhaupt angetreten sind. Sie waren blutjung, hatten zuvor kaum Spiele gemacht und waren erst kurz zuvor eingewechselt worden. Wie kam das?
Ich habe als Siebter geschossen, das war alles spontan. Irgendwann kam die Frage: Wer schießt als nächster? Die sechsten Schützen hatten jeweils vergeben (Andreas Christensen für Gladbach, Guillermo Varela für die Eintracht; Anm. d Red.), und als ich bei den anderen ins Gesicht gesehen habe, da habe ich gemerkt, dass sie sehr verunsichert waren. Ich habe in der Jugend früher häufig Elfmeter geschossen, deshalb hatte ich eigentlich ein gutes Gefühl. Aber es ist natürlich was anderes, wenn man in so einem Stadion in so einem Spiel dem Torwart gegenübersteht...

...dann wir das Tor immer kleiner und der Torwart immer größer...
...genau so sieht es aus.

Sind Sie heute ein anderer Spieler als damals?
Definitiv. Ich bin viel reifer, bin viel weiter. Damals hatte ich drei Spiele gemacht, heute kann ich sagen, ich habe zwei Meistertitel geholt, in der Champions League und der Nationalmannschaft gespielt. Es ist sehr viel passiert in den letzten zwei Jahren.

Sie sind damals von Mönchengladbach zurück in die Schweiz, zu Young Boys Bern. War das für Sie nicht ein Rückschritt?
Wie man es nimmt. Aber ich habe ja, wie erwähnt, vorwiegend in der zweiten Mannschaft der Borussia gespielt, und wenn man von dort zu einem Topverein in der Schweiz geht, dann ist das kein Rückschritt. Ich hätte auch in Deutschland bleiben können, es gab Angebote, aber für mich war der Wechsel nach Bern die beste Lösung.

Sie wollten erst gar nicht zurück?
Zuerst war ich skeptisch, da ich Deutschland nicht verlassen wollte. Aber ich habe dann irgendwann gemerkt, dass Bern perfekt zu mir passt, weil ich so viel wie möglich spielen wollte, und das auf einem guten Niveau. Bern spielte damals Champions-League- und Europa-League-Qualifikation. Das machte für mich Sinn, da ich mich da auf internationalem Niveau präsentieren und weiterentwickeln konnte.

Sie haben bei Young Boys direkt mit Adi Hütter zusammengearbeitet. Hat er Ihnen geholfen?
Der Trainer hat mir sehr früh sehr viel Einsatzzeit gegeben. Ich kam ja auch mit viel Elan und Dynamik, hatte richtig Lust auf diese Aufgabe. Ich habe dann aber auch schnell merken müssen, dass das kein Jugendfußball mehr ist. Da muss man jedes Spiel bei 100 Prozent sein, wenn man das nicht ist, dann kann man seine Leistung auch nicht abrufen. Ich musste also erst zu einer gewissen Konstanz finden.

Was macht Adi Hütter anders als andere Trainer?
Er arbeitet sehr gerne mit jungen und dynamischen Spielern. So ist ja auch sein Fußball. Er gibt den jungen Spielern die Chance, sich durch Einsatzzeiten zu zeigen. Das ist ein Unterschied zu vielen anderen Trainern.

War für Sie jetzt die Zeit reif, noch mal den Schritt ins Ausland zu wagen?
Definitiv. Das war nicht nur meine Einschätzung, sondern auch die Meinung des Berner Trainers Gerardo Seoane und die von Sportchef Christoph Spycher. Mir selbst war auch klar, dass ich gehen muss. Ich habe zum Schluss gemerkt, dass mich die Spiele in der Schweiz nicht mehr richtig fordern, das war wie eine Stagnation meines Leistungsvermögens. Das habe ich gerade nach den Spielen in der Champions League gespürt. Das ist noch mal ein anderes Niveau. Und nach den Spielen in der Champions League hatte ich dieses Gefühl, dass ich das öfter erleben möchte. Da ist so viel Intensität und Qualität und ein ganz anderes Flair. Dieses Niveau hat mich sehr beeindruckt. Die Mannschaften brauchen nicht viele Chancen, um ein Tor zu machen, sondern eine reicht meistens. habe dadurch unheimlich viel gelernt.

Wie erlebten Sie eigentlich Ihr allererstes Champions-League-Spiel?
Natürlich war es etwas ganz Besonderes, es war gegen Manchester United. Wir haben alles gegeben, gepowert ohne Ende. Irgendwann waren wir leer, dann ist Manchester gekommen, hat drei Tore gemacht und das Spiel war erledigt. Dabei hatten wir ein gutes Spiel gemacht. Das war natürlich ein Schlag. Aber die zweite Partie gegen Juventus Turin war noch bemerkenswerter. Ich habe noch nie gegen solch eine Mannschaft gespielt. Man denkt, man ist ganz gut im Spiel, aber irgendwann merkt man: Sie lassen einen spielen, so lange sie wollen, also sie entscheiden das. Wir haben dann immer bis 40 Meter vor deren Tor gespielt, aber das war es auch. Wenn sie dann angezogen haben, hat es gleich lichterloh bei uns gebrannt. Am Ende haben wir 0:3 verloren. Das war eindrucksvoll.

Aber solche Spiele können ja auch hilfreich sein.
So ist es. In den letzten drei Spielen sah das ganz anders aus. In Valencia hätten wir fast gewonnen, in Manchester fast einen Punkt geholt und zum Schluss haben wir zu Hause gegen Juve gewonnen. Wir haben schnell gelernt.

Sie sind hier mit rund zehn Millionen Euro Ablöse der Rekordeinkauf. Ist das für Sie eine Belastung oder eher eine Wertschätzung?
Für mich eine Art Wertschätzung. Wenn die Eintracht noch nie so viel Geld für einen Spieler ausgegeben hat, zeigt das, dass sie mich wirklich haben wollte. Mein Ziel ist es, das Vertrauen durch Leistung zurückzuzahlen.

Und dann stoppt Sie gleich so eine tückische Verletzung, Sehnenanriss im Oberschenkel. Was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen?

Das war im ersten Moment ein Riesenschock. Aber man kann es nicht ändern, und wenn man immer nur hinterhertrauert und sich fragt, warum ist das passiert, dann dauert das alles, glaube ich, ein bisschen länger. So ist es schneller ausgeheilt als gedacht, ich habe in dieser Woche schon ein bisschen mit der Mannschaft trainiert. Es ist sehr gut gelaufen.

Sie sind dynamisch, laufstark, passsicher. Aber Ihr Manko ist der Torabschluss.
Da muss ich mich sicher verbessern. In Bern haben wir aber oft mit einem flachen 4-4-2 und zwei Vollblutstürmern gespielt. Und als Sechser ist der Weg zum Tor dann doch ziemlich weit. Aber wenn man in der Zone ist, muss man konsequenter und zielstrebiger sein. Daran muss ich arbeiten. Aber wenn ich dann mal vor dem Tor bin, bin ich eigentlich sehr treffsicher. Ich tauche aber nicht so oft wie ich sollte in dieser Zone auf.

Der Berner Sportchef Christoph Spycher war hier mal Kapitän, hat er Ihnen zu einem Wechsel nach Frankfurt zugeraten?
Er hat mir nur Gutes über den Verein erzählt, aber mich nicht beeinflusst. Ich hatte aber von Anfang an ein gutes Gefühl. Natürlich waren auch die Auftritte in der Europa League beeindruckend, das haben wir in der Schweiz auch alles mitbekommen. In Bern hatten wir 15 000 Zuschauer, als es um die Qualifikation für die Champions League ging. Und hier ist gleich alles ausverkauft mit fast 50 000, wenn es um die Europa League geht. Da hat man natürlich sehr viel Lust auf so einen Verein.

Gelson Fernandes, Ihr Freund, hat Ihnen auch den Mund wässrig gemacht, oder?
Aber wie. Er hat nur geschwärmt. Er hat mir immer gesagt: Du musst kommen, du musst kommen. Ich kenne Gelson schon lange, er ist ein toller Typ, deshalb habe ich ihm auch geglaubt (lacht). Und er hat nicht gelogen, es ist eine sehr sympathische, interessante Mannschaft mit vielen Nationalitäten. Hier fühlt man sich schnell wohl.

„Auf dem Platz lasse ich die Sau raus.“ Das sagten Sie unlängst, als Sie hier vorgestellt wurden. Wie meinen Sie das?
Ich bin abseits des Platzes ruhig und introvertiert. Auf dem Platz versuche ich, meine ganze Energie und Aggressionen rauszulassen und mich auszuleben.

Sie haben, parallel zu Ihrer Zeit als Profi in Bern, für 18 Wochen den Wehrdienst in der Schweiz absolviert. Das ist schon ungewöhnlich als Berufsfußballer.
Es ist vor allem anstrengend, 5.30 Uhr aufstehen, Bett machen, das ganze Programm. Da braucht man Disziplin, auch wenn wir von den 18 Wochen nur drei Wochen in der richtigen Kaserne waren, danach waren wir im Sportleistungszentrum. Anders ging das aber gar nicht, wir haben mit Bern auch Europa League gespielt, hatten alle drei Tage ein Spiel. Vor allem aber lernt man zu schätzen, was man für ein privilegiertes Leben als Fußballer hat. Ich bin froh, es gemacht zu haben. Das war eine lehrreiche Erfahrung. Man lernt zu schätzen, was man hat.

Man kann sich vom Wehrdienst aber doch befreien lassen.
Das stimmt, dann muss man drei Prozent seines Jahresgehalts entrichten. Es machen viele. Das ist ihnen lieber als einzurücken. Ich habe mich anders entschieden, und das war für mich gut so.

Interview: Ingo Durstewitz und Thomas Kilchenstein


https://www.fr.de/eintracht-frankfurt/e ... 18683.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Djibril Sow
 Beitrag Verfasst: Sonntag 18. August 2019, 14:31 
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Neuzugang Sow: Erst gesund werden – dann Ablöse in Leistung ummünzen

Djibril Sow ist Eintracht Frankfurts Rekord-Neuzugang. Noch nie bezahlten die Hessen mehr für einen Spieler. Mit vielen Vorschusslorbeeren kam der Mittelfeldspieler von den Young Boys Bern in den Stadtwald. Zum Bundesligastart am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim kann der Schweizer mit senegalesischen Wurzeln jedoch noch nicht zeigen, was in ihm steckt – eine Sehnenverletzung im Oberschenkel zwingt ihn zum Pausieren. Der Heilungsprozess verläuft jedoch gut. Mit dem Team hat er schon wieder ein wenig trainiert. Sow könnte also schneller zurück sein, als zunächst befürchtet. Dann möchte er seine hohe Ablöse rechtfertigen.

Dass sich der 22-Jährige gleich zu Beginn seiner Zeit bei der Eintracht verletzte, könne man nicht ändern, auch wenn es zunächst natürlich ein „Riesenschock“ für ihn gewesen sei, wie Sow in einem Interview mit der „FR“ erzählt. Aber „wenn man immer nur hinterhertrauert und sich fragt, warum ist das passiert, dann dauert das alles, glaube ich, ein bisschen länger“, sagt er. Statt den Kopf in den Sand zu stecken, geht er die Sache positiv an – und es hat ihm wohl geholfen: „So ist es schneller ausgeheilt als gedacht, ich habe in dieser Woche schon ein bisschen mit der Mannschaft trainiert. Es ist sehr gut gelaufen.“

Ist er zurück auf dem Platz, möchte er versuchen, seine Ablösesumme von kolportierten zehn Millionen Euro und „das Vertrauen durch Leistung zurückzuzahlen“, das sei sein Ziel. Wie das aussehen könnte, beschreibt Sow, der sich neben dem Spielfeld als „ruhig und introvertiert“ bezeichnet, folgendermaßen: „Auf dem Platz versuche ich, meine ganze Energie und Aggressionen rauszulassen und mich auszuleben.“ Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic bescheinigte Sow bei seiner Verpflichtung Ende Juni „technische, strategische und athletische Fähigkeiten.“

Das sind als defensiver Mittelfeldspieler sicher keine schlechten Attribute. Woran es Sow selbst in seinen Augen ein wenig mangeln würde, sei das Einschalten ins Offensivspiel. „Eigentlich bin ich treffsicher“, erklärt der Rechtsfuß. Aber: „Als Sechser ist der Weg zum Tor dann doch ziemlich weit.“ Er würde gerne öfter zu Torchancen kommen, „ich tauche aber nicht so oft wie ich sollte in dieser Zone auf“, betont er und möchte daran bei seinem neuen Klub arbeiten.

Schlechte Erinnerungen an die Eintracht

Bevor es Sow 2017 erst nach Bern und dann in diesem Sommer nach Frankfurt verschlug, war er für Borussia Mönchengladbach aktiv. Von dort hat er eine dunkle Erinnerung an die Hessen mitgenommen. Er verschoss gegen die Eintracht beim Elfmeterschießen im Pokal-Halbfinale von 2017. Am Bökelberg wurde er damals hauptsächlich im Unterbau eingesetzt. Sich in diesen jungen Jahren der Verantwortung in der Lotterie vom Punkt zu stellen, ist beachtenswert, aber es war wohl auch jugendlicher Leichtsinn bei der Entscheidung mit dabei. Spontan habe er sich dafür entschieden, als er in die Augen seiner Mitspieler gesehen hatte. „Da habe ich gemerkt, dass sie sehr verunsichert waren. Ich habe in der Jugend früher häufig Elfmeter geschossen, deshalb hatte ich eigentlich ein gutes Gefühl. Aber es ist natürlich was anderes, wenn man in so einem Stadion in so einem Spiel dem Torwart gegenübersteht…“, erläutert Sow. Am Ende traf Branimir Hrgota den entscheidenden Elfmeter und die SGE zog ins Finale gegen Borussia Dortmund ein.

Heute sieht sich Sow als reiferen Spieler, der „viel weiter“ ist als zu seiner Zeit am Niederrhein. Dabei hat ihm vor allem der Wechsel zu den Young Boys geholfen: „Damals hatte ich drei Spiele gemacht, heute kann ich sagen, ich habe zwei Meistertitel geholt, in der Champions League und der Nationalmannschaft gespielt. Es ist sehr viel passiert in den letzten zwei Jahren.“ Deswegen will und kann er die zwei Spielzeiten in Bern, wo er auch unter dem aktuellen Eintracht-Coach Adi Hütter trainierte, nicht als Rückschritt sehen. „Ich habe ja, wie erwähnt, vorwiegend in der zweiten Mannschaft der Borussia gespielt, und wenn man von dort zu einem Topverein in der Schweiz geht, dann ist das kein Rückschritt.“ Es sei für ihn zum damaligen Zeitpunkt die beste Lösung gewesen, um so viel wie möglich spielen und sich weiterentwickeln zu können, erläutert er weiter.

Die Zeit für einen Wechsel war reif

Jetzt also Eintracht. Nicht nur Sow selbst war klar, dass er dieses Jahr einen Tapetenwechsel brauchte. „Ich habe zum Schluss gemerkt, dass mich die Spiele in der Schweiz nicht mehr richtig fordern, das war wie eine Stagnation meines Leistungsvermögens.“ Auch sein Trainer in Bern, Gerardo Seoane, und Sportchef Christoph Spycher, ehemaliger Eintracht-Linksverteidiger und Kapitän, haben ihm einen Wechsel ins Ausland nahegelegt. Letzterer habe Sow darüber hinaus „nur Gutes“ über seinen alten Verein erzählt.

Von Anfang an habe der mit einem Vertrag bis Ende Juni 2024 ausgestattete Neuzugang bei seiner Entscheidungsfindung ein gutes Gefühl gehabt. Dazu hätten auch die beeindruckenden Spiele im Europacup in der vergangenen Saison beigetragen – und der Auftritt der Adler-Fans im selbigen Wettbewerb. „In Bern hatten wir 15 000 Zuschauer, als es um die Qualifikation für die Champions League ging. Und hier ist gleich alles ausverkauft mit fast 50 000, wenn es um die Europa League geht. Da hat man natürlich sehr viel Lust auf so einen Verein.“

Die Überredungskünste des Gelson F.

Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor für die Entscheidung Sows an den Main zu wechseln, dürfte wohl auch sein Landsmann sowie Freund Gelson Fernandes und dessen Überredungskünste gewesen sein. „Er hat nur geschwärmt. Er hat mir immer gesagt: Du musst kommen, du musst kommen. Ich kenne Gelson schon lange, er ist ein toller Typ, deshalb habe ich ihm auch geglaubt.“ Die ersten Eindrücke aus Frankfurt täuschen ihn nicht und geben Fernandes recht, zumindest wenn man Sows Worten Glauben schenken darf: „Er hat nicht gelogen, es ist eine sehr sympathische, interessante Mannschaft mit vielen Nationalitäten. Hier fühlt man sich schnell wohl.“ Beste Voraussetzungen also, um die Rekord-Ablösesumme in Leistung umzumünzen.


https://www.sge4ever.de/neuzugang-sow-e ... ummuenzen/

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Djibril Sow
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 13. November 2019, 19:42 
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Der steile Aufstieg von Djibril Sow und die Erinnerungen an Captain Inler

Djibril Sow ist 22 Jahre jung. Dabei hat er schon mehr erlebt als andere Fussballer während der ganzen Karriere. Nun drängt er ins Nationalteam – die Geschichte eines aussergewöhnlichen Wegs.

Die Laune ist prächtig, als das Training endet. Manuel Akanji schleicht sich neben die TV-­Kameras, spielt Journalist und fragt Djibril Sow: «Was braucht es, damit wir am Freitag Georgien schlagen?» Sow setzt eine ernste Miene auf, antwortet: «Am besten ­einfach den Akanji draussen ­lassen.» Gelächter.

22 Jahre jung ist er. Und doch hat er innert kürzester Zeit schon mehr erlebt als manch einer während der ganzen Karriere als Fussballer. FC Zürich, Mönchengladbach, YB – und nun Eintracht Frankfurt. Das ist die Kurzversion. Doch es lohnt sich, einen Blick auf die erstaunliche Geschichte zu werfen.

2015: Der erste Wechsel in die Bundesliga

Als 18-Jähriger wechselt Sow 2015 vom FC Zürich zu Borussia Mönchengladbach. Genau wie Nico Elvedi ist ihm der Weg zu den Profis beim FCZ versperrt. Der Durchbruch in der Bundesliga gelingt zwar nicht. Er kommt auf drei Einsätze für die Fohlen, spielt meist in der Regionalliga. Doch schon damals prophezeit ihm Manager Max Eberl im Gespräch mit dieser Zeitung einen tollen Weg.

Sow selbst sagt heute: «Ich würde auch im Rückblick genau denselben Weg wählen. Die zwei Jahre in Mönchengladbach haben mir geholfen, um zu verstehen, was es braucht, um ein guter Bundesliga-Spieler zu sein. Dazu habe ich die deutsche Mentalität aus nächster Nähe kennengelernt.»

2017: Die Rückkehr zu YB, Sow dirigiert und trifft

2017 kehrt Sow in die Schweiz zurück. Und wird bei YB ein Schlüsselspieler auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 1986. Den Stempel des «Gescheiterten» aus der Bundesliga ist er schnell los. Er lenkt das YB-Mittelfeld, ist wie geschaffen für den umschaltschnellen, aber stabilen Fussball von Adi Hütter. Im Sommer folgen bereits wieder Angebote aus Deutschland und Italien. Doch Sow einigt sich mit YB-Sportchef Christoph Spycher schon früh darauf, ein weiteres Jahr zu bleiben. «Eine Karriere muss perfekt geplant sein. Man hat keine zweite», sagt er einmal.

In seinem zweiten YB-Jahr lernt Sow die Champions-League-Bühne kennen. Es endet erneut mit dem Meistertitel. YB-Legende Marco Wölfli adelt ihn in der YB-Meisterbeilage der «Berner Zeitung» mit den Worten: «Seine Sprüche sind selten, aber treffend. Ich denke, er wird manchmal ein wenig unterschätzt, aber das muss kein Nachteil sein. Djibi wird eine Riesenkarriere machen. Irgendwann werden wir voller Stolz sagen dürfen: Der hat mal bei YB gespielt!»

2019: Wieder Bundesliga, Eintracht Frankfurt

Nun fühlt sich Sow bereit für den nochmaligen Schritt in die Bundesliga. Trainer bei Frankfurt ist erneut Adi Hütter. «Gewiss ist es kein Nachteil, dass wir schon zusammengearbeitet haben. Und doch war es ein neues Kennenlernen. In einem Jahr passiert viel», sagt Sow. Aber noch bevor das Abenteuer beginnt, wird er gebremst. Bis Ende August fehlt er wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel. Umso bemerkenswerter ist, wie mühelos er sich in den vergangenen Wochen im Team festbeisst. Mit dem Highlight des 5:1-Sieges gegen Bayern München vor 11 Tagen, wo ihm auch das erste Tor für Frankfurt gelingt. Trotzdem sagt Sow: «Ich bin noch nicht dort, wo ich sein will. Ich werde mich weiter verbessern, vor ­allem was Auftritt und Präsenz angeht.»

Wer dem erst 22-Jährigen zuschaut, fühlt sich manchmal an den langjährigen Schweizer Captain Gökhan Inler erinnert. Seine Bewegungen, die vielen Ballberührungen, die klugen, kurzen Zuspiele, dazu der aufrechte Blick. Noch ist Sow nicht Stammspieler des Nationalteams. Doch es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das ändert.

Ein Mittelfeld mit Granit Xhaka, Denis Zakaria und Sow – es könnte auf Jahre hinaus das Gerüst des Nationalteams sein.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -135962151

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. November 2019, 18:30 
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Der steile Aufstieg von Djibril Sow erinnert an jenen von Gökhan Inler

Djibril Sow ist 22 Jahre jung – und hat schon mehr erlebt als andere Fussballer während der ganzen Karriere. Nun drängt er ins Nationalteam. Die Geschichte eines aussergewöhnlichen Wegs.

Die Laune ist prächtig, als das Training endet. Manuel Akanji schleicht sich neben die TV-­Kameras, spielt Journalist und fragt Djibril Sow: «Was braucht es, damit wir am Freitag Georgien schlagen?» Sow setzt eine ernste Miene auf, antwortet: «Am besten ­einfach den Akanji draussen ­lassen.» Gelächter.

22 Jahre jung ist er. Und doch hat er innert kürzester Zeit schon mehr erlebt als manch einer während der ganzen Karriere als Fussballer. FC Zürich, Mönchengladbach, YB – und nun Eintracht Frankfurt. Das ist die Kurzversion. Doch es lohnt sich, einen Blick auf die erstaunliche Geschichte zu werfen.

2015: Der erste Wechsel in die Bundesliga

Als 18-Jähriger wechselt Sow 2015 vom FC Zürich zu Borussia Mönchengladbach. Genau wie Nico Elvedi ist ihm der Weg zu den Profis beim FCZ versperrt. Der Durchbruch in der Bundesliga gelingt zwar nicht. Er kommt auf drei Einsätze für die Fohlen, spielt meist in der Regionalliga. Doch schon damals prophezeit ihm Manager Max Eberl im Gespräch mit dieser Zeitung einen tollen Weg.

Sow selbst sagt heute: «Ich würde auch im Rückblick genau denselben Weg wählen. Die zwei Jahre in Mönchengladbach haben mir geholfen, um zu verstehen, was es braucht, um ein guter Bundesliga-Spieler zu sein. Dazu habe ich die deutsche Mentalität aus nächster Nähe kennengelernt.»

2017: Die Rückkehr zu YB, Sow dirigiert und trifft

2017 kehrt Sow in die Schweiz zurück. Und wird bei YB ein Schlüsselspieler auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 1986. Den Stempel des «Gescheiterten» aus der Bundesliga ist er schnell los. Er lenkt das YB-Mittelfeld, ist wie geschaffen für den umschaltschnellen, aber stabilen Fussball von Adi Hütter. Im Sommer folgen bereits wieder Angebote aus Deutschland und Italien. Doch Sow einigt sich mit YB-Sportchef Christoph Spycher schon früh darauf, ein weiteres Jahr zu bleiben. «Eine Karriere muss perfekt geplant sein. Man hat keine zweite», sagt er einmal.

n seinem zweiten YB-Jahr lernt Sow die Champions-League-Bühne kennen. Es endet erneut mit dem Meistertitel. YB-Legende Marco Wölfli adelt ihn in der YB-Meisterbeilage der «Berner Zeitung» mit den Worten: «Seine Sprüche sind selten, aber treffend. Ich denke, er wird manchmal ein wenig unterschätzt, aber das muss kein Nachteil sein. Djibi wird eine Riesenkarriere machen. Irgendwann werden wir voller Stolz sagen dürfen: Der hat mal bei YB gespielt!»

2019: Wieder Bundesliga, Eintracht Frankfurt

Nun fühlt sich Sow bereit für den nochmaligen Schritt in die Bundesliga. Trainer bei Frankfurt ist erneut Adi Hütter. «Gewiss ist es kein Nachteil, dass wir schon zusammengearbeitet haben. Und doch war es ein neues Kennenlernen. In einem Jahr passiert viel», sagt Sow. Aber noch bevor das Abenteuer beginnt, wird er gebremst. Bis Ende August fehlt er wegen eines Sehnenanrisses im Oberschenkel. Umso bemerkenswerter ist, wie mühelos er sich in den vergangenen Wochen im Team festbeisst. Mit dem Highlight des 5:1-Sieges gegen Bayern München vor 11 Tagen, wo ihm auch das erste Tor für Frankfurt gelingt. Trotzdem sagt Sow: «Ich bin noch nicht dort, wo ich sein will. Ich werde mich weiter verbessern, vor ­allem was Auftritt und Präsenz angeht.»

Wer dem erst 22-Jährigen zuschaut, fühlt sich manchmal an den langjährigen Schweizer Captain Gökhan Inler erinnert. Seine Bewegungen, die vielen Ballberührungen, die klugen, kurzen Zuspiele, dazu der aufrechte Blick. Noch ist Sow nicht Stammspieler des Nationalteams. Doch es wird nur eine Frage der Zeit sein, bis sich das ändert.

Ein Mittelfeld mit Granit Xhaka, Denis Zakaria und Sow – es könnte auf Jahre hinaus das Gerüst des Nationalteams sein.


https://www.watson.ch/sport/fussball/88 ... eizer-nati

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Djibril Sow
 Beitrag Verfasst: Sonntag 17. November 2019, 18:33 
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«Der Trainer wird sich jetzt seine Hände reiben»

Djibril Sow kann sich gute Chancen ausrechnen, gegen Georgien die Rolle von Xherdan Shaqiri hinter den Spitzen übernehmen.

Wie üblich stehen nach dem Training zwei Spieler den Medien Red und Antwort. Am Dienstag taten dies Michel Aebischer und Djibril Sow. Plötzlich schmuggelte sich Manuel Akanji unter die Journalisten und befragte Sow zu Georgien. «Was müssen wir machen, um sie zu schlagen?» Sow schmunzelnd: «Am besten den Akanji draussen lassen – dann haben wir gute Chancen.» Gelächter in der Runde.

Aber Petkovic wird Akanji kaum aus der Startelf gegen Georgien verbannen und auch Sow kann sich in St. Gallen gute Chancen ausrechnen. Zum Beispiel als Alternative zu Edimilson Fernandes hinter den Spitzen. Mehmedi und Freuler, die bisher diese Position einnahmen, fehlen gegen Georgien im EM-Qualifikationsspiel. Traut sich Sow die Shaqiri-Rolle zu?

«So wie er sie ausfüllt ist das nichts für mich, da wir unterschiedliche Typen sind. Wo ich spiele, ist letztendlich für mich nicht wichtig. Ich spiele, wo mich der Trainer aufstellt», sagt der ehemalige YB-Meisterheld. Meist im defensiven zentralen Mittelfeld. So kam Sow unter Vladimir Petkovic seit dem erstem Aufgebot im Juni 2017 zu vier Teileinsätzen. Aber Sow nähert sich der Stammelf Schritt für Schritt.

Hütter als Sows Förderer

Nicht zuletzt dank dem Durchbruch bei der Eintracht. Der Wunschtransfer von Adi Hütter, der den Schweizer schon bei YB förderte, befindet sich auf dem Vormarsch. Sow ist überzeugt, dass er mit Frankfurt die richtige Wahl für seinen «zweiten Anlauf» in der Bundesliga traf. Dass ihn Adi Hütter in Bern bereits als Spieler unter sich hatte, sei kein Nachteil gewesen beim Start in Frankfurt. «Er kannte mich ja schon aus Bern, aber er hatte mich ein Jahr nicht mehr gesehen indem ich mich weiterentwickelt habe. Wenn dich der Trainer kennt, hilft das jedem Spieler. Aber er ist sicher ein Förderer von mir.»

Das Zusatzjahr in Bern bereute er trotz vieler lukrativer Angebote – vornehmlich aus Italien – nie. «Ich hatte mich schon früh mit dem Sportchef (Christoph Spycher, Red.) geeinigt, dass ich noch ein Jahr in Bern bleibe. Für meine Entwicklung war das gut, es hat mir sehr viel gebracht.» Der erste Versuch bei Gladbach 2015 kam noch zu früh. Mit der Erfahrung eines Meisters und in der Champions League ist er diesmal bereit für die Bundesliga.

Nationalspieler-Macher Adi Hütter

Sows bisheriger Höhepunkt: Beim ersten Sieg gegen die Bayern (5:1) seit über 10 Jahren bereitete er den ersten Treffer vor und erzielte den zweiten selbst. Es war sein erstes Bundesliga-Tor. Kein Wunder, gab es zuletzt nur Lob vom Frankfurt-Trainer. Überhaupt kann man den ehemaligen YB-Meistertrainer als Nationalspieler-Macher bezeichnen. Denn das Nationalteam spricht vornehmlich «Bärndütsch»: Acht Spieler (Mvogo, Benito, Mbabu, Fassnacht, Zakaria, Aebischer, Sow und Steffen) mit Hütter-Vergangenheit sind derzeit dabei.

«Wir haben unlängst in Frankfurt mit Hütter darüber gesprochen, aber Aebischer ist ja erst nachnominiert worden. Der Trainer wird jetzt sicher daheim sein und seine Hände reiben», sagt Sow schmunzelnd. Das kann der Österreicher wohl, denn zwei der drei Zukunftsspieler im defensiven Nati-Mittelfeld sind Schützlinge aus seiner erfolgreichen Zeit als Meistertrainer von YB.


https://www.20min.ch/sport/fussball/sto ... --21294528

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