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 Betreff des Beitrags: Re: (34) Kwadwo Duah
 Beitrag Verfasst: Samstag 7. November 2020, 13:07 
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07.11.2020

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Der Berner beim FC St. Gallen

«Schade, hat man mir bei YB nicht mehr Zeit gegeben»

Kwadwo Duah, bei den Young Boys ausgebildet, ist Hoffnungsträger im St. Galler Sturm. Wie es dazu kam und warum YB-Sportchef Christoph Spycher nichts bereut.

Die Hochhäuser ragen ringsherum in die Höhe, mittendrin der kleine Platz des FC Bethlehem. Hier hat Kwadwo Duah begonnen Fussball zu spielen, im nahen Tscharnergut wohnen seine ghanaischen Eltern noch immer. Der 23-Jährige ist in Berns Westen sozialisiert und bei YB ausgebildet worden, 2008 wechselte er in die Nachwuchsabteilung der Young Boys. Er bezeichnet sich als Berner durch und durch.

Doch wenn der Meister am Sonntag den Zweiten St. Gallen zum Spitzenspiel der Super League empfängt, stürmt Duah nicht in den Reihen der Young Boys, sondern als Hoffnungsträger beim Gegner. Vom FC Wil auf diese Saison hin zum FCSG gekommen, hat er sich bei den Ostschweizern auf Anhieb einen Stammplatz erobert und zuletzt beim 1:3 gegen Basel sein zweites Saisontor erzielt.

Sein Aufstieg wirft Fragen auf: Hätten die Young Boys ihrem Talent nicht mehr Vertrauen schenken müssen? Sind Fehler begangen worden? Oder musste es so kommen? Erklärungen und Antworten in 4 Episoden.

Der «Hoarau der Zukunft»

2014 wird Christoph Spycher Talentmanager bei den Young Boys, fortan beschäftigt sich der heutige Sportchef ausgiebig mit Duah. Dieser gilt als eines der grössten Talente im Nachwuchs, er wird regelmässig für das Schweizer Juniorennationalteam aufgeboten. Duahs Talent sei augenfällig gewesen, sagt Spycher, die Schnelligkeit, der starke Abschluss, die Fähigkeit, auch bei höchstem Tempo mit dem Ball am Fuss etwas kreieren zu können.

«Den talentiertesten Spielern fällt oft vieles zu leicht. Das kann sich negativ auswirken.»
YB-Sportchef Christoph Spycher

Duahs Aufstieg ist rasant, in seinem dritten Einsatz in der Super League erzielt er im Oktober 2016 gegen St. Gallen sein erstes Tor in der Super League. Das Onlineportal «Watson» versteigt sich zur Aussage, dass Duah der Hoarau der Zukunft sei.

Doch, und das ist das Paradoxe an Duahs Werdegang: Gerade sein grosses Talent sorgt dafür, dass er sich beim letzten Schritt zum Profi schwertut. Dieses Phänomen habe er etliche Male beobachtet, sagt Spycher. «Ganz grundsätzlich betrachtet, fällt den talentiertesten Spielern oft vieles zu leicht. Sie gehören mit wenig Aufwand zu den Besten in ihren Jahrgängen. Das kann sich negativ auswirken», sagt der 42-Jährige. Denn in einer Profimannschaft würden sich die Besten aus 10 bis 20 Jahrgängen befinden, dazu kämen ausländische Spieler. «Um sich bei den Profis etablieren zu können, benötigt es Biss. Doch diesen Biss kann man nur entwickeln, wenn man auch mal konsequent kämpfen muss.»

Die Enttäuschung bei YB

Im Februar 2017 entscheidet YB, Duah an Xamax auszuleihen. Spycher, jetzt als Sportchef tätig, hofft, dass Duah der Schritt aus dem «Kosmos YB» die Augen öffnet. Damit er begreife, dass die Realität nicht immer rosarot wie Zuckerwatte sei, sondern manchmal hart wie altes Brot.

In Neuenburg bleibt für die Offensivkraft nur eine Nebenrolle, im Sommer folgt ein Leihengagement in Winterthur. 26 Partien bestreitet er in der Challenge League, YB wähnt Duah nun auf dem richtigen Weg. Die Ausleihe zu Servette soll ihm den letzten Schliff geben. Doch das Jahr bei den Genfern, die den Aufstieg in die Super League anstreben, verläuft enttäuschend. Duah ist – auch aufgrund einer Verletzung – bestenfalls Ergänzungsspieler.

«Schade, hat man mir nicht mehr Zeit gegeben.»
Kwadwo Duah

Spricht man mit Duah über diese Zeit, weiss er nicht viel Gutes zu berichten. Gerade bei Xamax und Servette habe er nie das Gefühl gehabt, gebraucht zu werden. Er hätte sich auch mehr Unterstützung von den Young Boys erhofft. Die Leihspieler fallen damals in den Tätigkeitsbereich Spychers, der etliche andere, wichtigere Dossiers zu betreuen hat. Patrik Schuler, der als rechte Hand des Sportchefs nun für die Leihspieler zuständig ist, fängt erst im Frühjahr 2019 bei den Young Boys an. Duah sagt, er habe sich in dieser Zeit nicht als Teil von YB gefühlt. «Und ich hätte mir gewünscht, dass mir der Club mehr Geduld entgegenbringt.» Auch wenn die Konkurrenz im Sturm mit Hoarau und Co. gross gewesen sei, sagt er: «Schade, hat man mir nicht mehr Zeit gegeben.»

Der Einfluss von Sforza

Zurück aus Genf, ist für Duah im Sommer 2019 klar, dass er die Young Boys verlassen muss. YB willigt ein, seinen bis 2020 gültigen Vertrag aufzulösen, im Wissen, für Duah keine Ablöse zu erhalten. Duah bevorzugt einen Wechsel innerhalb der Super League. Doch als klar wird, dass nur loses Interesse besteht, lässt er sich vom Gang in die Challenge League zum FC Wil überzeugen. Dort ist Ciriaco Sforza im Amt, und der jetzige Trainer des FC Basel macht Duah in den Gesprächen deutlich, auf ihn setzen zu wollen.

Sforza hält Wort, 33 von 36 Ligapartien bestreitet Duah für Wil. Und wenn er einmal nicht liefert, bestärkt ihn sein Trainer, sich nicht beirren zu lassen. Sforza sei der perfekte Coach für ihn gewesen, sagt Duah. Er entwickelt sich zu einem der torgefährlichsten Spieler der Challenge League, 12 Treffer erzielt er und empfiehlt sich damit für einen Transfer in die Super League.

Womöglich hätten sich Duah und Sforza letzten Sonntag vor dem Spiel zwischen St. Gallen und Basel nicht als Gegner unterhalten, wäre der Stürmer nicht schon zu den Ostschweizern gewechselt, als Sforza Ende August beim FCB unterschrieb. Wobei Duah sagt: «St. Gallen wäre für mich so oder so die erste Wahl gewesen.»

Die Rückkehr nach Bern

Im Sommer 2020 bemühen sich mehrere Vereine aus der Super League um Duah. Aber keiner tut es mit Vehemenz wie St. Gallen. Da ist Sportchef Alain Sutter, der Duah das Gefühl gibt, ihn unbedingt zu wollen. Da ist Trainer Peter Zeidler, dessen Enthusiasmus ansteckend ist. Und da ist die Aussicht auf einen Stammplatz. Mit Cedric Itten und Ermedin Demirovic haben die Ostschweizer im Sommer ihre besten Stürmer ins Ausland verloren.

Jetzt fühlt sich Duah bestärkt. Er schwärmt vom Zusammenhalt, vom Trainer, der in diesen durchaus bedrückenden Zeiten eine Leichtigkeit vermittle. Von der schnellen, vertikalen Spielweise, die ihm behage. Sein Tor gegen Basel ist ein Musterbeispiel dafür: ein langer, öffnender Pass von Lukas Görtler, Duahs Sprint und Dribbling, veredelt durch den präzisen Abschluss.

Und jetzt also das Spiel gegen YB, seinen früheren Club, mit dem ihn so viel verbindet. Er sei mit dieser Zeit im Reinen, sagt Duah, Spycher habe immer mit offenen Karten gespielt. Und der Sportchef? Beschleicht ihn nicht ein schlechtes Gefühl, dass ein YB-Nachwuchsspieler zur St. Galler Sturmhoffnung avanciert ist?

Spycher findet, es gebe nicht immer nur den direkten Weg zum Ziel, Duah habe für seine Entwicklung den Umweg gehen müssen. Er sagt: «Es freut mich, ist er doch noch in der Super League angekommen.»


https://www.bernerzeitung.ch/schade-hat ... 1278191450

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