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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Sonntag 6. Februar 2011, 15:51 
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Blick, 05.02.3011

«Ich will mit YB Europa erobern»

1986 ballerte der Schwede Robert Prytz YB zum Titel. 2011 holen die Berner wieder einen Wikinger. Doch Farnerud redet lieber von Zenit St. Petersburg als vom Meisterkübel.

Der Typ ist völlig unkompliziert. Sein Naturell aber steht im krassen Gegensatz zu seinen wilden Tattoos. Der eine Unterarm ist völlig zugepflastert. Doch es ist Winter, und die Unterarme sind textilbedeckt. So sieht man von Farnerud bloss seinen extrem bleichen Teint und seine extrem blonden Haare. Und natürlich sein fussballerisches Talent.

Davon hat er reichlich. Es führte ihn zum VfB Stuttgart, wo er mit Magnin und Streller 2007 den Titel holte, ohne Stammspieler zu sein. Doch Alex spielte in den Plänen von Armin Veh keine Rolle mehr und musste gehen. Kurze Zeit später auch Veh. Dennoch will Farnerud seine Stuttgarter Zeit nicht missen: «Ich habe einen Titel geholt und in der Champions League gegen die Besten gespielt. Das hat mich weitergebracht.»

Schon einmal hat ein Schwede YB im Winter weitergebracht. 1986 heuerte ein gewisser Robert Prytz an der Aare an, als YB kaum noch Meisterchancen sah. Doch mit dem Nordländer holte man Punkt für Punkt auf Xamax auf – und gewann schliesslich den ersten Titel seit 1960.

Die Parallele ist frappant. Dennoch verspricht Farnerud den Titel nicht. «Prytz war ein super Spieler. Doch jetzt ist 2011. Ich will mit YB wieder europäisch werden und in der Europa League weiterkommen.» Im Gegensatz zum Titel nennt er die Eliminierung des Favoriten Zenit St. Petersburg offen als Ziel. «Ich bin überzeugt: Mit diesem Fussball kann YB in Europa eine Rolle spielen.»

Vorerst ist die Bühne kleiner: das Comunale in Bellinzona. Es ist fraglich, ob Farnerud, der Mann mit der Vista für den Laserpass auf die Spitzen, von Beginn weg spielt. Trainer Vladimir Petkovic schwankt noch zwischen Starteinsatz oder Jokerrolle, denn für 90 Minuten reicht die Luft noch nicht. Spielt er von Beginn weg als Regisseur, müsste Moreno Costanzo auf den Flügel ausweichen, wo er den gesperrten David Degen vertreten würde. «Egal. Auch wenn alle wissen, dass ich kein Flügel bin», sagt Costanzo. «Aber Alexander ist ein Qualitätsgewinn. Ich stelle mich diesem Konkurrenzkampf.»

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Montag 7. Februar 2011, 18:08 
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http://www.youtube.com/watch?v=GjZeOeKZo_Y

FahrniRüedu! ;)


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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Montag 14. Februar 2011, 13:56 
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super istand vo üsem neue robert prytz! :beer:


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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Sonntag 20. Februar 2011, 10:56 
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Blick, 20.02.2011

YB-Star Alexander Farnerud

Zum Glück war diese Glatze nur eine Laune!

Hätte der neue YB-Star Alexander Farnerud immer noch eine Glatze wie 2006 – er wäre vielleicht nicht verliebt, verheiratet und stolzer Papi.

Es ist keine «alte Ehe», jene zwischen dem Alex und Daniela. Ebenso wenig ist Alex ein «alter Schwede», obwohl er bei der Vorstellung sein Alter mit 27 angab. Alex ist erst 26. «Aber ich werde 27», pflegt er dann zu sagen. Seither ist sein Alter so etwas wie ein Running Gag in Bern. Wie auch sein Berner Übername «Farnerüedu».

Stolzer Vater

Lanafabienne meldet sich zu Wort. Daniela nimmt die Kleine auf. Drei Monate ist Mini-Farnerud nun alt. Der ganze Stolz von Papa. «Ich bin rundum glücklich», sagt Alex. «Erst recht, wenn ich Lanafabiennes Lächeln sehe.» Und, fügt er schnell hinzu, um jeden Verdacht umgehend zu beseitigen, auch er wechsle die Windeln, das verstehe sich von selbst.

Hauptziel internationales Geschäft

Natürlich stinkt es Alex, dass er YB in der Europa League nicht helfen kann. Weil er mit Bröndby in dieser Saison im Einsatz stand – die Kopenhagener schieden in der dritten Quali-Runde gegen Sporting Lissabon denkbar knapp aus –, ist Alex nicht spielberechtigt. Dabei gab er das internationale Geschäft als Hauptziel an. Wusste er etwa nicht, dass er in der Europa League nur Zuschauer ist? «Doch, doch. Aber ich sehe das längerfristig. Wir können Zenit aus dem Weg räumen. Und auch nächste Saison für Furore sorgen.»

Der Traum vom Grossklub

Erfreulich, dass er YB nicht nur als Durchlauferhitzer seiner etwas ins Stocken geratenen Karriere sieht. Landskrona, Strasbourg, Stuttgart. Es ging zuerst steil bergauf. In Stuttgart konnte sich Alex aber nicht wunschgemäss durchsetzen. Er ging zu Bröndby. Dann zu YB, weil in Dänemark das Geld für solch einen Star nicht mehr vorhanden war. «Natürlich schwirrt der Traum eines Grossklubs im Kopf schon noch umher», bekennt er. Mehr gibts aber nicht zu diesem Thema. Farneruds Überzeugung in Sachen YB ist restlos: «Wir können da noch ganz grosse Spiele spielen.»

Zurück nach Stuttgart. Keine Zeit war für Alex wegweisender als jene im Schwabenland. Als blutjunger Glatzkopf kam er dort an. Als hoffnungslos Verliebter zog er nach Kopenhagen weiter. Im April 2009 wurde geheiratet.

Es funkte im Coiffeursalon

Kennengelernt haben sich Alex und Daniela im Coiffeursalon. Es funkte sofort, obwohl es nicht Daniela war, die Alex die Haare schnitt. Nötig waren hingegen Haare. Sie erinnern sich? 2006 hatte Alex keine. Zu seinem Glück kam er von der Sommerlaune einer Glatze schnell wieder ab.

Mittlerweile haben die beiden in Muri ein Heim gefunden. Daniela schwärmt von Bern: «Super ist es hier! Vieles erinnert mich an Stuttgart. Nur sind die Leute offener.» Dann meldet sich wieder Lanafabienne. Der heutige Gegner Thun ist da noch ganz weit weg.

http://www.blick.ch/sport/fussball/superleague/bsc-young-boys/zum-glueck-war-diese-glatze-nur-eine-laune-167036

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Dienstag 1. März 2011, 18:53 
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Berner Zeitung, 01.03.2011

Alexander Farnerud – ein Blondschopf verzaubert Bern

Der Offensivspieler Alexander Farnerud hat bei den Young Boys schneller eingeschlagen als erhofft. Egal wo man sich umhört, vernimmt man nur lobende Worte. Der Schwede selbst riskiert jedoch keine grosse Lippe.

Gut einen Monat nach Alexander Farneruds Verpflichtung sind die Zweifler verstummt. Stimmen, die ihm fehlende Kaltblütigkeit vor dem Tor attestierten und auf konditionelle Schwächen hinwiesen, strafte der Offensivspieler Lügen. Der Schwede feierte einen Traumeinstand vor heimischen Publikum und steuerte zwei Tore zum 4:2-Sieg gegen den FC Zürich bei. Weil er auch in den darauffolgenden Spielen überzeugte, hat er Moreno Costanzo bereits aus der Stammelf verdrängt.

Bei den Young Boys ist man denn auch voll des Lobes für Alexander Farnerud. Die Erwartungen an den Schweden seien sehr hoch gewesen, er habe diese aber rundum erfüllt, bestätigt Mediensprecher Albert Staudenmann. «Farnerud kann das Spiel sehr gut lesen, ist technisch herausragend und weiss sich auch in den Zweikämpfen zu behaupten. Man merkt, dass er internationale Erfahrung hat», fasst Staudenmann die Qualitäten des Schweden zusammen.

Bestens integriert, technisch herausragend

Zudem sei der 26-Jährige in der Mannschaft bestens integriert und hatte keinerlei Anpassungsschwierigkeiten. «Er ist sehr aufgeschlossen und spricht neben Schwedisch und Dänisch auch perfekt Deutsch, Französisch und Englisch», so Staudenmann.

Auch die Fangemeinde scheint vom 26-Jährigen überzeugt zu sein: Er erhält nach den Spielen meist ein Sonderlob. Der Schwede spiele «sackstark», kämpfe um jeden Ball, laufe sich ständig frei und wage sich auch schon mal in den Abschluss, schwärmen die Fans. Zudem wirke er auch als Mensch total sympathisch und versprühe Lebensfreude – der Blondschopf habe immer ein Lächeln auf dem Gesicht.

Farnerud bleibt bescheiden

Nur Alexander Farnerud selbst will nicht viele Worte über seine Leistungen verlieren. Gegenüber TeleBärn sagte er nach dem Xamax-Spiel lediglich, dass es schön sei hier zu sein und das es gut laufe. Auch vom Spitznamen den ihm die YB Fans gegeben haben, hat er schon gehört. Was er zum Namen «Fahrni Rüedu» sagen solle, wisse er allerdings nicht.

Es sei natürlich auch immer schön gelobt zu werden, gibt Farnerud gegenüber bernerzeitung.ch zu. Er bilde sich allerdings nichts darauf ein und versuche immer sein Bestes für die Mannschaft zu geben.

Fans warten noch mit Trikotkauf

Trotz seiner Beliebheit ist zumindest im YB-Fanshop noch keine Farnerud-Euphorie ausgebrochen. Einen grossen Ansturm auf Farnerud-Trikots habe es nicht gegeben, sagt Mitarbeiterin Susanne Galli. Allerdings seien nach seinen zwei Treffern gegen den FC Zürich mehrere Bestellungen eingegangen. «Die Fans sind am Anfang jeweils sehr skeptisch und warten noch ab mit dem Trikotkauf. Sie schauen zuerst, wie sich ein Spieler entwickelt», erklärt Susanne Galli. Dies sei auch bei Seydou Doumbia nicht anders gewesen. «Hakan Yakin war einer der wenigen Aussnahmen, weil er schon vorher sehr bekannt war bei uns», berichtet die Fanshop-Mitarbeiterin.

Am Mittwoch möchte Alexander Farnerud im Cup gegen den FC Zürich erneut als Torschütze glänzen. Er ist sich aber bewusst, dass es ein völlig anderes Spiel wird als in der Meisterschaft. Trifft er aber tatsächlich wieder ins Schwarze, könnte sich die Nachfrage nach seinem Trikot noch einmal schlagartig erhöhen.

http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussball/Alexander-Farnerud--ein-Blondschopf-verzaubert-Bern/story/30092613

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Montag 21. März 2011, 17:02 
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ä super transfer, het mi räschtlos überzügt geschter namittag!

witer so fahrni rüedu! :wink:


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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Dienstag 22. März 2011, 09:32 
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Blick, 21.03.2011

Rudolf Fahrni trifft Alexander Farnerud

Er ist der echte Fahrni Rüedu

Sein Spitzname ist «Fahrni Rüedu». Und Alexander Farnerud ist der Mann der Stunde. Jetzt traf er den «echten» Rudolf Fahrni.

Seit dieser Saison spielt Alexander Farnerud für die Young Boys im Mittelfeld. Schnell war der kämpferische Blondschopf bei den Fans beliebt – und schnell bekam Farnerud den Übernamen «Fahrni Rüedu». Sogar in der VIP-Loge wird der Schwede so genannt, und auch Farneruds Mitspieler rufen ihn «Fahrni Rüedu».

Und Farnerud wird immer besser. Auch am Sonntag gegen Luzern war er der beste Spieler auf dem Platz. Mit zwei herrlichen Freistoss-Flanken bereitete er die beiden Kopftore von Alain Nef vor. Und er strotzt vor Selbstvertrauen. Das 3:1 erzielte er per spektakulärem Fallrückzieher, obwohl er genügend Zeit gehabt hätte, den Ball in Ruhe anzunehmen. Er ist definitiv der YB-Mann der Stunde.

Blick am Abend hat jetzt Farnerud den «echten» Fahrni Rüedu (53) vorgestellt. Die beiden trafen sich nach dem YB-Training im Wankdorf. Farnerud war überrascht: «Es ist sehr witzig, dass es jemanden gibt mit meinem Spitznamen.» Was Farnerud nicht wusste: Fahrni ist in Bern ein weit verbreiteter Familienname.

Der Schwede schenkte dem echten Ruedi Fahrni ein Trikot mit seiner Rückennummer und der Aufschrift «Fahrni Rüedu». Fahrni war nach der Begegnung voll des Lobes: «Farnerud ist sehr freundlich und sympathisch. Das Treffen war ein schönes Erlebnis, und ich freue mich über das coole Shirt.» Er ist in Thun aufgewachsen und seit vielen Jahren YB-Fan.

Fahrni, von seinen Arbeitskollegen «Fahrniru» genannt, spult jährlich mehrere Tausend Kilometer mit seinem Velo ab. «Im Herbst will ich mit dem Velo in den Norden und besuche wohl auch Farneruds Heimatstadt Helsingborg. Das YB-Shirt werde ich dann sicher auch mitnehmen.»

http://www.blick.ch/sport/fussball/supe ... edu-168856

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 7. April 2011, 17:03 
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Berner Zeitung, 07.04.2011

YB-Farnerud auf den Spuren von Robert Prytz

Offensivspieler Alexander Farnerud überzeugt seit der Winterpause bei YB. Der Schwede sieht aus wie ein DJ – und erzählt bei einem Besuch im Möbelhaus Ikea über sein Leben.

Ein Schwede, 26 Jahre alt, wechselt in der Winterpause zu YB, das auf Rang 5 steht. Der Schwede steigt rasch zum Gestalter und Publikumsliebling auf, er ist spielstark und torgefährlich, seine Pässe sind von besonderer Qualität. Der Schwede ist freundlich, er erobert Bern im Sturm.

Der Schwede führt YB in der Rückrunde zum Meistertitel. Das war im Frühling 1986. Robert Prytz war das entscheidende Puzzleteil zum Berner Steigerungslauf von Platz 5 auf Platz 1. Der Schwede will YB von Platz 5 so weit nach oben führen, wie es geht. Das ist im Frühling 2011. Alexander Farnerud ist möglicherweise das entscheidende Puzzleteil für YB auf dem Weg zum ersten Meistertitel seit 1986.

Vermutlich aber nicht dieses Jahr. «Wir spielen noch zweimal gegen Basel und einmal gegen Zürich», sagt Farnerud. «Also muss es das Ziel sein, unseren dritten Rang zu verbessern.»

Auch Fussballer gehen zu Ikea

Treffpunkt mit Alexander Farnerud ist beim YB-Fanshop im Stade de Suisse. Modisch gekleidet ist der 26-Jährige, zerrissen sind die Jeans, auf dem grauen Pullover ist der 1955 verstorbene Kultschauspieler James Dean zu sehen. «James Dean war schon ein sehr cooler Typ», sagt Farnerud, der aussieht wie ein DJ. Auf der Fahrt ins schwedische Möbelhaus Ikea in Lyssach spricht Farnerud über seine wechselhafte Karriere, über den vier Jahre älteren Bruder Pontus auch, der bei Stabaek in Norwegen engagiert ist und bei Monaco und Sporting Lissabon spielte – und an der WM 2002 und an der Euro 2004 im schwedischen Kader stand, aber ohne Turniereinsatz blieb. «Ich möchte ins Nationalteam zurück», sagt Alexander Farnerud, der vier Länderspiele absolviert hat. Aber man spürt, dass sein Fokus derzeit anders gelegt ist – auf Bern und YB. «Ich bin glücklich, wie es ist», sagt er.

Bei Ikea angekommen, gehts zum Lebensmittelladen mit Spezialitäten aus Schweden. Fisch mag Farnerud nicht, Fleisch dagegen schon. Er preist Biskuits an, die er sich jeweils bei Ikea besorge, und schwärmt von den Süssigkeiten im Tiefkühlregal wie einem Marzipaneis mit Sahnefüllung («Das habe ich schon als Kind geliebt»). Auch gut verdienende Fussballer kaufen bei Ikea ein. Kürzlich war Farnerud mit seiner Frau, die aus Stuttgart stammt, hier, um Möbel für die Wohnung in Gümligen zu kaufen – vor allem für das Kinderzimmer. «Lana Fabienne ist vier Monate alt», sagt Farnerud und strahlt. «Sie hat unser Leben bereichert.»

«Ruhiger Typ mit Passion»

Alexander Farnerud ist genau so, wie man sich einen Schweden vorstellt: locker und lässig, ruhig und schalkhaft. Er ist aber kein Robert Prytz, der listig war, leicht rundlich und keinen Festivitäten abgeneigt. Farnerud ist schlank, er ist fit und durchtrainiert und «einfach ein normaler Mensch», wie er es formuliert. Mittlerweile läuft er durch die Möbelabteilung im oberen Ikea-Stock, aber aufs erste, poppige Sofa, das der Fotograf vorschlägt, mag Farnerud nicht sitzen. Man einigt sich schliesslich auf ein elegantes Sofa, Farnerud posiert ernsthaft, erst auf Nachfrage lächelt er.

Der Schwedenimport der Young Boys ist geduldig, er kennt die Wünsche der Medien, schliesslich begann er einst eine Ausbildung zum Journalisten, die er nicht abschloss, weil der Fussball früh sein Leben bestimmte. «Mich interessierte, wie die Medien funktionieren», sagt Farnerud. Was also liegt näher, als ihn zu fragen, wie er einen Artikel über sich betiteln würde. Farnerud überlegt, er spricht aus seiner Zeit in Stuttgart passabel Deutsch, sucht aber die passenden Worte, ehe er formuliert: «Vielleicht wäre das ein guter Titel: ‹Ein ruhiger Typ mit einer Passion für Fussball›.» Ja, er liebe Fussball, das sei schon immer so gewesen. «Ich könnte den ganzen Tag auf dem Platz stehen.»

Auf der Rückfahrt nach Bern spricht Alexander Farnerud über seine angebliche Schwäche beim Torschuss. «Irgendwann hiess es, ich schiesse keine Tore», sagt er, «aber das stimmt gar nicht.» Bei YB seien ihm ja auch schon einige Treffer gelungen, und bei Bröndby habe er in zweieinhalb Saisons 20 Mal getroffen. «Man wird im Fussball leider schnell mit einem Etikett versehen, das man nicht mehr los wird.» Das ungewöhnliche 3-4-3-System bei YB gefällt ihm («Es ist offensiv und attraktiv»), weil auch er dadurch oft zum Torschuss komme.

In der Region Bern laufen ja gerade die Schweden-Wochen mit zahlreichen Aktivitäten und Konzerten, letzte Woche war Farnerud für eine Autogrammstunde bei Ikea. Einen noch persönlicheren Beitrag zu den Schweden-Wochen möchte er am Sonntag im Heimspiel gegen Basel leisten: «Wir wollen den FCB noch einmal ein wenig nervös machen.»

Einige Schweden bei YB

Skandinavische Fussballer hatten bei YB früher grosse Tradition. Der dänische Torschützenkönig Lars Lunde profitierte im Meisterjahr 1986 von den Pässen Robert Prytz’. Und in den Jahren danach etablierten sich mit Björn Nilsson, Hasse Holmqvist, Anders Limpar sowie Roger Ljung weitere Schweden als Leistungsträger. Prytz kehrte 1995 mit 35 Jahren noch einmal zu YB zurück, nun eher massig als rundlich, und der vorerst letzte YB-Schwede vor Farnerud hiess Erol Bekirovski, der bis 1999 in Bern spielte. 12 Jahre später ist Alexander Farnerud auf den Spuren von Robert Prytz.

http://www.bernerzeitung.ch/region/bern ... y/25112201

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Dienstag 19. April 2011, 10:18 
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NZZ, 19.04.2011

Zitat:
Das Musterbeispiel

Alexander Farnerud galt als grosses Talent – bis er vergessen hatte, was Selbstvertrauen ist

Schweden lassen Berner schweben. Wenn YB-Fans schwedische Namen hören, träumen sie von den achtziger Jahren, als ihre Fussballwelt noch heil und mit Pokalen gesegnet war. Dank Prytz, der YB 1986 zum letzten Meistertitel führte. Dank Nilsson, Holmqvist, Ljung, Limpar, die nicht mehr so prägend, aber geliebt waren. Weil sie halt aus Schweden stammten.

Erwachen die Berner, sehen sie die Tabelle und die grosse Hypothek auf die Spitze – aber einen neuen Schweden, immerhin. Alexander Farnerud heisst er; er erscheint zu früh zum Gesprächstermin, was, na ja, nicht selbstverständlich ist bei Fussballern. Ähnlich erging's am Samstag auch den Spielern der AC Bellinzona: Wo immer sie hinkamen – Farnerud war schon da. Aber gleich wieder weg. So nach 33 Minuten. Vom Finnen Taulo in der Platzmitte noch vermeintlich gut beschattet, stand Farnerud plötzlich allein im Strafraum, bekam ein hohes Zuspiel, sprang auf und wies dem Ball den Weg ins Tor. 2:0. Das 1:0 hatte der Mittelfeldspieler vorbereitet, später sollte er auch das 3:0 erzielen.


Nach zehn Spielen verbucht der 26-Jährige vier Assists und fünf Tore. Und als er im Januar nach Bern gewechselt war, hatte jemand gesagt, Farnerud sei nicht torgefährlich.
Mitläufer statt Regisseur

In der Heimat galt Farnerud als grosses Talent, nicht so begabt wie der drei Jahre ältere Zlatan Ibrahimovic – aber doch derart gut, dass ihn (wie Ibrahimovic) die Talentschmiede von Ajax Amsterdam lockte. «Manchmal läuft die Karriere nicht, wie man will», sagt Farnerud. Er wäre gern gegangen, doch fand sich mit dem Stammklub Landskrona keine Einigung. Also blieb Farnerud. Er blieb auch, als Leverkusen rief. Leverkusen stand 2002 im Champions-League-Final, und Farnerud dachte sich, solch ein Klub wäre noch eine Nummer zu gross. So wechselte er 2004 nach Strassburg, wo sein Bruder Pontus engagiert war. «Wir bemühten uns stark um ihn», sagt Ilja Kaenzig, damals Mitglied im Leverkusen-Management.

Heute ist Kaenzig der CEO von YB, und er hätte wohl keinerlei Chance gehabt, Farnerud nach Bern zu lotsen, wäre dessen Karriere nach Plan verlaufen. 2006 fühlte er sich bereit für Deutschland und zog nach Stuttgart. Er hätte ein Nachfolger der magistralen Regisseure Balakow und Hleb werden sollen – wurde aber zum Mitläufer, der die Erwartungen nicht erfüllte. Zuerst war er verletzt, und als er fit war, hatte der Trainer Veh längst eine Mannschaft gefunden, die den VfB zum Meistertitel 2007 trug. Danach spielte Farnerud einmal hinten links – und drei Tage später vorne rechts. Er war der Prototyp eines Spielers, den der Trainer braucht – und doch nicht so richtig. Nach einem Spiel in Barcelona Ende 2007 bestand Farneruds einziges Glück darin, dass er mit Andres Iniesta das Trikot tauschen durfte. Die «Süddeutsche Zeitung» schrieb: «Farnerud wird es in Stuttgart nicht mehr schaffen. Er hat vergessen, was Selbstvertrauen ist.»
«Farnerud Fenomeno»

Mittlerweile weiss er es wieder. Er läuft nicht mehr verkrampft übers Feld, aus Angst, im nächsten Moment einen Fehler zu machen. Denn die YB-Verantwortlichen haben ihm klargemacht, wie wichtig er ihnen ist. Sie wollten ihn partout von Bröndby Kopenhagen loseisen, wo Farnerud 2008 die Karriere neu zu lancieren versuchte, aber auf reichlich Chaos traf. Bröndby soll sich nach der YB-Anfrage nicht gerade entgegenkommend verhalten haben, verlangte gar viel Geld, doch YB liess nicht locker, feilschte – und beeindruckte damit Farnerud, der schliesslich für gut 600 000 Franken nach Bern wechselte. Laut dem YB-CEO Kaenzig passte in diesem Fall alles zusammen: das Zusammenspiel aus dem Netzwerk, der Handlungsschnelligkeit und dem Vorantreiben des Transfers. «Das ist ein Vorbild, wie man immer arbeiten muss», sagt Kaenzig. Und so will er es künftig wieder tun. Farnerud, das Musterbeispiel.

Kürzlich soll der Scout eines ausländischen Grossklubs gesagt haben: «Farnerud Fenomeno.» Das ist die andere Seite der Berner Liebesgeschichte mit den Schweden: Sie waren oft schneller wieder weg, als YB lieb war.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 02760.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (8) Alexander Farnerud
 Beitrag Verfasst: Freitag 12. August 2011, 15:04 
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Beiträge: 4089
Abseits - neben dem Platz: Alexander Farnerud




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