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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 25. Mai 2011, 10:20 
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Der Bund, 25.05.2011

Zitat:
Von Schluein nach Rom

Senad Lulic steht mit 25 an der Pforte zur italienischen Serie A. Lazio Rom will den YB-Spieler verpflichten, der mit 12 als Asylbewerber in die Schweiz kam.

Es ist eine dieser Immigrantengeschichten, die fast zu kitschig tönen, um wahr zu sein. Es war einmal ein bosnischer Junge namens Senad, der spielte in jeder freien Minute Fussball. Sein erster Klub hiess Turbina Jablanica. Jablanica hiess auch das in der Nähe von Mostar gelegene Städtchen, in das die Familie des Jungen während des Krieges geflüchtet war. Als der Krieg ein Ende fand, beschlossen Senads Eltern mangels Perspektiven für sich und ihre vier Kinder, das Land zu verlassen. Familie Lulic kam via Italien in die Schweiz, wo sie im Asylbewerberheim in Schluein GR eine erste Unterkunft fand. Senad war mit 12 in einer Welt gelandet, die ihm völlig fremd war. Er war traurig, vermisste seine Freunde in Bosnien. Hätte er nicht den Fussball gehabt, er wäre noch viel unglücklicher gewesen.

Dank des Fussballs entstanden Kontakte zur US Schluein Illanz, die den schmächtigen Jüngling mittrainieren liess. Eineinhalb Jahre später zog Familie Lulic von Schluein nach Chur. Senad, der unterdessen leidlich gut Deutsch sprach, schloss sich den C-Junioren des FC Chur 97 an. Damals dachte niemand ernsthaft daran, dass er irgendwann eine grosse Karriere machen würde. Wohl kam er schon mit 17 in die erste Mannschaft, doch die kickte in den Niederungen der 2. Liga interregional. Der Teenager konzentrierte sich auf seine Lehre als Automonteur und trainierte wöchentlich zwei- bis dreimal.

Das Angebot aus dem Tessin

Das Talent des Feierabendfussballers blieb dennoch nicht verborgen. Ein Berater organisierte Senad Lulic eine Vorspielmöglichkeit beim FCZ-Nachwuchs, aber es kam zu keinem Vertragsabschluss. Mehr Glück hatte der junge Bosnier, als er von der AC Bellinzona zu einer Probetrainingswoche eingeladen wurde. Der damalige Trainer der Tessiner, Vladimir Petkovic, fand grossen Gefallen am jungen Talent. «Ich habe schnell realisiert: Aus dem wird mal was», erzählte der kürzlich entlassene YB-Trainer vor über zwei Jahren in einem Interview.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Lulic bereits den nächsten Karrieresprung vollzogen: Nach zwei erfolgreichen Saisons mit Bellinzona (Cupfinal-Teilnahme und Aufstieg in die Super League im Jahr 2008) hatte er bei GC unterschrieben. In Zürich hiess sein erster Übungsleiter Hanspeter Latour. Der Oberländer ist noch heute angetan vom beidfüssig gleichermassen starken Lulic: «Er ist ein Strassenfussballer, unberechenbar, schnell, sehr stark in Eins-gegen-eins-Situationen. Das macht ihn auch für Klubs aus starken ausländischen Ligen zu einem interessanten Mann.»

Starke Auftritte auf grosser Bühne

In der heute (20.15) gegen St. Gallen zu Ende gehenden Saison erhielt Lulic mehrmals Gelegenheit, sich einem internationalen Publikum zu zeigen. Er nutzte die Auftritte in der Champions-League-Qualifikation und der Europa League zur Werbung in eigener Sache. Beispielsweise am 17. August 2010, als YB Tottenham im Bern eine Halbzeit lang an die Wand spielte und zwischenzeitlich 3:0 führte; Torschütze zum 1:0: Senad Lulic. Oder am 17. Februar 2011 in der Europa-League-Partie YB - St. Petersburg (2:1): Beim 1:1 schob Lulic den Ball zwischen zwei Verteidigern hindurch und lupfte ihn dann über den herauseilenden Goalie.

Solche Szenen blieben Beobachtern ebenso wenig verborgen wie Lulics Auftritte mit der bosnischen Nationalmannschaft. Dort hat sich der 25-Jährige unter Coach Safet Susic einen Stammplatz erkämpft. Die ungewohnte Position in der Verteidigung beschäftigt Lulic weit weniger als die Sperre, die Fifa und Uefa gegen den bosnischen Verband verhängt haben wegen veralteter Führungsstrukturen. Er hofft auf eine gütliche Einigung mit der Uefa, die am 26. Mai über die Aufhebung der Sanktionen entscheidet. Bleibt diese hart, könnte Bosnien die nächsten EM-Qualifikationsspiele gegen Rumänien und Albanien nicht bestreiten. Das wäre eine ganz bittere Pille für die aufstrebende Fussballnation, die noch auf den Barrageplatz hoffen kann.

So weit mag Senad Lulic im Moment gar nicht denken. Das Wichtigste sei, mit YB eine «aufregende Saison mit einem Erfolgserlebnis zu beenden», erklärt er pflichtbewusst. Diese sei im Übrigen nicht so schlecht gewesen, wie sie jetzt in den Medien dargestellt werde. «Wir haben immerhin in der Europa League überwintert. Das ist YB vorher noch nie gelungen.» Die Berner können in der nächsten Spielzeit weitere Erfahrungen in diesem Wettbewerb sammeln.

Ob Lulic dann noch bei ihnen spielt, ist sehr fraglich. Lazio Rom hat eine konkrete Offerte eingereicht für den offensiven Mittelfeldspieler. YB-Chef Ilja Kaenzig betont zwar, es sei noch nichts unter Dach und Fach. Er sagt aber auch: «Wir werden Senad keine Steine in den Weg legen, wenn das Angebot stimmt.» Der Spieler will zum Thema Lazio vor Saisonende keine Stellung beziehen.


http://www.derbund.ch/sport/fussball/Vo ... y/13323370

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 16. Juni 2011, 14:21 
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Lulic läuft bereits im Lazio Shirt rum. Vertragsunterzeichnung wohl nur noch Formsache.

http://sportsport.ba/ino_fudbal/lulic-s ... -rim/58948


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juni 2011, 10:25 
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YB-Linksfuss in die Serie A

Senad Lulic für fünf Jahre zu Lazio Rom

Senad Lulic (25) verlässt die Young Boys wie erwartet in Richtung italienische Serie A.

Der schweizerisch-bosnische Doppelbürger, der im linken Couloir sowohl als Verteidiger als auch als Mittelfeldspieler eingesetzt werden kann, unterschrieb mit Lazio Rom einen Fünfjahresvertrag.

In der Axpo Super League hat Lulic in der abgelaufenen Saison für YB in 31 Einsätzen 6 Tore erzielt. Davor hatte er je zwei Jahre für die Grasshoppers und die AC Bellinzona gespielt. Bei den Tessinern konnte er wie bei YB auf seinen Förderer Vladimir Petkovic vertrauen. Die Grundlagen für die Profi-Karriere hatte Lulic in Chur geschaffen. Inzwischen ist er auch Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina.

Lulic ist im Hinblick auf die nächste Saison Lazios zweiter Neuzuzug nach dem deutschen Stürmer-Star Miroslav Klose. Er trifft bei den Römern auf den Schweizer Internationalen Stephan Lichtsteiner. Lazio ist als Tabellenfünfter der Serie A für die Europa League qualifiziert.


http://www.nzz.ch/nachrichten/sport/akt ... 50961.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juni 2011, 10:27 
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Lulic-Wechsel zu Lazio perfekt

Wie erwartet verlässt Senad Lulic die Young Boys nach nur einer Saison. Der 25-jährige Mittelfeldspieler unterschrieb bei Lazio Rom einen Fünfjahres-Vertrag.

Lulic kam in der abgelaufenen Saison zu 31 Einsätzen in der Super League, in denen er 6 Tore erzielte. Gemäss «Corriere dello Sport» überweisen die Römer 3 Millionen Euro nach Bern.

Vor seiner einzigen Saison bei YB hatte der bosnische Internationale je zwei Jahre bei den Grasshoppers und in Bellinzona gespielt.

Nächste Saison in der Europa League

Lulic ist im Hinblick auf die nächste Saison Lazios zweiter Neuzuzug nach dem deutschen Nationalstürmer Miroslav Klose. Er trifft bei den Römern auf den Schweizer Internationalen Stephan Lichtsteiner.

Lazio ist als Tabellen-Fünfter der Serie A für die Europa League qualifiziert.


http://www.sport.sf.tv/Nachrichten/Arch ... io-perfekt

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juni 2011, 10:40 
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vier millione euro überchunnt yb schins. nid schlächt, we me bedänkt das är vo gc für öppe ä haubi million isch zu yb cho!

viel glück senad z'italie!


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juni 2011, 14:23 
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Danke Senad für deinen Einsatz und alles Gute!


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 22. Juni 2011, 11:41 
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Lulic-Transfer zu Lazio unter Dach und Fach

Der Wechsel von YB-Spieler Senad Lulic zu Lazio Rom ist vertraglich besiegelt worden: Der Nationalspieler von Bosnien-Herzegowina verlässt die Young Boys nach einem Jahr und wechselt für fünf Jahre in die Serie A.


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Montag 8. Juli 2013, 15:32 
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08.07.2013

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In Rom heissen die Babys Senad

Fussball Der ehemalige YB-Spieler Senad Lulic hat bei Lazio Rom sein Glück gefunden
Klar wäre er gerne einmal an einem grossen Fussball-Turnier dabei. Und klar würde er gerne einmal Meister oder Cupsieger werden – oder beides, mit Lazio Rom, seinem aktuellen Klub. Das sagte Senad Lulic im letzten Sommer. Zwölf Monate später hat sich einer der Träume erfüllt. Am 26. Mai gewann Lazio den italienischen Cupfinal und liess so eine verpfuschte Meisterschaft vergessen. Dass der 1:0-Sieg ausgerechnet gegen den Stadtrivalen AS Roma zustande kam, freute die Lazio-Anhängerschaft doppelt. Und Lulic wurde zum meistgefeierten Akteur: Er war es, der auf dem Weg zu seinem ersten persönlichen Titel in der 71. Minute den Siegestreffer gleich selbst markierte.

Ein grosser Augenblick für den Mann, der das Fussball-Abc in Chur erlernt hatte. In die Bündner Kantonshauptstadt war er mit seinen Eltern 1998 aus dem ehemaligen Jugoslawien gekommen. Klein Lulic schloss sich Chur 97 an und schaffte mit erst 17 Jahren den Sprung ins 1.-Liga-Team. Da begann der rasante Aufstieg: 2006 wechselte Lulic in die Challenge League zu Bellinzona, dann in die Super League zu GC (zwei Jahre) und YB (ein Jahr). Während seiner Zeit in Zürich wurde Lulic in die Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegowina berufen. «Ich hatte damals nicht die Qual der Wahl. Das Schweizer Nationalteam war kein Thema, weil ich den roten Pass erst erhielt, als ich bei YB war», sagt Lulic. Schliesslich klopfte Lazio Rom an, und auch in der italienischen Serie A fasste der inzwischen 27-Jährige schnell Fuss. Lulic zählt zu den Leistungsträgern im Team von Vladimir Petkovic, unter dem er schon bei Bellinzona und den Young Boys gespielt hatte.

Das Siegtor im Cupfinal machte Lulic zum Helden. «Das Spiel war an einem Sonntag», erzählt Lulic. «Als ich am nächsten Morgen das Fenster meiner Wohnung öffnete, standen unten vor dem Haus viele Lazio-Anhänger.» Lulic ging runter, und einige Fans küssten jenen Fuss, mit dem der bosnisch-schweizerische Doppelbürger wenige Stunden zuvor den Siegestreffer erzielt hatte. «Vielleicht dauert es Wochen, bis ich die Bedeutung dieses Treffers wirklich realisiere. Vielleicht Monate. Vielleicht Jahre», so Lulic. «Viele Menschen weinten vor Glück. Und nun erhalten sogar Neugeborene meinen Namen.»

Mit Bosnien nach Brasilien

Einige Ferientage verbrachte Lulic wie im letzten Jahr in Chur – in jener Stadt, in der er aufgewachsen ist. «Ich fühle mich hier immer noch sehr wohl», sagt er. Hier lebt seine Familie, hier hat er viele Freunde und Kollegen. Im nächsten Sommer fallen die Chur-Ferien aber möglicherweise aus. Denn als noch ungeschlagener Leader der Ausscheidungsgruppe G hat Bosnien-Herzegowina gute Chancen, sich für die WM-Endrunde 2014 in Brasilien zu qualifizieren, nachdem die Mannschaft in der letzten EM- und WM-Qualifikation jeweils in der Barrage scheiterte. Damit würde sich nach dem Cuperfolg Lulics zweiter Wunsch – die Teilnahme an einem grossen Turnier – erfüllen. Für die Fans jedenfalls ist die erstmalige WM-Teilnahme ihres Landes beschlossene Sache. Lulic: «Es ist verrückt. Viele Bosnier buchen in Brasilien schon Hotelzimmer.»

Anders Lulic: Er würde nie etwas erzwingen wollen. Es geschehe ohnehin, wie es geschehen müsse, meint er. «Hätte ich die Karriere geplant, hätte es bestimmt nicht geklappt.» Bevor er auf den Sport setzte, schloss er die Lehre als Automonteur erfolgreich ab. Er wollte es so. Den Wechsel ins Ausland tätigte er erst, als er sich dafür nach drei Super-League-Saisons reif genug fühlte. Das war vor zwei Jahren. 60 Serie-A- und sieben Cup-Partien sowie 21 Spiele in der Europa League hat der auf verschiedenen Positionen einsetzbare Lulic für Lazio bisher bestritten. Wenn er fehlte, dann wegen einer Verletzung oder Sperre.

Logisch, dass Lulic noch weitere Träume hat. «Warum sollten wir nicht einmal Meister werden?», fragt er. «Wir haben eine gute Mannschaft.» Bis 30. Juni 2017 steht Lulic bei Lazio unter Vertrag. Dass plötzlich ein noch grösserer Klub Lulic verpflichten will, ist aber nicht auszuschliessen. «In diesem Geschäft weiss man nie», sagt Lulic.

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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Montag 18. November 2019, 00:53 
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Lulic will zurück in die Schweiz

Vor knapp achteinhalb Jahren hatte Senad Lulic dem Schweizer Fussball den Rücken zugedreht. Seinen auslaufenden Vertrag bei Lazio Rom will er offenbar nicht mehr verlängern und heimkehren.

Die etwas ältere Generation kann sich noch sehr gut an Senad Lulic erinnern. Der mittlerweile 33-Jährige schnürte in der Super League für den Grasshopper Club Zürich sowie Young Boys Bern die Schuhe.

https://www.4-4-2.com/serie-a/lazio-rom ... e-schweiz/


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 Betreff des Beitrags: Re: (19) Senad Lulic
 Beitrag Verfasst: Montag 6. Juli 2020, 14:06 
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06.07.2020

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Mit 34 ist noch lange nicht Schluss: Von Chur 97 gelangte Senad Lulic nach Rom und ist dort ein Star

Der Bündner Senad Lulic ist Captain von Lazio Rom und wird bald erstmals in der Champions League spielen.

Zwei Sätze genügen und man weiss, wo der Gesprächspartner herkommt. Der Bündner Dialekt ist unverkennbar, als der Fussballer Senad Lulic am Sonntagmorgen am Telefon schildert, wie er am Abend zuvor auf der Tribüne des Olimpico in Rom sass und beim 0:3 gegen die AC Milan Zeuge der ersten Heimniederlage von Lazio wurde. Die Absenzen der beiden gesperrten Goalgetter Ciro Immobile (29 Tore) und Felipe Caicedo (8) wogen zu schwer. «Klar sind wir enttäuscht. Ciro ist immer für Tore gut», sagt Lulic. Er weiss, dass es nach dem 4:1 von Leader Juventus gegen Torino und dem Ausbau seines Vorsprungs auf sieben Punkte für Lazio nichts mehr wird mit dem Meistertitel.

Doch Lulic streicht lieber hervor, was Lazio in dieser Spielzeit geleistet hat. «Unser Ziel war nie der Scudetto, sondern nach einigen knapp verpassten Teilnahmen einzig die Champions League», sagt Lulic. «Und das haben wir nun geschafft.»

20 Punkte Vorsprung auf die AS Roma

Sagenhafte 20 Punkte Vorsprung haben die zweitklassierten Laziali auf den fünftplatzierten Stadtrivalen AS Roma. Die Niederlage gegen Milan war erst die vierte in 30 Spielen. «Unser langfristiges Projekt trägt Früchte. Wir sind eingespielt, arbeiten seit vier Jahren unter Trainer Simone Inzaghi und haben eine Mannschaft mit einem guten Teamgeist», sagt Lulic.

Dass auch er am Samstag nicht mittun konnte, hat mit einer im Februar erlittenen Knöchelverletzung und zwei Operationen, die zweite davon in St.Gallen, zu tun. Die Coronapause war ihm daher ganz gelegen gekommen. Das Aufbautraining betrieb er im Bündnerland und er genoss das Familienleben.

1998 war der damals 12-jährige Senad mit seiner Familie wegen des Krieges auf dem Balkan in die Schweiz geflüchtet. Sie hatte im Asylbewerberheim in Schluein Unterschlupf gefunden und nach und nach wurde der Bergkanton für sie eine zweite Heimat. «Uns war immer klar, dass wir nach meiner Karriere hier leben würden», sagt Lulic. Wegen der Einschulung der Kinder beschloss die Familie vor einem Jahr, dass Senads Frau mit dem Nachwuchs schon mal vorzeitig ins Bündnerland zurückkehrt.

Captain und unbestrittener Stammspieler

Was den Leistungen des Familienoberhauptes auf dem Rasen indes keinen Abbruch tat. Lulic blieb Stammspieler und führte seine Mannschaft als Captain auf den Platz. «Den Weg vom kleinen Chur 97 zum Captain von Lazio geschafft zu haben, erfüllt mich mit Stolz», sagt Lulic.

Als absoluter No-Name 2011 an den Tiber gekommen, steht er nun schon seit neun Jahren bei den Biancocelesti unter Vertrag, hat 351 Pflichtspiele absolviert, 34 Tore geschossen und 50 Assists geliefert. Und zwei Mal den Supercup und zwei Mal die Coppa Italia gewonnen. Der Finalsieg 2013 im Stadtderby gegen die Roma zählt zu den Highlights seiner Karriere. Sein Tor zum 1:0-Sieg sorgte dafür, dass die Tifosi am Tag danach vor seiner Wohnung standen, um sein Goldfüsschen zu küssen. Andere gaben Neugeborenen seinen Namen. Vor allem aber verhalf Lulic mit dem Tor Vladimir Petkovic zum bisher einzigen Titel als Trainer und konnte ihm etwas zurückgeben.

«Er hat einen grossen Anteil an meiner Karriere», sagt Lulic. Petkovic hatte ihn nach seinem Wechsel von Chur zur AC Bellinzona zum Profi gemacht und gesagt: «Das wird mal einer!» Und ihn später bei den Young Boys weiter gefördert.

Als Petkovic 2014 Schweizer Nationaltrainer wurde, konnte er Lulic aber nicht aufbieten. Weil dieser 2008 noch keinen Schweizer Pass gehabt hatte, war er damals dem bosnischen Aufgebot gefolgt, spielte 57 Mal für seine alte Heimat und war in Brasilien bei der WM-Premiere der Bosnier dabei.

Während 9 Jahren gab es keinen Grund, wegzugehen

Neun Jahre für denselben Klub aufzulaufen, ist im schnelllebigen Fussballgeschäft aussergewöhnlich. «Es gab immer mal wieder Angebote, doch nie einen Grund, von Lazio fortzugehen», sagt Lulic.

Auch jetzt nicht. Trotz abgelaufenem Vertrag und 34 Jahren auf dem Buckel. «Für mich gibt es nicht alte und junge Spieler, nur gute und weniger gute», sagt Lulic. Lazio hat seinem Captain eine Offerte für eine zehnte Saison unterbreitet, und weil Lulic sagt, er wolle so lange wie möglich spielen, hat er sie angenommen. Obwohl er mit vielen grossartigen Spielern wie Djibril Cissé, Miroslav Klose und Sergej Milinkovic-Savic zusammenspielte, reichte es nie für die Champions League. Jetzt wird dieser Traum aber bald in Erfüllung gehen. Seit Anfang Juni weilt Lulic wieder in Rom und bereitet sich auf das Comeback vor. «Vielleicht klappt es sogar noch in dieser Spielzeit mit einem Einsatz», hofft er.

In der Schweiz hat er 41 Mal für die Grasshoppers gespielt, 31 Mal für die Young Boys. Er weiss, was in der höchsten Schweizer Liga abgeht, lobt die jungen St.Galler Himmelstürmer und verfolgt die Entwicklung seines Herzensklubs GC mit Interesse. Der Allrounder, der am liebsten im 3-5-2-System auf der linken Aussenbahn spielt, will nicht ausschliessen, auch in der Super League noch mal mitzumischen. «Aber nur, wenn ich mir sicher bin, dass ich noch mithalten kann. Ich werde die Liga gewiss nicht unterschätzen.» Fest steht im Moment einzig: Mit 34 Jahren ist noch lange nicht Schluss.


https://www.luzernerzeitung.ch/sport/se ... ld.1235657

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