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 Betreff des Beitrags: Re: (35) Roman Bürki
 Beitrag Verfasst: Dienstag 2. Juli 2013, 12:31 
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wenn man den transfer von kubo känzig in die schuhe schiebt, muss man auch erwähnen das er im fall bürki hier eine gute klausel ausgehandelt hat.

Zitat:
Falls der FC Basel Yann Sommer tatsächlich verlieren würde, wäre GC-Keeper Roman Bürki in Basel weit oben auf der Kandidatenliste. Doch das könnte für die Basler zu einem komplizierten Fall werden. DerBund.ch/Newsnet weiss, dass bei einem allfälligen Wechsel Bürkis innerhalb der Schweiz auch YB involviert wäre. Als die Berner Roman Bürki definitiv für 900'000 Franken an die Grasshoppers verkauften, handelten sie dabei in weiser Voraussicht sogleich ein Rückkaufsrecht aus: Falls die Zürcher Bürki innerhalb der Schweiz verkaufen, kommt deshalb YB und nicht Basel als erster Verein ins Spiel.

«Möglich, dass uns auch Sommer verlässt»

«Es ist richtig, dass wir ein gewisse Klausel ausgehandelt haben. Ins Detail möchte ich aber nicht gehen», erklärt YB-Sportchef Fredy Bickel. Allerdings könnte Bürki für die Basler noch aus einem anderen Grund teuer werden: Er besitzt bei GC nämlich nur eine Ausstiegsklausel fürs Ausland. Georg Heitz sagt: «Es ist schon möglich, dass uns auch Yann Sommer verlässt. Aber wir haben bisher noch zu keinem möglichen Nachfolger Kontakt aufgenommen.»


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 Betreff des Beitrags: Re: (35) Roman Bürki
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 20. März 2014, 16:26 
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Unerschrocken und ungeduldig

Von Fabian Ruch. Aktualisiert um 15:22 Drucken Der Berner Roman Bürki leidet an einem Rippenbruch. Der überaus talentierte GC-Goalie blickt auf erlebnisreiche Monate zurück – und hat seine Spielweise geändert.

Die Medien vermelden, Roman Bürki falle mit einem Rippenbruch 3 bis 4 Wochen aus. Roman Bürki sagt: «Nur weil die Zeitungen schreiben, dass ich 3 bis 4 Wochen ausfalle, heisst das noch lange nicht, dass ich 3 bis 4 Wochen warte, bis ich wieder spiele.» Er schaue von Tag zu Tag, schiebt der GC-Goalie nach. Und dann sagt er: «Aber ich leide, wenn ich ein Training verpasse.»

Diese Aussagen passen ins Bild, das man sich von Roman Bürki in den letzten Jahren gemacht hat. Er ist: ungeduldig und unerschrocken, forsch und furchtlos. Er selber findet: «Ich bin mutig, das stimmt, und ich habe keine Angst. Man muss als Torhüter immer aggressiv sein, um sich selber zu schützen.»

Unschöne Schlagzeilen

23 Jahre alt ist Roman Bürki mittlerweile, damit gilt er noch als junger Keeper, und er hat in den letzten Monaten ganz schön viele Schlagzeilen produziert. Die scharfen Anschuldigungen auf dem Boulevard und die bösen Anfeindungen gegnerischer Fans haben Bürki getroffen. Er wirkt im Gespräch nachdenklich, wenn er sagt: «Ich habe mir viele Gedanken gemacht. Es ist hart, wenn man lesen muss, dass ich absichtlich Spieler verletzten wolle oder ein Simulant sei.» Und es sei nicht angenehm, in den Zeitungen als «Kung-Fu-Bürki» bezeichnet zu werden.

Wenn man Bürki so sprechen hört, drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob der Goalie wegen der Ereignisse zuletzt seine Spielweise geändert habe. «Ja, das habe ich», antwortet er. «Ich spiele zurückhaltender.» Das Gegentor kürzlich im Derby gegen Zürich etwa wäre früher kaum gefallen, weil Bürki dezidierter in den Zweikampf im Fünfmeterraum gegen FCZ-Stürmer Mario Gavranovic gestiegen wäre. «So aber setzte sich Gavranovic durch und schoss das Tor», sagt Bürki. Er achte jetzt darauf, nicht mehr mit gestreckten Beinen in ein Luftduell zu steigen.

Die Spielweise mag leicht angepasst sein, aber noch immer strahlt Roman Bürki jede Menge Entschlossenheit aus. Er wird, diese Prognose sei gewagt, irgendwann in einer grossen Liga spielen. «Das Ausland ist mein Ziel», sagt er, «aber derzeit konzentriere ich mich auf GC.» Es gefalle ihm sehr in Zürich, er habe letzte Saison mit dem Cupsieg unter dem heutigen YB-Coach Uli Forte ja gleich einen Titel gewonnen.

Und auch in dieser Spielzeit überzeugen die Grasshoppers, die aktuell mit fünf Punkten Rückstand auf Basel Zweite sind. Bürki jedoch fällt vorerst verletzt aus, die 9.Rippe ist gebrochen. Zudem hat er am Sonntag beim 4:2-Sieg gegen Sion einen Muskelfaserriss in den seitlichen Bauchmuskeln erlitten, als der ungestüm einsteigende Sion-Stürmer Leo mit den Stollen voran in den Keeper prallte. «Das war sehr schmerzhaft», sagt Bürki, «aber ich habe eine Spritze erhalten und kann im Wasser bereits Physio betreiben. Ich will so schnell wie möglich wieder im Einsatz stehen.»

Am Sonntag in Bern gegen YB

Nach seiner in St. Gallen erlittenen leichten Gehirnerschütterung Mitte Februar, als er von Kristian Nushi brutal am Kopf getroffen wurde, fehlte der Topathlet keine Partie. «Aber zuletzt hat es mich wirklich hart erwischt», sagt Bürki. «Ich hoffe, dass ich jetzt von Rückschlägen verschont bleibe.» Er besitzt ja sehr gute Chancen, als dritter Schweizer Goalie an die WM nach Brasilien zu reisen («Das wäre ein Traum»), wenn der verletzte Marco Wölfli von YB bis dahin nicht sein Comeback gegeben hat.

Am Sonntag trifft GC in Bern im Verfolgerduell auf YB, und mit Stürmer Nassim Ben Khalifa (Kreuzbandriss) fehlt den Zürchern ein zweiter Leistungsträger und früherer YB-Akteur. «Sein Ausfall schmerzt uns sehr», sagt Bürki. «YB hat mehr starke Einzelspieler, wir fangen vieles über das Kollektiv auf. Ben Khalifa ist enorm wichtig für uns.» Die Young Boys seien eine Wundertüte, sagt er, man wisse nie, was einen erwarte.

Den Wechsel zu GC hat der frühere YB-Junior nicht bereut, er wohnt in Bülach, das sei ideal und ungefähr gleich weit von Zürich entfernt wie Münsingen von Bern. Am Sonntag im Stade de Suisse wird Bürki neben Bruder Marco sitzen. Der YB-Verteidiger ist ebenfalls verletzt. «Aber vielleicht gelingt mir ja ein schnelles Comeback», sagt Roman Bürki. Man weiss nicht so genau, ob er das humorvoll oder ernst meint.


http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussb ... y/25542239

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 Betreff des Beitrags: Re: (35) Roman Bürki
 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. Dezember 2014, 17:11 
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«Manuel Neuer gratulierte mir»

Der frühere YB-Junior Roman Bürki überzeugt beim SC Freiburg. Im Interview spricht der Torhüter über die Bayern und die Bundesliga, seine Zukunft und das Nationalteam.

Roman Bürki, wie fühlt man sich als einer der fünf besten Bundesligaspieler?
Roman Bürki: Ich denke nicht, dass ich einer der besten Spieler bin. Hier hat es so viele ausgezeichnete Fussballer, die seit Jahren Topleistungen liefern.

Im Fachmagazin «Kicker» gehören Sie mit Ihrem Notenschnitt nach 16 Runden aber zu den fünf stärksten Akteuren.
Das freut mich und ist eine Anerkennung meiner Leistungen. Es läuft mir persönlich bisher gut, aber dennoch kann ich nicht zufrieden sein, weil wir als Team zu wenig Punkte geholt haben.

Sie brillieren fast Woche für Woche mit ausgezeichneten Vorstellungen und haben bisher erst einen Fehler gemacht...
...der uns aber vor kurzem in Paderborn zwei Punkte gekostet hat, als ich in der Schlussphase das Gegentor zum 1:1 verschuldete.

Dennoch: Sie haben sich in der Bundesliga eindrücklich durchgesetzt. Hätten Sie gedacht, dass das so schnell geht?
Man muss sich immer neu beweisen. Ich habe gemerkt, dass mein Ansehen höher ist als Anfang Saison. Aber ich habe erst 16 Spiele in der Bundesliga absolviert.

Bei der 0:2-Niederlage am Dienstag in München wehrten Sie fast 30 Schüsse ab.
Das war schon eine sehr spezielle Partie, weil wir gar nie richtig über die Mittellinie kamen. Die Qualität der Bayern ist beeindruckend, sie liessen uns keinen Raum. Aber nach der ersten gelungenen Parade war ich im Spiel. Dennoch ist es frustrierend, wenn man so chancenlos ist. Immerhin haben wir von den Bayern nicht, wie andere Teams zuletzt, eine Packung erhalten.

Gab es nach der Partie Reaktionen von den Bayern-Spielern?
Manuel Neuer gratulierte mir und sagte, ich hätte sehr gut gespielt. Es ist schön, von einem so starken Torhüter ein Kompliment zu hören. Auch Neuers Ersatz Pepe Reina lobte mich.



Der Abstiegskampf in Deutschland ist spannend, Freiburg steht mit nur 14 Punkten auf Rang 17. Was sind die Gründe dafür?
Wir verteidigen relativ gut und haben erst 23 Gegentore erhalten. Aber wir schiessen zu wenig Tore, das müssen wir ändern. Ich denke, es ist nicht so einfach, uns zu schlagen, wir haben in 16 Partien erst sechsmal verloren.

Blickt man auf das Kader, stellt man die fehlende Klasse in der Offensive fest. Ausser dem Schweizer Admir Mehmedi fehlen starke Stürmer. Ihr Verein muss in der Winterpause aufrüsten, sonst ändert sich das nicht.
Für Mehmedi ist es tatsächlich nicht einfach, er ist oft ein Einzelkämpfer im Angriff. Die anderen Stürmer sind nicht schlecht, das sehe ich ja im Training, aber sie wechseln sich oft ab. Es hat sich noch keiner als Partner Mehmedis etablieren können. Ob wir auf die Rückrunde neue Spieler erhalten, weiss ich nicht.

In Freiburg ist es deutlich ruhiger als an anderen Bundesliga-Standorten, es gibt auch keine hektische Presse...
...und das ist ein Vorteil für uns. In Freiburg herrscht keine Unruhe, auch die Fans stehen immer hinter uns und feuern uns an. Diese Mentalität gefällt mir. Zudem war ja schon vor der Saison klar gewesen, dass wir kaum um den Titel spielen werden. Beim SC Freiburg kennt man diese Situation, da wird keiner nervös.

Ihr Trainer Christian Streich ist eine sehr eigentümliche, impulsive, interessante Erscheinung. Wie nehmen Sie ihn wahr?
Er ist ein emotionaler Trainer, der laut werden kann und uns immer wieder antreibt. Ich finde das gut, zumal er sehr akribisch ist und immer mehr von uns verlangt. Die meisten Spieler kennen ihn schon lange, weil er seit Jahren in Freiburg ist. Man muss sich an ihn gewöhnen, aber das dauert nicht lange. Es geht ihm nur um die Arbeit, um die Einstellung, um den Erfolg.

Und wie ist das Leben in der schönen Studentenstadt Freiburg?
Es ist tatsächlich eine Stadt mit hoher Lebensqualität und vielen Grünflächen. Es ist wie in Bern. Das Zentrum ist hübsch, und es ist gut zu Fuss zu erkunden. Ich wohne ein paar Minuten ausserhalb der Innenstadt und habe mich gut eingelebt. Zudem ist es ja nicht weit nach Münsingen, wo meine Familie lebt. Von Bern aus ist man in 90 Minuten in Freiburg, wenn es nicht viel Verkehr hat.

Also haben Sie wohl viel Besuch in Freiburg?
(lacht) Ja klar, für unsere Heimspiele muss ich immer mindestens 15 Karten besorgen.

Aber vielleicht bleiben Sie gar nicht so lange in Freiburg. Man hat bereits gehört, dass sich grosse Vereine wie Borussia Dortmund mit Ihnen befassen.
Davon habe ich auch nur gelesen. Solange mir mein Berater nicht von einem konkreten Interesse berichtet, interessiert mich das nicht. Und ich denke sowieso, dass es für mich wichtig ist, in Freiburg weiter zu reifen und zu versuchen, ein guter Rückhalt zu sein. Ich bin jetzt erst knapp ein halbes Jahr in der Bundesliga.

Wo sehen Sie Freiburg im Vergleich mit Super-League-Teams?
Ich denke, wir würden vorne mitspielen in der Schweiz. Testspiele haben zwar meist nur eine geringe Aussagekraft, aber der SC hat in den letzten Jahren gegen YB, Zürich, Aarau oder andere Schweizer Vereine meistens gewonnen. Vergleiche sind immer schwierig, doch das Potenzial unserer Spieler ist hoch, Mehmedi wäre ja auch in der Super League ein herausragender Akteur.

Und wie intensiv verfolgen Sie die Schweizer Liga noch?
Sehr intensiv. Ich bin, wenn es unser Programm zulässt, oft an den YB-Heimspielen oder in Zürich bei GC. Ich habe da viele Freunde und Bekannte und bin beiden Vereinen verbunden. Bei YB spielt ja auch mein Bruder Marco, der leider zuletzt viel Pech mit Verletzungen hatte.

Schauen Sie zuerst auf GC oder auf YB, wenn Sie die Super-League-Resultate nachschauen?
Auf GC, da spielte ich in den letzten Jahren, da ist der Bezug grösser. Zudem gaben mir die Grasshoppers die Möglichkeit, als Stammgoalie bei einem grossen Super-League-Klub zu spielen.

Im Schweizer Nationalteam sind Sie die Nummer 2 hinter Yann Sommer. Wie sehen Sie Ihre Perspektive in der Auswahl?
Yann Sommer ist ein sehr, sehr guter Torhüter, der auch bei Gladbach hervorragend spielt. Er hat seit der WM alle Pflichtspiele für die Schweiz bestritten, aber immerhin durfte ich zuletzt im Test in Polen spielen. Ich bin die Nummer 2, klar, aber es geht alles über die Leistungen im Verein. In den wenigen Trainings mit der Nationalmannschaft kann man sich ja nicht aufdrängen. Doch es geht im Fussball manchmal sehr schnell. Ich konzentriere mich weiter nur auf mich und die Spiele mit Freiburg. Eine Formschwäche oder eine Verletzung wünsche ich keinem Fussballer.


Durchgestartet in der Bundesliga

Im Sommer wechselte Roman Bürki von den Grasshoppers zum SC Freiburg. Und mit konstant starken Leistungen hat sich der Berner gleich als einen der besten Torhüter der Bundesliga etabliert. Der frühere YB-Junior hat nach 16 Spieltagen im Fachmagazin «Kicker» den fünftbesten Notenschnitt aller Akteure der obersten deutschen Spielklasse. Zuletzt, am Dienstag bei der 0:2-Niederlage in München gegen die überragenden Bayern, gelang Roman Bürki erneut eine sensationelle Darbietung – mit am Ende weit über 25 abgewehrten Schüssen.
Der seit wenigen Wochen 24 Jahre alte Bürki ist auch Nationalspieler. Sein Debüt gab er Mitte November beim 2:2 im Test in Polen. In der Auswahl ist Bürki die Nummer 2 hinter Gladbachs Yann Sommer. Die Winterpause wird der Goalie zuerst bei der Familie in Münsingen verbringen, ehe er über Silvester mit der Freundin und Bruder Marco, der bei YB spielt, ein paar Tage nach Paris geht.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/31255531

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 Betreff des Beitrags: Re: (35) Roman Bürki
 Beitrag Verfasst: Freitag 8. Mai 2015, 12:16 
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08.05.2015

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Der impulsive Aufsteiger beim ruhigen Abstiegskandidaten

Der Berner Roman Bürki hat sich als einer der besten Torhüter der Bundesliga etabliert. Derzeit kämpft er mit dem SC Freiburg um den Klassenerhalt. Der 24-Jährige gibt sich gelassen – wie der gesamte Verein.

Die Idee war nett, und sie ging so: Termin in der hübschen Innenstadt, Bilder auf dem Münsterplatz und am Martinstor, vielleicht kurz in die Wohnung Roman Bürkis fahren und einen Augenschein nehmen inklusive Fototermin.

Allein: Das ist Bundesliga, und selbst beim SC Freiburg, diesem kleinen, freundlichen, etwas anderen Verein aus der Peripherie des Landes, gelten strenge Mediengesetze – obwohl der Presserummel in der Fussballprovinz überschaubar ist. «Wir stecken mitten im Abstiegskampf», richtet Medienchef Rudi Raschke aus, «und nach dem 1:2 zu Hause gegen Paderborn würde es unglücklich wirken, wenn unser Torhüter strahlend für Bilder im Zentrum Freiburgs posierte.»

Raus zum Schwarzwald-Stadion also, früher Mage-Solar-Stadion, noch früher Badenova-Stadion und ursprünglich, ab dem Bau 1954, für 50 Jahre Dreisam-Stadion. Es liegt mitten in einem Wohnquartier, gleich am idyllischen Flüsschen Dreisam. Am Dienstagmittag herrscht die Ruhe nach dem Frust. Drei Tage ist die Niederlage im «Abstiegsendspiel» («Bild»-Zeitung) gegen Paderborn her, drei Tage dauert es bis zum «Abstiegsendspiel» («Bild»-Zeitung) beim HSV.

Das Training, unter Ausschluss der Öffentlichkeit, ist zu Ende, Christian Streich läuft nachdenklich in die Garderobe. Der Trainer ist authentisch, völlig normal und deshalb so speziell in diesem kunterbunten Zirkus Bundesliga mit den vielen Selbstdarstellern.

Es dauert noch rund eine Stunde, bis Bürki zum Gespräch auf der Tribüne erscheint. Der Torhüter pflegt seinen kräftigen Körper intensiv, vor jeder Trainingseinheit erhalten auch die Finger eine Sonderbehandlung, «schliesslich sind die Hände der wichtigste Körperteil eines Torhüters». Bürki hat den Ellbogen einbandagiert, aber das sei bloss eine Vorsichtsmassnahme.

Der 24-Jährige ist flippig gekleidet, an den schwarzen Jeans hat es auf Kniehöhe zwei grosse Löcher, was eher nicht viel damit zu tun hat, dass Bürki als Goalie oft auf die Knie fällt. Christian Streich wird wohl nie verstehen, warum sich junge Leute so kleiden. Aber das spielt jetzt keine Rolle.

Roman Bürki ist ein Star, zumindest ein kleiner, er gehört diese Saison zu den besten Bundesliga-Spielern, nachdem er im Sommer von GC nach Freiburg wechselte. «Es läuft mir gut», sagt Bürki, «aber ich habe auch Fehler gemacht. Zudem ist unsere Lage derzeit ungemütlich. Und es zählen nur die Resultate des Teams.»

Der frühere YB-Junior hat sich mit starken Vorstellungen in Deutschland durchgesetzt. In der Super League fiel Bürki noch als Heisssporn auf, in Freiburg ist er ruhiger geworden. Kürzlich aber lebte er mal wieder seine impulsive Seite aus. Im Heimspiel gegen Mainz (2:3) schlug Bürki in der Pause mit der Faust eine Plexiglasscheibe auf der Ersatzbank kaputt. «Ich war sauer, weil wir gegen Ende der ersten Halbzeit zwei dumme Gegentore erhalten hatten», sagt Bürki. «Aber ich wusste erst, dass ich die Scheibe zertrümmert habe, als ich nach dem Spiel mehrere SMS von Kollegen auf meinem Handy las. Man sah das offenbar am TV.»

Vielleicht würde dem SC Freiburg ein bisschen mehr Aggressivität nicht schaden. Spricht man mit Journalisten und Anhängern, wird eher früher als später betont, die Mannschaft sei einen Tick zu brav, zu nett, zu naiv. «Es fehlt an einem Feldspieler, der mal dazwischenhaut», sagt Rene Kübler, der für die «Badische Zeitung» über den SC schreibt. Für Bürki findet der Journalist nur lobende Worte: «Er hat sich schnell zu einer Leaderfigur entwickelt.

Und die Fans mögen ihn, weil er ein guter Typ ist und ausserordentlich stark spielt.» Andrew Kraft, Angestellter der SC-Freiburg-Medienstelle, beschreibt Bürki als «umgänglichen, positiven, sympathischen» Spieler, der ausgezeichnet zum Verein passe. Und die junge Anhängerin im Fanshop outet sich gar als Verehrerin des Berners: «Er sieht klasse aus. Bloss schade, steht er im Tor. Ein Torhütertrikot kann man ja schlecht anziehen. Und leider sind andere im Team nicht so gut wie er.»

Rückhalt und Fanliebling Bürki glaubt auch, dass sich Freiburg selber im Weg stehe. «Wir sind selten unterlegen, haben aber durch Fehler viele Siege verpasst.» In seiner Rechnung kommt Bürki auf 19 vergebene Punkte. Unruhe aber herrscht in Verein und Umfeld nicht, dazu ist Fussball in der wohlhabenden Studentenstadt zu wenig wichtig. «Die Welt geht nicht unter, wenn der SC absteigt», sagt Journalist Kübler.

Und Bürki findet, es sei erstaunlich, wie gelassen die Leute bleiben würden. «Das ist unsere Stärke», meint er, «bei anderen Klubs ist die Nervosität viel grösser.» Er denkt übrigens nicht, dass Freiburg zu anständig sei. «Wir wollen mit technischen Mitteln zum Erfolg kommen. Und wir haben oft bewiesen, dass wir uns vor niemandem verstecken müssen.»

Am Freitag geht es in Hamburg weiter, dann kommen die grossen Bayern, ehe es in der letzten Runde bei Hannover 96, derzeit einen Platz hinter dem SC, zu einem weiteren Abstiegsendspiel kommen könnte. «Es ist gut, spielen wir noch gegen zwei Konkurrenten», sagt Bürki, «und vielleicht ist es nicht schlecht, sind das keine Heimspiele. Wir wollen vor eigenem Publikum oft zu viel.»

Auf die Partie gegen die Bayern freut sich der Goalie gleichwohl sehr. In München, bei der 0:2-Niederlage kurz vor Weihnachten, gratulierte ihm Welttorhüter Manuel Neuer zur starken Vorstellung, in Freiburg werden die beiden Trikots tauschen. «Es war am Anfang speziell, gegen Fussballer zu spielen, die ich nur von der Playstation kannte. Aber das ist längst normal geworden.»

Jetzt ist er, Roman Bürki aus Münsingen, ein Vorzeigespieler der Bundesliga, und in der Branche wird gemunkelt, sein nächster Verein könnte Dortmund heissen. Borussias Goalie Roman Weidenfeller ist bereits 34, Bürki soll in den Fokus Dortmunds gerückt sein. «Ich habe das gelesen», sagt Bürki, «aber ich weiss von nichts. Zudem geht es jetzt nur um die nächsten Wochen.»

Roman Bürki wird seine Karriere kaum in Freiburg beenden. Dafür ist er zu stark, zu talentiert, zu ehrgeizig. Der SC ist für ihn die ideale Durchgangsstation auf dem Weg zu einem Topklub. «Ich bin in meiner Karriere gut damit gefahren, einen Schritt nach dem anderen zu nehmen», sagt er. Stets ging es eine Stufe nach oben. Und ambitionierte Ziele verfolgte Bürki immer, bei YB erinnern sich Mitarbeiter daran, wie ein 16-Jähriger am Mittagstisch im Restaurant Eleven sass und davon plauderte, er werde in einigen Jahren in der Bundesliga spielen. Aus dem selbstbewussten Grünschnabel ist die grosse Hoffnung des SC Freiburg im Abstiegskampf geworden.

Gestresst wirkt Bürki deswegen nicht. Für die Fotoaufnahmen zieht er sich professionell noch rasch eine SC-Trainingsjacke über. Später, nach einer weiteren Visite beim Physiotherapeuten, nimmt er den Journalisten aus Bern in die Innenstadt mit. Bürki wohnt nicht wie Teamkollege Admir Mehmedi dort, aber der Weg in den kleinen, ruhigen, grünen Vorort Zähringen führt am Hauptbahnhof vorbei. Bürki schätzt das Leben in der Natur, zumal seine Partnerin einen Hund hat, der viel Auslauf benötigt. Die Freundin studiert in Bern und absolviert ein Praktikum bei einer Bank in Freiburg.

¨Bürki überlegt sich, wie Trainer Streich ab und zu mit dem Velo ins Training zu fahren. Es wären schöne Bilder, wie ein Bundesliga-Profi mit dem Fahrrad zur Arbeit geht. Sie würden zum beschaulichen Freiburg passen.

Heute Abend wird die angenehme Normalität im Breisgau weit weg sein, wenn der SC in Hamburg vor über 55'000 Zuschauern gegen den HSV einen Befreiungsschlag landen will. Roman Bürki wird im Zentrum des Geschehens stehen.


Stichworte für Bürki

Freiburg: «Es ist eine schöne Stadt in einer herrlichen Gegend. Die Lebensqualität ist hoch, die Schweiz ist nah, das passt.»

Freizeit: «Ich gehe gerne mal mit Teamkollegen in die Stadt. Es hat einige gute Läden in Freiburg und zahlreiche tolle Cafés. Freiburg ist eine Studentenstadt, also hat es viele junge Menschen, was man spürt. Oft habe ich Besuch aus der Heimat, dann machen wir Ausflüge. Auf dem Berg Schauinsland war ich auch schon. Es lohnt sich echt, da raufzugehen.»

Familie: «Ich bin froh, sind meine Eltern und meine Freunde oft hier. Und etwa alle 14 Tage gehe ich nach Bern und Münsingen, das ist mir wichtig. Man ist auf der Autobahn ja schnell unterwegs, zumindest in Deutschland.»

Social Media: «Ich bin nicht mehr auf Facebook, aber auf Twitter und vor allem Instagram. Es macht mir Spass, Fotos hochzuladen. Mittlerweile habe ich rund 18000 Follower. Man muss als Profifussballer gewisse Regeln beachten, Bilder aus der Kabine etwa gehen nicht. Und man sollte nicht Fotos zeigen, auf denen Alkohol zu sehen ist. Das kann für Ärger sorgen, selbst wenn man gar nicht viel trinkt. Haris Seferovic, mein Kollege aus dem Nationalteam, hat das ja erfahren, als mal ein Partybild von ihm im
Internet die Runde machte.»

Christian Streich: «Unser Trainer ist einmalig, sensationell, er fordert extrem viel und ist eigentlich nie ganz zufrieden. Streich ist sehr ehrgeizig, sehr direkt, sehr impulsiv, er ist ein ausgezeichneter Motivator. Und wir sind immer perfekt auf den Gegner eingestellt. Ihm geht es stets nur um die Sache und um den Fussball, das ganze Drumherum interessiert ihn überhaupt nicht.»

Super League: «Ich verfolge die Liga in der Schweiz stark, vor allem meine früheren Klubs YB und GC. Ich empfange das Schweizer Fernsehen und schaue, wann immer es geht, die Spiele und die Zusammenfassungen. Am Sonntag war ich so sauer, da wir am Tag zuvor gegen Paderborn verloren hatten, dass ich genug von der Bundesliga hatte. Also guckte ich den 1:0-Sieg von YB in Zürich.»

Bruder Marco: «Wir haben täglich Kontakt. Er hatte in den letzten Jahren viel Pech mit Verletzungen, ist aber immer noch erst 21 Jahre alt. YB setzt auf ihn, sonst hätte er nicht einen neuen Dreijahresvertrag erhalten. Und ich finde es sehr gut, geht er im Sommer leihweise zu Thun. Ich musste YB damals ja auch verlassen und wurde an GC ausgeliehen, weil mir Marco Wölfli vor der Nase stand. Das war wichtig, ein junger Fussballer benötigt vor allem Spielpraxis. Und die wird Marco in Thun erhalten. Ich hoffe, dass er danach eine tragende Rolle bei YB spielen kann.»

Admir Mehmedi: «Letzte Saison spielte er in Freiburg überragend, zuletzt lief es ihm nicht mehr rund. Aber er arbeitet hart fürs Team und ist enorm wichtig. Ich sehe jeden Tag im Training, über was für eine überragende Schusstechnik er verfügt. Und ich bin sicher, dass er für uns in den nächsten Wochen noch Treffer erzielen wird.»


Abstiegskampf: Am Freitag in Hamburg

Drei Spieltage vor Saisonende präsentiert sich der Abstiegskampf in Deutschlands oberster Spielklasse hochspannend. Die Hälfte der Bundesliga-Klubs ist nicht gerettet, besonders eng wird es für 5 Vereine. Der SC Freiburg steht auf Rang 16 – und müsste damit gegen den Dritten der 2.Bundesliga (im Moment Darmstadt) zwei Relegationsspiele bestreiten. Die 1:2-Heimniederlage am Samstag gegen Paderborn war sehr schmerzhaft.

Am Freitag folgt für den SC in Hamburg das nächste Direktduell im Tabellenkeller. Der HSV spielt als einziger Klub seit Bestehen der 1.Bundesliga 1963 immer erstklassig – und zeigte nach dem erneuten Trainerwechsel zuletzt unter Bruno Labbadia deutlich aufsteigende Tendenz. In der letzten Runde wird Freiburg in Hannover antreten. Von Stürmer Admir Mehmedi, wie Roman Bürki Nationalspieler, erwarten die Freiburger eine Steigerung. Er hat in 25 Einsätzen erst zweimal getroffen, nachdem er in der letzten Spielzeit mit 12 Treffern die überragende SC-Figur gewesen war.


Bundesliga-Noten

Nach 31 von 34 Spieltagen in dieser Saison ist Roman Bürki der sechstbeste Bundesliga-Spieler – gemessen am Notenschnitt des Fachblattes «Kicker». Im deutschen Fussballmagazin hat der einstige Goalie von Thun, YB und GC einen hervorragenden Schnitt von 2,74 und ist damit der zweitbeste Torhüter hinter Schalkes Ralf Fährmann, der allerdings wegen einer Verletzung deutlich weniger Partien bestritten hat. Mit drei starken Leistungen bis Saisonende könnte sich Bürki sogar noch unter die Top 3 schieben. Der überragende Arjen Robben, der wegen einer Verletzung noch lange ausfällt, von Bayern München ist auch notenmässig der deutlich stärkste Fussballer der Saison.

Der Schweizer Nationaltorhüter Yann Sommer von Gladbach übrigens steht mit 2,87 auf Rang 12 – und Wolfsburgs Diego Benaglio, der langjährige Keeper der helvetischen Auswahl, folgt mit 2,88 auf Platz 14.


SC Freiburg: Kleiner Verein mit feiner Ausrichtung

Der SC Freiburg, gegründet 1904, stieg 1993 unter dem legendären Trainer Volker Finke erstmals in die Bundesliga auf. Seither stieg er dreimal ab, verbrachte aber nur 6 der letzten 22 Jahre nicht in der obersten Spielklasse. Trotz Standortnachteil und kleinem, altem Stadion hat sich der SC in der Bundesliga etabliert. Er ist sehr bodenständig und geniesst bundesweit hohe Sympathiewerte.

Der SC Freiburg steckt seit Finkes Zeiten in einer attraktiven Nische, er gilt als alternativ, innovativ, smart. Das enge, alte Schwarzwald-Stadion, in den letzten 25 Jahren fünfmal von 12500 auf 24500 Plätze ausgebaut, ist aber überhaupt nicht zeitgemäss, es fehlt auch an der Möglichkeit, hochpreisige VIP-Karten zu verkaufen, weil es keine Logen hat.

Im Jahr 2019 soll am Stadtrand endlich eine moderne Spielstätte eröffnet werden, vor drei Monaten gaben die Stimmbürger ihren Segen zur Errichtung des Stadions mit einem Fassungsvermögen von 35000 Zuschauern. Man rechnet weiter mit vielen Einsprachen aus der Bevölkerung, sodass mit dem Bau wohl erst 2017 begonnen werden kann.

Ein Abstieg würde den SC schmerzen, aber nicht so heftig treffen wie andere Klubs. Der Verein wirtschaftet haushälterisch, macht keine Verluste und hat auf dem Festgeldkonto, wie es in Deutschland heisst, einige Millionen Euro liegen – auch dank kluger Transferpolitik und einer ausgezeichneten Nachwuchsbewegung, in die Freiburg viel Geld investiert. Sie gilt landesweit als eine der besten.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/26756592

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 Betreff des Beitrags: Re: (35) Roman Bürki
 Beitrag Verfasst: Samstag 27. April 2019, 18:25 
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27.04.2019

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So gut wie nie: Warum Roman Bürki bei Dortmund unverzichtbar geworden ist

Dank dem formstarken Goalie Roman Bürki darf in der Bundesliga Borussia Dortmund noch immer vom Meistertitel träumen. In seiner vierten Saison beim BVB spielt der 28-Jährige so konstant wie noch nie.

Das Titelrennen spitzt sich zu. Vier Runden vor Schluss sind Leader Bayern München und Borussia Dortmund nur durch einen Punkt getrennt. Dass die im Herbst zeitweilig mit neun Punkten Vorsprung führenden Westfalen noch immer von der ersten Meisterschaft seit 2012 träumen dürfen, liegt zu einem guten Teil an ihrem formstarken Goalie Roman Bürki.

Der auch dann gut war, als die Mannschaft schwächelte. In seiner vierten Saison beim BVB spielt der 28-Jährige so konstant wie nie. Für viele ist er in der Bundesliga der Beste seiner Zunft. Das Fachmagazin «Kicker» führt ihn in seiner Rangliste vor Leipzigs Gulacsi, Freiburgs Schwolow und Gladbachs Sommer als Nummer 1.

Trainer halten zu Bürki

Nachdem die Dortmunder vor drei Wochen bei den Bayern mit 0:5 verloren hatten, verdankten sie den folgenden kapitalen 2:1-Heimsieg über Mainz vor allem Bürki, der mit nicht weniger als acht Paraden glänzte, als sein Team in der Schlussphase eingeschnürt wurde. «Es war eigentlich nicht unser Plan, dass uns Roman retten muss», gestand hinterher Captain Marco Reus.

Und Mittelfeldspieler Thomas Delaney sagte, Bürki habe wie ein Oktopus die Mainzer Chancen vereitelt. Danach wurde der Held des Tages mit Sprechchören gefeiert. «Das ist natürlich schön», sagte der Schweizer, «zumal ich hier auch schon andere Zeiten erlebt habe.»

In der Tat hat es Bürki in Dortmund in den ersten Jahren nicht leicht gehabt. Jeder Patzer war ein gefundenes Fressen für die Medien und Möchtegern-Experten. Bürkis Glück: Alle seine Trainer, ob Thomas Tuchel, Peter Bosz oder Peter Stöger, hielten zu ihm. Auch Lucien Favre weiss ganz genau, was er an seinem Keeper hat.

Die Erkenntnisse des Vaters

Martin Bürki sitzt bei nahezu jedem Heimspiel des BVB auf der Tribüne. Auch gegen Mainz war er da und sagt: «Das war kaum auszuhalten. Aber als Vater hat man natürlich eine grosse Freude, wenn dem Sohn eine solche Leistung gelingt.» Martin Bürki hatte selber viele Jahre lang für den FC Münsingen in der 1. Liga das Tor gehütet und später bei den Young Boys die Nachwuchsgoalies ausgebildet.

Vermutlich hat ihm Roman sogar die Karriere zu verdanken, denn als Teenager musste ihn sein Vater hartnäckig davon überzeugen, das Angebot eines Probetrainings bei YB anzunehmen. Dadurch erst war der Weg in den Spitzenfussball vorgezeichnet.

Deshalb ist der 56-jährige Martin Bürki wie kaum ein anderer prädestiniert dafür, die Gründe für Romans grandiose Entwicklung in dieser Saison, eine eigentliche Leistungsexplosion, zu benennen:

Die Akzeptanz: «Roman wird nun in Dortmund vom Verein, vom Vorstand, vom Umfeld und den Fans akzeptiert. Das gibt ihm Selbstvertrauen und lässt ihn anders auftreten.»

Das Alter: «Mit 28 Jahren verfügt er mittlerweile über viel Routine. Gerade bei Torhütern ist das ein wichtiger Faktor.»

Der Erfolg: «Es läuft dem BVB in dieser Saison viel besser als zuvor. Vom Erfolg ist auch Roman mitgetragen worden.»

Der Konkurrenzkampf: «Seit der Ankunft von Marwin Hitz gibt es einen gesunden Konkurrenzkampf. Die beiden kommen super miteinander aus, aber Roman weiss, dass er nicht ‹lauern› kann und sich immer wieder beweisen muss.»

Der Goalietrainer: «Im Sommer erhielt der BVB mit dem 41-jährigen Matthias Kleinsteiber einen neuen Goalietrainer. Roman hatte es zuvor auch mit dessen Vorgänger Teddy de Beer gut gehabt, aber der Neue hat mit modernen Trainingsmethoden frischen Wind in die tägliche Arbeit gebracht.»

Der Trainer: «Lucien Favre will nicht, dass der Goalie zu viel Risiko nimmt. Unter Tuchel und Bosz war das anders. Da war die Gefahr grösser, dass Roman auch mal schlecht aussah.»

Die Nati: «Weil Roman spürte, dass die Belastung durch den Verein zusammen mit den Nati-Aufgeboten zu gross und er zunehmend verletzungsanfällig wurde, entschloss er sich zu einer Auszeit bei der Nati. Somit kann er sich ganz auf die Spiele in der Bundesliga und in der Champions League konzentrieren. Aber zugeschlagen hat er die Tür zur Nati ja nicht. Er hat erklärt, bei Bedarf zur Verfügung zu stehen.»

Der Mentaltrainer: «Dank der Zusammenarbeit mit einem Mentaltrainer versteht er es, sich ganz auf sich zu fokussieren, und hat auch seine Emotionen viel besser im Griff.»

Keine garantierten Punkte im Ruhrderby

Alle diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass aus Bürki beim BVB ein Leader geworden ist. Einer, der sich trotz der heruntergeschraubten Emotionalität nicht das Maul verbieten lässt und auch öffentlich Klartext spricht, wenn ihm etwas an seiner Mannschaft nicht passt. Mit seinen Leistungen kann er sich dies leisten.

Sein Stellenwert innerhalb des Teams ist hoch. «Roman hat eine hervorragende Entwicklung genommen», sagt Sportdirektor Michael Zorc. Bürkis Vorgänger Roman Weidenfeller lobt: «Er bringt konstant stabile Leistungen und ist ein Garant dafür, dass der BVB noch Chancen auf den Titel hat.»

Heute Samstag bestreitet die Borussia das Ruhrderby gegen Schalke. Gelb-Schwarz hat 42 Punkte mehr auf dem Konto als Blau-Weiss. Eine Garantie für weitere drei Punkte ist das aber nicht. Die steht wohl eher zwischen den Pfosten, bestreitet das 157. Bundesligaspiel und heisst: Roman Bürki.


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