Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Spielerkabine




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: (23) Saidy Janko
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. September 2019, 23:15 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 18090
19.09.2019

Bild

Zitat:
Saidy Janko trifft heute mit YB auf seinen FC Porto

Meister YB ist zum Auftakt der Europa League zu Gast beim grossen FC Porto. Für Saidy Janko (23) ist es eine besondere Affiche.

Das Wichtigste in Kürze

- YB tritt heute zum ersten Spiel der diesjährige EL-Kampagne an.
- Für Saidy Janko ist es eine sehr spezielle Partie.
- Er gehört dem FC Porto und spielt auf Leihbasis bei den Bernern.

Nach dem verpassten Einzug in die Champions League spielt YB nun in der Europa League. Heute gastieren die Berner beim grossen FC Porto zum ersten Spiel der Gruppenphase. Besonders motiviert dürfte ein Spieler sein: Saidy Janko. Er ist vom portugiesischen Top-Club an die Young Boys ausgeliehen.

Es wartet ein Champions-League-Sieger

Bei Porto kam der 23-Jährige bisher noch nicht zum Zug. Er durfte bereits die Vorbereitung mitmachen und einen Eindruck des Traditionsvereins erhalten, wie er im Club-TV von YB verrät. Zu Spielpraxis kam Janko unter anderem bei Celtic Glasgow, Saint-Étienne und der U23 von Manchester United.

Mit dem FC Porto wartet der vermeintlich stärkste Gegner der Gruppe auf den Schweizermeister. Der Club gewann 28-mal die portugiesische Meisterschaft, 16-mal den Cup und 23-mal den Superpokal des Landes.

Zudem holte man sich im Jahr 1987 den Europapokal der Landesmeister und wurde 2004 unter José Mourinho Champions-League-Sieger.

YB in Porto ohne Moumi Ngamaleu

Der Kader des FC Porto ist laut «Transfermarkt» mit 250 Millionen Euro rund viermal wertvoller als jener der Young Boys. Mit 14 Nationalspieler hat man zudem doppelt so viele Internationale in den eigenen Reihen, wie der Gegner aus Bern.

YB muss beim schwierigen Auswärtsspiel auf diversen Stammkräfte verzichten. Neben den Langzeitverletzten Lauper und Camara fallen auch Marvin Spielmann, Christopher Martins und Miralem Sulejmani weiterhin aus. Und wie gestern bekannt wurde, ist auch Moumi Ngamaleu wegen Adduktorenbeschwerden nicht nach Portugal gereist.

Seoane verrät Teil der Startaufstellung

Im Vorfeld der Partie zeigt sich Gerardo Seoane sichtlich entspannt. In der Pressekonferenz lässt er sich gar zu einem Spass hinreissen und verrät schon mal die Hälfte seiner Startelf. «Es spielen David (von Ballmoos), Sörensen, Lustenberger, Janko, Assalé und sechs andere», vermeldet der YB-Trainer nicht ohne Schmunzeln.


https://www.nau.ch/sport/fussball/saidy ... o-65586133

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (23) Saidy Janko
 Beitrag Verfasst: Freitag 4. Oktober 2019, 16:35 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 18090
04.10.2019

Bild

Zitat:
Die Heimkehr des Nomaden: «YB ist ein tolles Projekt»

Die Young Boys folgen unter Sportchef Christoph Spycher so konsequent wie erfolgreich ihrer Linie und holen junge Spieler, um sie zu entwickeln und weiterzuverkaufen. Umso glücklicher also, wer sich hier eine Chance ergattern kann. Das weiss auch der neue Rechtsverteidiger Saidy Janko.

Sechs Jahre ist es her, als sich der Stadtzürcher entschloss, seine Heimat hinter sich zu lassen, um sich seinen Traum vom Fussball auf der grossen Bühne zu erfüllen. Manchester United hiess die Destination, die ganz grossen Stars plötzlich nicht mehr auf dem TV und der Videokonsole, sondern im Training zum Greifen nah. Nun sitzt der Rechtsverteidiger im Bauch des Stade de Suisse und spricht über seine Rückkehr. Hinter ihm liegen sechs Saisons mit sechs verschiedenen Mannschaften in drei Ländern und vier verschiedenen Ligen, in der Premiere League hat er nie gespielt. Er sagt: «Ich hätte noch das eine oder andere Angebot gehabt, doch nachdem ich bereits vor einem Jahr Gespräche mit Christoph Spycher geführt hatte, war für mich klar, dass ich nach Bern möchte.» «Der Wechsel zu den Young Boys ist kein Rückschritt.» Tatsächlich hat der frühere FCZ-Junior und mehrfache Junioren-Internationale mit 23 Jahren mehr gesehen als mancher Veteran. Anders als man es erwarten würde, war er bei all seinen Vereinen kein chronischer Bankdrücker oder Tribünengast, sondern mit mal schönerer und mal weniger schönerer Regelmässigkeit auf dem Platz anzutreffen. Sesshaft wurde er nirgends. Er gehörte Manchester United, Celtic Glasgow, der AS Saint-Étienne und dem FC Porto, wurde aber auch drei Mal in die zweithöchste Liga Englands ausgeliehen. Für seinen aktuellen Arbeitgeber Porto, bei dem er noch bis 2021 unter Vertrag steht, hat er kein Spiel absolviert, das letzte Jahr verbrachte er als Leihspieler in Nottingham. Nach einer guten Saison in Saint-Étienne hatte ihn die Klubleitung des portugiesischen TopKlubs im Sommer 2018, ohne sich mit ihrem Trainer abzusprechen, verpflichtet. Was genau gelaufen sei, wisse er nicht.

Die «Reinheit»

vermisst Umso angenehmer empfindet es der Zürcher, nun in Bern an einem Ort angekommen zu sein, der ihm etwas Wärme vermittelt. Er mag die Stadt, die ruhigere Art der Leute, aber auch den Klub. Von allem Anfang habe er hier menschliche Wärme gespürt, dank der transparenten Haltung des Vereins und der offenen Art von Sportchef Spycher und Trainer Seoane, wisse er immer, wo er stehe. «Diese ‹Reinheit› habe ich im Ausland je länger, je mehr vermisst.» Dass er nun wieder näher bei der Familie und seinen Freunden lebt, ist ein weiterer grosser Wohlfühlfaktor, der ihm entgegenkommt.

Djibril Sow als Vermittler

Umgekehrt, das darf auf keinen Fall unterschlagen werden, gibt es auch ein paar triftige karrieretechnische Gründe, die die Young Boys in Saidy Jankos Gunst bis an die Spitze steigen liessen. Da wäre sein Jugendfreund Djibril Sow, 22, der ihm ausnahmslos Gutes über die Berner erzählt hatte. Die beiden haben in den Grundzügen ähnliche Biografien: Sie sind gemeinsam im Stadtzürcher Kreis 4 aufgewachsen, durchliefen beide die Nachwuchsabteilung des FC Zürich und zogen schon als Teenager ins Ausland. Bis heute pflegen sie engen Kontakt. Nur logisch, dass der Weg von Dijbril Sow, der in seinen zwei Jahren bei YB zwei Mal Meister geworden ist, die Aufnahme in den engeren Kreis der Nationalmannschaft geschafft hat und diesen Sommer von Eintracht Frankfurt verpflichtet wurde, seinen Freund Saidy Janko inspirierte. Ein weiteres Motiv ist die Philosophie, mit der man in Bern unter Sportchef Spycher arbeitet. Auf junge Spieler zu setzen und sie zu entwickeln: Das ist attraktiv für einen talentierten Fussballer wie Janko, der im internationalen Fussball zwar schon viele Erfahrungen gesammelt hat, in seiner Karriere aber immer noch im AnSaidy Janko 22. Oktober 1995 | 181 cm | 83 kg Nationalität: Schweiz | Position: Verteidigung Vereine: BSC Young Boys, FC Porto, Nottingham Forest, AS St. Étienne, Celtic Glasgow, FC Barnsley, Manchester United U23, Bolton Wanderers, FC Zürich U18/U17 Macht auf seiner Europareise Halt in Bern: Saidy Janko. Foto: Pius Koller fangsstadium steht. «Der Wechsel zu den Young Boys ist kein Rückschritt», betont er mit Nachdruck. «YB ist ein tolles Projekt, mit einer jungen, hungrigen und talentierten Mannschaft. Ich will hier Fuss fassen, viel spielen und Spass haben.» Dass er sich für seinen Platz auf der rechten Abwehrseite auch hier aufdrängen muss, liegt zwar auf der Hand, doch die Chancen auf regelmässige Einsätze stehen prinzipiell gut, schliesslich wurde er im Zuge des Abgangs von Kevin Mbabu verpflichtet. Einem Spieler, dem er in seinem Stil – schnell, physisch stark, offensiv – ähnlich ist.

Überall in der Welt zuhause

Die Rückkehr in die Schweiz soll überdies etwas Stabilität in seine Laufbahn bringen. Gerne wäre er schon früher einmal zwei, drei Jahre am selben Ort geblieben, doch das habe «leider nicht geklappt». Sollte dieses Unterfangen indessen – aus welchen Gründen immer – auch dieses Mal nicht gelingen, wäre das kein Weltuntergang. Das Leben als Nomade bereitet dem Sohn eines Gambiers und einer Italienerin keine Mühe, im Gegenteil: Er habe es sogar schätzen gelernt. Er sei zwar Schweizer, fühle sich aber überall auf der Welt zuhause. «Ich bin ein Familienmensch, hatte aber nie Heimweh und kam von Beginn weg sehr gut allein zurecht.» Bereuen tut er gar nichts, sein Leben als Profi-Fussballer auf der Durchreise hatte schliesslich seine Vorzüge. Auch die Ziele sind grundsätzlich die gleichen geblieben: «Top-Niveau, internationale Top-Ligen, Nationalmannschaft – das Beste halt.»


https://baernerbaer.ch/sport/die-heimke ... s-projekt/

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (23) Saidy Janko
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 28. November 2019, 17:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Montag 24. Mai 2004, 19:21
Beiträge: 2343
Wohnort: In der Brauerei
«Die Integration bei YB wurde mir einfach gemacht»

Saidy Janko (24) ist vom FC Porto an die Berner ausgeliehen und fühlt sich im Club sehr wohl. Sein erklärtes Ziel mit der Mannschaft: in der Europa League überwintern.

Du hast im Sommer 2018 beim FC Porto einen Vertrag unterschrieben und bis jetzt trotzdem nicht für den Verein gespielt. Wieso nicht?
Ich kam von Saint-Etienne zu Porto, war in der Vorbereitung dabei und trainierte meines Erachtens auch gut. Aber ich merkte, dass ich in den Überlegungen des Trainers keine grosse Rolle spielen würde. Darum suchten wir nach einer Lösung. Ich wurde an Nottingham ausgeliehen, jetzt bin ich leihweise bei YB. So ist das Geschäft, ich muss das akzeptieren und bin nicht nachtragend.

Wie beschreibst du den FC Porto?
Der Verein gehört für mich in die Top 15 Europas. Er hat viele nationale Titel geholt, die Champions League gewonnen, die Europa League, und bei Porto wurde mancher Spieler gross,
der danach eine Weltkarriere hinlegte.

Du bist vertraglich noch bis 2021 an Porto gebunden. Wie gross ist die Wahrscheinlichkeit, dass du dort noch einmal einen Anlauf nimmst?
Das ist völlig offen. Wenn sich die Chance bietet, überlegt man sich das schon. Aber derzeit konzentriere ich mich voll und ganz auf YB. Und ich muss auch sagen: In Bern fühle ich mich total wohl. Die Mannschaft und die Leute rundherum machten mir die Integration einfach, ich schätze die familiäre Atmosphäre und habe einen Trainer, bei dem ich weiss, woran ich bin. Ich habe wieder richtig Freude am Fussball. Aber ich weiss auch, dass ich mich immer weiter steigern kann.

Gehst du besonders motiviert in den Match gegen Porto?
An Motivation fehlt es bei mir nie. Sicher ist, dass der Match speziell ist. Ich begegne Spielern, mit denen ich mich im Sommer 2018 sehr gut verstanden habe und die mir nach meinem Abschied alles Gute wünschten. Aber die Freundschaften ruhen während des Spiels. Es geht um drei Punkte für YB - wir wollen unbedingt europäisch überwintern, das ist unser erklärtes Ziel.


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (23) Saidy Janko
 Beitrag Verfasst: Samstag 1. Februar 2020, 17:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 18090
01.02.2020

Bild

Zitat:
On Spot: Saidy Janko (YB)

Veredelt er in Luzern mit seinem Team den Rückrundenauftakt mit einem weiteren Sieg?

Der Spieler der BSC Young Boys im Videoportrait ON SPOT über seine ersten Fussballerinnerungen, seine Zeit in Manchester, seinen Charakter, Heimat, Ernährung und seine Freizeitaktivitäten.

Der 24-Jährige gehört in dieser Saison bislang zum Stammpersonal von YB, kam er doch bislang in 18 RSL-Spielen zum Einsatz. Dabei sind Saidy Janko drei Assists gelungen und auch beim Rückrundenauftakt gegen Basel konnte er den Führungstreffer von Jean-Pierre Nsame vorbereiten.


https://sport.ch/bsc-young-boys/492975/ ... teren-sieg

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (23) Saidy Janko
 Beitrag Verfasst: Samstag 15. Februar 2020, 11:28 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 18090
15.02.2020

Bild

Zitat:
Zielstrebig auf Umwegen

Saidy Janko ist locker. Sehr locker. Und der Rechtsverteidiger ist ehrgeizig. Sehr ehrgeizig. Er lebt diesen Widerspruch.

Schweizer Dialektfilme sind kaum das Steckenpferd von Saidy Janko. Und was 1935 auf Berner Volksbühnen aufgeführt wurde, interessiert junge Menschen heute eher nicht. Doch würde der Film «Nume nid gsprängt… aber geng hüh» heute noch einmal gedreht und im Fussballmilieu angesiedelt werden, könnte Janko die Hauptrolle besetzen.

Der YB-Spieler geht ja ohnehin problemlos als Schauspieler durch, Typ Cool Man, und wenn man sich mit ihm länger unterhält, spürt man seine innere Ruhe. Er sagt: «Diese Gelassenheit habe ich von meinem Vater. Wir nehmen das Leben locker, was nicht heissen muss, dass wir nicht ehrgeizig sind.»

Und damit sind wir mitten in der Karriere des Saidy Janko, der mit 24 mehr erlebt hat als die meisten Fussballer in der gesamten Karriere. Er ging mit 17 vom FCZ zu Manchester United, spielte und lebte in England und Schottland, Frankreich und Portugal. Bei weltbekannten Vereinen wie Manchester United und dem FC Porto, Celtic Glasgow und dem französischen Rekordmeister Saint-Etienne. Als Leihspieler bei Barnsley, Bolton, Nottingham.

Am meisten Spiele für YB

2013 galt Janko als vielleicht grösstes Talent der Schweiz, sieben Jahre und Vereine später sagt er im Stade de Suisse: «Ich bin nicht unzufrieden. Natürlich wäre ich gern mal länger irgendwo geblieben. Aber das waren alles gute, interessante Erfahrungen.»

Und so ist Saidy Janko einerseits locker. Sehr locker. Und andererseits ehrgeizig. Sehr ehrgeizig. Es ist ein Widerspruch und doch nicht, zumal er diesen Widerspruch lebt. Das fängt bei seiner Biografie an. Der Vater ist Gambier, die Mutter Italienerin, er Schweizer im Besitz der Pässe seiner Eltern. Er sagt: «Ich fühle mich als Schweizer.»

Auf die Frage, was denn typisch schweizerisch an ihm sei, überlegt er lange und schmunzelt auf die Nachfrage, ob er besonders pflichtbewusst oder pünktlich sei, verschmitzt. «Ich bin zielstrebig», meint er schliesslich.

Auch das ist auf den ersten Blick (und bei jenem auf den Werdegang Jankos sowieso) widersprüchlich. Mit 31 Pflichtspielen hat er bei YB in etwas mehr als einem halben Jahr erstaunlicherweise bereits einen persönlichen Rekord aufgestellt, öfter spielte er bei keinem seiner vielen Vereine. «Ich hätte mir auch gewünscht, nicht so oft den Club zu wechseln», sagt er, «aber das kann ich nicht mehr ändern.»

Es ist seine Art, mit den Dingen umzugehen. Er hinterlässt nicht den Eindruck, enttäuscht über seine Wanderjahre zu sein. «Ich hatte ab und zu Verletzungspech. Aber letztlich bin ich selber dafür verantwortlich, wie es gelaufen ist. Ich war jung und musste Erfahrungen sammeln auch in Bezug auf die Mentalität.»

«Bereits als Junior hiess es oft, ich sei zu leger, meine Körpersprache sei nicht ideal.»

Das ist eine bemerkenswert ehrliche Aussage, die Janko anschaulich erklärt: «Es geht nicht darum, dass ich unprofessionell gelebt hätte. Aber bereits als Junior hiess es oft, ich sei zu leger, meine Körpersprache sei nicht ideal, doch das sieht halt manchmal nur so aus. Ich wirke locker, und wenn ich dann tatsächlich noch locker unterwegs bin, kann das Trainer schon ärgern.»

Er gibt sich die Note 4,5

Je länger man sich mit Janko unterhält, desto stärker verfestigt sich das Bild eines Fussballers, der genau weiss, wohin er will. Und der vor allem genau weiss, warum er einen längeren Umweg unternehmen muss. «Ich bin sehr selbstkritisch», sagt er, «und bin mir bewusst, dass ich mental stärker werden muss.»

Damit meint er: manchmal fokussierter zu sein und sich nicht auf seine aussergewöhnlichen Fähigkeiten zu verlassen. An guten Abenden rauscht Janko an der rechten Seitenlinie auf und ab, kraftvoll und energisch, mit Wucht, Dynamik, Schnelligkeit. «Es ist mein Ziel, konstant so zu spielen», sagt er. «Und ich bin dabei, Fortschritte zu realisieren.»

Man hat das Gefühl, Janko habe sein Potenzial noch längst nicht ausgereizt. Er selber teilt diese Ansicht und gibt seinen bisherigen Leistungen bei den Young Boys die strenge Note 4,5, weil er eben zu oft Durchhänger gehabt habe, die er abstellen müsse.

Sein Trainer Gerardo Seoane lobt die Qualitäten des Rechtsverteidigers wie Power und Explosivität, findet aber auch, Jankos Entwicklung sei nicht abgeschlossen. «Er ist ein ähnlicher Spieler, wie es Kevin Mbabu war.»

Mit Sow im Kindergarten

Mbabu hatte die Rückkehr in die Schweiz zu YB ja als Sprungbrett benutzt, ist mittlerweile bei Wolfsburg in der Bundesliga – und Nationalspieler. Wie der Frankfurter Djibril Sow, einer der besten Freunde Jankos. Die beiden kennen sich seit Kindergartenzeiten, wuchsen im Kreis 4 in Zürich auf, spielten jede freie Minute zusammen Fussball, wobei Janko eineinhalb Jahre älter als Sow ist und als Bub «natürlich besser war», wie er lachend sagt.

Hätte Mbabu 2018 ins Ausland gewechselt, wäre Janko möglicherweise schon damals nach Bern gekommen. Ein Jahr später klappte es, weil Mbabu nicht mehr bei YB war – und Janko nach seinem Transfer von Saint-Etienne zum FC Porto wenig Perspektiven beim portugiesischen Topclub sah.

«Der Kontakt zu YB-Sportchef Christoph Spycher besteht schon länger», sagt er. «Ich bin froh, hat es doch noch funktioniert mit einem Wechsel. Hier kann ich neuen Schwung nehmen.» Er sei den Young Boys dankbar, hätten sie für ihn eine Ausnahme gemacht, weil sie ja selten Spieler leihweise unter Vertrag nehmen würden.

Offene Zukunft ab Sommer

Nun ist Janko also nach seinen Auslandjahren zurück in der Schweiz. Er besucht oft seine Grossmutter in Zug und die Eltern sowie den Bruder, der für die U-18 des FCZ spielt, in Zürich. «Die Familie ist das Wichtigste für mich», sagt er, «und die Lebensqualität in der Schweiz ist einzigartig.»

In Bern gefällt es ihm, doch seine Zukunft ab Sommer ist völlig offen. Es existiere eine YB-Option zur definitiven Übernahme, sagt Janko. «Aber das steht im Moment nicht im Zentrum. Ich will mich auf meine Aufgaben als Fussballer konzentrieren.»

Janko würde gern bei den Young Boys bleiben, der Verein müsse sich gegenüber seinen früheren Clubs mit Ausnahme von Manchester United keineswegs verstecken. «Aber derzeit ist vieles möglich. Und meine Ablösesumme wäre nicht günstig, deshalb muss ich abwarten, was passiert. Und mich aufdrängen.» Er wird kaum zehn Jahre in Bern bleiben, aber eine weitere Saison in der Super League würde ihm gewiss nicht schaden.

Die Anfrage aus Gambia

Und derzeit ist Janko für YB ohnehin beinahe unersetzlich – weil er der einzige gesunde Rechtsverteidiger im Team ist. Der vielseitige Jordan Lotomba fällt noch ein paar Wochen verletzt aus. «Das habe ich mir gar noch nicht überlegt», sagt er. «Aber wenn ich schwach spiele, fände der Trainer eine andere Lösung. Fabian Lustenberger beispielsweise kann auf jeder Position spielen.»

«Wenn wir so spielen, wie wir wollen und können, werden wir grossen Erfolg haben.»

Und sowieso, frei von Humor: Es sei egal, wer spiele, das Kader sei stark besetzt. «Wir haben hohe Ziele. Und wenn wir so spielen, wie wir wollen und können, dann werden wir grossen Erfolg haben.» Janko wurde – als Ergänzungsspieler – mit Celtic Meister, bei YB besitzt er die Chance, als Stammkraft Titel zu gewinnen.

Und bei entsprechender Entwicklung könnte irgendwann sein Traum vom Schweizer Nationalteam in Erfüllung gehen. «Das ist immer im Hinterkopf, aber aktuell kein Thema.» Der gambische Fussballverband hat kürzlich erneut angefragt, Janko tendiert zur Absage, zumal er erst einmal im Heimatland seines Vaters war.

Janko hat wie einige Teamkollegen die Ernährung umgestellt, weniger Fleisch und mehr Gemüse, oft kocht seine Mutter gesunde Speisen vor. «Mein Grosi sagt immer, früher habe es einmal in der Woche Fleisch gegeben. Heute ist es für viele normal, zweimal täglich so zu essen. Für mich als Sportler ist das nicht ideal.»

Hip-Hop als grosse Liebe

Saidy Janko hat viel Spannendes erzählt, über sein Privatleben aber hält er sich bedeckt. Er lese gern, derzeit «Girl on the Train», und sei schon immer ein riesiger Hip-Hop-Fan gewesen. «Mir gefällt der heutige Mix mit Rock und Indie, mit Gitarren und Melodien.»

Seine Lieblingsartisten, Juice Wrld und Nipsey Hussle, starben beide letztes Jahr jung, der erste wegen Drogenproblemen, der zweite wurde erschossen. «Das Leben kann schnell vorbei sein», sagt Janko. «Deshalb sollte man es geniessen und das Beste daraus machen.»

Und deshalb passt die freie Übersetzung der Redewendung «Nume nid gsprängt… aber geng hüh» ins Hochdeutsche irgendwie perfekt zu ihm: «Überhaste nichts, aber lass dennoch dein Ziel nicht aus den Augen.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/15072466

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Spielerkabine


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de