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 Betreff des Beitrags: Re: (7) Marvin Spielmann
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 2. Oktober 2019, 12:22 
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Registriert: Dienstag 15. Februar 2011, 12:13
Beiträge: 722
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Der Mittelfeldspieler, der im Sommer von Thun zum Schweizer Meister gestossen war, dürfte rund 6 Wochen ausfallen.

die 6 wochen sind nun in etwa vorüber, weiss jemand ob spielmann demnächst wieder einsatzbereit sein wird?


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 Betreff des Beitrags: Re: (7) Marvin Spielmann
 Beitrag Verfasst: Samstag 8. Februar 2020, 14:03 
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Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 18090
08.02.2020

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Zitat:
Der Unberechenbare sucht die Unbeschwertheit

Marvin Spielmann blickt auf ein schwieriges erstes Halbjahr in Bern zurück. Der Offensivspieler könnte nun vom Abgang Roger Assalés profitieren.

Die Büroszene ist zu bezeichnend, um an dieser Stelle unerwähnt zu bleiben. Als man sich am Mittwoch auf zum Termin mit Marvin Spielmann macht, fragt ein Arbeitskollege– ein bekennender YB-Fan –, ob man nach Thun fahre. Die Frage ist ernst gemeint, ohne jeglichen sarkastischen Unterton gestellt.

Im Sommer wechselte Spielmann mit der Empfehlung von 25 Toren in 79 Ligapartien für Thun zu den Young Boys. Nach bald 8 Monaten bei YB steht in seinem Leistungsausweis: 16 Einsätze, meist als Einwechselspieler, 1 Treffer. Angekommen ist der schnelle Offensivspieler in Bern immer noch nicht so recht.

Beim Termin im Stade de Suisse fragt Spielmann zuerst, ob man das Gespräch vom Tisch beim Katakombeneingang, an dem die Mitspieler nach dem Training vorbeigehen, in einen Raum etwas abseits verlegen könne. Es ist ein Missverständnis, das den bald 24-Jährigen seit Beginn der Profikarriere begleitet: dass er gerne im Mittelpunkt steht, ein Lautsprecher und arrogant ist.

«Spielertypen wie ihn gibt es in der Schweiz nicht viele.»
Mauro Lustrinelli über Marvin Spielmann


Vielleicht gründet diese Annahme in seinem Spielstil, der gerade für einen Schweizer etwas Exzentrisches hat. Ein früherer Trainer bezeichnete diesen einst als brasilianisch. Vielleicht liegt es auch an Spielmanns Gestus: Er kann schon einmal die Hände verwerfen, wenn etwas nicht gelingt. Mauro Lustrinelli, der Spielmann in Thun und beim ­U-21-Nationalteam trainierte, sagt: «Er ist ein sensibler, zurückhaltender Typ, ja fast ein wenig introvertiert. Er muss Vertrauen spüren, damit er sich öffnet.»

Die folgenschwere Grätsche

Als Marvin Spielmann im Winter 2017 vom FC Wil nach Thun gewechselt war, traf er in der Rückrunde kein einziges Mal. Dann verkauften die Oberländer Christian Fassnacht an YB, und Spielmanns Einfluss wuchs. Es kam die Partie in Bern, die zum Wendepunkt wurde. Thun gewann 4:0, Spielmann erzielte zwei Treffer. Der Oltner, Sohn einer Kongolesin und eines Schweizers, war angekommen in der Super League. «Ich glaube schon, dass mir jetzt ein solches Erlebnis fehlt», sagt er, hält kurz inne, um einen Begriff zu suchen. Dann sagt er: «Ich brauche einen Knopföffner.»

Begibt man sich mit ihm auf die Suche danach, warum dem so ist, dann landet man bald einmal im Genfer Vorort Carouge. Hinter Spielmann lagen Mitte August zufriedenstellende erste Wochen bei YB, beim Cupfauftakt wollte er sein Premierentor für die Berner erzielen. Es waren keine sechs Minuten gespielt, als ein Genfer Innenverteidiger Spielmann blockte und auch, aber beileibe nicht nur, den Ball traf. Das Band im Sprunggelenk des Flügels riss.

Noch Monate später kam YB-Sportchef Christoph Spycher auf die Szene zu sprechen, als er forderte, man müsse die YB-Spieler besser schützen. «Wenn man sieht, wie mein Fuss unter dem Körper meines Gegners verschwindet», sagt Spielmann, «dann muss man sagen: Es hätte schlimmer kommen können.»

«So etwas kann nun mal passieren.»
Spielmann über die Grätsche, die zu seiner Verletzung führte


Das Sprechtempo bleibt auch jetzt gemächlich. Im Solothurner Dialekt meint er, Wut habe er nie verspürt. «So etwas kann nun mal passieren.» Spielmann sah sich die Szene einmal noch an, von da an war für ihn der Vorfall erledigt. Die Folge aber war eine zweimonatige Pause.

Als er im Oktober zurückkehrte, war das herbstliche Marathonprogramm im vollen Gange. Nicht die beste Ausgangslage, sich wieder einzufügen. Seinen vielleicht stärksten Auftritt hatte er in der Europa League bei Feyenoord Rotterdam, als ihm als Joker das 1:1 gelang. Er jedoch auch in der 94. Minute den Siegtreffer vergab. Es hätte genau so ein «Knopföffner» sein können.

Der hemmende Gedanke

Nun aber könnte Marvin Spielmann zum Profiteur des Abgangs von Roger Assalé zu Leganés werden. Im ersten Spiel ohne den Ivorer stand er vergangenen Samstag beim FC Luzern in der Startelf. Er sagt zwar, er versuche, sich vor einer Partie nie unter Druck zu setzen, sich einzubläuen, dass Fussballspielen ja vor allem sein grosses Hobby sei. Aber vor der Tatsache, dass in der Startaufstellung ein Platz frei geworden war und er diesen geerbt hatte, davor konnte er dann doch nicht die Augen verschliessen. «Natürlich empfindet man so», sagt Spielmann. Er meint, dies könne kontraproduktiv sein.

Der Kampf um die Positionen, sich jeden Tag beweisen müssen – es war etwas, das er in Thun nicht mehr musste, und ein Grund, warum er den nächsten Schritt anstrebte. «Ich weiss, wie bei YB gearbeitet wird», sagt ­U-21-Nationaltrainer Lustrinelli. Er ist überzeugt: «Man wird Spielmann die Zeit geben, sich einzufinden.»

Der Tessiner, der bei Thun und YB unter Vertrag gestanden war, kommt auf die Stärken Spielmanns zu sprechen. Er sei ein moderner Flügel, unberechenbar, schnell, schuss- und dribbelstark. «Solche Spielertypen gibt es in der Schweiz nicht viele.» Er denkt an Ruben Vargas, Noah Okafor und den Lausanner Dan Ndoye und sagt, Spielmann benötige ein Erfolgserlebnis. «Dann kann er für YB zum Skorer werden.»

Vielleicht braucht einer wie Spielmann ein solches Erlebnis eher als andere, weil seine Spielweise bedingt, nicht darüber nachzudenken, ins Dribbling zu gehen, ohne Zögern abzuschliessen, im «Flow» zu sein, wie er sagt. Wie fühlt sich das an? «Man kann machen, was man will, es klappt einfach. Es ist das beste Gefühl, das man als Sportler haben kann.» Erreicht er diesen Zustand, wird er bald auch in Bern seine Spuren hinterlassen.


https://www.bernerzeitung.ch/news/stand ... y/19265336

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