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(21) Ulisses Garcia
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Seite 2 von 2

Autor:  shalako [ Donnerstag 24. Oktober 2019, 09:22 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (21) Ulisses Garcia

24.10.2019

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Zitat:
Erste Wahl auf dem zweiten Bildungsweg

Ulisses Garcia nimmt das Duell mit Feyenoord als Stammkraft in Angriff. Sein Beispiel zeigt, wie die Young Boys zum nationalen Krösus geworden sind.

Bevor das Gespräch beginnt, entschuldigt sich Ulisses Garcia. Er müsse noch rasch in die Garderobe. Ein paar Minuten später kommt er mit einem Regenerationsdrink in der Hand zurück.

Es ist Dienstagmittag im Stade de Suisse, eine anstrengende Zeit beginnt. Heute empfangen die Young Boys Feyenoord in der Europa League, am Sonntag Thun in der Liga, am Mittwoch den FC Zürich im Cupachtelfinal. Bis zur nächsten Länderspielpause Mitte November wird der Meister 6 Partien in 19 Tagen bestreiten.

Für Garcia bedeutet das: trainieren, spielen, erholen – und dann dasselbe wieder von vorne. In einer Equipe, die verletzungsbedingt wenig Konstanten aufweist, ist der 23-Jährige hinten links Fixkraft. Nur einmal ist er nicht zum Einsatz gekommen, im Playoff-Rückspiel zur Champions League bei Roter Stern Belgrad. In den nächsten Tagen dürfte Garcia seine Gesamtspielzeit aus der letzten Saison schon übertreffen. Er sagt, sein Ziel sei es gewesen, mehr zu spielen. «Ich bin zufrieden, wie es bis jetzt läuft.»

Der Förderer

Bis jetzt. Garcia mag auf dem Platz stürmisch agieren, zuweilen unbedacht, neben dem Feld wirkt er reflektiert, seine Worte pflegt er leise vorzutragen. Vielleicht zeugt dieses «bis jetzt» auch von einem gewissen Misstrauen seinem Glück gegenüber – eines, das sich über Jahre gebildet hat. Als Profi war er nur zweimal Stammspieler – 2015 zu Beginn seiner Zeit bei Werder Bremen sowie jetzt. Er erachte seinen Weg dennoch als gelungen, sagt Garcia. Weniger positiv sieht es Heinz Moser. Um Fortschritte zu erzielen, sagt der frühere YB-Spieler, nun Chef der Juniorenauswahlen des SFV, würden, junge aufstrebende Spieler regelmässige Einsätze auf höchstmöglichen Niveau benötigen.

Moser kennt Garcia so gut wie wohl kein anderer Trainer. Er war des Romands ständiger Begleiter auf dem Weg zum Profi. 2011 setzte er ihn als Coach des U-16-Nationalteams erstmals ein. Und immer, wenn Moser – wie im Plan des Verbands vorgesehen – die nächsthöhere Altersstufe als Trainer übernommen hatte, bot er seinen Schützling auf. Als Moser vor zwei Jahren sein letztes Spiel als Trainer der U-21 coachte, hiess der Linksverteidiger Garcia.

In der Anfangszeit bei Werder habe der Genfer mit kapverdischen Wurzeln dank viel Einsatzzeit in der Bundesliga grosse Fortschritte erzielt, sagt Moser, der 2017 Garcia Vladimir Petkovic für ein paar Schnuppertage im A-Nationalteam empfahl. Als der Aussenspieler seinen Stammplatz aber verloren hatte, wäre es besser gewesen, hätte er früher einen Wechsel angestrebt, ist Moser überzeugt. Er spricht von einem unnötigen Zwischenstopp in Garcias Entwicklung.

Der Prototyp

Wie oft gaben die Young Boys einem im Ausland gescheiterten jungen Spieler eine Chance auf dem zweiten Bildungsweg. Was mit Mbabu begonnen hatte, wurde mit den Zugängen von Sow, Garcia, Gaudino, Sierro und Janko fortgesetzt. Bis auf Gaudino spielten sie alle auch in den Schweizer Juniorennationalteams – wie von Ballmoos, Bürgy, Aebischer, Lauper, Zesiger, Lotomba, Spielmann und Mambimbi.

Wäre Lauper nicht verletzt, könnte heute gegen Feyenoord mit ihm, Garcia und Zesiger theoretisch fast die genau gleiche Verteidigung auf dem Platz stehen, die Moser in seinem letzten Einsatz als U-21-Coach nominiert hatte. YB habe einen Weg gefunden, brachliegendes Potenzial für sich zu nutzen, sagt Moser. Er spricht von einer Win-win-Situation. YB biete Talenten eine Chance – gleichzeitig erhalte der Club bestens ausgebildete Spieler. Den Young Boys helfen dabei auch die Erfolgsbeispiele der letzten Jahre, die Mundpropaganda. Garcia liess sich 2018 auch von seinem Freund Mbabu überzeugen, zog bei seinem Wechsel nach Freiburg in dessen Nähe. Und im Sommer half Sow mit, Janko nach Bern zu holen.

Der Freund

Ulisses Garcias Beispiel zeigt auch, wie es die Young Boys schaffen, mit weitsichtiger Planung Abgänge und Verletzte zu kompensieren. Garcia wurde vorletzten Sommer in der Vorahnung verpflichtet, dass Loris Benito eher früher als später weiterziehen würde. Nun hat er den Platz des Nationalspielers einnehmen können, auch wenn er die Rolle des Linksverteidigers anders interpretiert, ihm die Solidität Benitos abgeht. Und Gianluca Gaudino wurde ein halbes Jahr Zeit geboten, sich nach schwieriger Phase neu zu orientieren. Im strengen Herbst ist er ein Hauptdarsteller bei YB.

Wie Garcia. Das hat auch Gelson Fernandes in Frankfurt registriert. Der langjährige Nationalspieler, ebenfalls mit Wurzeln auf der afrikanischen Inselgruppe, ist ein Freund der Familie. Wenn er über Garcias Mutter redet, spricht er von seiner «Auntie», Tante. Der Mittelfeldspieler der Eintracht steht auch Mbabu nahe, unterstützt nun Sow bei der Integration in Frankfurt. «Wie könnte ich den Jungen nicht helfen – das ist doch ganz normal», ruft Fernandes mit seinem ganz eigenen Enthusiasmus ins Telefon. Garcia sieht er am richtigen Ort, mit Gerardo Seoane habe er einen Trainer, der junge Spieler fördere.

Vielleicht kreuzen sich die Wege der beiden im Frühjahr in der Europa League. Letztes Jahr stiess Frankfurt unter Adi Hütter gar bis in den Halbfinal vor. Er wisse ja nicht, wie die Europa League in Bern wahrgenommen werde, sagt Fernandes. Er nennt sie einen «geilen» Wettbewerb. Ähnlich sieht es Garcia, der meint, in der Schweiz dürfe das Format durchaus ein wenig mehr Beachtung finden. Wobei das nicht für Bern gelte: Wie schon gegen die Glasgow Rangers wird das Stade de Suisse heute gegen Feyenoord sehr gut gefüllt sein. Er habe viel Feedback von Bekannten aus dem Ausland für seine Auftritte mit YB erhalten. «Auf jeden Fall ist es eine tolle Plattform», sagt Garcia.

Dereinst will er sich noch einmal im Ausland versuchen – über den zweiten Bildungsweg bei YB.


https://www.bernerzeitung.ch/erste-wahl ... y/13455416

Autor:  shalako [ Sonntag 15. Dezember 2019, 16:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (21) Ulisses Garcia

15.12.2019

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Zitat:
Kein Verteidiger hat mehr Assists

Garcia ist der neue YB-Flankengott

Der neue YB-Flankengott heisst Ulisses Garcia (23). Kein Verteidiger hat in der Super League mehr Assists auf dem Konto. Und er lüftet ein süsses Geheimnis.

Die Fussstapfen von Loris Benito waren gross. Der Aargauer ist weg, zu Ligue-1-Spitzenklub Bordeaux gezogen, und hat dort einen Stammplatz. Doch Ulisses Garcia hat diese Abdrücke ausgefüllt!

Fünf Assists bereits stehen auf dem Konto des Genfers. Das sind zwei mehr als die nächstbesten Verteidiger in der Super League. «Das ist eine Statistik, die natürlich Freude macht. Aber ich habe auch Stürmer, die sehr gut sind. Wenn ich eine gute Flanke schlage, ist die Chance gross, dass daraus ein Tor wird – und ein Assist für mich», sagt der ehemalige Werder-Bremen-Profi.
Oft Sonderschichten nach dem Training

Wie er richtig bemerkt: Am Anfang steht die Qualität der Flanke. «Die braucht es. Und auch Präzision. Daran arbeiten wir tagtäglich. Oft hänge ich nach dem Training Sonderschichten an, um noch mehr Flanken zu schlagen.»

In Glasgow war die Präzision weniger gut als auch schon. Mit ein Grund dafür, dass YB bei den Rangers den geforderten Sieg nicht holte und Europa nun vorbei ist. «Die Enttäuschung ist riesig. Wir hatten alles in unseren Händen. Vielleicht liessen wir uns zu Beginn von der grossartigen Ambiance etwas zu sehr beeindrucken. Auch unsere mitgereisten Fans waren sensationell.»

Er selber spürt, wie viele seiner Teamkollegen, auch eine gewisse Müdigkeit. «Vor allem in den letzten Spielen. Denn es ist das erste Mal in meiner Karriere, dass ich so viele Spiele aneinanderreihe», begründet er.

Seine Freundin ist hochschwanger

Und in unmittelbarer Zukunft wird es im Hause Garcia mit Schlaf auch nicht viel besser werden. «Nächste Woche ist der Termin. Dann werde ich erstmals Vater», verrät Ulisses. Seine Freundin Kelinda ist hochschwanger. Ein Mädchen wird es, doch den Namen will der YB-Verteidiger noch nicht verraten. Auf jeden Fall haben die Bald-Eltern mit dem Termin unglaubliches Glück. Just zu Beginn der Winterferien der Fussballer.

Ein Fixpunkt in den Wochen bis zum 3. Januar, wenn es mit dem Training bei YB wieder losgeht: «Die Planung der Hochzeit. Doch zuerst muss ich mir überlegen, welche Variante ich wählen werde, um um Kelindas Hand anzuhalten. Ich habe drei im Kopf.»

Und das ist dann wohl eine grössere Knacknuss, als jede Garcia-Flanke im gegnerischen Tor zu versenken.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 65596.html

Autor:  Bierflasche [ Montag 4. Mai 2020, 14:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (21) Ulisses Garcia

GARCIA GEWÖHNT SICH MÜHELOS AN NEUES

Für den 24-jährigen Linksverteidiger Ulisses Garcia ist Gelson Fernandes ein Vorbild - und er ist auch dankbar für Ratschläge von «Monsieur Spycher», wie er den YB-Sportchef respektvoll nennt.

"IN BREMEN LERNTE ICH, WAS BESONDERS WICHTIG IST: ARBEIT – UND GEDULD"

Wie verbringst Du als Fussballprofi die Wochenenden ohne Match?
Ich geniesse viel Zeit mit meiner Familie im Bewusstsein, dass dies in solcher Form nicht mehr möglich sein wird, sobald der Spielbetrieb wieder läuft. Ich habe auch gelernt, zu kochen und den Haushalt richtig zu machen. So kann ich meiner Freundin eine Stütze sein.

Hast Du ein Talent als Koch?
Es läuft wirklich nicht schlecht. Jedenfalls hätte ich nicht gedacht, dass ich innert wenigen Wochen doch schon einiges hinbekomme. Je mehr mir gelingt, desto mehr Spass macht es mir auch. Ausserdem lese ich viel.

Was am liebsten?
Allerlei Bücher, besonders gerne Biographien. Zuletzt war es jene von Lecrae, der als amerikanischer Gospel-Rapper Karriere macht.

Schaust Du auf Video auch Spiele aus der Vergangenheit?
Das kommt vor. Neulich habe ich den Schweizer 1:0-Sieg gegen Spanien an der WM 2010 in Südafrika in voller Länge gesehen. Das ist zwar schon fast zehn Jahre her, und doch gibt es einige Spieler, die immer noch aktiv sind.

Zum Beispiel der Torschütze von damals, Gelson Fernandes.
Genau.

Und Du wirst vermutlich besonders stolz sein auf ihn, weil er ein enger Vertrauter ist.
Unsere Familien sind sich sehr nahe. Wir zwei stehen ständig im Austausch, wir telefonieren wirklich sehr oft. Gelson hat immer ein Lächeln im Gesicht, er ist ein wahnsinnig positiver Mensch. Diese Einstellung habe ich zum Glück auch. Von ihm lerne ich viel, sowohl als Fussballer, der in seiner Karriere schon Grosses erreicht hat, aber auch im Leben neben dem Platz. Wir unterhalten uns oft auch über Dinge, die nicht unmittelbar mit dem Sport zu tun haben, zum Beispiel darüber, was man in seiner Freizeit Sinnvolles tun könnte. Oder wie ich mein Deutsch verbessern könnte.

Hast Du auch schon ein YB-Spiel noch einmal angeschaut?
Nur eine Halbzeit des Europa-League-Spiels gegen den FC Porto, mehr bislang nicht. Derzeit lasse ich das eher ein bisschen sein. Wenn die Saison aber im Gang ist, setze ich mich nach einer Partie regelmässig nochmals vor den Fernseher und analysiere unsere Leistung.

Du hast in Deiner Karriere schon einiges gesehen. Du warst in Genf, Zürich, Bremen und Nürnberg, jetzt bist Du in Bern. Wo hat es Dir besonders gut gefallen?
In jeder Stadt erlebte ich eine eigene, spezielle Geschichte. Überall, wo ich war, erlebte ich Dinge, die mich mitprägten. Speziell war es in Zürich. Ich war ein 15-jähriger Junge, als ich bei GC ins Internat kam und im Nachwuchs von Trainern wie Sascha Müller, Johann Vogel und Boris Smiljanic enorm viel profitierte. In den vier intensiven Jahren, die ich dort verbrachte, wurde ich erwachsen. Danach kam an jeder Station etwas dazu. Nun fühle ich mich in Bern sehr wohl und bei YB im richtigen Klub.

Bist Du ein Abenteurer?
So würde ich mich nicht unbedingt bezeichnen. Aber ich habe sicher keine Angst, mich aus meiner Komfortzone herauszuwagen.

War der Weggang aus der West- in die Deutschschweiz ein solcher Schritt, der Wechsel von Servette zu GC?
Ja. Ich war sehr jung, ging mit ganz vielen Träumen und der Überzeugung, bei GC die ideale Ausbildung zu erhalten und auf das Leben als Profi vorbereitet zu werden. Es war sicher gut, dass ich keine Furcht kannte, ich wusste exakt, was ich wollte. Ängstlich war eher meine Mutter, die sich Sorgen um ihren Sohn machte und hoffte, dass es ihm weit weg von daheim auch weiterhin gut geht. Aber das ist normal.

War für Dich immer klar, dass Du Fussballprofi wirst?
Als Kind war es ein Traum. Ich sagte schon als Achtjähriger: Ich will Profi werden. Aber das sagt mancher. Irgendwann ist es kein Traum mehr, sondern ein Ziel, wenn man merkt, dass man immer besser wird. Mit 13, 14 realisierte ich, dass die Chance tatsächlich da ist.

Gab es daher nie einen anderen Berufswunsch?
Eigentlich nicht. Wenn ich nicht Profi geworden wäre, hätte ich einen Beruf in Verbindung mit dem Fussball gewählt, Physiotherapeut zum Beispiel. Dieser Sport fasziniert mich sehr.

Hattest Du als Junior ein Idol?
Ich bewunderte Zinédine Zidane.

Hattest Du nie Heimweh, als Du in jungem Alter auf einmal in Zürich gelebt hast?
Ganz am Anfang war es etwas schwierig, ohne Familie, ohne Freunde. Aber ich integrierte mich problemlos und sehr schnell. Deshalb hatte ich auch nie Heimweh. Ich bin jemand, der generell keine Mühe hat, sich an Neues zu gewöhnen.

War die Sprache auch nie ein Problem?
Doch, zu Beginn war Deutsch eine hohe Hürde. Aber ich hatte keine Wahl: Ich musste die Sprache rasch lernen, um mich in der neuen Umgebung verständigen zu können. Nach vier, fünf Monaten konnte ich auf Deutsch kommunizieren, und ich hatte im Internat auf dem GC-Campus in Kürze gute Kollegen gefunden.

Wie steht es mit dem Schweizerdeutsch?
Es war einmal ganz ordentlich. Aber mittlerweile bevorzuge ich eher Hochdeutsch. Schweizerdeutsch verstehe ich gut.

Der Wechsel von GC in die Bundesliga zu Werder Bremen wurde auch kritisch kommentiert. Skeptiker zweifelten, dass Du diesen Sprung schaffst.
Ja, ich weiss schon. Wenn ein 19-Jähriger ohne Super-League-Erfahrung in der Bundesliga einen Vertrag unterschreibt, gibt es automatisch Zweifel.

Hast Du Dich in einer stillen Minute auch gefragt: Mache ich wirklich das Richtige?
Ich zweifelte nie. In diesem Alter zerbrach ich mir nicht den Kopf, sondern hatte nur Lust darauf, auf höchstmöglichem Niveau Fussball zu spielen. Bremen war auf meinem Weg einfach die nächste Stufe. Darum verschwendete ich keine Gedanken an negative Szenarien.

Nennt man das jugendliche Unbeschwertheit?
Ich war unbeschwert, aber es war nicht so, dass ich mich blindlings in ein Abenteuer stürzte. Der Plan sah vor, dass ich behutsam aufgebaut würde, auch im Nachwuchs. Wobei mich stets der Ehrgeiz antrieb, so schnell wie möglich voranzukommen.

Was hast Du in Bremen vor allem gelernt?
Ich lernte, was in diesem Geschäft besonders wichtig ist, wenn man Erfolg haben will: Arbeit – und Geduld. Ein junger Spieler tut sich eher schwer, geduldig zu bleiben. Seit meiner Zeit in Bremen weiss ich aber: Wenn ich arbeite, arbeite und nochmals arbeite, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Chance erhalte. Das rate ich jedem jungen Spieler mit Talent: Er muss sich im Klaren darüber sein, welche Voraussetzungen für eine gute Karriere zu erfüllen sind.

Lässt sich eine Laufbahn planen?
Man kann einen Plan zu Papier bringen, aber es gibt so viele Einflüsse, welche die Umsetzung schwierig machen. Ich funktioniere daher etwas anders, wenn ich von Planung rede. Oft ist es ein Feeling, das mir sagt, was ich tun soll, ich höre auf den Bauch, auf mein Herz. So war das, als der Wechsel zu YB zur Diskussion stand. Ich spürte, dass es für mich der ideale Verein sein würde.

Warum?
In den Gesprächen mit Monsieur Spycher bekam ich einfach ein gutes Gefühl. Ich stellte schnell fest, dass im Klub eine familiäre Atmosphäre herrscht. Zudem kannte ich einige Spieler aus gemeinsamen Zeiten in den U-Nationalteams. Und ich bin wieder zurück in der Schweiz, näher bei meinem privaten Umfeld. Es passte einfach. Und es hat sich alles als richtig erwiesen.

Christoph Spycher war selber einmal linker Verteidiger und absolvierte für die Schweizer Nationalmannschaft 47 Partien. Gibt er Dir ab und zu Tipps?
Absolut! Ich sass noch nie so oft im Büro eines Sportdirektors wie bei Monsieur Spycher. Er nimmt sich viel Zeit für jeden Einzelnen und gibt Ratschläge. Er spricht aus grosser Erfahrung. Ich schätze das so sehr wie den angenehmen Umgang mit ihm.

Du hast den Schweizer und den portugiesischen Pass, aber auch kapverdische Wurzeln. Welches ist Deine Heimat?
Die Schweiz. Ich bin zwar in Portugal geboren, aber als ich drei war, kam ich nach Genf. Dort wuchs ich auf, dort ging ich zur Schule. Aber ich besuche Portugal oft, da leben immer noch viele Verwandte von mir. Und gerne möchte ich wieder einmal auf die Kapverdischen Inseln.

Woher stammt Dein Vorname?
Ulisses ist ein portugiesischer Vorname, der ungefähr "Ulissesch" ausgesprochen wird. Ich habe schon ganz viele Versionen zu hören bekommen. In der Westschweiz bin ich "Üliss", andernorts bin ich "Üli", in Deutschland war ich "Ulli". Am liebsten mag ich die französische Version, also "Üliss" ausgesprochen.

Im Dezember bist Du das erste Mal Vater geworden. Was hat das mit Dir gemacht?
Die Prioritäten verschieben sich. Als Papa will ich das Beste für meine Tochter, sie soll ein schönes Leben haben. Ich merkte dadurch auch: Der Fussball ist wunderbar, aber es gibt daneben viele andere wunderbare Sachen. Zum Beispiel eben: Vater sein, zum eigenen Kind schauen zu dürfen. Sie empfängt mich immer mit einem grossen Lächeln, wenn ich nach Hause komme.

Dein Vertrag bei YB läuft noch bis 2022. Denkst Du daran, irgendwann wieder ins Ausland zu gehen?
Das ist eine Möglichkeit, aber ich mache heute keine Pläne, was in zwei Jahren sein wird. Ich hoffe, dass wir bald wieder spielen können. Auch wenn es zunächst wohl leider ohne Zuschauer sein wird. Natürlich ist es nicht dasselbe, in einem leeren Stadion antreten zu müssen. Zum Fussball gehören Fans, sie können einem zusätzliche Energie geben. Aber die Situation lässt es derzeit noch nicht zu. Geisterspiele wären ein erster Schritt zurück in die Normalität.

Zum Schluss habe ich noch fünf Entweder-oder-Fragen. Jordi Alba oder Marcelo?
Marcelo. Ich finde Real Madrid gut - und der Stil von Marcelo sagt mir einfach zu. Eine zeitlang war er für mich der beste Linksverteidiger der Welt. Ihm habe ich immer gerne zugeschaut.

Fleisch oder Fisch?
Fleisch. Neulich habe ich ein Menü mit Rindfleisch und Reis zubereitet. Es hat gut geschmeckt.

Lauftraining oder Kraftraum?
Ich wähle Kraftraum. Rennen im Match, das ist wieder etwas anderes, das mache ich gerne - aber da ist auch ein Ball im Spiel. (lacht)

Sommer oder Winter?
Ganz klar: Sommer. Bei Wetter, wie es zuweilen in Bremen herrschte, litt ich. Oh la la…

Film oder Buch?
Ich lese gerne und schaue gerne einen guten Film mit meiner Freundin - ich mag beides.

Autor:  Bierflasche [ Mittwoch 14. Oktober 2020, 22:14 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (21) Ulisses Garcia

CAMARA UND GARCIA POSITIV GETESTET

Die YB-Spieler Ali Camara und Ulisses Garcia befinden sich nach positiven Covid-19-Testergebnissen zuhause in Isolation. Camara war in der letzten Woche mit der Nationalmannschaft Guineas nach Portugal zu einem Testspiel gegen die Kapverden gereist. Nach seiner Rückkehr wurde er in Bern getestet, wobei dieser Test positiv ausfiel.

Im Fall von Garcia hatte eine Person in seinem nahen familiären Umfeld Symptome, worauf der anschliessende Test bei diesem Familienmitglied positiv ausfiel. Nach einigen Tagen in Quarantäne wurde auch Ulisses Garcia getestet - mit positivem Resultat.

Weil sowohl Camara als auch Garcia seit letzter Woche keinerlei Kontakte mit YB-Mitspielern hatten, haben die beiden Fälle keinen direkten Einfluss auf weitere Spieler der Young Boys. Auf Grund der jüngsten Entwicklung wurden in den letzten Tagen alle weiteren YB-Spieler sowie die Mitglieder der Trainercrew auf Covid-19 getestet - sämtliche Untersuchungen fielen negativ aus.

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