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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 24. Juli 2020, 22:24 
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Gerardo Seoane ist zum dritten Mal Vater geworden!

Frohe Botschaft aus Bern! YB-Trainer Gerardo Seoane ist zum dritten Mal Vater geworden.

Das Wichtigste in Kürze

- Gerardo Seoane ist zum dritten Mal Vater geworden.
- Der aktuelle Meister-Trainer von YB freut sich über den Buben «Morris».

Auf dem Platz läuft es YB meisterlich. Noch drei Spiele sind zu gehen und die Berner grüssen mit fünf Punkten Vorsprung auf St. Gallen von der Spitze.

Nun gibt es auch frohe Botschaften abseits des Spielgeschehens! Wie Nau.ch weiss, ist YBs Meistertrainer Gerardo Seoane nämlich zum dritten Mal Vater geworden.

«Wenn aus Liebe Leben wird, bekommt das Glück einen Namen», lässt der YB-Coach verlauten. Söhnchen Morris habe heute um 15.14 Uhr das Licht der Welt erblickt.

Das Kind sei 53 Zentimeter gross und 3100 Gramm schwer. Und das Wichtigste: Mami und Baby sind wohlauf!

Allzu nervös dürfte der YB-Coach aber nicht mehr gewesen sein. Seoane hat bereits Erfahrungen mit Windeln und Schoppen gesammelt, denn: Aus erster Ehe hat der Ex-Profi bereits Tochter Noemi und Sohn Liam.


https://www.nau.ch/sport/fussball/gerar ... n-65749617

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 24. Juli 2020, 23:51 
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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 01:19 
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Zweifacher Meistertrainer

Seoane tritt aus Hütters Schatten

Der YB-Trainer macht sich mit seinem zweiten Meistertitel fürs Ausland interessant. Er will aber weiterhin in Bern bleiben.

Am Freitag wird das Spielfeld im Stade de Tourbillon vor Mitternacht zum Rückzugsort. Zur Gelegenheit, innezuhalten, den Erfolg im Stillen zu geniessen. YB-Mittelfeldspieler Gianluca Gaudino schlendert mut­ter­see­len­al­lein über den Platz, die Hand im Hosensack, das Smartphone am Ohr.

Eine Stunde zuvor schleppten sich hier die Young Boys auf den letzten Metern des Meisterrennens über die Ziellinie. Das titelbringende 1:0 bei Sion war erlitten, erkämpft, am Ende gar erzittert. Es erzählte die Geschichte der Young Boys in dieser Saison in neunzig Minuten noch einmal nach.

Leicht fiel ihnen eine Darbietung selten. Sie hatten nicht mehr die Wucht der Vorjahre, nicht dieselbe Klasse. Sie, die letztes Jahr den Torrekord in der Super League gebrochen hatten, mussten einen anderen Weg zum Erfolg suchen. Sie fanden ihn in der defensiven Stabilität. Die Resultate vor Titel Nummer 14: 1:0 in Neuenburg, 1:0 gegen Luzern, 1:0 in Sitten.

Die Genugtuung des Trainers

Und plötzlich ist es im Tourbillon vorbei mit der Ruhe. Trainer Gerardo Seoane, eigentlich ein Meister der Beherrschung, stürmt auf den Platz, sendet Livebilder via Smartphone zu Bekannten. Er springt. Er schreit. Er ist überschwänglich. Und vergisst, dass es noch ein paar Beobachter im Stadion hat.

Die Szene zeigt, wie hoch der Spannungsabfall beim 41-Jährigen sein muss. Beim Medientermin am Samstagmittag in Bern wirkt Seoane gelöst. Er sagt: «Ich verspüre eine grosse Freude und Genugtuung.»

Seoanes Stimme ist belegt, es wurde spät im Logenbereich des Wankdorfs. Als er Fassnacht und Lustenberger sieht, die sich für Interviews bereithalten, Aebischer und von Ballmoos, später auch Sportchef Spycher, herzt er sie alle. Es scheint, als könnte Seoane die ganze Welt umarmen.

Auch wenn er nun davon redet, dass der Einfluss eines Trainers immer gleich sei, wird er ahnen, dass dieser Titel seine Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verändern dürfte. Letztes Jahr stand die Mannschaft im Zentrum – es wird vielleicht nie mehr ein so starkes YB-Team wie jenes 2018/2019 geben. Seoane selbst positionierte sich 2018, in seiner Anfangszeit in Bern, als Verwalter des Erbes von Adi Hütter. Der erwartete Umbruch, ein Punkt in den Bewerbungsgesprächen, erfolgte erst später. Sanogo ging im Winter 2019, im Sommer folgten Mbabu, Benito und Sow. Von Bergen, der langjährige Captain, trat zurück.

Das Bekenntnis zu YB

Seoane musste eine neue Defensive installieren. Ein Unterfangen, das gerade durch den Schienbeinbruch Mohamed Camaras erschwert wurde. Der Guineer sollte mit Captain Fabian Lustenberger das Abwehrzentrum bilden. Erstmals zusammen spielten die beiden Mitte Juli beim 4:2 gegen Servette, ein Jahr nach dem Saisonstart. Erst mit diesem Duo fanden die Young Boys konstant zur defensiven Stabilität. Seoane nennt es eine Saison voller Widerstände. «Wir waren diesmal alle stärker gefordert.»

Seoane spricht selten in der Ichform, lieber redet er vom Weg, auf dem «wir uns befinden». Doch er kann sich hinter dem Plural verstecken, wie er will. Er ist eine zentrale Figur dieses Titels.

Seoane hat wie sein Vorgänger Hütter die Qualitäten, in einer der europäischen Topligen tätig zu sein. Er spricht fünf Sprachen, ist taktisch variabel. Die Frage ist, wann er den Schritt anstreben will. Gerne und oft wurde Seoane nachgesagt, spätestens nach dem zweiten Titelgewinn sei er weg – zumal ihm nicht erst seit seinem raschen und abrupten Abgang aus Luzern vor zwei Jahren der Ruf des Karrieristen anhängt. Am Samstag sagt er: «Im Moment habe ich nur YB im Kopf. Ich habe in den letzten Monaten keinen einzigen Gedanken daran verschwendet , ob es für mich einen anderen Weg geben könnte.»

Befragt man Seoane zu seiner Zukunft, sagt er, es sei nicht der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel. In einem Sommer, in dem in manchen Ländern die Saison erst zu Ende geht, in anderen die Vorbereitung auf die neue schon begonnen hat. «Es wäre ein Fehler, jetzt etwas erzwingen zu wollen», sagt Seoane. Der Hauptgrund allerdings sei, sagt der Innerschweizer mit spanischen Wurzeln, dass er sich bei YB enorm wohlfühle.

Die Ungewissheiten im Team

Seoane kommt nun von allein auf die «einschneidenden Veränderungen» zu sprechen, die nach dem Titel-Hattrick anstehen könnten. Wölfli tritt zurück, Sulejmani und Hoarau haben auslaufende Verträge, YB wird wohl höchstens mit einem der beiden verlängern. Und da ist vor allem Jean-Pierre Nsame, der nach 30 Treffern in 31 Ligapartien kaum zu halten sein wird.

Die Young Boys dürften also Mitte September ohne einige zentrale Figuren der letzten Jahre in die Mission Titelverteidigung starten. Beunruhigt wirkt ihr Trainer darob nicht. Er sagt: «Ich freue mich auf die Herausforderungen mit YB.»


https://www.bernerzeitung.ch/seoane-tri ... 7462944742

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 13:26 
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Der YB-Meistercoach im Portrait

Seoane hat die Meisterprüfung abgelegt und sich endgültig vom Hütter-Schatten lösen können

Gerardo Seoane hat es geschafft und mit seinem Team den Titel-Hattrick geholt. Für den 41-Jährigen ist es im zweiten Jahr als YB-Coach der zweite Meistertitel und nun ist er endgültig aus dem Schatten seines Vorgängers Adi Hütter getreten. Mit der Meisterprüfung hat er seine Qualitäten als Trainer endgültig unter Beweis stellen können.

Trotz letztjähriger Rekordsaison nur wenig Anerkennung für Seoane

Der sprachbegabte Schweizer steht seit dem Sommer 2018 an der Seitenlinie von YB und dabei musste er das extrem schwere Erbe von Adi Hütter übernehmen, welcher seither in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt arbeitet. Der Österreicher gilt in Bern als absolute Kultfigur, schliesslich war er es, welcher YB nach 32 Jahren endlich wieder einmal zum Meistertitel geführt hatte. Mit der Verpflichtung von Seoane als seinem Nachfolger ging Sportchef Christoph Spycher dann ein wenig Risiko, denn schliesslich hatte der gebürtige Luzerner gerade mal eine Halbsaison lang als Chefcoach Erfahrungen sammeln können. Sein Leistungsausweis in diesem halben Jahr konnte sich jedoch sehen lassen, hat doch der FC Luzern in der Rückrunde der Spielzeit 2017/18 unter seiner Regie in 17 Partien satte 34 Punkte gewinnen können. Unter ihm verbesserte man sich dann von Platz neun bis auf Rang drei!

Es war eine erste grosse Kostprobe seiner Trainer-Qualitäten und in Bern schien man von Anfang an total überzeugt vom neuen Übungsleiter zu sein. Vor allem seine menschlichen Qualitäten werden enorm geschätzt, ist Seoane doch einer, welcher es wie kein Zweiter versteht, seine Mannschaft bei Laune halten zu können. Mit YB spielte er in seiner Premierensaison als Trainer von Gäub-Schwarz eine fulminante Saison, brach er doch gleich einige RSL-Rekorde. Man eroberte nicht nur den frühesten Schweizer Meistertitel (bereits in der 29. Runde), sondern man wies auch den grössten Punktevorsprung (20 Zähler auf Basel) sowie die meisten Punkte (91) in der RSL-Geschichte auf. Ausserdem war man seit dem 1. Spieltag ununterbrochen an der Ligaspitze, was zuvor auch erst einmal gelang (dem FC Basel in der Saison 2016/17). Als wäre dies nicht bereits genug, hat man auch noch die meisten Tore erzielt (99) und man konnte das beste Torverhältnis aller Zeiten aufweisen (+63).

Trotz all dieser unfassbaren Rekorde bekam Gerardo Seoane aber nicht überall jene Anerkennung, welche er verdient hätte, da Stimmen laut wurden, dass er eine funktionierende Meistermannschaft übernehmen konnte. Schliesslich gab es im Sommer 2018 bis auf den Verlust von Kasim Adams Nuhu keinen gewichtigen YB-Abgang zu verkraften. Jenes Meisterteam wurde schliesslich noch von Hütter zusammengestellt und weiterentwickelt und praktisch jeder Trainer hätte mit diesem Team Meister werden müssen, wie man in der Öffentlichkeit hören konnte. Es sei deswegen keine grosse Kunst von Seoane gewesen, dass man den Titel verteidigen konnte; doch dabei wird gerne vergessen, in welch beeindruckender Art und Weise man das bewerkstelligt hatte.

Seoane hat seine Meisterprüfung abgelegt und nun zweifelt keiner mehr

Vielleicht auch wegen der kritischen Stimmen hat sich der 41-Jährige im letzten Sommer dazu entschieden, einen lukrativen Bundesliga-Vertrag bei Hertha abzulehnen und seine Arbeit in Bern fortzuführen. Schliesslich gab es mit Djibril Sow, Kevin Mbabu, Loris Benito und Steve von Bergen (Rücktritt) gleich vier gewichtige YB-Verluste zu beklagen, weswegen in dieser Saison definitiv nicht die Rede davon sein konnte, dass Seoane einfach die Meistermannschaft der letzten zwei Jahre weiterführen konnte. Der Luzerner musste vielmehr eine eigene Meistermannschaft zusammenstellen und wie wir nun seit Freitagabend wissen, ist ihm dies auch gelungen.

Im Gegensatz zu seiner ersten YB-Saison war es keine Spielzeit, welche immer nur rosig lief. Schliesslich gab es vor allem aufgrund von grossen Verletzungsproblemen auch einige Rückschläge zu verkraften und auch international konnte man nicht jene Ziele erreichen, welche man sich vorgenommen hatte. Natürlich hat dann auch noch die Corona-Zwangspause ihr Übriges dazu beigetragen, dass die Saison 2019/20 noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Doch genau diese Schwierigkeiten sind es, welche den Meistertitel umso wertvoller für Seoane und sein Team machen, da man richtig hart dafür arbeiten und kämpfen musste. Nach dieser Saison gibt es auf jeden Fall keine kritischen Stimmen mehr was den YB-Erfolgscoach angeht und spätestens jetzt hat sich der 41-Jährige auch gänzlich vom Schatten seines Vorgängers Adi Hütter lösen können. In Sachen Punkteschnitt liegt er diesbezüglich schon seit längerem vor dem Österreicher (2,13 vs. 1,95 Punkte pro Spiel). Seine genau 200 Punkte aus 94 Pflichtspielen können sich auf jeden Fall mehr als sehen lassen...

Die Trainer-Welt scheint ihm offen zu stehen – Wann folgt der Schritt ins Ausland?

Der Vertrag von Seoane bei YB hat noch ein Jahr Gültigkeit und man kann wohl davon ausgehen, dass er diesen auch noch erfüllen wird. Auch gegenüber der NZZ hat er jüngst gesagt, dass "etwas Verrücktes passieren müsste, damit er YB verliesse." Schliesslich würde er wohl nur zu gerne noch den persönlichen Titel-Hattrick mit den Bernern schaffen, was bislang erst dem legendären YB-Coach Albert Sing gelungen ist, welcher von 1957 bis 1960 sogar viermal in Folge Meister werden konnte. Doch ob der 41-Jährigen seinen Kontrakt in Bern nochmals verlängern wird, bleibt abzuwarten, schliesslich steht dem Schweizer Trainer-Talent dank seiner grossen Erfolge die Trainer-Welt offen. Die Bundesliga hatte bereits einmal angeklopft und das Interesse an seiner Person ist mit dem neuerlichen Meistertitel sicherlich nicht kleiner geworden.

Man darf deswegen äusserst gespannt sein, wie sich die weitere Trainer-Karriere des ehemaligen Profis weiterentwickeln wird, denn eines scheint definitiv klar zu sein; die BSC Young Boys sollen erst der Anfang einer für ihn hoffentlich glorreichen Trainer-Karriere sein...


https://www.sport.ch/bsc-young-boys/589 ... en-koennen

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 13:36 
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Der YB-Meistertrainer Gerardo Seoane sagt: «Es müsste etwas Verrücktes passieren, damit ich YB verliesse»

Gerardo Seoane denkt nicht an Abschied – aber bleiben auch Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani? Seoane sagt, es gebe manchmal harte Entscheide.

Wissen Sie, wie viele Niederlagen Sie in der Super League seit Anfang 2018 erlitten haben?

Keine Ahnung. Ich kenne auch meinen Punktedurchschnitt nicht, und erst am Freitag kam mir wieder in den Sinn, wie viele Punkte wir in der letzten Saison gewonnen hatten. Für gewisse Sachen habe ich ein sehr gutes Gedächtnis, für andere gar nicht.

Wofür haben Sie ein gutes Gedächtnis?

Für Spielsituationen. Aber wenn Sie fragen, in welchem Jahr ich wo Spieler war, muss ich intensiv zu überlegen beginnen. Wie viele Niederlagen sind es?

12 in 88 Spielen. Drei Niederlagen mit Luzern im ersten Halbjahr 2018, neun seit Mitte 2018 mit YB. Was sagt das aus?

Statistisch gesehen: dass ich ein Trainer bin, der versucht, mit seinem Team effizienten Fussball zu spielen. Der heutige Fussball ist resultatorientiert. Man muss schauen, welche Komponenten es braucht, damit man schwierig zu schlagen ist.

Ist es Ihnen also gar nicht so wichtig, dass man vom Spektakel-Trainer Seoane spricht – stimmt es für Sie, wenn Sie als Effizienz-Trainer bezeichnet werden?

Wir würden gerne jedes Spiel 6:0 gewinnen. Aber das ist nicht die Realität. Und es ist ja überhaupt nicht so, dass wir hinten stehen und nichts machen. Aber wir werden anhand des Resultats bewertet, und für Resultate braucht es alles: Defensive, Offensive, Umschaltspiel. Uns ist bewusst, dass wir keine Mannschaft sind wie das spanische Nationalteam, das sich mit 50 Kurz- und Doppelpässen durchspielt. Unsere Spieler haben Dynamik als wichtige Eigenschaft – und das gehört zu unserem Geschäftsmodell.

Inwiefern?

Wir wissen, dass solche Spieler im modernen Fussball begehrt sind. Ein langsamer Spieler der Super League wird wahrscheinlich nie für 15 Millionen Franken verkauft werden. Welche Spieler werden geholt? Spieler mit Power. Wer international dank Technik entscheidend sein will, muss technisch allerhöchstes Niveau haben, à la Lionel Messi, Xavi, Andrés Iniesta. Der Fussball ist eine Seriensprint-Sportart – wie schnell bist du, und wie oft kannst du schnell rennen? Das wird gesucht heutzutage. Mit jungen Spielern machst du keine Waldläufe mehr, lieber Schnelligkeitstrainings. Unsere Spieler machten während der Corona-Pause kaum Waldläufe, vielmehr: Sprint, Pause – Sprint, Pause.

Welche Schwierigkeiten brachte Corona Ihnen als Trainer?

Was uns vor allem Sorgen machte: die physische Verfassung der Spieler. Ein Fussball-Teamtraining lässt sich durch nichts ersetzen. Du kannst noch so laufen, du kannst ein Jahr lang ohne Ball trainieren – sobald du ins Mannschaftstraining kommst, fragst du dich: Was habe ich in den letzten 52 Wochen gemacht? Eine andere Schwierigkeit: auf Fragen keine Antworten zu bekommen – aber das ist in allen Bereichen der Gesellschaft so. Wann wird die Wirtschaft wieder angekurbelt? Wann arbeite ich wieder am Arbeitsplatz? Wann dürfen wieder mehr Menschen in ein Fussballstadion? Solche Gedanken verleiten dazu, den Fokus zu verlieren. Deshalb betrieben wir einen grossen Aufwand, um unsere Spieler während der Corona-Pause auch psychisch irgendwie abzuholen.

«Unsere Spieler machten während der Corona-Pause kaum Waldläufe, vielmehr: Sprint, Pause – Sprint, Pause.»

Und wie schwierig war es, die Spieler den Umgang mit dem Schutzkonzept zu lehren?

Einen kurzen Moment fragte ich mich schon: Ist das meine Aufgabe? Ich fühlte mich zurückversetzt in die Arbeit als Nachwuchstrainer, als es hiess: Jungs, Material waschen, Jungs, Bälle zählen. Jetzt war es ähnlich: Bitte Abstand halten. Bitte nicht in die andere Kabine gehen. Bitte Hände desinfizieren. Bitte Material nicht aufräumen, wir machen das. Bitte nicht noch einen Kaffee trinken gehen, sondern nach Hause auf den Balkon. Vielleicht dachten sich die Spieler manchmal: Ist ja gut. Aber es war uns wirklich wichtig, denn wir wussten: The show must go on.

Was dachten Sie bei den Feierlichkeiten am Freitagabend? Ihr Team lag sich in den Armen, als gebe es kein Corona.

Wir trainieren und sind auch sonst sehr oft zusammen. Wir gehen davon aus, dass wir gesund sind. Ich hatte am Freitag keine Angst davor, mich bei einer Umarmung mit einem Spieler anzustecken.

Im FC Zürich waren die Spieler auch oft zusammen – und letztlich gab es etliche Corona-Fälle.

Wenn sich jemand von uns angesteckt hat, kann es in den letzten Tagen irgendwann passiert sein. Wenn du das Virus in der Kabine hast, ist es unglaublich schwierig, die Situation zu kontrollieren.

Das Schutzkonzept empfiehlt, dass nach Torjubel mit Ellbogen oder Füssen gefeiert wird – aber quer durch die Liga hält sich fast niemand daran.

Vermutlich setzte sich irgendwie das Gefühl durch: Die, die sowieso immer zusammen sind, sind gesund und dürfen das. Viel wichtiger ist, was passiert, wenn die Spieler das Stadion verlassen. Geht er an eine Tankstelle und redet mit jedem Fan mit wenig Abstand? Und geht er danach zum Bärenpark und macht Fotos mit jedem Fan? Darauf muss verzichtet werden.

Vor der Winterpause, als noch niemand wusste, was alles auf uns zukommt, sagten Sie einmal: «Ich muss die Lawine sehen, bevor sie losgeht» – wie manche Lawine antizipierten Sie in den letzten Wochen abgesehen vom Thema Corona?

Ich denke vor allem an das 0:1 gegen Thun am 23. Juni. Wir hätten auch sagen können: nicht so schlimm. Aber in dem Moment sagten wir klar: Das wollen wir nicht. Man kann Fehlpässe machen und das Tor verfehlen – aber man kann nicht Zweikämpfen ausweichen. Seither war das Team in allen Spielen sehr aggressiv und präsent, vielleicht mit der Ausnahme einer Halbzeit in Basel.

Werden Sie auch in der nächsten Saison YB-Trainer sein?

Ja. Es müsste etwas Verrücktes passieren, damit ich YB verliesse. Da müsste beispielsweise ein Topklub der Bundesliga auf die Schnapsidee kommen, den Trainer zu entlassen und Seoane zu verpflichten – aber so etwas ist ja surreal.

Sie haben bestimmt auch gespürt, dass die Führung nicht so schnell die Ruhe verliert. YB scheiterte in der Champions-League-Qualifikation, YB schied in der Europa-League-Gruppenhase aus, YB gewann zu Beginn des Jahres nur sieben Punkte aus fünf Spielen – alles nicht dramatisch, aber anderswo hätten die Nerven zu flattern begonnen.

Hier herrscht ein extrem positiver Realitätssinn. Man kann die Dinge einordnen, man kann darüber reden, alle sind sehr ehrgeizig und selbstkritisch und stellen das Wohl von YB stets ins Zentrum.

«Ich hatte am Freitag keine Angst davor, mich bei einer Umarmung mit einem Spieler anzustecken.»
Es ist ungewöhnlich, dass ein zweifacher Meistertrainer in der Schweiz bleibt.


Das hat mit dem Umfeld zu tun. Ich komme gerne zur Arbeit, wir haben einen guten Staff, wir haben eine tolle Mannschaft und im Normalfall perfekte Bedingungen – und wir haben einen Austausch, der mich weiterbringt. Nach der Corona-Pause machte ich für mich eine Auslegeordnung und kam zum Schluss: Im Sommer bleibt zwischen den Saisons eine sehr kurze Pause – da kommt es für mich gar nicht infrage, etwas anderes zu machen. Und mit dem Umbau der Defensive haben wir einen schwierigen Teil erledigt – nun wird es vielleicht auch in der Offensive zu Veränderungen kommen.

Die Verträge der langjährigen Führungsspieler Guillaume Hoarau und Miralem Sulejmani laufen aus. Was wünschen Sie sich?

Dass wir als Klub diese Personalien so umsetzen, wie wir es uns vorstellen. Dass wir die Spieler korrekt behandeln und informieren, egal, wie die Entscheidung ausfällt.

Jetzt weichen Sie etwas aus.

Es steht mir nicht zu, in der Öffentlichkeit über Entscheide zu spekulieren, die noch nicht endgültig gefällt sind. Das ist eine Frage, die der Sportchef Christoph Spycher zum richtigen Zeitpunkt beantworten muss, und dieser Zeitpunkt ist noch nicht da. Wichtig ist, dass alles sauber abläuft. Es wird immer wieder Entscheide geben, die Spielern oder Fans nicht passen. Aber unsere Aufgabe ist es, Entscheide zum sportlichen Wohl von YB zu fällen. Die sind manchmal hart.

Das klingt eher nach Abschied.

Das habe ich nicht gesagt. Es kann ja auch hart sein, wenn einer einen hochdotierten Vertrag hat und danach nicht mehr. Oder wenn einer eine wichtige Rolle hat und danach nicht mehr. Es gibt immer Veränderungen.


https://www.nzz.ch/sport/der-yb-meister ... duced=true

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 10. August 2020, 09:44 
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09.08.2020

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Holt YB jetzt das erste Double seit 1958, Gerardo Seoane?

Dank zwei späten Treffern verhindert YB im Halbfinal gegen Sion das Penaltyschiessen – und steht im Cupfinal. Den Bernern bietet sich die Chance auf das Double.

Das Wichtigste in Kürze

- YB steht nach dem 3:1-Sieg gegen Sion im Cupfinal, der Ende August stattfindet.
- Dort treffen die Berner auf den FC Basel oder den FC Winterthur.
- Für Gelb-Schwarz ist es die Chance aufs erste Double seit dem Jahr 1958.

YB übersteht die Geduldsprobe am Sonntagnachmittag erfolgreich. Beim 3:1-Sieg über den FC Sion sind die Berner zwar drückend überlegen, doch der Ausgang bleibt lange offen. «Es war ein richtiges Cup-Spiel», bilanziert Trainer Gerardo Seaone nach dem Schluspfiff.

«Du kannst zu elft gegen zehn Gegner spielen und viel Ballbesitz haben. Aber ein langer Ball oder ein Standard können reichen – und der Gegner trifft.» Genau so kam es, als man nach dem 1:0 von YB bereits mit der Entscheidung rechnete.

Doch es brauchte noch einen Doppelschlag von Martins und Mambimbi in der Nachspielzeit, um den Finaleinzug zu sichern. Holen sich die Berner jetzt auch diesen Kübel?

YB hat das erste Double seit 1958 im Visier

«Wir haben uns den Cup-Sieg schon zum Ziel gesetzt», gibt Seoane ehrlich zu. «Es wäre der erste seit 1987 – und das erste Double seit 1958!» Doch gleichzeitig tritt Seoane auch auf die Bremse: «Das sind Spielereien – es zählt dann am 30 August auf dem Platz!»

Vorerst haben die YB-Stars ein paar Tage Pause, bevor es mit der Vorbereitung auf die neue Saison losgeht. Freut sich auch der Trainer auf ein paar ruhige Stunden? «Ich würde lügen, wenn ich etwas anderes behaupten würde», schmunzelt der frischgebackene Vater.

Doch er betont auch: «Es gibt trotzdem noch etwas Arbeit für uns. Wir stehen mitten zwischen der alten und der neuen Saison.» Denn: Vor dem Cupfinal wird YB bereits die Qualifikation zur Champions League bestreiten.

Wer folgt YB in den Cup-Final?

Den zweiten Finalisten ermitteln der FC Basel und Winterthur. Das Spiel ist auf den 25. August angesetzt – der Final steigt am 30. August im Berner Wankdorf.

Winterthur hatte sich unter der Woche gegen Bavois mit 4:0 durchgesetzt. Der FCB bestritt sein Viertelfinal gegen Lausanne (3:2 n.V.) bereits Mitte Juni.


https://www.nau.ch/sport/fussball/holt- ... e-65758173

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 17. August 2020, 21:10 
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11.08.2020

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Gerardo Seoane in den Fussstapfen von YB-Trainerlegende Albert Sing

Vor 62 Jahren gewann YB letztmals Meisterschaft und Cup im gleichen Jahr. Jetzt winkt den Bernern nach 2018 erneut die Chance, dieses seltene Kunststück zu realisieren.

Coach Gerardo Seoane würde sich so endgültig ganz oben in den YB-Geschichtsbüchern einreihen, genauso wie Albert Sing nach den goldenen YB-Jahren.

Was sagen Ihnen die Namen Heinz Schneiter, Geni Meier, Toni Allemann und Ernst Wechselberger?
Das sind YB-Legenden, oder?

Richtig. Sie waren die Torschützen, die YB am 15. Mai 1958 mit dem 4:1-Sieg im Cupfinal-Wiederholungsspiel gegen GC letztmals in der Vereinsgeschichte zum Double schossen. Trainer war Albert Sing. Jetzt hofft «Tout Berne», dass Sie Sings Nachfolger werden und YB das Double holt.
Diese Zahlen zeigen, wie aussergewöhnlich es ist, sowohl Meister als auch Cupsieger zu werden. Es wäre grossartig, könnten wir auch den Cupfinal gewinnen.

Wie erleben Sie Spiele wie am Donnerstag in Luzern und am Sonntag gegen Sion? Sie bleiben nach aussen stets beeindruckend ruhig, auch wenn das entscheidende Tor – wie in Luzern und gegen Sion – erst kurz vor dem drohenden Penaltyschiessen fällt. Wie sieht es in Ihrem Inneren aus?
Es ist nicht so, dass ich immer ruhig bleibe. Ich spürte gegen Luzern und gegen Sion eine grosse Anspannung. Aber ich versuche, stets souverän zu bleiben, weil ich überzeugt bin, auf diese Weise der Mannschaft am meisten Impulse verleihen zu können.

Sie wurden zweimal Meister in zwei YB-Jahren. Besser geht es nicht. Einmal 20 Punkte, einmal acht Punkte Vorsprung. Ist YB der Konkurrenz enteilt?
Nein. Die Saison 2018/19 war ein Jahr der Rekorde. Das darf man nicht zum Massstab nehmen. In dieser Spielzeit mussten wir zahlreiche Hindernisse aus dem Weg räumen. Aber wir sind uns immer treu geblieben, haben in heiklen Momenten die Ruhe bewahrt und wurden aus meiner Sicht zu Recht belohnt.

Das YB-Team trägt klar Ihre Handschrift, trotz der vielen Abgänge ist die Kontinuität beeindruckend. Sie können es sich sogar leisten, gegen den Zweiten einige Spieler pausieren zu lassen und gewinnen trotzdem souverän. Das Selbstvertrauen Ihrer Spieler scheint unerschütterlich zu sein. Weshalb?
xDie funktionierende YB-Mannschaft ist nicht mein Produkt, sondern das Produkt einer beispielhaften Teamarbeit auch neben dem Rasen. Wir haben eine Kultur des Vertrauens, aber auch der hohen Ambitionen. Wir wollen aus jeder Situation das Beste machen, obwohl wir wissen, dass Rückschläge zum Fussball gehören. Aber dann gilt es, sofort wieder aufzustehen, die Lehren zu ziehen und es beim nächsten Mal besser zu machen.

Als Beobachter stellt man fest, dass Sie je nach Gegner Ihre Spielweise anpassen, manchmal sogar während dem Match Taktik und System ändern. Liegt in dieser Vielseitigkeit eine der YB-Stärken?
Ich denke schon. Es ist uns wichtig, dass wir für die Gegner nicht leicht auszurechnen sind und wir über taktische Flexibilität verfügen.

Erfolgreiche Schweizer Trainer werden regelmässig von Bundesligisten abgeworben. Adi Hütter zog es zu Eintracht Frankfurt, auch Ihr Name wird in Deutschland immer wieder ins Gespräch gebracht. Hat Corona den positiven Einfluss, dass Sie noch eine Saison in Bern bleiben, weil in Deutschland die Saisonvorbereitung bereits begonnen hat?
Ich betone gern, dass es mir bei YB sehr gut gefällt. Es macht grossen Spass, Teil in diesem Klub zu sein. Es gibt für mich keinen Grund, jetzt zu wechseln. Es müsste schon ein aussergewöhnliches Angebot kommen, damit ich mir einen Wechsel überlegen würde.

Wie wichtig ist nach den Meisterfeierlichkeiten für Sie und Ihre Spieler der Cupfinal? Die YB-Fans wünschen sich nichts sehnlicher als das erste Double seit 1958.
Wie eingangs erwähnt, bekommt man nicht oft die Chance, den Cup zu gewinnen – erst recht als Meister. Wir werden alles dafür tun, dass wir bestmöglich vorbereitet in den Final steigen. Aber zuerst gilt es für die Mannschaft und den Staff, die Batterien aufzuladen und sich mittels aktiver Erholung für die nächsten Wochen bereit zu machen.

Es geht Schlag auf Schlag weiter: Am 25./26. August folgt das Spiel der zweiten Qualifikationsrunde zur Champions League gegen Slovan Bratislava oder KI Klaksvik von den Färöer Inseln, danach der Cupfinal am 30. August gegen Basel oder Winterthur. Was sagen Sie zur Auslosung der Champions League?
Wir freuen uns, dass wir im Wankdorf spielen können. Auch hier gilt, dass wir uns bestmöglich vorbereiten. Unmittelbar nach der Auslosung haben wir begonnen, Informationen über die möglichen Gegner einzuholen. Und wir werden das Direktduell zwischen Klaksvik und Slovan Bratislava verfolgen.


https://baernerbaer.ch/sport/gerardo-se ... bert-sing/

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. September 2020, 09:36 
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Der YB-Trainer im Interview

«Es hat kaum je richtig aufgehört mit Fussball»

Vor dem Super-League-Start am Samstag gegen den FCZ erklärt Gerardo Seoane, was die Herausforderungen in der kurzen Pause waren.

Gerardo Seoane, vorab zum Mittwochabend und der deutlichen Niederlage gegen Midtjylland: Was ging da schief?

Es kam vieles zusammen. Nach einer guten ersten Halbzeit starteten wir schlecht in die zweite Hälfte. Wir erhielten ein Gegentor und verloren dann die Ruhe. Und hatten mit dem dänischen Meister einen Gegner, der uns das Leben genau dann richtig schwer machte, die Konter gut unterband, sich Zeit liess bei Einwürfen und Freistössen.

YB wirkte zu dieser Zeit ratlos.

Das war zu spüren, ja. Wir sind aus dem Konzept gefallen. Das hat uns irritiert. Die Enttäuschung darüber haben wir verarbeitet, um so mehr erwarte ich jetzt Energie für den Start in der Super League.

Genau, da geht es heute gegen den FC Zürich los. Fühlt es sich gerade an wie ein Saisonstart?

Es hat kaum je richtig aufgehört. Und trotzdem ist es ein Neustart, für das Kader in dieser Zusammensetzung.

Der klare Schnitt fehlt, die Pause war sehr kurz. Muss man das als Trainer anders moderieren?

Was ins Gewicht fällt, ist etwa, dass wir nicht im Trainingslager waren. Dort erarbeitet man sich gewisse Dinge über drei, vier Tage, dazu unternimmt man auch mal im Team etwas und kann im Staff längere Sitzungen abhalten. Das musste jetzt irgendwann und irgendwie eingebaut werden. Da wir keine richtigen Ferien hatten, ist der Formstand eigentlich gut, zumindest physisch.

«Es brauchte in der Vorbereitung zwei-, dreimal klare Worte.»

Und wo lag die Herausforderung im mentalen Bereich?

Eine Vorbereitung ist immer wie ein Steigerungslauf: erste Trainings, dann Testspiele mit einer Halbzeit für alle, dann intensivere Einheiten, Schwerpunkte bei den Testspielen, schliesslich der Start. Diesmal ging alles viel schneller.

Gab es Anzeichen von psychischer Erschöpfung?

Beim Hochfahren des Motors nach der kurzen Pause war Fingerspitzengefühl gefragt. Einerseits ging es darum, nach der sehr erfolgreichen Saison mit zwei Titeln den Erfolgshunger wieder zu wecken. Der Druckabfall war immens. Andererseits mussten wir den Spielern Zeit geben. Du kannst dich nicht im ersten Training hinstellen und sagen: So, in zehn Tagen ist Champions League, ich erwarte von allen den maximalen Einsatz.

Und wie haben Sie die Mannschaft an die bevorstehenden, wieder sehr intensiven Wochen herangeführt?

Es brauchte zwei-, dreimal klare Worte im Training. Jeder musste sich bewusst werden, dass wieder Leistung am Limit gefragt ist. Wenn du nachlässt, ist es meistens dort, wo ein Spiel entschieden wird: im Zweikampf, im Luftduell, in den Aktionen im Strafraum. Da braucht es konsequentes Handeln.

Die Saison birgt viele Ungewissheiten, sie steht weiterhin im Zeichen des Coronavirus. Wie stabil denken Sie ist das Gebilde YB in dieser Hinsicht?

Es ist immer noch eine aussergewöhnliche Situation. Es kann sich schnell vieles ändern. Und deswegen versuchen wir alle, sehr aufmerksam zu sein. Wir wollen in der sportlichen Führung die Dinge sofort ansprechen, wenn wir das Gefühl haben, dass sich etwas nicht so entwickelt, wie wir es wünschen.

Goalie David von Ballmoos sagt, bei YB wisse einfach jeder sehr genau, was er zu tun hat.

Ja, wir sind sehr gut aufgestellt. Es gibt grundsätzlich keine Kompetenzüberschreitungen. Aber es gibt Schnittstellen.

Etwa zwischen Ihnen und dem Sportchef?

Ja, klar, wir pflegen einen ständigen Austausch.

«Mit der Entscheidung um Guillaume Hoarau haben wir uns schwergetan.»

Auch, als es um die Entscheidung bezüglich Guillaume Hoarau ging?

Absolut. Wir haben das über mehrere Monate hinweg immer wieder diskutiert. Es war keine Entscheidung von heute auf morgen, das hat sich entwickelt.

Es war sicher ein unpopulärer Entschluss, den Sie mithelfen mussten zu fassen.

Wir haben uns schwergetan damit. Es ging darum, einen Weg zu zeichnen, den YB in den nächsten drei, vier Jahren einschlagen will. Und im Sturm sah dieser Weg Veränderungen vor.

Wechsel im Kader gab es ansonsten wenig. Haben Sie das so erwartet?

Der grosse Umbruch stand bei uns letztes Jahr an. In diesem Sommer zeichneten sich die wenigen Baustellen schon früh ab. Hinten rechts war so eine, entsprechend hat unser Sportchef Christoph Spycher das bereinigt. Auch im Angriff gab es Bewegung, auch da haben wir reagiert.

Mit dem Zuzug von Jordan Siebatcheu.

Spieler wie er haben bei YB in letzter Zeit immer wieder zum Erfolg gefunden: Seine Aktie ist zuletzt sicher gefallen, aber er hat enorm viel Potenzial. Von ihm erwarten wir uns nicht sofort Höchstleistungen, wir wollen ihn behutsam aufbauen.

Von Ballmoos, Fabian Lustenberger, Michel Aebischer, Jean-Pierre Nsame – an der zentralen Achse hat sich nichts geändert. Wie wichtig ist das?

Wenn Jean-Pierre bleibt, dann haben wir kaum an Kraft verloren. Das ist wichtig. Doch mit Marco Wölfli und Hoarau haben wir zwei Persönlichkeiten neben dem Platz verloren, die vor allem in schwierigen Momenten zum Tragen kamen. In dieser Hinsicht müssen sich jetzt andere Spieler weiterentwickeln.

An wen denken Sie?

Wir haben schon in der letzten Saison begonnen, den einen oder anderen Spieler an mehr Verantwortung heranzuführen. Damals waren es von Ballmoos und Aebischer, jetzt kommen sicher Vincent Sierro, Christopher Martins oder Mohamed Camara hinzu. Und, obwohl erst gerade im Team angekommen, Silvan Hefti.

«Wir sind überzeugt, dass wir gegen Tirana eine sehr gute Leistung zeigen werden.»

Und wenn Sie jetzt auch noch die Gruppenphase in der Europa League verpassen?

So denken wir nicht. Wir sind überzeugt, dass wir gegen Tirana eine sehr gute Leistung zeigen werden. Aber im Moment gilt die volle Konzentration dem Auftakt in die Super League.

Nsame hat zuletzt in der Liga mehr als jedes dritte YB-Tor erzielt. Plant man wieder mit diesen Toren?

Wenn sich irgendwo eine Dynamik entwickelt, wollen wir die ausnutzen. Das war schon letzte Saison eine unserer Strategien. Vergangenen Sommer haben wir früh gemerkt: Jean-Pierre hat einen Lauf. Die Mannschaft spürte das, es gab oft Situationen, in denen vielleicht das eine oder andere Zuspiel mehr auf ihn kam.

Könnte man ihn ersetzen?

Wir haben auch schon ohne ihn gespielt und Tore erzielt. Aber ob er jetzt bleibt oder nicht: Für 32 Treffer muss es für einen Stürmer sehr gut laufen. Dass das noch einmal gelingt, können wir nicht erwarten. Wir müssen als Mannschaft wieder auf unsere Tore kommen.


https://www.bernerzeitung.ch/es-hat-kau ... 9103317553

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 14. Oktober 2020, 11:35 
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Seoane vor dem Länderspiel«Spaniens Potenzial ist riesig»

Gerardo Seoane ist YB-Meistertrainer und Schweizer. Er ist aber auch Spanier und spricht vor dem Nations-League-Spiel in Madrid über Enrique, Ramos und das Radiohören.

Wie gut ist diese spanische Mannschaft?

Sehr gut. Sie wird gegen die Schweiz nicht mit allen Kräften antreten, weil die letzte Saison so lang war und darum nicht alle Spieler berücksichtigt wurden. Trotzdem, da ist eine starke Mannschaft zusammen. Und was noch grösser ist als die aktuelle Qualität, das ist das Potenzial. Weil es viele junge Spieler gibt, die eine kleine Euphorie ausgelöst haben.

An wen denken Sie?

Ansu Fati, Ferran Torres, das sind 17-, 20-jährige Burschen, die ein Riesenpotenzial haben.

Wo kommen solche Spieler in Spanien immer wieder her?

Wenn man fünfmal mehr Einwohner hat als die Schweiz, dann ist auch klar, dass es viel mehr Qualität gibt. In der Schweiz müssen wir uns bei der Grösse des Landes mit unserer Nationalmannschaft überhaupt nicht verstecken. Was der grösste Unterschied ist: Spanien ist ein absolutes Fussballland.

Das heisst?

Fussball ist die Sportart Nummer 1, Nummer 2 und Nummer 3. Und dann kommen Basketball und Velo. Aber Fussball ist in aller Munde, in allen Altersklassen und Schichten. In der Schweiz haben wir eine ganz andere Vielschichtigkeit sportlicher oder kultureller Natur.

Wie sieht denn der fussballerische Alltag in Spanien aus?

Es gibt landesweit vier, fünf grosse Sportzeitungen. In jeder Stadt gibt es vier, fünf regionale Sportzeitungen. Für die Menschen in den Bars und Cafés gibt es zwei grosse Themen: Real Madrid gegen Barcelona und die Mannschaft aus ihrer eigenen Stadt. Darüber wird nonstop diskutiert.

Sie sind ja bekannt dafür, dass Sie den spanischen Fussball sehr genau verfolgen.

Auch das hat mit der spanischen Kultur zu tun. Die Taxichauffeure hören am Abend die Radiosender. Wie wir in der Schweiz am Sonntag das «Heimspiel» haben (auf Blue TV), gibt es das in Spanien landesweit jeden Abend auf zwei Sendern. Für mich ist das Unterhaltung, aber es gibt auch viel Kompetenz. Da reden Grössen wie Jorge Valdano oder Bernd Schuster. Ich finde es spannend, ihnen zuzuhören. Und es wird manchmal emotional, da fallen die Leute einander ins Wort und lassen einander nicht mehr ausreden. Wie das halt beim Spanier so ist (lacht).

Und dann hören Sie abends immer zu?

Diese Sendungen starten meistens nachts um halb zwölf oder zwölf Uhr. Ich höre sie mir als Podcast
am Morgen beim Autofahren an oder in einer freien Stunde.

Was wird aktuell über die Nationalmannschaft gesagt?

Das Sensationelle an der heutigen Medienzeit ist, dass du alles hören kannst. Die Pressekonferenz mit Nationaltrainer Luis Enrique nach dem Spiel gestern (dem 0:0 am Mittwoch gegen Portugal), die Spieler, die das erste Mal dabei waren … Jemand, der den Fussball liebt, kann heutzutage sehr nah dabei sein.

Lernen Sie auch etwas dabei?

Ja, natürlich. Luis Enrique ist ein Trainer, der sehr direkt kommuniziert, sehr offensiv, der sich auch traut, sich mit der Presse anzulegen. Für mich als Trainer ist das spannend zu verfolgen, wie er das macht, wie er zum Beispiel über Ansu Fati redet, wie er sich vor ihn stellt, wie er klarmacht, dass der junge Bursche nicht alles allein machen muss.

Was bringt Luis Enrique dieser Mannschaft?

Sie zeigt Qualitäten, die man mit ihm in Verbindung bringen muss. Die Spieler haben bei ihm einen wahnsinnigen Offensivdrang. Er vermittelt eine Geradlinigkeit: Wir wollen nach vorne spielen. Klar, sie verfallen manchmal ins Tiki-Taka, aber sein Ziel ist es, so viele Torchancen wie möglich zu kreieren. Sie spielen ohne Angst vor Fehlern, sie gehen ins Eins gegen Eins. Irgendwie schafft er es, ihnen Mut einzureden. Was er auch hat: eine grosse Persönlichkeit. Und was er macht: Er mischt unter 30, 35 Spielern alles wild durcheinander. In drei Spielen hat er, glaube ich, acht debütieren lassen.

Das heisst?

Die Spieler werden kreuz und quer durch ganz Spanien aufgeboten. Plötzlich ist Jesus Navas mit 34 dabei. Zwei von Villarreal sind dabei, die niemand auf der Liste hatte; Albiol ist einer von ihnen, der mit 36 plötzlich wieder ein Aufgebot erhielt. Von den grossen Vereinen, Barça und Real, sind nur einer oder zwei dabei. Luis Enrique zieht sein Ding einfach durch. Er scheut sich nicht, Jordi Alba (Barcelona) oder Dani Carvajal (Real) draussen zu lassen. So bringt er frisches Blut in die Nationalmannschaft. Das hat zur Folge, dass alle sehr motiviert sind und voller Energie.

Kommt seine Idee, alles durcheinanderzumischen, gut an im Land?

Das ist eine Debatte, die läuft: Müsste er nicht langsam anfangen, eine Mannschaft zu bauen, die an einer EM oder WM Titel gewinnt? Eine Hälfte denkt so, die andere anders.

Wie denken Sie?

Wenn man qualitativ so viele gute Spieler und eine solche Liga hat wie Spanien, kann man das so machen
wie Luis Enrique. Er ist ein Nationaltrainer, wie man ihn in den letzten 20 Jahren nicht kannte. Er ist wie ein Clubtrainer: Für jedes Aufgebot macht er ein paar Transfers. Wenn man wie in der Schweiz weniger Spieler zur Verfügung hat, muss man als Trainer schon schauen, dass eine Mannschaft zusammenwächst. Sie braucht eine Achse, einen Stamm, um am nächsten Turnier dabei zu sein. Das muss immer noch das oberste Ziel sein für die Schweiz.

Und für Spanien?

Bei einem Turnier gehört es immer zum Kreis der Favoriten.

«Sergio Ramos ist der absolute Boss, an ihm wird nicht gerüttelt.»

Hat Spanien das Potenzial, um wieder so gut und erfolgreich zu sein
wie zwischen 2008 und 2012 mit einem WM- und zwei EM-Titeln?

Nochmals, das Potenzial ist riesig. Es gibt auch viele, die im Ausland spielen. Ferran Torres bei Manchester City, Thiago bei Liverpool, und, und, und. Was Spanien im Moment aber fehlt, ist ein Neuner …

... ein Torjäger …

... ein Fernando Torres oder David Villa. Es fehlt ein klassischer Mittelstürmer. Die Frage wird sein: Wächst einer heran, der regelmässig Tore schiesst? Oder wird man immer mit vier, fünf Halb-Stürmern spielen müssen? Ich glaube, du brauchst einen richtigen Mittelstürmer, der Tore garantiert, damit du in einem Turnier ganz nach vorne kommst.

Das ist auch Ansu Fati nicht.

Nein. Spanien hat viele derartige Spieler, halbe Flügel, schnell, dribbelstark wie Rodrigo Moreno, Gerard Moreno, Dani Olmo, Ferran Torres. Jetzt ist Adama Traoré von Wolverhampton das erste Mal dabei gewesen. Aber keiner ist ein Goalgetter. Darum ist eines der heiss diskutierten Themen, gerade nach dem 0:0 gegen Portugal: Wer macht überhaupt Tore?

Was ist die Rolle von Sergio Ramos in dieser Mannschaft?

Er hat 173 Länderspiele. Stellen Sie sich das einmal vor! Er ist der absolute Boss, an ihm wird nicht gerüttelt. Er bestätigt jedes Mal mit Leistung, dass er berechtigterweise der Captain und Chef ist. Ich kann das nur erahnen, aber er ist sicher der verlängerte Arm des Trainers. Er ist sehr fordernd mit seinen Mitspielern, er geht immer vorneweg, er hat eine tolle Art, das zu kommunizieren. Aus dieser Mannschaft ist er nicht wegzudenken.

Sergio Ramos führt die Mannschaft aus der Abwehr heraus. Wer macht das im Mittelfeld?

Sergio Busquets ist noch dabei. Er hat in den letzten beiden Jahren aber Probleme gehabt.

«Ein Unentschieden liegt drin für die Schweiz, wenn sie den Anfangsdruck übersteht.»

Einen Xabi Alonso oder Xavi gibt es trotz allem Potenzial nicht?

Nein, der fehlt noch. Im Moment ist Sergio Ramos der grosse Anker in dieser Mannschaft.

Traut sich ein Trainer bei einem solchen Spieler überhaupt zu sagen,
er habe schlecht gespielt?

Sergio Ramos braucht das keiner zu sagen. Er kommt selbst und sagt: Trainer, sorry, heute habe ich einen schlechten Tag gehabt. Solche Spieler sind sehr selbstkritisch. Ein Trainer redet mit ihnen auf Augenhöhe. Nicht wie vom Mitarbeiter zum hohen Vorgesetzten. Das ist ohnehin der Weg, den die Trainer zu gehen versuchen: dass sie Nähe und Vertrauen zu den Spielern haben, dass es eine natürliche Autorität gibt, aber dass man miteinander extrem kommunikativ umgeht.

Was muss die Schweiz machen, um in Spanien bestehen zu können?

Wenn ich den letzten Match von Spanien nehme (gegen Portugal), muss sie die erste halbe Stunde überstehen. Da machten die Spanier unglaublich Dampf. Ich glaube, dass die Schweiz dazu fähig ist, wenn alle Spieler präsent sind. Sie hat gegen grosse Mannschaften gezeigt, dass sie Ballbesitz haben kann. Spanien praktiziert im Moment ein aggressives Gegenpressing. Schafft es die Schweiz also, ihr Spiel dem Gegner aufzuzwingen? Wenn den Spielern die Knie zittern, wird es schwierig. Sie müssen den Mut haben, den Ball haben zu wollen. Aber bei den Charakteren, die sie hat, habe ich keine Angst um sie.

Was tippen Sie?

Spanien nimmt den Match ernst. Es wird schwierig für die Schweiz. Aber ein Unentschieden liegt drin, wenn sie den Anfangsdruck übersteht. Und ich bin überzeugt, dass sie im November das Rückspiel daheim gewinnen kann.


https://www.bernerzeitung.ch/spaniens-p ... gmUQ0sE21M

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