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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 19. Juni 2020, 23:27 
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Der YB-Trainer Gerardo Seoane sagt: «Diese Meisterschaft ist anders, aber nicht unwichtig»

Der Titelhalter YB startet aus dem zweiten Rang in den Super-League-Endspurt. 2020 verloren die Berner zwei von fünf Meisterschaftsspielen, nun hat sie die Corona-Pause fit gemacht. Sie wissen um ihre Stärken – aber sie wollen nicht so tun, als gebe es den FC St. Gallen nicht.

Es ist nicht so, dass die Young Boys an ihren Stärken zweifeln würden. Doch es fällt ihnen schwer, die richtigen Worte zu finden.

Der YB-Mittelfeldspieler Christian Fassnacht sagt, es solle nicht arrogant wirken, aber: «Unser Kader ist das beste, da führt eigentlich kein Weg daran vorbei.» Er sagt «eigentlich» und streut nochmals eine Anstandsfloskel ein, «jedes Spiel muss gespielt sein», aber: «Wenn Sie die Mannschaft anschauen, sollte es in meinen Augen keinen anderen Meister geben als uns.»

Der YB-Trainer Gerardo Seoane sagt: «Wir wissen, dass wir eine gute Mannschaft haben. Wir wissen, dass wir auf jeder Position zwei gute Lösungen haben. Aber ich mache keine Vergleiche mit den Möglichkeiten, die Basel und St. Gallen haben.»

YB nimmt den 13-Runden-Endspurt aus dem zweiten Rang in Angriff, gleichauf mit dem Leader St. Gallen. Doch der Titelhalter ist in einer neuen Position der Stärke, oder besser: der Breite. In der Hinrunde fiel Spieler um Spieler verletzt aus, die Pechsträhne riss nicht einmal ab, als die Liga schon ruhte. Anfang März riss sich Esteban Petignat im Training das Kreuzband, kurz darauf Sandro Lauper in einem Testspiel. YB fehlte abermals mehr als ein halbes Dutzend Spieler. Doch es folgte der Lockdown – und Genesung um Genesung.

Die Pause hat YB fit gemacht

Wenn YB am Freitagabend den FC Zürich empfängt, sind ausser Lauper und Petignat alle Spieler zurück. So Miralem Sulejmani, der in der laufenden Meisterschaft erst viermal zum Einsatz kam. Ebenso Vincent Sierro, erst acht Einsätze. Vor allem auch Mohamed Ali Camara, bisher ohne Einsatz. Die Corona-Pause hat YB fit gemacht.

Diese Ausgangslage lässt viele Beobachter behaupten, der Meistertitel sei für YB Formsache. Seoane sagt dazu: «Das sind Aussagen für eine Talkrunde, wenn jemand in zwei Sätzen sagen muss, wer die Meisterschaft gewinnt. Ich fange damit nichts an.» Der Trainer weiss: Diese Leute, die in zwei Sätzen sagen, YB werde Meister, tun irgendwie auch so, als gebe es den FC St. Gallen nicht. Die St. Galler spielen den kecken Herausforderer, sie sind in der Rolle, die phasenweise die Berner versahen, als sie 32 Jahre lang auf den Meistertitel warteten.

Es gab kaum jemanden, der ihnen nicht mit Goodwill begegnete, als sie 2018 den Serienmeister Basel vom Sockel stiessen. Nun sitzt YB auf dem Sockel, und die letzte Meisterschaftserinnerung besteht darin, wie sehr es den FC St. Gallen gibt, voller Frische und Mut. Als die Young Boys vor der Corona-Pause in St. Gallen gastierten, entkamen sie knapp einer Niederlage (3:3).

Woran der Trainer lieber denkt

Ist YB wirklich so viel besser? Anfang 2020 verloren die Berner zwei von fünf Super-League-Spielen, der 13-Runden-Endspurt gibt ihnen die Chance zur Beweisführung, dass sie nur der vielen Verletzten wegen nicht vorne stehen – nicht wegen Eigenfehlern. Seoane weiss, was sein Team stark macht, «unsere Dynamik, unser schnelles Umschaltspiel, unsere Robustheit». YB habe den Gegnern im bisherigen Meisterschaftsverlauf praktisch keine Konterchancen zugestanden, «wir waren präventiv sehr gut, wir bremsten sofort das Spiel, sei es mit einem Foul oder mit einer Balleroberung».

Solchen Gedanken widmet sich Seoane viel lieber, dem Spiel an sich, taktischen Fragen. Und auf die Frage, ob es in dieser Zeit leichterfiele, den Titelverlust zu verschmerzen, wegen der schwierigen Voraussetzungen – da sagt er: «Das wäre überhaupt nicht unsere Einstellung. Es gibt Start und Ziel und dazwischen viele Hindernisse, grössere und kleinere. Diese Meisterschaft ist anders, aber nicht unwichtig.» Den Young Boys hat sich das Hindernis einer viermonatigen Pause in den Weg gestellt – und nun geht’s weiter, mit grossem Kader und geschwellter Brust, ohne Zweifel.

https://www.nzz.ch/sport/der-yb-trainer ... 9#register

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Samstag 20. Juni 2020, 00:04 
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Wird Seoane bald Bundesliga-Coach?

München - Gerardo Seoane folgte bei den Young Boys Bern auf Adi Hütter. Inzwischen ist er der Startrainer in der Schweiz. Was macht ihn aus? SPORT1 sprach mit ihm.

Lucien Favre und Urs Fischer wechselten 2018 zeitgleich nach Deutschland. Während der aktuelle Trainer von Borussia Dortmund schon bei Hertha BSC (2007 bis 2009) und Borussia Mönchengladbach (2011 bis 2015) erfolgreich tätig war, kam Fischer als Newcomer zu Union Berlin.

Doch auch er sollte in Deutschland Erfolg haben, schaffte mit den Eisernen gleich im ersten Jahr den Aufstieg in die Bundesliga und nun sogar den Klassenerhalt. Das ist der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Schweizer Glück also für den deutschen Fußball.

Nun gibt es in der Schweiz einen weiteren Trainer, der die Aufmerksamkeit auf sich zieht: Gerardo "Gerri" Seoane, aktuell bei den Young Boys Bern unter Vertrag. Der 41-Jährige folgte im Januar 2018 beim FC Luzern auf Markus Babbel und am 1. Juli 2018 in Bern auf Adi Hütter, der damals zu Eintracht Frankfurt ging.

Inzwischen ist Seoane in der Schweiz der neue Star, wurde zwei Mal zum Trainer des Jahres gewählt. "Diese Auszeichnungen sind eine große Ehre und eine Anerkennung für alle bei den Young Boys, die Spieler, den Trainerstab und den Klub", sagt Seoane im Gespräch mit SPORT1 vor er Re-Start der Super League (Super League: Young Boys Bern - FC Zürich, ab 20.30 Uhr im LIVETICKER) bescheiden.

"Ich halte mich sowohl beruflich als auch privat an Werte, die mir wichtig sind. Als Trainer versuche ich, aus den vorhandenen Ressourcen das Beste herauszuholen. In meiner Funktion sind Führungsqualitäten gefragt."

Seoane will das Beste rausholen

Er sei gerne "ein Leader, aber auch ein Teamplayer". Schon in Luzern zeigte Seoane, was in ihm steckt. Als Nachfolger von Babbel rettete der in Luzern geborene frühere Mittelfeldspieler den Klub auf Anhieb vor dem Abstieg.

Die Lobeshymnen teilt er gerne. "Markus Babbel hat in den drei Jahren beim FC Luzern sehr gute Arbeit geleistet. Ich stand als ehemaliger U21-Trainer mit ihm in einem engen Austausch. Als ich die erste Mannschaft übernehmen durfte, war das Team in einem sehr guten Zustand."

Die gute Arbeit von Seoane hat inzwischen schon den einen oder anderen Bundesligisten auf den Plan gerufen. Erstes Interesse aus Deutschland gab es nach SPORT1-Informationen bereits. Die TSG Hoffenheim sucht nach der überraschenden Trennung von Alfred Schreuder aktuell einen Trainer und Seoane würde perfekt ins Profil passen.

"Bundesliga hat eine große Anziehungskraft"

"Die Bundesliga hat für jeden Spieler und Trainer in der Schweiz eine große Anziehungskraft", verrät er.

Doch die derzeitige Konzentration gilt seinem aktuellen Job. "Ich habe in Bern eine spannende Aufgabe. Wir sind sehr ambitioniert und wollen gemeinsam die Mannschaft und die einzelnen Spieler verbessern."

Sein Vorgänger in Bern hat sofort Fuß gefasst in der Bundesliga. Und Seoane findet auch nur positive Wort für Hütter. "Adi hat mit Young Boys und dem ersten Meistertitel seit 32 Jahren Geschichte geschrieben. Als ich kam, spürte ich sofort die Begeisterung im Klub und im Umfeld. Gemeinsam gelang es, die Euphorie weiterzuführen."

Im Jahr eins nach Hütter gleich Meister

Seoane gewann gleich im Jahr eins nach Hütter die Schweizer Meisterschaft. Er habe nicht viel ändern müssen, "weil alles bestens eingespielt war", sondern konnte sich darauf konzentrieren, "einige neue Reize zu setzen", meint Seoane.

Für ihn war es kein schwieriger Wechsel. "Die Übergabe von Adi zu mir lief aus meiner Sicht nicht als Erbe ab, sondern als nahtloser Übergang zum Wohle des Klubs. Es gibt bei Young Boys sehr viele Experten, die hervorragend arbeiten. Da wird alles mit Teamarbeit erledigt."

Seoane erinnert sich gerne an den Ausstand von Hütter.

"Als er sich in Bern verabschiedete, sind wir uns auf der Geschäftsstelle begegnet und dann spontan mit anderen Klub-Angestellten essen gegangen. Das war sehr angenehm und für mich wertvoll."

Und er fügt hinzu: "Wir merkten rasch, dass wir eine ähnliche Auffassung vom Fußball haben." Heute schreiben sich die beiden hin und wieder eine SMS. "Natürlich verfolge ich seinen Weg bei der Eintracht mit großem Interesse und wünsche ihm weiterhin alles Gute."

Belastungssteuerung nach Corona anspruchsvoll

Zuletzt war die Arbeit aufgrund der Corona-Zustände in der Schweiz sehr bedrückend für Seoane. "Es war für alle eine sehr schwierige Zeit. Aber nun sind wir glücklich, dass wir wieder gemeinsam trainieren und die Meisterschaft fortsetzen können. Die Spieler sind sehr froh, dass sie ihren Beruf wieder ausüben dürfen."

Natürlich sei es schade, "die Spiele in den Stadien ohne Fans durchzuführen. Aber immerhin sind mit Geisterspielen sportlich faire Entscheide möglich."

Und wie ist es eine Mannschaft zu trainieren, die deutlich länger raus ist aus dem Spielbetrieb als in Deutschland oder in England?

"Es ist für die Spieler sehr schwierig, nach einer derart langen Pause wieder Spitzenleistungen zu erbringen", weiß Seoane. "Weil wir ab dem 19. Juni und bis im August einen sehr dicht gedrängten Spielkalender haben werden, muss man die Belastung der Spieler sehr gut steuern."

Dieses Programm werde für alle "sehr anspruchsvoll" sein. Doch Seoane ist keiner, der jammert. "Wir wollen das Beste aus der Situation machen."

Hertha BSC hatte Seoane auf dem Zettel

Natürlich bekommt er mit, dass sein Name schon dem einen oder anderen Sportchef in Deutschland aufgefallen ist. Hertha BSC hatte sich konkret mit ihm beschäftigt.

"Die Bundesliga ist eine Topliga. Aber ich bin derzeit bei den Young Boys am richtigen Ort. Meine Aufgabe ist sehr spannend und noch nicht zu Ende."

Doch die Arbeit von Favre, Fischer, Martin Schmidt (Mainz 05, VfL Wolfsburg und FC Augsburg) oder früher Ottmar Hitzfeld (Champions-League-Sieger mit Borussia Dortmund und Bayern München), der zwar Deutscher ist, seine Trainerkarriere aber in der Schweiz begann hat Seoane genau verfolgt.

"Große Ehre, in der Bundesliga tätig zu sein"

"Die genannten Trainer haben deutliche Spuren hinterlassen. Sie sind die Vorzeigebeispiele für die gute Trainerausbildung in der Schweiz", urteilt Seoane. "uf die Frage, warum sich Trainer aus der Schweiz so gut im Profifußball zurechtfinden, meint Seoane nur: "Für mich gibt es keine Unterschiede zwischen deutschen, schweizerischen oder österreichischen Trainern. Es geht darum, Führungsstärke zu zeigen und die sehr komplexe, vielschichtige Arbeit des Trainers optimal auszufüllen."


https://www.sport1.de/internationaler-f ... bern-durch

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. Juni 2020, 10:20 
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23.06.2020

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YB: Trainer Gerardo Seoane wird zum dritten Mal Vater

13 Spiele in sechs Wochen warten auf die Teams der Super League. Für Seoane wird nicht nur der Trainerjob bei YB zur Herausforderung: Er wird erneut Vater!

Das Wichtigste in Kürze

- YB startet mit einem Sieg gegen den FCZ in die Saison-Fortsetzung.
- In den nächsten sechs Wochen stehen noch zwölf Partien an.
- Mitten drin wird YB-Trainer Gerardo Seoane zum dritten Mal Vater.

Der Re-Start in die Super League ist YB geglückt – dank Jean-Pierre Nsame! Der Liga-Topscorer komplettiert kurz vor Schluss seinen Dreierpack. Und sorgt damit für einen 3:2-Sieg gegen den FC Zürich.

Zeit zum Ausruhen bleibt nicht. 13 Spiele in sechs Wochen heissen auch: Alle drei Tage steht eine Partie auf dem Programm. Heute Dienstag gilt es für den Meister in Thun schon wieder ernst.

Trainer Gerardo Seoane hat aktuell die Qual der Wahl. Bis auf Sandro Lauper und Esteban Petignat standen ihm am Freitag alle Akteure zur Verfügung!

Das heisst im Klartext: Spieler wie Vincent Sierro oder Frederik Sörensen schaffen es gegen den FCZ nicht einmal ins Aufgebot.

Nachwuchs beim Trainer von YB

Doch auch privat wird Seoane in der nächsten Zeit ganz schön gefordert sein. Wie der 41-Jährige nach dem FCZ-Spiel gegenüber Nau.ch bestätigt, wird er nämlich schon bald wieder Papa! Im Juli soll es bei Lebenspartnerin Chantal so weit sein.

Normalerweise wäre im Juli die Vorbereitung in vollem Gange. Doch wegen der Corona-Pandemie fällt der Geburtstermin nun mitten in die hektischste Zeit des Jahres. Ob sich der Seoane-Nachwuchs an den Spielplan der Super League hält?

Allzu nervös dürfte der YB-Coach aber nicht mehr sein. Seoane hat bereits Erfahrungen mit Windeln und Schoppen gesammelt, denn: Aus erster Ehe hat der Ex-Profi bereits Tochter Noemi und Sohn Liam.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-tr ... r-65728704

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 28. Juni 2020, 00:04 
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27.06.2020

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Zeidler vs. Seoane: Das Trainerduell um die Meisterschaft

Der Titelkampf in der Schweizer Fussballmeisterschaft zwischen St. Gallen und YB ist das Duell zweier Trainer aus anderen Modellen – und mit verschiedenen Überzeugungen.

Es ist das erste Mal seit langem, dass ein Team nicht einfach vorausrennt in der Schweizer Fussballmeisterschaft. Der FC St. Gallen liegt nach Verlustpunkten gleichauf mit YB, es ist ein überraschendes Duell, Überflieger gegen Titelhalter, und es ist das Duell zweier ungleicher Trainer. Peter Zeidler, 57 Jahre alt, noch ohne Titel. Gerardo Seoane, 41 Jahre alt, vor Jahresfrist schon Meister.

Zeidler arbeitete mit 41 noch als Lehrer, erst vor zwölf Jahren gab er den Job auf. Seither hat der Deutsche an sechs verschiedenen Orten in drei Ländern gearbeitet, er ist zweimal entlassen worden, Seoane noch nie. 2016 wäre Zeidler fast U-21-Nationaltrainer in Ungarn geworden, als sich Christian Constantin meldete, der Präsident des FC Sion. «Das sind dann so Gefühlssachen», sagte Zeidler letzthin in der Radiosendung «Focus». «Ich bin die Nacht durchgefahren, von Ungarn nach Sion, und habe in seinem Restaurant auf irgendeiner Speisekarte unterschrieben.»

Zeidler und seine Geschichten – er ist der Typ, der gerne plaudert, es kommt vor, dass Journalisten irgendeinmal auf die Uhr schauen und sagen: «So, ich muss», obwohl Zeidler weitererzählen würde und weiter. Und er hört zu, aus Gesprächen weiss er vom anderen auch nach Monaten verblüffend viele Details. Es ist von allem ein wenig: Offenheit, Extrovertiertheit, Unterhaltung, am Spielfeldrand schwappt es in eine Theatralik über, die den Gegnern manchmal zu viel wird.

Seoane studiert das Auftreten grosser Trainer, manchmal fragt man sich, was noch er ist und was an­­trainiert.

Nachdem den St. Gallern Ende Februar gegen YB der Sieg haarscharf entglitten war, führte Zeidler lange aus, er kritisiere die Schiedsrichter nicht – und liess doch Kritik durchschimmern. Seoane sagte darauf, er verstehe den Ärger – «und wenn Sie meine Meinung wissen wollen: Die ist mit gelb-schwarzer Brille, und die kommt sowieso gelb-schwarz raus, also lassen wir’s sein.»

Seoane gibt sich viel mehr wie der alte Coach, den das Geschäft abgebrüht hat. Er war ein hoffnungsvoller Spieler im FC Luzern, noch als Teenager wechselte er zum FC Sion und danach zu La Coruña, in die Heimat der Eltern. Seoane gesteht heute ein, dass der eine oder andere Karriereschritt zu früh erfolgte, aber er redet ungern darüber, er kehrt Vergangenheit und Privates weniger nach aussen.

So entsteht ein Bild der Zurückhaltung, das ihm nicht gerecht wird; er schätzt es, wenn Journalisten mehr wissen wollen, wenn jemand tiefer geht. Aber er sucht solche Gespräche nicht – und vor allem soll es in den Gesprächen um Fussball gehen. Man muss sich einlassen auf Seoane, nachfragen und nachhaken, um Facetten zu erfahren, wie sie Zeidler auftischt, einem netten Kellner gleich.

Eine Figur bauen

Seoane studiert das Auftreten grosser Trainer, manchmal fragt man sich, was noch er ist und was antrainiert. Das Interesse reicht weiter, er redet auch über die Erkenntnisse aus einem Referat des ETH-Professors Wolfgang Jenewein, «du brauchst einen Ausgleich, auch als Trainer», sagte er vor einigen Monaten. Zeidler wiederum sagte der «Sonntags-Zeitung» im Oktober: «Ich darf von mir sagen, dass ich voller Energie bin, von morgens bis abends.»

Zeidler lebt erneut in einem Projekt, das wie gemacht scheint für ihn, mit Menschen, die nicht an­gepasst sind, aber mutig.

Zeidler lebt von seinen Emotionen und mit ihnen. Noch so ein Gegensatz. Seoane will dieser kontrollierte, souveräne Typ sein, der nicht verrät, was hinter der gelb-schwarzen Brille ist. Er scheint sich Bausteine zusammenzusuchen für die Trainerfigur, die er verkörpern möchte. «Darauf habe ich hingearbeitet: dass ich es schaffe, so oft wie möglich zu bestimmen, wie ich sein will, damit es gut ist für die Mannschaft», sagt er.

Und so wirkt Seoane wie eine eigene Lern- und Entwicklungszelle, wogegen Zeidler seine Ideen in einer legendären schwäbischen Gruppe schärfte, die den Fussball in den achtziger und neunziger Jahren neu zu denken versuchte. Mit Ralf Rangnick, dem Spiritus Rector von so manchem revolutionärem Fussballprojekt, Hoffenheim, Red Bull Salzburg, RB Leipzig, und mit Helmut Gross, Rangnicks Mentor.

Er und niemand sonst

Heute lebt Zeidler erneut in einem Projekt, das wie gemacht scheint für ihn, mit dem Präsidenten Matthias Hüppi und dem Sportchef Alain Sutter, mit Menschen, die nicht angepasst sind, aber mutig. Zeidler scheint unersetzbar in St. Gallen, als passe er hierhin und niemand sonst. Bei YB hat der Trainer nicht eine solche Unverwechselbarkeit, die Berner versuchen ein Modell zu leben wie einst der FC Basel, der zwischen 2008 und 2017 mit sechs verschiedenen Trainern neunmal den Meistertitel gewann. Es gibt den Sportchef Christoph Spycher, den Chefscout Stéphane Chapuisat, den Ausbildungschef Gérard Castella – und den Trainer. Im Meisterjahr 2018: Adi Hütter. Im Meisterjahr 2019: Seoane.

Es sind beliebte Gedanken: ob auch ein anderer Trainer YB zum zweiten Titel geführt hätte, in diesem Apparat. Sie tun Seoane unrecht, seinen Fähigkeiten, seiner Eigenständigkeit. Seoanes Meistersaison war eine Rekordsaison, und er hat YB in die Champions League geführt, Spieler weitergebracht. Aber er steht nicht so klar für eine Art von Fussball wie Zeidler, es gibt keinen Seoane-Fussball, kein wiederkehrendes Muster. Vielmehr als eine Schwäche zeigt sich darin Seoanes Wille, alles zu optimieren, sich selber, sein Team.

Er ist kein Dogmatiker, ihm ist bewusst, dass jeder Trainer alles möchte, gewissen Schöngeist, starkes Pressing, schnelles Umschaltspiel, brillante Kombinationen. Aber er weiss auch, dass die immer gleichen Mittel nicht gegen jeden Gegner greifen. Die grösste Erfüllung des Trainers Seoane besteht darin, dass sein Matchplan aufgeht, die Taktik des Tages. Zeidler hat eine Taktik fürs Leben: Offensive, immer. Wie am letzten Donnerstag gegen Zürich: 8:0 Schüsse nach gut zwanzig Minuten, 0:4-Niederlage am Ende, weiter geht’s.

«Du kannst noch so gut arbeiten, vielleicht verlierst du doch. Die Prüfung wird kommen», sagte Seoane im Dezember, bevor er im ersten Rang in die Winterpause ging. Die Prüfung ist rasch gekommen. Von acht Ligaspielen 2020 hat YB drei verloren, Seoane muss beweisen, wie gewieft er schon ist, den anderen und sich selber. Es ist nicht nur eine Generationenfrage, wer dieses Rennen gewinnt, es ist auch eine Frage der Überzeugung: Seoane, der junge Pragmatiker, oder Zeidler, der Routinier, der unentwegt an die Romantik glaubt.


https://nzzas.nzz.ch/sport/zeidler-vs-s ... 3#register

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. Juni 2020, 12:15 
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30.06.2020

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«Das ist eine Hochrisiko-Phase für uns»

Vor dem YB-Spiel heute in Genf gegen Servette spricht Gerardo Seoane über Rückschläge und Systeme, über den Umgang mit dem Coronavirus, seine kontrollierte Art sowie seine Zukunft als Trainer.

Eine Woche Geisterspiel-Fussball: Wie lautet Ihr Fazit?

Das Niveau der Partien ist gut. Man sieht aber, dass alles ungewohnt ist, unvorhersehbarer auch. Der mentale Aspekt ist noch wichtiger. Und grundsätzlich ist es schade, sind die Stadien nicht voll, weil die Meisterschaft spannend ist.

Hat Sie letzte Woche der schwache Auftritt Ihres Teams in Thun beim 0:1 mehr beschäftigt als das 6:0 gegen Xamax?

Man hat in diesem strengen Programm gar nicht Zeit, sich allzu lange mit einer Partie zu beschäftigen. Wir haben die Niederlage in Thun aufgearbeitet, wobei mich ohnehin nicht in erster Linie das Resultat enttäuschte, sondern unsere Leistung. Der FC Thun war zweikampfstärker, wir haben die Basics vermissen lassen.

Vielleicht kam dieser Rückschlag als passende Ohrfeige, weil viele Beobachter das Gefühl haben, YB werde dank des breiten Kaders relativ problemlos Meister.

So denken wir überhaupt nicht. Wir reden bei YB immer von einem Weg, den wir als Team gehen wollen. Und den jeder Spieler in seiner Entwicklung geht. Rückschläge gehören dazu, man muss daran wachsen.

Was sagt es über Ihr Team aus, hätte es gegen ein allerdings inferiores, müdes Xamax locker auch zehn Tore erzielen können?

Es wäre mit anderer personeller Besetzung sowohl in Thun als auch gegen Xamax wahrscheinlich gleich gelaufen. Die Mannschaft hat die Lektion verstanden. Es war vielleicht letztes Jahr so, dass wir einen Gegner vor allem mit spielerischen Mitteln dominieren konnten.

Also ist die Aussage von Thuns Basil Stillhart korrekt, dass YB nicht mehr die Übermacht der Liga sei.

Ich habe das vernommen und denke mir meine Sachen dabei.

Lassen Sie uns an Ihren Gedanken teilhaben. Haben die Gegner den Respekt vor den Young Boys verloren?

Es bringt nichts, eine Rekordsaison zum Massstab zu nehmen. Wir hatten auch letzte Saison oft starken Widerstand und gewannen Spiele erst in der Schlussphase. Das war aber ein gewachsenes Team am Ende seiner Entwicklung, viele starke Fussballer sind seit letztem Sommer nicht mehr dabei. Nun sind wir weniger weit, das ist ja klar, weil diese Mannschaft am Anfang ihrer Entwicklung ist und durch Verletzungen immer wieder zurückgeworfen wurde. Das können wir alles prima einordnen.

Sie änderten nach der Niederlage in Thun das System: 4-3-3 statt 4-4-2, dadurch wirkte YB kompakter, Spielmacher Gianluca Gaudino kam bestens zur Geltung. War diese Veränderung eine direkte Folge der miserablen Vorstellung in Thun?

Wir wollen und müssen in jeder Beziehung flexibel sein, gerade in diesen Zeiten. Natürlich ist es für Gianluca Gaudino ideal, wenn er zwei Spieler neben oder hinter sich hat im Zentrum. Aber eine Aufstellung hängt immer von sehr vielen Faktoren ab. Gegen Xamax entschieden wir uns so, vielleicht sieht es am Dienstag in Genf gegen Servette schon wieder anders aus.

Gerade auswärts wäre Ihr Team wohl stabiler mit drei Akteuren im zentralen Mittelfeld.

Das ist nur eine von vielen Überlegungen. Noch einmal: Die Einstellung ist wichtiger als die Aufstellung. Tatsache ist, dass wir sechsmal in Serie auswärts nicht gewonnen haben, das ist eine sehr schlechte Bilanz. Und in Genf verloren wir im Herbst 0:3, es war ein kompliziertes Spiel.

Kompliziert ist auch unser Leben wegen des Coronavirus. Wie präsent ist diese Thematik in der Mannschaft?

Wir dürfen nicht nachlässig werden und müssen die Regeln strikt befolgen. Das sagen wir den Spielern ständig, sie müssen auch jeden Tag einen Fragebogen ausfüllen und Fieber messen. Und natürlich haben wir viele Restriktionen, so ist es beispielsweise verboten, den ÖV zu benutzen. Wir dürfen mal einen Kaffee trinken gehen oder etwas essen im Restaurant, aber eigentlich ist das eine Hochrisiko-Phase für uns. Es darf nichts passieren, sonst haben wir ein Problem.

Sind Sie auch irritiert, wie viele Menschen schon wieder sorglos unterwegs sind, während etwa bei Super-League-Partien für alle Beteiligten allerhöchste Sicherheitsmassnahmen ergriffen werden?

Der Mensch vergisst schnell, was einmal war. Deshalb muss man die Sache immer wieder ansprechen. Zuletzt sind die Fallzahlen wieder gestiegen, das ist beunruhigend und schade, weil wir in der Schweiz den Umgang mit dem Virus eigentlich sehr gut lösten. Aber es herrscht halt eine grosse Unsicherheit, niemand weiss, was passiert. Kommt bald ein Impfstoff, gibt es eine zweite Welle, gab es überhaupt schon eine? Ich habe Verständnis, dass es sehr viele unterschiedliche Meinungen gibt.

«Ich schaue bloss, dass ich genügend Energie habe, treibe Sport, gehe spazieren oder mal mit dem Auto Richtung Pilatus, um die Natur zu geniessen. Aber in Luzern am wunderschönen Quai zu flanieren, das liegt nicht drin.»

Und wie schränken Sie sich selber aktuell ein?

Ich habe den privaten Kreis nicht geöffnet nach dem Ende der Massnahmen. In die Badi zu gehen, das ist derzeit für mich unmöglich, und ich weiss auch nicht, wann ich das letzte Mal in einem Restaurant war, ausser bei uns im Stadion. Das ist die Kehrseite des Spitzensports, wir können in diesen Wochen nicht vom schönen Wetter profitieren, doch das ist verkraftbar. Ich schaue bloss, dass ich genügend Energie habe, treibe Sport, gehe spazieren oder mal mit dem Auto Richtung Pilatus, um die Natur zu geniessen. Aber in Luzern am wunderschönen Quai zu flanieren, das liegt nicht drin.

Was vermissen Sie am meisten?

Die Unbeschwertheit im Umgang mit den Menschen. Ich habe nun viel stärker telefonischen Kontakt mit meinen Freunden, die Eltern kommen derzeit leider auch nicht raus aus Spanien. Ich konzentriere mich ganz auf den Fussball.

Das Meisterrennen ist auch ein Duell zwischen St. Gallens Trainer Peter Zeidler und Ihnen …

… der FC Basel ist auch involviert …

… einverstanden. Dennoch: Der Vergleich zwischen Zeidler und Ihnen ist spannend …

… weshalb?

Zeidler wird 58, turnt aber an der Linie oft rum, als sei er 41. Sie sind 41, erst seit 2018 als Trainer im Profifussball tätig und wirken meistens abgeklärt wie ein 58-Jähriger.

Das hat mit der Persönlichkeit zu tun und mit den Überzeugungen, die man vertritt. Man hat immer die Möglichkeit, sich zu verändern, und ich finde es toll, gibt es viele verschiedene Charaktere. Nicht nur unter den Trainern, sondern auch bei Bundesräten oder Wirtschaftschefs.

Wir haben schon oft mit Ihnen gesprochen über Ihre ruhige Art, Sie sind schwer zu knacken. Früher als Spieler waren Sie ein Heisssporn. Wann haben Sie weshalb entschieden, bewusst kontrollierter zu sein und in der Öffentlichkeit auch mal eine Maske zu tragen?

(überlegt lange) Das war ein Prozess. In der Trainerausbildung werden viele Themen besprochen, und ich wusste lange nicht, ob ich irgendwann im Profibereich arbeiten möchte. Irgendetwas fehlte mir, ich war nicht bereit, zudem gefiel es mir sehr im Nachwuchs. Ich sprach mit vielen Leuten, ich hatte auch einen Coach, mit dem ich das oft diskutierte. Ich merkte, dass ich leistungsfähiger bin und bessere Entscheidungen treffe, wenn ich kontrolliert bin und mich nicht von Emotionen leiten lasse.

Wie fanden Sie das heraus?

Weil ich mich besser fühlte so. Weil ich mich nicht verstellen musste. Weil meine Botschaften von den Spielern besser aufgenommen wurden. Vielleicht war es als Spieler richtig, auf dem Rasen auch mal emotional zu reagieren. Ich habe für mich festgestellt, dass es klüger ist, wenn ich ruhig und souverän bleibe.

Was denken Sie, wenn Sie Trainer wie Diego Simeone oder Jürgen Klopp sehen, die oft wie Wahnsinnige an der Linie agieren?

Eben: Jeder Mensch ist anders. Wäre Simeone ganz ruhig, würde er nicht das ausstrahlen, was ihm wichtig ist. Er würde seine Fussballer vermutlich nicht erreichen. Simeone beobachtete mal ein Training von Pep Guardiola und sagte ihm nach einer halben Stunde, er könnte niemals so gelassen bleiben. Er coache die gleiche Übung viel intensiver, lauter, schneller. Das finde ich faszinierend, weil sie beide mit ihrer Art sehr erfolgreich sind.

Würden Sie manchmal nicht auch gerne Ihrem Ärger auf der Trainerbank freien Lauf lassen und können nicht, weil Kameras auf Sie gerichtet sind?

Ich agiere bewusst so, wie ich agiere, aber ich bin kein Schauspieler. Das würde man merken. Ich will authentisch sein und mich in jeder Situation so verhalten, dass es für unser Team und mich hilfreich ist. Dazu gehört, einmal tief durchzuatmen, wenn es heikel ist. Es bringt nichts, einen Schiedsrichter anzuschreien, wenn ich nicht zufrieden mit ihm bin. Oder einen Spieler lautstark vor allen zu kritisieren, um vermeintlich Autorität auszustrahlen.

Kann es sein, dass man Sie einmal richtig wütend sieht?

Klar, wenn ich überzeugt bin, dass es richtig ist, wütend zu sein. (schmunzelt) In der Pausenansprache zum Beispiel ist es für mich entscheidend, dass ich auf dem Weg in die Kabine genau weiss, was ich ansprechen will. Und vor allem: wie ich es anspreche. Bin ich ruhig, emotional, hart, lobend, kritisierend? Und dann gehe ich in den Lob-Modus, wenn es angebracht ist. Ich überlege mir das aber in aller Nüchternheit, weil ich weiss, dass mir Emotionen schaden.

Wenn es richtig hitzig ist, beispielsweise beim 3:3 in St. Gallen Ende Februar in der Nachspielzeit, spüren Sie Ihren Puls aber schon auch?

Da spürte ich sicher auch Unruhe, aber das versuche ich, so gut es geht, zu kontrollieren ...

… während wenige Meter neben Ihnen auf der St. Galler Bank Rambazamba herrschte …

… das habe ich natürlich registriert. Ich war vor den Elfmetern ganz bei unserem Schützen Guillaume Hoarau, alles andere wäre meiner Konzentration abträglich gewesen. Das hat aber nichts mit einer Maske zu tun. Es ist ein Riesenunterschied, ob man etwas bewusst macht, weil man es so will, oder ob man schauspielert. Es ist mir in diesem Moment wirklich egal, was die Journalisten oder Zuschauer hinter mir über mein Verhalten denken. Ich will nicht wie ein Verkehrspolizist dirigieren, nur damit die Leute denken, ich sei besonders leidenschaftlich.

«Glauben Sie ernsthaft, ein Fabian Lustenberger oder ein Guillaume Hoarau würden mich bei YB ernst nehmen, wenn ich sie während einer Partie wie ein Hampelmann rumkommandieren würde?»

Müssen Trainer in Ihrer Position in der Öffentlichkeit nicht immer auch ein wenig Schauspieler sein?

Das ist eine interessante Frage. Aber man fliegt doch auf, wenn man etwas tut, bei dem man sich nicht wohl fühlt. Nicht nur die Spieler würden das merken. Es gibt ruhige Trainer wie Vicente del Bosque und Zinédine Zidane, die man eigentlich nur in einer Pose kennt während des Spiels. Und es gibt andere wie eben Simeone, Klopp oder auch Antonio Conte, die im Prinzip fast mitspielen an der Linie. Am Ende geht es darum, dass die Resultate stimmen. Und mir ist wichtig, dass es eine Entwicklung beim Team und bei den einzelnen Spielern gibt. Man darf dabei nicht vergessen: Entscheidend sind immer auch das Umfeld und die Umstände.

Wie meinen Sie das?

Bei YB wollen wir seriös arbeiten, als Trainer bin ich immer auch wie eine Visitenkarte des Vereins. In Luzern coachte ich teilweise schon impulsiver und kommentierte stärker, weil die Mannschaft tief im Abstiegskampf steckte und verunsichert war. Insbesondere die jungen Spieler benötigten mich und meine Ansprache. Glauben Sie aber ernsthaft, ein Fabian Lustenberger oder ein Guillaume Hoarau würden mich bei YB ernst nehmen, wenn ich sie während einer Partie wie ein Hampelmann rumkommandieren würde? Ich glaube einfach, dass es sich abnutzt, wenn man immer nur pusht, pusht, pusht.

Ihre Laufbahn verläuft sehr erfolgreich, Ihnen stehen auch wegen Ihrer Vielsprachigkeit viele Türen offen. Was ist eigentlich, wenn Sie mit YB Meister und Cupsieger werden …

… jetzt kommt die Hertha-Frage ... (lacht)

… nein, aber Sie haben bestimmt einen Karriereplan, den Sie uns endlich verraten?

Ihre Frage verfolgt einen falschen Ansatz. Ich kann zudem nicht in die Glaskugel schauen oder die Zukunft bestimmen. Wenn ich das Gefühl habe, es sei Zeit für den nächsten Schritt, und es ein passendes Projekt gibt, werden Sie es erfahren. (schmunzelt) Aber derzeit ist ganz klar: Ich gehöre zu YB und fühle mich hier sehr wohl.

Aber so, wie wir Sie kennen, haben Sie bestimmt Ziele und Träume?

Jeder ambitionierte Trainer möchte einmal in einer Topliga arbeiten. Doch im Fussball kann man nicht weit planen, ich bin mit voller Kraft im Jetzt. Und ich habe eine Vision. Und da geht es jetzt nicht darum, einmal Real Madrid oder so trainieren zu wollen. Sondern darum, Mannschaft und Spieler weiterzuentwickeln. Stellen Sie sich einen 16-Jährigen vor, der jeden Tag sagt, er wolle einmal bei Real Madrid spielen. Das ist nicht zielführend. Viel wichtiger ist: War er eine Stunde vor dem Training in der Kabine? Hat er seine Schuhe danach gut geputzt? Hat er seine Hausaufgaben gemacht, gesund gegessen, genug geschlafen?

Glauben Sie, es würde Ihnen in der Öffentlichkeit schaden, wenn Sie hier sagen würden, es sei ein Traum von Ihnen, einmal Real Madrid zu trainieren?

Was hilft mir so eine Aussage? Ich gehe den ersten Schritt vor dem dritten oder fünften. Sie wissen genau, was das bedeutet.

Vermutlich geht es um das Spiel am Dienstag in Genf gegen Servette.

Exakt. Dieses Spiel fordert uns alles ab. Es geht darum, jeden Tag den bestmöglichen Job zu machen.


https://www.bernerzeitung.ch/das-ist-ei ... 1153753965

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 3. Juli 2020, 18:17 
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So tickt YB-Coach Gerardo Seoane

YB-Trainer Gerardo Seoane erklärt in der «Coaching Zone» auf Teleclub, wie er sich den perfekten Fussball vorstellt und was ihm in seiner Funktion als Trainer besonders wichtig ist.

Im Januar 2018 wurde Gerardo Seoane in Luzern zum Chef-Coach befördert, sechs Monate und eine bärenstarke Rückrunde später wagte er den Sprung zu YB. In Bern holte er in seiner ersten Saison gleich den Meistertitel, für die Young Boys den zweiten in Folge nach zuvor über 30-jähriger Durststrecke.

Aber wie tickt der YB-Coach? Teleclub gewährt Seoane einen Einblick in seine Welt als Trainer. «Der perfekte Fussball muss für mich offensiv ausgerichtet sein.» Den Zuschauern müsse etwas geboten werden: «Es muss Tore geben und man muss Spektakel bieten.» Für Trainer sei neben dem Spektakel wichtig, dass der Erfolg nicht auf der Strecke bleibe.

«Für mich ist nicht entscheidend, dass man meine Handschrift erkennt», so der 41-Jährige. Viel wichtiger sei ihm, dass die Philosophie und Strategie, die vom Verein vorgegeben werde, auf dem Platz sichtbar werde. «In unserem Sport ist es das oberste Gebot, dass es eine Weiterentwicklung gibt, damit man auch erfolgreich sein kann.»

An welchen Trainern orientiert sich Seoane?

«Ich habe immer versucht, verschiedene Trainer zu beobachten. Was macht sie stark, wie treten sie auf?» Namentlich nennt er Ottmar Hitzfeld, der auch in der Trainerausbildung in der Schweiz sehr wichtig gewesen sei. «Wichtig finde ich aber auch, dass man nicht irgendetwas kopieren will.» Sich von den Besten inspirieren zu lassen, sei aber sicher nicht falsch.

Er habe sich relativ früh mit dem Trainerberuf befasst, meint Seoane. Nach seiner Fussballerkarriere sei ihm klar gewesen, dass er mit dem Fussball verbunden bleiben wolle. Für ihn sei wichtig gewesen, im Juniorenbereich zu starten, «damit man mit dem Handwerk vertraut wird und den jungen Spielern etwas zurückgeben kann, von dem was man gelernt hat».

Im Video am Anfang des Artikels erfahren Sie zudem, warum Seoane Spieler und Trainer für zwei «komplett verschiedene Berufe» hält.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 10940.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 13. Juli 2020, 10:18 
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TSG sucht Trainer ohne Stallgeruch

Von Marsch bis Hoeneß: Vier Kandidaten für Hoffenheim

Als einziger Bundesligist fahndet Hoffenheim noch nach einem Coach. Was für ein Profil der Neue mitbringen soll, ist auch klar. Vielversprechende Kandidaten gibt es einige - in Österreich, der Schweiz und München.

https://www.kicker.de/779531/artikel/vo ... hoffenheim


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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Montag 13. Juli 2020, 15:50 
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YB: Baggert dieser Bundesligist bald an Trainer Gerardo Seoane?

Gerardo Seoane hat sich an der Seitenlinie von YB in den Fokus eines weiteren Bundesligisten gecoacht. Der 41-Jährige soll bei Hoffenheim im Gespräch sein.

Das Wichtigste in Kürze

- Die TSG Hoffenheim ist offenbar an Gerardo Seoane interessiert.
- Der YB-Trainer wird einem Medienbericht zufolge als künftiger Trainer gehandelt.
- Ob bereits ein Kontakt aufgenommen wurde, ist nicht bekannt.

Seit Gerardo Seoane (41) bei YB das Ruder übernommen hat, wusste er zu überzeugen. Einmal Meister mit den Bernern und ein guter Auftritt in der Champions League gegen Juve, Valencia und Manchester United.

Die guten Leistungen seines Team wecken Begehrlichkeiten aus dem Ausland. Nicht zum ersten Mal scheint ein Bundesliga am 41-Jährigen Interesse zu zeigen. Vor über einem Jahr war Hertha Berlin an ihm dran (Nau.ch berichtete).

Damals sagte Seoane im Interview: «Für jeden Schweizer Trainer ist das Ausland ein Traum. Aber im Moment stimmt für mich bei YB alles, darum habe ich mein Bekenntnis abgegeben.» Ob sich daran etwas geändert hat?

Denn offenbar ist erneut ein Team aus der Bundesliga an ihm interessiert. Wie der «Kicker» schreibt, stehe Seoanes Name neben drei weitere potentiellen Kandidaten.

Bei diesen handelt es sich um Jesse Marsch (Salzburg), Valerien Ismael (ehemals LASK) und Sebastian Hoeness. Letzterer ist Sohn von Dieter und Neffe von Uli Hoeness und trainiert momentan die zweite Mannschaft der Bayern.

Seoanes Vertrag in Bern läuft noch bis 2021. Für die Insider des deutschen Fachblatts sei die Zeit reif für den nächsten Karriereschritt des Innerschweizers.


https://www.nau.ch/sport/fussball-int/y ... e-65742676

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 17. Juli 2020, 15:46 
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YB-Coach Gerardo Seoane bei Hoffenheim kein Thema (mehr)

YB-Coach Gerardo Seoane ist bei Bundesligist TSG Hoffenheim bei der Suche nach einem Trainer kein Thema (mehr).

Laut “kicker” ist die Spur in die Schweiz “erkaltet”. Andere Namen stehen bei den Kraichgauern im Vordergrund. Allen voran Sebastian Hoeness, der in der abgelaufenen Saison die zweite Mannschaft des FC Bayern betreute und in der 3. Liga zum Meistertitel führte. Noch ist allerdings nicht ganz klar, ob der 38-Jährige den Sprung in die 1. Bundesliga überhaupt schon machen möchte.

Offenbar keine Kontaktaufnahme gab es zu Seoane, auch wenn dieser im Kandidatenfeld zunächst vertreten war. Inzwischen scheint er aber definitiv aus der Verlosung gefallen zu sein. Ohnehin konzentriert sich der 41-Jährige vollends auf seine Aufgabe bei den Young Boys, wo er voll im Titelrennen ist. Sein Vertrag in Bern läuft bis Juni 2021.

https://www.4-4-2.com/super-league/yb-b ... ein-thema/


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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 19. Juli 2020, 23:57 
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YB: Trainer Seoane spricht über das Meisterrennen

YB beendet beim FCZ seinen Auswärtsfluch. Trainer Seoane spricht nach dem Befreiungsschlag über das Meisterrennen – und Ludovic Magnin ist stolz auf sein Team.

Das Wichtigste in Kürze

- YB-Trainer Seoane ist nach dem 5:0 beim FCZ überzeugt von einem engen Meisterrennen.
- Ludovic Magnin ist trotz des deutlichen Resultats stolz auf seinen FCZ.

Ohne Training muss der FCZ nach zehntägiger Quarantäne in das Heimspiel gegen YB. Und die Zürcher bleiben gegen den Meister chancenlos: Gleich mit 5:0 gewinnen die Gäste im Letzigrund.

«Gratulation an YB. Sie haben uns von Anfang an unter Druck gesetzt», sagt Ludovic Magnin nach dem Spiel. In dieser komplizierten Woche haben die Zürcher mit einer Juniorentruppe 0:4 in Basel verloren. Am Samstag setzt es die nächste Packung ab.

Trotzdem betont Magnin: «Ich wüsste nicht, was wir in den beiden Spielen hätten anders machen können. Ich bin stolz auf meine Spieler, die ohne zu Jammern gekämpft haben.»

Magnin will sich nicht weiter über die Situation ärgern. «Ich versuche auch in dieser Zeit mit einem Lächeln durchs Leben zu gehen. Und ich habe in der Quarantäne gelernt, wie man eine Video-Konferenz macht», schmunzelt der Trainer.

YB beendet Negativlauf

«Wir wussten vor dem Spiel, dass es vor allem für den FCZ schwierige Umstände sind. Es ist ihnen hoch anzurechnen, sind sie angetreten», sagt Gerardo Seoane nach der Partie. Der YB-Trainer gibt auch zu: «Wir wollten die Situation ausnützen, auch wenn es für beide nicht ganz fair war.»

Mit dem 5:0 beendet YB seinen Negativlauf auf fremden Plätzen. «Das ist psychologisch wichtig. Das Meisterrennen wird eng sein bis zum Schluss, die Konstanz wird entscheidend sein.»


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-tr ... n-65746071

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