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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Freitag 19. Juli 2019, 11:22 
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Gerardo Seoanes Spass am Umbau

Mit einem Jahr Verzögerung hat YB-Trainer Gerardo Seoane einen Umbruch zu moderieren. Die Abgänge scheinen ihn nicht zu beunruhigen, im Gegenteil.

Als YB vor einem Jahr in die Saison startete, stellte der Trainer das Fragezeichen dar. Gerardo Seoane hatte ein beachtliches erstes halbes Jahr im Profifussball beim FC Luzern hinter sich. Aber eben: Es war nur ein halbes Jahr.

Zwölf Monate später ist der 40-Jährige aus dem riesigen Schatten seines Vorgängers Adi Hütter getreten. Seoane gewann die ersten neun Ligapartien, führte YB erstmals in die Champions League, stellte mit seinem Team in der Super League einen Punkterekord auf. Und er hat das Interesse von Bundesligisten auf sich gezogen. Die Zweifel seiner Person gegenüber sind ausgeräumt.$

Er kann die zweite Saison dementsprechend entspannter angehen. Oder?

Seoane richtet sich in seinem Stuhl auf der Terrasse des Teamhotels in Fügen ein klein wenig auf. Dann antwortet er: «Jene Personen, die mich kennen, wissen, dass ich nicht so ticke. Mein Antrieb ist immer, das Beste herauszuholen. Ich kann nie ganz gelassen sein, bin immer zu einem gewissen Punkt unter Spannung.»

Die vergangene Saison hat keine Auswirkungen auf sein Be­finden?

«Es hilft insofern, dass ich letztes Jahr die Abläufe nicht kannte. Ich wusste etwa nicht, was mich im Trainingslager in Fügen erwarten würde, kannte den Uhrencup nicht. Jetzt erlebe ich alles zum zweiten Mal – das gibt Sicherheit.»

Mehr nicht?

«Als Trainer wird man immer aufs Neue vor Herausforderungen gestellt. Aber: Es soll nicht der Eindruck entstehen, ich jammere, im Gegenteil: Genau das mag ich an unserem Beruf.»

Der grosse Umbau

Es ist einer dieser sehr heissen Sommertage Ende Juni, der Schattenplatz spendet keine Abkühlung, die Luft, die sich zwischen Steinboden und Sonnenstore angestaut hat, ist zum Schneiden. Seoane sitzt vor einem Cola light und plaudert zwischendurch mit der Mutter von Mittelfeldspieler Gianluca Gaudino, die aus München angereist ist, um ihren Sohn am freien Nachmittag zu besuchen.

Der schweizerisch-spanische Doppelbürger mag gesagt haben, dass er nie ganz gelassen sein könne, in diesem Moment aber macht er einen entspannten Eindruck. Ja, er scheint regelrecht Spass an seiner Arbeit zu haben.

Im Gespräch geht es nun um die Herausforderungen, die sich ihm stellen. War er vor einem Jahr der Jungcoach, der von Hütter ein intaktes Team übernehmen konnte, das dank den Zuzügen von Sandro Lauper und Mohamed Ali Camara gar an Qualität dazugewann, wie Seoane selber findet, so ist er nun der Meistertrainer, der einen Umbruch zu vollziehen hat. Fünf Stützen der letzten beiden Saisons stehen nicht mehr im Kader, dazu wird Lauper in der Vorrunde verletzt fehlen.

Es ist jetzt der Umfang der Umbauarbeiten im Kader, der ein Fragezeichen darstellt. Doch Seoane meint, irgendwann habe es so kommen müssen. «Natürlich haben wir gehofft, dass sich die Abgänge gleichmässiger über die Transferperioden verteilen, aber so etwas lässt sich nicht planen.»

Die schöne Prüfung

Als sich die Young Boys im Mai 2018 mit Gerardo Seoane zu Bewerbungsgesprächen trafen, war ein Punkt, wie er mit Kaderveränderungen umzugehen gedenke. Schliesslich ist ein zentraler Teil der von Sportchef Christoph Spycher im Herbst 2016 implementierten Clubstrategie, junge Spieler auszubilden, sie auf die nächsten Schritte vorzubereiten, damit sie gewinnbringend verkauft werden können.

Mit dem positiven Nebeneffekt, dass Beispiele wie jene von Kevin Mbabu und Djibril Sow die Erwerbung neuer Talente erleichtern. «YB suchte einen Trainer, der sich mit dieser Herangehensweise identifizieren kann», sagt Seoane. «Auf mich trifft das zu hundert Prozent zu. Für mich ist es eine schöne Herausforderung.»

Nun lässt sich etwas sagen, ohne es so zu meinen. Mimik und Gestik verraten oft mehr als die Worte, führen viel eher zum Kern der Wahrheit als zurechtgelegte Statements. Es sind Details, die entscheiden, ob das Bild stimmig ist.

Das schlechte Beispiel

Als sich die Young Boys diesen Winter im türkischen Belek auf die Rückrunde vorbereiteten, trainierten unweit entfernt die Grasshoppers, die mit 17 Punkten aus 18 Partien auf dem zweitletzten Rang lagen. Thorsten Fink überliess die Trainingsleitung seinem Assistenten, sass mehrheitlich auf der Ersatzbank. Danach sagte er: «Geht die Vorbereitung in diesem Stil weiter, bin ich sehr zufrieden.»

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein Coach die Trainings nicht selbst leitet. In den wichtigsten europäischen Ligen, in denen die Trainerstäbe weit grösser sind, ist es sogar Usus. Und doch vervollständigte Finks Verhalten das Bild seines Auftritts.

Er konnte im Gespräch die Situation der Grass­hoppers schönfärben, wie er wollte, man nahm es ihm nicht ab. Es war seine monotone Tonlage,die Körperhaltung, die fehlende Verve, die den Eindruck verfestigten, dass er selbst nicht glaubte, was er sagte. Ein paar Wochen und Niederlagen später war der Deutsche entlassen. GC stieg Ende Saison ab.

Wenn Seoane meint, er möge Herausforderungen. Wenn er über die Wechsel und sein Team spricht. Wenn er sagt, ihm gefalle die Arbeit mit jungen Spielern – dann klingt das hingegen plausibel. Wegen seines Engagements, mit dem er die Trainings leitet, seiner Lust, die im Gespräch spürbar wird, als es um Spielideen und taktische Flexibilität geht. Seoane, der Umbauer – es ist ein stimmiges Bild.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/31785969

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Sonntag 21. Juli 2019, 19:30 
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Das Wiedersehen der YB-Meistertrainer

Adi Hütter war für YB ein Erlöser, mit Gerardo Seoane hielt der Erfolg an. Die zwei Meistertrainer reden vor dem Saisonstart über Tücken der Branche und den unglaublichen Wandel bei YB.

Sie sind die zwei einzigen YB-Meistertrainer der letzten 33 Jahre. Was sagt Ihnen das?
Adi Hütter: Dass Gerry da Druck hat, eine echte Serie weiterzuführen. (lacht) Nein, zuerst einmal war es enorm schön, dass die lange Zeit des Wartens ein Ende hatte. Und jetzt ist es noch schöner, dass das Ganze weiterläuft, dass man die Herrschaft des FC Basel zu durchbrechen vermochte.
Gerardo Seoane: Eine Titelserie ist immer nur möglich, wenn Leute gut zusammenarbeiten, und das sehr akribisch über längere Zeit. Das war bei YB in den letzten Jahren der Fall.

Als Sie, Adi Hütter, nach Bern kamen, war diese Vorherrschaft von Basel noch sehr ausgeprägt. Hätten Sie jemals für möglich gehalten, was bis heute passiert ist?
Hütter: Da muss ich ehrlich sein: nein. Mein Ziel war damals, dass wir einen Titel gewinnen. Die Historie zeigte: Das wird nicht einfach. Und ich traf auf eine Mentalität, die uns blockierte. Man dachte zum Beispiel, es muss unbedingt im Cup passieren. Niemand hielt es für möglich, die vom FCB gepachtete Meisterschaft zu gewinnen.

Und dann?
Hütter: Dann ist es uns allen gelungen, an den richtigen Schrauben zu drehen. Junge, hungrige Spieler zu verpflichten. Dem Verein ein klares Gesicht zu geben. Das alles hat dazu geführt, dass ich immer gerne auf YB schauen werde. Der Club liegt mir am Herzen.

Und wie umgingen Sie, Gerardo Seoane, die Gefahr, nur zum Verwalter dieses Vermächtnisses zu werden?
Seoane: Der Vorteil für mich war: Viele Leute vom Staff blieben bei YB. Und ich hatte einen wertvollen Austausch mit Adi. Ich habe schnell gemerkt: Unsere Spielidee, unsere Trainingsmethodik geht in dieselbe Richtung. Ich kann diesen Weg weitergehen, ohne mich zu verstellen.

Sie haben sich damals ja zu einem Mittagessen getroffen. Nicht unbedingt die branchenübliche Übergabe bei einem Trainerwechsel.
Hütter: Albi (Albert Staudenmann, YB-Kommunikationschef/die Red.) hat gemerkt, dass wir ähnlich ticken, und führte uns zusammen. Ich fand es damals mutig, aber auch richtig, erhielt Gerry diese Chance bei YB.

Und worüber haben Sie geredet?
Hütter: Das Gespräch drehte sich vor allem um einzelne Spieler, wie ich sie anzupacken pflegte. Und um die Auffassung, wie wir Fussball spielen wollen, wobei wir schnell gemerkt haben, dass die sehr ähnlich ist. Solche Gespräche sind hilfreich, ich habe meinen Frankfurt-Vorgänger Niko Kovac letzten Sommer auch getroffen.

Wie haben Sie YB nach Ihrem Wechsel zunächst verfolgt, als vielleicht noch am meisten Hütter drinsteckte?
Hütter: Wenn ich Zeit gefunden habe, habe ich genau hingeschaut, das war sehr interessant. Ich wusste ja, wie Gerry das ungefähr angehen würde. Er nahm zum Beispiel in Führung liegend oft einen Stürmer vom Feld, verstärkte das Zentrum. Solche Dinge fallen dir dann sofort auf. Er hat geschickt nur Details verändert, aber sukzessive seine Dinge mit eingebaut. Das ist intelligent.

Was tut man denn als Trainer lieber: von Grund auf neu gestalten oder etwas weiterführen?
Seoane: Das kommt sehr darauf an. Bei YB übernahm ich eine Mannschaft, mit deren Spielidee ich mich sofort identifizieren konnte. Da war klar: Ich führe das weiter, ergänze es. In Luzern machte ich bei meinem Amtsantritt einen kompletten Schnitt, die Ausgangslage war anders.

Wie Sie in Frankfurt, Adi Hütter?
Hütter: Zu Teilen, ja. Ich habe eine defensiv sehr solide, auf Konter ausgerichtete Mannschaft übernommen und habe versucht, das Ganze etwas offensiver zu gestalten, höher zu verteidigen. Das war ein grösserer Einschnitt. Aber: Wir Trainer sind gefordert, mutig zu sein. Wer Ideen hat, soll diese auch umsetzen. Ich habe das auch gemacht, weil ich mich sonst nicht mehr authentisch gefühlt hätte.
Seoane: Ich finde, es kommt sehr darauf an, was für Spieler du in welcher Liga zur Verfügung hast. Oft musst du dein Konzept den Bedingungen anpassen, das ist auch eine Aufgabe des Trainers. Aber du musst dich wohlfühlen.
Hütter: Das stimmt. Ich habe bei uns, wenn wir mit Dreierkette gespielt haben, alles um Makoto Hasebe herum aufgebaut, einen sehr spielintelligenten Fussballer.

Und Sie, Gerardo Seoane, haben dann die Spiele von Frankfurt anders verfolgt, da Sie über die Ideen des Trainers so genau Bescheid wussten?
Seoane: Ich habe die Eintracht intensiver verfolgt als andere Teams in der Bundesliga. Ich finde, es war ein Wandel, ein Fortschritt spürbar. Die Prinzipien waren sichtbar, ich mag mich an das Spiel in der Europa League bei Inter erinnern, bei dem Frankfurt dominant, offensiv sehr prägend war. Das sind Prinzipien, die wir bei YB auch verfolgen.

Wie erging es Ihnen, wenn YB in der Champions League gespielt hat, Adi Hütter?
Hütter: Ich weiss noch gut, wie Peinti (Christian Peintinger, Assistent/die Red.) und ich in Frankfurt damals noch im Hotel wohnten, wie ein altes Ehepaar auf dem Bett lagen, weil da der einzige Fernseher war, und das Rückspiel von YB gegen Zagreb in der Qualifikation schauten. Wir haben uns gefreut, als wären wir noch dabei. Dann die grossen Spiele, Juventus, Manchester, die habe ich mir genau angeschaut. Aber nicht nur international, wir haben immer geschaut, wie YB gespielt hat, es liess uns nie kalt.

Es gibt Kritiker, auch Stänkerer. Bei Ihnen, Gerardo Seoane, könnten die sagen, dass Sie einfach eine intakte Mannschaft übernommen und nur verwaltet hätten. Was entgegnen Sie denen?
Seoane: Nichts. Ich konzentriere mich auf meine Arbeit, es steht jetzt ein Umbruch an bei uns. Als Trainer muss ich auch nicht wissen, was alles geschrieben und gesagt wird, da greife ich bei Bedarf gerne auf unsere Kommunikationsleute zurück.

Und was entgegnen Sie, Adi Hütter, Kritikern, die sagen: Die Champions League muss doch drinliegen mit dieser Ausgangslage im letzten Saisonviertel?
Hütter: Mit solchen Voten befasse ich mich nicht. Es war nicht unser Ziel, die Champions League zu erreichen. Nach dem Saisonstart galt Frankfurt als Abstiegskandidat, es hiess, ich sei der erste Kandidat für einen Rauswurf. Und am Ende der Saison werde ich dann zum Trainer des Jahres gewählt.

Was sagt Ihnen das?
Hütter: Die Schnelllebigkeit im Geschäft ist enorm, es gibt so viele Trainer, hintenrum wird über deren Berater Druck aufgebaut. Das Wichtigste ist deshalb, dass im Verein Ruhe, Geduld und Vertrauen vorhanden sind – wie in Frankfurt und bei YB.

Sie wurden einmal entlassen und Sie, Gerardo Seoane, noch gar nie. Was schliessen Sie daraus?
Seoane: Dass im Nachwuchs keine Trainer entlassen werden. (beide lachen) Ich bin jünger als Adi, das ist der Unterschied. Wenn man wie er zehn Jahre im Profifussball tätig ist und nur einmal entlassen wurde, dann ist das ein grosses Qualitätsmerkmal.
Hütter: Dass du im ersten halben Jahr in Luzern nicht entlassen werden würdest, war mir klar. Wobei, auch solche Fälle hat es schon gegeben. Aber die Übernahme bei YB war nicht einfach. Wie du das gemacht hast, war überragend.
Seoane: Ein Trainer darf nicht über Entlassungen nachdenken.
Hütter: Es ist ein Teil des Jobs.
Seoane: Er muss seine Gedanken darauf fokussieren, was er verändern kann. Etwa, wo er nach einer Niederlage die Hebel ansetzen kann.

Eine ganze Saison zu planen hat etwas Widersprüchliches: Der Fussball wird immer mehr zum Wochen-, ja Tagesgeschäft – mit euch Trainern als schwächstem Glied in der Führungskette.
Hütter: Wer so denkt, ist als Trainer fehl am Platz. Man ist eine Führungsperson, muss vorangehen, Souveränität ausstrahlen – auch wenn es nicht wie gewünscht läuft. Die einzige Chance, die wir als Trainer haben, ist, Erfolg zu haben.
Seoane: Die Wahl des Arbeitgebers ist der erste Schritt, einer möglichen Entlassung entgegenzuwirken. Adi konnte in Frankfurt vorgängig prüfen, ob der Club, die Verantwortlichen und die Stadt zu ihm passen.

Ruhe und Geduld sind auch bei YB vorhanden.
Seoane: Deshalb zögerte ich nicht, als ich vor einem Jahr das Angebot erhalten hatte. Ich merkte beim ersten Gespräch, dass mir enorm viel Fussballkompetenz gegenüber sitzt ...
Hütter: ... das war bei mir erst noch anders. Zu Beginn meiner Zeit ging es bei YB wild zu und her. Es war nicht einfach, als Trainer und Mannschaft den Fokus zu bewahren.

Waren Sie damals überrascht, wie sich der Club präsentierte?
Hütter: Natürlich informiert man sich vorgängig. Ich wusste: YB kann ein unruhiger Verein sein. Es ist ja auch ein grosser Verein, gemeinsam mit Basel jener mit dem meisten Potenzial. Aber jetzt ist einfach Ruhe da: Mit Christoph Spycher hat YB einen hervorragenden Sportchef, dazu Fachkräfte im Hintergrund wie Chefscout Stéphane Chapuisat, der abgeklärt ist und ein gutes Auge hat. Wie sich der Verein zu meiner Anfangszeit präsentierte und jetzt, dieser Unterschied ist gewaltig.

Sie, Gerardo Seoane, generierten im Frühjahr Interesse aus der Bundesliga. Waren diese Verhältnisse ausschlaggebend für Ihren Verbleib?
Seoane: Ja. Sowohl beim Entscheid, Trainer bei YB werden zu wollen, wie auch jetzt beim Entscheid, in Bern zu bleiben. Ich stellte mir folgende Fragen: Kann ich mich in diesem Umfeld weiterentwickeln? Kann ich von den Strukturen profitieren? Den Job ungestört machen und das tun, was ich am liebsten tue: zu coachen? Ausschlaggebend war auch, dass ich erst seit eineinhalb Jahren auf höchster Stufe Trainer bin. Die Karriere von Adi ist vorbildlich für uns jungen Trainer. Er hatte in Österreich Erfolg, in der Schweiz, war schon zehn Jahre im Geschäft, als er den Schritt in die Bundesliga wagte.

Wann kommt es zum Wiedersehen in der Bundesliga?
Hütter: Das müssen Sie nicht mich fragen.
Seoane: Mich auch nicht. (lacht)

Sie, Adi Hütter, sagten zu Ihrer Zeit in Bern jeweils, die Bundesliga sei ein Fernziel. Gilt das für Sie auch, Gerardo Seoane?
Seoane: Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich das nicht so explizit sagen.

Und wann kommt die Zeit?
Hütter: Jeder Trainer muss das selber entscheiden. Als ich nach Deutschland wechselte, hatte ich in über 400 Pflichtspielen gecoacht. Fehler, die ich zu Beginn meiner Karriere machte, mache ich heute nicht mehr. Gerry ging einen anderen Weg, er konnte im Nachwuchs viel ausprobieren, übernahm Luzern, machte dann den Schritt zu YB, einem grossen Verein in der Schweiz. Es wird interessant zu verfolgen sein, wie er sich verhält, wenn er mal nicht so oft gewinnt. Diese Erfahrung wird er auch machen müssen, Krisenmanagement ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Aber für mich ist klar: Gerry hat das Potenzial, ein ganz grosser Trainer zu werden.

Sie verloren mit Frankfurt am Uhrencup 1:5 gegen YB. Waren Sie überrascht, wie gut das Spiel der Young Boys nach grösserem Umbruch bereits wieder funktionierte?
Hütter: Ich habe einmal mehr viele Dinge gesehen, die mir imponieren. YB hat eine deutliche Struktur im Spiel, klare Vorstellungen bei der Auswahl von Spielern. Sie müssen dynamisch sein, schnell, aggressiv. Wir hatten in allen Belangen das Nachsehen – auch wenn es uns natürlich noch an der Spritzigkeit fehlte. YB stellt erneut eine sehr spannende Mannschaft.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13487082

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. Juli 2019, 18:32 
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Der YB-Trainer Gerardo Seoane im Videoformat On Spot

Nach dem Fehlstart in die Saison: Der Meister-Trainer ist gefordert, findet er die richtigen Worte?

Der Trainer des BSC Young Boys im Videoportrait ON SPOT über seine grössten Erfolge, Tiefschläge, Schwächen und wichtige Werte.

Das 1:1 gegen den Aufsteiger Servette muss man im Falle der Berner Young Boys als Fehlstart bezeichnen. Der amtierende Meister hat sich das sicherlich anders vorgestellt, vor allem nach dem das Team von Trainer Gerardo Seoane bereits in der Startphase in Führung gehen konnte. Nun ist der Coach gefordert, er muss vor der nächsten Runde gegen Neuchâtel Xamax die richtigen Worte finden. Der BSC sollte nicht bereits vor der Doppelbelastung durch das internationale Geschäft Punkte liegen lassen. Es ist die Saison, in der der 40-jährige Seoane beweisen kann, was er als Trainer wirklich drauf hat. Beim FC Luzern stand er nur für eine Rückrunde an der Seitenlinie, ehe er zum Meister nach Bern wechselte. Dort übernahm er eine funktionierende Mannschaft und hatte mit dieser Erfolg. Nun gab es viele Wechsel, jetzt sind die Inputs des Übungsleiters gefragt. In dieser Saison zeigt sich, wie weit Seoane in seiner noch jungen Trainerkarriere bereits ist.


https://sport.ch/superleague/370141/nac ... igen-worte

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 22. August 2019, 11:52 
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Der YB-Trainer Seoane sagt nach dem Spiel gegen Roter Stern: «Das Tor kam aus dem Nichts»

Nach dem 2:2 im Hinspiel der Champions-League-Play-offs ist YB am nächsten Dienstag auswärts bei Roter Stern Belgrad unter Zugzwang. Gerardo Seoane lobt sein Team trotz mangelnder Chancenauswertung.

Gerardo Seoane, die Leistung der Young Boys gegen Roter Stern Belgrad war besser als das Resultat, oder?

Ja, ich darf die Mannschaft loben. Das Resultat spiegelt sicher nicht die Leistung. Trotzdem gibt es einige Dinge, die wir im Rückspiel vom nächsten Dienstag besser machen müssen. Wir dürfen wirklich praktisch gar nichts zulassen. Aber ich bin zufrieden, wie viel Offensivspiel das Team zeigte und wie viel Persönlichkeit, trotz dem jungen Durchschnittsalter. Die Mannschaft hatte keine schlottrigen Knie, im Gegenteil, sie spielte selbstbewusst nach vorne.

Es war wohl das beste Spiel von YB in dieser Saison. Staunten Sie darüber, dass Ihre Mannschaft schon so weit ist? Oder teilen Sie den Eindruck der bisher besten Leistung gar nicht?

Ich bin mit Ihrer Aussage einverstanden. Harte Arbeit zahlt sich aus, die Spieler trainieren vorbildlich. Die Entwicklung der vergangenen sechs Wochen stimmt mich positiv. Gegen Roter Stern setzten wir vieles um von unserem Spielplan. Wir kamen zu vielen Torchancen mit vielen Varianten. Das einzige Manko betraf den Abschluss, was einerseits an uns lag, wir waren zu wenig entschlossen oder manchmal zu überhastet. Anderseits lag es am starken gegnerischen Torhüter.

Vor dem 1:1-Ausgleichstreffer von Roter Stern gaben Sie der Mannschaft energisch Anweisungen, Ihr Assistent Patrick Schnarwiler tat es Ihnen gleich. Sahen Sie Ungemach kommen?

Gewisse Erkenntnisse aus der Gegneranalyse bewahrheiten sich, gewisse Dinge ändern sich im Spiel. Bei den Eckbällen hatten wir eine Veränderung bemerkt, auf die wir reagieren wollten. Aber das hatte nichts mit dem Gegentor zu tun. Wir wussten, dass Roter Stern kopfballstarke Spieler hat, wir hatten uns sehr gut darauf vorbereitet und das Mögliche gemacht. Das Tor kam aus dem Nichts. Wir hätten diese Aktion viel früher besser verteidigen können, damit es gar nicht zum Eckball gekommen wäre.

Welches sind Ihre Erwartungen an das Rückspiel, angesichts auch der Tatsache, dass Roter Stern in der jüngeren Vergangenheit gute Champions-League-Resultate erzielte? In der vergangenen Saison resultierte beispielsweise ein 2:0 gegen Liverpool und ein 0:0 gegen Napoli.

Wir wissen, dass es schwierig wird – und dass es eine grosse Unterstützung für das Heimteam geben wird, das ist uns allen bewusst. Die Mannschaft zeigte in der vergangenen Saison, dass sie solchen Situationen gewachsen ist. Aber es wird ein anderes Spiel werden in Belgrad als im Stade de Suisse.

Inwiefern?

Ich erwarte vom Gegner sicher mehr Druck nach vorne. Aber wenn wir es schaffen, zu null zu spielen, können wir uns Chancen ausrechnen, weil wir in der Regel immer zu Torchancen kommen. Heute waren es sehr viele. Die Effizienz muss einfach besser sein. Wir werden in Belgrad wahrscheinlich nicht 26 Abschlüsse haben.

Vor einem Jahr krempelten Sie das Team in englischen Wochen von Spiel zu Spiel immer wieder ziemlich um. Am Samstag trifft YB auf den FC Zürich, Roter Stern hingegen ist spielfrei – werden Sie wieder umbauen, oder haben Sie wegen verletzungsbedingter Absenzen derzeit gar nicht so viel Spielraum?

Zu viele Informationen will ich dem FCZ nicht geben. Aber wir haben Qualität und Breite im Kader. Das Spiel vom nächsten Dienstag steht momentan in der Prioritätenliste sicher zuoberst. Die Champions League zu erreichen, ist das Maximum der Gefühle und Wünsche. Es wird Veränderungen geben für das Spiel vom Samstag gegen den FCZ. Doch nicht jedem Spieler tut es gut, Pause zu machen. Der eine oder andere wird kurz oder länger spielen. Aber wir setzen im Moment den Fokus ganz klar auf das Spiel in Belgrad.


https://www.nzz.ch/sport/gerardo-seona- ... ld.1503466

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 Betreff des Beitrags: Re: (Trainer) - Gerardo Seoane
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 22. August 2019, 11:54 
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Mittendrin statt nur dabei

Vor der Saison beförderte YB David von Ballmoos und Michel Aebischer zu Führungskräften. Gegen Roter Stern zeigen sie warum – und sich danach kämpferisch.

Es scheint, als würde Michel Aebischer den Ball förmlich anziehen. Ob hinten oder vorne: Der junge Freiburger ist mittendrin.

Es läuft die erste Halbzeit im Playoff zur Champions League gegen Roter Stern Belgrad, diese Begegnung, in der es um viele Millionen und grosse Gefühle geht. Als er einmal auf sein Debüt in der Königsklasse gegen Manchester United vor bald einem Jahr blickte, da sagte Aebischer: «Ein Bubentraum ging in Erfüllung.»

So spielt er auch jetzt: Wie einer, der seinen Träumen nachjagt. Nach 10 Minuten taucht er im Strafraum auf, freigespielt von Assalé, er verzieht. Nach 27 Minuten prüft er Goalie Milan Borjan mit einem strammen Distanzschuss. Aebischer interveniert beim Schiedsrichter, foult auch mal taktisch.

Es ist auf offensiver Position im Dreiermittelfeld eine überragende Darbietung, eigentlich, wäre nicht dieser eine Makel: Vor dem 1:1 ist es der 22-Jährige, der beim Corner seinen Gegenspieler Milos Degenek nicht am Abschluss hindern kann.

Der Leidtragende ist David von Ballmoos. Der Goalie muss machtlos zusehen, wie sich der Ball ins Tor senkt. YB verliert an Schwung, von Ballmoos gewinnt jetzt an Arbeit dazu. Bei einem ersten gefährlichen Konter muss er aus dem Tor stürmen und wird von Marko Marin überlupft, Fabian Lustenberger rettet vor der Linie. Momente später ist es der Goalie selbst, der das 1:2 verhindert. Mutig wirft er sich Belgrads Stürmer Richmond Boakye entgegen, der Stadionspeaker ruft spontan seinen Namen ins ausverkaufte Stade de Suisse.

Wie Aebischer wurde von Ballmoos vor der Saison ins erweiterte Captainteam befördert. Sie gehören als junge Eigengewächse zu den Führungskräften. Und so spielen sie auch: Als die Gäste just mit Wiederanpfiff in Führung gehen, ist es Aebischer, der den Kopf nicht hängen lässt, sondern motiviert.

Und als die Young Boys in der zweiten Halbzeit anrennen, ist von Ballmoos ganz hinten ein Antreiber. Er sieht, wie Aebischer noch einmal einem Torerfolg nahe kommt, erneut kann Borjan parieren.

Hoffen mit VAR

Dann ist Schluss für Aebischer. Dass es laut wird, hat weniger mit seiner Darbietung zu tun, vielmehr mit der Person, die ihn ersetzt. Es ist Guillaume Hoarau, der Hoffnungsträger, der YB vor einem Jahr in Zagreb mit seinen beiden Toren in die Champions League geführt hatte.

Hoarau braucht keine Zeit zu liefern. Der Videoschiedsrichter (VAR) hat interveniert, gebannt gehen die Blicke dorthin, wo sich Mittel- und Seitenlinie treffen und der Schiedsrichter sich die Bilder anschaut.

Die Spannung sei greifbar gewesen, wird Aebischer erzählen. «Es bleibt einem nichts anders übrig, als zu hoffen.» Und tatsächlich: Statt Abstoss für die Gäste gibt es Penalty. Der Franzose verwandelt eiskalt zum 2:2. «Es ist bewundernswert, wie abgebrüht Hoarau ist», sagt Aebischer.

Dabei bleibt es, obwohl sich den Young Boys in der Schlussphase etliche Chancen bieten. «Wir haben uns nicht belohnt für eine, wie ich finde, sehr gute Leistung», sagt von Ballmoos. Die Zuversicht ist da bei YB zurückgekehrt. Aebischer sagt: «Wir haben letztes Jahr gezeigt, dass wir auch auswärts Tore erzielen können.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13022152

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