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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 1. November 2017, 10:05 
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 Beitrag Verfasst: Sonntag 29. Juli 2018, 21:28 
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Ngamaleu will still den Hunger stillen

Nicolas Ngamaleu spielt seit bald einem Jahr für YB. Bleibenden Eindruck hat der 24-jährige Kameruner nicht hinterlassen können. Das soll sich jetzt ändern.

Als Nicolas Ngamaleu auf den Saisonstart letzten Sonntag zu sprechen kommt, bei dem ihm als Einwechselspieler gegen GC das siegsichernde 2:0 gelang, landet er bald einmal in der Heimat. In Kamerun pflege man frei übersetzt zu sagen: «Wenn du die Chance bekommst, musst du sie packen und mitnehmen.»

Der kürzlich 24-jährig ge­wordene Offensivakteur sitzt im Stade de Suisse an einem kleinen Tisch. Der Händedruck zur Begrüssung war verhalten, das Hallo leise, die Haltung, die er beim Sitzen einnimmt, ist abwartend. Ngamaleu ist keiner, der mit seiner Aura Räume einnehmen kann. Er ist auch nicht laut und fröhlich wie Kasim Nuhu, der sein bester Freund bei YB war, bis er diese Woche nach Hoffenheim wechselte – dieser 190-Zentimeter-Turm, der fast jeden, der ihm begegnete, mit «Hey, big man» begrüsste.

Ngamaleu ist still und scheu. Vielleicht geht er deshalb manchmal fast vergessen.

Seit elf Monaten spielt Ngamaleu in Bern. Er hat einen grossen Auftritt gehabt, beim 4:1-Sieg in Lausanne im Februar, als er die überragende Figur war. Meistens blieb ihm jedoch die Jokerrolle, er war Spieler Nummer 12, 13 oder 14, einer, der fast immer zum Einsatz kam, aber fast nie von Beginn an.

Adi Hütter setzte am Flügel auf Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht, die beide doppelt so viele Minuten wie Ngamaleu totalisierten. Und so weiss man nach einem Jahr immer noch nicht genau, was man von Ngamaleu erwarten kann. «Die letzte Saison war gut, schliesslich wurden wir Meister», sagt er. Aber er habe nicht so oft gespielt, wie er sich das vorgestellt habe, fügt er an und schiebt einen Satz nach, den man ihm, zurückhaltend und bescheiden, nicht zugetraut hätte. Er sagt: «Ich will die Nummer 1 sein. Dafür arbeite ich jeden Tag hart.»

Rat an Nuhu, Oberlin als Freund

Einer, der Nicolas Ngamaleu schon länger kennt, ist Rostand Tchoukouegno. Dem Spieleragent fiel der Offensivakteur auf, als er beim kamerunischen Spitzenclub Cotonsport in Garoua unter Vertrag stand. «Ich sah sofort, dass er genügend Potenzial für einen Wechsel nach Europa hat», sagt er. Tchoukouegno vermittelte Ngamaleu vor zwei Jahren zum SCR Altach. Und obwohl die beiden nicht mehr zusammenarbeiten, aus einem Grund, welchen der Berater nicht nennen will, weiss er nichts Schlechtes über Ngamaleu zu berichten. Ein super Junge sei dieser, sehr ruhig zwar, aber sympathisch.

Es waren nur zwölf Monate, die Ngamaleu in Österreich nahe der Schweizer Grenze verbrachte, doch sie wirken bis heute nach. Er war schon mehrmals in Altach zu Besuch. Er sei dort immer willkommen, sagt Ngamaleu. Als sich in den letzten Wochen Nuhus Wechsel zu Hoffenheim hinzog und er mit dem Verteidiger oft über den Transfer diskutierte, riet er seinen Freund: «Gehe im Guten. Dann kannst du auch immer wieder zurück.» In Altach lernte Ngamaleu zudem Dimitri Oberlin kennen. Der Schweizer Nationalspieler vom FC Basel ist einer seiner besten Freunde.

Oberlin und Ngamaleu ver­bindet die Herkunft. Seit zwei Jahren ist Ngamaleu nun in Europa, er hat sich an die Ge­pflogenheiten und das Wetter gewöhnt. Und wenn ihn einmal das Heimweh packt, dann kocht er. Dass er einheimisches Essen zubereiten könne, sei seiner Mutter sehr wichtig gewesen, sagt er und fügt mit einem Schmunzeln an: «Sonst hätte sie mich nicht ziehen lassen.»

Der Jüngste sorgt für die Familie

Aufgewachsen ist Nicolas Ngamaleu in der Hauptstadt Yaoundé als jüngstes von drei Kindern, eine seiner Schwestern lebt in Dortmund. Das Nesthäkchen zu sein, habe den schönen Effekt gehabt, die volle Aufmerksamkeit der Familie zu geniessen, sagt er. Aber er fühle sicht nicht mehr wie der Jüngste. Weil er sich um die Familie kümmert, Geld nach Hause schickt. «Zu wissen, dass ich ihnen ein besseres Leben ermöglichen kann, gibt mir enorm viel Energie», sagt er.

Die Energie hat ihn ins Nationalteam und bis nach Bern zum Meister geführt. Nun will er den nächsten Schritt vollziehen, will heissen: Mehr spielen, in der Teamhierarchie aufsteigen. Die Saison hat mit dem Tor gegen GC gut begonnen. Die Chance ist gepackt.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/n ... y/20642906

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 Beitrag Verfasst: Dienstag 14. August 2018, 00:01 
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13.08.2018

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«Roger ist noch nicht im Training»

Ngamaleu soll bei YB Assalé vergessen machen

Roger Assalé wird das Rennen gegen die Zeit wohl verlieren, in einer Woche für die Champions-League-Quali wieder fit zu sein. Sein Backup heisst überraschend Nicolas Moumi Ngamaleu.

Im zweiten Saisonspiel in Lugano (2:0 für YB) muss Assalé nach einer guten Stunde raus. Die leichten Schmerzen, die er verspürt, erweisen sich als Innenbandverletzung, an welcher er seither herumlaboriert. Wie lange er ausfällt, darüber macht YB keine Angaben. Immerhin sagt Trainer Gerry Seoane nach dem mühevollen 3:2-Sieg in Luzern: «Roger ist noch nicht wieder im Teamtraining. Aber er sollte bald zurückkehren.» Was konkret für das Champions-League-Playoff-Hinspiel vom kommenden Dienstag bedeutet? «Bis dann ist noch eine gute Woche Zeit. Roger hat die gesamte Vorbereitung verletzungsfrei mitgemacht. Wir werden sehen.»

Was wiederum noch konkreter bedeutet: Es wird nicht reichen! So, und da brauchts einen Ersatz. Und in den beiden Spielen ohne Assalé war der Sturmpartner von Guillaume Hoarau nicht etwa Meisterschütze Jean-Pierre Nsame, sondern Ngamaleu (24). Einer der Edeljoker aus der Meistersaison.

Er ist ein Zuzug noch aus der Ära Adi Hütter. Der Kameruner war in seiner Saison bei Bundesligist Altach einer der Shooting-Stars der Saison 2016/17: Wettbewerbsübergreifend buchte er zehn Tore und drei Assists. Er kam mit der Referenz von sechs Spielen und zwei Toren sowie zwei Jokereinsätzen am Confederations-Cup in Russland in der Kamerun-Nati letzten Sommer nach Bern. Und er kostete eine Stange Geld: YB zahlte zwei Millionen Franken für Ngamaleu. Übrigens: Seit seiner Altacher Zeit ist Moumi ein Kumpel von Basel-Stürmer Dimitri Oberlin, mit dem er dort zusammenspielte. Auch Oberlin kommt aus Kameruns Millionenmetropole Yaoundé.

«Er kommt immer besser in Fahrt»

Schon der Saisonstart gelingt. Ngamaleu sichert YB mit seinem Jokertor zum 2:0 gegen GC den Sieg. Beim überzeugenden 4:0 gegen den FCZ spielt er erstmals von Beginn weg, und dazu ganz vorne, neben Hoarau. Zuvor war er nur als Flügel zum Einsatz gekommen, wo er an Sulejmani und Fassnacht nie vorbeikam. Es gelingen ihm trotz Chancen weder ein Tor noch ein Assist gegen den FCZ.

Das spart er sich für das Spiel in Luzern auf, wo er das 2:1 bucht. Und Lob von Seoane einheimst: «Er kommt immer besser in Fahrt. Ich bin sehr zufrieden mit ihm.» Ngamaleu selber ist froh, im zweiten Spiel von Beginn weg getroffen zu haben: «Denn wenn man mit Guillaume zusammen im Sturm spielt, kommt man immer schnell hinter die Abwehr und zu Chancen.»

Keine markigen Worte. Umso mehr müssen die Taten sprechen. Mit Toren in den Champions-League-Playoffs wohl gegen Dinamo Zagreb kann Ngamaleu in Bern unsterblich werden.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 19431.html

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 Beitrag Verfasst: Montag 25. Februar 2019, 00:00 
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24.02.2019

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Bewegende Story von YB-Star Ngamaleu

«Habe meinen Sohn (2) erst zweimal im Leben berührt»

Zum zweiten Mal in seiner YB-Zeit wird Nicolas Moumi Ngamaleu vom Edeljoker zum Stammspieler promoviert. Er trifft in drei Spielen zweimal. Wie wird es erst sein, wenn sein Sohn da ist?

Nein, ein Mann der grossen Worte und des lauten Sprechens ist Ngamaleu (24) nicht. Ein um ein bisschen erhöhter Lärmpegel in den Katakomben des Stade de Suisse reichen – und man versteht ihn kaum noch. Wenn er erklärt, dass er Nicolas heisse wegen des französischen Europameisters 2000, Anelka, von dem Ngamaleus Vater Fan war. Wenn er sagt, dass Brice sein zweiter Vorname sei, ohne besondere Bewandtnis. Dass Moumi sein erster Familienname sei, weil es der Name seines Vaters ist. Moumi bedeute im lokalen Dialekt «Mann». Und dass Ngamaleu keine besondere Bedeutung habe. Also nichts von Gamma-Löwe oder so…

Als Nicolas, den im Team alle «Moumi» rufen ausser Trainer Gerry Seoane, der sagt politisch korrekt «Nicolas», im August 2016 von Coronsport in Kamerun nach Österreich kommt, landet er in einer für ihn fremden Welt. Auch wenn Altach nicht der Nabel der Welt ist – es gibt alles im Überfluss, was Nicolas in seiner Kindheit nicht hatte. «Wir wuchsen mitten in Yaoundé auf. Da war nichts von Steppenidylle. Vielmehr war das ein riesiger Block mit einer winzigen Wohnung. Mein Vater war lange arbeitslos, bis er einen Job als Zeitungsauslieferer der ‘Cameroun Tribune’ fand. Wir hatten gerade das Nötigste zum Leben.»

Mittlerweile kann Nicolas mit dem Geld, das er bei YB verdient, seine Familie tatkräftig unterstützen. Mutter und Vater leben nach wie vor in der 2,5-Millionen-Metropole Yaoundé. Die beiden Schwestern studieren in Lausanne und Dortmund. Dortmund? Da wird doch auch ganz ansehnlich Fussball gespielt? Nicolas lacht. «Das hat mir meine Schwester auch schon gesagt... Und sie fände es eine gute Idee, wenn ich später einmal auch dort leben und spielen würde.» Findet er das auch? Er weicht aus: «Meine Lieblingsklubs sind Chelsea und Manchester City.»

2017 holt ihn Adi Hütter, ehemaliger Spieler und Coach von Altach, nach Bern. Er ist der Rekordtransfer der Vorarlberger. YB soll drei Millionen Franken gezahlt haben. Auch wenn die Zahl vielleicht etwas zu hoch ist – Nicolas zeigt sie eines: «Dass die Leute ein derart positives Bild von mir hatten und viel Geld für mich zahlten, erfüllt mich mit Stolz.» Und Ngamaleu startet in Bern durch. Assist in seinem ersten Spiel für YB. Tor im zweiten. Und doch: Wenn Miralem Sulejmani und Christian Fassnacht fit sind und die Stammelf auflaufen soll, ist Ngamaleu Ersatz. Er schaffts in die Standardformation, als Roger Assalé verletzt ist – und verdrängt da immerhin Meisterschütze Jean-Pierre Nsame. Und nun ist er wieder unter den ersten Elf, da Sulejmani verletzt ist. «Ein Superspieler», sagt der Serbe. Er darf nach seinem Fussbruch erstmals wieder laufen. «Er ist enorm schnell und physisch unheimlich stark», sagt der Flügel. «Und weisst Du was? Es ist auch eine sehr gute Lösung, wenn wir beide auflaufen.»

Vorerst muss Nicolas ohne Sulejmani durchstarten. Aber bald mit Unterstützung von Ethan Mathis? Das ist sein zweijähriger Sohn, der in Yaoundé bei seiner Mutter lebt, von der sich Nicolas vor ein paar Monaten getrennt hat. «Ich habe dank der technischen Hilfsmittel täglich Kontakt mit ihm. Aber berühren konnte ich ihn in meinem Leben erst zweimal. Selbst bei der Geburt war ich in Österreich, er in Kamerun.» Das soll sich nun ändern. «Wir planen, dass er bei mir aufwächst. Gemeinsam mit meiner Mutter. Er soll in einem besseren Umfeld aufwachsen als ich», sagt Ngamaleu. Seine Augen werden feucht. Ist die Mutter denn einverstanden, das Sorgerecht abzutreten? «Wir arbeiten daran», sagt Ngamaleu. «Sie will auch das Beste für ihn. Und das Beste, das ist hier, in Bern.»

Es ist der eine Traum. Der andere ist die Rückkehr in die Nationalmannschaft, in den Kreis der unbezähmbaren Löwen, wo der Rudelführer Clarence Seedorf heisst. Der hat Ngamaleu seit August 2018, als der ehemalige Real-, Inter- und Milan-Star das Ruder übernahm, einmal aufgeboten. Es gab ein ganz schwaches 1:1 gegen die Komoren. Seither fehlte Ngalameu, dessen wichtigster Treffer ein Tor am Confed-Cup 2017 gegen den damaligen Weltmeister Deutschland war, immer im Aufgebot. «Im Sommer findet der Afrika-Cup statt. Ich wäre sehr gerne dabei.» Kamerun dürfte sich qualifizieren. Allerdings wurde dem Land der Cup wegen der Kriegswirren und der prekären Sicherheitslage, wodurch der Stadionbau massiv ins Hintertreffen geriet, Ende 2018 entzogen und neu an Ägypten vergeben. «Es ist sehr einfach», sagt Nicolas. «Wenn ich bei YB regelmässig und gut spiele, werde ich aufgeboten. Sonst nicht.» Im Moment spielt er. Immer. Und er spielt gut.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 85316.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 17. April 2019, 10:50 
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 Beitrag Verfasst: Freitag 26. April 2019, 17:45 
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NICOLAS MOUMI NGAMALEU MUSS PAUSIEREN

YB-Offensivspieler Nicolas Moumi Ngamaleu hat sich im Training eine Oberschenkel-Zerrung zugezogen. Der 25-jährige Nationalspieler Kameruns wird den Young Boys während ungefähr drei Wochen nicht zur Verfügung stehen. Ngamaleu hat in der laufenden Super-League-Saison 28 Partien absolviert und dabei 8 Tore und 2 Assists verbucht.


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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 8. Mai 2019, 13:00 
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08.05.2019

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YB-Stürmer engagiert sich für arme Kinder

YB-Spieler Nicolas Moumi Ngamaleu will seinem Land Kamerun etwas zurückgeben. Nun ist der 24-Jährige Botschafter von Fairmed.

«Ya Melah? Hallo, wie gehts?», fragt Nicolas Moumi Ngamaleu. Er sitzt in einem Büro von Fairmed in der Aarbergergasse. Er trägt Stoffhose, Pullover mit Totenkopf und ist sichtlich überfordert mit der Aufregung, die um ihn gemacht wird. Gerade hat sich der YB-Stürmer hier vorgestellt und sich die Projekte der Organisation erklären lassen.

Als Botschafter von Fairmed will er Projekte in seinem Heimatland Kamerun unterstützen und sie durch seinen Namen bekannter machen. Er ist nicht der Einzige: Stadtpräsident Alec von Graffenried, Alt-Bundesrätin Ruth Dreifuss und Globetrotter-Chef André Lüthi setzen sich ebenfalls für Fairmed ein (siehe Kasten unten am Text).

Bei YB ist Ngamaleu der Erste, der so ein Engagement eingeht. «Ich will ein gutes Beispiel für meine Teamkollegen sein, die so etwas auch machen könnten.»

Geschenk für die Mama

Wäre er nicht Fussballer geworden, wäre er heute vielleicht Mediziner. «Ich habe immer davon geträumt, Menschen zu helfen, darum hätte ich mir auch Arzt oder Physiotherapeut als Beruf vorstellen können.» Mit seinem ersten Lohn schenkte er der Mutter ein traditionelles Wickelkleid. «Sie liebt die», sagt er.

Noch hat sie ihn in Bern nicht besucht, aber das soll bald geschehen. Dann könnte sie auch seine beiden Schwestern treffen, eine von ihnen studiert in Lausanne und die andere in Dortmund.

In Kameruns Hauptstadt Yaoundé leben 2,5 Millionen Menschen. Dort ist auch Nicolas Moumi Ngamaleu geboren worden und aufgewachsen, und dort lebt auch der Grossteil seiner Familie. In der Stadt gibt es geschätzte 390'000 Flüchtlinge, die aus den Nachbarländern geflüchtet sind. Viele von ihnen haben gesundheitliche Probleme, weil sie auf der Strasse leben, und die Kinder gehen nicht zur Schule.

Ngamaleu hat selber einen kleinen Sohn, aber nicht deswegen betont er die Wichtigkeit, Kindern zu helfen. «Die Liebe, die ich meinem Sohn geben kann, kann ich auch anderen geben. Jedes Kind braucht ein gutes Leben und eine solide Schulbildung», betont er.

In Kamerun ein Star

Im Winter 2017 holte der damalige YB-Trainer Adi Hütter ihn aus Österreich nach Bern. «Ich wusste, dass es schwierig und vielleicht auch einsam wird. Aber etwas bewegen zu können, gab mir Kraft», sagt Ngamaleu.

Die Angst vor Einsamkeit erwies sich als unbegründet: Bei YB fühlt er sich wohl und hat Freunde gefunden, auch wenn zumindest einer bald Bern verlassen wird. «Ich freue mich für Kevin Mbabu, weil er die Früchte seiner Arbeit ernten kann, aber ich bin auch traurig, wenn er weggeht, denn er ist sehr lustig.»


Ist Ngamaleu in Bern unterwegs, erkennen ihn wenige. Daheim ist er ein Star. «Ich kann nicht ohne Bodyguard raus», sagt der Stürmer. Schon als Kind habe er erkannt, dass Fussball mehr als nur ein Spiel ist. «Und – ich will nicht arrogant sein – Talent verbirgt sich nicht», sagt er.

Dieses Talent gebe ihm aber auch Verantwortung, seiner Familie und seinem Land zu helfen. Viele Kameruner würden an Krankheiten leiden, die man heilen könnte. 60 Jahre Erfahrung hat Fairmed in Kamerun bei der Behandlung von Tropenkrankheiten, bestätigt Fairmed-Sprecherin Saskia van Wijnkoop.

Fussball leben

Grosszügigkeit sei in Kamerun sehr wichtig, nicht jeder habe viel, aber jeder teile auf seinem Niveau. In seinem Elternhaus sei Respekt wichtig gewesen. Auf dem Fussballplatz macht Ngamaleu lieber einen Assist, als selber ein Tor zu schiessen, neben dem Platz ist er ein guter Tänzer, sagen seine Teamkollegen. Er mag Hunde, sagt er selber, weil sie gute Begleiter sind. Sein letztes Bier habe er vor 17 Jahren getrunken, erzählte er kürzlich dem Clubfernsehen YB-TV.

Hier in Bern versinke er komplett in der Welt des Fussballs. «Ich schlafe, esse und trinke Fussball.» Zu Hause sei es ganz anders: Dort spiele er keine Minute, da gehe es nur um die Familie. Zweimal pro Jahr reist Ngamaleu zurück, in der Winterpause und im Sommer. Eine 12-stündige Reise liegt zwischen Bern und seiner Heimat.

Ende Mai geht es mit einem Zwischenstopp zurück: In Ägypten findet der Afrika-Cup statt. Eigentlich hätte dieser in Kamerun sein sollen, das Land konnte die Stadien nicht rechtzeitig fertig bauen, weshalb ihm der Wettbewerb entzogen wurde. Bis zum Abflug ist für Ngamaleu die Saison das Wichtigste. Auch wenn sein Club schon lange Meister ist.


Fairmed: Zur Organisation

Fairmed ist seit 1960 in Kamerun aktiv und setzte sich anfangs für Leprakranke vor Ort ein. «Diese Tropenkrankheit existiert nach wie vor in abgelegenen Regionen, wo es keine Spitäler und keine Medikamente gibt», sagt Fairmed-Sprecherin Saskia van Wijnkoop. Nebst Lepra behandeln sie auch Tropenkrankheiten wie Buruli, ein fleischfressendes Bakterium, das erst vor einigen Jahren bekannt wurde.

Die Organisation begann Fälle aufzunehmen, Ärzte in die betroffenen Gebiete zu schicken und Kliniken aufzubauen. Nun gehe die Zahl der Erkrankten zurück. Fairmed habe seinen Schwerpunkt verschoben und setzt sich heute für bessere Gesundheitssysteme für ganz Arme ein. Beispielsweise für die unterdrückten indigenen Urbewohner – die Baka. Der zweite Fokus seien Flüchtlinge. Vor Ort sind 34 Personen von Fairmed angestellt. Fernziel von Fairmed sei es immer, dass die Regierung die von der Organisation angestossenen Projekte selber übernehme. (cla)


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/10475348

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 Beitrag Verfasst: Samstag 15. Juni 2019, 01:52 
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 Beitrag Verfasst: Samstag 6. Juli 2019, 17:31 
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Alltag statt Ausnahmezustand

YBs Nicolas Ngamaleu verpasste knapp den Afrika-Cup. Nun will er in Bern angreifen.

Ein letzter Blick aufs Handy, ein letztes Mal den Zwischenstand checken, dann geht Nicolas Ngamaleu raus auf den Platz. Nicht im ägyptischen Ismailia, wo Kamerun am Dienstag im dritten Gruppenspiel des Afrika-Cups fast gleichzeitig gegen Benin um den Einzug in den Achtelfinal spielt. Sondern in Fügen im Zillertal, dort, wo sich YB auf die neue Saison vorbereitet und vor rund hundert Zuschauern ein Testspiel gegen Lewski Sofia bestreitet.

Alltag statt Ausnahmezustand: Ngamaleu hätte allen Grund, zu hadern. Aber nachdem er während seines Teileinsatzes herrlich per Lupfer das 1:1 erzielt hat, sagt er: «Ich bin glücklich, zurück bei YB zu sein.»

Mitte des letzten Monats stand der 14-fache Nationalspieler im provisorischen Kader Kameruns, bereitete sich auf den wichtigsten Wettbewerb des Kontinents vor. Die Teilnahme am Turnier stellte mehr als ein Ziel dar: ein sehnlicher Wunsch, einer, der zu einem Höhepunkt seiner Karriere hätte werden sollen.

Und der 24-Jährige tat alles, sich diesen zu erfüllen. Er blickt auf die beste Saison seiner Laufbahn. Er konnte die Einsatzzeit verdoppeln, erzielte zwölf Ligatreffer, vier davon in den letzten vier Partien. Kein Zweifel: Ngamaleu reiste in Topform ins Camp. Doch wenige Tage vor Turnierbeginn eröffnete ihm sein Trainer, der frühere holländische Weltstar Clarence Seedorf, auf ihn zu verzichten. Es sei ein schwieriger Moment gewesen, sagt Ngamaleu. «Die Teilnahme war mein grosser Traum.»

Bekenntnis zu YB

Ngamaleu steht am Rand des Platzes in Fügen. Zuvor wartete er geduldig, während Teamkollegen Auskunft gaben. Er ist frei von Allüren, freundlich, auch scheu. Wenn er spricht, gilt es genau hinzuhören. Es würde ihm nicht in den Sinn kommen, schlecht über Seedorf zu reden, den er als grosse Figur bezeichnet. Er sagt: «Es lief nicht wie gewünscht, so ist es eben. Aber ich bin glücklich, in der engeren Auswahl gewesen zu sein.»

Ngamaleu verfolgt nun aus der Ferne das kamerunische Nationalteam, er schaut auch die Partien Guineas, der Heimat von Mohamed Ali Camara, seinem Zimmerpartner im Trainingslager, das am Freitag zu Ende ging. Und auch jene der Elfenbeinküste, mit seinem YB-Teamkollegen Roger Assalé, der bisher keine einzige Minute bestritt. Er stehe im Kontakt mit Assalé, sagt Ngamaleu. «Es ist eine harte Zeit für ihn. Aber Roger ist sehr reif, er weiss damit umzugehen.»

Gereift ist auch Ngamaleu. Zahlen alleine würden nicht genügen, seine Entwicklung festzuhalten, sagt Gerardo Seoane. Der YB-Trainer berichtet, wie sich Ngamaleu geöffnet, die Zurückhaltung abgelegt habe, viel selbstbewusster geworden sei. «Und er verbreitet gute Stimmung, hat immer ein Lächeln auf den Lippen.» Seoane schätzt auch die Vielseitigkeit Ngamaleus, der sowohl auf beiden Seiten wie vorne spielen kann, sowie dessen Unberechenbarkeit, gepaart mit Technik und Tempo. «Einen Spieler mit seinen Eigenschaften haben wir sonst nicht im Kader», sagt Seoane.

Die letzte Saison könnte Begehrlichkeiten wecken, könnte bei Ngamaleu das Verlangen fördern, nach zwei Jahren in Bern den nächsten Schritt zu machen. Darauf angesprochen, sagt er ohne Umschweife: «Ich will bei YB bleiben.» Ihm gefalle die Stadt, das Leben im Team. «Zudem werden wir auch nächste Saison europäisch spielen.» Das sei Herausforderung genug.

Am Samstag trifft Kamerun im Achtelfinal auf Nigeria, Ngamaleu wird vor dem Fernseher mitfiebern. Er hofft in zwei Jahren, bei der nächsten Ausgabe des Afrika-Cups, die in seiner Heimat stattfinden soll, dabei sein zu können. «Nun gilt es in diesem Stil weiterzumachen», sagt er. «Dann wird meine Zeit kommen.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/16141719

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 Beitrag Verfasst: Freitag 12. Juli 2019, 15:34 
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