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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 22. Februar 2018, 13:02 
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#24 Für ihn gibts wichtigere Dinge als Fussball

Wird diese Saison endlich ein YuBeljahr? Die vier Berner Autoren Pedro Lenz, Bänz Friedli, Bernhard Giger und Klaus Zaugg glauben fest daran, dass YB den FC Basel entthront. Sie begleiten ihren Verein auf dem Weg zum Titel mit einer wöchentlichen Meisterkolumne. Zumindest bis der Rückstand auf Basel 13 Punkte oder mehr beträgt.

Weshalb wir vor bald acht Jahren nicht Meister wurden? Weil «Wuschu» zu spät nach Bern kam: Christoph Spycher. Er stiess im Sommer 2010 zu den Young Boys. Wäre er schon im Winter gekommen, YB hätte den Titel geholt.

Es war der Winter, in dem die schlaue Basler Führung die Meisterschaft mittels Psychotrick entschied: Fies lotste sie den Schalter und Walter im YB-Spiel, Gilles Yapi, nach Basel. Auf Ende der Meisterschaft … Noch war er in Bern.

Doch YB-Verwaltungsräte mit wenig Sachverstand verboten dem Trainer Vladimir Petković, Yapi noch einzusetzen. Mal gehorchte Petković, mal nicht. Jedenfalls verlor er die Furchtlosigkeit, mit der er noch im Herbst so prickelnden Fussball hatte spielen lassen. Er begann zu zaudern, die Verunsicherung erfasste das Team, schliesslich ging die Finalissima verloren. Wieder hatte YB sich im letzten Moment abfangen lassen.

Mit «Wuschu» hätte es gereicht. Mit seiner Einstellung, seiner Spielstärke. Selbst gegen das Karriereende war er noch ein wunderbarer Aussenläufer und seiner Zeit so offensiv, wie er die Position interpretierte, voraus. Das Schönste am Spieler Spycher war, dass sein Horizont übers Spielfeld hinausreichte. Als seine Frau das zweite Kind erwartete und er ein Auswärtsspiel sausen liess, weil er die Geburt auf keinen Fall verpassen wollte, versuchte der «Blick» daraus einen Skandal von wegen «unprofessioneller Einstellung» zu basteln. Spycher machte dem Blatt kurzum klar: «Es gibt wichtigere Dinge als Fussball.» Eine Persönlichkeit, die das Team stabilisiert und mitgerissen hätte.

In der Bundesliga hatte der nette Kerl auch gelernt, vor Kameras nur zu sagen, was er verraten will. Ein Kumpel, aber einer mit Pokerface. Seit siebzehn Monaten ist er nun Sportchef, und schon im allerersten Interview gab er dem Verwaltungsrat, der ihn eben eingesetzt hatte, zu verstehen, dass er keine Einmischung in fussballerische Belange dulden würde.

Neu paart er, als Berner eine Idealfigur, seine Popularität mit Autorität. Er hat die richtigen Spieler geholt und liess die richtigen ziehen, er wirkte gemeinsam mit Scout Stéphane Chapuisat auf eine frankophone Atmosphäre hin und schuf zusammen mit Trainer Adi Hütter ein Klima, das Meister macht.

Der Fall Yapi hat sich nicht wiederholt. Schon hat YB unglaubliche acht Punkte Vorsprung … Mag sein, dass «Wuschu» einst ein halbes Jahr zu spät nach Bern kam. Doch er holt das Verpasste jetzt nach. Und im Sommer werden wir sagen können: «Wuschu» kam zum genau richtigen Zeitpunkt.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/aa ... -132236598

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Freitag 23. Februar 2018, 11:35 
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YB-HÖHENFLUG

Die Sehnsucht nach Erlösung

Eine Analyse von «Nordwestschweiz»-Sportchef Etienne Wuillemin zum Höhenflug von YB in der Fussball-Meisterschaft.

Dies ist eine Geschichte über unerfüllte Sehnsucht. Über Jahre des ewigen Leidens. Über einen Verein, der manchmal das Gefühl erweckt, knappes Scheitern sei irgendwie auch erträglich. Es geht um Fussball. Und es geht um Titel. Also kann es nicht um YB gehen. Eigentlich. Weil YB seit 1987 keinen Titel mehr gewonnen hat. Aber vielleicht ändert sich das gerade. Es gibt genügend Anzeichen dafür. Nicht nur, dass YB in der Meisterschaft acht Punkte vor dem FC Basel liegt.

Die Veränderung von YB hat viel mit Christoph Spycher zu tun. Der Sportchef hat eine Ruhe in den Verein gebracht, die erstaunlich ist. Noch im September 2016 gleicht YB einem unendlichen Chaos. Gerade hat ein nächster Knall den Verein überrollt. Der Sportchef (Fredy Bickel) wird entlassen. Verwaltungsräte manövrieren sich selbst ins Abseits. Der neue Hoffnungsträger heisst Spycher.

Als er den Job einige Monate zuvor zum ersten Mal angeboten erhielt, lehnte er ab. Aus Loyalität zu Bickel, der ihn eingearbeitet hat. Erst als Bickel sowieso weg ist und Spycher erneut gefragt wird, sagt er zu. Das passt zu ihm und seinem Charakter. Spycher ist Spycher geblieben. So, wie er als Fussballer war. Ein Teamplayer. Der Mensch steht immer im Vordergrund. Er nimmt jeden ernst. Ist bodenständig. Gleichwohl platziert er bei seinem Amtsantritt eine unmissverständliche Botschaft: «Ich lasse nicht zu, dass sich in der Sache irgendwer einmischt.» Mit «irgendwer» sind vor allem Verwaltungsräte und das Investoren-Brüderpaar Rihs gemeint.

Seit diesem September 2016 geht es mit YB kontinuierlich bergauf. Spycher modelliert das Kader geschickt. Er löst Verträge mit teuren Problemfällen auf. Gleichzeitig lässt er im Sommer abwanderungswillige Spieler wie Zakaria, Mvogo oder Ravet gehen. Dafür ergänzt er das Team clever mit Zuzügen. Vorzugsweise mit jungen, hungrigen Spielern. Für diese Spieler hat Spycher Konzept und Rolle. Und er schenkt ihnen Vertrauen. Kurz: Vieles, was er tut, erinnert an die ehemalige Erfolgsführung des FC Basel.

Seine bisher herausragendste Leistung gelingt Spycher in diesem Winter. Im Wissen darum, dass man eine Mannschaft, die sich gefunden hat, nicht auseinanderreissen darf, gelingt es ihm dank seiner feinfühligen Art, alle Leistungsträger vom Bleiben und dem grossen, gemeinsamen Ziel (erster Meistertitel seit 1986) zu überzeugen. Ein internes Chaos um wechselwillige Spieler wie 2010 entsteht nicht. Dass – wie der «Tages-Anzeiger» schreibt – ein Schlüsselspieler wie Sulejmani dem FCB angeboten worden sein soll? Kein Thema. Keine Unruhe. Die Winterpause könnte das Meisterstück von Spycher werden.

Bemerkenswert ist auch das Wesen und Wirken von Trainer Adi Hütter. Er ist klar und direkt in seinen Ansagen. Es ist ihm gelungen, aus einer Ansammlung von Stars und Charakterköpfen einen guten Teamgeist zu modellieren. Dazu neigt er weder zu übermässiger Euphorie nach Siegen noch zu lähmender (vergangenheitsgetriebener) Versagensangst nach Niederlagen. Auch er ist trotz Verlockungen aus der Bundesliga vorerst in Bern geblieben.

Selbst im Umgang mit der eigenen Vergangenheit macht YB Fortschritte
Natürlich, wer an YB und Titel denkt, ist seit je gewarnt, Prognosen nicht allzu voreilig zu stellen. Und auch in diesem Frühling wird YB noch das eine oder andere Mal mit den Geschichten der eigenen Vergangenheit konfrontiert werden. Es wird das Wort «veryoungboysen» noch über sich ergehen lassen müssen. Aber selbst im Umgang mit der eigenen Vergangenheit sind Spycher und seine Kollegen mittlerweile souverän. Sie lassen sie einfach zu. Und erklären sachlich, was sie nun besser machen wollen.

Als die Vorrunde zu Ende war, als YB zwei Punkte vor dem FC Basel lag, da waren die Meinungen über den Ausgang der Meisterschaft gemacht. Zuungunsten von YB. Doch mittlerweile erinnert man sich auch in Basel ein bisschen desillusioniert an die Demut der alten Vereinsführung. Derweil ist Bern ergriffen von Euphorie. Acht Punkte Vorsprung – dieses Mal muss es reichen. Das Gefühl von «Rang zwöi isch o suberi Büez», das Züri-West-Sänger und YB-Fan Kuno Lauener gerne betonte, weicht dem Hunger nach Erfolg. Die Zeit scheint gekommen.


https://www.aargauerzeitung.ch/kommenta ... -132240979

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. März 2018, 19:33 
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YB-Sportchef Spycher über den «Fall Sanogo»

«Sékou wird in eine Ecke gedrängt!»

Christoph Spycher hat Mühe damit, dass gegen Sékou Sanogo ein Verfahren eröffnet wurde. «Fünf Tage zuvor wurde er von Serey Dié noch niedergemäht», sagt er.

Christoph Spycher, der Disziplinarrichter der Super League hat gegen Ihren Mittelfeldspieler Sékou Sanogo ein Verfahren eröffnet ...
Christoph Spycher: ... Ich habe das Gefühl, dass man Sékou in eine Ecke drängen will. Er ist unbestritten ein harter Spieler, aber genau solche Spieler bringen den Schweizer Fussball international weiter. Und er ist ganz sicher keiner, der unfair oder schmutzig spielt.

Auf den TV-Bildern ist aber gut zu sehen, wie Sanogo dem am Boden liegenden Lugano-Stürmer Mattia Bottani aufs Schienbein steht. Einverstanden?
Ja. Aber Sékou hat mir nach Spielschluss versichert, dass es keine Absicht war und er nur dem Ball nachgeschaut habe. Danach habe ich mir die TV-Bilder mehrmals angeschaut, ich sehe wie er den Ball im Visier hat. Es war keine Absicht. Ich schätze Sékou sehr, er ist ein aufrichtiger Typ. Wäre er ein Spieler, der dreckig spielt, er wäre nicht bei YB.

Dennoch wurde ein Verfahren eingeleitet.
Für mich ist jedoch nicht klar, weshalb hier ein Verfahren eröffnet wurde und wenige Tage zuvor bei einem brutalen Foul gegen ihn keines ...

... Welche Szene sprechen Sie an?
Im Cuphalbfinal gegen den FCB ist Serey Dié mit beiden Beinen Sékou angesprungen und hat ihn auf Kniehöhe getroffen. Serey hat mit diesem brutalen Einsteigen Sékous Karriere gefährdet. Er kriegte Gelb, obwohl es eine klare Rote Karte gewesen wäre. Da kam kein Disziplinarrichter auf die Idee, diese Szene nochmals zu untersuchen. Und jetzt soll Sékou ein unfairer Treter sein, dabei wurde er Tage zuvor noch niedergemäht. Das ist nicht konsequent, das ist nicht fair. Damit habe ich grosse Mühe. Das wird Sékou nicht gerecht. Ich frage mich, wann ein Verfahren eröffnet wird und wann nicht.

Was erwarten Sie für ein Urteil?
Darüber mache ich mir keine Gedanken. Wenn ein Verfahren eröffnet wird, heisst dies nicht automatisch, dass ein Spieler gesperrt wird. Wir warten ab, was herauskommt.

Es drohen bis zu vier Spielsperren gegen Sanogo. Das wäre ein herber Verlust für YB.
Wir setzen darauf, dass die Liga ein gerechtes Urteil fällen wird.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 78221.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Sonntag 11. März 2018, 01:59 
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10.03.2018

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«Da kann ich nur sagen: Chapeau, sensationell!»

Sportchef Christoph Spycher glaubt, dass die Young Boys jetzt eine Meistermentalität besitzen.

Wieso wird YB seinen Vorsprung nicht mehr verspielen?
Weil etwas sehr Stabiles und Gutes zusammengewachsen ist. Wir sind noch gefestigter als in der ersten Saisonhälfte. Es «fägt» jeden Tag, für YB zu arbeiten. Das hat nicht nur mit der Mannschaft und ihrer Mentalität zu tun, sondern auch mit dem Team rundherum. Das Vertrauen untereinander ist enorm gross. Und natürlich fördern die Resultate das Selbstvertrauen. Wir spüren, dass wir Geschichte schreiben können.

Den Meistertitel öffentlich als Ziel zu formulieren, das ist für YB verhältnismässig forsch.
Forsch war, wenn in der Vergangenheit ähnliche Ankündigungen vor der Saison gemacht wurden – und der Rückstand dann nach sechs Runden schon sieben Punkte betrug . . . Jetzt ist aber die Ausgangslage anders. Wir lagen nach 19 Runden zu Recht vorn und konnten den Spielern doch nicht mehr ­sagen: «Platz 2 wäre auch okay.»

Wie lässt sich die Mentalität der Mannschaft beschreiben?
Die Spieler zeichnet ein enormes Selbstverständnis aus, sie sind unbelastet. Eine solche Mentalität habe ich hier seit 2010 noch nie festgestellt. Dass YB letztmals vor 31 Jahren einen Pokal gewann, das kümmert sie nicht. Das war in einer Zeit, in der die meisten noch gar nicht geboren ­waren. Diese Mannschaft hat an physischer Stärke zugelegt, sie ist talentiert, unberechenbar und eine Einheit. In dieser Form konnten wir das nach dem Umbruch im vergangenen Sommer nicht erwarten. Es kamen Spieler hinzu, die allein bis zum Winter so viele Partien bestritten wie vorher in fast einer ganzen Saison. Da kann ich nur sagen: ­Chapeau, sensationell!

Was macht Adi Hütter zur idealen Besetzung als Trainer?
Seine kommunikativen Fähigkeiten, die Bereitschaft, neue Lösungen zu suchen und sich als Trainer immer wieder neu zu erfinden. Und die offensive Ausrichtung. Ich möchte nie einen Maurer­meister an der Seitenlinie, weil das die Berner nicht sehen wollen.

«Wir spüren, dass
wir Geschichte
schreiben können.»Christoph Spycher


Kommt es zwischen Ihnen beiden auch zu Meinungsverschiedenheiten?
Wir zwei sind starke Persönlichkeiten, da kommt es selbstverständlich zu kontroversen Diskussionen. Aber entscheidend ist: Wir verfolgen das gleiche Ziel, den Erfolg. Und Adi weiss: Ich bin nicht ein Sportchef, der in heiklen Momenten von ihm abrückt. Im Gegenteil.

Der sportliche Höhenflug von YB wird vor allem mit Ihnen in Verbindung gebracht. Ist Ihnen das grosse Lob manchmal unangenehm?
Es ist doch menschlich: Jeder hat lieber Lob als Kritik. Aber ich klopfe mir ­sicher nie auf die Schulter und denke: Hey, du bist ein Siebesiech. Ohne ein Team, wie ich es habe, gäbe es den Erfolg nicht. Worauf wird ein Sportchef oft reduziert? Auf Transfers, auf die Kader­zusammenstellung. Spycher holte ­Nsame, Spycher holte Sow... Aber vielleicht war für Sow ja ein Gespräch mit Chefscout Stéphane Chapuisat ausschlaggebend. Mein grösstes Verdienst sind nicht die Transfers, sondern die Zusammenstellung meines Teams, der Mitarbeiter, die alle im Hintergrund arbeiten. Ich sehe mich nur als ein ­Puzzleteil davon.

Sie gelten nicht als angriffiger Sportchef, der laute Töne anschlägt. Wann werden Sie unbequem?
Ich bin kein streitsüchtiger Mensch, scheue aber Konfrontationen nicht. Zum Beispiel, wenn Sékou Sanogo vom TV-Einzelrichter gesperrt wird.

In Lugano trat er Gegenspieler Bottani, der Schiedsrichter bekam das nicht mit, Sanogo wurde nachträglich für zwei Spiele gesperrt...
...und jetzt wird er in eine Ecke gedrängt, und das ist nicht korrekt. Sanogo ist kein unfairer Sportsmann. Wenn er so dargestellt wird, wehre ich mich.

Wie viel steckt von Ihrem Vorgänger Fredy Bickel noch im Team?
Es sind immer noch hervorragende Spieler da, die er geholt hatte, Hoarau, Von Bergen, Sulejmani. Oder ein Zakaria kam und wurde für viel Geld nach Mönchengladbach verkauft. Also hat Fredy Bickel natürlich einen Anteil. Aber wir haben seit September 2016 auch sehr vieles verändert.

Im Winter verliess kein Stammspieler YB. Gab es keine Angebote, oder öffneten Sie das Portemonnaie?
Weder noch. Wir setzten uns früh mit Spielern und Beratern zusammen, um über ihre Karriere zu reden. Nehmen wir das Beispiel Kevin Mbabu. Natürlich gab es für ihn Interessenten. Aber wir wollen Spieler wie ihn in eine Position bringen wie damals Zakaria. Er soll also nicht einer sein, der bei einem ­anderen Club bloss das Kader auffüllt, sondern eine wichtige Rolle übernehmen. Ausserdem ergeben Transfers im Sommer viel mehr Sinn als im Winter.

Befürchten Sie einen Ausverkauf?
Nicht gerade einen Ausverkauf, aber es wird im Sommer Veränderungen geben. Es ist die Realität, dass wir diese Mannschaft nicht zwei Jahre zusammenhalten können. Wir sind in einer Ausbildungsliga, da ist es natürlich, dass die Besten irgendwann weiterziehen. Das ist Teil unseres Geschäftsmodells: Wenn die Besten gehen, wollen wir entsprechende Einnahmen generieren, um wieder investieren zu können.

Wer wird im Sommer Trainer bei YB?
Wir haben einen sehr guten Trainer unter Vertrag.

Aber Hütter ist begehrt.
Auch klar. Aber das darf kein Problem für uns sein. Wir sind nicht träumerisch unterwegs, wir glauben nicht, dass YB der beste Verein der Welt ist und Adi Hütter noch 15 Jahre bei uns bleibt.

Und was machen Sie, sollte YB das Double gewinnen?
Dann wird die Zeit nicht stillstehen.

Sie könnten doch Lust auf einen Job in der Bundesliga bekommen.
Ich bin happy bei YB. Ich verlasse den Club erst, wenn ich nicht mehr jeden Tag motiviert ins Büro fahre.


https://www.derbund.ch/sonntagszeitung/ ... y/25390939

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 23. April 2018, 12:45 
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Emotionale Woche für YB-Sportchef Spycher

«Wir waren gezeichnet von der Todes-Nachricht»

Es war die schwierigste Woche im jungen Managerleben des Christoph Spycher. Und am Samstag können die Emotionen nochmals überborden.

Der Tod von Andy Rihs. Des Mannes, der für Spycher Vertrauensperson war. An ihn rapportierte der Sportchef direkt. Da gabs niemanden dazwischen. Umso trauriger war «Wuschu», als es der Moment des Abschieds kam.

Der Moment der Unabänderlichkeit, auch wenn man seit Wochen gewusst hatte, dass Andy nicht mehr lange zu leben hatte, unabänderliche Tatsache wurde. «Wir waren gezeichnet von dieser Nachricht und die Woche war sehr emotional», fasst Spycher die Tage zwischen dem 18. und 22. April zusammen.

Spycher weiter: «Wir nehmen Andy als Vorbild. Nach einer gewaltigen Enttäuschung muss man zur Normalität übergehen. Das hat er auch oft erlebt. So wie das ist in Sport und im Leben.» Sportlich fehlt nun bloss noch der finale Akt. Die letzten drei Punkte. Und dann... der Titel.

«Wir haben das getan, was wir können, diesen Titel auch für Andy zu holen», sagt Spycher. Und natürlich auch für seinen Bruder Hans-Ueli, der sich im Stadion herzlich über die vier YB-Tore gegen Lausanne freuen konnte. «Schön konnte Jöggi diese Emotionen auch aufsaugen. Hoffen wir, dass ihm das Kraft gibt», schliesst Spycher. Denn für Jöggi ist der emotionale Ritt noch lange nicht beendet. Heute steigt das sechste Spiel in der Liga-Qualifikation – und da sind wir beim Eishockey. Und «seine» Rapperswil-Jona Lakers sind drauf und dran, den so nahen Aufstieg, der nach der 2:0- Führung nach zwei Spielen gegen Kloten und nach der Führung in Spiel fünf bis ein paar Sekunden, zu verspielen.

Am Samstag dann wird YB Meister werden, sofern man den FCL schlägt. Gelingt dies nicht, hat man die nächste Chance eine Woche später in Sion. Am Montag darauf findet im Zürcher Grossmünster die Trauerfeier für seinen Bruder statt. Wahnsinn, was da auf den 73-Jährgen zukommt! Zum ersten Matchball schlägt YB am Samstag übrigens in einem ausverkauften Stadion auf.

Als sich gegen Ende des Spiels abzeichnete, dass es dank der Punktverluste des FC Basel in Sion zu diesem Matchball kommen könnte, wurden die letzten 5000 bis 6000 Tickets für das Spiel online gekauft. Es werden also 31'120 im Stadion sein. Und danach, sollte es mit dem Titel klappen? Gibt es die erste von drei möglichen Freinächten in Bern. Das weiss man. Mehr noch nicht.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 89261.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 28. April 2018, 11:35 
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Der heimliche Komponist im Hintergrund

Die Berner Young Boys stehen ganz kurz davor, den grössten Vereinserfolg seit 32 Jahren zu feiern. Nur noch drei Punkte fehlen, um aus eigener Kraft den Meistertitel feiern zu können. Einer, der zwar nicht mehr selber auf dem Platz steht, dafür hinter den Kulissen die Melodie und den Takt vorgibt, ist Sportchef Christoph Spycher.

Klare Bedingungen im Vorfeld

Der ehemalige Nati-Start bekleidet seit der Saison 2016/17 das Amt des Sportdirektors bei den Bundesstädtern. Doch bevor er sein Ja-Wort als Bickel-Nachfolger gegeben hat, hat er ein paar Bedingungen gestellt. Wichtig war ihm vor allem, dass er direkt an Andy Rhis rapportieren könne und nicht mehr den Umweg via Verwaltungsrat gehen müsse. Bei uns im Interview hat er dies auch bestätigt gehabt: "Der Verwaltungsrat war in gewissen Bereichen sehr aktiv und ich wollte klarstellen, dass ich meine gesamte Energie für die operative Ebene brauche!" In der Zeit vor Spycher rumorte es in der Führungsebene nämlich immer ein Wenig und es wurde auch ein Zickzack-Kurs gefahren ohne klare Strategie. Einmal wollte man nämlich auf den Nachwuchs setzen und als es nicht lief, investierte man wieder viel Geld in gestandene Profis. "Ich will keine Energie mit irgendwelchen Nebenschauplätzen, wenn ich nach links, rechts oder nach oben arbeiten muss, verschwenden." Spycher wollte einen klaren Kurs ansetzen und diesen auch zusammen mit seinem Team um Stephane Chapuisat und Ernst Graf verfolgen. Er wollte sich auch nicht "reinreden lassen, zumindest nicht von jemand anderem als von seinem Team." Klare Strukturen waren für ihn das A und O und der jetzige Erfolg gibt ihm mehr als recht.

Mit Ruhe und Sachlichkeit zum Erfolg

Ein Grossteil der jetzigen Mannschaft wurde bereits von Fredy Bickel zusammengestellt. Spieler wie Hoarau oder von Bergen wurden vom Ex-YB-Sportchef verpflichtet. Doch Christoph Spycher hat es trotzdem verstanden, ohne die ganz grossen Transfers eine homogene und schlagkräftige Truppe zusammenzubauen. Er hat vielmehr den Fokus darauf gelegt, die Mannschaft zu verkleinern und beispielsweise Spieler wie Alain Rochat von der Lohnliste zu streichen. Vor allem beeindruckend war auch die Tatsache, wie er die Abgänge der Leistungsträger Mvogo, Zakaria und Ravet kompensieren konnte. Djibiril Sow, der Zakaria-Ersatz, hat eingeschlagen wie eine Bombe und dank Christian Fassnacht fragt in Bern niemand mehr nach einem Yoric Ravet. Vor allem auch die Transfergeschichte mit Ravet, welche in ein richtiges Theater hätte umschwingen können, wurde vom YB-Sportchef in einer Souveränität und mit einer Ruhe gelöst, die beeindruckend ist; vor allem auch wenn man bedenkt, dass er dieses Amt bei zum ersten Mal in seiner noch jungen Karriere als Sportchef bekleidet. Auch hoch anrechnen muss man ihm, dass in der Winterpause keiner der Leistungsträger den Club verlassen hat.

Einer, der sich nicht in den Vordergrund stellt

Christoph Spycher ist kein Mann der lauten Töne, vor allem ist er keiner, welcher ständig vor einem Mikrofon zu finden ist. Interviews mit dem YB-Sportchef findet man eher selten und dies ist der grosse Unterschied zu seinem Vorgänger Fredy Bickel. Der 40-jährige Wolhusener bevorzugt es, eher im Hintergrund in Ruhe seiner Arbeit nachgehen zu können und denjenigen das Rampenlicht zu lassen, welche auch dort stehen sollten; nämlich das Team und der Trainer. Bei ihm kommt es auch vor, dass er um 18 Uhr sein Handy abstellt und nicht mehr erreichbar ist, um seinen Feierabend mit seiner Familie geniessen zu können. Der Familienmensch delegiert gekonnt und zusammen mit seinem Team hat er die Young Boys in die richtige Richtung gelenkt. Christoph Spycher; der heimliche Komponist im Hintergrund, welcher massgeblich an der Meister-Symphonie beteiligt ist.


http://sport.ch.sportalsports.com/sport ... 00000.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 09:09 
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Spycher verrät YBs Rezept

Extern Understatement, intern Meisterambitionen

YB-Sportchef Christoph Spycher spricht über Fehler in der Vergangenheit und mögliche Abgänge in der Zukunft.

Seit September 2016 ist Christoph Spycher Sportchef bei den Berner Young Boys. Die stille Arbeit im Hintergrund hat sich für den 40-Jährigen an diesem Wochenende mit dem Meistertitel ausbezahlt.

Als Gast im «sportpanorama» sprach Spycher über ...

... die wichtigste Änderung gegenüber den Vorsaisons: «Wir wollten den Charakter der Mannschaft ändern. Spieler, die sich im 2. Teil ihrer Karriere befinden, sollten langsam ausgewechselt werden und es sollte neue Energie reingebracht werden.»

Schon einige Male wurde in der Vergangenheit kommuniziert, dass wir Meister werden wollen. Das kam nie gut raus.

... die Stütze der Mannschaft: «Wir haben tolle Führungsspieler. Marco Wölfli, Steve von Bergen, Sékou Sanogo, Miralem Sulejmani, Guillaume Hoarau – eine Top-Achse, die die Mannschaft führt.»
... die Erwartungen zu Saisonbeginn: «Das war ein schwieriger Spagat mit dieser YB-Vergangenheit. Schon einige Male wurde in der Vergangenheit kommuniziert, dass wir Meister werden wollen. Das kam nie gut raus. Deshalb haben wir nach aussen bewusst auf Understatement gemacht, dass wir einen grossen Umbruch haben.»

Die Schweizer Liga ist eine Ausbildungsliga – wir werden die eine oder andere Veränderung haben.

... die interne Kommunikation: «Der Mannschaft haben wir aber vom ersten Tag an kommuniziert, dass wir mehr wollen. Wir sind schon ein paar Mal Zweiter geworden, aber das konnte nicht das Ende der Gefühle sein.»

... die Zukunft: «Die Schweizer Liga ist eine Ausbildungsliga – wir werden die eine oder andere Veränderung haben. Wichtig ist, dass das Kernteam zusammenbleibt.»

... die nächsten Spiele: «Erstmal wollen wir die Ereignisse sacken lassen. Am Samstag steht in Sion das nächste Spiel an, da wollen wir natürlich wieder eine gute Leistung zeigen. Der Cup-Final ist dann natürlich auch noch ein grosses Ziel: Wir sind noch nicht satt.»


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... ambitionen

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 16:54 
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Nach dem Meistertitel von YB

Christoph Spycher ist in Gedanken schon bei der nächsten Saison

Seit September 2016 ist Christoph Spycher Sportchef beim Fussballklub YB. In dieser Zeit hat der 40-jährige Berner das Vertrauen der Mannschaft, des Trainers, aber auch der Investoren und der Fans gewonnen – und YB mit klugen Transfers zum Meistertitel geführt.

SRF News: Wie viele Hände haben Sie geschüttelt und wie viele Leute umarmt seit dem Schlusspfiff?

Christoph Spycher: Das weiss ich nicht genau, unzählige... Und einige davon sind fest in meinem Kopf gespeichert. Zum Beispiel die Umarmungen mit den Spielern, dem Trainerstaff, den Mitarbeitern von YB – aber auch jene im privaten Umfeld, mit den Kindern, mit meiner Frau – einfach mit allen, die einem die Kraft geben, diesen Job zu machen. Es waren wunderschöne Momente.

Die Spieler sagen, Ihnen seien Werte wie Menschlichkeit, Ehrlichkeit und Vertrauen wichtig. Braucht es das für den Erfolg?

Wenn man Erfolg haben will, muss man mit einem Team arbeiten. Leute die sagen, sie würden alles selber entscheiden, haben keinen Erfolg. Wenn man starke Leute holt und ihnen vertraut und die Wichtigkeit gibt, die sie verdienen, dann kommt es gut.

Wenn man starke Leute holt und ihnen vertraut, dann kommt es gut.

Können Sie sich als Sportchef Menschlichkeit überhaupt leisten? Sie müssen Spielern zum Teil ja auch mitteilen, dass sie nicht bei YB bleiben dürfen.

Menschlichkeit kann man auch im Umgang mit einem Menschen definieren, aber sie darf keinen Einfluss haben auf den Entscheid. Ich musste viele harte Entscheide fällen. Der Entscheid wird im Kopf gemacht, aber dann, in der Kommunikation, in der Art und Weise des Umgangs, ist Menschlichkeit sehr wichtig.

Für das Team, den Trainer-Staff, die Fans, war der Meistertitel der Höhepunkt. Aber Sie als Sportchef sind im Kopf schon einen Schritt weiter, bei der nächsten Saison. Können Sie es dennoch geniessen?

Die letzten Tage waren schwierig, alle «plangten» auf diesen Moment. Aber ich war komplett mit anderen Aufgaben beschäftigt, hatte unglaublich viel im Kopf: Wie wollen wir unser Team verändern, was stehen für Entscheidungen an. Aber ein paar Stunden vor dem Spiel war alles weg und ich konnte den Gewinn des Meistertitels geniessen.


https://www.srf.ch/news/regional/bern-f ... ten-saison

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 23:03 
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Christoph Spycher: «Wir sind nicht naiv und gehen nicht davon aus, dass wir jetzt zehn Meistertitel nacheinander feiern werden»

Der Sportchef Christoph Spycher sagt im Interview, was jetzt mit dem YB-Meisterteam geschieht und wie er die Rivalität mit dem FC Basel beurteilt. Und er macht sich Gedanken über die Champions League.

Christoph Spycher, wann und wie merkt man, dass eine Mannschaft meisterlich sein könnte?

Das kann das Saison-Startspiel gegen den FC Basel sein, wo man spürte, dass Dynamik im System ist. Wir gewannen 2:0. Schon vorher, im Trainingscamp, hatte man mitbekommen, wie das Team mitzieht und das Niveau angehoben hat. Wichtig war auch der 4:2-Erfolg vor der Winterpause in Luzern, dank dem wir an der Tabellenspitze blieben. Solche Momente sind wichtige Zeichen.

Der Match in Luzern als Schlüsselmoment.

Wir wussten, dass wir nicht weit vor dem FC Basel bis zum Titel durchlaufen, wir wussten, woher unsere neuen Spieler gekommen waren, aus Winterthur, Genf, Lausanne und Thun. Das heisst immer auch, dass sich die Spieler zuerst an andere Belastungen gewöhnen müssen und dass Einbrüche folgen.

Sie dachten doch vor der Saison allerhöchstens, dass YB näher an Basel herankommen könnte. Mehr nicht.

Wir beschäftigten uns nicht mit dem FC Basel, sondern vor allem mit uns. Wir wollten einfach besser, konstanter und dominanter werden.

Ist der 2:1-Sieg gegen den FC Luzern ein Spiegelbild der Saison?

Unsere Saison ist besser, als es der Match am Samstag war. In der zweiten Halbzeit gegen Luzern war offensichtlich, dass das nicht ein Spiel wie jedes andere war. Das spürte man. Abgesehen davon bot es Elemente, die sich in unsere Saison einfügen.

Marco Wölfli war bei mehreren verlorenen Finalissimas und Cup-Finals im YB-Tor, jetzt wurde er nur wegen der Verletzung von David von Ballmoos wieder temporär die Nummer 1. Wölfli hielt gegen Luzern einen Penalty. Das ist doch die Geschichte in der YB-Geschichte.

Das ist eine wunderschöne Geschichte, die Emotionen freilegt. So etwas kann so fast nur der Sport liefern.

Überlegt man sich in einem Moment wie am Samstag, als im Stade de Suisse mit einem Platzsturm die Dämme brachen, dass überbordende Emotionen je nachdem auch in eine andere Richtung ausschlagen können?

In dem Moment nicht. Aber wir sind nicht naiv und gehen nicht davon aus, dass wir jetzt zehn Meistertitel nacheinander feiern werden. Auf uns warten Herausforderungen.

Ist YB ein gutes Beispiel, um zu zeigen, dass man an nicht einmal so zahlreichen Schrauben drehen muss, um der Hoffnungslosigkeit zu entrinnen?

Wir drehten letztlich an ziemlich vielen Schrauben, bei YB hat sich einiges verändert. Der Verwaltungsrat hat sich zum Beispiel extrem zurückgenommen und die operative Führung arbeiten lassen. Dort beginnt alles. Solches wirkt sich bis auf das Spielfeld aus.

In Lausanne hat der Verwaltungsrat höchstwahrscheinlich den Trainer Fabio Celestini am Sportchef Pablo Iglesias vorbei entlassen. Solchem Gebaren würden Sie Einhalt gebieten.

Ich mache den Job als YB-Sportchef gern. Aber ich kann auch kompromisslos sein. Wenn ich nicht mehr gern zur Arbeit fahren würde, könnte es schnell gehen. Es gab in dieser Saison in Schweizer Klubs Dinge, die ich niemals toleriert hätte. Da hätte ich längst den Schlüssel abgegeben und wäre davongelaufen.

Erfolg bedeutet immer auch Veränderung. Wird das YB-Meisterteam nun auseinandergerissen?

Nein. Wir sind jedoch immer noch in der Schweiz und in einer Ausbildungsliga. Man muss Verständnis haben, dass der eine oder andere Wechsel bevorsteht. Man kann den Spielern und ihren Beratern nicht immer wieder sagen: Ja, du kannst an einem anderen Ort und in einer grösseren Liga viel mehr verdienen, aber bleib bitte noch ein Jahr bei uns. Und nochmals ein halbes Jahr. Das geht nicht.

Mit wie vielen Wechseln rechnen Sie?

Es wird Veränderungen geben, aber das Team wird nicht auseinandergerissen. Da habe ich keine Angst.

Wie stark ist das YB-Fundament, stark genug, um den FC Basel auf Dauer zu fordern?

Wir müssen immer sehr gut sein. Die Konstellation ist ähnlich wie in Deutschland. Der FC Basel ist der FC Bayern München der Schweiz. Wir sind jetzt vielleicht Borussia Dortmund. Das zu bestätigen, wird schwer. Aber wir freuen uns darauf.

Als der FC Basel nach vielen Jahren im Wartesaal 2002 auf Anhieb das Double holte, kurbelte er den Vorwärtsdrang zusätzlich an und kam prompt in die Champions League.

Auch wir haben einen Vorwärtsdrang. Klar, hat sich die Situation in Basel dank der Champions League verändert. Aber wir sind nicht Basel, wir können nicht Basel sein.

YB hat das Potenzial, um an Basel heranzukommen. Aber um den Sprung schnell und nachhaltig zu schaffen, müsste YB in die Champions League kommen.

Die Champions League gibt jedem Klub ein solides Fundament für die mittelfristige Zukunft. Aber es gibt auch Klubs, die nach der Champions League in einer schlimmeren Verfassung waren als vorher. Wir werden auf unsere Art weitermachen wie bis anhin und nicht verrückte Dinge zu tun beginnen.


https://www.nzz.ch/sport/christoph-spyc ... ld.1381794

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 30. April 2018, 23:19 
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Christoph Spycher: Der kluge Planer im Hintergrund

FUSSBALL ⋅ Der 40-jährige Christoph Spycher holt als Sportchef von YB den Meisterpokal nach Bern. Zu seinem Erfolgsrezept gehören Ruhe und Sachlichkeit.

«Wuschu» ist der Spitzname von Christoph Spycher. Das passt zur unkomplizierten, freundlichen Art des 40-Jährigen. «Ich habe als Spieler nie das Gefühl gehabt, dass ich der Mittelpunkt der Erde bin und sich alles um mich dreht», sagte der YB-Sportchef in einem Interview. Mit 21 Jahren lancierte der defensive Mittelfeldspieler seine Karriere in der höchsten Liga beim FC Luzern. Aufgefallen ist er durch sein besonnenes und kluges Verhalten auf und neben dem Platz.

Schaut man auf seine Aktivzeit zurück, erstaunt der heutige Erfolg kaum. Spycher ist der erste Sportchef der Young Boys, der in der Ära des kürzlich verstorbenen Klubbesitzers Andy Rihs und dessen Bruders Hansueli den Meisterpokal nach Bern holen konnte. Seinen Vorgängern war das trotz grosser finanzieller Unterstützung der Gebrüder Rihs nicht gelungen. Spycher hat das Kunststück notabene mit einem weniger grossen Budget geschafft. Der dramatische 2:1-Heimsieg am Samstag über den FC Luzern machte die Berner bereits am fünftletzten Spieltag zum neuen Meister. Erstmals seit 2000 ist der Titel nicht nach Basel oder Zürich gegangen. Mit Rekordmeister GC hatte Spycher den Titel 2003 auf dem Rasen gefeiert. Der 1978 geborene Berner machte viel aus seinem Talent. Fünf Jahre spielte er in der Bundesliga bei Eintracht Frankfurt, ehe der 47-fache Nationalspieler 2010 in seine Heimatstadt zurückkehrte und bis 2014 für YB im Einsatz stand. Danach blieb der Vater zweier Söhne beim Traditionsverein, arbeitete als Talentscout, ehe er im September 2016 zum Sportchef ernannt wurde. Innerhalb von weniger als zwei Jahren ist YB jetzt Meister. Zum Erfolgsrezept von Spycher gehören Ruhe und Sachlichkeit. Er bleibt am liebsten im Hintergrund. «Wenn man Leute hat, die der Sache dienen, dann ist dies absolut positiv. Die Sache ist YB, der Erfolg von YB», betont er. Kaum Beachtung schenkte er dem grossen Konkurrenten aus Basel, bei dem nach einer Serie von acht Titeln alle entscheidenden Positionen neu besetzt wurden. «Wir schauen nicht auf den FC Basel», erklärte Spycher. Dennoch steht fest, dass der Serienmeister vermehrt auf Eigengewächse setzte und das Kader etwas weniger stark besetzt war als in den Vorjahren.

Spycher nutzte die Gunst der Stunde. Er hielt an Trainer Adi Hütter fest, kämpfte um die Weiterverpflichtung seines teuersten Stars Guillaume Hoarau und des zwischenzeitlich in die Kritik geratenen Captains Steve von Bergen. Das Vertrauen haben Trainer und Mannschaft nun zurückbezahlt. Sogar das Double aus Meisterschaft und Cup ist möglich. Sollte im Sommer der erwartete Abgang der begehrtesten Protagonisten Tatsache werden, muss der Sportchef Lösungen bereit haben. Niemand müsste überrascht sein, wenn der kluge Planer wieder eine schlagkräftige Mannschaft zusammenstellt, die in der Liga und möglicherweise sogar in der Champions League bestehen kann.


http://www.luzernerzeitung.ch/sport/fus ... 07,1243624

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