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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 19. Juni 2019, 00:14 
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Zitat:
YB-Sportchef Spycher

«Es werden sicher noch zwei, drei Spieler zu uns stossen»

YB-Sportchef Christoph Spycher arbeitet auf Hochtouren am Berner Kader für die neue Saison. Bereits da sind Marvin Spielmann und Rückkehrer Nicolas Bürgy. Sie äussern sich im Video zum Trainingsauftakt.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 77059.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 13. Juli 2019, 10:52 
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Meistermacher Christoph Spycher:

«Ich bin nicht mit YB verheiratet»

Christoph Spycher hat bei YB die Quadratur des Kreises geschafft. Das Team ist günstiger, jünger und trotzdem erfolgreicher als früher. Im Interview spricht er über den Umbruch im Team, den Frauenstreiktag und er beantwortet die Frage, ob die Berner den FC Basel bereits abgehängt haben.

Kurze Hosen und Polo-Shirt – Freizeitlook. Aber Christoph Spycher, 41, seit bald drei Jahren Sportchef bei Meister YB, ist nicht der Typ Sonnyboy, der unbekümmert durchs Leben geht. Spycher war nie ein «Plagöri», sondern schon als Spieler ernsthaft und arbeitsam. Alles andere würde auch nicht zu seiner Biografie passen. Nie in einer Junioren-Nationalmannschaft gespielt, spät erst Profi geworden, weil er das Gymnasium abschliessen wollte. Er bestellt ein Chinotto und sagt: «Legen Sie los.»

Wann waren Sie letztmals emotional aufgewühlt?

Christoph Spycher: Berührt war ich vor wenigen Wochen, als mein älterer Sohn bei einem Schulkonzert mitgesungen hat. Es war wunderschön, sensationell. Fussballerisch war ich am letzten Spieltag emotional sehr berührt, als sich Steve von Bergen aber auch andere Spieler verabschiedet haben.

Sind Tränen geflossen?

Beim letzten Spiel hatte ich tatsächlich feuchte Augen.

Fussball reisst selbst die Hartgesottensten in den Strudel der Emotionen.

Ja, und manchmal ist das nicht erklärbar. Man erlebt alles in einer unglaublich intensiven Form. Das ist kaum vergleichbar mit dem normalen Leben.


Als Sportchef wird von Ihnen auch gefordert, emotional das Ganze auszubalancieren. Wie schwierig ist das?

Eigentlich ist es nicht so schwer. Als wir letztes Jahr nach langer Zeit vor dem Titelgewinn standen, fragte ich mich: Wie wird das für mich? Werde ich wie früher als Spieler total losgelöst feiern? Nein, es wurde anders. Es waren emotionale Momente, aber aus einer etwas zurückversetzten Position. Das ist richtig und soll auch so sein. Die Plattform gehört den Spielern, die dürfen sich in solchen Momenten verhalten wie Kinder. Ich hatte gar nicht das Bedürfnis, mit der Champagnerflasche rumzuspritzen.

Ist das einer Déformation professionelle geschuldet?

Nein. Ich spürte eine tiefe innere Zufriedenheit. Dieser musste ich nicht auf extrovertierte Art Luft verschaffen. Ich hatte das Bedürfnis, allen Beteiligten danke zu sagen aber nicht so ausfällig wie möglich zu tun.

Ihr Vorgänger Fredy Bickel sagte, Sie hätten es viel besser gemacht als er, in dem Sie von Beginn weg gegenüber dem Verwaltungsrat resolut die Grenzen abgesteckt und Ihre Kompetenzen definiert haben. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Sie ein Newcomer waren.

Ich hatte vor knapp drei Jahren nicht den Wunsch, Sportchef zu werden. Sicher, es ist ein spannender Job, den ich mir für später vorstellen konnte, aber nicht zu jenem Zeitpunkt. Ich habe in knapp 20 Jahren viele Dinge im Fussball mitbekommen. Diese Erfahrungen halfen, um mir zurechtzulegen, wie der Sportchef-Job sein sollte, damit es für mich, aber auch für den Klub passt. Man muss sehen: Dass ich den Job angenommen habe, war nicht nur meinerseits ein grosses Commitment, sondern auch von meiner Familie. Denn mein Leben verläuft wieder ganz anders als in meiner vorherigen Funktion als Talentmanager. Und dann will ich schon die aus meiner Sicht besten Voraussetzungen haben, damit ich möglichst erfolgreich arbeiten kann.

Sprich, dass sich der Verwaltungsrat nicht in den operativen sportlichen Bereich einmischt.

Sobald ein Entscheid eine gewisse finanzielle Tragweite hat, muss er vom Verwaltungsrat abgesegnet werden. Er hat also eine wichtige Kontrollfunktion. Aber ich wusste, dass es eine arbeitsintensive Zeit würde. Und da brauche ich mit meinem Team die Kompetenzen, um Entscheidungen zu fällen.

Erstaunlich ist, dass Ihre Entscheidungen wie beispielsweise die Wahl für den relativ unerfahrenen Gerardo Seoane als Nachfolger von Trainer Adi Hütter perfekt aufgehen.

Es sieht jetzt vielleicht nach rosaroter YB-Welt aus. Aber glauben Sie mir: Ich bin viel zu lange im Geschäft, um es so wahrzunehmen. Wir versuchen einfach, sachlich fundiert zu entscheiden und eine möglichst breit abgestützte Meinungsfindung zu erreichen. Sicher: Ein Anforderungskriterium an den neuen Trainer lautete: Er muss die englischen Wochen mit Europacupspielen meistern können. Diesen Punkt konnte Seoane gar nicht erfüllen. Aber keiner unserer Kandidaten konnte alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen. In allen anderen Punkten hat uns Seoane begeistert. Wir waren uns sicher, dass er zu YB passt. Grundsätzlich versuchen wir, uns nicht zu sehr von der Öffentlichkeit beeinflussen zu lassen. Wir brauchen keine Entscheidungen, die in der Öffentlichkeit für Jubelsprünge sorgen.

Kann man nach dem zweiten Meistertitel in Folge von einer Wachablösung sprechen?

Der FC Basel hat in der Vergangenheit einen super Job gemacht und kam dadurch auch wirtschaftlich auf ein höheres Level. Natürlich hat uns die letzte Saison mit der Qualifikation für die Champions League geholfen, eine gute Planung für die mittelfristige Zukunft zu machen. Aber man kann nicht vergleichen. Der Weg in die Champions League ist beschwerlicher geworden. Deshalb können wir nicht sagen, wir schlagen nun den gleichen Weg ein wie damals der FC Basel. Wir gehen unseren YB-Weg weiter. Deshalb reden wir nicht von Wachablösung.

Vor einigen Monaten hätten Sie sich wohl zurückhaltender geäussert.

Man muss beachten: In den letzten zwei Jahren haben wir überperformt.

Sportlich?

Ja. Wir müssen uns einzig darauf konzentrieren, dass wir das wieder hinkriegen.

Neuerdings veröffentlicht YB die Zahlen. Im letzten Geschäftsjahr resultierten ein Umsatz von 80 und ein Gewinn von 17 Millionen Franken. Fliesst ein Teil des Gewinns zurück zur Besitzerfamilie Rihs, die jahrelang die Löcher gestopft hat?

Dazu geben wir keinen Kommentar ab. Fakt ist, dass wir in den nächsten Jahren unabhängig von der Familie Rihs funktionieren wollen. Um das zu erreichen, werden wir weiterhin abhängig sein von zwei Geschäftsfeldern: Transfererlöse und Einnahmen aus dem europäischen Klubwettbewerb. Es geht jetzt auch darum, Reserven zu schaffen, wenn es mal in einer Saison nicht wunschgemäss läuft.

Gibt es eine Vorgabe betreffend Transfererlöse?

Nein. Wir budgetieren zwar. Aber einen volatileren Budgetposten als Transfers gibt es nicht. Deshalb gehen wir da sehr defensiv vor.

Sie haben kürzlich gesagt, Sie würden bedauern, dass sich kaum europäische Top-Klubs mit Super-League-Spielern beschäftigen würden. Ist es nicht logisch, dass Manchester City eher Spieler aus der 1. Bundesliga rekrutiert?

Klar, ein Wechsel von YB zu Manchester City erachte ich als unrealistisch. Aber mir ging es bei dieser Aussage weniger um die Top-Top-Klubs, sondern jene Klubs eine Stufe darunter. Ich weiss zum Beispiel, dass Dortmund heute bereut, Denis Zakaria (wechselte zu Mönchengladbach; die Red.) nicht verpflichtet zu haben. Es ist halt so, dass Sportchefs teilweise auch politisch agieren müssen. Insbesondere, wenn sie unter Druck stehen. Dann fragen sie sich: Welche Angriffsfläche biete ich, wenn ich einen Spieler von YB verpflichte? Und dann holt man eben keinen Spieler von YB. Es kann jedenfalls nicht sein, dass YB-Spieler nur zu Klubs aus dem hinteren Drittel der Top-Ligen wechseln.

Djibril Sow wechselt zu Ihrem Ex-Klub Frankfurt. Trotz der guten zwei letzten Saisons zählt die Eintracht noch nicht zur Beletage der Bundesliga. Ist nun Frankfurt eine adäquate Adresse für Sow?

Sow und Frankfurt, das wird passen. Von Sows fussballerischen und menschlichen Qualitäten bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Man darf sich auch nicht darauf versteifen, in dem man sagt, wir verkaufen den Spieler nur einem der Top-3-Klubs aus Deutschland. Es gibt verschiedene Modelle, wie wir auf den Transfererlös kommen, den wir uns vorstellen. Zu den reichen Premier-League-Klubs kann man auch über Umwege gelangen. Entscheidend ist, dass wir auch dann partizipieren.

Sie mussten sich lange gegen den Ruf des Discounters wehren.

Wobei uns der Wechsel von Zakaria schon geholfen hat. Zudem haben wir klar kommuniziert, dass wir nur Qualitäts-Transfers wollen. Wir haben keine Lust, jedes Jahr acht Spieler zu verlieren.

Das bedingt auch, dass der Spieler die Geduld aufbringt, bis es mit dem Qualitäts-Transfer klappt.

Das ist klar. Es gibt zwei Sachen: Der Spieler muss verstehen, wo er ist.

Wo ist er denn?

Spieler bei YB, einem Klub, wo er ein sehr professionelles Umfeld vorfindet, wo er wachsen kann, wo er vor einer grossen Kulisse spielen kann. Das ist nicht das Schlechteste. Die Realität im Ausland kann bisweilen ernüchternd sein. Und nicht jeder Ausland-Transfer ist ein Gewinn für den Spieler. Zudem ist es auch für den Spieler ein Vorteil, wenn er einen Qualitäts-Transfer macht. Als Discount-Spieler wirst du vielleicht für zwei Millionen verpflichtet, dann wechselt der Trainer und du bist auf dem Papier fast nichts mehr wert. Aber wenn ein Spieler wie Zakaria in Gladbach nicht mehr aufgestellt wird, hat der Trainer irgendwann ein Problem, weil das Investment schwer wiegt.

Bei zwei Millionen reden Sie von Discount-Transfer. Für wie viel Geld haben Sie 2005 von GC zu Frankfurt gewechselt?

(lacht) Nicht der Rede wert.

Weniger als zwei Millionen?

Sehr viel weniger. Ich habe eine sehr tiefe Ausstiegsklausel im Vertrag festschreiben lassen, weil ich bei GC wegen finanzieller Engpässe auf Geld verzichten musste.

Wie war es als billiger Schweizer in Frankfurt?

Ich war von Beginn weg als Stammspieler vorgesehen. Ausserdem wollte Frankfurt mich schon im Jahr zuvor verpflichten. Aber klar, ich musste mir das Standing erarbeiten. Es herrschte schon damals ein Verdrängungskampf. Einen Zusammenhalt und eine Herzlichkeit, wie wir das heute bei YB in der Kabine haben, gibt es in der Bundesliga kaum, weil dort die Ellbogen viel stärker ausgefahren werden.

Denken Sie, als Spieler die Wertschätzung erhalten zu haben, die Sie verdienten?

Ich denke schon. Fast überall, wo ich gespielt habe, war ich entweder Captain oder Vize. Jeder Trainer hat schnell erkannt, wie wichtig ich für die Mannschaft sein kann. Eine meiner grössten Stärken war, dass ich die Spieler um mich herum stärker gemacht habe.

Trotzdem mussten Sie in der Nationalmannschaft immer wieder hintenanstehen.

Die Nationalmannschaft war häufig ein Wechselbad der Gefühle für mich. Es gibt immer Momente, in denen man sich ungerecht behandelt fühlt. Wenn man als Fussballer nicht damit umgehen kann, hat man verloren. Im Nationalteam sass ich zwar hin und wieder auf der Bank, aber im Klub habe ich immer gespielt.

Fehlte es Ihnen am Ego?

Das glaube ich nicht. Ich habe zwar nie Ansprüche gestellt wie: Entweder spiele ich oder ich bin weg. Aber ich habe dem Trainer schon gesagt, wenn ich spürte, dass etwas in die falsche Richtung lief. Gewiss bin ich kein Egozentriker, weil ich schlicht viel Respekt vor dem Teamgedanken habe.

Stimmt es, dass Sie als Junior bei einem YB-Probetraining mal für zu schlecht befunden wurden?

Nein, das ist nicht ganz richtig. Mit YB hatte ich eine spezielle Beziehung. Nach zwei Jahren in der 1. Liga bei Bümpliz, sagte ich Münsingen zu. Ebenfalls 1. Liga, aber ein Spitzenklub. Just zu diesem Zeitpunkt war YB interessiert an mir. Doch sie wollten mich für den Nachwuchs, nicht für die 1. Mannschaft.

Wie alt waren Sie?

18. Ich sah nicht ein, warum ich im Nachwuchs spielen sollte, weil es im Unterschied zur 1. Liga eher ein Rückschritt gewesen wäre. In Münsingen war Kurt Feuz, ehemaliger YB-Spieler, mein Trainer. Und er machte YB immer wieder auf mich aufmerksam. Aber YB hat damals geschlafen (lacht) und so habe ich eben in Luzern unterschrieben, weil mich der damalige Trainer Andy Egli unbedingt wollte.

Matur und danach Fussballprofi wie Sie das gemacht haben – ist das heute noch möglich?

Ja, aber nicht auf die konventionelle Art, wie ich das gemacht habe. Sondern nur mit einem Modell, das auf den Sport abgestimmt ist. Ich habe damals lediglich drei- bis viermal pro Woche trainiert.

Ab wann dachten Sie an eine Profikarriere?

Lange war das ganz weit weg für mich. Erst, als ich nach dem ersten Jahr in Münsingen ein Angebot von Lausanne erhielt, begann ich mich damit auseinanderzusetzen. Davor dachte ich: Vielleicht reichts mal für die NLB, damit könnte ich mir das Studium finanzieren.

Haben Sie sich nach dem Rücktritt überlegt, ganz aus dem Fussball auszusteigen?

Ich war in der privilegierten Lage, dass ich nicht gleich wieder arbeiten musste, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich hab mich schwer getan. Habe mich auch damit auseinandergesetzt, an die Uni zu gehen und den Bachelor in Wirtschaft zu machen. Und dann kam ich zum Schluss: Das wäre eher ein Hinterherrennen nach einem Diplom. Also entschied ich mich für den unkonventionellen Weg.

Aber es gibt familienfreundlichere Jobs als jener des Sportchefs.

Absolut. Ich weiss nicht, ob es das ist, was ich die nächsten 20 Jahre machen will.

Bald sind Schulferien und Sie werden nicht mit Ihrer Familie verreisen können.

Ich war die letzten zwei Jahre tatsächlich in den Sommerferien weg, musste jeweils aber zwischendurch mal beruflich nach Hause fliegen. Diesen Sommer versuche ich, mich immerhin für drei, vier Tage rauszunehmen. Klar, wenn meine Frau, mit der ich seit der Gymi-Zeit zusammen bin, das nicht mittragen würde, ginge es nicht. Und für meine beiden Buben gibt es fast nichts Aufregenderes als ein YB-Heimspiel.

Nahm Ihre Frau am Frauenstreiktag teil?

Ja, sie war in der Stadt.

Der Fussball kennt keine Pausen mehr. Irgendwo auf der Welt findet immer gerade ein Spiel statt. Wie viel Fussball gucken Sie?

Es ist unterschiedlich. Ich muss nicht jedes Spiel sehen. Wenn ich pro Woche drei Champions-League, zwei Super-League-Spiele und noch ein weiteres gucke, bliebe ja kaum mehr Zeit für die Familie.

Sie benutzen keine Social Media – weil ihr Geltungsdrang nicht so stark ist?

Das Handy ist eh schon ein enger Begleiter. Da bin ich auch mal froh, einen Moment für mich zu geniessen. Und dann muss ich diesen Moment auch nicht mit der ganzen Welt, sondern nur mit den Menschen teilen, die bei mir sind.

Hätten Sie das Angebot als Nati-Manager angenommen, könnten Sie bedenkenlos mit Ihrer Familie einige Wochen Sommerurlaub machen.

Es war ein Entscheid für YB, für das super Team, das wir hier haben. Was nicht bedeutet, dass wir auf ewig auf der rosaroten Wolke schweben werden. Nein, es werden auch wieder schwierigere Phasen kommen. Aber ich will meine Arbeit bei YB weitermachen. Auch wenn mich das Nati-Angebot ehrte: Ich kann YB jetzt nicht verlassen.

Präsident Hanspeter Kienberger bezeichnet Sie als «Fahnenträger der Young Boys» – das verpflichtet. Da sagt man nicht beiläufig mal Tschüss.

Der Moment wird irgendwann kommen, Tschüss zu sagen. Ich bin ja nicht mit YB verheiratet. Und YB hängt auch nicht von mir ab. Irgendwann braucht der Klub vielleicht neue Impulse um zu wachsen. Und dann kann man im Guten Tschüss sagen. Aber nicht jetzt.

Stimmt es, dass Sie nach Ihrem letzten Auftritt als Spieler zu den Fans gegangen sind und ihnen versprochen haben, alles dafür zu tun, dass es mit einem Titelgewinn klappen würde?

Ja. Als ich 2010 von Frankfurt zu YB wechselte, fragte mich mein Berater: «Warum tust du das? Du bist Captain in Frankfurt, verdienst gut und könntest nochmal für zwei Jahre unterschreiben.» Ich hatte damals das Gefühl, YB sei auf einem guten Weg. Und ich hatte diesen Traum, mit YB einen Titel zu gewinnen. Leider ist es anders gekommen, leider wurde es turbulent. Ich war erst zwei Monate bei YB, da wurde Geschäftsführer Stefan Niedermaier entlassen. Und erst in meinem vierten und letzten Jahr wurde während der Saison der Trainer nicht entlassen. Es hat mich gewurmt, dass wir es nicht geschafft haben, den Titel zu gewinnen. Und dass Leute in Bern das Verliererimage kultiviert haben, hat mich wahnsinnig gestört.

Trotzdem: Grosse Worte eines Mannes, der sonst kein Lautsprecher ist.

Meine Ambitionen waren schon immer maximal hoch. Egal ob mit GC gegen Porto oder mit Frankfurt gegen Bayern München: Ich ging immer auf den Platz, um zu gewinnen. YB als Spitzenklub der Schweiz muss die Ambition haben, nach dem Höchsten zu streben.


Christoph Spycher

Er wuchs in Oberscherli in der Gemeinde Köniz auf. Bis 21 spielte er eher hobbymässig in der 1. Liga für Bümpliz und Münsingen. Daneben machte er die Matura. Es ist dem damaligen Luzern-Trainer Andy Egli zu verdanken, dass Spycher den Weg in den Profifussball fand. Später lief der Defensivspieler für GC (Meister 2003), Eintracht Frankfurt und die Young Boys auf. Ausserdem kam Spycher zu 47 Einsätzen in der Nationalmannschaft. Seit er im September 2016 den Job als Sportchef übernahm, befinden sich die Young Boys im Steigflug. Spycher ist verheiratet, hat zwei schulpflichtige Buben und wohnt in der Region Bern.


https://www.luzernerzeitung.ch/sport/me ... ld.1134812

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 Beitrag Verfasst: Montag 12. August 2019, 11:23 
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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 12. August 2019, 19:29 
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Spycher: «Habe kein Problem damit, wenn die Resultate mal nicht stimmen»

Trotz grossem Umbruch steht YB auch in dieser Saison nach dem vierten Spieltag an der Spitze der Super-League-Tabelle. Sportchef Christoph Spycher erklärt im Teleclub Fussball-Talk «Heimspiel», wie das möglich ist und warum seine Spieler ohne Druck spielen können.

Der FC St. Gallen schafft am Samstag, was in den vergangenen zwei Jahren keine Mannschaft geschafft hat: Er kann gegen YB einen 0:2-Rückstand aufholen. Am Ende jubeln dennoch die Berner über einen 3:2-Sieg. Und so grüsst YB als einziges noch ungeschlagenes Team auch nach dem vierten Spieltag von der Tabellenspitze.

Dass die Young Boys auch in dieser Saison der Top-Favorit auf den Meistertitel sind, daran hatte kaum jemand Zweifel. Und trotzdem war nicht zu erwarten, dass die Berner schon von Beginn weg solch eine Konstanz an den Tag legen können, nachdem der Klub im Sommer einige wichtige Spieler verloren hat. Steve von Bergen, Kevin Mbabu, Djibril Sow und Loris Benito haben den Meister unter anderen verlassen.

Dazu kommt viel Verletzungspech: Mit Ali Camara, Miralem Sulejmani, Christian Fassnacht, Sandro Lauper und Guillaume Hoarau fehlen fünf potenzielle Stammspieler verletzt. Dennoch haben die Berner noch genug Qualität in ihren Reihen, um auch dezimiert gegen die Gegner in der Liga bestehen zu können. Zu verdanken ist dies auch Sportchef Christoph Spycher, der im Sommer scheinbar die richtigen Verstärkungen gefunden hat: Fabian Lustenberger, Saidy Janko, Cédric Zesiger, Vincent Sierro, Marvin Spielmann und Christopher Martins haben bisher allesamt einen positiven Eindruck hinterlassen.

Spycher sagt, er habe «grossen Respekt» vor der Arbeit von Trainer Gerardo Seoane und seinem Team in den letzten Wochen. «Wir haben einen grossen Umbruch gehabt. Wenn wir unsere Meistermannschaft vor zwei Jahren anschauen, sehen wir, dass uns momentan praktisch das gesamte Team von damals fehlt: Hoarau, Sulejmani und Fassnacht sind verletzt, die zwei defensiven Mittelfeldspieler und die Viererkette sind weg. Aber wenn ich sehe, wie die Truppe in den ersten Wochen schon zusammengewachsen ist, macht mich das nur glücklich», so der Sportchef.

Spychers Erfolgsrezept: Kein Druck, aber viel Vertrauen

Dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Meisterteam nach einem grossen Umbruch so gut funktioniert, weiss auch Spycher. Und deshalb war bei ihm die Erwartungshaltung eigentlich gar nicht so gross. «Jedem Normalsterblichen muss klar sein, dass ein Spieler, den man für eine Million holt, nicht so gut ist wie der Spieler, den man für zehn Millionen verkauft hat. Man muss das Potenzial sehen, und der Verein muss so funktionieren, dass sich der Spieler entwickeln kann.»

Spycher meint, dass er nicht unzufrieden wäre, wenn YB in der Tabelle aktuell nicht zuoberst stehen würde. «Wir haben keine Probleme, wenn die Resultate mal nicht stimmen. Wir wollen einfach sehen, dass unsere Spieler immer bereit sind, alles zu geben und von Woche zu Woche besser werden wollen. Solange werden sie von uns jegliche Unterstützung bekommen», sagt er.

Dass der Druck nicht so hoch ist wie bei anderen Teams, die erfolgreich Fussball spielen wollen, sieht Rolf Fringer als Schlüssel zum Erfolg bei den Young Boys. «Das sind psychologische Nuancen, die wichtig sind, damit es mir als Spieler oder Staffmitglied wohl ist im Verein. Das ist ein entscheidendes Detail», so der Teleclub-Experte.

Andreas Böni, Fussball-Chef beim «Blick», hebt ebenfalls die Qualitäten von Spycher als Sportchef heraus. «Ich habe das Gefühl, Christoph spricht ganz gut mit den Spielern und ihren Beratern. Sie wissen genau, wann sie gehen dürfen, und niemand verlässt den Verein mit bösem Blut», so Böni. Dies sei eine unglaubliche Leistung, gerade bei all diesen Eitelkeiten, welche die Transferzeit jeweils mit sich bringt. «Bei Basel hat man gesehen: Ajeti will weg und darf gehen, bei YB gibt es klare Absprachen, wie der Verein den Plan mit dem Spieler sieht und so wird dann auch kommuniziert.»

Dass es bei YB so gut läuft, ist mit Blick auf die Jahre vor Spychers Amtsübernahme nicht selbstverständlich. Die Berner wurden als Verliererverein angesehen, weil sie es trotz vieler Ausgaben nie geschafft hatten, Titel zu gewinnen. Spycher begründet die positive Entwicklung unter seiner Führung mit der Ruhe, die er in den Verein bringen konnte.

«Als ich 2010 zum Ende meiner Karriere als Spieler hierhin kam, war YB eigentlich schon auf einem guten Weg. Aber erst im vierten Jahr hat mal ein Trainer die Saison beenden können, und auch in der Führung gab es immer wieder Wechsel», erinnert sich der Sportchef. Dies habe er nicht immer gut gefunden und so dann auch gemerkt, dass es Ruhe und Vertrauen braucht, um erfolgreich arbeiten zu können.

Spycher: «Wichtig ist, wie wir die Spieler entwickeln und die Mannschaft begleiten können. Wie können wir eine Einheit bilden, die von Woche zu Woche besser wird? Dass die eine Abteilung Druck auf die andere ausübt, wird es bei mir niemals geben.»


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 85993.html

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 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. August 2019, 19:49 
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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. September 2019, 22:50 
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Der YB-Erfolgsmacher und sein Coach werden nicht ein Leben lang bei den Bernern bleiben

YB-Sportchef Spycher bestätigt: "Seoane hatte reizvolle Angebote aus der Bundesliga"

Christoph Spycher gilt als der Baumeister des aktuellen YB-Erfolgs. Als er damals als Sportchef bei den Bernern einstieg, kam auch gleich der Erfolg. Sein Vertrag läuft noch bis 2022 und bereits jetzt kündigte er gegenüber dem kicker an, den Klub eines Tages zu verlassen.

"Ich werde kaum bis ans Karriereende beim selben Verein bleiben", hat Spycher gesagt. Gleichzeitig hat er jedoch auch betont, dass es derzeit noch keinen Grund gebe, den Verein vorzeitig verlassen zu wollen. Schliesslich hat er mit dem Schweizer Meister noch einiges vor: "Unsere Arbeit ist nicht beendet, wir wollen den Klub nachhaltig auf solide Beine stellen. Das ist ein spannendes Projekt."

Ob Spycher selbst bereits ausländische Angebote vorliegen hatte, teilte er nicht mit. Dafür bestätigte er, dass YB-Coach Gerardo Seoane in Deutschland grosses Interesse geweckt hatte. "Unser Trainer Seoane hatte reizvolle Offerten aus der Bundesliga, aber er sah nach erst einem Jahr bei uns noch nicht den Zeitpunkt gekommen, um in eine grössere Liga zu wechseln." Um welche Vereine es sich genau handelte, sagte Spycher jedoch nicht. In den Medien wurde jedoch immer wieder Interesse von Gladbach und Hertha berichtet. Der Vertrag von Seoane bei YB läuft noch bis 2021 und auch bei ihm ist wohl klar, dass er nicht mehr ewig YB-Coach bleiben wird...


https://sport.ch/superleague/403284/yb- ... bundesliga

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Sonntag 29. September 2019, 19:23 
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YB-Sportchef Spycher klagt wegen der vielen Verletzten an

«Unsere Spieler werden zu wenig geschützt»

Acht verletzte potenzielle Stammspieler. Da lupft es Christoph Spycher den Hut. «Unsere Spieler werden zu wenig geschützt», sagt der YB-Sportchef.

Nein, im Spitzenspiel gegen Sion ist die Verletztenliste von YB nicht noch grösser geworden. Oder doch? Guillaume Hoarau trabt nach 72 Minuten vom Feld. Angeschlagen. Ein Schlag. «Ich hoffe nichts Ernstes», sagt AirFrance danach. Er hat die Schnauze voll von den vielen Verletzungen zuletzt.

Wie auch Spycher. «Es gibt natürlich verschiedene Geschichten zu diesen Verletzungen», sagt der immer besonnene Berner. «Zum einen ist es sicher Pech. Zum anderen ist es aber auch so, dass der eine oder andere Spieler von uns zu wenig geschützt wird. Das ist sicher auch ein Thema. Wir werden relativ hart angegangen. Manchmal habe ich das Gefühl auch über die Limite hinaus. Da erwarte ich, dass unsere Spieler geschützt werden. Das ist ärgerlich, wenn man dann noch Spieler durch Fouls verliert, durch übermässig hartes Eisteigen.»

Eine klare Anklage. Gezielt platziert. An die Gegner von YB. An die Schiedsrichter. Wen meint Spycher denn konkret? Er nennt drei Beispiele:

- Das Foul von Babacar Dia, dem Verteidiger von Etoile Carouge im Cupspiel vom 20. August. Es gibt in der Folge weder Penalty noch eine Karte für das rücksichtlose Einsteigen des Genfers. Einfach Corner. Basta. Spielmann fällt seither mit einer Bänderverletzung am Sprunggelenk aus.
- Die Linie von Schiedsrichter Sandro Schärer im Spitzenkampf gegen Basel. Durch diese Linie der Toleranz, die Spycher als «keine nachvollziehbare Linie» bezeichnet, wurde das Spiel zwar flüssig und enorm intensiv. Allerdings war es ein Tanz auf der Rasierklinge. Schärer hatte Glück, dass es nicht ausartete. Vor allem, weil er drei zwingend fällige Gelbe Karten nicht zückte.
- Die Leistung von Schiedsrichter Fedayi San im zweiten Spitzenkampf gegen Sion. «Auch da hätte härter durchgegriffen werden müssen», findet Spycher.

Und weil YB acht Verletzte hat (Spielmann, Sulejmani, Sierro, Ngamaleu, Assalé, Camara, Lauper, Martins), sind Trainer Seoane die Hände gebunden. Er kann kaum rotieren. Und am Donnerstag kommen die Glasgow Rangers. Nicht eben der unphysischste Gegner auf diesem Planeten. Spycher: «Es ist ein Teufelskreis: Mit so vielen Abwesenden hat man weniger Möglichkeiten zu rotieren und Spielern Erholungspausen zu geben. So sind sie einem erhöhten Verletzungsrisiko ausgesetzt. Bei Nicolas Ngamaleu und Roger Assalé sind es genau solche Verletzungen.»

Trotz des Verletzungspech: YB wird nicht reagieren wie im August, als man von Köln Frederik Sörensen wegen der Verletzungen von Lauper und Camara holte. Spycher: «Wir könnten ja nur vertragslose Spieler holen. Davon sind wir nicht hundertprozentig überzeugt. Die nächsten Entscheide fallen im Winter.»

Immerhin: Ngamaleu und Assalé sind wieder voll im Training, wurden gegen Sion noch geschont, dürften aber am Donnerstag in der Europa League einsatzbereit sein.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 40847.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Dienstag 29. Oktober 2019, 01:40 
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"Veryoungboysen" - das war einmal. Christoph Spycher (Sportchef) zum Erfolgsgeheimnis des BSC Young Boys

Nach 8 Meistertiteln in Serie für den FC Basel, gelang es dem BSC Young Boys 2018 nach vielen Jahren wieder einmal den begehrten Meistertitel in die Bundeshauptstadt zu holen. 32 Jahre mussten sich die Berner gedulden. 2019 konnte YB den Titel bestätigen und verteidigen.

Nachdem die Berner in vergangenen Jahren oft sehr nahe dran waren, einen Fussball-Titel nach Bern zu holen, klappte es 2018 und dann auch noch in der letzten Saison 2018/2019. In den Vorjahren mussten die Berner noch 3mal in Serie mit dem Vizemeister-Titel vorliebnehmen (2014/15, 2015/16 und 2016/17). Nun stieg YB zurück auf den Meisterthron. 2 Meistertitel in Serie für den BSC Young Boys.

Der Erfolg der Berner wird vor allem auch in Verbindung gebracht mit dem Sportchef Christoph Spycher – er hat exzellente Arbeit geleistet bei den Stadtbernern. Seit Herbst 2016 steht Spycher als Sportchef bei YB unter Vertrag und somit in der Verantwortung. Dieser Verantwortung wurde er mehr als nur gerecht. Mit Spycher kehrte Ruhe und Stabilität in den Verein und nicht zuletzt waren es auch seine geschickten Transfers, welche die Young Boys zum Erfolg führten. «Es war und ist ein Erfolg eines grossen Teams», betont der YB Sportchef gegenüber neo1 in der Sportstory.

Er spricht in der Sportstory über die besonderen Herausforderungen seiner Arbeit und wie anspruchsvoll es ist, aus einer Multikulti-Truppe eine verschworene Einheit zu bilden. Ebenso beschreibt er, was aus seiner Sicht den YB Erfolg ausmacht und wo die Berner hinwollen. Von einer Wachablösung im Schweizer Fussball will Spycher aber nicht sprechen.

Der Sportchef von YB verrät uns auch, wie er es schafft, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen und in wie fern er davon profitiert, dass er als Spieler das Fussball-Business bestens kennengelernt hat. Christoph Spycher arbeitet sehr konsequent und will YB weiterhin in der Erfolgsspur halten, dabei aber finanziell gesund bleiben.

Ebenso kommt Marco Wölfli zu Wort. Der Torhüter, welcher YB sensationell zum ersten Titel 2018 führte, als Stammtorhüter David von Ballmoos verletzungsbedingt in der zweiten Phase der Saison 2017/18 passen musste. Seit 21 Jahren steht Wölfli in Diensten der Berner und er verrät, was aus seiner Sicht den YB Erfolg ausmachte und wo die Stärken des Vereins liegen.


https://www.neo1.ch/news/news/newsansic ... young.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 12. Dezember 2019, 17:55 
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EL-Showdown in Glasgow

Das sagt Spycher zum drohenden YB-Aus

Das Weiterkommen in Europa hängt für YB an einem seidenen Faden in der Kälte Schottlands. Doch was, wenn die Berner scheitern? Sportchef Christoph Spycher redet Klartext.

BLICK: YB hat das Ziel klar ausgegeben, europäisch überwintern zu wollen. Was würde es bedeuten, würde man scheitern?
Christoph Spycher: Das wäre eine Enttäuschung. Auch wenn wir wussten, dass es in dieser Gruppe nicht einfach werden würde. Bisher haben wir es aber gut gemacht. Und nun haben wir im letzten Spiel die Möglichkeit, das Ziel zu erreichen. Jetzt gilt es alle Energie auf den Platz zu bringen, damit das klappt. Nochmals: Es wäre eine Enttäuschung. Nicht mehr und nicht weniger.

Es wäre umso enttäuschender, weil man zwei Spieltage vor Schluss mit der Tabellenführung eine hervorragende Ausgangslage hatte.
Ja, aber wir wussten vom Spielplan her schon, dass am Schluss das Heimspiel gegen Porto warten würde, die nominell stärkste Mannschaft in dieser Gruppe. Und das Auswärtsspiel bei den heimstarken Rangers. Also zwei schwere Aufgaben. Aber wir haben ja alles noch in den eigenen Füssen.

Aber das europäische Scheitern wäre schon schlimmer als in der heimischen Liga nur auf Platz zwei zu überwintern. Das könnte man bereits im ersten Rückrundenspiel gegen Basel korrigieren. Europa hingegen wäre vorbei.Grundsätzlich will man immer das Maximum: Europäisch und in der Super League auf Platz eins überwintern. Aber es bedeutet nicht das Ende der Welt, sollte es nicht klappen. Es braucht nun die Mobilisierung der letzten Kraftreserven in den letzten zwei Spielen.

Hätte ein Scheitern in Glasgow irgendwelche Konsequenzen?
Wir werden kein Straflager durchführen... Es ist klar, dass es das Ziel ist. Doch wenn es nicht klappt, heisst es: sofort abhaken und weiter. Das war auch so, als wir in die Champions League wollten und dieses Ziel verpassten. Danach gings auch weiter. Das ist der Sport. Das ist der Fussball. Es geht immer weiter. Nicht europäisch, aber in der Meisterschaft, im Cup Wir hören ja nicht auf zu spielen. Aber nochmals: Wir wollen unbedingt weitere europäische Spiele. Deshalb wird die Mannschaft alles dafür geben.


Das meint BLICK Seoane unter Beobachtung

Ein Kommentar von BLICK-Fussballreporter Alain Kunz

Das lief ja alles wie geschmiert bislang in der jungen Trainerkarriere des Gerry Seoane. 
Ein halbes Jahr Luzern, in dem er den FCL vom Regen ans Sonnenlicht von Platz drei coachte.

Dann setzte er sich ins gemachte Hütter-Nest von YB und führte dessen Vorarbeit mit viel Fingerspitzengefühl fort, sodass die Saison im zweiten Titel in Folge endete und zur Spielzeit der Rekorde wurde.

Doch vor allem: Seoane führte YB in die Champions League. Und dort zum ersten Sieg, ausgerechnet gegen das grosse Juventus Turin. Das 0:4-Cup-Out ihn Luzern konnte da nur ein Kollateralschaden sein.

Doch nun ist der Umbruch da, der im Jahr eins nach Hütter noch nicht eingetreten war. Seoane muss diesen orchestrieren. Seine erste grosse Herausforderung. Prompt verpasste YB die Champions League ­gegen das mittelmässige Roter Stern Belgrad. In der Meisterschaft gabs zwei Klatschen ­gegen Servette und Basel, aber immerhin blieb YB Leader.

In der Europa League vermochte man die exzellente Ausgangslage zu Hause gegen Porto nicht zu nutzen, verlor seit über einem Jahr erstmals wieder im Stade de Suisse. Und nun das Endspiel ausgerechnet bei den heimstarken Rangers.

Es ist das erklärte Ziel des Vereins, international zu überwintern. Misslingt dies YB, wäre das eine grosse Enttäuschung. Seoane hätte die internatio­nalen Ziele in dieser Saison verpasst. Und stünde in Meisterschaft und Cup unter genauester Beobachtung.


https://www.blick.ch/sport/fussball/eur ... 61028.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 14. Dezember 2019, 13:57 
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YB-Sportchef Christoph Spycher: «Wir bewegten uns in einer Welt, die sich von der Realität entfernte»

Nach dem knappen Ausscheiden in der Europa League will der YB-Sportchef Christoph Spycher nicht über abwesendes Personal jammern. Er sagt, dass YB auch künftig kompromisslos jungen Spielern Vertrauen schenken werde.

Christoph Spycher, Ibrox-Stadion, britische Atmosphäre, 50000 Zuschauer und ein Kampfspiel gegen die Glasgow Rangers, das 1:1 endet und zum Schlusspunkt der europäischen YB-Reise wird. Was nimmt YB mit?

Uns gelang es in der ersten Halbzeit nicht, der gegnerischen Intensität entgegenzuhalten. Wir waren zu fehlerhaft und gerieten in Rückstand. Wir steigerten uns, glichen noch aus, müssen jetzt aber konstatieren: Wir waren in dieser starken Europa-League-Gruppe nahe dran, sind aber ausgeschieden. Die Enttäuschung ist gross.

Zeigt der Match in Glasgow exemplarisch, dass es für Schweizer Klubs auf internationaler Ebene nicht einfacher wird?

Für diese Schlussfolgerung müssen wir nicht Hellseher sein. Auf der anderen Seite spielte YB in Glasgow nicht in Bestbesetzung. Ich traue uns auch künftig zu, gegen Klubs wie die Rangers etwas herauszuholen. Den direkten Vergleich in zwei Spielen gewannen wir. Porto, Feyenoord und die Rangers operieren mit weit höheren Budgets als wir. Doch das fliesst nur am Rand in unsere Bewertung ein. Es zeigt sich jetzt, dass der Aufwand im letzten Halbjahr enorm Kraft kostete. Die Liste der Verletzten bleibt lang. Wir konnten im Team viel weniger rotieren als erhofft.

Beginnt man eigentlich zu grübeln, wenn die Verletztenliste immer länger wird?

Es wäre ein Fehler, wenn wir das nicht täten.

Eine Theorie ist, dass sich zum Beispiel Fabian Lustenberger zu viel auf die Schultern geladen hat.

Das lasse ich nicht gelten. Lustenberger hatte eine Bänderverletzung und hat jetzt eine starke Blutung, die operativ behandelt werden musste. Solche Verletzungen kann es im Fussball nach Zweikämpfen und Schlägen immer geben. Verletzungsgeschichten sind vielfältig. Wir haben Spieler wegen grober Fouls verloren. Einige sind anfälliger als andere, und es gibt Langzeitverletzte. Das bringt der Fussball mit sich.

Wäre YB in Bestbesetzung in der Eu­ropa League weitergekommen?

Das ist eine Hypothese, die uns nichts bringt. Wir jammerten nie und befassten uns nicht mit Dingen, die wir nicht beeinflussen können. Wir geben jungen Spielern das Vertrauen. Am Ende hat ein einziges Tor gefehlt.

YB setzt auf Junge, muss auf Junge setzen. Da ist eine verhängnisvolle Szenenfolge wie in der 30. Minute in Glasgow, die zum 0:1 führte, in Kauf zu nehmen.

Ja, junge Spieler dürfen Fehler machen. Wenn wir mit Jungen spielen, kann der eine oder andere zusätzliche Fehler die Folge sein. Zum Problem wird es erst, wenn man sich die Fehler dreimal nacheinander leistet.

2019 war wie 2018 ein aussergewöhnlich starkes YB-Jahr. Wie stark kann man sich dessen im Innern des Vereins bewusst sein?

Eines war letzte Saison immer klar: Wir bewegten uns in einer Welt, die sich von der Realität entfernte. Der Punktevorsprung war schon vor einem Jahr extrem. Das Paradoxe ist: Im Innern erlebten wir das nicht so, wir dachten nicht, dass wir über alles hinwegfliegen. Die Gefahren lauern immer im nächsten Spiel. Darin waren wir etwas gefangen. Die Leute im Umfeld gewöhnen sich daran, für sie ist es klar, dass alles so weitergehen muss. Aber die letzte Saison war eine Saison der Rekorde und kann nicht der Massstab sein.

Der Schnitt im Sommer 2019 ging tief.

Im Vergleich zum Saisonstart 2018/19 hatten wir die ganze Viererkette und die zwei Spieler auf der Sechser-Position zu ersetzen. Dazu kamen im offensiveren Bereich die Verletzten. Das Team wurde zwangsläufig umgestaltet und verjüngt. Das ist unser Weg, den wir kompromisslos weiterverfolgen.

Ist man sich eigentlich stets bewusst, wie einzigartig eine solche Team-Konstellation ist?

Viel muss zusammenstimmen. Wir zeigten gute Leistungen, und die Konkurrenz schwächelte. Trotz allen personellen Umwälzungen blieb uns der Spirit erhalten. Das ist nicht selbstverständlich und manifestiert sich in der Überzeugung, jedes Spiel noch drehen zu können.

Hatten Sie schon als Spieler solche Flugphasen erlebt?

Die gibt es immer wieder. Gleichzeitig muss man sich bewusst sein, dass es im Fussball schnell in alle Richtungen gehen kann. Sehr schnell.

Glück ist brüchig, die nächste Krise kommt bestimmt.

Es muss nicht gleich eine Krise sein. Eine schwierigere Phase ist näher, als man denkt. Aber das ist im emotionalen Fussballgeschäft nicht immer einfach verständlich zu machen.

Viel lief gut, zum Beispiel gab’s zuerst hinter dem Transfer Frederik Sörensens ein Fragezeichen, aber auch der ergab bald Sinn. Öffnet der YB-Sportchef immer die richtige Schublade?

Ich stelle mir immer wieder Fragen, was ich hätte besser machen können. Es gibt keine Spycher-Transfers. Wenn wir entscheiden, entscheiden wir im Gremium. Ich bin nicht allein und stütze mich auf Personen mit grossem Know-how. Anders geht das nicht. Wir können ­zusammen einen Personalentscheid ­fundiert treffen. Aber eine Garantie gibt’s nie.

Welchen Fehler hat die sportliche YB-Leitung gemacht?

Wir machen jeden Tag Fehler, jeder Mensch macht nicht immer alles richtig. Wichtig ist, dass man sich zwischendurch Zeit nimmt, um mit Abstand zurückzuschauen. Gleichzeitig sollte man nicht zu sehr in der Vergangenheit leben.

Guillaume Hoarau wird nicht jünger, Miralem Sulejmani ist dauerverletzt, und wenn Jean-Pierre Nsame weiter so viele Tore erzielt, wird er nicht zu halten sein. In der Personalabteilung bahnt sich eine grössere Baustelle an.

Ein Schweizer Team ist immer im Umbruch. An dieser Realität können wir nicht vorbeischauen, weil grosse Geldsummen in die Topligen gespült werden. Wir sind permanent auf der Baustelle, künftig wird das noch zunehmen. Doch wir haben Beispiele von früheren YB-Spielern, die zeigen, dass Auslandtransfers keine Selbstläufer sind und Karrieren ins Stocken geraten können.

Kevin Mbabu verliess die Schweiz zum richtigen Zeitpunkt. Aber selbst er startet nicht durch, weder im Nationalteam noch in Wolfsburg. Kann ein solches Beispiel in Personalgesprächen auf der YB-Baustelle helfen?

Wir wollen Spielern Perspektiven bieten, wie in den Fällen Zakaria, Sow oder Mbabu. Wir versuchen sie eng zu begleiten und ihnen einen Plan aufzuzeigen. Doch sie müssen wissen, dass im Ausland vieles ganz anders ist. Ich erlebte das selber als Spieler. Der Wind kann stark blasen. Im Ausland ist es mit der engen Betreuung oft schnell vorbei.

Rechnen Sie mit einem schnellen Abgang Nsames?

Ich nehme nicht an, dass wir nun gross umbauen müssen. Doch als Vertreter eines Schweizer Klubs muss man mit solchen Aussagen vorsichtig sein.

Wie geht es mit dem im März 36-jährigen YB-Rockstar Hoarau weiter?

Da ist keine Eile geboten. Jetzt bringen wir zuerst einmal das Jahr zu Ende. Und dann schauen wir mit ihm in aller Ruhe.

Welchen YB-Zeithorizont haben Sie sich selber gesetzt?

Ich gab Anfang Jahr ein YB-Bekenntnis ab und habe einen Vertrag bis 2022. Ich kann nicht von Spielern Loyalität verlangen und selber die erstbeste Türe öffnen. Das wäre unglaubwürdig.


Wie die Basler Europacup-Schminke abblättert

Steven Gerrard hat einen Legendenstatus. Dieser Tage führt der frühere Liverpool-Spieler den Glasgow Rangers FC ans Licht zurück. Wenn er spricht, hängen sie ihm in Glasgow an den Lippen. Die Rangers waren nach dem Zwangsabstieg 2012 jahrelang im Tunnel. Jetzt ist Gerrard da. Und mit ihm der Zweikampf gegen Celtic Glasgow und eine Europacup-Bilanz im Ibrox-Stadion, die sich diese Saison präsentieren lassen kann: 6 Siege, 1 Remis, 2 Gegentore.

Im Gegensatz zu YB geht’s für die soliden Schotten im Frühling in der K.-o.-Phase der Europa League weiter. «Nicht viele haben gedacht, dass wir uns in dieser Gruppe durchsetzen», sagt Gerrard am späten Donnerstagabend, «Porto und YB sind international viel erfahrener als wir.» Da hat der grosse Gerrard schlichtweg vergessen, die Statistik eingehend zu konsultieren. Die Aussage ist in Bezug auf YB falsch, aber es ist unter den Trainern beliebt, den Gegner stärker zu machen, als er ist.

Zuerst waren die Berner im Ibrox-Stadion so weit vom Exploit entfernt wie Gerrard von der Realität, am Ende fehlte ihnen gegen die wankenden Rangers nur noch ein Tor. Es passte letztlich ins gegenwärtige Bild, wie sich YB das Bein gleich selber stellte. Der Verteidiger Nicolas Bürgy leistete sich vor dem Gegentor einen Fehlpass, den sein Abwehrkollege Frederik Sörensen nicht auszubügeln vermochte. Vor einem Jahr besiegte YB in der Champions League Juventus Turin 2:1. Nur vier Spieler von der Formation von damals standen in Schottland zu Beginn auf dem Rasen. Allein daran ist abzulesen, wie wenig Erfahrung konserviert werden konnte.

Dass erfolgreiche Schweizer Klubs wegen Transfers destabilisiert werden, ist nicht neu und das Los jeder Ausbildungsliga. Dass dazu als Teamstützen vorgesehene Spieler wie der zentrale Abwehrspieler Mohamed Ali Camara (Schienbeinbruch), Fabian Lustenberger (mehrere Blessuren) und Miralem Sulejmani (Dauerpatient, im letzten Halbjahr total nur 84 Minuten gespielt) zum Teil länger pausieren müssen, ist nur im Extremfall zu kompensieren.

So vertreten einmal mehr die Basler im Frühling den Schweizer Klubfussball international. Da sie als Gruppensieger gesetzt sind, ist die Chance nicht klein, dass sie auf einen Gegner aus einem Verband treffen, der die Schweiz im Uefa-Ranking überholt hat. Es könnten auch die Bundesligisten Frankfurt, Leverkusen oder Wolfsburg sein. Oder die Rangers. Die internationalen Basler Erfolge waren für die Super League lange auch Blendwerk. Jetzt blättert die Schminke ab. Der Zugang zu den Uefa-Geldtöpfen wird immer schwieriger. (bir.)


https://www.nzz.ch/sport/yb-sportchef-c ... ld.1528527

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