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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 19. Juni 2019, 00:14 
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Zitat:
YB-Sportchef Spycher

«Es werden sicher noch zwei, drei Spieler zu uns stossen»

YB-Sportchef Christoph Spycher arbeitet auf Hochtouren am Berner Kader für die neue Saison. Bereits da sind Marvin Spielmann und Rückkehrer Nicolas Bürgy. Sie äussern sich im Video zum Trainingsauftakt.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 77059.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Samstag 13. Juli 2019, 10:52 
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Meistermacher Christoph Spycher:

«Ich bin nicht mit YB verheiratet»

Christoph Spycher hat bei YB die Quadratur des Kreises geschafft. Das Team ist günstiger, jünger und trotzdem erfolgreicher als früher. Im Interview spricht er über den Umbruch im Team, den Frauenstreiktag und er beantwortet die Frage, ob die Berner den FC Basel bereits abgehängt haben.

Kurze Hosen und Polo-Shirt – Freizeitlook. Aber Christoph Spycher, 41, seit bald drei Jahren Sportchef bei Meister YB, ist nicht der Typ Sonnyboy, der unbekümmert durchs Leben geht. Spycher war nie ein «Plagöri», sondern schon als Spieler ernsthaft und arbeitsam. Alles andere würde auch nicht zu seiner Biografie passen. Nie in einer Junioren-Nationalmannschaft gespielt, spät erst Profi geworden, weil er das Gymnasium abschliessen wollte. Er bestellt ein Chinotto und sagt: «Legen Sie los.»

Wann waren Sie letztmals emotional aufgewühlt?

Christoph Spycher: Berührt war ich vor wenigen Wochen, als mein älterer Sohn bei einem Schulkonzert mitgesungen hat. Es war wunderschön, sensationell. Fussballerisch war ich am letzten Spieltag emotional sehr berührt, als sich Steve von Bergen aber auch andere Spieler verabschiedet haben.

Sind Tränen geflossen?

Beim letzten Spiel hatte ich tatsächlich feuchte Augen.

Fussball reisst selbst die Hartgesottensten in den Strudel der Emotionen.

Ja, und manchmal ist das nicht erklärbar. Man erlebt alles in einer unglaublich intensiven Form. Das ist kaum vergleichbar mit dem normalen Leben.


Als Sportchef wird von Ihnen auch gefordert, emotional das Ganze auszubalancieren. Wie schwierig ist das?

Eigentlich ist es nicht so schwer. Als wir letztes Jahr nach langer Zeit vor dem Titelgewinn standen, fragte ich mich: Wie wird das für mich? Werde ich wie früher als Spieler total losgelöst feiern? Nein, es wurde anders. Es waren emotionale Momente, aber aus einer etwas zurückversetzten Position. Das ist richtig und soll auch so sein. Die Plattform gehört den Spielern, die dürfen sich in solchen Momenten verhalten wie Kinder. Ich hatte gar nicht das Bedürfnis, mit der Champagnerflasche rumzuspritzen.

Ist das einer Déformation professionelle geschuldet?

Nein. Ich spürte eine tiefe innere Zufriedenheit. Dieser musste ich nicht auf extrovertierte Art Luft verschaffen. Ich hatte das Bedürfnis, allen Beteiligten danke zu sagen aber nicht so ausfällig wie möglich zu tun.

Ihr Vorgänger Fredy Bickel sagte, Sie hätten es viel besser gemacht als er, in dem Sie von Beginn weg gegenüber dem Verwaltungsrat resolut die Grenzen abgesteckt und Ihre Kompetenzen definiert haben. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass Sie ein Newcomer waren.

Ich hatte vor knapp drei Jahren nicht den Wunsch, Sportchef zu werden. Sicher, es ist ein spannender Job, den ich mir für später vorstellen konnte, aber nicht zu jenem Zeitpunkt. Ich habe in knapp 20 Jahren viele Dinge im Fussball mitbekommen. Diese Erfahrungen halfen, um mir zurechtzulegen, wie der Sportchef-Job sein sollte, damit es für mich, aber auch für den Klub passt. Man muss sehen: Dass ich den Job angenommen habe, war nicht nur meinerseits ein grosses Commitment, sondern auch von meiner Familie. Denn mein Leben verläuft wieder ganz anders als in meiner vorherigen Funktion als Talentmanager. Und dann will ich schon die aus meiner Sicht besten Voraussetzungen haben, damit ich möglichst erfolgreich arbeiten kann.

Sprich, dass sich der Verwaltungsrat nicht in den operativen sportlichen Bereich einmischt.

Sobald ein Entscheid eine gewisse finanzielle Tragweite hat, muss er vom Verwaltungsrat abgesegnet werden. Er hat also eine wichtige Kontrollfunktion. Aber ich wusste, dass es eine arbeitsintensive Zeit würde. Und da brauche ich mit meinem Team die Kompetenzen, um Entscheidungen zu fällen.

Erstaunlich ist, dass Ihre Entscheidungen wie beispielsweise die Wahl für den relativ unerfahrenen Gerardo Seoane als Nachfolger von Trainer Adi Hütter perfekt aufgehen.

Es sieht jetzt vielleicht nach rosaroter YB-Welt aus. Aber glauben Sie mir: Ich bin viel zu lange im Geschäft, um es so wahrzunehmen. Wir versuchen einfach, sachlich fundiert zu entscheiden und eine möglichst breit abgestützte Meinungsfindung zu erreichen. Sicher: Ein Anforderungskriterium an den neuen Trainer lautete: Er muss die englischen Wochen mit Europacupspielen meistern können. Diesen Punkt konnte Seoane gar nicht erfüllen. Aber keiner unserer Kandidaten konnte alle Anforderungen zu 100 Prozent erfüllen. In allen anderen Punkten hat uns Seoane begeistert. Wir waren uns sicher, dass er zu YB passt. Grundsätzlich versuchen wir, uns nicht zu sehr von der Öffentlichkeit beeinflussen zu lassen. Wir brauchen keine Entscheidungen, die in der Öffentlichkeit für Jubelsprünge sorgen.

Kann man nach dem zweiten Meistertitel in Folge von einer Wachablösung sprechen?

Der FC Basel hat in der Vergangenheit einen super Job gemacht und kam dadurch auch wirtschaftlich auf ein höheres Level. Natürlich hat uns die letzte Saison mit der Qualifikation für die Champions League geholfen, eine gute Planung für die mittelfristige Zukunft zu machen. Aber man kann nicht vergleichen. Der Weg in die Champions League ist beschwerlicher geworden. Deshalb können wir nicht sagen, wir schlagen nun den gleichen Weg ein wie damals der FC Basel. Wir gehen unseren YB-Weg weiter. Deshalb reden wir nicht von Wachablösung.

Vor einigen Monaten hätten Sie sich wohl zurückhaltender geäussert.

Man muss beachten: In den letzten zwei Jahren haben wir überperformt.

Sportlich?

Ja. Wir müssen uns einzig darauf konzentrieren, dass wir das wieder hinkriegen.

Neuerdings veröffentlicht YB die Zahlen. Im letzten Geschäftsjahr resultierten ein Umsatz von 80 und ein Gewinn von 17 Millionen Franken. Fliesst ein Teil des Gewinns zurück zur Besitzerfamilie Rihs, die jahrelang die Löcher gestopft hat?

Dazu geben wir keinen Kommentar ab. Fakt ist, dass wir in den nächsten Jahren unabhängig von der Familie Rihs funktionieren wollen. Um das zu erreichen, werden wir weiterhin abhängig sein von zwei Geschäftsfeldern: Transfererlöse und Einnahmen aus dem europäischen Klubwettbewerb. Es geht jetzt auch darum, Reserven zu schaffen, wenn es mal in einer Saison nicht wunschgemäss läuft.

Gibt es eine Vorgabe betreffend Transfererlöse?

Nein. Wir budgetieren zwar. Aber einen volatileren Budgetposten als Transfers gibt es nicht. Deshalb gehen wir da sehr defensiv vor.

Sie haben kürzlich gesagt, Sie würden bedauern, dass sich kaum europäische Top-Klubs mit Super-League-Spielern beschäftigen würden. Ist es nicht logisch, dass Manchester City eher Spieler aus der 1. Bundesliga rekrutiert?

Klar, ein Wechsel von YB zu Manchester City erachte ich als unrealistisch. Aber mir ging es bei dieser Aussage weniger um die Top-Top-Klubs, sondern jene Klubs eine Stufe darunter. Ich weiss zum Beispiel, dass Dortmund heute bereut, Denis Zakaria (wechselte zu Mönchengladbach; die Red.) nicht verpflichtet zu haben. Es ist halt so, dass Sportchefs teilweise auch politisch agieren müssen. Insbesondere, wenn sie unter Druck stehen. Dann fragen sie sich: Welche Angriffsfläche biete ich, wenn ich einen Spieler von YB verpflichte? Und dann holt man eben keinen Spieler von YB. Es kann jedenfalls nicht sein, dass YB-Spieler nur zu Klubs aus dem hinteren Drittel der Top-Ligen wechseln.

Djibril Sow wechselt zu Ihrem Ex-Klub Frankfurt. Trotz der guten zwei letzten Saisons zählt die Eintracht noch nicht zur Beletage der Bundesliga. Ist nun Frankfurt eine adäquate Adresse für Sow?

Sow und Frankfurt, das wird passen. Von Sows fussballerischen und menschlichen Qualitäten bin ich zu 100 Prozent überzeugt. Man darf sich auch nicht darauf versteifen, in dem man sagt, wir verkaufen den Spieler nur einem der Top-3-Klubs aus Deutschland. Es gibt verschiedene Modelle, wie wir auf den Transfererlös kommen, den wir uns vorstellen. Zu den reichen Premier-League-Klubs kann man auch über Umwege gelangen. Entscheidend ist, dass wir auch dann partizipieren.

Sie mussten sich lange gegen den Ruf des Discounters wehren.

Wobei uns der Wechsel von Zakaria schon geholfen hat. Zudem haben wir klar kommuniziert, dass wir nur Qualitäts-Transfers wollen. Wir haben keine Lust, jedes Jahr acht Spieler zu verlieren.

Das bedingt auch, dass der Spieler die Geduld aufbringt, bis es mit dem Qualitäts-Transfer klappt.

Das ist klar. Es gibt zwei Sachen: Der Spieler muss verstehen, wo er ist.

Wo ist er denn?

Spieler bei YB, einem Klub, wo er ein sehr professionelles Umfeld vorfindet, wo er wachsen kann, wo er vor einer grossen Kulisse spielen kann. Das ist nicht das Schlechteste. Die Realität im Ausland kann bisweilen ernüchternd sein. Und nicht jeder Ausland-Transfer ist ein Gewinn für den Spieler. Zudem ist es auch für den Spieler ein Vorteil, wenn er einen Qualitäts-Transfer macht. Als Discount-Spieler wirst du vielleicht für zwei Millionen verpflichtet, dann wechselt der Trainer und du bist auf dem Papier fast nichts mehr wert. Aber wenn ein Spieler wie Zakaria in Gladbach nicht mehr aufgestellt wird, hat der Trainer irgendwann ein Problem, weil das Investment schwer wiegt.

Bei zwei Millionen reden Sie von Discount-Transfer. Für wie viel Geld haben Sie 2005 von GC zu Frankfurt gewechselt?

(lacht) Nicht der Rede wert.

Weniger als zwei Millionen?

Sehr viel weniger. Ich habe eine sehr tiefe Ausstiegsklausel im Vertrag festschreiben lassen, weil ich bei GC wegen finanzieller Engpässe auf Geld verzichten musste.

Wie war es als billiger Schweizer in Frankfurt?

Ich war von Beginn weg als Stammspieler vorgesehen. Ausserdem wollte Frankfurt mich schon im Jahr zuvor verpflichten. Aber klar, ich musste mir das Standing erarbeiten. Es herrschte schon damals ein Verdrängungskampf. Einen Zusammenhalt und eine Herzlichkeit, wie wir das heute bei YB in der Kabine haben, gibt es in der Bundesliga kaum, weil dort die Ellbogen viel stärker ausgefahren werden.

Denken Sie, als Spieler die Wertschätzung erhalten zu haben, die Sie verdienten?

Ich denke schon. Fast überall, wo ich gespielt habe, war ich entweder Captain oder Vize. Jeder Trainer hat schnell erkannt, wie wichtig ich für die Mannschaft sein kann. Eine meiner grössten Stärken war, dass ich die Spieler um mich herum stärker gemacht habe.

Trotzdem mussten Sie in der Nationalmannschaft immer wieder hintenanstehen.

Die Nationalmannschaft war häufig ein Wechselbad der Gefühle für mich. Es gibt immer Momente, in denen man sich ungerecht behandelt fühlt. Wenn man als Fussballer nicht damit umgehen kann, hat man verloren. Im Nationalteam sass ich zwar hin und wieder auf der Bank, aber im Klub habe ich immer gespielt.

Fehlte es Ihnen am Ego?

Das glaube ich nicht. Ich habe zwar nie Ansprüche gestellt wie: Entweder spiele ich oder ich bin weg. Aber ich habe dem Trainer schon gesagt, wenn ich spürte, dass etwas in die falsche Richtung lief. Gewiss bin ich kein Egozentriker, weil ich schlicht viel Respekt vor dem Teamgedanken habe.

Stimmt es, dass Sie als Junior bei einem YB-Probetraining mal für zu schlecht befunden wurden?

Nein, das ist nicht ganz richtig. Mit YB hatte ich eine spezielle Beziehung. Nach zwei Jahren in der 1. Liga bei Bümpliz, sagte ich Münsingen zu. Ebenfalls 1. Liga, aber ein Spitzenklub. Just zu diesem Zeitpunkt war YB interessiert an mir. Doch sie wollten mich für den Nachwuchs, nicht für die 1. Mannschaft.

Wie alt waren Sie?

18. Ich sah nicht ein, warum ich im Nachwuchs spielen sollte, weil es im Unterschied zur 1. Liga eher ein Rückschritt gewesen wäre. In Münsingen war Kurt Feuz, ehemaliger YB-Spieler, mein Trainer. Und er machte YB immer wieder auf mich aufmerksam. Aber YB hat damals geschlafen (lacht) und so habe ich eben in Luzern unterschrieben, weil mich der damalige Trainer Andy Egli unbedingt wollte.

Matur und danach Fussballprofi wie Sie das gemacht haben – ist das heute noch möglich?

Ja, aber nicht auf die konventionelle Art, wie ich das gemacht habe. Sondern nur mit einem Modell, das auf den Sport abgestimmt ist. Ich habe damals lediglich drei- bis viermal pro Woche trainiert.

Ab wann dachten Sie an eine Profikarriere?

Lange war das ganz weit weg für mich. Erst, als ich nach dem ersten Jahr in Münsingen ein Angebot von Lausanne erhielt, begann ich mich damit auseinanderzusetzen. Davor dachte ich: Vielleicht reichts mal für die NLB, damit könnte ich mir das Studium finanzieren.

Haben Sie sich nach dem Rücktritt überlegt, ganz aus dem Fussball auszusteigen?

Ich war in der privilegierten Lage, dass ich nicht gleich wieder arbeiten musste, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Ich hab mich schwer getan. Habe mich auch damit auseinandergesetzt, an die Uni zu gehen und den Bachelor in Wirtschaft zu machen. Und dann kam ich zum Schluss: Das wäre eher ein Hinterherrennen nach einem Diplom. Also entschied ich mich für den unkonventionellen Weg.

Aber es gibt familienfreundlichere Jobs als jener des Sportchefs.

Absolut. Ich weiss nicht, ob es das ist, was ich die nächsten 20 Jahre machen will.

Bald sind Schulferien und Sie werden nicht mit Ihrer Familie verreisen können.

Ich war die letzten zwei Jahre tatsächlich in den Sommerferien weg, musste jeweils aber zwischendurch mal beruflich nach Hause fliegen. Diesen Sommer versuche ich, mich immerhin für drei, vier Tage rauszunehmen. Klar, wenn meine Frau, mit der ich seit der Gymi-Zeit zusammen bin, das nicht mittragen würde, ginge es nicht. Und für meine beiden Buben gibt es fast nichts Aufregenderes als ein YB-Heimspiel.

Nahm Ihre Frau am Frauenstreiktag teil?

Ja, sie war in der Stadt.

Der Fussball kennt keine Pausen mehr. Irgendwo auf der Welt findet immer gerade ein Spiel statt. Wie viel Fussball gucken Sie?

Es ist unterschiedlich. Ich muss nicht jedes Spiel sehen. Wenn ich pro Woche drei Champions-League, zwei Super-League-Spiele und noch ein weiteres gucke, bliebe ja kaum mehr Zeit für die Familie.

Sie benutzen keine Social Media – weil ihr Geltungsdrang nicht so stark ist?

Das Handy ist eh schon ein enger Begleiter. Da bin ich auch mal froh, einen Moment für mich zu geniessen. Und dann muss ich diesen Moment auch nicht mit der ganzen Welt, sondern nur mit den Menschen teilen, die bei mir sind.

Hätten Sie das Angebot als Nati-Manager angenommen, könnten Sie bedenkenlos mit Ihrer Familie einige Wochen Sommerurlaub machen.

Es war ein Entscheid für YB, für das super Team, das wir hier haben. Was nicht bedeutet, dass wir auf ewig auf der rosaroten Wolke schweben werden. Nein, es werden auch wieder schwierigere Phasen kommen. Aber ich will meine Arbeit bei YB weitermachen. Auch wenn mich das Nati-Angebot ehrte: Ich kann YB jetzt nicht verlassen.

Präsident Hanspeter Kienberger bezeichnet Sie als «Fahnenträger der Young Boys» – das verpflichtet. Da sagt man nicht beiläufig mal Tschüss.

Der Moment wird irgendwann kommen, Tschüss zu sagen. Ich bin ja nicht mit YB verheiratet. Und YB hängt auch nicht von mir ab. Irgendwann braucht der Klub vielleicht neue Impulse um zu wachsen. Und dann kann man im Guten Tschüss sagen. Aber nicht jetzt.

Stimmt es, dass Sie nach Ihrem letzten Auftritt als Spieler zu den Fans gegangen sind und ihnen versprochen haben, alles dafür zu tun, dass es mit einem Titelgewinn klappen würde?

Ja. Als ich 2010 von Frankfurt zu YB wechselte, fragte mich mein Berater: «Warum tust du das? Du bist Captain in Frankfurt, verdienst gut und könntest nochmal für zwei Jahre unterschreiben.» Ich hatte damals das Gefühl, YB sei auf einem guten Weg. Und ich hatte diesen Traum, mit YB einen Titel zu gewinnen. Leider ist es anders gekommen, leider wurde es turbulent. Ich war erst zwei Monate bei YB, da wurde Geschäftsführer Stefan Niedermaier entlassen. Und erst in meinem vierten und letzten Jahr wurde während der Saison der Trainer nicht entlassen. Es hat mich gewurmt, dass wir es nicht geschafft haben, den Titel zu gewinnen. Und dass Leute in Bern das Verliererimage kultiviert haben, hat mich wahnsinnig gestört.

Trotzdem: Grosse Worte eines Mannes, der sonst kein Lautsprecher ist.

Meine Ambitionen waren schon immer maximal hoch. Egal ob mit GC gegen Porto oder mit Frankfurt gegen Bayern München: Ich ging immer auf den Platz, um zu gewinnen. YB als Spitzenklub der Schweiz muss die Ambition haben, nach dem Höchsten zu streben.


Christoph Spycher

Er wuchs in Oberscherli in der Gemeinde Köniz auf. Bis 21 spielte er eher hobbymässig in der 1. Liga für Bümpliz und Münsingen. Daneben machte er die Matura. Es ist dem damaligen Luzern-Trainer Andy Egli zu verdanken, dass Spycher den Weg in den Profifussball fand. Später lief der Defensivspieler für GC (Meister 2003), Eintracht Frankfurt und die Young Boys auf. Ausserdem kam Spycher zu 47 Einsätzen in der Nationalmannschaft. Seit er im September 2016 den Job als Sportchef übernahm, befinden sich die Young Boys im Steigflug. Spycher ist verheiratet, hat zwei schulpflichtige Buben und wohnt in der Region Bern.


https://www.luzernerzeitung.ch/sport/me ... ld.1134812

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 12. August 2019, 19:29 
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Spycher: «Habe kein Problem damit, wenn die Resultate mal nicht stimmen»

Trotz grossem Umbruch steht YB auch in dieser Saison nach dem vierten Spieltag an der Spitze der Super-League-Tabelle. Sportchef Christoph Spycher erklärt im Teleclub Fussball-Talk «Heimspiel», wie das möglich ist und warum seine Spieler ohne Druck spielen können.

Der FC St. Gallen schafft am Samstag, was in den vergangenen zwei Jahren keine Mannschaft geschafft hat: Er kann gegen YB einen 0:2-Rückstand aufholen. Am Ende jubeln dennoch die Berner über einen 3:2-Sieg. Und so grüsst YB als einziges noch ungeschlagenes Team auch nach dem vierten Spieltag von der Tabellenspitze.

Dass die Young Boys auch in dieser Saison der Top-Favorit auf den Meistertitel sind, daran hatte kaum jemand Zweifel. Und trotzdem war nicht zu erwarten, dass die Berner schon von Beginn weg solch eine Konstanz an den Tag legen können, nachdem der Klub im Sommer einige wichtige Spieler verloren hat. Steve von Bergen, Kevin Mbabu, Djibril Sow und Loris Benito haben den Meister unter anderen verlassen.

Dazu kommt viel Verletzungspech: Mit Ali Camara, Miralem Sulejmani, Christian Fassnacht, Sandro Lauper und Guillaume Hoarau fehlen fünf potenzielle Stammspieler verletzt. Dennoch haben die Berner noch genug Qualität in ihren Reihen, um auch dezimiert gegen die Gegner in der Liga bestehen zu können. Zu verdanken ist dies auch Sportchef Christoph Spycher, der im Sommer scheinbar die richtigen Verstärkungen gefunden hat: Fabian Lustenberger, Saidy Janko, Cédric Zesiger, Vincent Sierro, Marvin Spielmann und Christopher Martins haben bisher allesamt einen positiven Eindruck hinterlassen.

Spycher sagt, er habe «grossen Respekt» vor der Arbeit von Trainer Gerardo Seoane und seinem Team in den letzten Wochen. «Wir haben einen grossen Umbruch gehabt. Wenn wir unsere Meistermannschaft vor zwei Jahren anschauen, sehen wir, dass uns momentan praktisch das gesamte Team von damals fehlt: Hoarau, Sulejmani und Fassnacht sind verletzt, die zwei defensiven Mittelfeldspieler und die Viererkette sind weg. Aber wenn ich sehe, wie die Truppe in den ersten Wochen schon zusammengewachsen ist, macht mich das nur glücklich», so der Sportchef.

Spychers Erfolgsrezept: Kein Druck, aber viel Vertrauen

Dass es nicht selbstverständlich ist, dass ein Meisterteam nach einem grossen Umbruch so gut funktioniert, weiss auch Spycher. Und deshalb war bei ihm die Erwartungshaltung eigentlich gar nicht so gross. «Jedem Normalsterblichen muss klar sein, dass ein Spieler, den man für eine Million holt, nicht so gut ist wie der Spieler, den man für zehn Millionen verkauft hat. Man muss das Potenzial sehen, und der Verein muss so funktionieren, dass sich der Spieler entwickeln kann.»

Spycher meint, dass er nicht unzufrieden wäre, wenn YB in der Tabelle aktuell nicht zuoberst stehen würde. «Wir haben keine Probleme, wenn die Resultate mal nicht stimmen. Wir wollen einfach sehen, dass unsere Spieler immer bereit sind, alles zu geben und von Woche zu Woche besser werden wollen. Solange werden sie von uns jegliche Unterstützung bekommen», sagt er.

Dass der Druck nicht so hoch ist wie bei anderen Teams, die erfolgreich Fussball spielen wollen, sieht Rolf Fringer als Schlüssel zum Erfolg bei den Young Boys. «Das sind psychologische Nuancen, die wichtig sind, damit es mir als Spieler oder Staffmitglied wohl ist im Verein. Das ist ein entscheidendes Detail», so der Teleclub-Experte.

Andreas Böni, Fussball-Chef beim «Blick», hebt ebenfalls die Qualitäten von Spycher als Sportchef heraus. «Ich habe das Gefühl, Christoph spricht ganz gut mit den Spielern und ihren Beratern. Sie wissen genau, wann sie gehen dürfen, und niemand verlässt den Verein mit bösem Blut», so Böni. Dies sei eine unglaubliche Leistung, gerade bei all diesen Eitelkeiten, welche die Transferzeit jeweils mit sich bringt. «Bei Basel hat man gesehen: Ajeti will weg und darf gehen, bei YB gibt es klare Absprachen, wie der Verein den Plan mit dem Spieler sieht und so wird dann auch kommuniziert.»

Dass es bei YB so gut läuft, ist mit Blick auf die Jahre vor Spychers Amtsübernahme nicht selbstverständlich. Die Berner wurden als Verliererverein angesehen, weil sie es trotz vieler Ausgaben nie geschafft hatten, Titel zu gewinnen. Spycher begründet die positive Entwicklung unter seiner Führung mit der Ruhe, die er in den Verein bringen konnte.

«Als ich 2010 zum Ende meiner Karriere als Spieler hierhin kam, war YB eigentlich schon auf einem guten Weg. Aber erst im vierten Jahr hat mal ein Trainer die Saison beenden können, und auch in der Führung gab es immer wieder Wechsel», erinnert sich der Sportchef. Dies habe er nicht immer gut gefunden und so dann auch gemerkt, dass es Ruhe und Vertrauen braucht, um erfolgreich arbeiten zu können.

Spycher: «Wichtig ist, wie wir die Spieler entwickeln und die Mannschaft begleiten können. Wie können wir eine Einheit bilden, die von Woche zu Woche besser wird? Dass die eine Abteilung Druck auf die andere ausübt, wird es bei mir niemals geben.»


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 85993.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 28. August 2019, 19:49 
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