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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 14. Februar 2019, 21:42 
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Der Sportchef Spycher verlängert bei den Young Boys bis 2022

Christoph Spycher bleibt wie angekündigt definitiv bei den Young Boys. Der am Saisonende auslaufende Vertrag des Sportchefs wird bis Ende 2022 verlängert.

Spycher hatte zuletzt unter anderem auch als Teammanager der Schweizer Nationalmannschaft zur Debatte gestanden. Ende Januar hatte Spycher jedoch öffentlich betont, bei YB bleiben zu wollen.

Der frühere Profi mit Bundesliga-Erfahrung ist seit Juni 2010 für die Young Boys tätig; zunächst während vier Saisons als Spieler und Captain, danach als Talentmanager und seit Herbst 2016 als Sportchef. In seiner Amtszeit gewann YB im letzten Sommer den ersten Meistertitel seit 32 Jahren und schaffte im letzten Herbst auch noch die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League.

Auch in der laufenden Saison führen die Young Boys die Rangliste der Super League nach 20 Spieltagen an.

Ebenfalls verlängert wurde der auslaufende Vertrag mit Ausbildungschef Gérard Castella; der neue Kontrakt ist bis Sommer 2021 gültig.

https://www.nzz.ch/sport/yb-sportchef-s ... ld.1459995

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Freitag 15. Februar 2019, 14:06 
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Spycher bleibt weitere vier Jahre bei YB

Vor zwei Wochen kündigte Sportchef Christoph Spycher seinen Verbleib bei YB an. Nun hat er einen Vertrag bis 2022 unterschrieben. Die Freude ist gross.

Es ist das letzte Kapitel einer Geschichte, die durchaus das Potenzial hatte, das Wohlbefinden beim von Erfolg zu Erfolg eilenden Meister empfindlich zu stören. Begutachtet von YB-Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger, unterschreibt Christoph Spycher einen neuen, bis Ende 2022 gültigen Vertrag. Der Sportchef sei der Fahnenträger der Young Boys, sagt Kienberger. «Dementsprechend wichtig ist dieser Tag für den Club. Ich verspüre grosse Freude.»

Überraschend ist das Ende nicht, der 40-Jährige, der vom Fussballverband für den Job als Teammanager des Nationalteams umworben war, kündigte vor zwei Wochen seinen Verbleib bei YB an. In den letzten Tagen hätte man nur noch Details klären müssen, sagt Spycher. «Ich schätze es sehr, in einem kompetenten und auch menschlich tollen Team arbeiten zu können.»

Spycher, der frühere Nationalspieler mit Bundesligaerfahrung, ist seit Juni 2010 für die Stadtberner tätig; zunächst während vier Saisons als Spieler und Captain, danach als Talentmanager und seit Herbst 2016 als Sportchef. In seiner Amtszeit gewann YB im letzten Sommer den ersten Meistertitel seit 32 Jahren und schaffte im vergangenen Herbst auch die Qualifikation für die Gruppenphase der Champions League.

Castella bleibt ebenfalls

Ebenfalls verlängert wurde der auslaufende Vertrag mit Ausbildungschef Gérard Castella; der neue Kontrakt ist bis Sommer 2021 gültig. Der 65-jährige Romand wurde im Sommer 2017 von Spycher nach Bern gelockt; er ist eine jener wichtigen Figuren, die es bevorzugen, im Hintergrund zu wirken, aber massgeblich am Erfolg beteiligt sind.

In nächster Zeit werden die Young Boys zudem einen Zuzug in der sportlichen Führung vermelden. Einer, der Sportchef Spycher in der täglichen Arbeit entlasten soll. Auch in dieser Angelegenheit dürften nur noch die letzten Details geklärt werden müssen.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/21948670

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 18. März 2019, 00:56 
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Sportchef Christoph Spycher: «Ich will mit YB durch eine Krise gehen»

Er eroberte die Fussball-Schweiz im Sturm, die Nationalmannschaft buhlte um ihn – doch Christoph Spycher zog ihr seinen Herzensklub vor. Der YB-Sportchef über schwierige Entscheide, harte Zeiten und die Qualitäten eines guten Fussball-Managers.

Man nennt ihn den Baumeister der YB-Erfolgsgeschichte, den Kopf hinter der Auferstehung von Gelbschwarz. Christoph Spycher, Sportchef des Schweizer Meisters aus Bern, würde das so niemals für sich reklamieren. Er ist nicht einer, der das Rampenlicht sucht, aber er scheut es nicht, wenn ihn seine Arbeit in den Fokus der Öffentlichkeit spediert.

Mit wenigen Minuten Verspätung marschiert er an diesem Mittwochnachmittag zügigen Schrittes ins «Eleven», das Restaurant gleich neben dem Treppenaufgang zum Sektor D, der Heimat der YB-Anhänger. Einst führte er die Eintracht als Captain auf den Platz, später die Young Boys, jetzt waltet er über die sportliche Entwicklung eines ganzen Klubs. Kurze Hosen und Stulpen sind Vergangenheit, heute trägt er Hemd und Sakko zu Jeans.

Was macht einen guten Sportchef aus?

Christoph Spycher: Er muss einerseits langfristig denken und andererseits Menschen führen und für sein Projekt gewinnen können. Man muss den Leuten Raum geben, Vertrauen. Aber man darf sie nicht alleine lassen.

Ein herausfordernder Job.

Ja, vor allem weil man in einer Sandwich-Position ist. Man ist im engen Austausch mit dem Verwaltungsrat, mit den anderen Mitgliedern der Geschäftsleitung und den Mitarbeitenden im Sport. Es ist normal, dass im Fussball einige auch ein bisschen wie Fans reagieren. Aber das darf der Sportchef nicht.

Warum?

Weil es zu emotional ist. Entscheidet ein Fan, greift er heute an und schwenkt alsbald wieder um. Es wird ein Hin und Her, und man hat in der Regel weder Kontinuität noch Erfolg.
Also muss man kalt berechnend sein als Sportchef?

Es ist okay, wenn das Herz auch mitredet, wenn es zum Beispiel um die Vertragsverlängerung mit einem Spieler geht. Aber der Entscheid braucht immer eine rationale Abstützung.

Der Job ist sehr anspruchsvoll. Trotzdem braucht man nicht einmal ein Diplom dafür. Ist das fahrlässig?

(Denkt lange nach) Eine sehr schwierige Frage. Was für mich nicht geht, dass man direkt nach der Spielerkarriere als Sportchef beginnt. Der Schritt ist aus meiner Sicht zu gross. Bei jedem Verein sind die Anforderungen sehr unterschiedlich und es gibt so wenige Jobs als Sportchef. Da frage ich mich, ob es Sinn macht, eine Ausbildung anzubieten.

Wie haben Sie sich vorbereitet?

Ich habe als Talentmanager angefangen und zugleich meine Trainerausbildung vorangetrieben. So weit wie ich konnte, ohne eine Mannschaft zu übernehmen (B+-Diplom; d. Red.). Dann habe ich an der Uni St. Gallen noch ein Sportmanagement-Diplom gemacht 2017. Es war ein Mix aus theoretischer und praktischer Erfahrung.

Welche Strukturen braucht ein erfolgreicher Sportchef?

Er braucht Handlungsspielraum, darf aber nicht isoliert agieren. Er muss Fachkompetenz um sich scharen, Leute, mit denen er diskutieren kann, bevor er entscheidet. Wenn man sich im Büro einschliesst und grübelt, landet man oft in einer Sackgasse.

Wie lief das bei der Verpflichtung von Gerardo Seoane?

Um etwa diese Zeit im vergangenen Jahr haben wir angefangen, ein Trainer-Profil auszuarbeiten. Klar war, der neue Mann muss junge Spieler weiterentwickeln können. Er muss offensiv und dominant spielen lassen.

Hatten Sie da schon Anhaltspunkte, dass Adi Hütter gehen wird?

Nicht konkret, aber Adi und ich hatten immer ein absolutes Vertrauensverhältnis. Er hat mir gesagt, dass die Bundesliga sein Ziel ist. Ich wusste, dass es schwierig wird, ihn zu halten, wenn da ein Angebot kommt.

Haben Sie dann auch schon erste Nachfolge-Kandidaten getroffen?

Nein, das wäre auch nicht angebracht gewesen. Es lief dann alles sehr gut ab, weil Adi mich informierte, sobald er von der Eintracht kontaktiert wurde.

Da hatten Sie aber kaum noch Zeit.

Wir haben in einer ersten Runde mit einigen Kandidaten gesprochen, zu denen wir vorgängig schon etliche Informationen eingeholt hatten. Mit drei Kandidaten trafen wir uns ein zweites Mal. Da war neben Scouting-Chef Stéphane Chapuisat sowie Ernst Graf und Gérard Castella aus der Ausbildung auch Verwaltungsratspräsident Hanspeter Kienberger dabei.

Vor den Gesprächen stand Seoane nicht zuoberst auf der Liste.

Das ist korrekt. Wir stellten uns folgende Fragen: Wie meistert er die Herausforderung Europa? Da hast du alle drei, vier Tage ein Spiel. Wie geht er mit dominanten Persönlichkeiten um? Nach der ersten internen Analyse dachten wir, dass es schwierig werden könnte. Aber dann hat uns Seoane bei den Gesprächen restlos überzeugt.

Jetzt weiss man warum: YB ist eigentlich konkurrenzlos. Das Spiel gegen den FCB ist ein Pseudo-Spitzenkampf.

Natürlich ist die Ausgangslage komfortabel. Aber ein Spiel in Basel ist immer besonders, es geht immer um viel.

Ihr Vorsprung könnte von 21 auf 18 Punkte schrumpfen ...

Trotzdem haben wir nicht das Gefühl, dass wir von einem anderen Planeten kommen. Wir mussten uns jeden Punkt, jeden Sieg sehr hart erarbeiten.

Wie motiviert man die Spieler in einer solchen Situation?

Wir wollen so schnell wie möglich das Ziel «Titelverteidigung» erreichen. Da passt es, dass Gerry Seoane und die Mannschaft von einem unglaublichen Ehrgeiz getrieben werden und eine hervorragende Mentalität haben.

Wie meinen Sie das?

Die Spieler haben einen riesigen Selbstantrieb. Sie wollen weiterkommen, manche möchten den nächsten Schritt machen, ins Ausland wechseln. Sie müssen wissen, dass jedes Spiel entscheidend sein kann, ob sie ihren Traum verwirklichen können oder nicht. Das sage ich ihnen auch, wenn ich mit ihnen über ihre Pläne spreche.

Setzen Sie finanzielle Anreize?

Ja, auch. Wir haben ein sehr variables Lohnsystem, wollen mit Erfolgsprämien auch monetäre Anreize setzen.

Als YB Meister wurde, hat der FCB ein Inserat geschaltet, in dem es hiess: «Bitte tragt dem Pokal Sorge. Wir wollen ihn in gutem Zustand zurückholen.» Wie kam das an?

Ich fand das eine erfrischende, humorvolle Aktion. Wir haben sie mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen.

Wenn Sie das jetzt wieder hören, müssen Sie wieder schmunzeln?

Zuerst müssen wir diese Meisterschaft ins Trockene bringen (lacht). Aber wir gehen ja nicht mit Scheuklappen durchs Leben. Wir kriegen mit, was in der Fussball-Schweiz sonst noch passiert.

Auch dass Marco Streller, Sportchef beim FC Basel und ehemaliger Nati-Kollege, arg unter Beschuss kam? Geht Ihnen das auch nahe?

Ich kriege in Bern nicht alles mit. Aber es gab diese Wellen der Kritik, die über ihn hereinbrachen. Wir sind Konkurrenten, aber wir kennen uns aus der Nati und schätzen uns. Marco ist ein super Typ. Er hat Familie. Rein menschlich hat er mir in diesen Momenten leidgetan. Natürlich habe ich mir vorgestellt, wie es für mich wäre in seiner Situation.

Warum?

Weil man sich der Kritik aussetzt, wenn man im Fussball eine Führungsposition übernimmt. Es ist die Sportart Nummer 1, vermutlich das emotionalste Geschäft überhaupt, jeder hat eine Ahnung davon, viele wissen es besser. Mir ist auch bewusst, dass wir kontinuierlich am Überperformen sind.

Wie meinen Sie das?

Derzeit gelingt es uns, aus unseren Mitteln unglaublich viel herauszuholen, während andere Vereine vielleicht eine schwierigere Phase durchmachen. Es wird auch wieder anders kommen, YB wird irgendwann wieder schwierigere Zeiten erleben.

Dem hätten Sie aus dem Weg gehen können, wenn Sie den Job als Nati-Manager angenommen hätten.

Viele Leute haben mir gesagt, dass ich bei YB nur noch verlieren könnte. Denn wirtschaftlich sind wir nicht die Nummer 1, das ist immer noch Basel. Gleichzeitig wächst die Erwartungshaltung der Fans. Aber wissen Sie was? Mir geht es nicht nur um meine Karriere. Ich empfinde Verantwortung für meine Mitarbeiter hier, die einen tollen Job machen.

Hat Sie der Nati-Job nicht gereizt?

Doch, natürlich. Es war ein enorm schwieriger Entscheid. Für mich war es immer eine grosse Ehre, für die Nati aufzulaufen. Der Verband nimmt mit der Schaffung dieser Stelle eine wichtige Anpassung vor. Aber ich wollte nicht weggehen von YB, weil ich Angst hatte, dass vieles zusammenfällt, was wir aufgebaut haben.

Dafür hätten Sie sich verantwortlich gefühlt?

Ja. Wenn ich irgendwann gehen sollte, möchte ich, dass der Verein gefestigt ist und auch durch eine Krise gehen kann. Ich bin nicht blauäugig und denke, dass wir jetzt Titel in Serie holen. Es wird immer mein Wunsch sein, aber die Realität wird irgendwann anders aussehen. Dann will ich da sein und mithelfen.

Sie haben in dieser Zeit Ihren Vertrag verlängert. Das Nati-Angebot half beim Verhandeln, oder?

Ich habe erst den Entscheid gefällt und dann verhandelt. Wenn das Finanzielle im Zentrum gestanden hätte, wäre ich nicht mehr hier.

Sondern bei der Nati?

Nicht einmal.

Gab es andere Angebote?

Es gibt an vielen Orten sehr viel Geld zu verdienen. Aber das war für mich nie die Triebfeder. Diese Einstellung verlange ich ja auch von unseren Spielern. Das neue Amt beim Verband habe ich nicht als Druckmittel gebraucht.

Welche Herausforderungen sehen Sie auf sich zukommen?

Wir werden im Sommer sicher einen grösseren Umbruch haben als im Vorjahr. Die beiden vergangenen Transfer-Perioden waren sehr ruhig. Vielleicht dachten die Leute im Ausland auch: YB hat jetzt einen Exploit gehabt, aber die Spieler sind gar nicht so gut. Mit dieser Saison aber haben sie bewiesen, dass sie unglaublich gut sind.

Haben Sie nicht zu viel verlangt?

Auch hier haben wir unsere Leitlinien: Wir werden keine Spieler für zwei, drei Millionen verkaufen, nur um Geld zu machen. Diese Jungs haben Champions League gespielt, sie sind Nati-Spieler, sie haben ihren Preis.

Ihren wichtigsten Transfer haben Sie ja schon gemacht.

Wir haben mit Fabian Lustenberger sicher einen Transfer gemacht, der für uns sehr wichtig ist. Was er im vergangenen Jahrzehnt geleistet hat, ist wahnsinnig. Genauso wie sein Charakter. Es ist kein Zufall, dass er mit Steve von Bergen befreundet ist.


Zur Person

Christoph Spycher wird am 30. März 41 Jahre alt. Er wohnt mit seiner Frau und den gemeinsamen Söhnen in Muri BE. Aufgewachsen ist er in Oberscherli, rund 15 Autominuten von Bern. Sein Werdegang als Fussballer begann beim FC Sternenberg und führte ihn bis in die Bundesliga. Insgesamt lief er 47 Mal für die Nationalmannschaft auf. Erst zum Ende seiner Karriere (2010) wechselte er zu Herzensklub YB. 2014 beendete er seine Karriere, wurde Talentmanager und nach der Entlassung von Fredy Bickel im Herbst 2016 Sportchef.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/sp ... -134215622

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 8. April 2019, 20:46 
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YB-Sportchef Christoph Spycher: «Mir gehts gut ohne Social Media»

Die Berner Young Boys dominieren zurzeit den Schweizer Fussball. Sie holten vergangene Saison zum ersten Mal seit 32 Jahren den Schweizer Meistertitel und werden diesen 2019 überlegen verteidigen. Der Hauptverantwortliche für diesen Erfolg heisst Christoph Spycher.

Der ehemalige Nationalspieler führt die Young Boys genauso umsichtig und intelligent, wie er als aktiver Fussballer seine Karriere gestaltet hat. Von Bümpliz in die grosse Bundesliga und zurück zu seiner alten Liebe YB. Wie hat Christoph Spycher den Young Boys das «veryoungboysen» abgewöhnt und was sagt er zu seinem torkelnden Ex-Verein GC?


https://www.srf.ch/sendungen/focus/yb-s ... cial-media

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Montag 15. April 2019, 14:53 
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Christoph Spycher: «Es ist schwierig, einfach nur zu geniessen»

Der Sportchef spricht über die traumhafte YB-Saison. Und er sagt, was er nie für möglich gehalten hat.

Hätten Sie vor dieser Saison einen derart souveränen Meistertitel für möglich gehalten? Damit rechnen konnte man natürlich nicht, aber irgendwie hat man ja immer den Traum einer nahezu perfekten Saison im Hinterkopf. Uns ist das gelungen, das ist wunderschön.

Wer ist für Sie der YB-Spieler der Saison? Wie Sie bestimmt ahnen, werde ich nicht einen einzelnen Fussballer nennen. Das würde diesem Team nicht gerecht werden. Uns zeichnet aus, dass wir in jeder Reihe über herausragende Spieler verfügen. Und – und das ist nicht weniger wichtig – dass wir ausnahmslos hungrige Fussballer haben. Sie lassen sich nicht hängen, wenn sie keinen Stammplatz haben, und tragen mit der täglichen Arbeit im Training einen grossen Anteil dazu bei, dass wir konzentriert bleiben. Der Spieler der Saison ist die Mannschaft.

Gibt es denn einen Moment der Saison für Sie? Auch hier ist es nicht so einfach, weil es derart viele tolle Erlebnisse gab. Genau das ist es ja: Wir haben nicht einfach einmal oder zweimal herausragend gespielt, sondern mit einer bemerkenswerten Konstanz Spiel für Spiel absolviert, meistens gewonnen, regelmässig viele Tore erzielt und die Zuschauer dabei noch bestens unterhalten und ihnen einige schöne Momente ermöglicht.

Stechen nicht vielleicht die starken Leistungen und die Siege gegen Basel in der Vorrunde heraus, das 7:1 in Bern und das 3:1 im St.-Jakob-Park? Das waren abgeklärte, phasenweise grossartige Auftritte. Beim 7:1 zu Hause haben wir das Momentum genutzt, wir spielten uns in einen Rausch. Das 3:1 auswärts war vor allem deshalb speziell, weil wir trotz Rückstand ruhig blieben, alles im Griff hatten und nach der Pause belohnt wurden. Aber die nicht ganz so brillanten Partien waren auch wichtig, weil wir mit unserer Siegesserie den Druck auf die Konkurrenz aufrecht hielten.

YB blickt auf die besten eineinhalb Jahre der Vereinsgeschichte zurück, die zwei Titel wurden mit Riesenvorsprung gewonnen, 2018 gab es einen Gewinn von 17,4 Millionen Franken. Wie gross ist die Gefahr, dass man irgendwann zurückblicken und sagen wird: «Im Frühling 2019 war die Hochphase dieses YB»? Ich lebe immer in der Gegenwart. Und so etwas ist ohnehin schwierig abzuschätzen. Sie sprechen aber einen Punkt an, der wohl so sein wird. Noch einmal derart weit vor den anderen und vor allem vor Basel zu sein, davon ist keinesfalls auszugehen. Umso mehr sollten wir den Augenblick geniessen. Und dann alles unternehmen, damit wir auch künftig erfolgreich sein können.

Im Erfolg passieren manchmal die grössten Fehler. Wir sind gut beraten, vernünftig zu bleiben und diese zwei Saisons auch wie ein Geschenk zu betrachten, für das wir allerdings sehr hart und auf allen Ebenen im Betrieb ausgezeichnet gearbeitet haben.

Die Super League hinterlässt teilweise ein katastrophales Bild, viele Clubs stecken in der Krise. Wie sehr hat Ihnen die Misswirtschaft bei anderen Vereinen in die Karten gespielt? Es ist sehr unruhig in der Liga, aber so ist das im Fussball doch fast überall. Wenn man seinen Zielen hinterherläuft, steigt der Druck, und dann ist es besonders schwierig, Ruhe zu bewahren und frei von Emotionen zu entscheiden. Deshalb ist es absolut entscheidend, dass auf allen verantwortlichen Positionen Fachkräfte sind und nicht Leute, die sich wie Fans verhalten. Das ist nicht despektierlich gemeint, aber als Fan muss man nicht zwingend objektiv sein.

Ist es Ihnen nie langweilig geworden angesichts des 20- Punkte-plus-Abstands zum FCB? Nein, nie. Dieser Vorsprung ist immer noch irgendwie surreal. Daran habe ich mich nie gewöhnt, weil ich weiss, wie schnell es gehen kann. Ich habe den Hang zur Perfektion, bin selten zufrieden, wälze auch nach einem Sieg viele Gedanken, was man noch besser hätte machen müssen. Neulich, nach dem 3:2 gegen St. Gallen, sprach ich lange mit Trainer Gerry Seoane, der gleich tickt wie ich. Wir fragten uns, warum es vor der Pause so schlecht lief, was die Spieler falsch gemacht hatten, was wir anders hätten machen können. Aber die Spieler selber, die erlebten unglaublich schöne Emotionen durch den mal wieder späten Siegtreffer in der 90. Minute. Es ist schwierig für mich, einfach mal nur zu geniessen. Als Fussballer fiel mir das leichter.

Der Höhenflug von YB ist eng mit Ihrer Person verbunden. Wie schwierig ist es für Sie, auf dem Boden zu bleiben? Was denken Sie?

«Mir geht es immer darum, authentisch zu sein, ehrlich und konsequent.»

Es ist vermutlich nicht einfach, bei all den Lobeshymnen und Erfolgen nicht manchmal ein wenig abzuheben. Das ist kein Problem. Wenn ich weiss, dass wir 100 Sachen gut gemacht haben, kommen mir sofort 100 Sachen in den Sinn, die nicht ideal liefen.

Also derzeit kommen auf 100 Schulterklopfer 0 Kritiker. Ich war nie einer, der sich über die Aussendarstellung definiert oder darüber, was die Öffentlichkeit von mir denkt. Mir geht es immer darum, authentisch zu sein, ehrlich und konsequent.

Sie sind in Bern ein Held, der bodenständig geblieben ist. Wer oder was erdet Sie Meine Erziehung, meine Herkunft, die Werte also, die mir vermittelt wurden. Ich bin so, wie ich immer war, und ich werde nie ein anderer Mensch sein und auf einmal zum Beispiel ein Auto der Sonderklasse fahren. Meine Familie und meine Freunde würden mich sofort einfangen, sollte ich abheben. Und ich kann selber recht gut einordnen, ob ich mein Leben noch so lebe, wie ich es mir vorstelle.

Mit YB haben Sie Unvorstellbares erreicht. Oder hätten Sie jemals gedacht, dass der Zuschauerschnitt an Heimspielen über 25000 betragen wird? Niemals. Für mich ist das die grösste Belohnung für alle im Betrieb. Es ist uns gelungen, die Leute zu begeistern, sie kommen gerne an unsere Spiele, unterstützen uns, das ist eine riesige Wertschätzung unserer Arbeit. Und das erleichtert es auch, in intensiven Zeiten konstruktiv und produktiv zu bleiben.

Sie hätten dem Stress Adieu sagen und im Winter das Angebot als Supermanager beim Fussballverband annehmen können. Arbeitsort Muri, mit dem Velo wären Sie in 5 Minuten im Büro gewesen, in den äusserst arbeitsintensiven Transferfenstern hätten Sie Familienferien buchen können. Absolut. Das ist in jeder Beziehung eine sehr interessante Aufgabe. Ich habe mich auch nicht gegen den Verband entschieden, sondern für YB. Die Arbeit und unser Weg sind noch nicht zu Ende. Es hat so viele gute Leute hier, die ich nicht verlassen wollte. Die Herausforderung ist gross, die Young Boys für die Zukunft erfolgreich aufzustellen.

Sie sind mit 41 Jahren ja auch noch zu jung für diesen Job beim Verband. Auch Sportchef bei den Young Boys wurden Sie ein paar Jahre zu früh, erklärten Sie einmal. Die perfekte Welt gibt es nicht, und schon gar nicht die perfekte Karriereplanung. Ich bin froh, wie alles gekommen ist. Es gab in den zweieinhalb Jahren als Sportchef viele Momente, die für immer in Erinnerung bleiben werden. Und, wie gesagt, das gesamte Team im Stade de Suisse leistet einen hervorragenden Job. Ich stehe im Fokus und in den Medien, doch ohne die grossartige Crew, die teilweise im Hintergrund arbeitet, wäre das alles niemals möglich gewesen. Dafür bin ich sehr dankbar.

Nun steht im Sommer ein grosser personeller Umbruch in der Mannschaft an. Was muss passieren, damit Sie Ende August sagen werden, es sei ein gutes Transferfenster gewesen? Das ist heute schwierig zu sagen. Wir werden grossartige Fussballer verlieren, das ist normal und auch in unserem Sinn, weil es unser Geschäftsmodell ist, mit Ablösesummen Geld zu verdienen. Und im Übrigen ist es gut, erhalten wir frische Impulse und kommen neue Spieler zu uns. Nach diesen zwei Jahren wäre es vielleicht schwierig geworden, die Spannung mit dem genau gleichen Team noch einmal derart hoch zu halten. Wir werden hoffentlich starke Fussballer verpflichten und auch nächste Saison schlagkräftig sein.

Akteure wie Djibril Sow und Kevin Mbabu werden aber kaum sofort zu ersetzen sein. Sicher nicht eins-zu-eins. Aber es wäre nicht korrekt, würden wir diesen Spielern nun einen Transfer verweigern. Da muss man ehrlich bleiben und diese Fussballer in eine Topliga ziehen lassen. Aber wir werden nicht acht Stammspieler verlieren. Nicht jeder ist übrigens schon bereit für einen Transfer ins Ausland, selbst wenn er das selber findet. Das Beispiel Sow in diesem Jahr zeigt, dass es für die persönliche Entwicklung sehr gut sein kann, noch ein Jahr länger in der Super League zu bleiben. Ich hoffe, dass sich das andere junge, talentierte Fussballer zum Vorbild nehmen.

An dieses herausragende YB-Team wird man sich lange erinnern. Es gibt Leute, die behaupten, es sei egal, wer an der Seitenlinie stehe. Das stimmt überhaupt nicht. Adi Hütter hat bei uns einen grossartigen Job gemacht, nun hat Gerardo Seoane diese Arbeit ohne Substanzverlust fortgesetzt. Und das in seiner ersten ganzen Saison in der Super League. Diese Leistung kann man nicht hoch genug einschätzen. Er passt mit seiner Art, seiner Einstellung, seinen Werten und seiner Philosophie perfekt zu YB.


Berner und Baumeister

Christoph Spycher ist in Oberscherli in der Gemeinde Köniz aufgewachsen und absolvierte die Wirtschaftsmatur am Gymnasium Lerbermatt. Als Junior spielte er bei Sternenberg, Bümpliz und Münsingen, er wechselte mit 20 Jahren zum FC Luzern, wurde später mit GC Meister, spielte fünf Jahre bei Eintracht Frankfurt unter anderem als Captain in der Bundesliga und von 2010 bis 2014 bei YB. Der Linksverteidiger bestritt 47 Länderspiele. Nach seiner Karriere wurde Spycher bei den Young Boys Talentmanager, seit Herbst 2016 ist er Sportchef und als Baumeister verantwortlich für den rasanten Höhenflug. Der 41-Jährige lebt mit seiner Frau und den zwei Söhnen in Muri.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13849510

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 Betreff des Beitrags: Re: Christoph Spycher - Sportchef
 Beitrag Verfasst: Dienstag 16. April 2019, 13:29 
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YB: Der Baumeister des Erfolgs heisst Christoph Spycher

Das Image des Verliererklubs hat YB unter Sportchef Christoph Spycher mit dem zweiten Meistertitel definitiv abgelegt. Der 41-Jährige setzt auf Teamarbeit.

Das Wichtigste in Kürze

- Unter Sportchef Christoph Spycher wird YB bereits zum zweiten Mal Schweizer Meister.
- Sein Erfolgsrezept: Eine gesunde Hierarchie und viel Teamwork.

Mitte Februar atmet ganz Bern tief durch: Christoph Spycher verlängert seinen auslaufenden Vertrag als YB-Sportchef um vier Jahre. Damit enden die Spekulationen um einen möglichen Wechsel zum Verband.

Nicht wenige sehen diesen Schritt als wichtigstes Puzzleteil für die kommenden YB-Jahre. Doch nicht nur, weil «Wuschu» Sympathieträger und Berner ist: Mit seiner Unterschrift endeten 2016 die turbulenten und chaotischen YB-Jahre.

2016: YB wirft Bickel raus, dann muss Siegenthaler gehen

Am 13 September 2016 knallt es in Bern einmal mehr. Unter der Mitteilung «BSC YB passt seine Organisationsstruktur an» wird die Trennung von Sportchef Fredy Bickel bekannt geben. Ein Schock! Bickel ist bei den Fans beliebt, bringt viel Herzblut mit.

Ins Fan-Visier gerät Verwaltungsrat-Berater Urs Siegenthaler, ein Basler und DFB-Chefscout von Jogi Löw. Als er wenige Stunden nach dem Bickel-Knall in einem TV-Beitrag davon spricht, dass YB den FCB auf Jahre hinaus unmöglich angreifen könne, ist das Tischtuch endgültig zerschnitten.

Das Video, gefilmt vor der Basler Muttenzerkurve, treibt den Widerstand in ungeahnte Höhen. Siegenthaler muss gehen.

Spycher: Vom Talentmanager zum Sportchef

Sechs Tage später präsentiert YB mit Christoph Spycher den neuen Sportchef. Und unter dem Ex-Spieler und Talentmanager geht es stetig aufwärts. «Wuschu» lässt sich die nötigen Kompetenz in den Vertrag schreiben.

Dann mistet er das Kader aus, trennt sich von teuren «Altlasten» und profitiert von einer starke Achse, die Vorgänger Bickel verpflichtete. Captain Steve von Bergen, Sékou Sanogo, Miralem Sulejmani und Guillaume Hoarau verkörpern nationale Spitzenklasse.

Rundherum verpflichtet Teamplayer Spycher zusammen mit Chefscout Chapuisat Trouvaillen wie Assalé, Ngamaleu, Fassnacht oder Sow. Das Gerüst funktioniert – und als Basel erstmals nach acht Jahren schwächelt, ist YB da.

Unglaubliche Euphorie nach 32 Jahren

Zusammen mit Trainer Adi Hütter sorgt Spycher für den ersten YB-Meistertitel seit 32 Jahren. Die Euphorie ist schier grenzenlos, auch wenn der Cupfinal gegen den FCZ (nach wochenlanger Party) verloren geht.

Die wohl grösste Leistung Spychers: Er kann Spieler überzeugen, einen Wechsel ins Ausland gut zu planen. Kevin Mbabu, Djibril Sow und Co. bleiben überraschend lange im Verein, werden dafür aber auch belohnt.

Zuerst die Teilnahme an der Champions League, dann wird der zweite Meistertitel im Rekordtempo eingefahren – und zwischenzeitlich gelingt ihnen sogar der Sprung in die Nati.

Beeindruckende Zahlen unterstreichen Spychers Arbeit

Die Zahlen sprechen Bände. Unter Spychers Sportchef-Ägide absolviert YB 93 Meisterschaftsspiele. Nur neun davon gehen verloren – eine Quote von 8,3 Prozent. 66 Spiele gewinnen die Berner und überholten den FCB zuletzt sogar bei der durchschnittlichen Zuschauerzahl.

Im Sommer wird Spycher erstmals einen grösseren Umbruch moderieren. Niemandem trauen die YB-Fans das besser zu, als ihrem «Wuschu».


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-de ... r-65508276

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