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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Mai 2018, 23:30 
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Hoarau: «Ein Sieg wie im Film»

Der Franzose widmet den Sieg den verstorbenen Andy Rihs und Spielervermittler Max Urscheler.

https://www.srf.ch/play/tv/sportlive/vi ... a1950f4cb2


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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Mai 2018, 23:31 
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Entertainer Hoarau heizt den Fans ein

Liga-Topskorer Guillaume Hoarau mit Mikrofon bewaffnet im Stade de Suisse.

https://www.srf.ch/play/tv/sportlive/vi ... 5cd6e895a7


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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Mai 2018, 23:33 
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Szene mit Symbolkraft: Hütter küsst seinen Topskorer Hoarau

Emotionale Szene aus dem Stade de Suisse zwischen YB-Coach Adi Hütter und Guillaume Hoarau.

https://www.srf.ch/play/tv/sportlive/vi ... e760865d72


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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Dienstag 15. Mai 2018, 00:11 
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YB-Serie: Hoarau trifft Lunde

Weiterer Teil der Serie zum Meistertitel von YB: Guillaume Hoarau trifft Lars Lunde.

https://www.srf.ch/play/tv/sportaktuell ... 5cd6e895a7


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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 19. Mai 2018, 12:22 
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19.05.2018

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Zitat:
YB-Hoarau braucht gegen GC Tore

Heute die Krone, morgen die Show mit Lo & Leduc?

YB-Star Guillaume Hoarau will sich heute die Kirsche auf die Meistertorte setzen in Form der Torjägerkrone. Und morgen singt er wohl «079»…

Dreimal ist Guillaume Hoarau zweitbester Torschütze des Landes geworden. Und nun steht er vor der heutigen Runde auch wieder auf Platz zwei, ein Tor hinter Basels Albian Ajeti. Schicksal, dass es nicht will? Oder dreht Hoarau das Ding heute in Zürich gegen GC noch?

«Zuerst muss ich mit dem Coach besprechen, wer spielen soll. Sollte ich von Beginn weg spielen, dann heisst das für mich, dass dies der bestmögliche Weg wäre, den Cupfinal von nächstem Sonntag vorzubereiten. Die Torjägerkrone wäre für mich die Kirsche auf der Torte. Es ist aber keine Obsession! Echt, wenn wir das Double holen, ist mir das völlig egal! Letzte Saison war ich der beste Spieler, dazu der beliebteste. Ich habe also ausser der Torjäger-Krone alle individuellen Titel geholt. Aber da fehlt dann die Trophäe, bei der du sagen kannst: Mensch, Jungs! Wir haben das geschafft! Dann trifft man sich nicht fünfzehn, zwanzig Jahre später, um sich an diesen Pokal zu erinnern, den man damals gemeinsam gewonnen hat. Deshalb habe ich mir gesagt, wenn es diese Saison klappt, ist es die Kirsche. Es wäre cool, klar. Wenn nicht, bin ich vielleicht fünf Minuten enttäuscht.»

Vielleicht rächen sich nun die beiden gegen Zürich und Lugano verschossenen Penaltys. «Vielleicht ist es das. Aber dann doch eher die drei Monate, die ich verletzt zuschauen musste. Ich will möglichst wenig bedauern müssen. Und im Moment habe ich wenig zu bedauern. Das wäre anders gewesen, wenn ich noch zwanzig wäre. Dann ist solch ein Titel eine Visitenkarte, die dir hilft Türen zu öffnen.»

Ob es klappt oder nicht - am Sonntag kommt es zur grossen Meisterparty. Diese beginnt um 14 Uhr mit der Meisterfeier auf dem Bundesplatz. Danach folgt der Umzug auf zwei offenen Trucks durch die Innenstadt zum Stade de Suisse.

Ab 17.30 Uhr wird im Stadion gefeiert. Hoarau («Ich werde wieder viel nervöser sein als vor jedem Match») wird zusammen mit Open Season und Wurzel 5 den offiziellen Meistersong «Stand Together (YB Forever)» singen. Weiter treten Züri West und Lo & Leduc auf.

Hoarau wird sowohl mit Kuno Lauener wie auch Lo & Leduc auftreten. Und da den Schweizer Übersong der letzten Jahre «079» singen? Der Reggae-Freak sagt nur so viel: «Also da müssen mir Lo und Leduc zuerst den Text auf Französisch schicken.» heisst wohl: Ja!

Das gesamte intime Interview mit Hoarau: morgen im SonntagsBlick!


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 96998.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Montag 21. Mai 2018, 01:17 
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20.05.2018

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Zitat:
Guillaume Hoarau exklusiv im Interview

«Als ich zu YB kam, dachte ich: Da bleibe ich kaum lange»

Guillaume Hoarau (34) über die Identifikation mit den Bernern, die Meister-Feier und Musik.

Guillaume Hoarau, wie erleben Sie diese Tage?

Guillaume Hoarau: Ruhig. Aber auch stolz. Ich gebe es gern zu: Auch stolz auf mich. Stolz im Hinblick auf die letzten Jahre. Stolz auch für den Klub. Eine Hauptrolle zu spielen in solch einer Krönung, das tut als Spitzensportler schon gut.

Haben Sie keine Probleme in Bezug auf die Vorbereitung des Cupfinals ob der vielen Partys?

Überhaupt nicht. Ich habe die Gewohnheit, mich vor solch einem Spiel 48 Stunden vor Kickoff abzuschotten. Nicht früher. Der Cupfinal ist nun die Kirsche auf dem Kuchen. Das wird ein ganz spezielles Spiel werden, weil es ein Final ist. Ich kenne dieses Gefühl. Ich habe Cupfinals gewonnen und verloren.

Dann ist es also ruhig im Hoarauschen Bauernhaus?

Es ist immer ruhig dort.

Wie muss man sich dieses Haus vorstellen? Ist das eine Art WG, wo ständig Leute kommen und gehen?

Vor dem Final wird es speziell sein, denn meine Familie aus La Réunion wird einfliegen. Diesmal allerdings nicht sehr viele. Nur vier. Zwei Cousins, meine Schwester und ihr Freund. Dazu enge Freunde aus Paris. Insgesamt werden es schon um die zwanzig sein.

Die werden aber nicht alle im Bauernhaus untergebracht?

Nein, nein. Die haben Hotelzimmer gebucht. Klar, wenn wir gewinnen, machen wir ein Camping bei mir zuhause. Das wäre cool!

Wer lebt denn sonst in Ihrem Haus?

Einer meiner Cousins lebt ständig hier. Mein Sohn wird am Sonntag hier sein. Aber der Rest meiner Familie lebt auf La Réunion. Rund fünfzig Personen. Mittlerweile kenne ich auch einige Leute aus Bern, die ich wie Familienmitglieder integrieren kann.

Ist Ihr Sohn öfters hier?

Ja, in den Schulferien. Er ist jetzt auch schon neun. So, das muss nun reichen in Sachen Privatleben.

In einem BLICK-Kommentar stand, Hoarau habe die Mentalität in Bern geändert. Eine Siegermentalität hineingebracht. Einverstanden?

Ja, also wenn Sie das schreiben… ich bin nun vier Jahre hier. Wenn wir gleich im ersten Jahr alles gewonnen hätten, hätte man gesagt: Der Kerl kam, sah und siegte! Das war nicht so. Dann hätte man nicht von einem Mentalitätswechsel gesprochen. So aber, weil wir nach vier Jahren diesen Titel geholt haben, ist es einfach zu sagen, wir hätten die Mentalität verändert.

Zumindest haben Sie sich weit aus dem Fenster gelehnt und gesagt, Sie würden nicht ohne Trophäe aus Bern weggehen.

Klar und ich übernehme die Verantwortung dafür. Daran wurde ich gemessen. Ich hatte aber nie Probleme damit. Ich habe in diesem Metier immer versucht Klartext zu reden. Nicht unüberlegt, aber Klartext, mit möglichst wenig Filtern. Aber zuerst musst du solch ein Ding halt schon gewinnen. Die ganze Geschichte dahinter, diese 32 Jahre, die habe ich erst später erfahren, als ich das schon gesagt hatte. Die Story begann irgendwann schon zu nerven im Alltag. Ich identifiziere mich mit den Leuten hier. Wir Insulaner haben eine natürliche Nonchalance. Ich habe begonnen, mich gegen diese aufzulehnen. Ich wollte nicht, dass man mich in diese Schublade steckt.

Keine Nonchalance. Aber vielleicht ist es eine gewisse Leichtigkeit des Seins, die sie nach Bern gebracht haben. Es war wohl genau das, was hier fehlte.

Ich weiss nicht, wie es vorher war. Das ist für mich also schwierig zu beurteilen.

Es war schon, wie soll man sagen: schwerer…

Ich habe eine gewisse Leichtigkeit, das stimmt. Ich kam hierher mit der Mentalität eines Kindes, das sich amüsieren will. Das Spass am Fussball haben will. Denn damals sagte ich mir: In Bern wirst du kaum lange bleiben! Ich will spielen, Tore schiessen, Selbstvertrauen zurückgewinnen. Natürlich will jeder zuerst das Beste für sich selber. Das war natürlich egoistisch, diese erste Idee. Doch man kennt die Fortsetzung der Geschichte...

Was ebenso wichtig war, ist Ihre Verletzung. Für die Mannschaft, weil die begriff, dass es auch ohne Hoarau geht. Und für Sie, weil Sie sich alle Zeit der Welt lassen konnten, um zurückzukommen.

Das hat allen gut getan! Natürlich mir zuerst. Denn es wurde schon langsam mühsam, ständig monatelang zu fehlen. Aber kein Spieler darf in einer Mannschaft unersetzlich sein. Es gibt Schlüsselspieler, ja. Wenn ich ein Egoist wäre, wäre ich geschmeichelt, wenn mir die Leute sagen: Schau, ohne dich gewinnen sie nicht. Aber wenn die Mannschaft nicht gewinnt, heisst das auch, dass auch ich nichts gewinne. Nein, es hat mir gutgetan, die Mannschaft ohne mich derart aufblühen zu sehen. Diese Euphorie gab mir den nötigen Schwung, um zurückzukommen. Denn ich hatte es satt, die Spiele immer von der Tribüne aus ansehen zu müssen. Aber ich habe dann tief in meinen Körper geschaut und festgestellt, ich müsse ihm nun die nötige Ruhe verschreiben! Seither rollt es!

Haben Sie je an Ihrem Versprechen gezweifelt?

Ich habe mir immer gesagt: Solange mein Vertrag noch läuft, kann ich das Versprechen einlösen. Gezweifelt also nicht. Aber als wir mehrmals nach wenigen Runden schon zehn, zwölf Punkte Rückstand auf Basel hatten, da wurde das schon belastend. Wir wussten aber, wo das Problem liegt: am Saisonstart. Wir wussten also, dass wir das korrigieren mussten. Als es uns diese Saison gelang, zum Beispiel mit dem 2:0-Sieg im ersten Spiel gegen Basel, haben wir nicht mehr losgelassen.

Wie kamen Sie auf die Idee dieses Versprechens? Es gab Präsidenten, die bloss von der Phase drei sprachen, was ja völlig harmlos war, und dafür geteert und gefedert wurden?

Weil ich so denke. Diese Worte kamen ganz natürlich. Und weil ich spürte, dass es Änderungen brauchte. Natürlich brauchst du Kontinuität und Stabilität. Aber ebenso braucht es den Moment, der wehtut. Ich wollte damit bloss die Palme etwas schütteln. Aber ohne zusätzlichen Druck aufzuladen. Das sollte keineswegs arrogant klingen.

Adi Hütter geht weg. Was bedeutet das für YB?

Dass wir nun das Double holen! Er wird nun erst recht alles dafür tun, um diesen Final zu gewinnen. Aber er wird kaum der einzige bleiben, der gehen wird. Die jungen und erfolgreichen Spieler erhalten Angebote. Das hat längst eingesetzt. Wir sind wohl ein Kollektiv. Aber jeder hat da seine eigene Karriere. Wir sind alle nur Reisende. Dass der Coach geht, gehorcht einer gewissen Logik. Das überrascht nun wirklich niemanden. Der Meistertitel von YB hat Schlagzeilen in ganz Europa gemacht. Ich kann ihm nur sagen: Adi, meine Türe steht Dir immer offen! Alles Gute!

Ich habe gehört, auch mit 34 Jahren höre das nicht auf mit den Angeboten. Es seien Ihnen zahlreiche ins Haus geflattert?

Ach so? ich habe ja gesagt: Junge UND erfolgreiche Spieler… Aber ich ordne jetzt alles der Champions League unter. Wenn wir das mit YB schaffen, das wäre die nächste komplette Ekstase! Aber heute denke ich nicht: Was brauche ich noch? Viel eher sagen mir viele: Mensch, Du hast mit YB die richtige Wahl getroffen!

Wie wichtig war Adi Hütter für den Titel?

Enorm wichtig! Er hatte ja schon im Herbst verschiedene Angebote. Und sagte damals: Nein, ich will das mit YB zu Ende bringen. Das war für die Mannschaft sehr wichtig zu spüren: Er steht zu 100 Prozent hinter uns!

Also kein Problem damit, dass er nun geht, kaum ist der Titel unter Dach und Fach?

Kein bisschen! Ich bin ohnehin nicht legitimiert, in dieser Hinsicht auch nur die geringste Kritik anzubringen. Man soll auf einen vorbeifahrenden Zug aufspringen. Ich habe es auch getan, als ich nach China ging. Und dies nur wegen dem Geld! Dazu stehe ich. Und auch deshalb darf ich nicht sagen: Bleib hier, wir wollen doch zusammen in die Champions League. Und ich bin sicher, dass YB wieder eine gute Lösung präsentieren wird.

Sie haben einst gesagt, Sie wären ohne Musik nicht derselbe Fussballer.

Musik ist mein anderes Ich. Das ist eine Frage des Ausgleichs, des Gleichgewichts. Es gibt keinen Menschen, der Musik nicht liebt. Jeder hat seine Musik, die ihn zum Weinen, zum Lachen, zum Tanzen bringt. Ich liebe es zu komponieren. Das ist für mich ein Mittel, mich auszudrücken. Der Mensch ist noch nicht geboren, der mir sagt: Musik oder Fussball!

Es gibt aber keine Klausel in Ihrem Vertrag, wonach Sie auch an Samstagen vor einem Spiel Konzerte geben dürfen? Dieses Gerücht geht um.

Gerüchte sind in diesem Business allgegenwärtig. Ich bin doch kein Idiot! Was mich an dieser Geschichte nervt: Ich habe ein Image, das ich genau kenne. Aber das heisst nicht, das ich dauernd Party mache, nur weil ich Musik liebe. Aber die Leute kürzen da oft ab. Vor allem als ich verletzt war, hiess es, ich arbeite nicht seriös, weil ich da mehr Zeit für die Musik hatte. Mein Leitmotiv ist der Respekt. Und zuerst respektiere ich mich selber. Ich bin Spitzenfussballer. Und mache alles, um in diesem Job erfolgreich zu sein. Immer die Türe offenlassend, auch ein bisschen Musik zu machen, solange ich gute Leistungen abliefere.

Aber sind Sie da nicht auch ein bisschen mitschuldig, wenn Sie das in den Sozialen Netzwerken posten?

Ich mache das, um «in» zu sein. Wie jedermann. Oder wenn ich ein Mini-Konzert gebe, poste ich das. Denn ich spiele das auch mit Kumpels, die man nicht kennt. So kann ich diesen helfen. Was dann gewisse Leute denken, ist mir egal. Mein Ziel ist es eher, eines Tages eine einsame Insel zu kaufen… Ich gehe selten aus. Mein Lieblingsklub in Bern heisst «at home».

Ihr Image ist Ihnen aber wichtig?

Schon. Wäre ich der grösste Idiot auf der Welt, aber der beste Fussballer, wäre ich nicht glücklich. Ich will auch als Mensch ein gutes Image haben. Und das ist mir bisher nicht so schlecht gelungen, denke ich.

Geht die Meisterparty am Sonntag auch als Mini-Konzert durch?

Das wird eine echte Party sein! Wir haben bereits geprobt. Ich singe mit Open Season den Meistersong.

Aber nicht nur.

Nein, ich werde ein bisschen auf der Bühne rumlungern. Auch mit Züri West und Lo & Leduc. Auch wenn die Bärndeutsch singen… Es wird viel improvisiert sein und den Fans sicher viel Spass machen.

Es gibt da eine Parallele zum Meistertitel von YB: Die sind auch Berner und die ersten Schweizer seit vier Jahren, welche die Spitze der Charts erklommen haben.

Lo hat mir gesagt, er habe eine französische Übersetzung von «079». Also werde ich das wohl singen.

Sind Sie Kuno Lauener schon mal begegnet?

Nein. Ich freue mich darauf. Züri West ist immerhin THE Band de la Suisse, sehr eng mit YB verbunden.

Kennen Sie Patent Ochsner?

Ja, klar. Wegen «Gäubschwarz». Aber der Typ hat gesagt, er könne mit Fussball nichts anfangen. Er stehe auf Eishockey (lacht).

Und Sie? Wie oft haben Sie den SC Bern live gesehen?

Zweimal. Beim zweiten Mal habe ich die Regeln ein bisschen besser verstanden. Es war ein Playoff-Spiel letzte Saison, als sie Meister wurden. Die Ambiance war unglaublich! Ich habe mir gesagt: Wenn wir das auch mal hinkriegen... Und diese Saison haben wir es hingekriegt!

Was macht Hoarau nach der Karriere: Trainer oder Musiker?

Es gibt in mir etwas, das mir sagt: Du hast soviel mitbekommen, behalte nicht alles für dich! Gib das weiter! Wir Spieler sind doch Bibliotheken. Ich kenne die Antwort noch nicht auf die Frage, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Vielleicht will ich das herausfinden. Als Trainer? Eventuell eher im Management. Vielleicht finde ich eines Tages auch heraus, dass ich eher Entertainer bin und auf die Musik setze. Ich weiss es nicht.

Spielen Sie Instrumente?

Ein bisschen Gitarre, Piano und Schlagzeug.

Welches am liebsten?

Gitarre. Ich habe mir alles autodidaktisch beigebracht.

Was sind Ihre Lieblingssänger?

Ui, die leben alle nicht mehr. Bob Marley, Michael Jackson und Amy Winehouse. Leider habe ich sie nicht live gesehen.

Wer hat Sie live am meisten beeindruckt?

Sting. Das war artistisch gigantisch. Und die Red Hot Chili Peppers. Als ich die sah, dachte ich: Mann, sind die Jungs verrückt! Im Moment schaue ich mir aber eher Dokumentation auf Netflix an. So über Kurt Cobain oder Avicii. Ich habe im Fussball ein Gleichgewicht gefunden. Wenn ich diese Biographien sehe, denke ich: In dieses Business will ich doch nicht einsteigen. Das ist ungesund.

Was ist Ihr Lieblingsalbum?

Alle Alben, ja jeder Song von Bob Marley. Dazu «Bad» und «Thriller» von Michael Jackson.

Wie kam es zum Meistersong mit Open Season?

Vor zwei Jahren habe ich mit Open Season zusammen die Idee gehabt, einen Song für die Euro 2016 zu machen. Ich sagte mir: Wenn die Schweiz unseren Song nicht will, singen wir ihn halt in Frankreich. Der offizielle Song wurde dann jener von Gustav. Open Season und ich kamen dann überein, einen neuen Song zu schreiben sobald YB Meister ist. Aber wir hatten die Zeit nicht mehr. Also haben wir eine Neuversion des Songs von 2016 gemacht. Weil ich unbedingt etwas Bärndeutsches drin haben wollte, habe ich die Rapper von Wurzel 5 angefragt, einen berndeutschen Teil beizutragen. Et voilà!


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 99340.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Mai 2018, 11:44 
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«Vielleicht setze ich mich mit YB an einen Tisch»

Mit dem Meistertitel hat Guillaume Hoarau ein Versprechen eingelöst. Vor dem Cupfinal sagt er: «Ich wollte mich in der YB-Geschichte verewigen.»

Das grosse Fest ist vorbei.
Guillaume Hoarau: Und es war unglaublich. So etwas habe ich noch nie gesehen. Mit PSG habe ich eine Meisterfeier verpasst, weil ich direkt davor ins Ausland gewechselt bin. Und die Cupfeier, die ich erlebt habe, war nicht annähernd so etwas wie am Sonntag. Familie und Freunde aus La Réunion waren da und meinten nur: C’est fou, das ist verrückt und wunderschön!

Hätten Sie in Bern so etwas ­erwartet? Sie sind jetzt auch schon ein Weilchen da.
Ich war überrascht, wie gross das Interesse war. Und wie einer der wichtigsten Plätze des Landes zum YB-Platz wurde. Das Lachen, das Glück in den Gesichtern der Leute, all das wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.

Wie schwierig ist es jetzt, den Fokus auf den Cupfinal zu richten?
Klar, wir waren nun fast einen Monat lang mit diesem Meistertitel beschäftigt. Aber wir haben ja nicht drei Wochen nonstop gefeiert, sondern wir haben vor allem das Gefühl geniessen wollen. Am Morgen aufzustehen und zu wissen: Wir haben es geschafft, wir sind Meister. Und mit dieser ­Gewissheit kann man so ein Endspiel voller Selbstvertrauen angehen. Wir werden bereit sein!

Mit dem Final geht auch eine denkwürdige Saison zu Ende.
Das werden die letzten Stunden, in denen wir in dieser Konstellation zusammen sind. Das ist eine zusätzliche Motivation für den Sieg, es wird emotional. Aber das gehört im Fussball zum Geschäft.

Genauso wie der Abschied von Trainer Adi Hütter?
Durchaus, ja. Ich freue mich für ihn, weil Frankfurt noch den Cup gewonnen hat, vor allem aber, weil dieses Engagement eine grosse Anerkennung ist. Meine Karriere als Spieler geht langsam dem Ende zu, aber seine als Trainer hat vielleicht gerade erst richtig begonnen. Dieser Schritt hat auch YB wieder zu mehr Bekanntheit verholfen. In Europa nimmt man wahr, welch grossartige Arbeit hier geleistet wird.

Es ist zu befürchten, dass das nicht der einzige Abgang bleibt.
Wenn du wie wir eine siegreiche Mannschaft hast, ist das normal. Sein Team über längere Zeit zusammenzuhalten, das kann vielleicht Real Madrid, aber für alle andern gilt das Gesetz, dass es immer einen grösseren, stärkeren, vermögenderen Club gibt. Und als Meister, vielleicht als Cupsieger ist auch nicht der schlechteste Moment, um abzutreten. Es ist immer schön, wenn man den Leuten in guter Erinnerung bleiben kann.

Aber Sie bleiben ja noch ein Weilchen?
Ich habe einen Vertrag bis 2020. Also bleibe ich noch zwei Saisons.

Mindestens.
Mindestens, ja.

Sie gehen nicht, weil Sie früher schon oft genug gegangen sind?
Vielleicht auch, ja. Wenn ich gehen wollte, hätte ich bestimmt irgendwie die Möglichkeit dazu. Aber ich wüsste nicht, warum: Ich habe wunderschöne Momente gehabt, die Aussicht auf weiteren Erfolg, einen neuen Vertrag. Ich bin sicher: Wir werden auch nächste Saison eine sehr starke Mannschaft haben. Deswegen kann ich hier wunderbar arbeiten. Und mit 34 muss man auch etwas zur Ruhe kommen neben der Arbeit. Auch das kann ich hier gut.

Bei welchem Angebot würden Sie schwach?
Wenn morgen Los Angeles Galaxy anruft, mir einen tolles Angebot mit einem Plattenvertrag bei Universal Music und einem Schauspielengagement in Hollywood macht, dann vielleicht, ja, dann vielleicht (lacht).

Und wie weit fortgeschritten sind Ihre Pläne für den fussballerischen Karriereabend?
Ich mache mir über vieles Gedanken. Bei Vertragsende bin ich 36 Jahre alt, aber es gibt Sportler, die machen bis 40, 42 weiter. Da kann noch viel passieren. Vielleicht setze ich mich mit YB an einen Tisch, und wir besprechen, wie wir weiter zusammenarbeiten könnten. Vielleicht gehe ich aber auch einfach nach Hause, auf meine Insel (lacht).

Von dort aus haben Sie eine ungewöhnliche Karriere gestartet, Le Havre, Paris, China, Bordeaux. Und jetzt lebt der Kosmopolit Hoarau in Bern.
Das ist kein Widerspruch. Überhaupt halten mich viele für einen «fêtard», einen, der viel unterwegs ist und ausgeht. Das stimmt nicht. Ich bin einfach sehr extrovertiert, lache, singe gerne, mache Musik, umgebe mich mit Leuten. Aber ich lebe auf einem Bauernhof, ausserhalb der Stadt...

... etwas, das in Paris niemals möglich gewesen wäre.
Tatsächlich habe ich dort auch ­jeden Tag viel Zeit im Auto verbracht, weil ich nicht mitten in der Stadt leben wollte. Da hat es mir zu viel Lärm, den mache ich lieber selber (lacht).

Man erinnert sich an Ihr erstes Training bei YB 2014. Bob Marley als Tattoo, lockere Sprüche, das Flair eines Weltbürgers. Kaum einer dachte, dass Sie länger bleiben würden als ein Jahr.
Ich kam hier an und kannte nicht viel. Den FC Basel aus der Champions League. Aber ich hatte wenig Ahnung von YB und dieser spannenden Geschichte. Deshalb habe ich im Herbst auch mein Titelversprechen abgegeben, weil ich mich in dieser Geschichte unbedingt verewigen wollte.

Ein Versprechen, das Sie ­souverän eingelöst haben.
Ich sprach damals von Trophäen und bin überglücklich, ist es der Meistertitel geworden. Die Meisterschaft ist ein Marathon, ein enorm schwieriger und deshalb spezieller Titel, der höchste Anerkennung verdient. Die titellose Zeit so zu beenden, ist grossartig.

Es ist auch eine Leistung, die künftig verpflichtet.
Klar, es gibt jetzt nicht mehr nur den FC Basel, wenn es um Titel geht. Diese Rolle haben wir uns erarbeitet, und wir verdienen sie auch. Und ich würde auch nie verneinen, dass wir am Sonntag ­Favorit sind. Wir sind Meister, spielen zu Hause. Aber es braucht dennoch eine Topleistung.

Aber lastet nach dem ­Meistertitel etwas weniger Druck auf den Schultern?
Die Erleichterung nach dem Meistertitel war immens, ja, vor allem beim Publikum. Aber jetzt, in den Tagen vor der Partie, werden wir schon genügend Spannung aufzubauen wissen.

Das Interesse ist riesig – haben Sie genug Tickets für all Ihre Freunde und Verwandten?
Natürlich ist unser Kontingent begrenzt. Marco Wölfli etwa hat so viele Freunde, er bräuchte 100 Tickets, er kennt ganz Bern!

Es sind ja irgendwie auch er und Sie, die in Bern für YB stehen. Er ist seit bald zwanzig, sie seit vier Jahren im Verein.
Die Beziehung, die zwischen mir und dieser Stadt entstanden ist, ist schon sehr speziell. Mit dem Titel ist sie noch einmal fester geworden. Das berührt mich sehr.

Was spricht am Sonntag ­überhaupt gegen YB?
Gegen uns spricht nichts, höchstens auch etwas für Zürich. Sie haben den gleichen Weg in den Final hinter sich. Und sie haben starke Figuren im Team, haben erfahrene und emotionale Spieler.

Sie denken an Ex-Teamkollege Michael Frey.
Ihn kenne ich natürlich noch, klar. Er wird in seiner Heimat besonders motiviert sein und grosse Lust auf diesen Titel haben. Aber das ist bei uns nicht anders.

Schmach gegen Buochs, Achtelfinal gegen Zürich, Out gegen Winterthur – im Cup haben Sie mit YB bislang nicht brilliert.
Das stimmt. Ich weiss auch nicht wieso, haben wir doch schon seit einiger Zeit eine gute Mannschaft. Aber tant pis, um so mehr will ich diesen Titel jetzt holen.

In Frankreich haben Sie in Cup­finals Erfahrungen gesammelt.
Ich habe einen verloren und einen gewonnen. Gegen Monaco gelang mir damals in der Verlängerung der entscheidende Treffer, lustigerweise in einem Spiel, in dem ich mich nicht gut gefühlt hatte. Das zeigt: Endspiele musst du einfach gewinnen, irgendwie.

Und am Tag danach geht es in die Heimat, nach La Réunion?
Ja, irgendwann nächste Woche, ich freue mich!

Wie muss man sich Guillaume Hoarau da vorstellen?
Relaxed (grinst). Ich bin viel um meine Familie herum, nehme es locker. Die Leute kennen mich, aber sie sind zurückhaltend, angenehm, eigentlich wie hier in Bern. Schön, wie es die Leute noch bewegt, wenn man bedenkt, dass ich mit 19 Jahren von dort wegging.

Und dort verfolgen Sie die WM?
Ich schaue mir bestimmt Spiele an. Aber im Urlaub darf es auch mal etwas weniger Fussball sein.

Wer ist für Sie Favorit?
Frankreich, Brasilien, Spanien. Die üblichen Verdächtigen.

Und mit wem aus der ­französischen Nationalmannschaft ­haben Sie noch Kontakt?
Mit Goalie Steve Mandanda, mit Dimitri Payet, er hat sich ja leider verletzt. Klar, die würden mir eine SMS beantworten. Aber ich sage: Im Fussball hat man nicht viele Freunde, man pflegt Bekanntschaften.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/13706672

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Freitag 25. Mai 2018, 17:25 
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Der YB-Meisterheld im Gespräch mit Kabarettist Bänz Friedli

Guillaume Hoarau: «Ich wär lieber ein besserer Papa»

In seinem Programm «Ke Witz» verhandelt Autor und Kabarettist Bänz Friedli das ewige Scheitern von YB. Für die «Schweizer Illustrierte» trifft er nun Guillaume Hoarau, den Mann, der wesentlich zum Titelgewinn beigetragen hat.

Federnd schreitet er durch die Gänge des Stade de Suisse, grüsst lässig, posiert für Selfies und sieht aus, als käme er direkt von einem Laufsteg: Fila-Schuhe, die Socken über die beige Hose gestülpt, blaues Sakko, rote Mütze, darunter lugen die blondierten Haare hervor, und ein freundlich neugieriges Gesicht. Der imposante Schlaks ist der Rockstar des Schweizer Fussballs.

Guillaume Hoarau, stimmt es, dass Blonde – wie Rod Stewart sang – mehr Spass haben?
Ich wollte ein Zeichen setzen und hab den Garçons gesagt, dieses Jahr färbe ich mir die Haare blond. Alle wollten mitmachen.

Sie taten es dann Wochen vor den anderen.
Einer musste es halt ausprobieren.

Typisch! Sie waren auch der Erste, der sagte, er wolle mit YB Titel gewinnen – vor eineinhalb Jahren, als niemand davon zu träumen wagte.
Ich hatte das Gefühl, dass man sich etwas hinter der Überlegenheit von Basel versteckte, deshalb sprach ich es aus. Natürlich entstand dadurch ein gewisser Druck, aber manchmal brauchts den. Je ne regrette pas.

Sie brachten die Mentalität, die Dinge auszusprechen, nach Bern.
Finden Sie? So bin ich halt. Ich mochte Floskeln nie. Basel schien unschlagbar, aber man soll doch sagen dürfen, dass man gewinnen will – mit aller nötigen Demut.

Sie sind der einzige Fussballer, der nach entscheidenden Toren zugibt, dass Sie sich für sich selber freuen. Dann fürs Team. Schliesslich für den Klub. Alle anderen heucheln: «Ich bin froh, konnte ich der Mannschaft helfen.»
Ich sondere keine auswendig gelernten Phrasen ab. Man hat mich auch gewarnt: «Pass auf, Gui! Die Leute werden denken …» Aber ich träume von einer Welt, in der «die Leute» nicht «denken». Ich bin ich.

Und Bern ist Bern! Wer hier sagt, er wolle gewinnen, wirkt schon arrogant. 32 Jahre lang flirtete man mit der Niederlage.
Stimmt, mit den Jahren hat sich das offenbar eingeschlichen. Dass wir nun gewonnen haben, wird das Niveau der ganzen Liga heben.

Von Züri-West-Sänger Kuno Lauener gibt es den legendären Spruch: «Rang zwöi isch ou suberi Büez.»
Mais non! Der Zweite ist der erste Verlierer. Wir haben ein Ego und wollen nicht Zweite werden. Diesen Geist soll auch unser Meistersong «Stand Together, YB Forever!» rüberbringen.

Danke dafür! Bern war sich solch fröhliche Lieder nicht gewohnt. Hier dominiert seit Jahrzehnten e-Moll.
Um einen neuen Song zu schreien, fehlte die Zeit. Also haben wir ein Lied aufgepeppt, das die Band Open Season und ich 2016 aufgenommen hatten. Auch die Rapper von Wurzel 5 machten mit.

Wir führen dieses Gespräch auf Französisch. Sagen Sie mal etwas auf Berndeutsch!
Huere geil!

Wir müssen uns bei Michael Frey bedanken.
Ah bon?

Wäre er im Sommer 2014 nicht nach Lille gegangen, wären Sie nicht in Bern gelandet.
Eher müssten wir uns bei Marco Streller bedanken. Er liebäugelte im selben Sommer mit West Ham, blieb dann aber in Basel. Wäre er gegangen, hätte Basel mich wohl geholt. Stattdessen wurde es Bern. Ich kam an einem Punkt meines Lebens hierher, an dem ich Ruhe brauchte. Ich wohne auf dem Land, umgeben von Kühen, das ist super.

Verstehen Sie sich mit den Nachbarn?
Die sind total cool. Wir grillieren, singen und tanzen zusammen. YB erlaubt mir, nebenher meine Musik zu machen, solange die Leistung nicht leidet. Das wäre in Paris nicht möglich gewesen.

Sehen Sie die Musik als zweite Karriere?
On verra. Ich trete gern vor Leuten auf, merke aber auch, dass es dazu grosser Arbeit bedarf. Momentan schaue ich mir viele Dokus an: über Kurt Cobain, Amy Winehouse, Avicii. Ihre tragischen Leben zeigen die Kehrseite des Popgeschäfts. Mir fällt es leichter, vor 30'000 Leuten Fussball zu spielen, als vor zehn Leuten zu singen.

Sie sind ein Rockstar des Fussballs. Sex, Drugs and Rock ’n’ Roll sind Ihnen aber nicht erlaubt.
Besser so. Die Disziplin, die der Fussball erfordert, könnte mir später helfen, mich im Griff zu behalten, sollte ich mich für die Musik entscheiden. Wer high ist, dem droht der Absturz. Ich bin wie Obelix als Kind in den Zaubertrank gefallen. Ich kann gut drauf sein, ohne Alkohol zu trinken und zu rauchen.

Behagt Ihnen die Rolle als Stimmungskanone vom Dienst?
Das bin schon ich, aber das heisst nicht, dass ich ständig ausgehe und feiere, wie das manche behaupten. Im Gegenteil. Ich gehe fast nie aus.

Gibt es denn auch den Guillaume, der einsam und traurig ist?
Ja, natürlich. Es gibt auch den Guillaume, der manchmal weint.

Wünschten Sie, dass man diese Seite mehr wahrnimmt?
Ich glaube, die Leute sehen schon, dass ich auch eine sensible Seite habe. Aber wenn man im Team ein Leader ist, muss man halt auch in schwierigen Momenten vorgeben, alles sei gut. Das fällt mir manchmal sehr schwer.

Ist denn der überschäumende Guillaume eine Art Schutz, um den privaten nicht zu entblössen?
Absolut, ja. Der lockere Gui ist keine Maske, aber ein Schutz.

Nur nehmen manche wegen des Party-Images den Sportler nicht ernst.
Klar, wenn ich mich verletze, heisst es: Kein Wunder bei dem Lebenswandel! Aber solche Stimmen darf man nicht beachten. Ich muss niemandem etwas beweisen. Ich halte mich an Nelson Mandela: Entweder gewinne ich – oder ich lerne daraus. Ich kenne keine Niederlage.

Wann sind Sie einsam?
Ich bin gern allein, aber oft vermisse ich die Grossfamilie, in der ich aufgewachsen bin. Meine Cousins sind meine besten Freunde. Diese Menschen, die mich gernhaben, kennen den wahren Gui.

Ihr Sohn wird bald zehn, er lebt bei seiner Mutter in Bordeaux.
Das ist sehr hart. Eigentlich wäre ich lieber ein besserer Papa als ein guter Fussballer. Leider gibt es im Leben auch Dinge, die wehtun. An dem Abend, als wir Meister wurden und das Stadion explodierte, waren überall jubelnde Kinder. Da hat es mich überwältigt, ich musste mich hinsetzen, mir kamen die Tränen.

Das waren keine Freudentränen?
Alles kam zusammen: Freude, Erleichterung und Trauer. Zu Beginn der Saison hatte uns der Coach gebeten, eine Vision zu zeichnen und in unserem Spind aufzuhängen. Ich zeichnete meinen Sohn mit dem Meisterpokal. Und nun hätte ich mir so gewünscht, er hätte es miterlebt.

Spielt Ihr Sohn Fussball?
Er ist Torwart. Aber neuerdings liebäugelt er mit Tennis.

Macht er Musik?
Er hat mal ein bisschen Gitarre gespielt, aber es hat ihm nicht gefallen. Vielleicht kommt das später. Ich brachte mir das Gitarrenspielen erst bei, als er zur Welt kam und ich ihm Schlaflieder vorsang.

Welches war der grösste Schritt in Ihrer Karriere?
Der Schwierigste war, von La Réunion nach Frankreich zu kommen, im Januar 2004. Überall Schnee! Ich hatte nie zuvor Schnee gesehen. Da war ich sehr allein und dachte: «Mein Traum war der Profi-Fussball, aber doch nicht das hier!»

"Wir glaubten den Rassismus überwunden, aber er ist überall. Mehr denn je"

Haben Sie je Rassismus erlebt?
Frankreich ist ein Land, das auf Immigration beruht. Für mich gibt es keinen Rassismus, deshalb nehme ich ihn auch nicht wahr.

In Bern kursierte ein Bonmot, das besagte: «YB-Tor: von Ballmoos. Verteidigung: von Bergen …»
«Rest: von Afrika.» Ich sah es und habe gelacht.

Sie finden das lustig?
Überhaupt nicht. Aber Lachen ist die beste Antwort. Ich komme von einer Sklaveninsel. Wir glaubten den Rassismus überwunden, aber er ist überall, mehr denn je. Nur: Diejenigen, die sich über zu viele Dunkelhäutige im Team beschwerten, sind bestimmt die Ersten, die beim Meistertitel gejubelt haben. Wenn du gewinnst, hast du keine Farbe.

Heute früh habe ich mit «Torriecher» geduscht. Hat meine Frau mir geschenkt.
Sie haben eine tolle Frau.

Sie sind der erste Fussballer in der Schweiz mit eigenem Duschgel. Wirkten Sie an der Kreation mit?
Man hat mir vier Duftnoten zur Auswahl gegeben. Ich durfte wählen.

Auch Ihre Rückennummer, die 99, ist zur Marke geworden.
Ich möchte in Bern wirklich Spuren hinterlassen. Und warum soll ich vom Erfolg nicht profitieren? Wer weiss, wann sie von mir die Schnauze voll haben.

Ach, kommen Sie! Bern vergöttert Sie. Sie sind längst unsterblich wie Geni Meier, Robert Prytz, Martin Weber.
Um Himmels willen – wir haben nur einen Pokal gewonnen! Bald einen zweiten, hoffe ich. Bern hat mir einen neuen Karriereschub ermöglicht, und es ist toll, dass ich etwas zurückgeben konnte. Aber das Leben geht weiter.

Was machen Sie in zehn Jahren? Trainer? Musiker?
Heute würde ich den Künstler bevorzugen. Ich bin nicht wirklich Musiker. Aber Entertainer. Ich liebe es, die Leute zu unterhalten. So, wie Sie es tun!

Ihr Lieblingssong?
Ich soll einen einzigen nennen? Unmöglich!

Sagts, greift nach der Fender Antigua, die bereitsteht, und spielt eine hinreissende Version des Metallica-Titels «Nothing Else Matters». Man erwartete ein grosses Ego und hat einen bescheidenen Menschen kennengelernt.

Bedacht seine Wortwahl, elegant sein Französisch, reflektiert seine Aussagen. Er ist am Gegenüber interessiert, fragt zuletzt gar, wann er eine Vorstellung von mir besuchen könne. Zunächst aber drücke nun ich ihm im Cupfinal die Daumen.


https://www.schweizer-illustrierte.ch/s ... serer-papa

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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Samstag 26. Mai 2018, 15:22 
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 Betreff des Beitrags: Re: (99) Guillaume Hoarau
 Beitrag Verfasst: Sonntag 12. August 2018, 21:31 
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Zitat:
Hoarau ist ein treffsicherer Jubilar

Guillaume Hoarau trifft in seinem 100. Ligaspiel für die Young Boys gleich doppelt zum 3:2-Sieg in Luzern. Es steckt viel Hoarau in der Erfolgsserie des Meisters zum Saisonstart.

Er sah ziemlich geschafft aus, wie er sich da mit schweissüberströmtem und leidendem Gesicht vom Platz schleppte. Für Guillaume Hoarau war nach 80 Minuten genug. Er hatte schliesslich auch einiges geleistet, dieser Senior im Team der Young Boys. 34-jährig ist der Stürmer inzwischen, die Partie am Sonntag war seine hundertste in der Super League für die Young Boys.

Aber treffsicher ist er wie eh und je. In Luzern erzielte Hoarau seine Liga-Tore 71 und 72 und hielt die traumhafte Trefferquote am Leben. In der neuen Saison steht sie bei einem Goal pro Partie. Deshalb steckt viel Hoarau in den vier Siegen in vier Spielen der Berner in dieser noch jungen Meisterschaft. In Luzern gewannen sie 3:2. Makellos führen sie die Tabelle an, die ersten Gegentore mussten sie erst in dieser Partie hinnehmen. In der ernsten Miene Hoaraus beim Abgang vom Rasen war vielleicht nicht nur Erschöpfung verborgen, sondern auch Routine.

Auf diese hatten sich die Young Boys etwas zu sehr verlassen. Nach Hoaraus Kopftor zum 1:0 in der ersten Halbzeit sowie nach seinem Penalty zum 3:1 dachten sie wohl an einen sicheren Sieg. Sie trauten den Zentralschweizern nicht mehr viel zu, die unter der Woche nach Griechenland gereist und mit einem 0:4 geprügelt nach Hause gekommen waren.

Doch die Luzerner legten immer wieder ungeahnte Kräfte frei und hätten gar einen Punkt gewinnen können. Entscheidend waren letztlich drei Szenen. Zwei führten zu einem Penalty, eine nicht. Aber alle drei waren gleich umstritten, vermeintliche Handspiele mit angelegten Armen und ohne wirkliche Bewegungen zum Ball. Hätte auch die letzte Episode dieser sonderbaren Serie zum Elfmeter und einem Tor geführt – Luzern hätte sich mit einem 3:3 für die Steigerung belohnt. Und YB hätte den Spannungsabfall bedauert. Aber dieses Mal blieb der Berner Kevin Mbabu unbestraft – und Hoaraus Jubiläum gelang.


https://www.nzz.ch/sport/hoarau-ist-ein ... ld.1410883

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