Registrieren    Anmelden    Forum    Suche    FAQ

 

 

 

     

 

 

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Spielerkabine




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 79 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Montag 28. Mai 2018, 09:33 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
28.05.2018

Bild

Zitat:
Steve von Bergen: «Das ist Quatsch»

Der YB-Captain liefert Erklärungen für die Cupniederlage. Und sagt, warum er nicht mehr versuche, Mitspieler vom Verbleib zu überzeugen. Und reagiert genervt auf ­Fragen nach Michael Frey.

Man hatte den Eindruck, dass YB im Cupfinal nie wirklich ins Spiel fand, warum?
Steve von Bergen: Die Zürcher ­haben uns mit ihrer physischen Gangart vor Probleme gestellt. Sie waren aggressiver, wir kamen zu oft zu spät. Und doch hatten wir vor der Pause durch Hoarau und Assalé zwei gute Chancen zum Ausgleich. Aber insgesamt erreichten wir nie die Dominanz wie etwa beim Heimspiel gegen Luzern, als wir in der Schluss­phase enormen Druck hatten entwickeln können.

Woran lag das?
Zürich war einfach bereiter als wir. Wir verloren den Ball zu oft zu schnell und mussten danach dem Gegner nachrennen.

Spielten die Feierlichkeiten der letzten Wochen eine Rolle?
Das ist Quatsch. Jeder sagt jetzt, wir hätten zu ausgiebig gefeiert. Nein, daran lag es wirklich nicht. Den Meistertitel zu gewinnen, war unser grosses Ziel, darauf ­haben wir lange hingearbeitet. Es war menschlich und richtig, ­haben wir den Titel gemeinsam mit unseren Fans ausgiebig gefeiert. Der Gegner war diesmal einfach besser.

Die Meisterschaft war seit Ende April entschieden. Hatte vielleicht dies einen Einfluss?
Beim 1:5 in Basel waren wir nicht bereit, erhielten eine Ohrfeige. Aber gegen Lugano haben wir ­sofort reagiert und gesiegt, wir ­haben auch bei GC gewonnen. Ich glaube nicht, dass dies einen Einfluss hatte. Der FCZ war diesmal besser, das müssen wir akzeptieren. Auch wenn es wehtut.

Trübt diese Niederlage die ganze Saison?
Wir wollten unbedingt zum ersten Mal seit 60 Jahren das Double gewinnen, das wäre fantastisch gewesen. Jetzt gerade überwiegt die Enttäuschung, diese Niederlage zu verdauen, braucht Zeit.

Aber der Moment wird kommen, in dem wir sehr stolz auf unser Erreichtes sein werden. Wir haben in der Super League und im Cup nur fünfmal verloren, wir ­haben erstmals seit 32 Jahren die Meisterschaft gewonnen, das ist ausserordentlich. Zudem ist der Meistertitel der deutlich wertvollere Erfolg.

Inwiefern?
Eine Meisterschaft dauert 36 Spieltage, da muss man ein ganzes Jahr lang konstant seine Leistungen erbringen. Der Cup hingegen wird in einem Spiel entschieden, da ist alles möglich.

Beeinflussten der bevorstehende Abgang von Trainer Adi Hütter, die Gerüchte um den neuen Trainer und die sich ­abzeichnenden Abgänge von ­Spielern die Leistung?
Als Profi kann man das problemlos ausblenden. Das wäre eine schlechte Ausrede.

Das Team wird in dieser Konstellation nie mehr zusammenspielen. Verspüren Sie Wehmut?
Klar wünschte ich mir, dass die Mannschaft zusammenbleibt. Aber ich bin kein Träumer. Zuerst gehe ich jetzt in die Ferien, leere den Kopf, lade die Batterien auf. Danach werden wir sehen, wie sich die Lage präsentiert. Wir haben einen Sportchef, der kümmert sich um solche Dinge.

Aber versuchen Sie nicht, den einen oder anderen Akteur von einem Verbleib bei YB zu überzeugen?
Wir haben in den letzten Wochen und Monaten oft darüber gesprochen. Aber der Trainer geht weg, einige Spieler werden uns auch verlassen, andere werden kommen. So ist das Geschäft.

Als sich Ende August der Abgang von Ravet zu Freiburg abzeichnete, sagten Sie, Sie könnten dessen Entscheid nicht nachvollziehen, da die Champions League in dem Moment greifbar nahe war. Wie sieht es nun aus, da YB im Sommer nur eine ­Hürde zur Königsklasse nehmen muss?
Ich kann nicht sagen, dahin oder dorthin zu wechseln, sei der falsche Schritt. Jeder muss das für sich entscheiden.

Sie hingegen verlängerten ­kürzlich Ihren Vertrag.
Ich bin glücklich und stolz, kann ich eine weitere Saison bei YB bleiben. Wir wollen uns unbedingt für die Champions League qualifizieren, das wäre noch ­einmal ein grosser Traum, der in Erfüllung gehen würde.

Letzte Frage: Hätte YB heute ein Akteur wie Michael Frey, der spielte, als gäbe es kein ­Morgen, gutgetan?
Haben Sie die Torschützenliste gesehen? Also, danke schön.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/12034460

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 18. Juli 2018, 10:53 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
18.07.2018

Bild

Zitat:
Steve von Bergen kurz vor dem Saisonstart: «Als Meister willst du den Titel verteidigen»

Am Samstag, 21. Juli, startet die Super League. Der Berner Stadtklub geht als Titelverteidiger an den Start. Captain Steve von Bergen gibt im Interview Auskunft über den Meistertitel, die Vorbereitung auf die neue Saison, Gerardo Seoane als neuen Trainer und warum er als 35-Jähriger noch immer gerne auf dem Fussballfeld steht.

Steve von Bergen, Sie sind letzte Saison mit YB Meister geworden. Hat man in der Vorbereitung auf die neue Spielzeit noch oft an das gedacht oder ist das abgehakt, da die neue Spielzeit vor der Türe steht und alles wieder bei 0 anfängt?
Steve von Bergen: Nein, das ist kein grosses Thema mehr. Es war ein wunderschöner Moment und wir haben diesen Titelgewinn auch angemessen gefeiert, aber er bringt uns jetzt nichts mehr. Es beginnt alles wieder von vorne.

Aber wie war dieser aussergewöhnliche Titelgewinn nach 32 Jahren?
Bild
Es war unglaublich, was wir da erlebt haben. Wir hatten kaum Zeit, um zu realisieren was wir geschafft haben. Aber wie gesagt ist es wichtig, dass wir vorausschauen und Training für Training und Wochenende für Wochenende nehmen.

Weshalb gelingt YB die Titelverteidigung?
Die Saison ist sehr lang. Bisher konnten wir unseren Kader gut zusammenhalten. Aber sehr wahrscheinlich wird schon noch der eine oder andere Spieler wechseln. Trotzdem: das Grundgerüst bleibt zusammen und so bleibt auch unser Teamspirit bestehen. Und schlussendlich ist klar: Als Meister willst du den Titel verteidigen. Das muss unser Ziel sein.

Welche Mannschaften erwarten Sie als grösste Herausforderer im Titelkampf?
Vor allem der FC Basel. Es ist normal, dass der FCB oben mitmischt. Es wäre auch spannend, wenn die Meisterschaft länger ausgeglichen wäre und vielleicht auch noch ein drittes oder viertes Team lange an der Tabellenspitze mitmischen könnte.

Wie schätzen Sie die Schwierigkeit ein, eine solche Top-Saison von letztem Jahr wiederholen zu können oder sogar noch zu toppen? Vor allem wenn man bedenkt, dass YB auch mindestens in der Europa League vertreten sein wird?
Es wäre ein Traum in Bern Champions League zu spielen. Die Europa League ist schon sicher, das gibt eine gewisse Sicherheit. Und auch im Pokal würden wir natürlich gern ähnlich erfolgreich auftreten wie in der letzten Saison. Mit dem Unterschied, dass wir gerne auch das letzte Spiel für uns entscheiden würden. Unter dem Strich ist es aber eine riesengrosse Herausforderung eine solche Saison zu wiederholen respektive noch toppen zu können. Es braucht viel Energie und täglich harte Arbeit in den Trainings. Die Saison ist lang – bis Weihnachten haben wir glaube ich fast 30 Spiele.

Kann es nicht sein, dass YB nach der letzten Saison der nötige Hunger fehlt und womöglich auch die nötige Substanz um den FCB nochmals bedrängen zu können?
Es wäre ein grosser Fehler, so zu denken. Wir sind Profis und haben eine entsprechende Einstellung zum Sport. Allein schon durch die Tatsache, dass ein neuer Trainer gekommen ist, kann sich auch kein Spieler sicher sein in der Stammformation zu stehen. Man will sich zeigen, beweisen und aufdrängen. Und wir wissen auch, dass es für andere Teams schwierig ist uns zu bezwingen. Das gibt uns ebenfalls ein gutes Gefühl für die bevorstehende Spielzeit.

Wie ist die Vorbereitung auf die neue Saison verlaufen?
Sehr gut. Wir hatten wenige verletzte Spieler. Dazu ist mit Gerardo Seoane ein neuer Trainer da, mit eigenen Ideen. Insgesamt haben wir im Vergleich zur Vorbereitung vor einem Jahr länger und intensiver trainiert. Vor allem haben wir an der Explosivität gearbeitet und wir konnten die neuen Spieler gut bei uns integrieren.

Was sind Ihre ersten Eindrücke vom neuen Trainer Gerardo Seoane und inwiefern unterscheidet er sich von seinem Vorgänger?
Er ist ein sehr kommunikativer, offener Typ. Er geht auf die Spieler zu und will mit uns reden. Auch seine Anweisungen sind klar. Gut finde ich auch, dass er nicht alles wechseln will, sondern nur kleine Veränderungen vornimmt. Sodass seine Handschrift erkennbar wird und wir uns Schritt für Schritt entwickeln können. Gegenüber Adi Hütter legt Gerardo Seoane etwas mehr Wert auf das taktische Grundverständnis und wie erwähnt sucht er auch etwas mehr den Austausch mit den Spielern.

Der grosse Ausverkauf ist bei YB bisher ausgeblieben. Auch die hochgelobte Offensive um Hoarau, Assalé und Fassnacht ist noch mit an Bord. Wie erklären Sie sich das?
Ich denke, dass die Transferaktivitäten bisher auch wegen der Weltmeisterschaft ausgeblieben sind. Deshalb dauert es etwas länger. Ich denke schon, dass der eine oder andere unser Team noch verlassen wird. Aber das spielt keine Rolle und ist kein Thema innerhalb der Mannschaft. Wir können das auffangen. Ich als Captain erwarte von solchen Spielern, dass sie, so lange sie da sind, Gas geben für YB. Und das tun sie.

Sie sind mit Marco Wölfli die Teamsenioren (beide 35), haben aber beide eine unglaublich gute Saison gespielt. Trauen Sie sich persönlich nochmals so eine gute Spielzeit zu?
Ja klar, sonst müsste ich ja nicht mehr mit dabei sein in dieser Spielzeit. Ich habe immer noch Lust und den Willen, in jedem Spiel auf höchstem Niveau agieren zu können. So lange ich konstant auf diesem Level spielen kann, macht es Sinn. Und als Captain will ich sowieso mit bestem Beispiel vorangehen.

Wie viele Spielzeiten hängen Sie nach dieser Saison noch an?
Ich mache mir diese Gedanken aktuell nicht und habe deshalb auch noch keine Ahnung, was nach meinem Karriereende sein wird.

Noch ein Ausblick in die untere Tabellenhälfte für die anstehende Saison: Für welche Teams wird es eng?
Eine Einschätzung abzugeben ist schwierig. Der Aufsteiger Xamax spielt auf hohem Niveau, die Spieler sind hungrig. Und sie können den Schwung vom Aufstieg mitnehmen. Beim FC Thun weiss man nie so recht und Lugano hatte letztes Jahr einige Mühe. Es wird spannend – auch weil es die Barrage wieder gibt und es in der Challenge League mit Servette, Lausanne und Aarau einige Teams mit viel Qualität hat.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/fu ... -132820467

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 30. August 2018, 11:52 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
30.08.2018

Bild

Zitat:
Captain Europa

Steve von Bergen führt YB als Captain erstmals in die Champions League. Mit 35 Jahren wächst sein Palmarès noch immer. Und noch immer hält er sich auf seinem Weg manchmal mit jenen auf, die nicht an ihn glauben.

Hunderte Leute waren da. Er wird sich darüber gefreut haben, er geht ja auch voran, als Captain, aber er würde nie überborden deswegen. Weil er weiss, dass es bei einer Niederlage vielleicht ein Dutzend gewesen wären.

Steve von Bergen ist ein ruhender Pol der Young Boys, die am Dienstagabend mit dem Coup von Zagreb und dem Einzug in die Champions League ein weiteres Kapitel zu ihrer bewegenden und neuerdings auch hoch erfolgreichen Geschichte hinzugefügt haben.

Am Mittwochnachmittag wurden sie von begeisterten Anhängern empfangen, es waren triumphale, fast trubelartige Szenen – mit dem bedächtigen von Bergen mittendrin.

Dieses stete Element tut ihnen gut, den Young Boys, sie begründen ihren aktuellen Erfolg auch auf solchen Figuren, die im Triumph auf Bedacht achten, in der Niederlage nach vorne blicken. «Ich bin einfach enorm stolz, dass diese Mannschaft immer an ihr Ziel geglaubt hat», sagte von Bergen noch in der grossen Nacht von Zagreb. Er sagt damit auch: Das Team hat ­daran geglaubt, andere nicht.

Was die anderen denken, hat Steve von Bergen noch nie interessiert. Oder etwa doch? Der 35-Jährige hat auch schon gesagt, dass er keine Zeitungen lese. Vergangene Woche, vor dem Hinspiel gegen Dinamo, hat er genüsslich darauf hingewiesen, dass ihn eine Boulevardzeitung vor einem Jahr nach dem unglücklichen Auftritt in der Qualifikation zur Champions League gegen Dynamo Kiew harsch kritisierte – und ihn als Captain schon abschreiben wollte.

Der andere Weg

Natürlich ist von Bergen noch immer da, auf die Kritik aus dem vergangenen Sommer hat er mit seiner wohl besten Saison als Profi reagiert, hat den Meister­titel mit YB gewonnen – und mit dem jüngsten Erfolg eine weitere Scharte ausgewetzt. Und es deutet momentan einiges darauf hin, dass für ihn und die Young Boys in dieser Saison noch ein weiterer Titel dazukommen könnte.

Als fünfzigfacher Nationalspieler, als drei-, vielleicht auch vier­facher Schweizer Meister, dazu womöglich als Cupsieger, als Teilnehmer zweier Weltmeisterschaften (2010 und 2014) und der Champions League, als Verteidiger mit über 350 Partien in der Super League und drei Stationen im Ausland, mit all diesen Verdiensten wäre er dann einer der erfolgreichsten Schweizer Fussballer.

Und das, obwohl er oft auch im Schatten anderer spielte, obwohl ihn und seinen Transfer bei YB 2013 anfänglich viele belächelten. Von Bergen spielte bei Hertha, bei Cesena und Palermo. Er spielte überall mindestens eine Saison. Andere wechselten im Halbjahrestakt, wenn sie nicht zufrieden waren, kreuz und quer über den Kontinent, immer auf der Suche nach der höheren Stufe.

Der Neuenburger hatte immer Kritiker, er sieht sie aber oft dort, wo sie vielleicht gerade gar nicht sind. Am Dienstag läuft er an einem Journalisten der Boulevardzeitung vorbei, will nicht mit ihm reden. Er liest zwischen den Zeilen, versteht zwischen den Worten. Er steht manchmal im Verdacht, etwas misstrauisch zu sein.

Womöglich hat ihn gerade das so weit gebracht. Die Demut im Triumph, der Weitblick in der Niederlage. In der Nacht vom Dienstag lächelte er still, ja, er geniesse diesen Augenblick auf jeden Fall. «Und wir werden viel lernen, in diesen Wochen», auch das sagte er noch, als ahne er, der Anführer einer zuweilen auch wilden, jungen Truppe, was in der Champions League auf die Young Boys zukommen könnte.

Die Fähigkeit, zu geniessen

Dass YB von den sechs Gruppenspielen in der Königsklasse kaum alle gewinnen wird, dass vielleicht die eine oder andere Lektion wartet und dass auch diese Sterne irgendwann einmal verglühen – so etwas weiss einer wie von Bergen. Aber es muss ihn in diesem Moment nicht interessieren, und vielleicht hat Steve von Bergen in seiner Karriere nebst all der Erfahrung auch die Fähigkeit erlangt, bewusster zu geniessen.

Am Dienstag jedenfalls sagte er: «Wir sahen in der Pause eine Chance entschwinden, die wir schon einmal hatten. Dieses Bewusstsein machte uns stark – und mich stolz.» Die Belegschaft hat von ihrem Captain gelernt. Auch wenn er selbst das nie so sagen würde.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/12803391

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Montag 24. September 2018, 09:07 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
24.09.2018

Bild

Zitat:
Steve von Bergen: «Das ist mir komplett egal»

YB-Captain ordnet das 7:1 gegen Basel ein. Und er sagt, warum der Charakter eine grosse Stärke der Young Boys ist.

Helfen Sie uns, dieses 7:1 ­einzuordnen.
Steve von Bergen: Die erste Viertelstunde war schwierig, weil wir müde Beine hatten. Doch als wir das erste Tor erzielten, übernahmen wir das Spieldiktat. Wir waren in jedem Bereich sehr gut. Hinten agierten wir abgeklärt, vorne hatten wird sieben verschiedene Torschützen – das ist einfach Klasse!

Was bedeutet dieses 7:1 für die Meisterschaft?
Es sind erst sieben Partien absolviert, die Saison dauert bis Ende Mai. Wir haben immer gesagt, dass wir den Titel erneut gewinnen wollen. Wollen wir dies erreichen, dürfen wir nie nachlassen. Momentan gelingt uns dies auf ­beeindruckende Art und Weise.

Was sagt Ihnen die Tatsache, dass sieben verschiedene ­Akteure die YB-Tore erzielten?
Wir haben ein starkes und breites Team mit einem super Charakter, in dem auch die Einwechselspieler Impulse setzen können.

Was sagt das 7:1 über den FC Basel aus?
Das ist mir komplett egal.

Waren Sie erstaunt, wie wenig Gegenwehr vom FCB kam?
Das Resultat kam nicht zustande, weil Basel nicht gut war, sondern weil wir eine sehr starke Leistung zeigten. Wir variierten das ­Spieltempo, waren ballsicher, ­dominant.

Die Wachablösung ist endgültig vollzogen. Einverstanden?
Wir haben seit über einem Jahr eine hervorragende Bilanz, sind nun wieder mit sieben Siegen in die Meisterschaft gestartet. Wir sind das beste Team der Schweiz. Aber es ist klar: Basel bleibt unser Hauptgegner.

Vier Tage nach dem 0:3 in der Champions League gegen Manchester United liess YB nie nach, wollte immer noch ein Tor mehr. Wie erklären Sie sich das?
Das ist eine Frage des Charakters. Und es ist nicht einfach, das zu schaffen, vor allem weil wir nach diesem happigen Programm schon Müdigkeit verspürten. Doch uns zeichnet aus, dass wir immer mehr wollen, wir ruhen uns nie auf dem Gezeigten aus. Am Mittwoch steht schon das nächste Spiel gegen St. Gallen an, es wird wieder bei null beginnen.

Werden Sie bis dahin ­ausreichend erholt sein?
Warum fragen Sie? Weil ich schon 35-jährig bin? (lacht). Es ist klar, dass bei mir die Erholung stärker im Fokus steht als bei anderen Spielern. Momentan gelingt mir dies ganz gut.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/18189668

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Sonntag 21. Oktober 2018, 23:26 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Freitag 21. Mai 2004, 11:37
Beiträge: 2738
Wohnort: Bern
Bild

https://www2.pic-upload.de/img/36145364 ... gen_01.jpg

Quelle: Bärner Bär, 16.10.2018

_________________
Bild


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Dienstag 23. Oktober 2018, 09:52 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
23.10.2018

Bild

Zitat:
Im Berner Adelsstand

YB-Kapitän Steve von Bergen erlebt heute Abend im Heimspiel gegen Valencia einen späten Höhepunkt seiner Karriere.

Das Wettangebot geht so: Spätestens in 5 Jahren trainiert Steve von Bergen Xamax!

Steve von Bergen lächelt, mit einer Mischung aus Belustigung und Entrüstung weist er jeglichen Verdacht von sich, an einer ambitionierten Trainerkarriere interessiert zu sein. «Ich habe noch nicht mal richtig mit einer Ausbildung begonnen», sagt er. Und: «In den letzten Jahren musste meine Familie oft extrem Rücksicht auf den Fussball nehmen. Das soll später nicht mehr so sein.»

Diesen Vorsatz haben schon viele gehabt, YB-Sportchef Christoph Spycher beispielsweise. Aber vom Fussball loszukommen, ist gar nicht so einfach. Und schon gar nicht für Menschen wie Spycher und von Bergen, klug und geerdet, mit Erfahrung, Sozialkompetenz, Führungsqualitäten. Steve von Bergen bringt jedenfalls vieles dafür mit, irgendwann als Fussballlehrer tätig sein zu können. Er befindet sich gerade auf Abschiedstour, aber das tat er im Grunde genommen letzte Saison ja auch schon.

Im Sommer lief sein Vertrag aus, es gab für seine Laufbahn drei Optionen: YB, Xamax, Feierabend. Der Neuenburger verlängerte um ein weiteres Jahr in Bern, Heimatverein und Ruhestand können warten. Und nun gibt es im Prinzip für die Zeit nach dem Sommer 2019 wieder diese drei Möglichkeiten: YB, Xamax, Feier­abend. Von Bergen sagt, er werde die Entwicklung abwarten. «So schnell werdet ihr mich nicht los», meint er schmunzelnd.

Alte Knochen,neue Gelassenheit

Steve von Bergen ist einen langen Weg gegangen, er hat 2000 in der NLA für Xamax debütiert, mit 17, und ist fast zwei Jahrzehnte später immer noch in der obersten Spielklasse unterwegs. Aus dem Schüler ist ein Lehrer geworden, der seinen Beruf mit Passion ausübt. Und von dem Christoph Spycher sagt: «Er ist für uns mit seiner Ausstrahlung und Art auf und neben dem Platz enorm wichtig.»

Vor dieser Saison hiess es bei YB, von Bergen werde vielleicht nicht mehr alle drei Tage spielen, sondern Pausen erhalten – und nun spielt von Bergen alle drei Tage, wenn es die Agenda so will, als wäre er nicht 35, sondern 25. «Zum Glück gibt es Länderspielpausen», sagt er. «Dann kann ich meine alten Knochen und Muskeln schonen.»

Auf diesem langen Weg mit von Bergen hat man sich gerieben und gestritten und aneinander gewöhnt, so sehr, dass heute sogar mal ein Witzchen oder eine Wette drinliegen. Kratzbürstig aber kann der Mann, der in Medienkreisen auch schon Journalistenfresser genannt wurde, immer noch sein, wenn er das Gefühl hat, ungerecht behandelt zu werden.

Dann kann er auch einmal monatelang Gespräche absagen. Weil sich von Bergen das leisten kann und leisten will. Polemik lehnt er aus Überzeugung ab. Mit sachlicher Kritik umzugehen aber, das kann selbst für einen wie ihn, der es direkt, authentisch, schnörkellos mag, zuweilen kompliziert sein.

Mehrere Zeitungen hatten den Sicherheitschef der YB-Defensive vor 14 Monaten nach einer Reihe missglückter Darbietungen in Zweifel gezogen. Von Bergen hat reagiert, und wie, er war ein Pfeiler des Meisterteams – und er ist auch im Champions-League-Herbst 2018 wieder eine Stütze. «In unserer Mannschaft herrscht eine tolle Stimmung», sagt er, «und wir haben eine ideale Mischung aus Routiniers, welche in der Kabine führen, sowie Talenten. Da fällt es jedem leichter, gute Leistungen zu zeigen.»

Lehrer für die Jungen, Lehrling in der Königsklasse

Möglicherweise ist Steve von Bergen fussballeraltersmild geworden. Zumindest ein bisschen. Vor 12 Monaten schrieb die «Berner Zeitung», der alte Mann habe sich neu erfunden. Und nun, mit mittlerweile 35, setzt von Bergen diesen Prozess entschlossen fort. Man spürt eine innere Ruhe, eine Genugtuung auch, der Erfolg mit YB hat ihn gelassener gemacht.

Von Bergen ist mit sich im Reinen. Zumal er den ultimativen Beweis erbracht hat, dass sich der 2013 unterschriebene Fünfjahresvertrag, prächtig dotiert, auch für seinen Arbeitgeber gelohnt hat. Wer die Young Boys nach 32 Jahren zum Meistertitel führt, darf sich «Von» nennen. Steve von Bergen ist gewissermassen in den Berner Adelsstand erhoben worden.

Sein Wert reicht weit über den Rasen hinaus, das bestätigen ­viele, zum Beispiel all die Yvon Mvogos und David von Ballmoose, Jordan Lotombas und Kevin Mbabus, Kassim Nuhus und Grégory Wüthrichs, die von ihm bei YB angeleitet wurden und werden. «Er nimmt sich viel Zeit für uns», sagt Mbabu, «und er strahlt immer eine grosse Ruhe aus. Man spürt, dass er eine riesige Erfahrung besitzt.»

50 Länderspiele hat von Bergen bestritten, er schlug an der WM 2010 mit der Schweiz den späteren Weltmeister Spanien, holte drei Meistertitel mit Zürich und YB, spielte in Bundesliga und Serie A, und nun erlebt er im fortgeschrittenen Fussballeralter auch noch die Sternenliga.

«Das sind besondere Spiele, die Champions-League-Hymne ist magisch», sagt er, «und wir haben ja eine richtig attraktive Gruppe erwischt. Leider für uns haben etliche Gegenspieler Weltklasseformat.» Auch er ist fasziniert von der Königsklasse, auf Trikotjagd jedoch geht er nicht. «Das hat mich nie gross interessiert, und heute bin ich zu alt dafür.»

Unbeschwert mit 25,unerschütterlich mit 35

Das Heimspiel heute gegen Valencia ist für die Young Boys die wohl letzte Gelegenheit, in den Kampf um Rang 2 oder zumindest Rang 3 noch einzugreifen. «Wir wissen, dass wir die perfekte Leistung benötigen, um Punkte zu gewinnen», sagt von Bergen. «Wir haben gegen Manchester United und bei Juventus 0:3 verloren und in Turin sogar eine Lehrstunde erhalten. Aber das ist vielen anderen Teams auch schon passiert.»

Und Valencia? Das sei zwar nicht wunschgemäss in die Saison gestartet, habe aber in den letzten Wochen gegen Barcelona und bei Manchester United unentschieden gespielt. «Wer von uns erwartet, dass wir diesen Gegner einfach so schlagen, lebt in einer Fantasiewelt.»

Realist von Bergen ist immer noch der beste YB-Innenverteidiger, beim 3:3 am Samstag in Zürich gegen den FCZ aber lief es auch ihm in der ersten Halbzeit nicht rund. Drei Tage später nun also Valencia, Königsklasse, von Bergen wird die Young Boys und speziell deren junge Buben wie immer führen, dirigieren, motivieren. Und er wird sich ­gewissenhaft vorbereiten, sein Arbeitstag dauert heute deutlich länger als vor 10 Jahren.

«Damals gab es fast nur Fussball für mich, heute habe ich Familie und zwei Kinder. Damals war ich schneller, heute hilft mir die Routine.» Und mit 25 sei er unbeschwert ins Training gegangen, nun würde er wohl einen Muskelfaserriss erleiden, wenn er auf den Platz liefe und gleich mal aufs Tor schiessen würde.

Sorgfältige Präparation sowie umfangreiche Regeneration gehören dazu, seit einem Jahr gönnt sich von Bergen sogar Massagen, er steigt jeden Tag unerschütterlich ein paar Minuten ins Eiswasser, lebt und ernährt sich gesünder. «Wenn man sieht, wie er täglich alles dafür tut, Erfolg zu haben», sagt YB-Trainer Gerardo Seoane, «weiss man, was für ein Vorbild er ist.»

Normaler Mensch,spezieller Fussballer

Von Bergen ist derart normal und old school, wie man im Jugend­slang sagt, dass er im bunten Fussballgeschäft mit all seinen Selbstdarstellern auffällt. Es ist ihm wichtig, Werte wie Anstand, Bescheidenheit, Demut vorzuleben. Aber manchmal muss er in der Kabine schmunzeln, wenn die Jungen sofort alles posten, ­liken, kommentieren auf Instagram, Twitter, Facebook oder welchen Apps auch immer.

«Das ist heute wohl so. Und sie sind so schnell. Ich muss nie Angst ­haben, irgendetwas zu verpassen.» Er besitzt zwar ein Smartphone, ein altes, das bald auseinanderfällt, Apps aber sind nicht seine Welt. «Ich brauche das Handy vor allem, um zu telefonieren. Ich werde nie verstehen, warum man sein Essen fotografiert und das ins Internet stellt.»

Solche Dinge muss Steve von Bergen nicht mehr begreifen. Die Sache mit der Trainerkarriere aber, die könnte irgendwann, vielleicht früher, vielleicht später, schon zum Thema werden. Möglicherweise wird er zuerst mal als Lehrling bei YB in den Betrieb einsteigen. 2019. Oder 2020. Und wenn sein Herzensclub Xamax 2023 einen Trainer sucht, könnte er bereit sein.


https://bazonline.ch/sport/fussball/Im- ... y/15435457

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 25. Oktober 2018, 09:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
24.10.2018

Bild

Zitat:
YBs Abwehrchef im Interview

Von Bergen: «Lukaku ist schon ein schöner Bube»

Nach dem ersten Punkt in der Champions League nimmt YB-Captain Steve von Bergen Stellung zur Situation um YB und seiner Person.

SRF Sport: Sie sind 35 Jahre alt. Wo tut es nach dem Match gegen Valencia überall weh?

Steve von Bergen: Vielleicht wäre es einfacher zu sagen, wo es nicht weh tut (lacht). Klar, mit 35 und einem solchen Spielrhythmus, da ist es am Tag nach der Partie ein bisschen schwierig. Mit dem ersten Punkt in der Champions League ist es allerdings deutlich besser zu ertragen.

Es wäre falsch, meine Karriere aufgrund unserer Ergebnisse zu beenden.

Neu an Ihrer Seite spielt nun öfters Sandro Lauper. Wie ist es, den Mittelfeldspieler in der Innenverteidigung neben sich zu haben?

Es passt gut mit ihm. Sandro kann sehr gut im Mittelfeld und, wenn es ihn braucht, in der Verteidigung spielen. Er hat eine unglaubliche Qualität mit dem Ball.

Haben Sie ihm vor dem Champions-League-Spiel etwas mitgegeben?

Wir haben nach der durchschnittlichen Leistung in Zürich ganz ruhig miteinander geredet und besprochen, wie wir agieren wollen. In der Champions League haben wir es dann sehr gut gemacht.

Schauen wir in die Zukunft und nehmen an, YB wird Ende Saison wieder Meister. Würden Sie dann lieber zurücktreten oder zu Xamax zurückkehren?

Das ist noch ganz weit weg. Es wäre auch falsch, meine Karriere aufgrund von Ergebnissen zu beenden. Entscheidend wird sein, wie viel Lust ich noch habe zu trainieren und alles zu geben. Auch wie ich mich körperlich fühle, wird entscheidend sein.

Wir haben Leute im Verein, die wirklich gesund und intelligent arbeiten.
Viele andere wichtige Spieler werden ebenfalls in naher Zukunft daran denken, YB zu verlassen. Wie sehen Sie die Zukunft der Young Boys?

Es wurde schon im Mai nach dem Titel viel geredet. YB würde 8 Spieler verlieren, hiess es damals. Mit Kasim Nuhu hat uns aber nur einer verlassen. Wir haben auch eine Philosophie. YB wird bei Abgängen für alle Eventualitäten bereit sein. Wir haben Leute im Klub, die wirklich gesund und intelligent arbeiten.

Wer war der fieseste Gegenspieler Ihrer Karriere?

Romelu Lukaku ist schon ein «schöner Bube» (lacht).

YB, Palermo, Genua, Cesena, Berlin, Zürich oder Neuchâtel: Wenn sie einen Klub wählen könnten: Welcher hat Sie in ihrer Karriere am meisten geprägt?

Da gibt es ganz klar 2. Meinen ersten Klub Neuchâtel, wo ich die Möglichkeit bekam, Profi zu werden. Jetzt bin ich seit 6 Jahren bei YB, was für mich schon viel ist. Mit 35 Jahren hier noch so unglaubliche Emotionen zu erleben, auch Champions League zu spielen, das ist ein Highlight meiner Karriere.

Das Gespräch führte Pascal Mäder.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... oener-bube

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 7. November 2018, 12:14 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
07.11.2018

Bild

Zitat:
YB in Valencia gefordert - von Bergen: "Die zweite Halbzeit muss in den Köpfen bleiben"

Die Young Boys stehen am Scheideweg: Die 4. Runde der Champions League heute Abend in Valencia (18.55 Uhr) entscheidet über die Europacup-Perspektiven der Berner.

Nach dem Match in Valencia werden die Young Boys ziemlich gut einschätzen können, was noch möglich ist in ihrer ersten Saison in der Champions League. Es sei vielleicht die letzte Chance, noch etwas zu erreichen, blickte Steve von Bergen voraus. Mit einer Niederlage würden die Chancen, im Europacup zu überwintern, gegen null tendieren, mit einem Remis könnte YB die Hoffnungen zumindest aufrecht erhalten, und ein Sieg wäre ein womöglicher entscheidender Schritt Richtung Platz 3.

Mit der zweiten Halbzeit aus dem Heimspiel gegen Valencia im Hinterkopf haben die Berner die Reise nach Spanien angetreten. Sie gibt ihnen Zuversicht, das nach dem ersten Tor und dem ersten Punkt in der Champions League am Mittwoch auch der erste Sieg möglich ist. 45 Minuten lang setzten die Berner den favorisierten Gegner daheim unter Druck. Mit der positiven Einstellung, die YB im Stade de Suisse auszeichnete, will die Mannschaft auch auswärts gegen den verunsicherten spanischen Vertreter agieren.

In Valencia werden die Bedingungen anders sein als in Bern, die Herausforderung im ungewohnten Umfeld und vor mehrheitlich gegnerischen Fans noch etwas grösser. Doch der Zeitpunkt scheint ideal, um etwas Zählbares aus dem 55'000 Zuschauer fassenden Estadio Mestalla mitzunehmen. Valencia steckt in der Krise, die sich seit dem ersten Aufeinandertreffen der beiden Teams durch ein Remis in Bilbao und eine Heimniederlage am Samstag gegen Girona noch verstärkt hat. Trainer Marcelino hat mit seinen hoch dotierten Spielern nach 11 Runden 16 Punkte weniger geholt als zum gleichen Zeitpunkt im letzten Jahr.

Die Defensive als Basis

An guten Angreifern fehlt es dem FC Valencia auch in dieser Saison nicht. Bloss treffen der Belgier Michy Batshuayi, der Franzose Kevin Gameiro und der Spanier Rodrigo, alles Internationale, kaum. Valencia ist die Selbstsicherheit, die YB national auszeichnet und gerade fürs Toreschiessen so entscheidend ist, abhanden gekommen. Von Bergen nimmt sich aber in Acht vor dem angeschlagenen Gegner mit dem grossen Potenzial und warnt davor, sich kopflos nach vorne zu werfen: "Das wäre total falsch!" Der Erfolg führt für den Captain und Abwehrchef über ein defensiv perfektes Spiel.
Eine Lektion haben die Berner in den ersten drei Champions-League-Runden gelernt: Fehler werden auf diesem Niveau bestraft und sind auch für die starke Berner Offensive kaum mehr zu kompensieren. Hinten gut stehen ist in der Champions League die Basis, die YB etwas verloren hatte mit den vielen Gegentoren im Oktober. Nun gelangen zuletzt zwei Zu-null-Siege gegen Nyon im Cup und gegen die Grasshoppers. Das ist zumindest gute Vorarbeit für die ungleich schwierigere Aufgabe in Valencia.

von Bergen: "Wir müssen unser bestes Spiel in diesem Herbst machen"

Der 35-jährige Abwehrchef und Captain der Young Boys, Steve von Bergen (Foto), fiebert dem Champions-League-Spiel vom Mittwoch in Valencia entgegen. Der Neuenburger ist durchaus guten Mutes, wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur SDA erzählt:

Steve von Bergen, im ersten Spiel gegen Valencia, bei diesem 1:1, war Ihre zweite Halbzeit besonders gut. Valencias Trainer sagte nachher, YB habe klar dominiert, sein Team sei eine Zeitlang überfordert gewesen. Können Sie in Valencia direkt an diese zweite Halbzeit anknüpfen?
Steve von Bergen: "Diese zweite Halbzeit muss hundertprozentig in unseren Köpfen sein, das ist klar. Wir wissen auch, dass dieses Spiel vielleicht unsere letzte Chance ist, in der Champions League noch etwas zu erreichen. Wir wissen nicht, was uns genau erwartet. Wir spielen auswärts, und es werden 40'000, vielleicht 50'000 Zuschauer dort sein. Trotzdem müssen wir auch dort diese positive Einstellung, dieses Tempo, diese Dynamik haben wie hier. Valencia hat momentan eine schwierige Phase in der Meisterschaft. Die Fans erwarten immer viel, wie vielleicht die Fans von Napoli."

In letzter Zeit hat YB immer in der zweiten Halbzeit zugeschlagen. Die 13 Tore in den letzten sechs Spielen in Meisterschaft, Cup und Champions League fielen alle nach der Pause. Man kann von einem Phänomen reden. Wie erklären Sie sich das?
"Es gibt nicht wirklich eine Erklärung. Aber sicher haben wir eine Ruhe und eine Stärke in der Mannschaft und die Überzeugung, dass wir in der zweiten Halbzeit gut sind. Auch zuletzt gegen GC war es am Anfang nicht so gut. Aber wir hatten diese Geduld, die wie eine Power ist."

Mit welcher Einstellung soll YB denn diesen Match angehen?
"Die drei anderen Mannschaften in unserer Gruppe haben damit gerechnet, gegen YB sechs Punkte zu holen, das ist klar. Valencia hat hier in Bern aber zwei Punkte gelassen. Für Valencia ist es jetzt eine Pflicht zu gewinnen. Sicher werden wir nicht von Anfang an nach vorn gehen wie die Verrückten, das wäre total falsch. Wenn es uns gelingt zu dominieren, dürfen wir nie vergessen, dass Valencia hervorragende Möglichkeiten beim Kontern hat. Also müssen wir defensiv ein perfektes Spiel machen. Wir müssen unser bestes Spiel in diesem Herbst machen, nicht nur die beste Halbzeit."

In der Meisterschaft war YB schon vor einem Jahr nach 13 Runden Erster. Jetzt sind Sie ebenfalls Erster und haben fünf Punkte mehr geholt als vor einem Jahr. Sie haben mit 14 Gegentoren wieder die beste Defensive. Und Sie haben 43 Tore erzielt, das sind 30 Prozent mehr als vor einem Jahr. Also haben Sie in der nationalen Konkurrenz von einem sehr guten Niveau ein noch höheres Niveau erreicht. Was sind die Gründe?
"Es ist nicht nur eine Arbeit von einem oder zwei Jahren. Einige Spieler sind viel länger bei uns. Die Kontinuität ist ein Grund, das Vertrauen ist ein Grund. Wir haben längst begonnen, an unsere Stärke zu glauben. So können wir auch mit mehr Ruhe und mit klaren Zielen arbeiten. Es ist nicht einfach, denn wir müssen uns ja manchmal alle drei Tage beweisen. Auch mental ist das nicht einfach. Nach einem Sieg fährt man ein bisschen herunter, aber ein paar Tage später muss man wieder hundertprozentig bereit sein. Gewinnen ist nicht selbstverständlich. Wir müssen arbeiten, um zu gewinnen."

Im Kader gibt es Spieler wie Nsame, Moumi Ngamaleu, Aebischer, Bertone, Garcia oder Schick, die bei YB meistens nicht in der Startformation stehen, die aber in vielen anderen Klubs der Super League wohl einen Stammplatz hätten. Wie finden sich diese Spieler mit ihrer Rolle zurecht?
"Es ist vielleicht nicht einfach für einen Spieler, wenn er im Cup gegen Biel spielen kann und nachher gegen Manchester United nicht. Aber jeder akzeptiert seine Rolle, jeder arbeitet. Es gibt eine Konkurrenz im Kader, eine gesunde Konkurrenz. Die Spieler kommen mit ihren Rollen gut zurecht. Sie beweisen es ja auf dem Platz. Moumi Ngamaleu rennt 14 Kilometer, Aebischer hat schon vier Tore gemacht in der Super League. Nsame fünf Tore, glaube ich. Und er hat jedes Mal sehr gut gespielt. Man kann nicht unbedingt von Stammspielern und Ersatzspielern sprechen. Natürlich gibt es eine Hierarchie mit erfahrenen Spielern. Aber es ist immer eine Mischung. Auch das ist eine Stärke von uns."

Sie spielten am Anfang ihrer Karriere neun Jahre bei Neuchâtel Xamax. Sie sind ja auch Neuenburger. In zwei Saisons mit dem FCZ wurden Sie zweimal Meister. Jetzt spielen Sie in der sechsten Saison in Bern. Welches ist der Verein Ihres Herzens?
"Die Zeit in Zürich war für mich unglaublich, und auch gut für meine Karriere. Aber man kann es nicht vergleichen mit dem, was ich mit Xamax und YB erlebt habe. Bei YB haben wir fünf Jahre gebraucht, um etwas zu erreichen. Was wir letzte Saison erlebt haben, erlebst du nur einmal im Leben. In Bern habe ich meine grössten Emotionen erlebt. YB hat eine andere Bedeutung. Ich fühle mich hier zu Hause. Ich liebe diesen Verein."


https://www.transfermarkt.ch/yb-in-vale ... 323030?rss

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Samstag 15. Dezember 2018, 14:03 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: Mittwoch 21. April 2004, 01:08
Beiträge: 15754
04.12.2018

Bild

Zitat:
Steve von Bergen und Simon Moser spielen schon mal Samichlous

Der St. Nikolaus-Tag, hierzulande «Chlousetag» genannt, der traditionell am 6. Dezember gefeiert wird und an dem der Samichlous zusammen mit Gehilfe Schmutzli den Kindern Mandarinen, Nüsse und Lebkuchen schenkt, findet für einige junge Glückspilze, die im richtigen Moment am richtigen Ort sind, in diesem Jahr schon ein paar Tage früher statt.

YB-Captain Steve von Bergen und SCB-Spielführer Simon Moser treffen sich im Stade de Suisse und in der PostFinance-Arena, um zu erzählen, wie in ihren Familien der «Chlousetag» und die Weihnachtszeit gefeiert werden. Klar, dass bei Steve von Bergen, stolzer Vater von zwei Töchtern, nicht gleich gefestet wird wie bei Simon Moser, der (noch) nicht Vater ist. Um schöne, vorweihnächtliche Fotos für den Bärnerbär vor die Linse zu bekommen, begibt sich unser Fotograf zusammen mit dem Fussball-Verteidiger und dem Eishockey-Stürmer ins Ende November bereits weihnächtlich geschmückte Wankdorf-Einkaufszentrum. Doch so einfach, wie es sich der Fotograf vorgestellt hat, kann er seine Vorsätze nicht in die Tat umsetzen. «Lue Mami, der Mösu u der vo Bärge», tönt es aus allen Ecken. Ob Klein oder Gross, die beiden sympathischen Aushängeschilder der Berner Erfolgsklubs werden sofort erkannt. Und so erhalten zahlreiche Kinder, ehe die Fotos geschossen werden können, von den beiden Captains, ohne vorher einen Spruch oder ein Versli aufsagen zu müssen, ein verfrühtes «Chlouse»-Geschenk, ein Autogramm statt eine Mandarine oder Nüsse. Wer die beiden Stars ohne Starallüren beobachtet, wer sieht, wie sie an jedes Kind ein persönliches Wort richten, würde ihnen ohne den geringsten Zweifel zutrauen, am 6. Dezember selbst in die Rolle des Samichlous zu schlüpfen. Doch leider fehlt dazu die Zeit. Die Young Boys stehen dann zwei Tage vor dem Spitzenspiel gegen Kantonsrivale FC Thun, der SCB reist tags darauf an den oberen Zürichsee für das Gastspiel gegen die Rapperswil-Jona Lakers. Und so müssen die Kinder wohl zumindest in diesem Jahr darauf verzichten, von den «Chlöisen» Steve und Simon zur Unterschrift auch noch mit Lebkuchen und Mandarinen verwöhnt zu werden.

Weihnachten mit der Familie

Aus Zeitgründen ist denn auch klar, dass sowohl in der Familie von Bergen als auch bei Mosers nicht der «Chlousetag», sondern ganz klar Weihnachten im Mittelpunkt der Festivitäten steht. In St. Blaise, am Wohnort der Grossfamilie des YB-Captains, wird das Fest vorgezogen und gleich nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen Xamax gefeiert, sonst bliebe überhaupt keine Zeit für Ferien. «Bei uns ist Weihnachten einmal im Jahr der Treffpunkt für die ganze Familie», sagt Steve von Bergen. Während die einjährige Tochter noch keine Wünsche äussert, sieht es bei der um sechs Jahre älteren Erstgeborenen anders aus. «Bei ihr dreht sich im Moment alles um Playmobil. Ob Prinzessinnenschloss oder Ponyhof – die Begeisterung kennt keine Grenzen und ich weiss jetzt schon, wie ihre Augen beim Öffnen des ‹Päcklis› glänzen und sie den ganzen Abend mit den neuen Spielsachen beschäftigt sein wird», berichtet der 50-fache Schweizer Internationale.

Einkäufe in Bern

Zusammen mit seiner Frau geht Steve von Bergen gerne in Bern auf Shopping-Tour, obwohl er durch und durch Neuenburger ist. Klar, dass hin und wieder auch in der schönen Stadt am grössten Schweizer See spaziert und eingekauft wird. «Doch gerade in der Vorweihnachtszeit ist es in Bern sehr schön, durch die Altstadt zu bummeln. Die Stimmung in der Stadt ist anders als sonst, die speziellen Weihnachts-Beleuchtungen, die Dekorationen und Lichter zaubern eine Stimmung unter die Lauben, die wir geniessen. Auch ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt beim Münster darf beim abendlichen Spaziergang nicht fehlen», sagt YBs Captain.

Ein bisschen Schnee

Auch der Emmentaler Simon Moser flaniert in dieser Jahreszeit gerne zusammen mit seiner Partnerin unter Berns Lauben. «Es ist eine herrliche Sache, in der Weihnachtszeit durch die Gassen zu schlendern. Die Lichter, die Stimmung am frühen Abend, das ist immer wieder aufs Neue ein schönes Erlebnis. Wenn jetzt noch ein wenig Schnee fallen würde, wäre das wirklich das Tüpfelchen auf dem i», findet der SCB-Stürmer.

Wünsche an die Mitspieler…

Als Vorbilder auf und neben dem Feld respektive dem Eis und als Teamcaptains haben die beiden Sportler selbstverständlich auch für ihre Mitspieler gute Wünsche bereit.

«Wenn jetzt noch ein wenig Schnee fallen würde, wäre dies das Tüpfelchen auf dem i» Simon Moser

Steve von Bergen: «Bei uns stehen zahlreiche Spieler aus fernen Ländern unter Vertrag, die während vieler Monate fern ihrer Heimat und ihrer Familie leben. Für all diese ist es besonders schön, für einige Tage nach Hause reisen zu können und im trauten Familienkreis zu feiern. Ihnen allen wünsche ich besonders geruhsame Tage und bin sicher, dass sie glücklich, ausgeruht und voller Tatendrang nach Bern zurückkehren.» Anders sieht die Situation beim SCB aus. Hier ist die Pause zwischen dem letzten Spiel im Jahr 2018, am 23. Dezember, und dem Tatzenderby am Berchtoldstag im Stade de Suisse (s. Kasten Seite 2) wesentlich kürzer, und somit bleibt keine Zeit für grosse Heimreisen, einige SCBler werden auch noch am Spengler Cup engagiert sein.

… und auf die andere Strassenseite

Steve von Bergen und Simon Moser verfolgen selbstverständlich auch
die Leistungen auf der jeweils anderen Seite der Papiermühlestrasse mit grossem Interesse. «Die YB-Spieler sollen jetzt zuerst einmal in Ruhe den Titel des Wintermeisters geniessen, sich ausruhen, wenn möglich ein wenig ans Meer fliegen und an die Sonne liegen, um dann mit vollem Elan wieder anzugreifen. Ich denke, dass YB die Wiederholung des Meistertitels in dieser Saison gelingen wird. Auf jeden Fall wünsche ich dies meinem Captain-Kollegen Steve und seinem ganzen Team.» Auch Steve von Bergen blickt oft über die Strasse Richtung PostFinance-Arena und drückt dem SCB die Daumen. «Es ist sehr schön, dass der SCB immer vorne dabei war und es immer noch ist. Bei uns war das ja nicht immer so, aber jetzt geniessen wir die Situation, dass beide Berner Grossvereine in der Rangliste oben stehen. Dem SCB wünsche ich den Titel und vor allem auch, dass alle Spieler gesund bleiben und ohne Verletzungen durch die Saison kommen.» Nachdem Steve von Bergen seinem SCB-Kollegen die heilige YB-Garderobe gezeigt hat und die Bilder im Wankdorf-Einkaufscenter doch noch im Kasten gelandet sind, macht sich das Duo auf Richtung PostFinance-Arena, wo Simon Moser seinerseits dem YB-Captain einen Blick in die SCB-Katakomben ermöglicht. Nach dem letzten Zwischenhalt mit dem Fotografen am Aargauerstalden mit der Altstadt im Hintergrund geht es für Steve von Bergen weiter in die Innenstadt. «Wo kaufe ich in Bern am besten Playmobil», will der Neuenburger wissen. Die Antwort aus dem Munde Simon Mosers kommt schnell. Höchste Zeit, dass sich der SCB-Captain aufmacht, selbst Playmobil zu kaufen.


https://baernerbaer.ch/baern/steve-von- ... amichlous/

_________________
Bild For Ever


Nach oben 
 Profil  
Mit Zitat antworten  
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
 
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 79 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8

Foren-Übersicht » www.ybfans.ch » Spielerkabine


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste

 
 

 
Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de