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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Sonntag 26. November 2017, 18:25 
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Verlängert YB den Vertrag mit einstigem Handicap?

Von Bergen (34) ist in der Form seines Lebens

Das Spiel in Belgrad hat es schonungslos ans Tageslicht gezerrt: YB braucht Steve von Bergen in seiner aktuellen Form unbedingt. Wird der Vertrag des Oldies nun gar verlängert?

Es gab Phasen, da war der 50-fache Nationalspieler ein Handicap. Blackouts, verlorene Duelle, Fehlpässe. Man munkelte bereits, der Neuenburger würde vorzeitig zu seinem Stammklub Xamax zurückkehren. Doch der Trend, der sich bereits in der letzten Rückrunde abzeichnete, setzt sich in dieser Spielzeit sogar verstärkt fort. Von Bergen ist mit 34 in der Form seines Lebens!

Ohne den Chef irrten Kasim Nuhu, Gregory Wüthrich und auch Kevin Mbabu im Partizan-Stadion zu Belgrad teils orientierungslos durch die Gegend. Die Folge: 1:2-Niederlage und das Out in der Europa League.
Der Vertrag des Captains läuft Ende Saison aus. Wird nun gar verlängert? Sportchef Christoph Spycher: «Zwischen uns herrscht ein grosses Vertrauensverhältnis, wir tauschen uns regelmässig aus. Wir haben ein erstes Gespräch geführt. Steve muss aber für sich die Frage beantworten, ob er als Spieler weitermachen will. Klar ist: Wir sind extrem zufrieden mit ihm!»

Bedeutet das also, dass YB verlängern will? Spycher: «Steve ist ein Top-Profi durch und durch. Und er spielt eine hervorragende Saison.» Das tönt dann doch schon wie eine Absichtserklärung einer Verlängerung. Sofern Von Bergen will.

Fünf weitere Verträge laufen bei YB aus. Die spannendste zweite Personalie ist jene von Miralem Sulejmani (28), in Abwesenheit von Von Bergen und Sékou Sanogo in Belgrad Captain. Hier ist klar: Der Spieler will bleiben, YB will verlängern. Spycher: «Er ist für uns ein wichtiger Spieler. Wir hatten ein offenes Gespräch, in welchem ich ihm auch sagte, dass wir zu Beginn nicht immer zufrieden waren. Seit ein paar Monaten ist sein Spiel aber sehr stabil.» Bleiben also nur noch die Vertragsmodalitäten zu klären? Ja, aber oft lauern die Stolperfallen in den Details.
Schick wird gehen

Anders als im Fall von Thorsten Schick (27), der auf der Aussenbahn die Nummer vier ist und nur sehr sporadisch spielt. Da ist der Wille zur Verlängerung beidseitig nicht vorhanden. Offen sind die Fälle von Goalie Nummer drei Dario Marzino (21), Marco Bürki (24) und Sven Joss (23).


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 49877.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 30. November 2017, 13:18 
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Alter Mann, neu erfunden

Steve von Bergen agiert seit Monaten über­ragend. Der YB-Captain sagt, er spiele nächste Saison mit 35 Jahren ganz sicher weiter. Entweder bei den Young Boys oder beim Heimatklub Xamax.

Pressetermine mit Steve von Bergen können mühsam sein! Wirklich? Wer dem YB-Captain Ende November 2017 gegenübersitzt, trifft einen freundlichen, red­seligen Menschen, was gar nicht unbedingt mit der charmant platzierten Einstiegsfrage verbunden sein muss. Also: «Wie fühlt man sich als bester, wertvollster Spieler der Super League?»

Steve von Bergen schmunzelt, vergewissert sich, dass sich die Frage nicht auf den Marktwert bezieht, schmunzelt noch mal, sagt in Steve-von-Bergen-Manier: «Das interessiert mich nicht.» Und es sei, das ist die Antwort auf die zweite Frage der Charme­offensive, auch keineswegs seine beste Saison. «Mit 23 Jahren war ich stärker. Und im Ausland kaum schwächer. Zudem ist es einfacher, gut auszusehen, wenn das Team so stark spielt.»

Eine Art Elder Statesman

Es ist ein angenehmer Zeitpunkt dafür, mit von Bergen zu reden. Seit Monaten agiert der Abwehrchef nach holprigem Saisonstart überragend. Er dirigiert das erfolgreiche YB, ordnet und stabi­lisiert die Defensive, ist das Gewissen des Teams.

Von Bergen hat sich neu erfunden. Keiner sagt oder schreibt mehr, es sei die Saison zu viel für ihn. «Ich kann mit Kritik umgehen», sagt er, «und hebe nicht ab, wenn ich gelobt werde.» Im Prinzip sei ihm egal, was geschrieben werde. «Aber die Wahrscheinlichkeit ist klein, dass ich mit Journalisten vom Boulevard in die Ferien gehe.»

Von Bergen ist bei YB eine Art Elder Statesman. «Es ist wie damals beim FCZ, als die Rumänen Iulian Filipescu und Mihai Tararache die Chefs eines sehr jungen Teams waren.» Zweimal gewann von Bergen mit Zürich den Titel, das war 2006 und 2007, nun bietet sich dem «alten Mann» (Eigen­beschreibung) diese Chance mit 34 Jahren noch mal.

«In Sion habe ich vor dem Anpfiff um mich geschaut und gemerkt, dass der zweitälteste bei YB 24 war.» Er sei zehn Jahre älter, sagt von Bergen gespielt entrüstet. Und, okay, der Musikgeschmack der nächsten Generation sei gewöhnungsbedürftig. Von Bergen teilt auch nicht das dringende Bedürfnis, alle Momente auf Instagram, Facebook, Twitter zu teilen. «Da bin ich nicht dabei», sagt er.

Der Reifeprozess von YB

Vor wenigen Wochen ist von Bergen zum zweiten Mal Vater geworden, der Sohn sorgt für kurze Nächte. Und die 6-jährige Tochter fiebert mit dem Fussball spielenden Papa mit. Deshalb geniesst von Bergen die freien Tage während den Länderspielpausen, den Rücktritt aus der Auswahl hat der 50-fache Nationalspieler nie bereut.

Sein Fokus gilt YB. «Wir sind selbstbewusst, der gute Saisonstart mit dem 2:0 gegen Basel half uns.» Und stets seien andere Spieler in Form. Als Guillaume Hoarau fehlte, erzielten Roger Assalé und Jean-Pierre Nsame viele Tore. Christian Fassnacht war sehr erfolgreich, seit er nicht mehr trifft, hat sich Miralem Sulejmani als Torschütze ausgezeichnet.

«Wir sind schwierig auszurechnen, die Mischung passt, die Jungen verbessern sich», sagt von Bergen. Der Reifeprozess sei beeindruckend. Das 1:1 vor einem Monat in Basel sei ein Beleg dafür, aber auch die 2:1-Siege zuletzt gegen Zürich und in Lugano. «Doch die Saison dauert noch lange, jedes Spiel ist anders. Man muss stets differenzieren.» Als Leitartikler beim «Blick», das lässt sich behaupten, wäre Steve von Bergen eine grobe Fehlbesetzung.

Er spielt 2018 weiter

Und so will der Captain das un­genügende Abschneiden in der Europa League (3 Remis in 5 Spielen) nicht schlechtreden. «Wir waren in keiner Partie schwächer und spielten gegen Spitzenteams aus Serbien, der Ukraine und Albanien. Da kann man nicht nur Siege erwarten.» Am Sonntag in Lugano hätte er nach 70 sehr mühevollen Minuten aber auch einen Punkt genommen. «Da war Glück bei unserem Sieg dabei. Doch wir sind ruhig und geduldig geblieben. Das zeichnet uns aus.»

Vor allem ihn, den manchmal knorrigen, zuweilen anstrengenden, stets engagierten Vorzeigeprofi. Von Bergens Fünfjahresvertrag läuft Ende Saison aus. Und auf einmal erscheint es nicht mehr unrealistisch, dass er auch danach für YB spielen wird. «Ich habe keinen Stress», sagt von Bergen. «Wir werden das besprechen, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.»

Eines sei aber klar: «Ich werde weiter Fussball spielen. Noch ein Jahr, vielleicht zwei Jahre, vielleicht drei Jahre.» Er werde jedoch nur noch Einjahresver­träge unterschrieben. «Ich will keinem Verein zur Last fallen.»

YB oder Xamax?

Den Wohnort wird von Bergen nächsten Sommer ohnehin nicht wechseln. Er lebt in Neuenburg, für ihn gibt es nur zwei Optionen, wo seine Karriere endet. «YB ist erster Ansprechpartner, Xamax mein Heimatverein.» Der Neuenburger Klub ist auf bestem Weg, in die Super League aufzusteigen. Verzichten die Young Boys auf von Bergens Dienste, würde ihn Xamax mit offenen Armen empfangen.

«Das ist alles weit weg», sagt der Neuenburger, «wir spielen alle drei, vier Tage, darauf konzentriere ich mich.» Zunächst steht der Cupviertelfinal gegen St. Gallen auf der YB-Agenda. Cupsieger wurde von Bergen nie, mit Xamax stand er 2003 mit 19 Jahren im Final – und war in Basel beim 0:6 gegen den FCB gesperrt.

Steve von Bergen hat viel ge­redet, er war offen wie selten, altersmild vielleicht gar ein bisschen. Gar kein Verständnis zeigt er für die mancherorts geführte Debatte, ob YB aufgrund seiner vielen dunkelhäutigen Fussballer möglicherweise bei einigen Leuten wenig Identifikationspotenzial besitze. «Das ist lächerlich und dumm», sagt von Bergen dezidiert. «Viele verschiedene Kulturen sind sogar gut für die Ka­bine. Es ist doch egal, ob einer ­Pakistaner, Südamerikaner, Nordafrikaner oder Russe ist. Entscheidend ist die richtige Mentalität.»


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/26052565

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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Samstag 16. Dezember 2017, 11:49 
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Steve von Bergen – der Normale

Steve von Bergen führte YB an die Tabellenspitze und erhält viel Lob – es ist eine späte Wertschätzung.

Bevor Steve von Bergen und Raphaël Nuzzolo beste Freunde wurden, waren sie Bettnachbarn. Es war bei einem Trainingscamp des U-18-Nationalteams, alle Welschen teilten sich ein Zimmer, aber Nuzzolo, der Bieler, und von Bergen, der Neuenburger, verband nicht nur die Sprache, sondern vor allem eines: «Wir waren normal», sagt Nuzzolo. Da waren all diese Burschen aus Zürich, Bern und Luzern, und alle meinten sie, die Grössten zu sein – jetzt, als Junioren-Nationalspieler. Nuzzolo und von Bergen meinten: «Die sind alle viel besser als wir.» Und sie freuten sich über jedes Aufgebot, weil jedes ja das letzte sein könnte.

Steve von Bergen ist normal geblieben. Fast zwei Jahrzehnte sind vergangen seit diesem Trainingscamp und fast eine ganze Fussballkarriere. Von Bergen ist heute 34 Jahre alt und Captain der Young Boys, Nuzzolo spielt bei Neuchâtel Xamax. «Was heisst normal? Wir sind halt wie andere Leute, zweimal die Woche essen wir mit unseren Familien im Migros-Restaurant», sagt von Bergen.

Seit bald fünf Jahren verteidigt von Bergen in Bern, er war Nationalspieler, 50 Länderspiele hat er gemacht, in dieser Vorrunde hat er YB an die Spitze der Super League geführt. Gerade wird von Bergen in den Medien überall gelobt. Vielleicht, weil man ihm nicht zugetraut hat, in diesem Alter noch so souverän zu spielen. Vielleicht ist es aber auch späte Wertschätzung für einen, der immer ein wenig im Schatten stand.

Zweimal Meister

Von Bergen galt nie als Talent. Sein Jugendtrainer sagte ihm einmal: «Du musst eins verstehen: Im Fussball gibt es Künstler und Arbeiter. Überleg dir, was du bist.» Und von Bergen dachte nach. «Ich wusste, wenn ich es einmal schaffen sollte, dann nur, weil ich hart arbeite, nicht wegen meines Talents», sagt er heute. Es gibt diese Geschichte aus der Rekrutenschule in Colombier, wieder teilten von Bergen und Nuzzolo sich ein Zimmer.

Sie waren kaum 20 und Jungprofis bei Xamax, am Nachmittag durften sie jeweils nach Neuenburg ins Training fahren. Aber wer so kompromisslos wie von Bergen an der Fussballkarriere arbeitet, der kann nicht auch noch Marschieren und Schiessen üben, und als der Besuchstag kam, sagte der Vorgesetzte zu den zwei Fussballern: «Euch will ich heute nicht draussen sehen» – er hatte Angst, die zwei würden mangels militärischen Könnens die ganze Truppe blamieren. Also blieben sie in ihrem Zimmer, redeten über Fussball, lachten viel, irgendwann brachte einer Bratwürste. 2005 verpflichtete der FC Zürich von Bergen. Unter dem Trainer Lucien Favre wurde er zweimal Meister. 2006 machte er sein erstes Länderspiel.

Vor der WM in Brasilien fragte ihn die NZZ, was er täte, wenn er nicht an die WM fahren würde. Er antwortete, er würde zu Hause im rot-weissen Trikot grillieren und mit Freunden und Familie das Schweizer Spiel anschauen. Wie bleibt man so normal in dieser schrillen, lauten Fussballwelt? «Als Erstes musst du verstehen, dass du nicht in der Wirklichkeit lebst. Wenn du das verstehst, hast du einen grossen Schritt gemacht», sagt von Bergen. Alles sei übertrieben, es gebe nur Extreme: sehr positiv oder sehr negativ, «die Fussballwelt ist nicht das normale Leben».

Von Bergens Art hilft ihm beim Normalbleiben. Er hat etwas Verschmitztes, als würde er sich selber nicht so ernst nehmen. Und von Bergen versucht auch, sich von der Fussballwelt zu distanzieren. Er verbrüdert sich nicht mit Journalisten, nicht mit Fans. Vielleicht wurde er deshalb stets ein wenig unterschätzt, selbst als Nationalspieler.

Nicht physisch genug

Vor gut zehn Jahren träumten die Fans der Schweizer Nationalmannschaft vom Innenverteidiger-Duo Philippe Senderos und Johan Djourou. Senderos, dessen grimmiger Jubel sich eingebrannt hatte in die Erinnerung der Fussballschweiz, damals, als er an der WM 2006 gegen Südkorea traf. Das Blut tropfte ihm von der Stirn, und sein Gesicht sah aus wie gemeisselt. Und Djourou, gestählt in der Nachwuchsakademie Arsenals, muskelbepackt schon als Jüngling.

Stattdessen bekamen die Fans Steve von Bergen. Von Bergen ist kein furchteinflössender Verteidiger, seine Gesichtszüge sind sanft, und wäre der Haaransatz in den vergangenen Jahren nicht zurückgewichen, könnte man sagen, er habe noch immer etwas Bubenhaftes. Von Bergen ist nicht besonders gross oder kräftig, vor seinem ersten NLA-Spiel sagte ihm der Trainer, es solle im Zweikampf alles geben; von Bergen tat es und flog beim ersten Gegnerkontakt gefühlte fünf Meter durch die Luft. Und doch wurde von Bergen zwischen 2009 und 2014 zum Schweizer Abwehrpatron, auch weil Senderos und Djourou oft verletzt waren.

Nach der EM 2016 trat er zurück. Eigentlich wollte er früher aufhören, weil er kaum mehr spielte und lieber Zeit mit der Familie verbringen wollte. Aber Fredy Bickel überzeugte ihn zu bleiben. «Es war das einzige Mal in seiner Karriere, dass er nicht konsequent seinen eigenen Weg ging», sagt Bickel. Er war in Zürich von Bergens Sportchef, 2013 holte er ihn zu den Young Boys und gab ihm einen Fünfjahresvertrag. Eigentlich war es von Bergen, der ihn angerufen hatte. Er war sechs Jahre im Ausland gewesen, zuerst ging er mit Favre nach Berlin, dann nach Cesena und Genua, zum Schluss war er in Palermo; er stieg mit dem Klub ab, wie zuvor schon in Berlin und Cesena. «Ich wollte zurück in die Schweiz, in Palermo konnte ich mit meiner Tochter nicht spazieren gehen, alle Passanten wollen dich ansprechen, dich berühren», sagt von Bergen.

«Ich kann nicht nur die Kritik ignorieren, ich muss auch das Lob ignorieren.»

Sich distanzieren ging nicht. Bickel nahm ihn gerne: «Er ist nicht immer der Einfachste, er ist sehr direkt, das kann Reibungen geben. Aber als Spieler ist er ein sicherer Wert, er bringt immer seine Leistung, er macht kaum Fehler.» Ein «sicherer Wert», das klingt nicht nach Spektakel, ein «sicherer Wert» ist keine gute Schlagzeile. «Ich brauche die öffentliche Wertschätzung nicht», sagt von Bergen.

Er liest keine Zeitungen. Kurz nach seinem Debüt mit Xamax erschien ein Artikel, der ihn mit Stéphane Henchoz verglich, dem Neuenburger, der es bis zum FC Liverpool geschafft hatte. Von Bergen war stolz und wollte den Artikel im Zimmer aufhängen. Sein Vater hat ihn weggeworfen, er sagte: «Du bist noch gar nichts im Vergleich zu Henchoz.» Das hat von Bergen beeindruckt. Er liest bis heute nichts über sich – nichts Negatives, nichts Positives, er sagt: «Ich kann nicht nur die Kritik ignorieren, ich muss auch das Lob ignorieren.»

Der «Bund» schrieb kürzlich, von Bergen spiele seine wohl beste YB-Saison. «Da sehen Sie es: wieder übertrieben!», ruft von Bergen. Aber er weiss, dass diese Saison sehr gut läuft. Eigentlich wollte er im Sommer als Fussballer aufhören, nun hat er Lust weiterzumachen. Am liebsten mit YB, sonst wohl bei Xamax. Er wohnt wieder in Neuenburg, umziehen mag er nicht mehr.

Von Bergens Empathie

Im Frühling würden sie über einen neuen Vertrag sprechen, sagt der YB-Sportchef Christoph Spycher. Von Bergen ist wichtig für die Berner. Auf dem Platz, weil er seine jüngeren Mitspieler führt, «er beobachtet dich während des Spiels und erklärt dir dann, was du falsch gemacht hast», sagt Nuzzolo. Aber von Bergen ist auch wichtig in der Kabine, für das Innenleben der Mannschaft. «Er ist sehr empathisch, er spürt Strömungen in der Kabine und nimmt sie auf», sagt Spycher. Zu den Teamkollegen suchte er nie Distanz.

Als ein Mitspieler einmal persönliche Probleme hatte, besuchte ihn von Bergen zu Hause gemeinsam mit seiner Frau. Sie blieben zum Abendessen, und von Bergen erzählte, gab Ratschläge, «danach ging es ihm besser», sagt von Bergen. «Er ist ein Führungsspieler aus Leidenschaft», sagt Spycher, «wir wussten schon immer, wie wichtig er ist, es freut mich, dass er nun auch mehr Wertschätzung von aussen bekommt.»

Kürzlich sassen Spycher und von Bergen zusammen. Die zwei haben früher nebeneinander verteidigt, in Bern und in der Nationalmannschaft. Sie haben besprochen, was nach dem Fussball kommt; Spycher erzählte, wie es für ihn war nach dem Fussballerleben und wie es für von Bergen sein könnte. «Wir ticken ähnlich. Ich würde ihn gerne in unser Team einbauen», sagt Spycher. In einem Jahr oder zwei, wenn von Bergen genug hat.

«Es wird für mich nicht schwer sein, wieder im normalen Leben unterzukommen», sagt von Bergen. «Sobald du mit dem Fussball aufhörst, bist du sowieso niemand mehr. Das ist doch schön.» Im Sommer, während der WM in Russland, wird Raphaël Nuzzolo eine Grillparty für Freunde und Familie schmeissen. Er tut das immer an Endrunden. Zum ersten Mal wird auch von Bergen dabei sein. Ihre Gärten sind nur ein paar hundert Meter voneinander entfernt. Sie werden über Fussball reden, lachen und später das Spiel der Schweizer Nationalmannschaft schauen. Vielleicht gibt’s wieder Bratwürste.


https://www.nzz.ch/sport/fussball/steve ... ld.1340045

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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Montag 29. Januar 2018, 19:25 
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Radio Gelb-Schwarz

Steve von Bergen vor der Rückrunde 17/18

https://soundcloud.com/radio-gelb-schwa ... runde-1718


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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Montag 19. März 2018, 13:34 
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Der YB-Captain im Interview

Von Bergen: «Ich bin zu YB gekommen, um etwas zu gewinnen»

Die Berner Young Boys haben in der Meisterschaft derzeit 16 Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger Basel und damit eine Hand schon am Pokal. Im Interview spricht YB-Captain Steve von Bergen über das derzeitige Hoch, gibt aber auch Einblicke in seinen Umgang mit Kritik und sein Familienleben.

SRF Sport: Steve von Bergen, YB ist derzeit so richtig im Flow. Was würden Sie sagen ist das Berner Rezept für den aktuellen Erfolg?

Steve von Bergen: Es gibt verschiedene Gründe. Unser Teamgeist zum Beispiel. Wir haben eine Mannschaft, die weiss, dass sie schwierig zu schlagen ist. Aber gleichzeitig eine Mannschaft, die ruhig und bescheiden bleiben kann. Momentan ist noch nichts erreicht, aber wir haben einen guten Vorsprung.

Wie sehen Sie Ihre Rolle als Captain?

Als Führungsspieler hast du zurzeit etwas mehr Ruhe als in Krisenzeiten. Du musst schauen, dass jeder am Boden bleibt. Aber nicht zu stark bremsen, Euphorie und Positivität gibt Energie! Wir müssen es einfach so weiter laufen lassen.

Sie haben bereits mit dem FC Zürich zwei Meistertitel feiern dürfen. Klar, noch haben Sie den Titel mit YB nicht. Aber nur angenommen, Sie würden es schaffen: Was hätte dieser Titel für einen Stellenwert in ihrer Karriere?

Wie Sie sagen, es ist noch nichts erreicht. Aber klar, ich bin jetzt seit 5 Jahren bei YB und habe immer gesagt, dass ich gekommen bin, um etwas zu gewinnen. Wenn ich das jetzt in meinem letzten Jahr schaffen könnte, wäre das wunderschön.

Im Fussball lebst du nicht in der wirklichen Welt.
über Kritik im Fussball-Business
Ich habe gelesen, dass Sie keine Kritik über sich lesen. Stimmt das?

Ich lese aber auch kein Lob über mich (lacht). Es stimmt, ich lese fast nie Zeitungen. Ich habe das im Ausland gelernt, weil: Es geht so schnell. Im Fussball lebst du nicht in der wirklichen Welt. Du wirst extrem schnell kritisiert oder gelobt. Du musst etwas Abstand dazu wahren, weil es ist nie wirklich die Wahrheit.

In den Medien kann man lesen, dass Sie derzeit die beste Saison ihrer Karriere spielen. Davon wissen Sie also nichts?

Also, dass das nicht stimmt, das weiss ich sicher (lacht). Als Spass habe ich Journalisten schon gesagt, dass ich jetzt also doch einmal eine gute Saison spiele. Die Mannschaft spielt stark, ich spiele auch stark, aber ich bin davon überzeugt, dass ich nicht die beste Saison meines Lebens spiele.

Ich hoffe auf ein volles Stadion und ein superschönes Spiel.
über das Duell mit dem FC Basel


Jetzt steht die Nati-Pause an. Wie nutzen Sie die freie Zeit?

Ich werde etwas Zeit mit meiner Familie und vor allem mit meiner Tochter verbringen. Ein freies Wochenende mit der Familie, es gibt nichts Schöneres.

... und dann steht ja schon das Gipfeltreffen mit dem FC Basel an.

Wir spielen in 16 Tagen, wir haben also noch Zeit. Wir wollen erst etwas pausieren, um auch wieder einen freien Kopf zu bekommen. Und dann gilt es, die Konzentration wieder aufzubauen. Ich hoffe auf ein volles Stadion und ein superschönes Spiel.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... u-gewinnen

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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Freitag 27. April 2018, 01:17 
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«Für mich war klar: Ich zeige es allen»

Steve von Bergen kann morgen mit YB Meister werden. Der Captain redet über den Berner Hunger – und eine Lektion seines Vaters.

Wenn YB den FC Luzern besiegt, steht der erste Titel seit 32 Jahren fest. «Schweizer Meister YB» – wie klingt das für Sie?
Unglaublich! Nein, es wäre mehr als das. Ich finde kein passendes Wort ­dafür.

Laufen schon Bilder vor dem geistigen Auge ab, wie die Meisterfeier ablaufen könnte?
Nein. Zuerst brauchen wir ja noch einen Sieg. Und ich bin ein rational denkender Mensch, kein Träumer. Aber klar spüre ich, dass die Menschen in Bern heiss auf den Titel sind.

Was hat sich bei YB geändert?
Wir hatten auch in der vergangenen Saison das Ziel, den FC Basel anzugreifen, ich glaube nicht, dass es da an Hunger gemangelt hat. Aber wir waren zu sehr von Guillaume Hoarau abhängig.

Ist die Unberechenbarkeit eine der grossen Qualitäten?
Schauen Sie sich die Torschützenliste an: Wir haben nicht nur Hoarau, da tauchen auch Assalé, Nsamé, Sulejmani und Fassnacht auf. Und vielleicht hatten wir vorher mehr Spieler, die zufrieden waren, überhaupt bei YB zu sein. Aber Basel war einfach stärker. Jetzt sind wir sowohl in die Saison als auch nach dem Winter gut gestartet. Es tut den Baslern weh zu sehen: YB verliert nie.

Sind Sie nach einer Niederlage unerträglich?
Für meine Frau schon (lacht). Was das Verlieren zusätzlich erschwert, sind die Einflüsse von aussen. Zum Beispiel das, was geschrieben wird. Nach dem zweiten Saisonspiel in Kiew hätte ich aufhören müssen, wenn ich ­geglaubt hätte, was die Zeitungen schrieben. Es war eine schlechte Leistung, eine einzige... Die Reaktion zeigte mir wieder einmal, dass Fussball nichts mit dem wahren ­Leben zu tun hat.

Sie sagten einmal: Fussball ist nicht die Realität.
Arbeitet man im Büro und macht einen Fehler, ist das am nächsten Tag vergessen. Bei uns ist man ganz schnell der Held, ganz schnell der Depp. In Berlin, wo viele Zeitungen über die Hertha ­berichten, habe ich gelernt, damit ­umzugehen.

Die Boulevardmedien verhöhnten Sie dort als «Von Zwergen». Was machte das mit Ihnen?
Das traf mich. Man darf kritisieren, aber wird es persönlich, habe ich ein Problem damit.

Das sind die Schattenseiten für einen Star...
...ich bin doch kein Star! Und ich möchte das auch niemals sein. Ich bin nur ein ­relativ bekannter Fussballer, weil ich im Nationalteam gespielt habe.

«Ich dachte: Ich habe es geschafft. Aber mein Vater sagte: ‹Glaubnicht, was da steht!›»

Als eine Zeitung einmal schrieb, Sie seien der neue Stéphane Henchoz, freute das Ihren Vater gar nicht.
Er war mit der Schlagzeile nicht einverstanden.

Sie schon?
Klar. Ich war 17, Henchoz war bei Liverpool, und dann heisst es nach meinem ersten Spiel in der Neuenburger Zeitung «L’Express» über mich: «Der neue Henchoz.» Ich dachte, ich habe es geschafft. Aber mein Vater sagte: «Glaub bloss nicht, was da steht!»

Das muss Sie geschmerzt haben.
Ich absolvierte gerade die kaufmännische Lehre. Am Tag nach meinem ­Debüt hatte ich Schule, ich fühlte mich grossartig. Und dann kommt mein ­Vater... Aber ich weiss längst: Er hatte recht.

Warnen Sie heute manchmal jüngere Spieler, wie es Ihr Vater bei Ihnen getan hat?
Eigentlich nicht, weil ich finde, dass ­jeder tun und lassen soll, was er will. Am Ende trägt er die Verantwortung für seine Karriere. Wenn aber ein Spieler zu grosse mediale Aufmerksamkeit ­bekommt und gleichzeitig mit seinen Leistungen nachlässt, gehe ich auf ihn zu.

Können Sie dann auch scharfe Töne anschlagen?
Ich sage dem Spieler offen meine Meinung, aber ich würde ihm sicher nie ­sagen: «Hör mal gut zu, du bist kein Star!» Wenn in der Zeitung ständig steht, wie gut einer ist, löst das beim Spieler auch etwas aus. Positiv ist es, wenn er mehr Selbstbewusstsein erlangt, negativ ist es, wenn es zu Überheblichkeit führt. Der Grat dazwischen ist sehr schmal.

Sie sind bei YB nicht der Mann fürs Spektakel...
... das war ich noch nie. Als ich Junior war, sagte mir ein Trainer: «Im Fussball gibt es Künstler, und es gibt Arbeiter. Denk nur nicht, dass du zur ersten Gruppe gehörst.»

Das hörten Sie sicher nicht gern.
Es war hart, ja, ich spielte damals auf der Position der Nummer 10 im Mittelfeld und dachte, ich sei doch eher ein Künstler. Aber die klare Ansage meines damaligen Trainers Christophe Moulin (bei Neuchâtel Xamax) hat mir geholfen. Ich merkte, dass ich arbeiten muss, sehr viel arbeiten, um in diesem Beruf etwas erreichen zu können. Fussballerisch waren im gleichen Alter viele besser als ich. Und ich schaffte es nie in eine Junioren-Auswahl. Zu klein, dies und das...

Hat der Trainer eine Trotzreaktion bei Ihnen provoziert?
Ja. Moulin war hart mit allen, mit mir vielleicht noch ein bisschen härter, aber das war mein Glück. Er und später auch Lucien Favre zeigten mir auf: Du darfst nie zufrieden sein mit dem, was du ­erreicht hast. Ständiges Schulterklopfen bringt nichts, das ist nicht gut für den Kopf. Es war immer so: Wenn mir ­jemand sagte, du schaffst das nicht, du kannst jenes nicht, stachelte es mich an, das Gegenteil zu beweisen. Für mich war klar: Ich zeige es allen.

Sind Sie ein sturer Mensch?
Ich habe einen harten Schädel. Meine Mama sagte im Spass ab und zu: Du hast einen Deutschschweizer Kopf.

Das heisst?
Dass ich genau weiss, was ich will. Dass ich eine klare Meinung habe und es sehr viel braucht, dass ich davon abrücke.

Wie oft hat Ihnen diese Haltung geschadet?
Mehrmals! (lacht laut) Mit der Zeit habe auch ich gelernt: Es gibt nicht nur Schwarz oder Weiss, sondern auch Grautöne. Ich war schon extrem. Vermutlich war ich der einzige Neuenburger, der in jungen Jahren mit dem Trikot der deutschen Nationalmannschaft herumlief, und damit verblüffte ich auch meine Kollegen. Aber mir imponierten die Deutschen ­immer – etwa als sie 1996 Europameister wurden. Ich war 13 und Fan dieser Mannschaft.

Sind Sie es immer noch?
Nicht mehr Fan wie damals. Aber ihr Auftreten ­beeindruckt mich immer noch.

«Ich habe höchstens ein SMS meiner Frau, die mich bittet, Milch einzukaufen.»

Kommen Sie sich gelegentlich deplatziert vor in einer Welt, in der Statussymbole so wichtig sind? Tattoos, Kleider, Autos...
Überhaupt nicht. Wenn einer sich hundert Tattoos stechen lassen will, soll er. Ich habe auch ein Auto, aber ich muss nur von A nach B kommen, mir ist nicht wichtig, welche Marke ich fahre. Deplatziert fühle ich mich gleichwohl nicht.

Der Fussball heute und der Fussball in der Zeit, als Sie Profi wurden: Worin liegt der grösste Unterschied?
Sie müssten einmal sehen, was nach einem Training bei uns in der Kabine ­abgeht: Die meisten greifen sofort zum Smartphone. Sie posten oder liken ­irgendetwas, sie haben tausend Meldungen auf dem Handy...

...wie viele haben Sie?
Höchstens ein SMS meiner Frau, die mich bittet, auf dem Heimweg Milch einzukaufen (strahlt). Wir haben uns auch schon gefragt: Sollen wir die Handys verbieten in der Garderobe nach dem Training oder wenn wir unterwegs sind? Nein, bringt nichts. Neulich beobachtete ich im Bus, wie ein Spieler mit dem anderen, der vier Sitzreihen weiter vorne sass, kommunizierte – per SMS. Ich sagte: «Hey, Jungs, was soll das? Wäre es nicht schöner, wenn ihr euch nebeneinandersetzt und redet?»

Sie haben eine direkte Art. Müssen Sie sich heute auch schon einmal zusammenreissen, um nicht zu direkt zu sein?
Ich muss manchmal überlegen, mit ­welchen Worten ich eine Botschaft ­vermitteln will. Weil die Wirkung heute eine andere ist als früher. Wenn jemand ­etwas sagt, wird das sofort in den Medien aufgenommen und zigfach ­kommentiert. Darauf kann ich gut verzichten.

Haben Sie zuweilen genug von dem, was neben dem Platz passiert?
Nicht unbedingt. Aber wenn ich aufhöre, wird mir genau das nicht fehlen. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wenn ich dann auf der Strasse unerkannt bleibe. Als ich in Italien spielte, ging das nicht, und da litt ich, weil ich kaum in Ruhe mit meiner Frau in einem Restaurant essen konnte. Jeder wollte ein Wort wechseln. Und ich musste ja reden, weil es sonst geheissen hätte: Von Bergen ist arrogant.

Was könnten Sie nach dem Rücktritt vermissen?
Ich kann mir vorstellen, dass es die Emotionen sind, das Spiel. Ich liebe es ­immer noch. Aber die Prioritäten haben sich verschoben. Mit 20 konnte ich sagen: Fussball ist mein Leben. Mit fast 35 sage ich: Die Familie ist mein Leben. Ich wünsche mir eigentlich, dass jeder in meinem Alter so denkt.

Sind Sie mit fast 35 der bessere Fussballer als mit 25?
Ja, das glaube ich schon. Weil ich Tag für Tag dazugelernt habe. Ich bin vielleicht nicht mehr so spritzig, so schnell wie auch schon, dafür habe ich eine grosse Erfahrung.

Bereuen Sie Ihren Rücktritt aus dem Nationalteam nach der EM 2016?
Nein. Ich war zehn Jahre dabei, verlor nach der WM 2014 meinen Platz und kam zur Einsicht, dass es gescheiter ist, wenn ich mich nur noch auf den Club konzentriere. Ich musste auf meinen Körper schauen, aber auch auf die Familie Rücksicht nehmen.

Trotzdem, wenn Nationaltrainer Vladimir Petkovic anrufen würde und Sie ermuntern möchte, mit der Schweiz nach Russland zu reisen...
...sage ich: «Danke für den Anruf, ich verzichte. Ich wünsche eine schöne, erfolgreiche WM, hoffentlich mit einer Viertelfinal-Qualifikation.» Das Kapitel ist abgeschlossen. Ich bin jetzt ein ­Riesenfan der Nationalmannschaft.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/F ... y/29933343

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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Samstag 12. Mai 2018, 23:34 
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Von Bergen: «Solche Emotionen gibt's nur im Sport»

«Das war unser Jahr», so der Abwehrpatron nach dem Titel.

https://www.srf.ch/play/tv/sportlive/vi ... 5cd6e895a7


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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Sonntag 13. Mai 2018, 22:15 
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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Montag 21. Mai 2018, 15:39 
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Vertragsverlängerung

Steve von Bergen bleibt bei YB

Captain Steve von Bergen bleibt eine weitere Saison bei den Young Boys. Dies verkündete der Innenverteidiger an der offiziellen Meisterfeier am Pfingstsonntag im Stade de Suisse.

Von Bergen spielt seit Sommer 2013 bei den Young Boys. Er hat seither 198 Pflichtspiele für YB absolviert (156 Meisterschafts-, 13 Cup- und 29 Europacupspiele).


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 Betreff des Beitrags: Re: (5) Steve von Bergen
 Beitrag Verfasst: Samstag 26. Mai 2018, 14:13 
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Zitat:
Zwei Routiniers wollen im Schweizer Cup-Final nochmals gewinnen

Alain Nef und Steve von Bergen haben einst unter Lucien Favre die Schweizer Meisterschaft gewonnen. Am Sonntag kreuzen sich die Wege der Team-Senioren im Cup-Final erneut. Die Geschichten einer anderen Spieler-Generation.

Alain Nef

Wenn Alain Nef einen Titel gewinnt, läuft es in der Regel komisch. An den Cup-Sieg des FCZ 2005 gegen Luzern erinnert er sich nicht: Gehirnerschütterung nach 30 Minuten, Auswechslung. 2006 stand er mit seinem Einwurf zwar am Anfang des Siegtreffers der Zürcher zum Meistertitel in Basel, die randalierenden Fans auf dem Platz zwangen ihn aber zum Ausharren im Kabinengang, die Pokalübergabe auf der Tribüne sah er von fern. Neben ihm im Gang stand: Steve von Bergen. Den Cup-Final 2014 verpasste Nef verletzt. Und vom Final 2016 bleibt vor allem sein Demutsgang vor die Südkurve in Erinnerung. Wie er den Fans den Pokal als Opfergabe nach dem Abstieg darbringt, kein bisschen Jubel, nur Scham. Normal einen Titel gewinnen und im Schnipselregen tanzen: Das wäre ein Geschenk.

«Ich müsste strenger zu meinen Kindern und Kollegen sein»

Eine Weile dachte man, ein Pokal am Sonntag könnte sein Abschiedspräsent sein. Nef ist 36, nur drei Jahre jünger als sein Trainer Ludovic Magnin. Wenn er am Morgen aufsteht, checkt er zuerst ab, wo es weh tut. Und wenn sich die Jungen auf dem Trainingsplatz auf die Bälle stürzen, läuft er sich sorgfältig ein, bis Knochen, Gelenke und Muskeln warm sind und bereit für die Belastung. Es wäre ungerecht, die Vertragsverlängerung um ein Jahr allein mit den Jungen in Verbindung zu bringen. Der FCZ konnte auch in dieser Saison auf ihn als Rückhalt zählen. Aber mit dem Wechsel von Uli Forte zu Magnin hat der Rasselbande-Faktor in der Kabine stark zugenommen. Einer wie Nef – erwachsen, erfahren, respektiert – hilft in diesem Umfeld, auch wenn er sich selber für zu gutmütig hält. «Ich müsste strenger sein», sagt er, «zu meinen Kindern und den Kollegen.»

Als Nef noch selber zur Rasselbande gehörte, fuhr er am Morgen bei der Tankstelle vorbei, kaufte sich zwei Gipfeli, die er rasch vor dem Training verdrückte. Heute macht er seine jungen Kollegen fassungslos mit Anrufen um sieben Uhr morgens. Dann sind seine Kinder wach. Nef weiss noch, was das ist: alte Schule. Er gehört zur vielleicht letzten Generation, die sich ducken musste unter der Autorität der älteren Spieler. Dem krass hierarchischen System hängt er nicht nach, aber Leitplanken sind ihm wichtig. Er möchte, dass die Jungen verstehen, was es für eine Chance ist, dass sie sich in ihrem Alter in der höchsten Liga zeigen können. Manchmal staunt er über ihr Selbstvertrauen, aber er sieht auch ihr Pflichtbewusstsein; wie sie sich bewusst ernähren, gut erholen, kaum einmal um die Häuser ziehen.

«Der Gedanke, wie es weitergehen soll, ist in den letzten Wochen näher gekommen»

Nef bewundert Spieler wie Paolo Maldini und Francesco Totti, die ihr Leben lang einem Verein treu geblieben sind. Diese Identifikation fehlt ihm heute, das Einlassen auf einen Klub und die Idee, was dieser sein möchte. «Zwei Jahre, dann sind die Jungen weg», sagt Nef. Er möchte nach dem Karrierenende im FCZ arbeiten, so wie Florian Stahel und Daniel Gygax, die 2005 mit ihm im Cup-Final standen. Die letzten Monate als Fussballer werden für Nef auch zu einem Schnupperjahr, er wird sich im Management und in der Administration umschauen. Dann soll definiert werden, was zu ihm passt. «Der Gedanke, wie es weitergehen soll, ist in den letzten Wochen näher gekommen», sagt Nef. Es ist ihm so richtig klargeworden, dass er gar nichts anderes kennt als das Fussballerleben, und er hat gespürt, was ihm fehlen wird: das Adrenalin, aber auch die Kabine. Auf dieses Refugium hat er sich jeden Tag gefreut. «Es läuft immer etwas, du kannst es lustig haben», sagt er.

Der Cup-Final wird für Nef auch zu einer Rückkehr, drei Jahre hat er für YB gespielt, eine «Superzeit», nennt er sie, zu den Fans pflegte er ein ähnlich nahes Verhältnis wie in Zürich. 2013 setzte der Trainer Uli Forte nicht mehr auf ihn, und Nef ging heim zum FCZ. Den Titel gönnt er den Bernern, aber ein bisschen nagt es schon an ihm, dass er nicht Teil davon sein durfte. Es ist eine wilde Mélange von Emotionen, die ihn antreiben wird am Sonntag. Und gelänge dem FCZ der Coup? Nef sagt: «Das sind Gefühlswelten, die du nicht beschreiben kannst.»


Steve von Bergen

Die blondierten Haare erklären gut, was die Young Boys in dieser Saison stark gemacht hat. Steve von Bergen, im nächsten Monat 35-jährig, kommt aus der Kabine und macht den Eindruck eines Ravers, der nicht altern will. Die Stirn ist kahl, aber die gefärbten Haare stehen aufrecht in die Höhe. «Die Jungen machen andauernd solche Sachen mit ihren Haaren», sagt der YB-Captain, «für mich war es das einzige Mal in meinem Leben und schon etwas komisch.»

«Jeder kann seine Kultur und seinen Stil einbringen und ich bin überzeugt, dass das unsere Stärke war.»

Von Bergen erzählt amüsiert davon, ohne Reue oder Scham für diesen Jux, den sich die YB-Spieler nach dem Meistertitel gegönnt haben. Alles habe im Trainingslager im Winter begonnen. Von Bergen sass mit dem anderen Oldie, Marco Wölfli, und mit Loris Benito und Christian Fassnacht, den jüngeren beiden, zu Tisch. «Aus Spass sagten wir, wir würden uns die Haare blond färben, wenn wir diese Saison etwas erreichen würden.» Vorerst wussten nur wenige Kollegen davon. Als der Titel feststand und YB kürzlich gegen Lugano antreten musste, sassen plötzlich 24 Spieler mit blondierten Haaren in der Kabine.

Alle gleich, alle blond – damit haben die YB-Spieler, ohne es zu wollen, ein Statement gegen alle gesetzt, welche dieses Team zu Beginn der Saison mit Argwohn betrachteten: zu voll von Söldnern, zu frankofon, zu afrikanisch. Aber YB war die bestechendste Einheit der Meisterschaft. Die vielen Kulturen seien das Plus der Mannschaft. In der Kabine erlebe man eine Weltreise. Es läuft französische Musik, afrikanische, lateinamerikanische, deutsche. «Jeder kann seine Kultur und seinen Stil einbringen», sagt von Bergen, «ich bin überzeugt, dass das unsere Stärke war.»

Das Zusammenleben der Kulturen, das Harmonieren von jungen und alten Spielern: Das alles hat auch mit den Fähigkeiten von Bergens als Captain zu tun. Die YB-Führung hat das erkannt und ihm nach fünf gemeinsamen Jahren einen Vertrag über eine weitere Saison gegeben. Als junger Fussballer hat er ältere Kollegen erlebt, die ihn täglich mit Härte behandelten. «Als ich 20 war, sagte ich mir immer, dass ich kein alter Motzer werden will.» Deshalb lässt er den Jungen ihre Handy- und Instagram-Manien – solange sie im Rahmen bleiben. Neulich erzählte er in einem Interview, wie einige Mitspieler im Car über SMS kommunizierten. Da habe er ihnen klarmachen müssen, dass sie doch lieber miteinander reden sollten. «Ich schreibe nicht vor, was sie tun sollen, aber bin streng, wenn sie vom Weg abkommen, den wir gehen wollen», sagt er.

«In Zürich läuft viel Business, die Leute interessieren sich weniger für Fussball»

Mit diesen Werten ist YB zu dem Team geworden, das eine ganze Stadt und ein Stück Schweiz mit seinem offensiven Stil begeistert hat. Es gibt viele Parallelen zum FCZ, der 2006 mit dem erfrischenden Favre-Fussball nach jahrzehntelanger Erfolglosigkeit wieder Meister wurde. Von Bergen war damals als Jungspund im FCZ dabei. «Heute bin ich wie damals Iulian Filipescu», sagt er über seinen ehemaligen Chef in der Innenverteidigung. «Er sagte mir: ‹Du bleibst hinten, Junge!›» Und von Bergen, der Jüngere und Spritzigere, musste links und rechts ausbügeln. «So mache ich es heute mit Nuhu», scherzt er. Dann wird er wieder ernst und spricht darüber, wie ihm Filipescu beigebracht habe, Stärken und Schwächen der Mitspieler aufeinander abzustimmen. «Wir hatten damals eine ganz ähnliche Saison wie ich jetzt», sagt von Bergen, ein funktionierendes Team aus Jung und Alt. Und jederzeit das gleiche Gefühl: «Uns kann nichts passieren, wir sind stärker als der Gegner.»

So überwältigend der Sieg mit Filipescus Tor in letzter Sekunde und im Direktduell in Basel war, so unvergleichlich findet von Bergen den YB-Meistertitel. Vielleicht sei es so, weil der Erfolg noch frisch sei. «Aber hier geschah es vor unserem Publikum.» In den letzten Spielen war das Stade de Suisse mit 30 000 Menschen gefüllt – Wunschdenken im Letzigrund. «In Zürich läuft viel Business, die Leute interessieren sich weniger für Fussball», sagt von Bergen. Aber in der Bundesstadt werde er öfter angesprochen, da machten die Leute den Spielern Mut und sagten ihnen: «Wir schaffen das.» Von Oensingen bis Neuenburg und ins Oberland stünden Leute zu YB. «Das Potenzial ist hier grösser als in Zürich», sagt von Bergen. Er stuft deshalb das Erlebnis Meistertitel in Bern einen Level höher ein als in Zürich. Das Double würde das toppen. Auch für von Bergen. Den Cup hat er noch nie gewonnen.


https://www.nzz.ch/sport/zwei-routinier ... ld.1388960

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