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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 18. Juli 2017, 09:20 
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Zitat:
Wölfli: «Den Drang, mehr zu spielen, habe ich immer noch»

Marco Wölfli bleibt bei YB auch nach dem Abgang Yvon Mvogos Ersatz. «Ich hatte gehofft, dass es anders kommen würde», sagt der WM-Teilnehmer von 2010. «Aber die Strategie von YB passt gut.»

Denken Sie manchmal: Wäre ich am 8. Dezember 2013 doch nur im Bett geblieben?
Marco Wölfli: Das ist lange her. Aber ich weiss schon noch, was damals passierte.

Sie zogen sich einen Achillessehnenriss zu, fielen monatelang aus und verloren den Nummer-1-Status an Yvon Mvogo...
...klar, das lief unglücklich, brutal für mich. Aber es bringt nichts, zurückzuschauen. Ich denke, im Leben hat alles seinen Grund.

Wie war es für Sie, als WM-Teilnehmer und nach über einem Jahrzehnt als Stammgoalie plötzlich auf der Bank zu sitzen?
Es war nicht einfach. Ich erlebte eine Extremsituation: Ich wollte mich zeigen, durfte aber nicht, weil Mvogo kaum Fehler machte. Aber ich lernte ziemlich schnell, mich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen.

In Bern sind viele der Meinung, Mvogo habe auch dank Ihnen immense Fortschritte gemacht.
Wir pushten uns gegenseitig. Und vielleicht machte Yvon noch mehr, weil er wusste, dass ich wegen meiner Vorgeschichte kein gewöhnlicher Ersatzgoalie war. Aber Yvon geht seinen eigenen Weg, er hat viel Talent.

Können Goalies Freunde sein?
(Überlegt) Schwierige Frage. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist eminent wichtig. Aber man kann sich durchaus gut verstehen wie Yvon und ich. Auch David von Ballmoos mag ich sehr gut, er ist ein feiner Typ.

Von Ballmoos ist erst 23, kommt aus der Challenge League. Trotzdem wird er die Nummer 1. Sind Sie enttäuscht?
Klar hatte ich gehofft, dass es anders kommen würde. Aber in der heutigen Zeit ist es so, dass die Klubs auf die Jungen setzen. Fussball ist Business; es geht darum, wirtschaftlich zu handeln. Das muss ich akzeptieren. Und die Strategie von YB passt gut.

Wie stufen Sie von Ballmoos ein?
Er ist ein sehr harter Arbeiter. Dave ist freundlich und bodenständig, er hat einen angenehmen Charakter. Aber er muss noch reifen, schliesslich verfügt er noch über keine Erfahrung in der Super League.

Können Sie ihm helfen?
Ich will und muss ihm helfen. Es geht nicht um Eitelkeiten, sondern um YB. Mit Meisterschaft und Champions-League-Qualifikation geht es gleich Schlag auf Schlag los. Da werden wir rasch unter Druck stehen. Ich kann ­David mit meiner Routine unterstützen. Was sicher nicht bedeutet, dass ich keine eigenen Ambitionen habe.

Ihr Vertrag läuft bis 2019 – welche Pläne verfolgen Sie?
In jeder Transferperiode denkt man darüber nach, wie es weitergehen könnte. Den Drang, mehr zu spielen, habe ich immer noch. Aber ich kann mir gut vorstellen, meine Karriere bei den Young Boys zu beenden. Ich fühle mich nicht alt, schliesse es nicht aus, mit 40 noch aktiv zu sein.


http://www.bernerzeitung.ch/sport/fussb ... y/10253644

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Sonntag 30. Juli 2017, 12:20 
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«Ich habe mein Ding durchgezogen»

YB-Kult-Keeper Marco Wölfli springt erfolgreich für seinen jungen Nachfolger David von Ballmoos ein.

4:0 siegt YB am Samstag im Letzigrund gegen GC. Aber einen Wermutstropfen hat der zweite Saisonsieg: Nach 34 Minuten bleibt David von Ballmoos nach einer vereitelten GC-Chance am Boden liegen. GC-Verteidiger Numa Lavanchy hat den YB-Goalie bei einem Zusammenprall am Fuss getroffen. Von Ballmoos zog sich eine lange Rissquetschwunde am rechten Schienbein zu und musste in einem Zürcher Krankenhaus genäht werden.

Routinier Marco Wölfli ersetzte Von Ballmoos ab der 38. Minute. Der Kult-Keeper wurde dann auch gleich nach der Pause geprüft, als Hopper Michal Fasko auf Wölflis Tor losstürmte (51.). Der Berner Kult-Keeper, der sich erst während der Pause richtig warmschiessen lassen konnte, parierte souverän. Es war eine Schlüsselszene des Spiels. Hätte Fasko die beste GC-Chance zum 1:1 verwertet, hätte die Partie vielleicht eine andere Wendung genommen.

Wölfli seit 2014 nur noch die Nummer 2

«Ich muss Marco Wölfli ein Kompliment machen», sagte Trainer Adi Hütter. «In dieser Schlüsselszene hat er stark gehalten und hat danach die Partie mit seiner ganzen Erfahrung super runtergespielt.» Dazu bekam der bald 35-Jährige in den letzten Jahren nicht häufig die Gelegenheit.

Der 22. August 2014 war für Wölfli nicht irgendein Datum. Der YB-Keeper wurde an diesem Tag 32 Jahre alt – und es war der Tag, an dem Wölfli den Medien Auskunft geben musste, warum er nicht mehr Stammgoalie ist. 24 Stunden zuvor hatte Trainer Uli Forte der langjährigen Nummer 1 im YB-Tor mitgeteilt, dass er in Zukunft auf den jungen Yvon Mvogo setzen würde. Wölfli fügte sich in seine Rolle, auch wenn der Schock gross war, wie er gegenüber der Medienrunde im Stadionrestaurant eingestand. Wenige Monate später verlängerte er seinen Vertrag bis 2019.

Yvon Mvogo wechselte im Sommer 2017 zu RB Leipzig. Ersetzt wurde er durch David von Ballmoos. Das nächste Torhüter-Talent im YB-Tor und der nächste junge Kollege. Der Wolf, der mit den Jungen tanzt, sicherte auch ihm seine Unterstützung zu wie er es schon bei Mvogo gemacht hatte, nachdem der erste Schlag verdaut war.

Fehlt Von Ballmoos auch gegen Kiew?

Wölfli holt sich auch nicht erst Gratulationen ab nach seinem Einsatz, sondern wollte sofort wissen, wie es seinem jungen Kollegen geht. «Ich habe dann gehört, dass es nicht schlimm ist und sich wohl nur um eine Schnittwunde handelt. Da bin ich schon mal froh», so Wölfli. Und zu seinem Einsatz sagt er: «Es war schön, wieder einmal zu spielen und das zu Null, denn das ist für mich fast das Wichtigste. Nach dem wir am Mittwoch erst in Kiew gespielt haben, war es nicht ganz einfach.»

Und zu seiner persönlichen Leistung und der Glanztat gegen Fasko? Wölfli: «Ich habe mein Ding durchgezogen – nicht mehr und nicht weniger.» Je nachdem könnte Wölfli am Mittwoch im Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew (1:3) sogar noch einmal zu einem internationalen Highlight kommen. Es würde sich nicht dagegen wehren, aber in jedem Fall seinen jungen Kollegen unterstützen.


http://www.20min.ch/sport/dossier/super ... y/30912789

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 18. August 2017, 01:19 
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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 18. Januar 2018, 20:04 
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Wird der Routinier zum Meister-Goalie?

YB setzt im Tor auf Marco Wölfli

Nach der Verletzung von David von Ballmoos scheint YB die neue «Nr.1» gefunden zu haben. Es ist der langjährige Stamm-Goalie Marco Wölfli.

Über Jahre ist Marco Wölfli unumstritten die «Nr.1» im YB-Tor, bekommt regelmässig Nati-Aufgebote. Bis er sich am 8. Dezember 2013 im Spiel gegen Thun die Achillessehne reisst. Ab diesem Zeitpunkt ist Wölfli nur noch Ersatz. Erst steht ihm Yvon Mvogo (23) vor der Sonne, seit letztem Sommer David von Ballmoos (23).

Jetzt ist Wölfli – mittlerweile 35-jährig – zurück im Tor. Nach einer Schulter-Operation von Pechvogel von Ballmoos (rund drei Monate out) dürfte YB mit Wölfli im Tor in den Titelkampf gegen den FCB steigen. Sportchef Christoph Spycher: «Marco geniesst unser vollstes Vertrauen. Es ist wahrscheinlich, dass er im Tor steht. Aber am Ende entscheidet der Trainer.»

Ein neuer Goalie soll kommen

Spycher wird dennoch einen weiteren Torhüter verpflichten, prüft verschiedene Dossiers. «Wir suchen einen Goalie mit Erfahrung, einer der sich auf Augenhöhe mit Marco befindet.» Erfahrung, welche der talentierte Dario Marzino (21) noch nicht vorweisen kann.

Hechtet Wölfli, nach vier Jahren als Nummer zwei, für YB doch noch zu einem Titel? Die Aussichten stehen so gut, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Leader in der Meisterschaft, im Cup im Halbfinal.

Wölfli will nicht reden, lässt lieber Taten sprechen. Am Mittwoch im Test gegen Salzburg (2:0) spielt er zu Null. Es ist der siebte Sieg im achten Spiel mit Wölfli diese Saison. Dafür redet sein Goalie-Trainer. Stefan Knutti (52) kannte «den Wolf» schon, als dieser tatsächlich noch ein Wölfli war. Er betreute Wölfli schon als Zehnjährigen in seiner Talentschule.

«Er war immer loyal»

Knutti traut seinem langjährigen Schützling zu, dass es dieser nach vier Jahren Ersatzbank wieder packt. «Er hat die Klasse dafür und die Einstellung.» Dass sich die Rolle der Torhüter in den letzten Jahren stark verändert hätte und Goalies mittlerweile mehr eine Art Libero spielen, sei kein Argument gegen Wölfli, findet Knutti. «Er ist zwar 35, aber für mich ist er ein moderner Goalie. Wir haben uns gemeinsam weiterentwickelt, trainieren immer nach den neusten Methoden. Marco hat sich auch fussballerisch entwickelt.»

Diese Chance hätte er sich verdient, sagt Knutti, als Fussballer und als Mensch. «Denn obwohl es nicht einfach für ihn war, hat er nie aufgehört zu kämpfen, er war sich für nichts zu schade. Und er war immer loyal. Erst hat er Mvogo unterstützt, dann von Ballmoos.»


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 62253.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Montag 29. Januar 2018, 20:30 
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«Ich versuche den jüngeren Spielern zu helfen»

Der Berner Fussballclub BSC Young Boys steht vor dem Start in die Rückrunde. Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Stammgoalie David von Ballmoos schenkt die Vereinsleitung das Vertrauen erneut dem langjährigen Torhüter Marco Wölfli.

YB-Legende Marco Wöfli

Marco Wölfli ist 35-jährig. Seit fast 20 Jahren spielt er für die Berner Young Boys. Vor 4 Jahren verlor er seine Position als Stammgoalie. Wegen des verletzungsbedingten Ausfalls des aktuellen Nummer 1-Torhüters David von Ballmoos schenkt ihm die Vereinsleitung wieder das Vertrauen.

Regionaljournal Bern Freiburg Wallis: Des einen Leid, des andern Freud: Trifft dieses Sprichwort auf die aktuelle Goalie-Diskussion bei YB zu?

Marco Wölfli: Ja. So ist das Geschäft. Manchmal läuft es halt so. Ich bin froh, dass die Operation bei David gut verlaufen ist. Ich kann gut mitfühlen, wie es für ihn jetzt sein muss. Man nimmt sich viel vor. Und man freut sich. Es ist jetzt einfach wichtig, dass alles wieder gut kommt.

Jetzt erwartet Sie wieder der Ernstkampf im Tor. Wie gehen Sie das an?

Ich freue mich darauf. Aber ich mache mir nicht zu viel Gedanken. Dafür bin ich schon zu lange im Geschäft.

Ich konnte eine gute Vorbereitung machen und spüre die Mannschaft. Mir war es immer wichtig, dass ich in den Trainings und in den Tests mithalten konnte. Ich bin bereit.

Vier Jahre waren Sie bei YB die Nummer 2. Wie hat Sie diese Zeit verändert.

Es war nicht immer einfach, das ist klar. Ich musste mich im Kopf auf diese neue Situation einstellen. Das war ein Prozess, den ich mit meiner Frau und mit meinem Umfeld besprechen musste. Ich nahm mich nicht zu wichtig und schaute nach vorne. Ich habe immer gern trainiert und blieb zuversichtlich.

Was ist heute Ihre Rolle innerhalb der Mannschaft?

Ich schaue, dass die Spieler nicht nur am Handy sind (lacht). Als älterer Spieler habe ich fast eine Art Vaterrolle. Ich versuche den Spielern zu helfen, da ich diesen Weg auch gemacht habe. Es ist wie in einer Familie, wo man aufeinander schaut. Wir haben viele junge Spieler. Es sind verschiedene Nationalitäten und verschiedene Temperamente. Man muss lernen, als Mannschaft zusammenzuhalten. Das ist mir wichtig. Es muss nicht nur auf dem Platz sondern auch in der Kabine stimmen.


https://www.srf.ch/news/regional/bern-f ... -zu-helfen

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Dienstag 30. Januar 2018, 01:56 
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29.01.2018

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Wölfli gefordert

YB: Mit altem, neuem Stammgoalie zum Meistertitel?

In der Winterpause verletzte sich YB-Torhüter David von Ballmoos. Nun steht ein alter Bekannter wieder im Rampenlicht.

Als Leader starten die Young Boys am Samstag ins Super-League-Jahr 2018. Neu ist das nicht. Schon 2009/10 führten die Berner die Tabelle bei Halbzeit an. Damals im YB-Tor: Marco Wölfli.

Acht Jahre später steht der inzwischen 35-Jährige immer noch bei Gelb-Schwarz zwischen den Pfosten. Oder besser gesagt: wieder. Denn Wölfli sass in den letzten 4 Jahren nur noch auf der Bank, machte darob aber keinen Stunk und verhielt sich professionell. In der Winterpause profitierte Wölfli nun vom Verletzungspech seines Konkurrenten David von Ballmoos.

Und dass er noch lange nicht zum alten Eisen gehört, zeigte Wölfli in dieser Saison bereits:

- 5 Mal kam der 35-Jährige zum Einsatz
- 4 Mal siegte YB mit dem Routinier, einmal gab es ein Remis
- 3 Mal blieb Wölfli ohne Gegentor

Nun strebt Wölfli im Herbst seiner Karriere den ersten persönlichen Titel und den ersten für YB seit 31 Jahren an. Druck verspürt der Grenchner dabei nicht. Vielmehr spürt er, dass die Harmonie im Team stimmt und der Meistertitel drinliegt.

Kurz vor Rückrundenstart verpflichteten die Berner mit Alexandre Letellier einen weiteren Goalie. Doch YB-Sportchef Christoph Spycher stellte klar, dass Wölfli zum Rückrunden-Start im Tor stehen wird: «Er hat sich den Nummer-1-Status verdient.» Denn Wölfli hat mehrfach gezeigt, dass er zur Stelle ist, wenn man ihn braucht.


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... istertitel

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. Februar 2018, 13:09 
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Wölfli erhält das Vertrauen von YB

Mit zwei Punkten Vorsprung vor Basel geht YB in die Rückrunde. Der Klub setzt auf Kontinuität. Anstatt einen neuen Goalie für den verletzten David von Ballmoos zu verpflichten, kommt der altbewährte Marco Wölfli zum Zug.

Die Bauarbeiten sind noch im Gang in der neuen Champions Lounge hoch oben im Stade de Suisse. Es wird gebohrt und gehämmert, um die drei durchlässigen VIP-Bereiche für den Auftakt der Rückrunde am Samstag gegen St. Gallen fertigzustellen. 750 der Premium-Plätze sind verkauft, 100 mehr als im Vorjahr. Sie bringen eine Million Franken ein. Die Plätze kosten zwischen 5000 bis 9000 Franken, knapp 100 sind noch zu erwerben.

Keine Zweifel bei Wölfli
Sieht man diese Räumlichkeiten, hört man die Zahlen und schaut auf das Spielfeld, ist klar: Es läuft gut für den BSC Young Boys. In der Tabelle beträgt der Vorsprung auf den FC Basel zwei Punkte, der Meistertitel wie auch der Cup-Sieg sind greifbar. Aber alles hängt von den Spielern ab. Einer von ihnen wird der Torhüter Marco Wölfli sein, 35 Jahre alt ist er nun.

Er wird wieder als Nummer 1 im Tor stehen, da sich der junge David von Ballmoos eine Schulterluxation zuzog und drei Monate ausfällt. Wölfli hatte nach einem Achillessehnenriss vor dreieinhalb Jahren seinen Platz an den aufstrebenden Yvon Mvogo verloren und war seitdem eine ruhige, kompetente Nummer 2 gewesen. Er leistete Support für Mvogo und nach dessen Abgang nach Leipzig für von Ballmoos.

Nur gut ein Dutzend Ernstkämpfe hat Wölfli in den letzten Jahren bestritten. Dennoch schien klar zu sein, dass man «diese Ikone», wie ihn der Trainer Adi Hütter nennt, nicht noch einmal übergeht. Hütter findet es wertvoll, im Duell um die Meisterschaft gegen Basel «eine Persönlichkeit mehr» im Team zu haben. Wölfli bestritt 11 Länderspiele und weit über 400 Spiele für YB. Der Sportchef Christoph Spycher sagt, dass nichts gegen Wölfli als Nummer 1 gesprochen habe.

«Ihn nochmals zu degradieren, hätte Wölfli kaputt gemacht»

Der Mittelfeldspieler Christian Fassnacht ergänzt, dass Wölflis Status im Team hoch sei, er könne in allen Sprachen Tipps geben, auch als Nummer 2 sei er «Gold wert» gewesen. Ihn nochmals zu degradieren, hätte Wölfli «kaputt» gemacht. Damit spricht Fassnacht aus, was viele dachten, aber nicht wirklich wissen konnten, denn Wölfli war etwas nie in seiner Karriere: beleidigt. Man staunte immer wieder. Ein Schock sei es anfangs gewesen, sagt Wölfli, aber er habe Freude am Trainieren, das habe ihn gerettet, und die Lust am Spielen habe ihn nie verlassen.

Ist er noch gut genug? Wölfli zweifelt so wenig wie seine Vorgesetzten. Er sei im Kopf «vielleicht noch stärker», und er fühle sich getragen von einem Mannschaftsgeist, der einzigartig sei, in Ruhe habe wachsen können. Als YB 2010 gute Titelchancen besass, verliess Gilles Yapi nach der Vorrunde die Berner Richtung Basel, auch die stetigen Transfergerüchte um Seydou Doumbia liessen das Gefüge wackeln und zusammenbrechen. «Dieses Mal ist alles gefestigter», sagt Wölfli.

Spycher lobt die Mentalität

Des Sportchefs Aufgabe während der Winterpause schien zu sein, diesem Geist Sorge zu tragen. Es spreche für die Mentalität der Spieler, in dieser wichtigen Phase den Klub nicht für ein erstbestes Angebot aus dem Ausland zu verlassen, sagt Spycher. Als Torhüter wurde der Franzose Alexandre Letellier aus Angers verpflichtet, der akzeptiert hat, als Nummer 2 hinter Wölfli zu starten. Es wäre viel einfacher gewesen, eine Nummer 1 zu verpflichten, weil viele gute Goalies von guten Klubs eingewilligt hätten, auf diesem Niveau ein halbes Jahr Spielpraxis zu erhalten, sagt Spycher.

Fast ganz am Ende der Pressekonferenz vor dem Rückrundenstart fällt noch das Wort «Happy End». Es kommt von Hütter und meint, dass Wölfli jetzt doch noch einen Titel mit YB gewinnen könnte, nach vielen verpassten Chancen, als Nummer 1. Das wäre wie eine Hollywood-Geschichte. Was würde Wölfli wohl sagen, gelänge der Coup? Vielleicht so etwas: «Ich hätte mich als Nummer 2 genauso gefreut.»

https://www.nzz.ch/sport/kolumnen/woelf ... ld.1352981

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 1. Februar 2018, 13:36 
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Dem Schicksal ein Schnippchen schlagen – YB geht mit Wölfli auf Titeljagt

Ausgerechnet mit dem 35-jährigen «Veryoungboyser» Marco Wölfli im Tor will YB einen Titel gewinnen. Unverhofft wird der Grenchner diese Saison zum Stammtorwart der Berner Tabellenführer.

Marco Wölfli steht in der Mixed-Zone des Stade de Suisse und könnte heulen. Doch der 27-Jährige reisst sich zusammen und sagt tapfer: «Nur weil wir den Titel verspielt haben, ist nicht alles schlecht. Das i-Tüpfelchen fehlt uns jetzt halt, aber der Klub ist in Bewegung.»

Es ist der 16. Mai 2010. YB und sein Goalie haben soeben zum zweiten Mal eine Finalissima gegen Basel verloren. Wie zwei Jahre zuvor im St. Jakob-Park heisst es auch dieses Mal: YB 0, FCB 2. Erneut hat Valentin Stocker das wegweisende erste Tor geschossen. Dennoch sagt Wölfli: «Wir haben Fortschritte erzielt und kommen dem Titel immer näher.»

Siebeneinhalb Jahre später steht der inzwischen 35-Jährige im Medienraum des Stade de Suisse. Zwar ist er noch immer ein titelloser Young Boy, aber von allen YB-Profis der mit Abstand gefragteste Mann.

Weil sich Stammgoalie David von Ballmoos so schwer an der Schulter verletzt hat, dass er in dieser Saison kaum mehr spielen kann, ist Wölfli unverhofft noch einmal zur Nummer 1 aufgestiegen. Vier Jahre lang hat er seit einem Achillessehnenriss am 8. Dezember 2013 in Thun den Schalensitz auf der Tribüne oder die Ersatzbank gedrückt.

Da der Trainer auf die hoch talentierten Yvon Mvogo und von Ballmoos gesetzt hat, ist er nur in 15 Pflichtspielen zum Einsatz gekommen. Aber Wölfli, der 2002 debütiert hatte, als die Super League noch NLA hiess und der während zehneinhalb Saisons Titular war, blieb ein vorbildlicher Sportsmann. Er half den jungen Konkurrenten, wo er konnte, und drohte nie mit einem Abgang.

Hütter setzt auf Wölfli

Zwar haben die Young Boys in dieser Woche mit dem 27-jährigen Alexandre Letellier von Angers einen Torhüter aus der französischen Ligue 1 verpflichtet, doch YB-Trainer Adi Hütter hat zur Freude von Wölfli klargemacht, dass dieser vorderhand gesetzt sei. Eine spannendere Konstellation hätte sich dieser für sein Comeback nicht aussuchen können.

«In Bern warten wir seit 31 Jahren auf einen Titel. Jetzt stehen wir mit zwei Punkten Vorsprung auf dem 1. Platz und haben eine gute Stimmung. Ich bin überzeugt davon, dass wir Meister werden können», sagt Wölfli.

Obwohl er nur allzu genau weiss, dass es 2010 sogar sieben Punkte gewesen sind, die YB und den FCB beim Rückrundenstart getrennt haben und der Konkurrent vom Rhein nun ausgerechnet noch den YB-Schreck Stocker zurückgeholt hat.
Doch Wölfli hat ein starkes Argument: «Unser Team ist zusammengeblieben!» Obwohl für die besten YB-Spieler Angebote vorlagen, ist es Sportchef Christoph Spycher gelungen, alle Akteure in Bern zu halten.

Was vor acht Jahren noch anders war, als Abwehrchef Saïf Ghezal den Klub unter dubiosen Umständen verliess und der FCB vermeldete, YB-Spielmacher Gilles Yapi werde im Sommer zu Basel wechseln. Was Gelbschwarz und dessen Trainer Vladimir Petkovic vielleicht entscheidend aus der Fassung brachte.

Aus den Enttäuschungen gelernt

Dass diese alten Geschichten vor dem Start zum Titelduell wieder hervorgekramt werden, liegt auf der Hand. Und speziell ist, dass mit Wölfli nun ausgerechnet ein Mann das YB-Tor hütet, der wie kein anderer für den Begriff «veryoungboysen» (verspielen, verbocken, versagen) steht. Doch jetzt will der Grenchner dem Schicksal ein Schnippchen schlagen.

Er habe aus den vielen Enttäuschungen gelernt, wie wichtig es sei, nach einer Niederlage wieder aufzustehen und nie den Glauben zu verlieren, sagt Wölfli. «Und ich bin ja der Einzige, der die YB-Traumen noch erlebt hat. Die Jungen sind unbelastet und die Routiniers mental reif genug, um mit dem Druck umzugehen.»

Wölfli glaubt nicht, dass sein Alter und die fehlende Spielpraxis ein Nachteil seien. «35 Jahre sind für einen Goalie kein Problem: Ich habe in der Vorbereitung viel gespielt und denke, dass mich die letzten Jahre auf der Ersatzbank reifer gemacht haben.»

Hütter und Spycher stärken ihm den Rücken. «In der Vorrunde musste er gegen GC rein und hielt super», lobt der Trainer. «Gegen Kiew war er grossartig. Wir geben Marco die Chance, die er verdient», sagt der Sportchef. Es wäre eine unglaubliche Story, würde Wölfli YB nun zu einem Titel hexen.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/de ... -132153543

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Freitag 2. Februar 2018, 19:19 
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02.02.2018

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Die letzte Chance des Unvollendeten

Nach bald zwei Jahrzehnten im Club kann Marco Wölfli mit YB seinen ersten Titel gewinnen. Man hat das Gefühl, die nächsten Monate werden die Karriere des Goalies für immer definieren.

Marco Wölfli ist am Montagmittag umringt von Journalisten. Während die fünf Teamkollegen, die mit ihm für den Medientermin im Stade de Suisse aufgeboten worden sind, bald wieder gehen können, muss Wölfli immer neue Fragen beantworten, fünf, zehn, zwanzig Minuten lang.

Nach der Verletzung von Stammgoalie David von Ballmoos, der mit einer Schulterluxation mindestens drei Monate ausfallen dürfte, steht der 35-jährige Grench­ner im Fokus. Er, der den Auszug aus dem Wankdorf ins Neufeldstadion und den Einzug ins Stade de Suisse miterlebte, über 400 Partien für YB absolviert und zwei Cupfinals und zwei Finalissimas verloren hat.

Er, der Nationalspieler war, sich schwer verletzte und den lang gehegten Traum, die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien, verpasste. Er, der frühere Captain, der bei YB erst dem aufstrebenden Yvon Mvogo, dann dem aufstrebenden Von Ballmoos weichen musste, er, erhält noch einmal die grosse Bewährungschance als Nummer eins beim Tabellenführer.

Tiefschlag und Comeback

Wölflis Geschichte enthält schon jetzt fast alles, was eine gute Story ausmacht: Tiefschläge, Höhepunkte, Dramen, Degradierungen, Comebacks. Man könnte mit Wölfli stundenlang weiterreden, doch nach dreissig Minuten unterbricht der Medienverantwortliche: Der Torhüter muss ins Training. Die alles entscheidende Frage wäre so oder so unbeantwortet geblieben:

Wie geht seine Geschichte aus?

Man hat das Gefühl, die Antwort wird Wölflis Karriere für immer definieren. Szenario eins: Der 35-Jährige gewinnt im Sommer mit YB den ersten Titel seit 31 Jahren. Es ist die Krönung seiner Karriere. Bei der Feier auf dem rappelvollen Bundesplatz darf Wölfli den Pokal als Erster in die Luft stemmen.

«Ich freue mich einfach darauf, zu spielen.»
YB-Torhüter Marco Wölfli


Szenario zwei: Die Young Boys gehen sowohl im Cup wie in der Meisterschaft leer aus. Wölfli wird seinen Ruf als ewigen Zweiten nicht mehr los. Auch wenn der Goalie nichts dafür kann, wird der Gedanke omnipräsent sein, dass es mit Von Ballmoos im Tor bestimmt anders gekommen wäre.

Zwischen den beiden Szenarien scheint nicht viel Platz übrig für Interpretationen. Es ist ein Entweder-oder:

Held oder Versager?

Lächeln gegen die Skepsis

Wie geht Marco Wölfli damit um? In den ersten Wochen nach Von Ballmoos’ Verletzung wollte er nicht reden. Nach bald 20 Jahren im Geschäft ist er zwar ein Medienprofi, eine gewisse Skepsis gegenüber Journalisten hat sich der Familienvater jedoch stets bewahrt.

Nachdem Wölfli diesen Sommer beim Heimspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew zu einem der Matchwinner avanciert war, rief er den wartenden Medienschaffenden zu: «Jetzt wollt ihr plötzlich wieder etwas von mir.» Er meinte es ernst, irgendwie. Und hatte doch ein Schmunzeln im Gesicht.

Nun redet Wölfli. Die anfängliche Verkrampfung löst sich rasch, die Arme sind nicht mehr verschränkt, die Hände lässig im Hosensack. Er sagt: «Ich freue mich einfach darauf, zu spielen.» Oder: «Ich spüre das Vertrauen von Team, Sportchef und Trainer.»

«Ich habe ihn als unheimlich ehrgeizig erlebt, er wollte immer weiterkommen. Wäre er nicht so, würde YB ihm nun auch nicht das Vertrauen schenken.»
Patrick Bettoni über Marco Wölfli


Oder: «Ich bin sowohl körperlich wie mental bereit.» Oder: «Die Erwartungshaltung bei einem Verein wie YB ist immer gross.» Fragen, ob er sich in seinem Alter die Aufgabe zutraue, Bemerkungen zu den Momenten, in denen das Wort «veryoungboysen» entstanden ist und die er hautnah miterlebte, die unterschwellige Skepsis – das alles lächelt Wölfli freundlich weg.

Er sagt dann jeweils, diese Überlegungen seien vor allem etwas für die Medien. Es wirkt wie ein Schutzmechanismus. Damit er sein Inneres in der Öffentlichkeit nicht nach aussen kehren muss. Er ist so trotz bald zwei Jahrzehnten im YB-Trikot immer leicht unnahbar geblieben.

Zweifel und Zuspruch

Wenn man sich bei früheren Trainern und Mitspielern umhört, ist immer wieder der eine Satz zu hören: Man würde dem Marco den Titelgewinn von Herzen gönnen. Fast gleichzeitig werden aber auch Einwände platziert. Einer sagt, das Alter Wölflis sei ein Fragezeichen. Ein anderer meint, der Druck werde immens sein, und er wisse nicht, ob Wölfli dem gewachsen sei. Er hofft es.

Patrick Bettoni war bei YB der Goalie, der 2005 den Stammplatz an Wölfli verloren hatte. Als Torhütertrainer vom FC Thun ist er ein Szenekenner geblieben. Er hat eine andere Sichtweise: Der 42-Jährige findet, Wölflis Alter sei nicht negativ, sondern positiv zu bewerten, der grosse Erfahrungsschatz werde ihm nun helfen. «Marco hat viele herausfordernde Situationen erlebt. Er war mit YB schon Tabellenführer, er hat sehr wichtige Partien bestritten. Er weiss seine Lage richtig einzuschätzen.»

«Ich spüre das Vertrauen von Team, Sportchef und Trainer.»
Marco Wölfli


Bettoni findet auch, Wölfli werde in der öffentlichen Betrachtung manchmal Unrecht getan. Von einer Genügsamkeit, weil er YB treu blieb, statt sich andernorts zu beweisen, will Bettoni nichts wissen. «Ich habe in meiner Karriere einige Spieler erlebt, die rasch zufrieden waren. Marco gehört definitiv nicht dazu. Ich habe ihn als unheimlich ehrgeizig erlebt, er wollte immer weiterkommen. Wäre er nicht so, würde YB ihm nun auch nicht das Vertrauen schenken.» Es ist absurd, die so oft vermisste Vereinstreue wird Wölfli zuweilen negativ ausgelegt. Vielleicht weil in seiner Karriere der grosse Erfolg fehlt.

Gedanke ans Karriereende

Wölfli schien sich damit zu arrangieren, er füllte die Rolle als Nummer zwei tadellos aus. Während er sah, wie junge Teamkollegen aufstiegen und ihre Träume verwirklichten, befasste er sich mit der Zeit nach dem Fussball. Seit 2 Jahren absolviert er ein Studium der Ernährungs- und Bewegungslehre. Alles schien den gewohnten Lauf zu nehmen.

Nun erhält Wölfli die Möglichkeit, seine Karriere doch noch zu vollenden, derweil muss der aufstrebende David von Ballmoos den heftigsten Rückschlag seiner jungen Laufbahn verkraften. Es ist eine grosse Geschichte, voller Emotionen, eine, wie sie nur der Sport schreiben kann.

Wie geht sie aus?

Das sehr kitschige Happy End mit Titelgewinn ist möglich. Wie auch, dass die Young Boys mit Maro Wölfli im Tor erneut nur Zweiter werden. So oder so wird sein Leben danach weitergehen.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/30204253

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 Betreff des Beitrags: Re: (1) Marco Wölfli
 Beitrag Verfasst: Samstag 3. Februar 2018, 10:49 
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Die letzte Chance

Nach bald 20 Jahren bei den Young Boys kann Marco Wölfli seinen ersten Titel gewinnen. Man hat das Gefühl, die nächsten Monate werden die Karriere des Goalies für immer definieren.

Marco Wölfli ist am Montagmittag umringt von Journalisten. Während die fünf Teamkollegen, die mit ihm für den Medientermin im Stade de Suisse aufgeboten worden sind, bald wieder gehen können, muss Wölfli immer neue Fragen beantworten, fünf, zehn, zwanzig Minuten lang. Nach der Verletzung von Stammgoalie David von Ballmoos, der mit einer Schulterluxation mindestens drei Monate ausfallen dürfte, steht der 35-jährige Grenchner im Fokus.

Er, der den Auszug aus dem Wankdorf ins Neufeldstadion und den Einzug ins Stade de Suisse miterlebt, über 400 Partien für YB absolviert und zwei Cupfinals und zwei Finalissimas verloren hat. Er, der Nationalspieler war, sich schwer verletzte und den lang gehegten Traum, die Teilnahme an der WM 2014 in Brasilien, verpasste. Er, der frühere Captain, der bei YB erst dem aufstrebenden Yvon Mvogo, dann dem aufstrebenden von Ballmoos weichen musste, erhält noch einmal die grosse Bewährungschance als Nummer eins beim Tabellenführer.

Wölflis Geschichte enthält schon jetzt fast alles, was eine gute Story ausmacht: Tiefschläge, Höhepunkte, Dramen, Degradierungen, Comebacks. Man könnte stundenlang mit ihm weiterreden, doch nach dreissig Minuten unterbricht der Medienverantwortliche: Der Goalie muss ins Training. Die alles entscheidende Frage wäre ohnehin offen geblieben: Wie geht seine Geschichte aus?

Man hat das Gefühl, die Antwort wird Wölflis Karriere für immer definieren. Szenario eins: Der 35-Jährige gewinnt im Sommer mit YB den ersten Titel seit 31 Jahren. Es ist die Krönung seiner Karriere. Bei der Feier auf dem rappelvollen Bundesplatz darf Wölfli den Pokal als Erster in die Luft stemmen. Szenario zwei: Die Young Boys gehen sowohl im Cup als auch in der Meisterschaft leer aus.

Wölfli wird seinen Ruf als ewiger Zweiter nicht mehr los. Auch wenn den Goalie keine Schuld treffen sollte, wird der Gedanke nicht zu verdrängen sein, dass es mit von Ballmoos im Tor bestimmt anders gekommen wäre.

Zwischen den beiden Szenarien scheint nicht viel Platz übrig für Interpretationen. Es ist ein Entweder-oder: Held oder Versager.

Lächeln gegen die Skepsis

Wie geht Marco Wölfli damit um? In den ersten Wochen nach von Ballmoos Verletzung wollte er nicht reden. Nach bald 20 Jahren im Geschäft ist er zwar ein Medienprofi, eine gewisse Skepsis gegenüber Journalisten hat sich der Familienvater jedoch stets bewahrt. Nachdem Wölfli diesen Sommer beim Heimspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Dynamo Kiew zu einem der Matchwinner avanciert war, rief er den wartenden Medienschaffenden zu: «Jetzt wollt ihr wieder etwas von mir.» Er meinte es ernst, irgendwie. Und hatte doch ein Schmunzeln im Gesicht.

Nun redet Wölfli. Die anfängliche Verkrampfung löst sich rasch, die Arme sind nicht mehr verschränkt, die Hände stecken lässig im Hosensack. Er sagt: «Ich freue mich einfach darauf zu spielen.» Oder: «Ich spüre das Vertrauen von Team, Sportchef und Trainer.» Oder: «Ich bin körperlich wie mental bereit.» Oder: «Die Erwartungshaltung bei einem Verein wie YB ist immer gross.»

Fragen danach, ob er sich in seinem Alter die Aufgabe zutraue, Bemerkungen zu den Momenten, in denen das Wort «veryoungboysen» entstanden ist und die er hautnah miterlebte, die unterschwellige Skepsis - das alles lächelt Wölfli freundlich weg. Er sagt dann jeweils, diese Überlegungen seien vor allem etwas für die Medien. Es wirkt wie ein Schutzmechanismus, damit er sein Inneres in der Öffentlichkeit nicht nach aussen kehren muss. Er ist so trotz bald zwei Jahrzehnten im YB-Trikot immer eher unnahbar geblieben.

Wenn man sich bei früheren Trainern und Mitspielern umhört, ist immer der eine Satz zu hören: Man würde dem Marco den Titelgewinn von Herzen gönnen. Fast gleichzeitig werden aber auch Einwände platziert. Einer sagt, das Alter Wölflis sei ein Fragezeichen. Ein anderer meint, der Druck werde immens sein, und er wisse nicht, ob Wölfli dem gewachsen sei. Er hoffe es.

Patrick Bettoni war bei YB der Goalie, der 2005 den Stammplatz an Wölfli verloren hatte. Als Torhütertrainer vom FC Thun ist er ein Szenekenner geblieben. Er hat eine andere Sichtweise: Der 42-Jährige findet, Wölflis Alter sei nicht negativ, sondern positiv zu bewerten, der Erfahrungsschatz werde ihm nun helfen. «Marco hat viele herausfordernde Situationen erlebt.

Er war mit YB schon Tabellenführer, er hat sehr wichtige Partien bestritten. Er weiss seine Lage richtig einzuschätzen.» Bettoni findet auch, Wölfli werde in der öffentlichen Betrachtung manchmal Unrecht getan. Von einer Genügsamkeit, weil er YB treu blieb, statt sich andernorts zu beweisen, will Bettoni nichts wissen. «Ich habe in meiner Karriere einige Spieler erlebt, die rasch zufrieden waren. Marco gehört definitiv nicht dazu. Ich habe ihn als unheimlich ehrgeizig erlebt, er wollte immer weiterkommen. Wäre er nicht so, würde YB ihm nun auch nicht das Vertrauen schenken.» Es ist absurd, die oft vermisste Vereinstreue wird Wölfli zuweilen negativ ausgelegt. Vielleicht weil in seiner Karriere der grosse Erfolg fehlt.

Gedanke ans Karriereende

Marco Wölfli schien sich damit zu arrangieren, er füllte die Rolle als Nummer 2 tadellos aus. Während er zusah, wie junge Teamkollegen aufstiegen und ihre Träume verwirklichten, befasste er sich mit der Zeit nach dem Fussball. Seit zwei Jahren absolviert er ein Studium der Ernährungs- und Bewegungslehre. Alles schien den gewohnten Lauf zu nehmen. Nun erhält Wölfli die Möglichkeit, seine Karriere doch noch zu vollenden, derweil muss David von Ballmoos den heftigsten Rückschlag seiner jungen Laufbahn verkraften. Es ist eine grosse Geschichte voller Emotionen, eine, wie sie nur der Sport schreiben kann.

Wie geht sie aus? Das kitschige Happy End mit Titelgewinn ist möglich. Wie auch, dass die Young Boys mit Wölfli im Tor erneut nur Zweiter werden. So oder so wird sein Leben danach weitergehen.


https://www.derbund.ch/sport/fussball/d ... y/27180195

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