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 Betreff des Beitrags: Re: (28) Fabian Lustenberger
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. November 2020, 00:33 
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Lustenberger vor Sofia-Spiel

«Haben zuhause eine super Bilanz in den letzten Jahren»

Am Donnerstagabend empfängt Schweizermeister YB im dritten Gruppenspiel der Europa League ZSKA Sofia im Wankdorf-Stadion. Der Berner-Captain, Fabian Lustenberger, spricht im Interview die Heimstärke von YB an.


https://www.blick.ch/sport/fussball/eur ... 78984.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (28) Fabian Lustenberger
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 5. November 2020, 00:52 
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YB-Captain Fabian Lustenberger vor dem kapitalen Heimspiel gegen ZSKA Sofia

«Wir müssen endlich mal drei, vier Tore machen»

Nun gibts keine Ausreden mehr. YB muss gegen Basel-Killer ZSKA Sofia (Donnerstag, 21 Uhr) den ersten Dreier einfahren, um europäisch nicht zur Lachnummer zu werden. Das weiss auch YB-Captain Fabian Lustenberger (32).

BLICK: Fabian Lustenberger, YB hat in der Europa League noch kein Spiel gewonnen, spielt nun zuhause gegen die wohl schwächste Mannschaft der Gruppe. Da müssen einfach drei Punkte her, ohne Wenn und Aber.
Fabian Lustenberger: Wir haben in jedem Spiel den Anspruch, dieses zu gewinnen. Egal ob zuhause, auswärts, in der Liga oder in der Europa League. Und auch wenn wir in den ersten beiden Spielen sechs Punkte gemacht hätten, hätten wir gegen Sofia gewinnen wollen. Deshalb dürfen wir uns nicht verrückt machen lassen. Zuhause haben wir eine Superbilanz in den letzten Jahren, die wir unbedingt weiterführen wollen. Ich habe jedenfalls ein gutes Gefühl, dass es klappt.

Auswärts bringt YB ja kein Bein vors andere, hat seit August 2018 nie mehr europäisch gewonnen. Ganz anders zuhause, wo Ihr seit über zwei Jahren einzig gegen die Schwergewichte Porto und die AS Roma verloren habt. Geht ihr zuhause derart anders in die Spiele als auswärts?
Wir haben auch auswärts ja nicht unbedingt versagt. Wir haben bei Feyenoord einen Punkt gemacht, waren näher am Sieg. Auch bei den Glasgow Rangers holten wir ein Unentschieden. In Cluj waren wir die bessere Mannschaft, zwar ohne zehn Torchancen gehabt zu haben. Aber Cluj hatte eine Chance und machte ein Tor. Wir sind in den letzten Wochen aber defensiv unglaublich stabil geworden. Wir haben auch offensiv die nötigen Qualitäten, müssten einmal drei, vier Tore machen. Dann würde alles entspannter werden.

Was fehlt, dass man diese Treffer endlich macht?
Wir brauchen offensiv mehr Lösungen. Wir haben, wie gesagt, grosse Qualität im Spiel nach vorne, machen aber aus dieser Möglichkeit, die uns das Kader bietet, zu wenig Tore.

Sie hatten am Wochenende wegen der Corona-Verschiebung des Matches in Lugano spielfrei. Ein Nachteil, weil sich YB derart an den Drei-Tage-Rhythmus gewöhnt hatte?
Es war wichtig, mal durchzuschnaufen, mal einen Break zu haben. Nicht immer ins Stadion zu gehen und die immer gleichen Gesichter zu sehen. Umgekehrt waren wir in diesem Rhythmus drin. Rein körperlich wäre das gut möglich gewesen, da weiterzumachen. Doch so vermisst man es fast zu spielen, hat man wieder grosse Lust auf Fussball. Das ist gut so.

Sie sind mit 32 Jahren der einzige Young Boy, der diese Saison alle Spiele durchgespielt hat. Haben Sie nie physische Probleme?
Ich handle das so: Ich gebe im Spiel Vollgas. Und dann gehe ich nach Hause und regeneriere. Das braucht viel Selbstdisziplin, gerade in meinem Alter. Da kann man nicht drei Tage nicht schlafen …

Ein Wort zum Gegner?
Das Unentschieden in Rom ist Warnung genug. Auch der Sieg in Basel. ZSKA kann sehr kompakt verteidigen, ist defensiv stark. Wir haben gegen die Roma zwei Chancen zu viel zugelassen, die zur Niederlage geführt haben. Sofia hat diese in Rom nicht zugelassen und deshalb ein 0:0 geholt.


https://www.blick.ch/sport/fussball/eur ... 78936.html

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 Betreff des Beitrags: Re: (28) Fabian Lustenberger
 Beitrag Verfasst: Samstag 21. November 2020, 13:18 
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YB-Captain im Interview

Lustenberger stellt Lohnverzicht in Aussicht

Er ist einer der Spitzenverdiener bei den Young Boys und überzeugt, dass kein YB-Spieler auf seinen vollen Lohn pochen wird. Vor dem Spiel gegen Basel sagt er, warum die Genugtuung nach Siegen noch grösser ist als vor Corona.

ie viele Corona-Tests haben Sie gemacht?

(überlegt) Rund 10. Die Uefa schreibt ja vor jedem Europacup-Spiel Tests vor. Dazu kamen noch einige, die YB für das ganze Team angeordnet hatte.

Folgte auf jedes negative Resultat grosse Erleichterung?

Ich fühlte mich stets fit, dennoch ist jeweils eine Anspannung vorhanden. Man weiss ja nie. Das Schönste ist, wenn die Nachricht kommt, dass alle im Team negativ sind. Das gab es bei uns zum Glück ja meistens.

Derweil mussten etliche andere Teams in der Super League in die Quarantäne. Waren die Spieler dort zu wenig vorsichtig?

Das kann ich nicht beurteilen. Unser Vorteil ist, dass wir oft getestet werden. Das kann verhindern, dass ein Spieler, der krank ist, aber keine Symptome hat, das Virus in die Mannschaft trägt.

Eine Quarantäne-Verordnung hätte für YB böse Folgen. Sie könnte gleichbedeutend mit einer Forfait-Niederlage und dem möglichen Ende der europäischen Träume sein. Verspüren Sie Druck, sich nicht anzustecken?

Natürlich. Und ich bin sehr vorsichtig, aber ich kann nicht völlig isoliert leben, eine Ansteckungsgefahr besteht einfach – gerade bei den aktuell hohen Zahlen. Ich habe drei Kinder, zwei davon sind im Schulalter. Die Kinder wollen mit ihren Freunden spielen. Umso wichtiger ist es, sie zu sensibilisieren und sich selbst an die Massnahmen zu halten.

Im Sommer sagten Sie aufgrund von Corona-Fällen und Geisterspielen, Sie wüssten nicht, ob es noch Sinn ergebe, weiterzuspielen. Wie sehen Sie es jetzt?

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Wir haben uns daran gewöhnt, dass eine Partie verschoben werden muss, Spieler mit Corona fehlen, keine Zuschauer in den Stadien sind. Im Sommer war der Spielraum klein, weil bis Anfang August die Europacup-Teilnehmer der Uefa gemeldet werden mussten. Dieser Zeitdruck besteht nun nicht. Und ich habe mittlerweile keine Angst mehr, dass beim Gegner jemand infiziert sein und mich anstecken könnte. Ich finde gut, wird weitergespielt.

«Testländerspiele finde ich in dieser Zeit schon fragwürdig.»

Zuletzt war Länderspielpause mit Testpartien ohne sportlichen Wert. Ist es nicht stossend, werden während der Pandemie keine Abstriche gemacht?

Aus Sicht der Verbände ergaben die Spiele wohl Sinn, schliesslich bestehen Verträge mit Fernsehanstalten.

Und aus Sicht der Spieler?

Testländerspiele finde ich in dieser Zeit schon fragwürdig. Zumindest wenn diese dazu führen, dass eine Nationalmannschaft innert zehn Tagen drei Partien bestreitet. Aber mich betrifft das ja nicht: Ich hatte ein freies Wochenende. Das war Gold wert. (schmunzelt)

Der deutsche Weltmeister Toni Kroos kritisierte die Verbände und Wettbewerbe wie die Nations League und die damit verbundene Mehrzahl an Partien scharf. Er sagte, die Spieler seien die Marionetten der Fifa und Uefa. Warum organisieren sich die Profis nicht besser und lehnen sich dagegen auf?

Als ich bei Hertha Berlin unter Vertrag stand, gab es in Deutschland solche Bestrebungen. Aber das kam bei einigen Vereinen nicht gut an. Als Spieler ist man Arbeitnehmer, nicht Arbeitgeber. Man erhält seinen Lohn fürs Spielen. Deshalb ist die Hemmschwelle gross, sich zu wehren.

In der Schweiz gäbe es die Spielergewerkschaft SAFP. Sie ist offensichtlich kein Faktor.

Ich glaube, daran wird sich vorerst nichts ändern.

Was wünschen Sie sich denn?

Dass die TV-Partner, Liga- und Clubvertreter und die Spieler regelmässig gemeinsam an einen Tisch sitzen. Nicht, dass wir als Spieler den Spielplan diktieren, aber dass wir angehört werden. Das könnte Perspektiven eröffnen.

Der Bundesrat hat am Mittwoch beschlossen, den Sport mit A-fonds-perdu-Beiträgen zu unterstützen. Eine Bedingung ist, dass die Spitzensaläre gekürzt werden. Sie als einer der Topverdiener bei YB wären davon betroffen. Wie sehen Sie den Entscheid?

Zuerst einmal ist es gut, wird die Not der Vereine anerkannt. Die Details des Entscheids kenne ich zu wenig. Sollte YB das Geld benötigen, wird der Club auf uns zukommen.

Ohne Einlenken könnten Sie als Spitzenverdiener verhindern, dass der Arbeitgeber Geld erhält.

Es könnte tatsächlich dazu führen, dass Druck auf Spieler ausgeübt wird. Aber bei YB sehe ich diese Gefahr nicht. Hier wird offen und fair diskutiert. Ich bin überzeugt: Wir würden eine Lösung finden, mit der alle leben könnten.

Im Mai willigten die YB-Spieler ein, auf Lohn zu verzichten, bis das Wankdorf wieder mit Zuschauern gefüllt werden kann. Wie haben Sie damals als Captain die Verhandlungen erlebt?

So, wie es sein sollte. Uns wurde aufgezeigt, wie die Situation ist. Und was nötig ist, um die Krise zu meistern. Als Spieler will man wissen, was mit dem Geld passiert, auf das man verzichtet. Wir ermöglichten zum Beispiel, dass die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle trotz Kurzarbeit den vollen Lohn erhielten. Das war für uns selbstverständlich. Es ist ein Geben und Nehmen: Wenn etwas ist, kann ich eine Whatsapp-Nachricht an unsere Sportadministration schreiben, und mir wird geholfen.

«Wir wollen ja auch unbedingt, dass der Club fortbestehen kann.»

Das klingt so, als wären Sie erneut bereit, auf Lohn zu verzichten.

Absolut. Ohnehin erhalten wir seit letztem Frühling nicht mehr die vollen Prämien; sie werden den Zuschauerzahlen angepasst. Das ist auch eine permanente Lohneinbusse. Wir wollen ja auch unbedingt, dass der Club fortbestehen kann. Dann ist es nötig, dass man in finanzieller Hinsicht einen Schritt zurück macht. Ich bin überzeugt: Sollte es notwendig sein, wird bei YB kein Spieler auf seinen vollen Fixlohn pochen.

Geisterspiele dürften noch während Monaten die Realität sein. Das mindert doch die Motivation.

Nein. Ich will unbedingt gewinnen, unabhängig davon, ob Zuschauer im Stadion sind oder nicht. Aber natürlich können Fans eine Extramotivation darstellen. Ich bin überzeugt, gegen die AS Roma hätten wir mit Publikum in der Schlussphase nicht verloren, gegen St. Gallen wäre uns der Siegtreffer gelungen. Bereits 1000 Zuschauer können einen Riesenunterschied machen.

Ohne Zuschauer verliert der Sport an Bedeutung und Ernsthaftigkeit. Einverstanden?

Das wirkt vielleicht so. Aber auf dem Platz ist es wie früher: Ein Sieg ist ein Sieg und nicht plötzlich weniger wert. Im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, dass die Genugtuung manchmal fast noch grösser ist, weil der Erfolg unter erschwerten Bedingungen zustande kam. Wir sind national daheim seit über zwei Jahren ungeschlagen, obwohl wir schon länger mit Zuschauerbeschränkungen spielen.

Ist unter diesen Umständen die Partie gegen den FC Basel überhaupt noch speziell?

In normalen Zeiten sehen wir, wenn wir im Mannschaftsbus die Papiermühlestrasse entlangfahren, am Strassenrand unzählige Fans, die mit Trikots und Schals auf dem Weg zum Wankdorf sind. Wir sehen den vollen Stadionvorplatz, Ausgelassenheit und Vorfreude, später das volle Stadion. Natürlich fehlt das alles. Trotzdem ist das Spiel gegen Basel speziell. Wenn der Schiedsrichter anpfeift, wird es niemandem an Motivation fehlen.


https://www.bernerzeitung.ch/lustenberg ... 6875696275

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