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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 01:54 
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YB ist ein logischer Meister, St.Gallen ein grossartiger Herausforderer

Dank eines 1:0-Sieges in Sion sichert sich YB den dritten Meistertitel in Serie. Die Analyse zur Entscheidung in der Schweizer Fussball-Meisterschaft.

Um 22.25 Uhr ist es vollbracht. Der Schweizer Fussball hat seinen Coronameister gefunden. Die Berner Young Boys krönen sich in Sion mit einem 1:0. Der letzte Schritt zum Hattrick ist geglückt. Nicht gerade mühelos zwar. Aber doch ziemlich souverän und abgeklärt. Christopher Martins heisst der YB-Meisterschütze. Es ist der dritte Meistertitel der Berner in Serie.

YB ist ein verdienter und auch ein logischer Meister. Während der Konkurrenz in dieser intensiven Zeit nach der Corona-Pause mit 13 Spielen innert nur sechs Wochen je länger je mehr der Atem ausgegangen ist, drehte Gelb-Schwarz noch einmal richtig auf. Und schuf mit zuletzt fünf Siegen hintereinander und 21 von 24 möglichen Punkten die Differenz. Erstaunlich ist das nicht, weil die Berner das mit Abstand breiteste Kader der Liga haben. Es ist eine direkte Folge des herausragenden Managements von Christoph Spycher.

Meisterparty in Coronazeiten: YB und die Berner Fans feiern

Letzten Endes verdanken die Berner den Titel aber vor allem den Toren von Jean-Pierre Nsame. 30 Mal traf der 27-Jährige Stürmer bis anhin. Er war einer der wenigen Spieler, die immer Leistung brachten. Die Chancen, dass er bei YB bleibt, sind intakt. Im Winter verlängerte er den Vertrag bis 2023, YB ist nicht unter Zugzwang, unter 12 Millionen Franken wird Nsame nicht zu kriegen sein.

Die grossartige Saison des Herausforderers St.Gallen

Im Gegensatz zu den beiden Titeln in den vergangenen Saisons musste YB in dieser coronaverseuchten Spielzeit jedoch mächtig leiden. Auch dafür gibt es Gründe. Das Team hat im letzten Sommer einen grossen Umbruch erlebt. Und sah sich seit Beginn der Saison dann auch noch mit riesigem Verletzungspech konfrontiert. Dass dies an die Substanz geht, ist logisch.

Zudem schoss mit dem FC St.Gallen ein grossartiger Widersacher empor, eigentlich fast aus dem Nichts, der sich regelrecht in einen Rausch spielte. Und den erst ganz zum Schluss der Saison etwas die Kräfte verliessen.

Für die tapferen St.Galler bleibt das Fazit: Meister sind sie zwar nicht geworden, aber zumindest Meister der Herzen. Es ist auch mit Rang 2 eine herausragende Spielzeit für Präsident Hüppi, Sportchef Sutter, Trainer Zeidler und die junge, wilde Truppe geworden. Dafür gebührt den Ostschweizern der allergrösste Respekt.

Im letzten Heimspiel der Saison zeigte St.Gallen noch einmal ziemlich viel Spielfreude. Das bereits abgestiegene Xamax leistete zwar kaum Widerstand. Dennoch rauschte Grün-Weiss wiederholt über den Platz. Am Ende stand es 6:0. In der Pause hätte es auch 8:0 statt 4:0 heissen können. Itten gelang in der ersten halben Stunde ein Hattrick. Doch gerade als der wunderbare Mond über dem Kybunpark aufging, erzielte YB sein Meistertor – und beraubte die Ostschweizer damit der letzten kleinen Meisterhoffnungen.

Der stetige Hunger der neuen YB-Spieler

Zurück in die Hauptstadt. Das YB dieser Tage erinnert in vielerlei Hinsicht an den erfolgreichen FC Basel in seinen goldenen Jahren. Sportchef Spycher ist es ein erstes Mal gelungen, ein Meisterteam umzubauen und mit frischen Kräften zu beleben. Spieler wie Captain Lustenberger, der noch nie in seiner Karriere einen Titel gewann, garantieren, dass der Hunger gross bleibt.

Und die vielen Talente auf den richtigen Weg kommen. Stand jetzt ist es darum auch nicht absehbar, dass die YB-Dominanz in den nächsten Jahren abnimmt. Auch wegen Corona. Es gibt einige Schweizer Klubs, die mit grossen Problemen konfrontiert sind. Es ist darum nicht die Zeit für grosse Transfers oder sonstige Engagements, die für eine Vorwärtsstrategie stünden.

Die verpasste Chance des FC Basel

Vor allem der FC Basel hat in dieser Saison eine grosse Chance verpasst, den Rivalen aus der Hauptstadt wieder zu überholen. Schuld daran ist alleine er selbst. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die hausgemachten Probleme rund um den völlig überforderten Präsidenten Bernhard Burgener ein Ende nehmen würden. Ganz zu schweigen von den finanziellen Problemen.

Am Montag nun endet diese spezielle Saison. Bis vor kurzem sah es danach aus, als käme die Fussballschweiz noch in den Genuss einer Finalissima zwischen YB und St.Gallen. Nun können die Direktbeteiligten die Partie auch ein wenig geniessen. Die nächsten Aufgaben kommen früh genug – im Cup und in den Qualifikationsspielen für Europa.


https://www.watson.ch/sport/analyse/706 ... er-meister

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 01:56 
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Presseschau zu Meister YB

«Logischer Meister» und eine «neue Dynastie»

Die Schweizer Medien würdigen YB für den Titel-Hattrick. Hier geht's zur Presseschau.

Mit dem 1:0-Sieg bei Sion machten die Young Boys am Freitag den 3. Titelgewinn in Folge perfekt. Die Schweizer Medien sind sich einig: Der neuerliche Triumph ist verdient. Als Erfolgsgarant wird überall die Klubführung um Christoph Spycher genannt. Aber auch Trainer Gerardo Seoane und sein Team werden gewürdigt:

- Berner Zeitung: «Ein Meistertitel wird nie mehr Gefühle auslösen wie 2018, dem ersten nach 32 Jahren. Er wird auch kaum mehr so überlegen zustande kommen wie 2018/2019, als die Young Boys auf dem Zenit waren und Basel 7:1 überfuhren. Aber, und deshalb ist der Stellenwert dieses Titels nicht hoch genug einzuschätzen: Er zeigt, dass die Young Boys nicht abhängig von grossen Trainern und Spielern sind. Das ist das Merkmal einer Dynastie. Bei YB ist die zentrale Figur Sportchef Christoph Spycher. Er hat die Erfolg bringenden Strukturen gefordert und geschaffen. Und er lebt diese als Teamplayer. Gut für YB, ist sein Vertrag bis 2022 gültig.»

- NZZ: «Sie haben in den letzten Jahren das beste Gesamtpaket geschnürt: gute Führung, guter Trainer, gute Mannschaft. Als sich die Liga nach der Corona-Pause zur Express-Meisterschaft entschied, vor allem: zu einem Abnützungskampf – da kamen die Young Boys am besten zurecht, weil ihr Apparat viel mehr Ruhe hat als der FCB und gegenüber St. Gallen das viel höhere Budget sowie mehr Routine in Meisterrennen.»

- 20 Minuten online: «Da war die Heimstärke – zwölf Siege in Serie im heimischen Wankdorf sind eine grandiose Bestmarke. Und da war Jean-Pierre Nsame, der beste Stürmer der Liga. Auch deshalb ist YB verdientermassen der erste Geistermeister des Schweizer Fussballs. Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg ist die Ruhe der Entscheidungsträger. Corona? Kein Lamentieren, keine Ausflüchte. Geisterspiele? Keine Klagen, keine Anschuldigungen. Sportchef Christoph Spycher und auch Trainer Gerry Seoane suchten lieber nach Lösungen und gaben die Richtung nach innen und aussen vor. Sie gehen als Vorbilder voran. In der Ruhe liegt die Macht.»

- bzbasel.ch: «YB ist ein verdienter und auch ein logischer Meister. Während der Konkurrenz in dieser intensiven Zeit nach der Corona-Pause mit 13 Spielen innert nur sechs Wochen je länger je mehr der Atem ausgegangen ist, drehte Gelb-Schwarz noch einmal richtig auf. Und schuf mit zuletzt fünf Siegen hintereinander und 21 von 24 möglichen Punkten die Differenz. Erstaunlich ist das nicht, weil die Berner das mit Abstand breiteste Kader der Liga haben. Es ist eine direkte Folge des herausragenden Managements von Christoph Spycher.»

- Blick: «Zuerst widerstand Seoane der Versuchung, bereits Anfang Saison in die Bundesliga zu wechseln. Dann hatte er sich in der Vorrunde mit einer ellenlangen Verletztenliste herumzuschlagen, lamentierte aber nie. Und er musste seine Mannschaft neu erfinden. Das gelang ihm unter dem Strich erstaunlich gut. Und deshalb gehört dieser Titel mehr als jener der Vorsaison ihm und seinem Staff. Es ist nach der erfolgreichen Gesellenprüfung vor einem Jahr das Meisterstück des jungen Coaches.»


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... e-dynastie

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 01:59 
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Reto Nause zur YB-Meisterfeier in der Altstadt

«Vor lauter Emotionen die Eigenverantwortung vergessen»


Berns Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) zieht eine durchzogene Bilanz nach der YB-Meisterfeier in der Berner Innenstadt.

Die Anweisung im Vornherein war klar: Aufgrund der Corona-Situation werde auch bei einem vorzeitigen Gewinn des Meistertitels keine Freinacht bewilligt. Die Stadt Bern appellierte im Vorfeld daran, beim Feiern die Distanz- und Hygienemassnahmen einzuhalten.

Am Morgen nach dem Meisterspiel zieht Berns Sicherheitsdirektor eine durchzogene Bilanz. «Ja, bei einigen Hundert ging vor lauter Emotionen die Eigenverantwortung vergessen», sagt Nause am Samstag zum «Bund».

Härtere Interventionen der Polizei seien nicht angebracht gewesen: «Sonst hätten wir andere Probleme bekommen», schätzt er. Zudem sei die 1,50-Meter-Abstandsregel eine Empfehlung: «Wir können keine Bussen mehr aussprechen, wenn sich Menschen nicht daran halten», so der Sicherheitsdirektor.

Überhaupt habe die Polizei die Situation gut im Griff gehabt und die Menschenmenge in der Aarbergergasse mit Zugangskontrollen reguliert. «Es waren nie mehr als tausend Menschen in der Gasse», sagt Nause. Gewisse Fotos der Nacht würden einen falschen Eindruck vermitteln: «Die Gasse war nicht proppenvoll.»

Selbst Fans sprechen von «Hornochsen»

Befürchtet hatte man bei der Stadt, dass nach dem Schlusspfiff Tausende in die Innenstadt strömen könnten: «Zum Glück ist dieses Szenario nicht eingetroffen», sagt Nause. Das habe wohl auch dank der Zusammenarbeit mit dem Fussballclub und der Fanarbeit von YB geklappt. Die Stadt und YB hatten auch vereinbart, dass die Mannschaft selbst nicht in der Stadt erscheinen soll, um grössere Menschenansammlungen zu vermeiden.

In den sozialen Medien befürchten einige einen Anstieg von Infektionen, aufgrund der nicht eingehaltenen Hygieneregeln. Da seien der Stadt und der Polizei die Hände gebunden, sagt Nause. «Wenn sich Fans im Freudentaumel umarmen, kann man solche Szenen fast nicht verhindern.»

Selbst im YB-Forum melden sich Fans, die wenig Freude am «Menschensalat» in der Aarbergergasse zeigen. «Wegen solcher Hornochsen werden die Spiele von YB weiterhin am TV verfolgt werden müssen», schreibt etwa einer noch in der Nacht auf Samstag ins Forum.

https://www.derbund.ch/vor-lauter-emoti ... 3412808414

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 02:03 
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YB-Captain Lustenberger im grossen Interview

«Ich habe den Nati-Rücktritt nie gegeben»

Zwei Spieler waren für den 14. YB-Meistertitel entscheidend: Kanonier Nsame mit seinen 30 Toren. Und Captain Fabian Lustenberger mit seiner Präsenz, seiner Aura, seiner Stilsicherheit. Der Luzerner über einen Kulturschock, Zukunftsangst und den Nati-Trainer.

Gratulation! Schweizer Meister Lustenberger. Wie tönt das?
Fabian Lustenberger: Danke, es tönt gut! Aber es ist für mich immer noch schwierig einzuordnen. Auf jeden Fall ist es eine riesige Freude und Genugtuung.

32 mussten Sie werden, um endlich den ersten Titel zu holen …
Und es macht mich enorm stolz, dass wir diese schwierige Saison erfolgreich haben abschliessen können. Toll, dass ich in die Schweiz zurückkehren und gleich dieses Highlight erleben durfte.

Aber eben: den ersten Titel mit 32.
Immerhin war ich in Deutschland Zweitligameister. Gar zweimal. Aber das zählt nicht so richtig, ich weiss. Doch damit kann ich gut leben. Trotzdem habe ich damals etwas in den Händen halten dürfen. Aber dies hier ist etwas anderes. Eine Riesensache.

Warum schwierig?
Die ganzen Umstände mit Corona. Und es war eine Saison im Zeichen eines Neu-Anfangs, weil eine fast neue Mannschaft auf dem Platz stand. Das war nicht einfach. Wir haben es dennoch gut gemacht und den Titel auch verdient. Und ich denke, wir haben unsere Corona-Vorbildfunktion sehr gut wahrgenommen.

Was war der Knackpunkt, dass es aufseiten von YB kippte?
Wir hatten in der Rückrunde lange Zeit diese latente Auswärtsschwäche. Dann siegten wir in Zürich 5:0. Da haben wir den Bock umgestossen. Und danach kein einziges Tor mehr gekriegt, auch auswärts nicht. Das zeugt von einer gewissen Klasse, Entwicklung und Reife. Denn Meisterschaften gewinnt man mit einer soliden Defensive.

Ein Wort zum letzten verbliebenen Kontrahenten St. Gallen?
Die Ostschweizer haben eine sensationelle Saison gespielt. Kaum jemand hatte sie auf dem Zettel. Sie haben die Liga erfrischt mit einem anderen Fussball, den sonst niemand gespielt hat.

Wie gross ist der Anteil des Captains am dritten Titel in Serie?
Das müssen andere beurteilen. Es ist immer schwierig, ja falsch, über sich selber zu sprechen. Ich habe versucht meine Leistung zu bringen und der Mannschaft auch ausserhalb des Platzes zu helfen. Schlussendlich sind wir aber als Team Meister geworden. Und nicht einzelne Spieler.

Gut. Ich tue das und urteile: Der Anteil des Captains war gross!
Schön das zu hören. Man hört immer gerne, wenn die Leute zufrieden sind mit einem. Wenn man eine gewisse Wertschätzung und Anerkennung erhält. Das gibt einem ein gutes Gefühl und ist ein Zeichen, dass man es nicht so schlecht gemacht hat.

Wie speziell war es, den Titel auswärts ohne Fans feiern zu müssen?
Richtig speziell wäre es mit einem vollen Stadion gewesen. Aber ganz ehrlich – ob auswärts, zu Hause, auf der Couch – das ist egal. Hauptsache, Meister!

Gab es nach Ihrer Rückkehr nach zwölf Jahren Hertha irgendetwas, das Sie nie erwartet hätten?
Ich habe versucht mit relativ wenig Erwartungen hierherzukommen und nicht zu versuchen, Dinge zu vergleichen. Das ist mir gut gelungen. Ich habe mir nie gesagt: Uff, jetzt spielst du in Lugano vor 2000, 3000 Zuschauern. Und in der Bundesliga hatte es soundso viele Fans. Das habe ich komplett ausblenden können. Ich habe es angenommen, wie es ist, und so Überraschungen vermieden.

Aus Ihrer Luzerner Zeit kannten Sie das ja.
Okay. Aber es ist ein Unterschied, ob man als 18-Jähriger hier spielt und noch nicht alles so wahrnimmt, sich noch keine Gedanken macht, was ausserhalb so alles passiert. Da hat man einfach mitgespielt, und es lief … Mit der Zeit habe ich eine gewisse Verantwortung innerhalb der Mannschaft erhalten. Da macht man sich dann auch mehr Gedanken.

Einen Vergleich muss man dennoch anstellen: Zwölf Jahre in der Weltstadt Berlin – und dann die beschaulichen Berner Lauben …
(Lacht) Der grössere Kulturschock war damals, als ich von meinem Heimatort Nebikon LU mit 2000 Einwohnern in die Weltstadt Berlin zügelte. Ich kenne trotz der zwölf Berlin-Jahre die Schweiz ja sehr gut, war in allen Ferien hier. Bei meinen Eltern, bei Kollegen. Die Verbindung zur Schweiz war immer da, der «Schock» klein. Zumal ich ja meine Familie mit der Rückkehr wieder um mich herum hatte. Nur schon deswegen war es wert zurückzukommen.

Wie viel Berner steckt schon in Ihnen? Von Nebikon in den Kanton Bern sind es ja nur gerade mal drei Kilometer Luftlinie.
Berner bin ich bisher nicht geworden. Aber sehr gut aufgenommen worden bei YB und in dieser schönen Stadt, wo man sich sehr wohl fühlen kann. Auch das bestätigt mir, dass ich den richtigen Schritt gemacht habe. Und es ist wieder eine Hauptstadt, wie Berlin …

Der Titel 2020 ist schon ein bisschen made in Innerschweiz: Sie sind Luzerner, der Trainer auch, Assistent Schnarwiler ist Zuger und Sportchef Spycher ist in Wolhusen LU geboren.
Was soll ich dazu sagen? Stimmt. Aber es ist egal. Es ist ein Titel für YB – und nichts anderes.

Sie sind Vater von drei kleinen Kindern. Wie war da die Lockdown-Zeit?
Es war eine intensive, aber schöne Zeit. Eine Zeit, in der ich persönlich einiges nachholen konnte. Denn ich war die beiden Jahre vor meiner Rückkehr in die Schweiz alleine in Berlin. Meine Frau Monique war schon in der Schweiz mit den Kids. Wir waren jeden Tag zusammen, haben es genossen, über längere Zeit zusammen zu sein und haben diese Zeit gut gemeistert. Denn wenn die Kinder Sommerferien haben, beginnt normalerweise für einen Fussballer bereits wieder die Vorbereitung.

Wie stark waren Sie Lehrer?
Ich war der Lehrer von Jonas Jan, des Ältesten, der in der dritten Klasse ist. Das war nicht ohne. Da gab es schon viel zu tun. Aber wir haben das hingekriegt

Haben Sie Zukunftsangst ob der Situation auf dem Planeten?
Angst nicht, das wäre fehl am Platz. Aber Respekt vor dieser Situation. Man bekommt viel mit, man liest viel. Als Einzelner hat man aber wenig Einfluss und versucht bloss, das Beste daraus zu machen und sich an die Regeln zu halten, damit es besser wird. Und ich hoffe, dass es bald wieder besser wird, damit die Normalität zurückkehrt, man sich wieder komplett frei bewegen kann und bald wieder mehr Leute im Stadion sind.

Was braucht es für diese Normalität?
Die Fallzahlen müssen sinken. Dafür hat jeder Einzelne eine grosse Eigenverantwortung zu tragen.

Könnten Klubs mit tausend Zuschauern überleben?
Auf die Dauer nicht, nein. Aber ich bin nicht der Finanzchef, sondern der Fussballer. Aber es ist klar: Die Vereine sind abhängig vom Ticketverkauf. Deshalb hoffen wir alle, dass mit den neuen Schutzkonzepten wieder eine gewisse Auslastung im Stadion möglich sein wird.

Wenn die Einnahmen sinken, muss gespart werden. Und das grösste Sparpotenzial bei Fussballklubs sind immer die Löhne der Spieler …
Wenn Sie das so sagen, wird das so sein … Wir haben dieses Thema auch besprochen und uns für einen Lohnteilverzicht entschieden. Gut möglich, dass es bald wieder zu einem Thema wird. Aber im Moment steht das Sportliche wieder im Vordergrund. Es warten noch das letzte Spiel gegen St. Gallen und der Cup.

Den Meistertitel habt Ihr im Sack. Nun ist der Hunger auf den ersten Cuptitel seit 33 Jahren sicher riesig!
Klar ist er das. Es wäre das i-Tüpfelchen auf diese Saison.

Aber es ist ja immer noch nicht sicher, wann gespielt wird.
Der Viertelfinal gegen Luzern ist fixiert. Den können wir am nächsten Donnerstag spielen. Und wie es dann weitergeht, sollten wir gegen Luzern gewinnen, liegt nicht in unserer Hand. Dann muss eine Lösung gefunden werden.

Als Fussballer muss man im Moment flexibel sein.
Ja. Aber uns hat das nicht gross tangiert. Wir haben irgendwann den Spielplan erhalten und dann gespielt und das Beste aus der Situation gemacht. Wichtiger war, dass es überhaupt weiterging.

Und nun läufts seit Wochen mit tausend Anwesenden im Stadion. Wie nehmen Sie diese Kulisse wahr?
Es kommt eine gewisse Stimmung auf, es ist erstaunlich … Wenn 650 einen Gesang anstimmen, hört man das. Klar ist es nicht so, wie wenn 25'000 da sind. Aber es ist immerhin schön, dass jemand da ist, bei dem man sich nach dem Spiel für den Support bedanken und ein bisschen feiern kann und nicht direkt in die Kabine muss …

Kennen Sie Pierre Richard?
Nein. Wer ist das?

Ein französischer Schauspieler, bekannt als «Der grosse Blonde mit dem schwarzen Schuh». Ein Film-Tollpatsch, der immer wieder hinfällt und sich Schrammen zuzieht. Guillaume Hoarau sagte, sie seien der Pierre Richard des Schweizer Fussballs, weil sie in Berlin nie verletzt waren und in Bern haben sie dauernd Bobochen …
(Lacht laut) Es ist ja nicht so, dass ich in Berlin nie verletzt war. Aber ich hatte nie einen Cut. In Bern musste ich schon nach dem dritten Spieltag das erste Mal genäht werden. Dann die Fussverletzung. Das Kompartment-Syndrom, das auch zwei kleine Schnitte nötig gemacht hat. Solche Dinge habe ich in zwölf Jahren Hertha nie gehabt, das stimmt.

Dann ist die Super League die härtere Liga als die Bundesliga?
Wenn man will, kann man das so sehen. Grundsätzlich ist die Super League eine gute Adresse, es macht Spass hier zu spielen.

32 sind Sie nun geworden, wie wir bereits festgestellt haben. Da darf es erlaubt sein, die Frage nach Ideen für die Zeit nach der Karriere zu stellen.
Klar. Ich gehe schwer davon aus, dass ich irgendwie im Fussball bleibe. Ich habe viele Erfahrungen sammeln können, so viele Sachen mitbekommen, dass ich einen gefüllten Rucksack habe, dessen Inhalt ich weitergeben kann, gerade den Jungen. Am ehesten also Juniorentrainer oder Trainer.

Also eher Trainer und nicht Stratege, sprich Sportchef oder so, wie es zum Beispiel Gelson Fernandes vorschwebt.
Ich würde das offenlassen. Ich kann mir beides vorstellen. Aber ich werde sicher mal den Trainerschein machen und dann schauen, was möglich ist und ob es passt. Vielleicht geht es dann in die andere Richtung. Aber Fussball wird immer eine zentrale Rolle spielen.

Sie haben den Rücktritt aus der Nati gegeben und Kritik an Trainer Vladimir Petkovic geübt. Wie sehen sie das heute mit einem zeitlichen Abstand von vier Jahren?
Halt! Ich habe offiziell den Rücktritt nicht gegeben. Man könnte mich theoretisch nach wie vor aufbieten. Aber ich werde ja nicht mehr aufgeboten. Weshalb dies für mich kein Thema ist. Aber ich hatte mit Vladimir Petkovic ein Gespräch zuvor, habe ihm die Situation geschildert. Das ist so lange her und abgehakt. Ich bin nun einfach Fan der Nati, schaue die Spiele und hoffe, dass die Schweiz gewinnt. Ich habe Petkovic an den Football Awards begrüsst und mit ihm gesprochen. Ich habe null Probleme damit, hege keinen Groll und bin auch nicht beleidigt oder so. Es war eine sportliche Entscheidung, die ich zu hundert Prozent akzeptiere. Es ist so, wie es ist, und ich fühle mich sehr wohl bei YB.

Und es hat je etwas Positives, wenn man keine Länderspiele hat.
Genau. Die Länderspielweekends sind die einzigen freien Wochenende mit der Familie. Das ist auch sehr schön. Die Situation, so wie sie jetzt ist, ist absolut in Ordnung.


Persönlich: Fabian Lustenberger

Im April 2006 debütierte Fabian Lustenberger beim FC Luzern in der Challenge League – einen Monat vor seinem 18. Geburtstag. Der Trainer hiess René van Eck, und am Ende stand die Rückkehr des FCL in die Beletage des Schweizer Fussballs. Unter Van Ecks Nachfolger Ciri Sforza war Lustenberger gesetzt, ehe er im August 2007 dem Lockruf von Lucien Favre folgte und nach Berlin ging. Zwölf Jahre trug er den Hertha-Dress, bestritt 308 Pflichtspiele, schoss 5 Tore, war Mittelfeldmann, Abwehrchef, Captain, Ersatzspieler. Stieg zweimal ab und wieder auf, spielte Europa League. Titel holte er keine. Dafür reüssierte er nun in seinem ersten Jahr bei YB. In der Nati spielte er dreimal, zuletzt im November 2015 beim 2:1 in Wien gegen Österreich.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 22649.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 02:08 
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Bei YB schaut man, dass es immer weitergeht

Nach 35 von 36 Runden der Super League ist der Meister erkoren: Es sind die Young Boys, die auch die alten Meister waren. Die Favoriten vom Wankdorf sind in den englischen Wochen die Stärksten.

Mit dem dritten Meistertitel in Folge kommen die Young Boys ihrem Vereinsrekord nahe. Unter Trainer Albert Sing und mit legendären Spielern wie Eugen «Geni» Meier, Heinz Schneiter, Walter Eich, Willy Steffen, Ernst Wechselberger und Toni Allemann reihten die Gelbschwarzen ab 1957 vier Titel aneinander. Dreimal in Serie hatte YB auch in den Anfängen der Schweizer Meisterschaft triumphiert: von 1909 bis 1911.

Im Sommer 2018 konnte Trainer Gerardo Seoane nahtlos dort weiterfahren, wo der Vorgänger Adi Hütter aufgehört hatte: mit einem breiten, starken und nahezu unveränderten Kader, mit einer Mannschaft, die sich an Siegesserien gewöhnt hatte, und mit Spielern, die nach YBs erstem Meistertitel seit 1986 noch viel mehr erreichen wollten. Das Ergebnis dieser Kontinuität war eine Saison, in der YB in die Champions League kam und nahezu alle Super-League-Rekorde brach, die der FC Basel gehalten hatte.

Vor der Saison 2019/20 war der Umbruch stark. Von der bewährten Abwehrkette Mbabu/Von Bergen/Nuhu/Benito aus Hütters Zeit war mittlerweile keiner mehr dabei. Auch die defensiven Mittelfeldspieler Djibril Sow und Sékou Sanogo nicht.

An einer Medienkonferenz vor Saisonbeginn wurde Seoane gefragt, was ihm lieber wäre: ein Meistertitel, zu dem die Young Boys abermals spazieren, oder ein Meistertitel, um den sie bis zuletzt hart kämpfen müssen, vielleicht bis in die letzte Runde. Der Journalist fügte noch an, dass ein hart erkämpfter Titel die zum Teil jungen Spieler in der Entwicklung vielleicht weiterbringen könnte. Seoane überlegte eine Weile und entschied sich für einen Kompromiss: ein harter Kampf bis zur Winterpause, danach eine klare Dominanz seiner Mannschaft.

Die Realität der Saison 2019/20 ergab einen Kompromiss im Kompromiss. YB musste viel, viel länger kämpfen, als Seoane es sich gewünscht hätte. Ein wenig spazieren konnte YB erst zuletzt. Nach den Runden 27, 28, 30 und zuletzt 31 waren die Berner Zweite mit einem Punkterückstand auf den letzten verbliebenen Herausforderer St. Gallen. Die Lücke tat sich in der 32. und der 33. Runde auf: St. Gallen verlor zweimal, die Young Boys errangen unterdessen zwei Auswärtssiege.

Dem Verletzungspech getrotzt

Es wäre vermessen gewesen, von YB eine gleiche oder ähnliche Dominanz zu erwarten, zumal die Wirkung des Umbruchs schon früh durch grosses Verletzungspech verstärkt wurde. Sandro Lauper erlitt einen Kreuzbandriss, und Ali Camara brach sich ebenfalls noch vor der Saison das Bein. So fehlten Seoane zwei wahrscheinliche Fixstarter. Im Herbst mutierte das Kadar zum Lazarett. Zeitweise fehlten neun potentielle Leistungsträger. Das ursprünglich breite Kader war jetzt sehr schmal. Seoane konnte nicht umhin, die Verbliebenen stark, vielleicht übermässig, zu forcieren. Und dies in einer Zeit der dreifachen Belastung (Meisterschaft, Cup, Europacup). Im Dezember waren die Spieler auf den Felgen, die Winterpause kam gelegen.

Die Liste der Verletzten war aber auch beim Beginn der Rückrunde längst nicht abgetragen. Wahrscheinlich hat der lange Unterbruch wegen des Coronavirus den Bernern in die Karten gespielt. Nach der Wiederaufnahme der Meisterschaft im Juni konnte Seoane weitgehend aus dem Vollen schöpfen und eine Mannschaft auf den Platz bringen, wie er sie sich wahrscheinlich schon im Herbst vorgestellt hatte. Plötzlich konnte er Ali Camara und Captain Fabian Lustenberger in die Innenverteidigung beordern. Dank einer generell gefestigten Defensive gewann YB auf einmal wieder deutlich mehr Spiele ohne Gegentor. Mit der gegen Schluss zum Tragen kommenden sehr breiten Auswahl an tauglichen Spielern hätte YB eine nicht zu unterschätzende Schattenmannschaft stellen können. Dass die Berner mit dem Fortgang der englischen Wochen mehr Kraftreserven hatten als etwa St. Gallen, wurde offensichtlich.

Stichwort Kontinuität

Schon seit mehreren Jahren gelingt es den Young Boys, jeden Wegziehenden durch einen valablen Neuen zu ersetzen. Ein Beispiel aus der jüngsten Meistersaison: Als der kleine Co-Stürmer Roger Assalé – er war die beste Ergänzung zum unbändigen Goalgetter und neuen Torschützenkönig Jean-Pierre Nsame – im Winter nach Spanien gezogen war, wurde der junge Neuling Meschack Elia als Nachfolger herangezogen. Und schon Ende Juni konnte man darüber streiten, ob Assalé oder Elia der Bessere ist.

Die Planung im Wankdorf ist rollend. Jeder notwendigen Veränderung stellen sich Trainer Seoane und Sportchef Christoph Spycher unaufgeregt. Sie wissen, dass sich kein Wunschzustand einfrieren lässt, und sie wissen auch, dass es nicht schlecht weitergehen kann, wenn sie den Weg nicht verlassen.

Nicht für alles, was auf YBs Weg zum Titelhattrick passiert ist, gibt es plausible Erklärungen. In der «Rekordsaison» 2018/19 hatte YB aus 18 Auswärtsspielen 42 Punkte geholt. Sie gewannen in fremden Stadien mindestens sechs Punkte mehr als jede andere Mannschaft in den Heimspielen. Aber im Spätherbst dieser Saison trat wie aus dem Nichts eine Schwäche auf. Aus neun Auswärtsspielen am Stück gewannen die Berner nur drei Punkte (3 Unentschieden, 6 Niederlagen). Gerardo Seoane konnte sich die grosse Diskrepanz zu den Auftritten im Wankdorf (bis anhin 15 Siege, 2 Unentschieden, 0 Niederlagen) die ganze Zeit über nicht richtig erklären. Aber es dürfte wiederum für die Mannschaft sprechen, dass sie gerade in der heissesten Phase zweimal nacheinander in der Fremde gewann.


https://www.bluewin.ch/de/sport/fussbal ... 21346.html

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BSC Young Boys: Goalie Wölfli tritt mit Titel-Hattrick zurück

Die BSC Young Boys feiern den dritten Meistertitel in Serie. Für Goalie Marco Wölfli ist es der krönende Abschluss seiner Karriere.

Das Wichtigste in Kürze

- Marco Wölfli beendet seine Aktiv-Karriere mit dem dritten Meistertitel im YB-Trikot.
- Nach dem Spiel feiert er mit Zigarre.
- Für ihn hätte es keinen schöneren Abschluss geben können, sagt die Goalie-Legende.

Nach dem Schlusspfiff und dem 1:0-Sieg über den FC Sion ist es geschafft: Die BSC Young Boys schaffen den Titel-Hattrick! Für die Berner gibt es kein Halten mehr.

Mittendrin: Goalie-Legende Marco Wölfli. Für den 37-Jährigen ist es der krönende Abschluss seiner Karriere, er tritt nach über 20 Jahren bei Gelb-Schwarz zurück.

«Ich muss meinen Mitspielern ‹Danke› sagen. Es gibt keinen schöneren Moment, um aufzuhören», sagt Wölfli nach dem Spiel gegenüber Nau.ch.

Wölfli: «Titel ist umso schöner in dieser Situation»

Der gebürtige Grenchner sah sich das Spiel von der Bank aus an. «Ich bin wirklich stolz auf die Jungs, dass wir zu Null gespielt haben. Jeder hat sich zum Schluss in die Bälle geworfen. Der Titel ist in dieser speziellen Situation umso schöner.»

Wölfli hebt den Teamspirit hervor. «Ich bin froh, haben wir ein solch breites Kader. Oftmals haben Spieler, die von der Bank reingekommen sind, den Unterschied gemacht.»
Finalissima wird zum Abschiedsspiel

Am Montag empfangen die BSC Young Boys St. Gallen um 20.30 Uhr im Wankdorf zum Saisonabschluss.

Dann heisst es wohl: Abschiedsspiel für Marco Wölfli, statt Finalissima. Weil es um nichts mehr geht, dürfte Wölfli an Stelle von Stammkeeper von Ballmoos zum Einsatz kommen.

«Darum mache ich mir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Gedanken. Ich geniesse jetzt einfach den Moment.» Dazu gehört für den elfmaligen Schweizer Internationalen auch seine Havanna-Zigarre: «Die kommt auf jeden Fall mit in den Car!»


https://www.nau.ch/sport/fussball/bsc-y ... k-65753461

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BSC Young Boys: Die Stimmen zum Berner Titel-Hattrick

Der BSC Young Boys gewinnt auswärts in Sion mit 1:0 und sichert sich damit vorzeitig den dritten Meistertitel in Folge! Das sagen die YB-Akteure.

Das Wichtigste in Kürze

- YB ist zum dritten Mal in Serie Schweizer Fussball-Meister.
- Das sagen die Berner zum Titel-Hattrick.

Der dritte YB-Meistertitel in Folge ist perfekt! Der BSC Young Boys sichert sich dank einem 1:0-Sieg gegen den FC Sion eine Runde vor Schluss die Meisterschaft.

«Es fühlt sich einfach super an», meint YB-Verteidiger Saidy Janko kurz nach dem Schlusspfiff. Für den Zürcher sei in den letzten Spielen der Kampfgeist des Teams entscheidend gewesen. «Ich glaube, das hat schlussendlich den Unterschied gemacht.»

Und wie werden die Berner nun das Abschlussspiel gegen St.Gallen angehen? «Wir wollen Wölfli noch einen schönen Abschied bescheren und Nsame ein weiteres Tor zum alleinigen Tor-Rekord ermöglichen.» Schlussendlich zähle aber nur Eines: «Wir sind Schweizer Meister!»

Meister-Party in kleinerem Ramen

Auch YB-Captain Fabian Lustenberger ist begeistert: «YB kann sehr stolz auf den dritten Meistertitel in Folge sein.» In seiner Debut-Saison bei den Young Boys spielte der Innerschweizer auf und neben dem Platz eine zentrale Rolle.

Hat er etwa auch eine grosse Party nach dem Spiel organisiert? «Nein, ich habe keine Ahnung was wir jetzt machen.» Die Feier werde aufgrund des Coronavirus sicherlich in einem kleineren Ramen innerhalb der Mannschaft abgehalten. «Das eine oder andere Bier wird es aber sicher geben», lacht Lustenberger.

Auch für Meister-Trainer Gerardo Seoane ist klar: «In der aktuellen Zeit wissen wir alle, dass es Grenzen gibt, die es zu befolgen gilt.» Trotzdem könne innerhalb der Mannschaft gefeiert werden: «Die Carfahrt nach Bern wird mit Sicherheit lustig werden», schmunzelt Seoane im nassen Champagner-Hemd.

Auch da hat der Luzerner natürlich bereits vorgesorgt: «Es fühlt sich wirklich genial an in einem solch nassen Hemd – vor allem wenn man ein Zweites dabei hat.»


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BSC Young Boys ist Meister: Das sagt Sportchef Christoph Spycher

Der BSC Young Boys ist zum dritten Mal in Folge Meister. Sportchef Christoph Spycher und CEO Wanja Greuel sind stolz auf ihren Verein.

Das Wichtigste in Kürze

- Die Young Boys holen dank eines Mini-Sieges in Sion den Titel-Hattrick.
- Im Interview zieht Sportchef Spycher Bilanz und schaut schon mal auf nächste Saison.

Nach dem Schlusspfiff gab es kein Halten mehr. Egal ob im Stadion in Sion oder in der Innenstadt in Bern: Überall brachen die Dämme. Der BSC Young Boys hat es geschafft und holt den Titel-Hattrick!

Im Interview zieht Sportchef Christoph Spycher Bilanz und meint zu Beginn ganz ehrlich: «Es ist speziell in einem leeren Stadion Meister zu werden, es sind fast keine Personen vor Ort.»

Er hält aber gleichzeitig fest, dass der Titel ein unglaubliches Glücksgefühl sei. «Ich bin unglaublich stolz auf den Verein, auf all die tollen Leute, die mitgeholfen haben, diesen Titel zu holen».

Spycher: «Hindernisse haben uns geholfen»

Laut Spycher sei der Weg zum dritten Titel «herausfordernd» gewesen. Zur Erinnerung: Der BSC Young Boys begann mit einer komplett neuen Viererkette, zwei defensive Mittelfeldspieler waren neu. Also die komplette defensive Basis war weg.

«Hinzu kam das unglaubliche Verletzungspech, wir kamen uns zeitweise wie im falschen Film vor», erklärt der Sympathieträger. Doch «Wuschu» sieht gerade in den Hindernissen auch die Grundlage für den dritten Titel in Folge.

«Wir gingen einfach unseren Weg, haben stets das Beste aus jeder Situation gemacht.» Diese Strategie hätten sie schliesslich jetzt auch mit Corona und den Geisterspielen verfolgt.

«Es war für alle Mannschaften etwas Neues, aber ich glaube wir konnten am besten damit umgehen.» Der Titel sei daher auch völlig verdient, so Spycher.

BSC Young Boys ist «eine Einheit»

Spycher setzt in Bern auf Teamarbeit. Das funktioniert, das konnte der Verein nun zum dritten Mal in Folge beweisen! Er erklärt: «Jeder hat Vertrauen in die Arbeit der anderen. Jeder weiss genau was seine Stärken sind und versucht diese zum Wohl von YB einzusetzen».

Das Wichtigste, das hebt Spycher im Gespräch mehrere Male hervor: Es geht nicht um eine einzelne Person, sondern um einen Verein: BSC Young Boys. Der Sportchef ist daher auch überzeugt, dass eine gute Basis für die nächste Saison vorhanden ist.

«Es wird sicher den ein oder anderen Wechsel geben. Aber das hier ist eh keine One-Man-Show. Es ist ein Zusammenspiel von vielen Leuten. Dieser Verein bildet eine feste Einheit und diesen Weg werden wir so weitergehen.»

YB-CEO: «Ein Happy End für eine schwierige Saison»

YB-CEO Wanja Greuel verfolgte das Spiel in Sion auf der Tribüne. Er sei «sehr erleichtert» über das Resultat gewesen, so der YB-CEO. «Ich glaube wir haben einen sehr guten Match gezeigt und ein schönes Tor geschossen.»

Auch er zeigt sich «unglaublich stolz» auf den ganzen Verein. «Nach 32 Jahren Pause gleich dreimal den Titel geholt, das ist unglaublich. Ein Happy End für eine schwierige Saison», sagt Greuel und entgeht nur knapp einer Bier-Dusche.

Der YB-CEO gibt zu, dass man dieses Jahr nicht so dominant gewesen sei, wie im letzten Jahr. «Wir konnten aber entscheidend zulegen und sind verdient Meister geworden», sagt Greuel.


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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 02:27 
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So einsam feiern die Young Boys den Meistertitel im Wallis – St. Gallen zeigt sich als fairer Verlierer

Während sich die YB-Spieler bei der Meisterfeier selber hochleben lassen müssen, applaudieren die St. Galler Fans ihren Akteuren für eine starke Saison.

Es ist eine Meisterfeier, wie sie die Schweiz noch nicht gesehen hat. Diesmal feiern die YB-Spieler ganz alleine. In diesem Jahr, in dem alles so anders ist, ist auch die Meisterfeier ungewohnt. Normalerweise würden nach einer solchen Saison Tausende von Berner Fans mit ins Wallis reisen, um ihre Helden hochleben zu lassen. Nun singen die Spieler selber. Die YB-Spieler reihen sich kurz nach Spielschluss wie für ein Klassenfoto vor der Haupttribüne auf und singen jenes Lied, dass die Fans auch gerne für ihre Helden gesungen hätten: «Fuessballschwiizermeister, Fuessballschwizermeister, BSC.» Sie schreien die Botschaft in die Walliser Nacht hinaus. Wieder hat es geklappt mit dem Titel für YB, zum dritten Mal in Folge.

Dabei ist es für den Titelverteidiger keine leichte Saison gewesen. Zunächst gab es viele Verletzte im Herbst, später die Coronapause, dazu kam ein hartnäckiger Konkurrent aus St. Gallen. YB hält den Fokus, ist in der entscheidenden Schlussphase das konstanteste Team. Bei diesem letzten Schritt zum Titel müssen die Berner aber nochmals zittern. 1:0 für YB steht es auf der Anzeigetafel, als sich die Ersatzspieler von der Tribüne erheben. Zum einen, weil sie schon bereit sind für die Feier. Zum anderen aber auch, weil es durchaus nervöse Minuten sind. Die Young Boys spielen auf den letzten Metern überhaupt nicht so, wie man dies kennt. Längst schlagen sie die Bälle nur noch lang, igeln sich in der eigenen Platzhälfte ein. Trainer Gerardo Seoane sollte später erklären, die Spieler hätten in der Schlussphase begonnen zu realisieren, wie nah der Titel sei.

Als der Schlusspfiff schliesslich ertönt, fällt die ganze Last von den Schultern der Akteure ab. Die Last eines intensiven Spiels. Aber vor allem auch die Last einer intensiven Saison. «Wir mussten am Schluss nochmals mitleiden, aber darum ist nun die Freude umso grösser. Wir geniessen den Moment riesig», sagt Seoane. Der zweimalige Meistertrainer hob als erstes jene Spieler hervor, die zur Titelpremiere kamen. Einer davon ist Captain Fabian Lustenberger. Endlich einen Titel zu holen sei unbeschreiblich, sagt er. «Ganz realisiere ich es gar nicht. Und ja, vielleicht hatten wir nicht die Souveränität und Überlegenheit der letzten zwei Jahre, aber wir sind Meister geworden und das zählt.»

Nicht nur die Überlegenheit der Berner war in dieser Saison kleiner als in den letzten Jahren, auch die Meisterfeier findet wegen den Coronaeinschränkungen im kleineren Rahmen statt. Schon die Feier auf dem Platz ist so anders, als man es sich von YB gewohnt ist. Nichts erinnert an jene feuchtfröhlichen Nacht in Bern im April 2018, als sich die Young Boys erstmals seit 32 Jahren wieder zum Titel krönten. Damals waren alle Dämme gebrochen, bis tief in die Nacht hatten die Spieler mit Tausenden von Fans im Wankdorf-Stadion gefeiert. Diesmal sind es die Akteure selber, gemeinsam mit ihrem Staff und genau sechs YB-Fans, welche die Spieler auch noch eine Weile nach Spielschluss im Stadion in Sion feiern.

In den vorangegangenen 90 Minuten hatten die Berner nicht gerade ein Meisterstück abgeliefert. Spielerisch überzeugt YB auch gegen Sion nicht, siegte aber wie zuletzt gegen Xamax und Luzern erneut mit 1:0. Für einmal zeichnete sich aber aber nicht der 30-fache Saisontorschütze Jean-Pierre Nsame als Siegtorschütze aus. Christopher Martins hatte in der 14. Minute alle im Stadion, insbesondere aber Sion-Keeper Kevin Fickentscher, überrascht. Aus spitzem Winkel hämmert er den Ball in die Maschen. Eigentlich wäre es eine frühe Führung, die viel Sicherheit hätte geben können. Doch Sion wehrt sich gegen die drohende Barrage. Mit viel Kampf und Leidenschaft, aber einem gewissen Manko an Kreativität kommen die Walliser dem Ausgleich nah, realisieren ihn aber nicht. Zwei, dreimal braucht es die Reflexe von David von Ballmoos im YB-Tor.

Es ist kurz vor 23 Uhr, als sich jener David von Ballmoos auf den Rasen im Tourbillon setzt. Alleine sitzt er da, nur noch einige wenige Menschen sind auf der Tribüne. Er schaut auf sein Handy, wo wohl einige Glückwunschnachrichten auf ihn warten. Plötzlich singt er für sich alleine: «Fuessballschwiizermeister, Fuessballschwiizermeister, Fuessballschwiizermeister, BSC».

St. Galler Gala, die nichts nützt

Es war noch einmal ein berauschender Abend in St.Gallen. 6:0 gewann Grün-Weiss gegen ein Xamax, das nie wusste, wie ihm geschah. 10:0 hätte es eigentlich heissen müssen. Wirklich kümmern musste das am Ende niemanden. Die verpasste Finalissima? Fast bei niemandem ein Thema. Es überwog der Stolz auf das, was der Verein im letzten Jahr erleben durfte.

Die 1000 Fans, die ins Stadion kommen durften, liessen ihre Helden noch einmal hochleben. Lukas Görtler schenkte einem Fan seine Schuhe. Ermedin Demorovic durfte bei seinem Abschiedsspiel im Kybunpark noch einmal Sonderovationen entgegen nehmen. Sportchef Alain Sutter war stiller Geniesser mit Dauerlächeln auf der Tribüne. Es schien, als wäre der ganze FC St.Gallen mitsamt Umfeld im Reinen mit sich und der Welt.

Präsident Matthias Hüppi gelang es, innert 30 Sekunden Redezeit folgende Wörter aneinander zu reihen: grossartig, fantastisch, Enthusiasmus, Energie, Leidenschaft, Freude. Mehr braucht man über diesen FCSG Ausgabe 2019/20 eigentlich gar nicht zu wissen.

Trainer Peter Zeidler rief kurz bevor sich der Tross auflöste in Erinnerung: «Können Sie mir ein anderes Stadion in Europa nennen, wo die Fans den Präsidenten mit Sprechhören hochleben lassen?» Auch er war in bester Laune, Komplimente zu verteilen: «Heute ist vielleicht der Moment, einmal ganz besonders zu betonen, wie stolz ich bin. Auf die Spieler. Den Staff. Die Fans. Das Umfeld. Auf alles.»

Natürlich, dass auch sie Züge des Menschlichen aufweisen, wollten die St.Gallen Exponenten nicht verschweigen. Lukas Görtler etwa sagte: «Ein einziges Spiel fehlt zur Finalissima. Das ist schon bitter.» Und auch Zeidler gab zu: «Klar denke ich ab und zu noch an den Elfmeter in diesem wahnsinnigen Spiel gegen YB kurz vor Schluss.» Wäre dieser nicht wiederholt worden, St.Gallen hätte das Spiel 3:2 gewonnen und es käme zur Finalissima.

Auch Cédric Itten, der seinen ersten Hattrick in der Super League erzielte, erinnerte an das YB-Spiel und den Penalty, sagte St.Gallen hätte die Finalissima wohl verdient, fügte aber offen und ehrlich an: «Ich denke, über die Saison haben sich die strittigen Situationen ausgeglichen. Und wir hätten genügend Möglichkeiten gehabt, die nötigen Punkte zu holen.» Die Worte sprechen für ihn.

Vielleicht kommt am nächsten Montag rund um St.Gallen etwas Wehmut auf, dass diese aussergewöhnliche Saison nun endet. Auch wenn es nicht mit dem grossen Finale ist. Aber wie sagt doch Trainer Zeidler: «Immerhin haben wir uns damit noch ein bisschen Luft nach oben gelassen. Vielleicht erleben wir das ja dann doch noch irgendwann.» Dass er sogleich anfügte, dass er die Latte nicht allzu hoch legen möchte, sei fairerweise aber auch erwähnt.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/so ... -138623867

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 02:30 
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Zwischen Freude und Erleichterung: YB holt sich den Meistertitel

Die BSC Young Boys haben am Freitagabend in Sion den dritten Schweizer Meistertitel in Folge geholt. Die Freude über diese Leistung ist gross, aber auch die Erleichterung bei YB ist nach dieser ungewöhnlichen Saison zu spüren.


https://www.telebaern.tv/telebaern-news ... -138630957

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