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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Donnerstag 30. Juli 2020, 22:53 
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Selbstbewusster FC Sion

Rätselhafte Bilanz und sanfte Töne

Der FC Sion präsentiert sich nach desaströsen Monaten wieder stabiler und verlor keines der letzten sechs Spiele. Präsident Christian Constantin bleibt gleichwohl vorsichtig.

Anfang Juli befürchtet Christian Constantin ein unschönes Ende der Saison. Der Präsident des FC Sion sieht eine Mannschaft, die von Niederlage zu Niederlage taumelt, und da fällt es ihm gar nicht so leicht, Optimist zu bleiben. «So steigen wir ab», sagt er.

Ende Juli sieht die Walliser Welt eine Spur freundlicher aus. Am Mittwochmorgen, ein paar Stunden nach dem 2:0 beim FC Zürich, meldet Constantin: «Wenigstens stehen wir sicher in der Barrage.» Um als Warnung nachzuschieben: «Durchatmen können wir noch lange nicht.» Es tut sich Seltsames, wieder einmal, und das belegt Constantin gleich selber mit Zahlen. Von den bislang 36 Punkten hat Sion deren 16 in den ersten 7 Runden geholt; in den letzten 6 Partien kamen 12 hinzu. Macht 28. «In den 21 Spielen dazwischen brachten wir lediglich 8 Punkte zustande», sagt er und legt Kraft in seine Stimme: «Mit den gleichen Spielern! Unglaublich!»

Paolo Tramezzani ist der vierte Trainer in dieser Saison nach Stéphane Henchoz, Christian Zermatten und Ricardo Dionisio. Der Start des Italieners, der am Donnerstag seinen 50. Geburtstag gefeiert hat, missrät mit vier Niederlagen in fünf Begegnungen. Aber das Team steigert sich, es präsentiert sich inzwischen deutlich stabiler, selbstbewusster. «Der Trainer macht seine Arbeit gut», stellt Constantin zufrieden fest: «Und das praktisch ohne Vorbereitungszeit. Kaum war er da, ging es gleich mit der Meisterschaft weiter. Es wäre nicht korrekt, ihm für die schlechten Resultate am Anfang einen Vorwurf zu machen.»

«YB zu 90 Prozent Meister»

Sion hat sich in eine vorteilhafte Ausgangslage gebracht. Konkurrent Thun hat zwar gleich viele Punkte, aber die schlechtere Tordifferenz. Allerdings schaut morgen der Leader im Tourbillon vorbei, der an diesem Freitagabend den Meistertitel perfekt machen kann. «YB ist besser als wir», sagt Constantin, «zu 90 Prozent ist das Rennen an der Spitze entschieden.»

Es sind nette Worte, die der Clubchef findet. Überhaupt fällt auf, dass er seit Wochen sanfte Töne anschlägt. Als Ende Mai die überwältigende Mehrheit der Liga die Fortsetzung der Meisterschaft beschliesst, kündigt er an, rechtliche Schritte zu prüfen. Passiert ist seither: nichts. Er akzeptiert die Vorgaben der Liga ohne hörbares Murren, er sagt: «Ich tue, was man mir sagt. Was bleibt mir anderes übrig?»

Fickentscher: Keine Geschenke

Immerhin sieht er jetzt eine Mannschaft, die an Stabilität gewonnen hat. «Wir treten als Einheit auf», sagt Goalie und Captain Kevin Fickentscher, «wir investieren mehr, um das Glück zu erzwingen.» Damit drückt er auch aus, dass das zuvor weniger der Fall war: «Wir sind selber schuld, dass wir in diese Situation geraten sind. Wir machten offensichtlich nicht genug.» Es ist sein Ansatz einer Erklärung für die wochenlange Krise: «Es war eine ziemlich komplizierte Phase, die etwas Rätselhaftes hatte.»

Die Schlussphase dieser Spielzeit kostet zwar einiges an Nerven, aber der 32-Jährige strahlt Zuversicht aus, dass es am Ende doch noch reicht. «Die letzten Resultate geben uns Selbstvertrauen.» Fickentscher bekommt keine weichen Knie, wenn er an den Freitagabend und die vorletzte Aufgabe gegen YB denkt. «Jedem von uns ist bewusst, dass wir noch Punkte holen müssen, um die Barrage zu vermeiden, weil wir davon ausgehen, dass Thun nicht zweimal verliert», sagt er, «wir treffen nun auf die beste Mannschaft der Liga, YB verfügt über eine enorme Klasse.»

Aber die Lust, den grosszügigen Gastgeber zu spielen und die Berner zu beschenken, hält sich in engen Grenzen: «Wir haben schon genügend Geschenke verteilt.» Sagts und lässt mit einem Lächeln den Schlusssatz folgen: «Es wäre doch für YB genauso schön, sich den Titel in der Finalissima gegen St. Gallen im Wankdorf zu sichern.»


https://www.bernerzeitung.ch/raetselhaf ... 8469289952

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Freitag 31. Juli 2020, 09:17 
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Das Geheimnis um die Könige von Bern – wie Jean-Pierre Nsame aus dem Schatten von Guillaume Hoarau trat

30 Tore hat Jean-Pierre Nsame in dieser Saison erzielt, vor allem dank ihm steht YB vor dem Gewinn des dritten Titels in Serie. Nsame hat sich aus dem grossen Schatten von Guillaume Hoarau befreit – ob der Franzose eine Zukunft in Bern hat, ist indes ungewisser denn je.

Die heisseste Woche des Jahres? Gilt das wirklich auch für den Fussball, nicht nur für das Wetter in der Schweiz? Es ist nicht allzu lange her, da hat noch einiges auf eine Finalissima zwischen YB und St.Gallen hingedeutet. Doch nun stehen die Zeichen auf eine erneute vorzeitige Meisterfeier der Berner. Ein Punkt noch, und das Ziel ist erreicht. Heute Abend kann YB beim FC Sion den entscheidenden Schritt machen.

Wenn es denn wirklich so kommt, dass die Meisterschaft doch noch den erwarteten Ausgang nimmt und die YB-Nerven nicht mehr ins Flattern kommen, so ist das vor allem einem Mann zu verdanken: Jean-Pierre Nsame. Der 27-jährige Kameruner erzielte in 30 Spielen 30 Tore. Er egalisierte damit den Torrekord der Super League von Seydou Doumbia, hat noch zwei Spiele Zeit, um ihn zu übertreffen. Nsame war in einer komplizierten YB-Saison so etwas wie die einzige Konstante.

Nsame: Der komplizierte Weg zum Star

Nsame sitzt auf der leeren Tribüne des Berner Wankdorfs. Das Morgentraining ist soeben zu Ende, die letzten grossen Aufgaben rücken näher. Er sagt: «Wir wollen die Finalissima gegen St.Gallen am Montag um jeden Preis verhindern. Es zählt nur der Sieg in Sion. Es wird eine Frage unserer Mentalität, der Gier auch.» Er tönt so wie ein Stürmer eben, dessen Lust auf Tore noch immer ungestillt ist.

Die Zahlen, die seine Saison schmücken, sind beeindruckend. Und nicht nur das: Vielleicht ist noch nie ein Stürmer in der Super League derart dominant aufgetreten wie Nsame derzeit. In den letzten fünf Spielen hat er immer getroffen. Er tut das auch dann, wenn er lange im Spiel unsichtbar ist. Es ist nicht so, dass ihn Fragen nach seinem Tor-Rekord aus Prinzip stören. Aber: «Wenn es tagelang nur um eine einzige Person geht anstatt ums Team, dann wird das etwas unangenehm. Denn wichtig ist nur eines: unser dritter Titel in Serie.»

Es wäre ohne jede Frage der wertvollste für Nsame selbst. Denn in den Saisons 2017/18 und 2018/19 kam er nicht über die Rolle des Edeljokers hinter Guillaume Hoarau und Roger Assalé hinaus. Nsame hat seine Rolle immer klaglos akzeptiert. Für 13 respektive 15 Tore hat es gleichwohl gereicht. Unter anderem auch für das berühmteste in der neueren YB-Geschichte: Jenes Tor am 28. April 2018 in der Nachspielzeit gegen den FC Luzern, das YB den ersten Meistertitel seit 1986 sicherte. «Ich bekomme immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke. Ich schaue auf den Rasen hinaus und sehe mich vor dem inneren Auge das Tor schiessen. Und gleichzeitig spüre ich die einzigartige Stimmung rund um mich herum. Diese Erinnerungen werde ich mein Leben lang in mir tragen.» Nsames Augen leuchten, wenn er davon erzählt.

Hoarau: Der komplizierte Weg zum neuen Vertrag

Nach seinem Transfer von Servette zu YB im Sommer 2017, der von einigen Neben­geräuschen begleitet war, weil ihn Nsame selbst ertrotzt hat, stand der Stürmer lange im grossen Schatten von Guillaume Hoarau. Es gab einige Leute in Bern, die ihm genau diese Rolle eher nicht zutrauten. Doch Nsame bewies Geduld und war stets zur Stelle, wenn er gebraucht wurde. Im Rückblick sagt er: «Ich habe es nie so erlebt, dass ich im Schatten von Hoarau stand. Im Gegenteil: Er war es, der mir in so vielen Situationen geholfen hat, dass ich nun davon profitiere. Zudem bist du als Stürmer sowieso auf ein funktionierendes Team angewiesen. Ich denke, da wäre Egoismus kontraproduktiv.»

Das tönt natürlich gut. Doch Nsames Worte sind nicht aufgesetzt. Das bestätigen einige Wegbegleiter in Bern. Aber eines ist auch klar: Nsame hat Hoarau stets als Vorbild betrachtet. «Seine Lockerheit vor dem Tor ist imponierend. Und es scheint, als würde er immer schon im Vornherein wissen, wie sich gewisse Situationen im Strafraum entwickeln.»

Lange Jahre war Guillaume Hoarau der König von YB. Nun hat ihn Nsame in dieser Rolle abgelöst. Wobei sich das vor allem auf die Rolle auf dem Platz bezieht. «Guillaume bleibt der ‹Grand Homme› von YB», sagt Nsame, «mit allem, was er für diesen Club geleistet hat.»

Womit wir zu jener Frage kommen, die derzeit unter den YB-Fans heisser diskutiert wird als eine mögliche Finalissima gegen St.Gallen: Erhält der YB-Held Hoarau noch einmal einen neuen Vertrag?

Es war eines der emotionalsten Bilder dieser Coronasaison, als Hoarau Anfang Juli im Spiel gegen den FC Thun wegen einer Wadenverletzung tränenüberströmt ausgewechselt werden musste. Es wirkte, als wäre ihm bewusst geworden: Das war mein letzter ­Moment auf dem Feld im ­YB-Dress.

Als Hoarau Ende Sommer 2014 zu YB wechselte, waren die Berner noch weit entfernt von jener Stilsicherheit, die sie nun auszeichnet. Es waren die Jahre des ewigen knappen Verlierens. Die Losermentalität, die den Verein umgab, wollte sich partout nicht auflösen.

Spycher: Die komplizierte Entscheidung des Chefs

Das Selbstverständnis und Auftreten von Hoarau waren ein entscheidender Teil der YB-Wandlung zum Champion. Fredy Bickel, der Hoarau damals zu YB holte, erinnert sich: «Er war direkt nach seinem Transfer noch lange nicht in Topform, brauchte Zeit, bis er regelmässig spielte. Beeindruckend war aber, wie er sofort begann, rund um die Spiele herum Einfluss zu nehmen auf das Team.» Unvergessen, wie er nach einem Europacup-Abend zu später Stunde die Spieler in einer Hotellobby versammelte, um noch einige Songs zum Besten zu geben. Oder wie er auf dem Balkon des Hotelzimmers während eines Trainingslagers zur Freude seiner Teamkollegen ein Gitarrenkonzert gab.

Und nun, läuft die Zeit des mittlerweile 36 Jahre alten ­YB-­ Königs ab? Entschieden ist noch nichts. Doch die Zeichen, dass es zum Abschied kommt, mehren sich. YB-Sportchef Christoph Spycher sagt: «Sentimentale Gedanken sind im Sport ­selten ein guter Ratgeber. Wenn Hoarau einen neuen Vertrag ­bekommt, dann weil wir zum Schluss kommen, dass es sportlich Sinn macht.»

Hoarau Ja oder Nein – es ist die wohl bedeutendste und komplizierteste Entscheidung von Spycher, seit er bei YB ist.


https://www.aargauerzeitung.ch/sport/da ... -138613299

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Freitag 31. Juli 2020, 09:30 
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Showdown in der Meisterschaft

Wie lange noch mit Magnin? Und wird die Basler U-21 spielen?

Über zwölf Monate dauert die Saison schon, bevor nun das Ende naht – und bis die Fragen nach dem Meister, dem Absteiger und dem Trainer des FCZ beantwortet werden.

FC Zürich: Was macht der Präsident mit dem Ziehsohn?

Natürlich, es muss noch viel zusammenkommen, dass der FCZ in der Barrage landet. Er muss zweimal verlieren, Sion muss ebenso zweimal gewinnen wie Thun. Trotzdem ist es ein Armutszeugnis für diesen FCZ, dass er zwei Runden vor Saisonende in diese Lage geraten ist.

Dabei wollte er Vierter werden, und bis vor ein paar Runden hatte er auch noch die Chancen dazu. Bis dann eben der Einbruch kein Ende nahm. Fünf Spiele hat der FCZ in Serie verloren, bei 1:15 Toren. Auch wenn er das Pech hat, bei zwei Spielen wegen seiner Corona-Quarantäne behindert worden zu sein, verwirrt er mit seinen Auftritt.

Das führt unweigerlich zur Frage nach dem Trainer. Seit bald 30 Monaten ist Ludovic Magnin im Amt, nie hat er es in dieser Zeit geschafft, für Stabilität zu sorgen. Seine Mannschaft bleibt ein Rätsel. Und darum bleibt auch er ein Rätsel als Trainer: Wie gut ist er wirklich? Wie lange schafft es Präsident Ancillo Canepa, seinem Ziehsohn die Treue zu halten? Einem Trainer eben, der zwar einen Vertrag bis 2022 hat, aber bei vielen anderen Clubs längst schon entlassen worden wäre?

Young Boys: Gibt es doch noch eine Finalissima?

Beschwichtigen, das kennen sie in Bern. 2018 hatte YB schon Ende Februar einen komfortablen Vorsprung auf Basel, der erste Meistertitel seit drei Jahrzehnten war zum Greifen nah, und YB – von seiner Geschichte gezeichnet – musste die Erwartungen dämpfen. 2019 waren es im Winter unglaubliche 19 Punkte Vorsprung auf Platz 2, wieder versuchte YB, sich nicht zu früh zu sicher zu fühlen, was nicht so einfach war in dieser Ausgangslage.

Und jetzt? Jetzt hat YB fünf Punkte Vorsprung auf St. Gallen, nur zwei Spiele stehen noch aus. Wieder beschwichtigt YB, so gut es eben geht. «Es geht überall in der Tabelle noch um viel», sagt Trainer Seoane, «allein deswegen müssen wir aufpassen».

Längst geht es vor allem darum, wer am längsten frisch bleibt. «Du musst jede freie Minute zur Erholung nutzen», sagt Flügelspieler Christian Fassnacht, «wir sind allein damit beschäftigt, den Fokus zu halten», sagt Fabian Lustenberger. Der Captain ist bei YB einer von denen, die die Titel der letzten beiden Jahre nicht miterlebt haben. Und Spieler wie Sierro, Martins, Lefort, Zesiger oder Elia bilden eine neue Garde, die bei YB dafür sorgen soll, dass der Hunger auf Erfolg so schnell nicht gestillt ist. «Das ist der Grund, warum ich nach Bern kam», sagt der 32-jährige Lustenberger.

Schiefgehen kann für die Berner tatsächlich nicht mehr viel. Aber wer sich in einem hochsommerlichen Tagtraum ausmalt, dass sie ihre Auswärtsschwäche doch noch nicht abgelegt haben und im Wallis gegen Sion Punkte abgeben; dass St. Gallen gegen den entmutigten Absteiger Xamax hoch gewinnt, der darf sich auf ein interessantes Treffen der Titelkontrahenten in der letzten Runde am Montag in Bern freuen. Drei oder gar zwei Punkte Vorsprung könnten es in dieser Finalissima für YB nur noch sein, je nachdem, ob es in Sitten ein Unentschieden oder gar eine Niederlage gibt. Ein Entscheidungsspiel am Montag – und schon erschienen die Beschwichtigungen der Berner in einem anderen Licht.

Basel: Wird die U-21 die Meisterschaft beenden?

In der Europa League geht es für den FCB am 6. August gegen Eintracht Frankfurt um den Einzug in den Viertelfinal, mit dem 3:0 im Hinspiel am 12. März hat er sich in eine hervorragende Ausgangslage gebracht. Setzt er nun in den letzten zwei Partien der Super League in Thun und gegen Luzern auf Nachwuchsleute?

«Eigentlich müssten wir mit der U-21 antreten», sagt Sportchef Ruedi Zbinden, «aber das gäbe einen gewaltigen Aufschrei. Den ersparen wir uns, weil wir uns nicht vorwerfen lassen wollen, den Wettbewerb zu verfälschen.»

«Es kann allerdings sein, dass am Freitag oder Montag der eine oder andere Stammspieler geschont wird.»
Ruedi Zbinden, Basel-Sportchef

Zbinden erinnert sich an den Start in die Spielzeit, als der FCB zuerst im Wallis antreten musste, bevor die Reise in der Champions-League-Qualifikation nach Eindhoven führte. «Sions Präsident Christian Constantin bot damals auf unsere Anfrage an, dass wir bereits am Freitag spielen, um vor dem Match in Holland einen Tag mehr Pause zu haben», sagt er, «jetzt wäre es Sion gegenüber nicht korrekt, wenn wir ein Nachwuchsteam nach Thun schicken würden. Es kann allerdings sein, dass am Freitag oder Montag der eine oder andere Stammspieler geschont wird.» Etwas ausgeruhter als auch schon sind die Basler trotzdem, diese Woche erhielten sie zwei Tage frei.

Erreichen sie in der Europa League die nächste Runde, geht es am 11. August in Gelsenkirchen gegen Schachtar Donezk oder Wolfsburg weiter. Dann ist da noch der Schweizer Cup – der FCB steht im Halbfinal. Und am 12. September geht es mit der Saison 2020/21 los. «Ein Wahnsinn», entfährt es Zbinden, «bei dieser Dreifachbelastung müssen wir schauen, dass die Mannschaft vor Saisonbeginn noch kurz durchatmen kann. Das Mammutprogramm bis Ende Jahr ist eine riesige Herausforderung. Vielleicht benötigen wir gar die Hilfe unserer U-21.»

Barrage: Gelingt Thun der direkte Ligaerhalt?

Im Winter herrschte in Thun das Gefühl der Depression. Letzter in der Super League, fünf Punkte hinter Xamax, das auf dem Barrageplatz lag, gar zwölf hinter Sion. «Es war fast nicht zum Aushalten», erinnert sich Sportchef Andres Gerber. Und doch schafften es die Thuner, nach aussen die Ruhe zu bewahren. «Wir hätten uns sonst angreifbar gemacht», vermutet Gerber, der alte Hase im Geschäft. Seit elf Jahren ist er bei Thun Sportchef.

«Es ist schon einmal ein Erfolg, wenn wir nach dieser Vorrunde in die Barrage kommen.»
Andreas Gerber, Thun-Sportchef

Marc Schneider gab als Trainer nicht auf, und er bekam mit Leonardo Bertone und Nicolas Hasler zwei Spieler, die für die Stabilität in der Mannschaft sorgten, die vorher so sehr gefehlt hatte. «Alle wurden besser», sagt Gerber und beginnt die Aufzählung mit Ridge Munsy, bis er merkt, dass wirklich jeder Einzelne besser geworden ist.

Das Resultat lässt sich in der Rangliste ablesen: Thun ist in der Rückrunde die Nummer 3 hinter YB und St. Gallen, und Thun hat sich so die Chance erarbeitet, den direkten Ligaerhalt zu schaffen. Gerber sagt: «Es ist schon einmal ein Erfolg, wenn wir nach dieser Vorrunde in die Barrage kommen.»


https://www.bernerzeitung.ch/wann-duerf ... 8356268768

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Freitag 31. Juli 2020, 13:42 
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Keine Freinacht und feiern nur mit Abstand

Stadt Bern zittert vor YB-Meisterparty

Diesen Freitag könnte die Fussball-Schweiz ihren Geister-Meister kennen, YB steht kurz vor dem erneuten Titel. Freuen dürften sich die Berner, aber nicht zu fest: Die Bundesstadt tritt auf die Party-Bremse.

Der Erfolg von YB bringt die Stadt Bern in die Zwickmühle. Gut möglich, dass Gelb-Schwarz bereits diesen Freitag, eine Runde vor Schluss, als Meister feststeht. Die Tür zur dritten Meisterschaft in Serie steht sperrangelweit offen. Ein Unentschieden in Sion (20.30 Uhr, live SRF2) reicht wegen dem viel besseren Torverhältnis als St. Gallen (+36 zu +19), um den Ostschweizern den Kübel vor der Nase wegzuschnappen. Bei einem Sieg ist der Titel offiziell.

In Bern wäre wie in den vergangenen beiden Jahren der Teufel los, wäre da nicht Corona. Drei Worte zeigen die aktuelle Gefühlslage in der Schweizer Bundesstadt: «Feiern, aber sicher.» Das kreative Motto der Stadt übersetzt: Am Freitagabend sollen sich die Berner bei einem allfälligen Titel zwar freuen, aber nicht zu ausgelassen.

Keine Freinacht, keine Stars
Die Stadt zittert davor, dass eine allfällige Meisterparty ausarten und die Corona-Massnahmen nicht mehr eingehalten werden könnten. Im Vorfeld der Freitagabend-Runde kommuniziert sie, dass im YB-Erfolgsfall «keine vergleichbare Feier wie in den letzten Jahren» möglich sein wird.

Das heisst konkret: Eine generelle Freinacht würde es diesmal nicht geben. Zudem würde auch kein Tross mit allen YB-Stars in der Altstadt erscheinen, um Menschenansammlungen möglichst zu vermeiden. Die Mannschaft bleibt in Absprache mit dem Klub in geschlossenem Rahmen. Das sollen auch die Fans bleiben, sie sollen den Match «möglichst dezentral schauen» und danach auch so feiern.

Zudem stehe die Kantonspolizei bereit. Denkbar seien im Extremfall auch Strassensperrungen. Natürlich hofft die Stadt Bern, dass es nicht so weit kommen muss. Auf was sie hofft, ist ein YB-Titel – ohne grosses Drumherum. (str)


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 20270.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Samstag 1. August 2020, 17:22 
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FCB-Captain ärgert sich über verpatzte Saison

Darum ist YB für Stocker der verdiente Meister

Die Basler schicken nach der Nullnummer in Thun Glückwünsche nach Bern – und loben die Konsequenz ihrer Konkurrenz in dieser Saison.

Platz zwei nicht mehr machbar, der Titel sowieso futsch. Der FC Basel wird eine zumindest auf Meisterschaftsebene verkorkste Saison als Dritter beenden. Zum ersten Mal seit elf Jahren. In der Saison 2008/09 musste sich der FCB hinter Meister FCZ und dem Zweiten YB einreihen.

Als eine «Enttäuschung» bezeichnet Verteidiger Silvan Widmer die Endplatzierung nach der Nullnummer beim nach wie vor abstiegsgefährdeten FC Thun. Viel Frust spricht da aber nicht mehr aus ihm heraus – die Basler haben sich längst mit dieser aus ihrer Sicht mit vielen kleinen Patzern gespickten Meisterschaft abgefunden, so scheint es. Der Fokus gilt jetzt voll der Europa League, dort gilt es am Donnerstag im Achtelfinal-Rückspiel Bundesligist Frankfurt nach dem 3:0 im ersten Duell auszuschalten.

Dass YB am Freitagabend den dritten Titel in Folge eintütet, bekommen die FCB-Spieler direkt nach Abpfiff in Thun mit – und würdigen dies sogleich artig. «YB hat am meisten Konstanz hingelegt. Gratulation an dieser Stelle!», sagt etwa Captain Valentin Stocker. Dass die Berner im Vergleich zur Konkurrenz am effektivsten auftraten, ist für ihn auch der Grund, weshalb er sagt: «Ich denke, YB ist der verdiente Meister.»

Auch Trainer Marcel Koller meint: «YB war der Favorit – und sie haben es diese Saison konsequent durchgezogen. Glückwunsch!»

Konsequenz und Konstanz? Das hat dem FCB vor und nach der Corona-Pause gefehlt. Die Punktverluste etwa gegen Lugano, Sion, Luzern oder Thun haben sich letztlich im Tabellenrang gerächt, das weiss auch Stocker. Er sei sich bewusst, dass viel mehr dringelegen wäre: «Auch die Berner hatten Phasen, in denen sie nicht sehr souverän waren. Da haben es St. Gallen und wir verpasst, sie mehr unter Druck zu setzen...»


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 21889.html

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 01:24 
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Wie Corona die YB-Rückrunde prägte

Seit Juli spielen die Young Boys endlich wieder im Wankdorf — vorerst aber vor leeren Rängen. Eine spezielle zweite Saisonhälfte.


https://www.bernerzeitung.ch/wie-corona ... 9334724565

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Sonntag 2. August 2020, 13:22 
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YB: Das können die Berner aus den Basler Fehlern lernen

Was braucht es, damit YB seine Meister-Serie fortfahren kann? Wie geht eine Erfolgs-Ära überhaupt zu Ende? Die Berner können vom FC Basel lernen. Ein Kommentar.

Das Wichtigste in Kürze

- YB holt sich den dritten Meistertitel in Folge.
- Nur in den Sechziger Jahren waren die Berner erfolgreicher.
- Aufgepasst: Eine erfolgreiche Ära kann sehr rasch enden.

YB ist mit dem dritten Meistertitel in der Super League das Mass aller Dinge. Nur einmal waren die Berner erfolgreicher.

Zwischen 1957 und 1960 holten die Young Boys gleich viermal in Folge den Titel. Noch heute schwärmen die älteren Semester von Geni Meier und Heinz Schneiter.

Die Frage stellt sich, wie im Fussball eine solche Ära zu Ende gehen konnte? Es geht schneller, als man denkt. Zwei Beispiele.

YB kaputt nach einem Asien-Trip

Nach dem vierten Titel pilgerten 17 YB-Spieler am 28. Januar 1961 gutgelaunt auf eine einmonatige Reise durch zehn Länder. Die Destinationen hiessen Bangkok, Hongkong, Kuala Lumpur oder Kairo.

«Zwölf Freundschaftspartien, die enormen Klimaunterschiede, stundenlange Reisen. Es ging an die Substanz», erzählte der verstorbene YB-Star Heinz Schneiter (†4. Juli 2017) dem «Bund».

Die Folge der strapaziösen Reise waren ausgelaugte und verletzte Spieler. Die Reise ist das Ende der Ära. «So komisch es vielleicht tönen mag: Der Asien-Trip war uns wichtiger als der fünfte Titel in Serie. Wir waren kaputt», sagt Schneiter.

«Wir haben 17 Punkte Vorsprung auf YB»

Blicken wir nach Basel. Unter Präsident Bernhard Heusler holte der FC Basel zwischen 2010 und 2017 den Titel achtmal (!) in Folge.

Die Bebbi spielten erfolgreich in der Champions League, die Kassen waren prall gefüllt. Nationale Konkurrenz? Gab es keine.

Was dann passierte, ist kaum zu glauben, aber schnell erzählt. Heusler und Sportchef Heitz treten zurück, die neue Führung unter Burgener übernimmt.

Ein neues Konzept wird eingeführt: Der FCB will auf die Jugend setzen.

Der damalige Jung-Sportchef Marco Streller erklärt: «Wir haben 17 Punkte Vorsprung auf YB. Da ist Raum, um etwas zu probieren. Wenn es schiefgeht, haben wir immer noch einen Vorsprung.»

Dieser Schuss geht bekanntlich nach hinten los. Zudem schlagen die neuen Spieler für einmal nicht mehr wie gewohnt ein. Das Wort veryoungboysen wird durch verbaslern ersetzt.

Geht die Ära von YB jetzt weiter?

In Bern könnte man durchaus von den Basler Fehlern lernen. Und es sieht gar nicht schlecht aus.

Die Nachwuchsarbeit von YB ist ausgezeichnet. Seit Jahren schaffen es Junioren ins Fanionteam. Einige werden sogar Nationalspieler wie Michel Aebischer.

Mit Sportchef Christoph Spycher hat YB einen souveränen und besonnenen Mann an der Front. Und mit Chappi einen starken Scout. Auch die Finanzen scheinen die Berner im Griff zu haben.

Bleibt also noch das Sportliche. Denn: Wer Meister werden will, braucht ein hungriges Team und eine erfahrene Achse. Das ist bei YB der Fall.

Der überragende Fabian Lustenberger gibt auf dem Feld den Ton an. In der Garderobe hat nicht mehr nur Hoarau das Sagen (respektive das Singen).

Benötigt YB also bald einen neuen Trainer? Möglich. Gerardo Seoane ist ein gefragter Mann, ein Wechsel in eine grosse Liga ist nicht undenkbar.

Und: Ein Fussballtrainer erreiche sein Team in Normalfall drei Jahre lang, heisst es. Spätestens dann braucht es neue Impulse.

Weit müsste Spycher nicht suchen. Der perfekte Nachfolger, Thun-Trainer Marc Schneider, arbeitet nur 30 Kilometer entfernt.

Die Weichen sind durchaus gestellt bei YB. Und auf eine Weltreise geht zurzeit keiner.


https://www.nau.ch/sport/fussball/yb-da ... n-65750584

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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Montag 3. August 2020, 01:38 
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Weshalb Basel und Zürich keine Chance mehr haben gegen die Sportstadt Bern

Bern ist zur Sporthauptstadt der Schweiz geworden. YB und der SC Bern haben in acht Jahren sieben Titel gewonnen. Auch dank einer ganz besonderen Kraftquelle.

Freitag, 22.25 Uhr. Im Stade de Tourbillon haben sich die YB-Ersatzspieler längst das Meistertrikot übergezogen, mit einer 14 auf dem Rücken. Sie steht für den 14. Titel, den der BSC Young Boys in seiner Geschichte holt.

Auch Manuel C. Widmer – kurz: mcw - hat sich ein neues Trikot übergezogen. Das «Geischter-Meischter»-T-Shirt, das er für sich und seine Kollegen herstellen liess. Es zeigt einen weissen Geist mit gelbem YB-Logo auf schwarzem Grund – und ist eine Anspielung auf Coronaspiele vor leeren Rängen.

Der DJ an YB- wie SCB-Meisterfeiern

Widmer ist Berner Stadtrat der Grünen Freien Liste (GFL), DJ und Primarlehrer. Vor allem aber ist er seit 30 Jahren YB-Fan und, was eher selten ist, auch Fan des SC Bern. Seine Lebenspartnerin Su Elsener, früher ebenfalls GFL-Stadträtin, macht Fanarbeit beim SCB. Widmer war schon DJ an Meisterfeiern von YB und dem SCB.

Widmer und Elsener hatten in den letzten acht Jahren Grund zum Feiern. Sieben Titel holten YB (2018/19/20) und der SCB (2013, 2016, 2017, 2019). Damit ist Bern nicht nur die Hauptstadt des Landes, sondern – inoffiziell – auch die Sportstadt der Schweiz.

Bernerinnen und Berner lieben ihre Stadt und deren Sportvereine. Geschätzt 400 gibt es in Bern. 100 davon hat der Journalist Peter Eichenberger fotografiert. Die Ausstellung ist zurzeit im Berner Kornhausforum zu sehen. Die mit Abstand grössten Magnete sind dabei YB und der SCB. 20000 Saisonkarten verkaufte YB diese Saison, 13000 der SCB.

Es geht um das Bern-Sein, das Bern-Gefühl

Die Songs an YB- und SCB-Spielen zeigen die innige Verbundenheit besonders deutlich. Selten geht es nur um den Klub. Meist wird auch die Stadt (oder der Kanton) besungen. Es geht um das Bern-Sein, das Bern-Gefühl.

Als YB vor zwei Jahren mit den Fans über ein neues Klub-Lied sprechen wollte, wurden die Verantwortlichen überrascht: Die Fans wollten kein neues YB-Lied. «Sondern einen Einlaufsong», wie Kommunikationschef Albert Staudenmann sagt, Präsident des Vereins YB mit 22500 Mitgliedern.

«Hie», eine Rapnummer von «Wurzel 5», wurde zur Einlaufhymne. Sie ist eine Ode an Bern, ohne Bern je zu nennen. «Hie ghöri härä, hie isch mis deheimä. Hie isch Heimat nüt u niemer wird üs trennä», heisst es da. Und: «Lueg ig kennä mini Stadt, bi ufgwachsä hie.» «Hie» kann nur Bern sein. Und der «Schuutclub» in «Hie» nur YB.

Berner Mundart ist wie ein Geheimcode

Berner Mundart ist selbsterklärend, wie ein Geheimcode. Grössere verbale Präzision ist nicht möglich. Das hebt Bern ab von allen anderen Städten der Schweiz - vielleicht sogar der Welt.

Als YB am 28. April 2018 nach 32 Jahren wieder Meister wurde, gingen die YB-Fans noch einen Schritt weiter. 30000 sangen «Scharlachrot» von Patent Ochsner. Deren Frontmann Büne Huber ist bekennender SCB-Fan.

«I boue mir myni tröim uuf rund um di & Male se scharlachrot a», heisst die Kernbotschaft des Liedes. Es ist ein Liebeslied, ein Lied von unerfüllter Sehnsucht, die unvermittelt doch erfüllt wird: «Jitz bisch du cho. Grad jitz. Won I’s nümm hätti dänkt.» Perfekter lässt sich das Gefühl für den Meistertitel von 2018 nicht umschreiben. Die YB-Fans ersetzten «scharlachrot» einfach durch «gäub u schwarz».

Bern-Lieder sind auch beim SCB wichtig. Seit Jahrzehnten folgt das Prozedere vor dem Einlaufen der Spieler in der Arena mit ihren 17031 Plätzen dem gleichen Schema. Zuerst wird der Song «Bärn Bärn Bärn i ha di gärn» gespielt, ein Hit des Tanzorchesters Fontana aus den achtziger Jahren. Um Punkt 19.31 Uhr – 1931 ist das Gründungsjahr des SCB – folgt der Berner Marsch. Die Fans ziehen die übergrosse SCB-Flagge die steile Stehplatzrampe hoch.

«Die Berner schwelgen noch immer im Ancien Regime»

Der Berner Marsch ist ein Relikt aus dem Ancien Regime, als Stadt und Republik Bern mächtigster Stadtstaat nördlich der Alpen waren. «Die Berner schwelgen noch immer im Ancien Regime», sagt Regierungsrat Christoph Neuhaus. «Sie trauern diesen alten Zeiten nach.»

1798 stahl Napoleon den sagenhaften Berner Goldschatz und die Wertpapiere, die Bern als zeitweise grösster Einzelinvestor auf Londons Finanzplatz angelegt hatte. 623 Milliarden wäre dieser Schatz heute wert, zeigt das neue Buch «Napoleons reiche Beute» aus dem Stämpfli-Verlag auf.

Der Berner Marsch wurde 1798 zum Widerstand gegen den Franzoseneinfall gespielt. Und er wurde zum Symbol für den Versuch, das Ancien Regime wiederherzustellen.

Der SC Bern verkörpert diese glorreiche Zeit noch heute. Er ist seit 19 Jahren Europas Zuschauerkrösus im Eishockey, Russland inklusive. Der SCB ist unbernisch laut und selbstbewusst - und 16-facher Schweizer Meister.

Neue Massstäbe bei der Finanzierung

Massstäbe setzt er auch mit der Finanzierung. Die SCB Group AG hat einen Umsatz von 60 Millionen Franken pro Jahr. Etwas mehr als die Hälfte kommt dank der Tochtergesellschaft Sportgastro mit ihren 17 Betrieben zustande. Die Gewinne aus der Gastronomie fliessen in den Sportbereich, in die SCB Eishockey AG. 2019 meldete CEO Marc Lüthi zum 19. Mal in Serie einen Reingewinn: 54175 Franken.

YB ist geografisch nur durch die Papiermühlestrasse vom SCB getrennt – und seit 2016 finanziell auch auf gesunden Beinen. Damals überdachte der Verein sein Geschäftsmodell und definierte es neu über Transfereinnahmen und Erträge aus den europäischen Wettbewerben. 2019 kam YB auf Gesamteinnahmen von 82 Millionen und einen Gewinn von 21 Millionen.

Lange ein Symbol für Stillstand und Schmarotzertum

Diese rosigen Zeiten für YB und damit für die Stadt Bern sind noch jung. Bis weit in die 2000er Jahre galt Bern in der öffentlichen Wahrnehmung als Symbol für Stillstand und Schmarotzertum. Noch heute bezieht der Kanton mit seiner Million Einwohner über eine Milliarde Finanzausgleich – mehr als tausend Franken pro Einwohner.

2007 schaffte es Bern auf die Titelseite der «New York Times». Der Grund war unrühmlich: die Krawalle vom 7. Oktober zu den nationalen Wahlen. Silvia Blocher, Gattin des damaligen Bundesrats Christoph Blocher, geisselte im November 2007 den Schmutz und die Drogen in der Hauptstadt. Schon auf den Perrons im Bahnhof empfange sie «der süssliche Geruch von Haschisch», schrieb sie im «Sonntag». Sie denke dann: «Weg. Nur weg.»

Verslumt, verschmutzt und unsicher: Bern galt als Verlierer-Stadt. Niemand symbolisierte das besser als die Young Boys. 2009 unterlagen sie im Cupfinal Sion mit 2:3, trotz 2:0-Führung. Und 2010 gaben sie den Meistertitel im letzten Spiel gegen den FC Basel preis, obwohl sie phasenweise 13 Punkte Vorsprung hatten. Veryoungboysen wurde der Begriff dafür.

Die Euro 08 brachte den Turnaround

Es war die Euro 08, die der Stadt neues Selbstvertrauen einhauchte. Verblüfft schaute die Welt zu, wie 80000 Holländer mit den Bernern ein einziges friedliches Euro-Fest feierten. Holland bedankte sich mit ganzseitigen Inseraten bei «der Stadt Bern, ihren Einwohnern und dem Stadtpräsidenten».

Mit einem Schlag galt Bern als jung, dynamisch und innovativ. «Noch heute bekomme ich Hühnerhaut, wenn ich an die Holländer in Bern denke», sagt YB-Kommunikationschef Staudenmann. «Die Euro 08 hat Bern gezeigt, was möglich ist. Diese Wochen der Feierstimmung taten Bern sehr gut.» Die Kornhausbrücke, die zum Stadion Wankdorf führt, heisst inzwischen auch Korenhuisbrug – im Andenken an die magischen Tage im Jahr 2008.

Die Coronakrise gefährdet die Modelle von YB und SCB

2020 verdüstern sich die Aussichten aber wieder. Die Coronakrise sorgt für Zukunftsängste. Die Modelle von YB und dem SCB, die beide auf hohen Zuschauerzahlen basieren, sind gefährdet. Vieles deutet darauf hin, dass bis Ende Jahr weder Fussball- noch Eishockeyspiele mit mehr als 1000 Zuschauern stattfinden dürfen.

Sucht der SCB nun Mäzene? «Nein», sagt Marc Lüthi. «Mäzene wachsen nicht auf Bäumen. Langfristig haben wir das gesündere Modell.» Es werde zwar nicht einfach, denkt Lüthi. «Aber wir werden – wie in den letzten 20 Jahren immer – auch jetzt Lösungen finden. Vielleicht braucht es ein bis zwei Jahre Zeit.» Gefährdet ist auch das YB-Modell. Ob sich mit europäischem Fussball und Transfereinnahmen immer noch so viele Mittel generieren lassen, wie zuletzt, steht in den Sternen. «Das YB-Geschäftsmodell ist in diesen Zeiten sehr volatil geworden», sagt Staudenmann. «Wir machen uns Gedanken dazu. Im Moment stimmt das Modell noch. Doch wir sind sehr wachsam.»

In dieser Situation hilft Bern die vielleicht wichtigste Eigenschaft, auf die es zählen kann: Der Berner und die Bernerin bewahren Ruhe. «Wir Berner glauben an die Ruhe, sind Stoiker», sagt Stadtrat, DJ und YB-/SCB-Fan Manuel C. Widmer. «Wir sagen uns: Äs chunnt scho guet.»


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Dienstag 4. August 2020, 08:46 
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Der beste Spieler der Saison

EiNsame Spitze

Jean-Pierre Nsame, das war bei YB immer der Name hinter Guillaume Hoarau. In seiner dritten Spielzeit in Bern hat sich der 27-jährige Stürmer endgültig emanzipiert und mit seiner Rekordsaison Historisches erreicht. Und er reiht sich bei YB in eine prominente Reihe von Goalgettern ein.

Als Jean-Pierre Nsame in Neuenburg zum 1:0-Sieg ins Tor trifft, eine gute Woche bevor die Young Boys sich den Titel sichern, dreht er ab, ein schneller Dank dem Vorbereiter, ein Lächeln. Alltag in der Liga. Es ist sein 29. Tor im 29. Spiel. Hochgefühl flaut ab mit der Routine, wer aktuell bei YB spielt, der kennt das.

Das liest sich noch immer ungewohnt. Die Young Boys waren in den 2000er-Jahren gut, auch mal ziemlich gut, aber jubeln durften am Schluss immer die anderen. So ging es auch ihren Goalgettern. Es gab eine Zeit, da waren sie die Bedauernswerten unter den Enttäuschten in Gelb-Schwarz. 24 Tore erzielte Hakan Yakin 2007/2008, der Titel ging in der Finalissima gegen Basel verloren. 30 Tore erzielte Seydou Doumbia 2009/2010, der Titel ging in der Finalissima gegen Basel verloren.

Diese Zeiten sind vorbei. 24 Tore erzielte Guillaume Hoarau in der Saison 2018/2019, der Titel ging in Rekordzeit nach Bern. 32 Tore hat Jean-Pierre Nsame in 32 Partien erzielt. Die Auszeichnung als Torschützenkönig ist ihm schon lange sicher, nun hält er auch den alleinigen Torrekord in der Super League. Der Meistertitel ist der dritte in Serie für YB. Das Blatt hat sich gewendet.

Auf ewig ein Meisterschütze

Nsames Wert für YB in dieser durch die Corona-Wirren stark verzerrten, enorm schwierigen Saison ist nicht hoch genug einzuschätzen. Sein Schnitt hat sich um rundungsfreundliche 1,0 Tore pro Spiel eingependelt, und er war über die ganze, diesmal über ein Jahr andauernde Saison erfolgreich: im fernen Sommer 2019, im anstrengenden Europacupherbst, nach der schier endlosen Corona-Pause. Er hat Doubletten und Hattricks erzielt, er hat Spiele im Alleingang entschieden. «Ich habe früh gemerkt, dass ich einen Lauf habe», sagt er. «Aber ich habe bei YB eigentlich schon immer meine Tore erzielt.»

Und genau das ist das Besondere an Nsames Wahrnehmung in Bern. Als Stürmer war er sofort erfolgreich, dennoch stand er lange Zeit im Schatten einer Figur, die in der Ahnengalerie des Berner Clubs ihren Platz noch etwas weiter vorne bekommen wird. Guillaume Hoarau stand Nsame vor der Sonne, zumindest immer dann, wenn er auf dem Platz stand. Bei Hoarau wusste man früh um seine Versehrbarkeit; ausser seiner Startsaison hat er bei YB keine Spielzeit ohne Verletzung hinter sich gebracht. Auf Nsame griff YB in diesem Fall gern zurück. In seiner ersten Saison schoss er 13, in der zweiten 15 Tore. Aber die Hierachie blieb klar: Hoarau vor Nsame. Als Duo traten die beiden selten auf.

Den Meisterfrühling 2018 verfolgte Nsame grösstenteils von der Bank aus, obwohl er noch im Winter der beste Torschütze der Liga gewesen war. Der damalige Trainer Adi Hütter verstand es, ihm stets gerade so viel Auslauf zu geben, damit sich Nsame noch wohl fühlte bei YB. Und am 28. April 2018, der unverrückbaren Zäsur in der Geschichte der Young Boys, schrieb Nsame am Drehbuch zum Titel unerwartet spät noch entscheidend mit: Hoaraus Kopfball fand Nsames Fuss – 2:1 gegen Luzern, Jubel, Tränen. YB war erstmals seit 32 Jahren wieder Meister.

Die ganz grossen Gefühle sind es nicht, die dieser in der Schlussphase vor fast leeren Rängen errungene dritte Titel in Serie hervorruft. Ihm wird auf ewig ein kleiner Makel anhaften – ein Sternchen hinter der Jahreszahl in Erinnerung an eine verseuchte Saison.

Noch 2017 stand Nsame auf der Bühne bei einer Ligaehrung; mehr Freude als der Preis als bester Spieler der Challenge League machte ihm der Schwatz mit Hoarau, dem damals besten Spieler der Super League. «Ich schaue mir von vielen guten Stürmern etwas ab», sagt Nsame. «Und bei Hoarau war es die Gelassenheit.» Die Beziehung erlebt in der Saison 2019/2020 ein weiteres, wahrscheinlich letztes Kapitel. Diesmal ist es Nsame, an dem es kein Vorbeikommen gibt. Dem alternden, wieder von Verletzungen geplagten Hoarau gelang es in seinen wenigen Einsätzen nie, Argumente für mehr Spielzeit und letztlich für einen neuen Vertrag zu sammeln.

Während der Sunnyboy einem etwas traurigen Ende bei YB entgegensteuert, erlebt sein einstiger Schattenmann den grossen Triumph. Symbolkraft hatte diese Szene Mitte Juni gegen den FCZ, als Hoarau in einem seiner Spiele der letzten Chance aus idealer Position zum Abschluss kommt, der Ball nach dem Schuss aber an Nsame hängen bleibt und es schliesslich dieser ist, der zum 2:2 trifft.

Die Emanzipation von seinem Konkurrenten ist für Nsame auch der Eintritt in eine prominente Reihe von YB-Goalgettern in der Neuzeit.

Der schlitzohrige Chapuisat, der schüchterne Doumbia

Es gab den schlitzohrigen Stéphane Chapuisat, der seine Weltkarriere mit drei Saisons bei den Young Boys ausklingen liess und dabei über 50 Tore schoss. Es gab den genialen Hakan Yakin, den einzigen Mittelfeldspieler in dieser Reihe, der mit YB ebenso ohne Titel blieb. Es gab den bodenständigen Thomas Häberli, der zur Stelle war, wenn Yakin nicht selber traf, sondern eine Vorlage lieferte. Es gab den schüchternen Doumbia, der für zwei verschiedene Vereine Torschützenkönig wurde: 2010 bei YB, 2017 bei Basel.

Da war der Schwede Alexander Gerndt, dessen Aufstieg bei YB von einer fürchterlichen Verletzung gebremst wurde. Da war Raul Bobadilla, eine echte Attraktion mit Wucht und Tempo, wenn nicht auf dem Platz, dann im Casino oder am Steuer. Da waren dieBrasilianer zu den unbeschwerten Neufeld-Zeiten: Neri, Leandro und – später – Joao Paulo.

Und Nsame setzt bei den Young Boys die Tradition afrikanischer Angreifer fort, auch wenn der kamerunisch-französische Doppelbürger, aufgewachsen in Paris bei einer portugiesischen Gastfamilie, sich mehr als Europäer fühlt. Sein kamerunischer Landsmann Henri Bienvenu schoss für YB viele Tore, darunter eines für die Geschichtsbücher beim 1:0-Auswärtssieg gegen Fenerbahce Istanbul. Der türkische Grossclub kaufte Bienvenu ein Jahr später aus seinem laufenden Vertrag – für fast 5 Millionen Franken. Topskorer Doumbia brachte YB einst fast 15 Millionen ein, Bienvenus Nachfolger Emmanuel Mayuka aus Sambia später 4,5 Millionen.

Und Nsame? In einer Welt ohne das Coronavirus würden die Clubs in den grossen europäischen Ligen jetzt langsam in die neue Saison steigen, womöglich wäre Nsame dabei. Die Primera Division verfolgt er gern, Spanisch hat er sich im Selbststudium beigebracht, «weil es so schön klingt». Ein Stürmer mit seinen Kennzahlen bleibt eigentlich kaum länger als zwei Saisons in der Super League. Aber eben, viele Clubs sind noch damit beschäftigt , die Wunden der Krise zu lecken. Es ist möglich, dass Nsame in Bern weitermacht. Im Winter hatte er ein Angebot aus Moskau von Lokomotive, er entschied sich für YB.

Nach seinem Meistertor gegen Luzern hat Nsame seinen Ruf als Mann für die späten, entscheidenden Tore gefestigt. Die Sache mit Hanspeter wurde zum geflügelten Wort, weil er, Nsame, geboren 1993, immer auch an diesen Hanspeter, den Jean-Pierre, aus dem Lied von Züri West, entstanden 1986, erinnert. Beiderorts kreuzt der Hanspeter immer auf, früher oder später.


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 Betreff des Beitrags: Re: Presse-Thread Saison 2019/2020
 Beitrag Verfasst: Mittwoch 12. August 2020, 23:58 
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Gewinner und Verlierer bei YB

Das Notenblatt zur YB-Saison

Obwohl die Young Boys Ende August den Cupfinal bestreiten, rechnen wir ab: der Effizienteste, der Enttäuschendste und der Aufsteiger in einer langen und verrückten Saison.

Jean-Pierre Nsame, natürlich! Der beste Stürmer verweist Captain Fabian Lustenberger, den besten Abwehrspieler der vergangenen Saison in der Super League, auf den zweiten Platz. 47 Skorerpunkte und 40 Treffer in 45 Partien sind ein überragender Wert. Zum einmalig starken Jahr Nsames ist fast alles geschrieben worden. Vielleicht noch das: Seine 32 Ligatore bedeuten kamerunischen Landesrekord. Bisheriger Rekordhalter war der grossartige Samuel Eto’o, der für den FC Barcelona 2008/2009 30 Treffer erzielt hatte.

Öfter als Nsame trafen in 87 Saisons in der Schweiz seit 1933 zudem nur Leopold «Poldi» Kielholz (1933/1934 für Servette 40 Tore), dessen Markenzeichen – kein Witz – eine Brille aus Sicherheitsglas war, sowie der Däne John Eriksen (87/88, Servette, 36 ) und Peter Risi (75/76, FC Zürich, 33). In der Super League (seit 2003) ist Nsame alleiniger Rekordhalter.

Der Effizienteste

Miralem Sulejmani kommt in 783 Minuten auf 4 Treffer und 10 Vorlagen. Der serbische Flügel war alle 56 Minuten direkt an einem Tor beteiligt. Nicht zuletzt aufgrund seiner überragenden Fähigkeiten bei Standardsituationen. Ob dies für einen Verbleib in Bern genügt? Derzeit werden Gespräche über eine Vertragsverlängerung über den 15. August hinaus geführt. Ende dieser Woche könnte Klarheit herrschen.

Sulejmanis Marke ist der Bestwert in Sachen Effizienz – lässt man wegen mangelnder Aussagekraft Samuel Ballet weg: Der Stürmer aus dem Nachwuchs erzielte im Februar in Lugano bei seinem 12-minütigen Teileinsatz gleich sein erstes Tor für YB. Auf Sulejmani folgt Nsame, der alle 79 Minuten in die Entstehung eines Tores direkt involviert war.

Der Gewinner der Corona-Pause

Es gibt bei den Young Boys einige Gewinner des langen Unterbruchs aufgrund der Corona-Pandemie. Etwa Mohamed Camara, der sich in dieser Zeit vollständig von einem Schienbeinbruch erholen konnte und im Schlussspurt zum Meistertitel im Abwehrzentrum zu einer Stütze avancierte. Den Vorzug erhält aber Stürmer Meschack Elia: Klein, wendig und schnell, wurde der Winterzugang zum perfekten Partner für Nsame, erzielte in 12 Partien 2 Treffer und bereitete 3 vor.

Beeindruckender waren allerdings Elias Darbietungen. Er kommt auf einen Notenschnitt von 4,8. Das ist in der Rückrunde der zweitbeste Wert hinter Nsame (4,9). Umso bitterer für die Young Boys, können sie erst wieder im September mit dem 23-Jährigen planen. Er zog sich beim entscheidenden Meisterschaftsspiel vorletzten Freitag in Sion einen Bänderriss an der Syndesmose zu. Er verpasst damit die 2. Runde der Qualifikation zur Champions League sowie den Cupfinal am 30. August.

Der Enttäuschendste

Ein Kandidat für diese Kategorie ist Ulisses Garcia, der nach einer vorzüglichen Vorrunde seinen Stammplatz hinten links verlor. Oder Marvin Spielmann, der 2018/2019 für den FC Thun in 39 Partien noch 20 Skorerpunkte gesammelt hatte. Nach seinem ersten Jahr in Bern ist dieser Wert viermal tiefer: 2 Treffer und 3 Vorlagen in 28 Partien sind eine dürftige Ausbeute für einen Offensivspieler.

Spielmann kommt zudem auf einen Notenschnitt von 3,9, der zweittiefste bei YB. Schlechter war nur Guillaume Hoarau, der von uns deshalb auch zur Enttäuschung der Saison gekürt wird. 4 Trefferchen hat die einstige französische Tormaschine erzielt, das ergab einen Notenschnitt von 3,7. Und weil der 36-Jährige derzeit einen Muskelbündelriss auskuriert und sein Vertrag diese Woche endet, droht ihm ein Abgang durch die Hintertür. Auch bei ihm dürften die nächsten Tage Klarheit bringen. Immerhin: Mit dem 3:3 in der 99. Minute am 23. Februar im Spitzenspiel gegen St. Gallen gelang Hoarau vielleicht das wichtigste Tor dieser Saison.

Der Vielspieler

Nicht überraschend gewinnt diese Kategorie der Goalie. David von Ballmoos kommt in 46 Einsätzen auf 4125 Minuten. Nachdem er fast während der ganzen Saison nur eine Halbzeit verpasst hatte, fehlte er in den vergangenen Wochen gleich zweimal und ermöglichte so seinem Ersatz Marco Wölfli eine kleine Abschiedstournee vor dem Karriereende Ende August. Von Ballmoos machte zuletzt eine Verletzung am Knie zu schaffen, er dürfte nächste Woche beim Start nach den Kurzferien aber schon wieder mittrainieren können.

Der Aufsteiger

Im Sommer war Felix Mambimbi der Jungspund, der erstmals Luft in der Super League schnuppern durfte. Ein Jahr später ist er mindestens einen Schritt weiter: Der 19-Jährige kommt auf 22 Einsätze (17 davon in der Liga) und 6 Torbeteiligungen.

Sein kerngesundes Selbstvertrauen zeigte er am Sonntag im Cuphalbfinal gegen Sion, als er in der Nachspielzeit mit drei Kollegen auf Sions Torhüter Kevin Fickentscher losziehen konnte, den Abschluss dem Abspiel vorzog und zum 3:1 traf. Weil Elia verletzt fehlt und Hoaraus Zukunft ungeklärt ist, dürfte Mambimbi in nächster Zeit weiter an Einfluss gewinnen.

Zumal es Nsame nach seiner Saison der Rekorde nicht an Angeboten mangeln dürfte.


https://www.bernerzeitung.ch/das-notenb ... 8387340970

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