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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 02:08 
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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 09:39 
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«Die innere Zufriedenheit ist noch grösser»

Schriftsteller und YB-Fan Pedro Lenz ist beeindruckt von YB – er glaubt aber auch, dass mehr Emotionen kaum möglich sind.

YB ist schon acht Spiele vor Schluss Meister. Ist das ein Traum für Sie als Fan? Oder fehlte Ihnen ein Schuss Dramatik?
Pedro Lenz: Nach dramatischen Jahren mit verspielten 13 Punkten Vorsprung und den verlorenen Finalissimas bin ich sehr glücklich, dass wir es geschafft haben. Dramatik hatten wir in einzelnen Partien ja genug mit Siegtoren in der Nachspielzeit. Und es machte Spass zu sehen: wieder zwei Punkte mehr als Basel.

Wurde es Ihnen wirklich nie langweilig?
Nein. Weil ich mich nicht nur an Resultaten orientiere. Ich ging auch ins Stadion, als wir um die Jahrtausendwende nichts auf die Reihe kriegten, 2000, 3000 Zuschauer da waren, das alte Wankdorf fast auseinanderfiel und wir in der Nati B in die Abstiegsrunde mussten. Manchmal las man in der Zeitung: Wenn jetzt nicht jemand eine Bürgschaft hinterlegt, gibt es YB bald nicht mehr. Das kommt mir heute ab und zu in den Sinn.

Stärkt der Erfolg auch das Selbstwertgefühl des Berners?
Vielleicht das sportliche. Ansonsten glaube ich, dass die Berner fast zu viel Selbstwertgefühl haben. Sie meinen: Wir haben die schönste Sprache, Mani Matter, die Aare, die Alpensicht, das Münster, den Zytglogge, es gibt nichts Gemütlicheres als die Stadt Bern. Wenn man ihnen sagt, man könne auch in Olten in der Aare baden, glauben sie es fast nicht.

Freuen Sie sich nun über diesen Meistertitel im gleichen Mass wie über jenen 2018?
Im vergangenen Jahr dürsteten wir richtig danach und feierten das mehrfach. Diesmal sind wir etwas gelassener, aber die innere Zufriedenheit ist noch grösser.

«Es machte Spass zu sehen: wieder zwei Punkte mehr als Basel»

Warum?
Weil ich 2018 dachte, dass es auch dank des Ausrutschers des FC Basel so weit kommen konnte. Die Basler sagten: «Tragt Sorge zum Pokal, den wollen wir in einem Jahr ohne Beule wieder zurück.» Ich fand das witzig. Bis ich merkte: Nein, es findet ein Machtwechsel statt. Eine Basler Dominanz wie in der Ära von Präsident Bernhard Heusler wird es nie mehr geben.

Woher nehmen Sie diese Überzeugung?
Der FCB hat die Selbstverständlichkeit, Erfolg zu haben, verloren. Früher putzte er selbst an einem schlechten Tag Lugano weg. Jetzt gibt es immer mehr Zweifel: Haben wir den richtigen Move gemacht mit dem Trainerwechsel? Hätten wir diesen oder jenen Spieler behalten müssen?

Weckt das Schadenfreude?
Nein. Ich freue mich darüber, dass YB die Art des erfolgreichen FC Basel übernommen hat. Die Basler langten in Zweikämpfen kräftig hin und hatten noch die Dreistigkeit, sich beim Schiri zu beschweren: Ball gespielt! Wir hatten eher die Attitüde, dem Schiri zu sagen: He, der Gegner hat mich gehalten! Und der Schiri liess das Spiel weiterlaufen. Das ist jetzt nicht mehr so. Und ausserdem hat der FCB Heusler nicht mehr. Er und Sportchef Georg Heitz machten kaum Fehler, waren sehr analytisch und vorausdenkend. Sie wechselten auch einmal einen Trainer aus, obwohl der Meister geworden war, weil sie dachten: In Zukunft könnte es Probleme geben mit ihm. Jetzt haben wir bei YB solche Leute.

Wie fühlt es sich an, den anderen überlegen und fast immer der Sieger zu sein?
Ehrlich gesagt: Mehr Emotionen als in diesen zwei Jahren geht nicht. Es wird nicht noch besser.

Dann können Sie sich ja ein neues Hobby suchen.
Nein, nein! Ich bin einfach gern an den Spielen, selbst wenn es gegen Stade Nyonnais geht. Natürlich ist es jetzt noch viel schöner, weil man auch Ballstafetten sieht. Es gab Zeiten, da dachte ich: Hey, kann auf diesem Platz eigentlich keiner den Ball annehmen? Damals sagten wir auch: Der Juni ist der beste Monat, da haben wir keinen Punkt Rückstand auf die Spitze.

«Gerardo Seoane hat noch nieeinen Stuss rausgelassen»

Sie sagten einmal: «Underdog zu sein, ist spezieller, als immer zu gewinnen.»
Ja, das ist irgendwie vielfältiger, dramatischer. In Bern wurde es kultiviert, dass wir es jahrzehntelang nicht schafften, Meister zu wurden. Es ist zwar nicht lustig, ständig zu verlieren. Aber ich weiss nicht, was es emotional mit mir macht, wenn wir viermal in Serie den Titel holen.

YB hat den FCB auch überholt, was den Zuschauerschnitt angeht. Was sagt Ihnen das?
Manchmal schaue ich mich um und denke: War dieser oder jener auch einmal dabei, als es nicht so gut lief? Ich kenne Leute, die euphorisch waren, als wir das neue Stadion hatten. Als wir drei-, viermal scheiterten, sagten sie: Fertig, wir kaufen kein Abo mehr.

Und wie reagierten Sie?
Ich sagte ihnen: Ihr müsst dranbleiben, Giele, das kommt schon gut. Und jetzt? Sind sie wieder da.

Klassische Modefans, oder?
Ja, mit den Modegigle, die dank Beziehungen zu Sponsoren in der Champions League gegen Juventus im Stadion sind, kann ich nichts anfangen. Aber was die Fans angeht, gibt es ein anderes Problem.

Nämlich?
Ich nahm sie jahrelang in Schutz. Ich war der Meinung, dass man nicht gleich durchdrehen soll, wenn eine Petarde gezündet wird. Aber jetzt rege ich mich über Fans auf, die mit einer gewissen Arroganz zum Ausdruck bringen: Wir sind der Club. Die glauben, dass sie bestimmen dürfen, was Gesetz ist, wer Präsi wird, wer Trainer sein soll… Und es stört mich, wenn sich Spieler nach einem Match von Fans zurechtweisen lassen müssen. Ich kenne unsere Spieler gut. Sie haben ein sehr hohes Berufsethos.

Haben Sie zu einem Spieler einen speziellen Bezug?
Ich identifiziere mich stark mit Marco Wölfli. Mich beeindruckt Steve von Bergen, mit dem man über weit mehr als nur Fussball diskutieren kann. Und faszinierend ist Guillaume Hoarau, der nicht auf der Playstation spielt, sondern Musik macht.

Welchen Eindruck haben Sie von Trainer Gerardo Seoane?
Er hat mich sehr überrascht. Es war nicht einfach, das Erbe von Adi Hütter zu übernehmen. Aber Seoane hat dem Team eine eigene Handschrift gegeben. Und er hat noch nie einen Stuss rausgelassen. Als die Wahl auf ihn fiel, wussten meine Freunde und ich nicht so recht, was wir davon halten sollten. Aber Sportchef Christoph Spycher kannte ihn und sagte, dass er von allen gecasteten Kandidaten am meisten überzeugt habe. Und wenn Spycher so etwas sagt, beruhigt das schon einmal. Weil er ein Phänomen ist: gebildet, sozialkompetent, ein Visionär ohne grosse Klappe.

Auch Seoane ist keiner, der mit seinen Äusserungen Angriffsfläche bietet. Wie kommt dieser Stil bei Ihnen an?
Ich sehe bei ihm etwas, das ich bei mir lange auch sah. Ich bin ebenfalls halber Ausländer, wir tragen ein Fremdarbeiter-Gen in uns. Wir haben das Gefühl, dass wir die saubereren Hosen tragen, höflicher sein und mehr leisten müssen als die anderen, um akzeptiert zu werden. Aber Seoane hat alles im Griff.

In der neuen Saison geht es auch wieder um die Champions League. Wie sehr sehnen Sie sich danach?
Ein Verpassen der Qualifikation wäre kein Weltuntergang. Weil mich dieser Wettbewerb ein bisschen desillusioniert hat. Früher gab es im Meistercup noch Clubs wie Dinamo Tiflis und weiss ich nicht wer. Heute sind Exoten seltener und auch nicht mehr erwünscht. Mir kam die Teilnahme von YB vor, als durften wir uns zum Essen an den Tisch der Reichen setzen. Einmal ist das okay. Aber das muss nicht ständig so sein.

YB ist – zumindest national – kein armer Club. Ende März wurde ein Jahresgewinn von 17,4 Millionen Franken ausgewiesen.
Das ist seltsam: YB hatte meistens ein strukturelles Defizit von 5 Millionen – und jetzt dieser Gewinn. Zum Glück bleiben die Leute, die das Sagen haben, normal. Trotzdem wäre es mir fast lieber, wenn wir jährlich eine Million vorwärtsmachen würden, das dafür aber in den nächsten 17 Jahren.

Soll Ihr Sohn YB-Fan werden?
Er kann fast nicht anders… Aber zu einem YB-Match nehme ich ihn erst mit, wenn er 90 Minuten hocken kann. Ich will, dass er das Spiel schaut.

Ist es für ein Kind eine gute Lehre, wenn sein Team stets gewinnt?
Nein. Genau darum gehen wir zwei oft zu Spielen des FC Olten in der 2. Liga inter.


https://www.bernerzeitung.ch/sonntagsze ... y/13779292

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 09:40 
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Das verrät Marco Wölfli über seine meisterlichen Teamkollegen

Marco Wölfli ist seit über zwei Jahrzehnten bei den Young Boys. Die Goalielegende stellt seine Mitspieler vor.

Marco Wölfli ist seit 1998 bei YB, als er in die U-17 wechselte. Er hat weit über 400 Pflichtspiele bestritten, seit Dezember 2013 ist er nicht mehr Stammkeeper. Zuerst war er Mentor von Yvon Mvogo, seit zwei Saisons von David von Ballmoos. Für seine grosse Treue wurde er letztes Jahr mit dem Meistertitel belohnt, als er im Frühling für den verletzten von Ballmoos im Tor stand und nicht nur wegen einer Penaltyparade beim 2:1-Meistersieg gegen Luzern am 28. April 2018 Legendenstatus erlangte.

YB im Überblick: 13 Meistertitel und 6 Cupsiege in 121 Jahren Vereinsgeschichte

Gegründet: 14. März 1898

Meistertitel (13): 1903, 1909, 1910, 1911, 1920, 1929, 1957, 1958, 1959, 1960, 1986, 2018, 2019

Cupsiege (6): 1930, 1945, 1953, 1958, 1977, 1987 Stadion: Stade de Suisse (31120 Plätze)

Mitarbeiter

Geschäftsstelle: 56,25 Stellen

Spieler/Staff 1. Mannschaft: 38

Spieler/Staff Nachwuchs: 73

Meisterkader 2019

Torhüter:David von Ballmoos, Marco Wölfli, Dario Marzino

Abwehr: Mohamed Camara, Steve von Bergen, Ulisses Garcia, Grégory Wüthrich, Loris Benito, Jan Kronig, Jordan Lotomba, Léo Seydoux, Kevin Mbabu

Aufbau: Miralem Sulejmani, Djibril Sow, Gianluca Gaudino, Nicolas Ngamaleu, Christian Fassnacht, Thorsten Schick, Michel Aebischer, Sandro Lauper

Sturm: Roger Assalé, Jean-Pierre Nsame, Guillaume Hoarau

Weitere Spieler:Sékou Sanogo (im Winter zu Ittihad FC/Saudiarabien), Leonardo Bertone (im Winter zu Cincinnati/USA), Pedro Teixeira (im Winter zu Rapperswil), Felix Mambimbi (YB-Nachwuchs)

Staff

Trainer: Gerardo Seoane Assistenztrainer: Harald Gämperle, Matteo Vanetta Goalietrainer: Stefan Knutti Konditionstrainer: Martin Fryand Reha-Trainer: Stefan Flückiger Physiotherapeut: Matthias Gubler, Kay van Steenkiste, Frederic Stulens

Teambetreuer: Nico Zaugg Arzt: Cuno Wetzel, Andreas Brand, Jan Montagne, Thomas Ringgenberg Sportchef: Christoph Spycher Chefscout: Stéphane Chapuisat


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/29890632

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 09:41 
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Saison der Superlative

Ein Kommentar von Sportredaktor Fabian Ruch zum zweiten Meistertitel in Folge für die Young Boys.

Die Young Boys haben ihre überragende Saison sehr vorzeitig mit dem Meistertitel gekrönt. Sie bestreiten in vielen Bereichen eine Spielzeit der Superlative und Rekorde, so früh ist noch nie ein Verein in der Super League Meister geworden. Und YB wird dem Rivalen FC Basel weitere Bestmarken bezüglich Punkte, Tore, Vorsprung abjagen, wenn der souveräne Leader derart überzeugend weiterspielt.

Was absolvieren diese Young Boys für eine fantastische Saison! Mit grandiosen Begegnungen für die Ewigkeit. Die erstmalige Qualifikation für die Champions League im Sommer in Zagreb. Das 7:1 gegen Basel im Herbst. Das 2:1 gegen das grosse Juventus mit dem riesengrossen Cristiano Ronaldo im Winter. Und das sind nur drei ausgewählte Ereignisse aus flotten Monaten der gelb-schwarzen Glückseligkeit. Eingebettet ist der Höhenflug in das beste Jahr der 121-jährigen Vereinsgeschichte, die beeindruckenden wirtschaftlichen Kennzahlen dazu sind: 80 Millionen Umsatz, 17,4 Millionen Gewinn. Und das nach so vielen Jahren der Misswirtschaft und Millionenverluste.

2019 könnte finanziell noch lukrativer werden – bei einer erneuten Qualifikation für die Königsklasse. Zumal mehrere YB-Fussballer ins Ausland wechseln werden, zum Beispiel Djibril Sow und Kevin Mbabu. Die beiden firmieren exemplarisch für die Philosophie der Young Boys, stark auf entwicklungsfähige Schweizer zu setzen und für diese Talente die erste Adresse des Landes sein zu wollen. Die aufstrebenden Akteure bilden den einen Teil des ausgezeichneten personellen Mixes zwischen Jung und Alt. Captain Steve von Bergen und Torjäger Guillaume Hoarau stehen für die erfahrenen Leaderfiguren, welche das Team anleiten und ihm Halt geben.

Die Young Boys sind ausgezeichnet und breit besetzt. Würde man ein Super-League-Allstar-Team bilden, könnte man problemlos auf jeder Position einen YB-Fussballer nominieren. Das hängt auch mit dem Allgemeinzustand der Clubs zusammen. Fast alle anderen Vereine stecken entweder in der Krise, erfüllen die eigenen Erwartungen nicht oder stehen sich mit regelmässigen Personalwechseln im Führungsbereich selber im Weg. Der alte und neue Meister dagegen hat sich trotz Trainerwechsel im letzten Sommer noch einmal verbessert. Gerardo Seoane hat die starke Arbeit des letztjährigen Meistercoachs Adi Hütter nicht nur fortgesetzt, er hat Mannschaft und Spieler entwickelt, YB ist heute taktisch variabler.

Nicht hoch genug eingeschätzt werden kann die Arbeit von Christoph Spycher – selbst wenn Lobeshymnen auf den erfolgreichen Sportchef langsam langweilig daherkommen mögen. Man möchte sich nicht vorstellen, wo YB heute stehen würde, wäre der ursprüngliche Plan des Verwaltungsrats im Herbst 2016 mit einem Sportchef namens Paul Meier umgesetzt worden. Und es wäre bestimmt kompliziert geworden, den 41-Jährigen zu ersetzen, hätte er im Winter das Angebot als Supermanager des Fussballverbandes angenommen. Seit Spycher vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren sein Amt angetreten hat, ist YB ein anderer Verein. Auf allen Ebenen. Spycher steht für Glaubwürdigkeit, Zielstrebigkeit, Bodenständigkeit, Teamarbeit – und vor allem: für Erfolg. Aus einem hasardierenden Krisenclub ist ein strahlender Serienmeister geworden.

Nun steht der Sportchef vor seiner bisher grössten Herausforderung. Nach dem Abgang Sékou Sanogos im Januar werden ab Sommer mindestens vier weitere Leistungsträger der Meisterjahre nicht mehr dabei sein: von Bergen (Rücktritt), Sow, Mbabu und Loris Benito (Auslandtransfer). Die Kaderplanung von YB aber überzeugt unter Spycher, dennoch muss der personelle Umbruch in den nächsten Jahren äusserst behutsam moderiert werden. Schliesslich könnten jede Menge weitere Akteure in Topligen wechseln, erwähnt seien David von Ballmoos, Mohamed Camara, Jordan Lotomba, Sandro Lauper, Christian Fassnacht und Roger Assalé.

Auch sie haben dazu beigetragen, dass YB der Super League entrückt ist. Wie zuvor Basel. Von einer derartigen Dominanz und schier unfassbaren Konstanz wie in dieser Saison darf man allerdings in Zukunft nicht ausgehen, zumal der FCB von den Möglichkeiten her immer noch die Nummer 1 der Schweiz ist. Vielleicht wird man irgendeinmal sogar behaupten, so überlegen und stark wie im Frühling 2019 seien die Young Boys vorher und nachher nicht gewesen. Ein Meistertitel jedenfalls darf nie eine Selbstverständlichkeit sein. Schon gar nicht für diese Young Boys mit ihrer jahrzehntelangen Leidenszeit bis 2018.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/fuss ... y/21195563

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Presse zum YB-Meistertitel

Machtdemonstration, Wachablösung und möglicher Exodus

Nach der Titelverteidigung würdigt die Schweizer Presse die Young Boys, nennt Erfolgsgründe und blickt in die Zukunft.

Nach dem mageren 0:0 des FC Basel gegen GC am Samstag stehen die Young Boys 8 Spiele vor Saisonende als Meister fest. Noch nie hatte eine Mannschaft den Titel so früh auf sicher. Die Schweizer Presse würdigt die aussergewöhnliche Saison der Berner und spart dabei nicht mit Superlativen:

- Berner Zeitung: «Die Young Boys haben ihre überragende Saison sehr vorzeitig mit dem Meistertitel gekrönt. Sie bestreiten in vielen Bereichen eine Spielzeit der Superlative und Rekorde [...]. Und YB wird dem Rivalen FC Basel weitere Bestmarken bezüglich Punkte, Tore, Vorsprung abjagen, wenn der souveräne Leader derart überzeugend weiterspielt.»

- Tagesanzeiger: «Beeindruckend ist, mit welcher Konstanz die Young Boys agieren. Selbst wenn sie nicht begeisternd auftreten, finden sie meistens einen Weg zum Sieg. Häufig durch Last-Minute-Tore, was ihre ausgeprägte Siegermentalität unterstreicht.»

- Blick: «Es war eine Machtdemonstration in Gelbschwarz!»

YB dominierte die Saison von Beginn weg nach Belieben. Als Hauptgrund für den Erfolg haben die Schweizer Medien vor allem zwei Männer ausgemacht:

- Ostschweiz am Sonntag: «Hauptverantwortlich für den Höhenflug von YB ist Sportchef Christoph Spycher. Mit klugen Transfers von jungen Spielern formte er jenes Team, das wie von selbst von Erfolg zu Erfolg eilt.»

- NZZ online: «Es sind viele kleine Sachen, die das Grosse ausmachen und eine im Berner Fussball lang vermisste Glaubwürdigkeit schaffen. Für diese Zuverlässigkeit steht namentlich der Sportchef Spycher.»

- Berner Zeitung: «Gerardo Seoane hat die starke Arbeit des letztjährigen Meistercoachs Adi Hütter nicht nur fortgesetzt, er hat Mannschaft und Spieler entwickelt, YB ist heute taktisch variabler.»

Angesichts der Überlegenheit der Young Boys muss man sich die Frage stellen, ob die Wachablösung im Schweizer Fussball nun definitiv da ist. In dieser Thematik hängt für die Medien vieles von den nächsten Monaten ab:

- Blick: «In der Rückrunde spielte der FCB praktisch auf Augenhöhe mit den Bernern. Es war eine katastrophale Hinrunde, [...] welche diese Saison entschied. [Ausserdem] setzt der grosse Exodus bei YB erst jetzt ein. [...] Erst wenn YB unter diesen veränderten Umständen den Titelhattrick (und vielleicht ein zweites Mal die Champions League) schafft, kann man von einer Wachablösung im Schweizer Fussball sprechen.»

- Berner Zeitung: «Entscheidender als die Situationen der Spieler wird bei YB sein, ob Trainer Gerardo Seoane bleibt. Durch seine Erfolge [...] hat er das Interesse in den grossen Ligen geweckt. [...] Ob es Spycher erneut gelänge, den Trainer so ideal wie im letzten Sommer zu ersetzen, ist fraglich. Dies könnte Basels Hoffnung darauf sein, dass YB schwächer wird.»

- Tagesanzeiger: «Es ist nicht davon auszugehen, dass YB auch nächste Saison so überlegen sein wird. Der FCB verfügt immer noch über die grösseren Möglichkeiten, zudem dürfte kaum mehr fast die gesamte Konkurrenz im Chaos versinken.»


https://www.srf.ch/sport/fussball/super ... her-exodus

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 23:44 
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Pedro Lenz schreibt für BLICK

Dieser YB-Titel ist noch wertvoller als der letztjährige

32 Jahre musste YB bis 2018 auf einen Titel warten. Jetzt folgt schon der nächste. Und der ist noch wertvoller, meint YB-Edelfan und Schriftsteller Pedro Lenz in einer Kolumne.

An YB-Spielen begegnen sich jeweils drei Generationen von Fans. Da ist zunächst die Grosseltern-Generation, die sich an die vier aufeinanderfolgenden Meistertitel von 1957 bis 1960 unter Albert Sing erinnert. Diese Generation weiss am besten, wie es sich anfühlt, nach einem Erfolgserlebnis jahrzehntelang auf einen nächsten Meisterkübel zu warten. Die Grosseltern mussten sich 26 lange Jahre gedulden, bis die Truppe um George Bregy und Robert Prytz dem BSC Young Boys zu erneuten Meisterehren verhalf.

Meine Generation, nennen wir sie die Elterngeneration, erlebte ihre erste Meistersaison 1985/86 in einem Wankdorfstadion, das seine besten Tage längst hinter sich hatte. Wir wurden damals schon darauf hingewiesen, so ein Titel dürfe nicht als Selbstverständlichkeit betrachtet werden. Ausserdem mussten wir uns von den Altvorderen ein halbes Fanleben lang erzählen lassen, wie viel grösser dieses Stadion und dieser Club einmal gewesen seien. Dass wir dann tatsächlich unendliche 32 Jahre auf eine weitere Meisterfeier warten mussten, hat uns demütig und skeptisch werden lassen.

Die jungen Leute, die heute auf den Rängen für Stimmung sorgen, haben ihre erste Meisterfeier im letzten Frühling erlebt. Und weil diese jüngste Generation die grosse Mehrheit der YB-Fans ausmacht, schienen die Feierlichkeiten vor einem Jahr keine Ende nehmen zu wollen. Manche Grosseltern und Eltern ermutigten die Jungen, diese Meisterschaft richtig deftig zu feiern, weil sie befürchteten, bis zum nächsten Erfolg könnte es wieder sehr lange dauern. Das waren die letzten Überreste der alten Berner Skepsis. Immer wenn es schien, YB könnte etwas Grosses gewinnen, blieben Skepsis und Zweifel die vorherrschenden Gefühle. Der Zweifel ist der älteste Feind des Erfolgs. Es brauchte einen österreichischen Cheftrainer und einen französischen Goalgetter, um die bernische Skepsis zu vertreiben.

Nach dem Titelgewinn im letzten Frühling sendete der FC Basel ein Gratulationsschreiben nach Bern. In diesem Schreiben bat der FCB die Young Boys, Sorge zum Meisterpokal zu tragen, weil sie ihn heuer in gutem Zustand zurück haben wollten. Die Gratulation der Basler zeugte von einem feinen Sinn für Humor und vom unerschütterlichen Selbstbewusstsein jener, die keinen Augenblick daran zweifeln, dass ihre Titelabstinenz höchstens eine Saison dauern kann.

Inzwischen wissen wir es alle besser. Der diesjährige Titel ist deutlicher, schöner und verdienter als der letztjährige. Der Wert dieses neuen, derart souverän erreichten Titels, ist wesentlich höher einzuschätzen als der Wert des vorherigen, auf den wir YB-Fans so lange gewartet hatten. Der aktuelle Titel gibt dem BSC Young Boys nämlich jenes tiefempfundene und letztlich matchentscheidende Selbstbewusstsein, von dem die Basler so lange gezehrt haben. Die vielen YB-Siegtreffer in der Nachspielzeit erzählen mehr über mentale Stärke als jedes psychologische Handbuch.

Den letztjährigen Titel haben wir mit Verzweiflung und Durst gefeiert. Diesen hier feiern wir mit gelassener Zufriedenheit.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 72059.html

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 Beitrag Verfasst: Sonntag 14. April 2019, 23:46 
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Schon wieder Schweizer Meister – nun liegt die Kunst darin, den YB-Riesen wach zu halten

Die Young Boys haben sich viel Glaubwürdigkeit verschafft. Jetzt stehen dem Team Veränderungen bevor, mehr als in den letzten Transferperioden. Aber darin liegt auch eine Chance – es gibt neue Reize und neue Energie. Und was gern vergessen geht: Die heutige YB-Führung hat schon bewiesen, dass sie einen Umbau zu moderieren versteht.

Der schlafende Riese ist geweckt, aber so richtig. In der Saison 2016/17 verbuchte YB einen Zuschauerdurchschnitt von 17 431, zwei Saisons später liegt er bei 25 135, wobei vier vermutlich sehr gut besuchte Heimspiele noch ausstehen, Heimspiele mit Pauken und Trompeten, Party und Trubel. Sieben Runden vor Schluss stehen die Berner wieder als Meister fest, niemand vermochte ihnen in dieser Saison das Wasser zu reichen. Der FC Basel büsst für eine hausgemachte Herbst-Krise. Doch die grosse Punktedifferenz zwischen Meister und erstem Verfolger gründet nicht einfach auf der Schwäche des FCB, sondern vor allem auf der Stärke der Berner, deren beeindruckendem Parcours mit 24 Siegen aus 28 Spielen.

Es sind Signale, wie sie jahrelang der FCB sendete: Zeichen einer gewissen Fehlerlosigkeit. Das grosse Punktepolster lässt es leicht vergessen: Es hätte Glut gegeben für Brandherde – der Trainerwechsel vom Meistermacher Adi Hütter zum Rookie Gerardo Seoane; der Champions-League-Geist, der Anlass bietet, Realitäten auszublenden; die Spekulationen, dass der Sportchef Christoph Spycher als Nationalteam-Manager zum Verband wechselt. Jegliches Feuerchen: erstickt. Es dürfte hin und wieder Unstimmigkeiten gegeben haben hinter den Kulissen. Aber auch darin bestand eine YB-Kunst: dass sie unentdeckt blieben von der Öffentlichkeit.

Das Beispiel von Bergen

Womit die Young Boys jüngst überzeugten: wie sie den Fall des Captains Steve von Bergen lösten. Spycher signalisierte früh, dass von Bergen künftig nicht mehr unangefochtener Stammspieler sei. Es war eine klare, menschlich schwierige Ansage, aber es war der mutigere Weg, als von Bergen dem Frieden zuliebe einen Sonderstatus zu versprechen. Von Bergen entschied sich zum Rücktritt, vielleicht nicht nur aus freien Stücken, aber er wusste für seine Entscheidungsfindung, woran er war.

Bei manchen scheint der Glaube an Christoph Spycher fast blind zu sein, darin müsste für den Sportchef auch eine Bürde liegen. Aber im Moment dient ihm die grosse Erwartungshaltung vor allem als Vertrauensvorschuss.

Und so sind es viele kleine Sachen, die das Grosse ausmachen – die eine Glaubwürdigkeit schaffen, gegen innen und aussen. Spycher räumt selber ein, dass er in der Öffentlichkeit überzeichnet werde, aber immerhin ist dieses Bild nicht das Resultat von Effekthascherei, sondern von Effektivität. Bei manchen scheint der Glaube an Spycher fast blind zu sein, darin müsste für den Sportchef auch eine Bürde liegen. Aber im Moment dient ihm die grosse Erwartungshaltung vor allem als Vertrauensvorschuss für die kommenden Wochen und Monate.

YB steht ein Umbau bevor, keine Totalrenovation, aber neben von Bergen werden weitere Stammkräfte des Meisterteams gehen, allen voran Djibril Sow. Der junge Nationalspieler hatte schon vor einem Jahr reizvolle Auslandsangebote, Sow blieb, auch dank Spychers Versprechen, ihn 2019 nicht mehr zurückzuhalten. Spycher weiss, dass es der Glaubwürdigkeit schaden würde, bräche er dieses Versprechen – das Kleine im Grossen.

Der Umbruch droht YB zu schwächen. Was aber gern vergessen wird: dass die letzte Kader-Neugestaltung noch gar nicht so weit zurückliegt. Im Sommer 2017 gingen Denis Zakaria, Yvon Mvogo, Yoric Ravet, Jan Lecjaks, Michael Frey, Milan Gajic, Alexander Gerndt oder Alain Rochat, allesamt frühere oder potenzielle Stammspieler. Ein Jahr später war YB Meister.

Zurückhaltung mit Risiko

Es braucht eine Auffrischung. Solche Veränderungen helfen nicht nur, ein Team hungrig, sondern auch, den Riesen wach zu halten. Denn darin liegt die Kunst in der näheren Zukunft: dass sich YB so interessant hält, damit die Leute weiterhin in Scharen kommen. Im Vergleich zu der FCB-Blütezeit gibt es einen bedeutenden Unterschied: In die Liga-Dominanz setzten die Basler immer wieder internationale Glanzlichter – Champions-League-Achtelfinals, Europa-League-Halbfinal. Diese europäische Robustheit hat YB noch nicht – und scheint sie auch nicht partout entwickeln zu wollen. Die Berner wissen um die Ausgangslage: dass die Chance auf Champions-League-Teilnahmen für Schweizer Klubs immer kleiner wird – dass Millionen aus der Königsklasse immer schwieriger zu erlangen sind. In diesem Spätsommer steht der Schweizer Meister zum vorerst letzten Mal vor einem vergleichsweise leichten Weg. Bloss eine Play-off-Runde müssen die Young Boys überstehen, sie wissen aber aus eigener Erfahrung aus dem Spiel gegen Dinamo Zagreb 2018, wie schwierig sogar diese eine Hürde zu überspringen ist.

Die Champions-League-Teilnahme hat YB viel Geld gebracht, rund 29 Millionen Franken, 2018 betrug der Betriebsgewinn gut 17 Millionen. Daraus resultierte eine gewisse Unabhängigkeit. YB versucht den Umbau mit so viel Ungezwungenheit anzugehen, wie es in seiner Situation und in dieser Branche überhaupt möglich ist: mit der unverdrossenen Vorsorge-Kommunikation, dass es nicht immer und immer wieder der Titel sein kann – erst recht, weil der Selbstfindungsprozess des FCB früher oder später ein Ende finden müsste.

Diese gewisse Zurückhaltung birgt das Risiko, dass der Riese ab und zu Langeweile empfindet und ein Nickerchen macht. Aber die Young Boys arbeiten mit der Vernunft, wie sie die heutige Fussballzeit sogar von führenden Schweizer Klubs verlangt; sie greifen nicht mit aller Macht nach Sternen, die an einem anderen Himmel strahlen. Ein solches Vorgehen ist löblich. Zu beobachten, wie weit die Young Boys damit kommen, ob sie verstanden werden – darin liegt der Reiz dieses Projekts.


https://www.nzz.ch/sport/schon-wieder-s ... ld.1475090

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Wohlige Berner Zufriedenheit

Der zweite Titel in Folge ist eine Machtdemonstration von YB. Trotzdem ist das Hochgefühl vom letzten Jahr unerreichbar. War das schon der Zenit?

Glücksgefühle leben von der Erfüllung einer Sehnsucht. Und eine Sehnsucht nährt sich von der Entbehrung. Wie trunken feierte Bern vor einem Jahr den ersten Meisterschaftstitel nach 32 enttäuschenden Fussballjahren. Eine Stadt war in Euphorie, fremde Menschen lagen sich in den Armen, es war eine Art kollektive Erlösung.

Nun, ein Jahr später, ist diese Euphorie einer wohligen Zufriedenheit gewichen. Natürlich freut man sich über den zweiten Titel in Folge, aber er ist nicht mehr beherrschendes Thema auf den Strassen, in den Beizen und zu Hause. Das mag damit zusammenhängen, dass das Meisterwerden in diesem Jahr so spannend war, wie wenn man einem Grashalm beim Wachsen zusehen würde. Aber selbst ein Triumph im letzten Spiel hätte sich wie eine Wiederholung angefühlt.

Natürlich ist das Verlangen nach Erfolg bei einem Fussballanhänger unersättlich. Am liebsten würde er jedes Spiel und jede Meisterschaft gewinnen. Der eingefleischte YB-Fan wünscht sich diesen zweiten Titel als Teil einer neuen Ära, in der der Club die Gegner dominiert, so wie es die Basler zuvor getan hatten. Aber alle anderen, auch wenn sie für den Club ihrer Stadt die herzlichsten Sympathien hegen, wollen keine totale Dominanz. Sie wollen Spannung und Unterhaltung. Und schön am letztjährigen Gewinn der Meisterschaft war ja auch, dass sich ein ganzes Land mit den Bernern freute, weil sie der Basler Vorherrschaft ein Ende bereiteten. Schon diesmal ist das nicht mehr so.

Es wäre es vermessen, 2020 einen dritten Titel in Folge zu erwarten, als wäre er selbstverständlich.

Das braucht YB selbstredend nicht zu kümmern. Aufgabe des Clubs ist es, den bestmöglichen Fussball zu spielen. Und diesen Anspruch hat er in dieser Saison erfüllt. Er erntet die Früchte hervorragender Arbeit auf und nebem dem Rasen. An der Spitze, dort wo die Rechnungen bezahlt werden, ist jene Ruhe eingekehrt, die es für den Erfolg braucht. Vorbei sind die Zeiten, in denen nicht klar war, wie sich die Besitzerverhältnisse entwickeln würden, ob am Ende nicht arabische Scheichs oder russische Oligarchen das Sagen haben könnten. In der Erfolglosigkeit war es für die Familie Rihs schwierig, einen Prinzen zu finden – nun, da sie eine attraktive Braut anbieten könnte, will die Familie keinen mehr.

Aber aus günstigen Bedingungen muss erst noch Gutes gemacht werden. Und das Gute verkörpert der ehemalige Spieler Christoph Spycher. Nicht, dass dem Sportchef der Erfolg alleine gebühren würde. Das Gerüst der beiden Meistermannschaften stammt noch von seinem Vorgänger Fredy Bickel. Aber Wuschu, wie man Spycher nennt, ist mehr als ein Sportchef. Er vereint das Geerdete, Kompetente und Bernische, das dem Publikum ein Gefühl von Heimat gibt und die Sponsoren bei der Stange hält. Dass es YB gelungen ist, Spycher an den Club zu binden, ist der wichtigste Saisonerfolg neben dem Fussballplatz.

Nun ist es Spychers Aufgabe, den Trainer zu halten und die Mannschaft zu erneuern. Leistungsträger hören auf, kommen ins Alter oder reisen weiter. Erfolg ist ein schmaler Grat, unplanbar, gerade bei Fussballern, die launisch sein können wie Diven. Und die Berner Überlegenheit in dieser Saison war auch etwas trügerisch: Es gelang – mit Ausnahme des Cups – fast alles in atemberaubender Leichtigkeit. Leichtigkeit aber ist sehr flüchtig.

YB ist, realistisch betrachtet, auf dem Gipfel seiner Möglichkeiten angelangt. Und weil die Konkurrenz, insbesondere Basel, stärker ist, als es der Punkteabstand vermuten lässt, wäre es vermessen, einen dritten Titel in Folge zu erwarten, als wäre er selbstverständlich. Abgesehen davon, dass ein Unterbruch immer auch ein schönes, neues Verlangen weckt – er braucht ja nicht 32 Jahre zu dauern.


https://www.derbund.ch/bern/wohlige-ber ... y/25908421

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Public Viewing im Stade de Suisse

YB-Fans feiern nach dem Spiel in Bern

Der frischgebackene Meister YB übertragt das Auswärtsspiel gegen den FC Zürich im eigenen Stadion. Zahlreiche Berner Fans machen von diesem Angebot Gebrauch und feiern den zweiten Titel in Serie im Stade de Suisse.


https://www.blick.ch/sport/fussball/sup ... 72653.html

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