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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:09 
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Selten und heimtückisch

An dieser Krankheit starb Andy Rihs (†75)

Andy Rihs litt an einer seltenen Knochenmark-Erkrankung. Betroffene verlieren ihre Kraft – das Immunsystem wird schwächer.

Es ist eine heimtückische und seltene Krankheit, die Andy Rihs (†75) umgebracht hat. Er litt an einem myelodysplastischen Syndrom, kurz MDS, einer Vorstufe von Leukämie, auf Deutsch manchmal auch «weisser Blutkrebs» genannt. Der Sportmäzen war ein typisches Opfer dieser tückischen Krankheit: Sie befällt Menschen erst wenn sie älter sind. Das Durchschnittsalter bei Ausbruch ist 74 Jahre. Und betroffen sind mehrheitlich Männer: 60 Prozent der MDS-Patienten sind Männer, nur 40 Prozent sind Frauen.

MDS ist eine Erkrankung des Knochenmarks: Es ist nicht mehr in der Lage, aus vollständig reife und funktionstüchtige Blutzellen zu bilden. In der Folge verlieren die Patienten ihre Kraft, und auch ihr Immunsystem wird immer schwächer. Gefährlich ist, dass sie auch immer mehr innere und äusserliche Blutungen erleiden und anfällig für Infektionen werden. Sichtbar ist die Krankheit an den zahlreichen Hämatomen («blaue Flecken»). Therapien mit Bluttransfusionen können den Verlauf der Krankheit nur mässig beeinflussen. Noch nicht fertig erforscht sind Behandlungen mit Stammzellen, welche die Blutzellenproduktion wieder in Gang setzen sollen.

MDS gehört zu den seltenen Krankheiten. Sie wird in Europa nur bei etwa sechs bis zehn von 100'000 Menschen pro Jahr diagnostiziert. Jeder dritte Fall geht nach einer gewissen Zeit plötzlich in eine akute Leukämie über, die viele Patienten wegen ihres geschwächten Zustandes auch bei sofort eingeleiteter Chemotherapie nicht lange überleben.


https://www.blick.ch/sport/rad/selten-u ... 76789.html

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:11 
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Stimmen zum Tod von Andy Rihs: «Unsere Bestürzung ist gross, aber wir werden seine Werte weitertragen»

Das Unternehmen Sonova: «Andy Rihs hat uns für immer verlassen, und es fällt uns ausserordentlich schwer, dies zu verstehen und zu akzeptieren. Mit Andy verlieren wir nicht nur einen sehr guten Freund, Visionär und äusserst kreativen Geist, sondern auch einen vielseitigen und leidenschaftlichen Unternehmer, der Sonova geprägt hat wie kein anderer.»

BMC: «Andy war nicht nur der Besitzer und Hauptsponsor des BMC Racing Teams, sondern auch ein Freund, der das Leben genoss und diese Freude mit anderen teilte. Mit ihm verlässt uns ein vorbildlicher Visionär, ein passionierter Sportfan, ein leidenschaftlicher Radfahrer und grosser Unterstützer des Sports. Seine Grosszügigkeit, sein Sinn für Humor und sein ansteckendes Lachen haben diesen Mann geprägt, der seit der Gründung des BMC Racing Teams an unserer Seite stand. Unsere Bestürzung ist gross, aber wir werden seine Werte weitertragen.»

Young Boys: «Der BSC Young Boys ist Andy Rihs zu grösstem Dank verpflichtet. Als Teilhaber und Verwaltungsrat hat er gemeinsam mit seinem Bruder Hans-Ueli Rihs den BSC YB stets mit Rat und Tat unterstützt und ihm auch in schwierigen Momenten die Treue gehalten. Nicht zuletzt dank dem grossen Engagement von Andy und seinem Bruder konnte sich YB sportlich und wirtschaftlich derart gut entwickeln; dass die Mannschaft die Menschen begeistert, ist auch Andys Verdienst. Wir werden ihn in ewiger dankbarer Erinnerung behalten.»

Philippe Gilbert (Weltmeister 2012 als BMC-Fahrer): «Fünf grossartige Jahre bei BMC mit Andy Rihs ! Viel Respekt für diesen Mann und alles, was er erreicht hat. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden #RuheinFrieden»

Swiss Cycling: «Ruhe in Frieden, Andy Rihs ... Du hast so viel für unseren Sport in der Schweiz getan. Danke.»

Stefan Küng (BMC-Fahrer): «Lieber Andy Rihs , deinem Engagement im Radsport verdanke ich sehr viel. Du warst unser grösster Fan und dein Enthusiasmus unser Antrieb. RIP»

Lukas Flückiger (Mountainbiker, ehemaliger BMC-Fahrer): «RIP, Andy Rihs. Du gabst uns einen Traum, gabst uns eine Option und einen Weg, den Traum zu verwirklichen. Sehr dankbar für die Zeit, in der ich für dein Team fahren durfte. Danke für die Leidenschaft. Wir werden dich alle vermissen.»

Alec von Graffenried (Stadtpräsident Bern): «Für sein Engagement und seine Verbundenheit mit Bern bin ich ihm zutiefst dankbar. An seine freundliche Herzlichkeit werde ich mich immer erinnern.»


https://www.nzz.ch/sport/stimmen-zum-to ... ld.1378900

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:14 
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«Da rufe ich aus: ‹Spinned die!?› – Im Radsport passiert das kaum»

Der Schweizer Sport verliert einen seiner charismatischsten Förderer. Andy Rihs war mit jedem per Du – und konnte sich furchtbar aufregen.

Die Tour de France ruht an jenem Montag in der Provence. Das Team BMC hat es sich im Hotel seines Eigentümers Andy Rihs gemütlich gemacht, dem weitläufigen Fünfsternanwesen La Coquillade, umgeben von den dazugehörenden Weinbergen. Zwei Pools, 35 Hektare insgesamt. «Komm doch vorbei im Coqui», antwortete Rihs, der mit jedem sofort per Du ist, auf eine Anfrage für ein Gespräch.

Also nimmt der Journalist die knapp 30 Kilometer unter die Räder, pedaliert von seinem Nachtlager nach Gargas. Wer Andy Rihs näherkommen will, muss ihn Velo fahrend erlebt haben. Beim Zürcher dreht sich alles um die zwei Räder, seit er vor 35 Jahren die Sportart für sich entdeckt hat.

Er empfängt in der leeren Hotelbar, erklärt minutenlang die Leistungen seines Rennstalls bei der Tour. Die Kurzform lautet: schlecht. Rihs würde das zwar nie so sagen. Dafür liebt er den Sport zu sehr. Es sind gewundene Sätze, in denen er leise Kritik anklingen lässt, etwa an Teamleader Cadel Evans. «Er hat halt jetzt Family. Wir sind nicht traurig deswegen. Aber wir haben uns das schon anders vorgestellt.»

Man hört ihm durchaus gerne zu, wie er referiert, von Thema zu Thema hüpft, wie das bei Menschen, die viel sprechen, oft zu beobachten ist; in seinem Sprachmischmasch mit rollendem r – sein Züritüütsch ist mit englischen und französischen Wörtern durchsetzt.

Nervt es ihn denn nicht, wenn er sieht, wie seine Equipe, eine der drei teuersten in der Tour, untergeht? «Nein. Das ist Sport. Hässig macht mich, wenn YB liederlich spielt, wenn keine Leistung erbracht wird. Und das kann man den Radprofis ja kaum vorwerfen», sagt Rihs, zusammen mit seinem Bruder Hansueli Besitzer der Young Boys.

Sport ist die grosse Leidenschaft des Selfmade-Milliardärs aus dem Zürcher Oberland. Fussball und Rad. Oder Rad und Fussball – diese Reihenfolge trifft es eher. Der Radsport ist ihm eine Herzensangelegenheit, Fussball ist Business. Rihs ist begeisterter Gümmeler und sein Hotel, das «Coqui», beliebt bei Velotouristen. Zum Fussball kommen die Brüder 2005, als Minderheitsaktionäre von YB.

«Zägg-bum!»

Fussball mag er, weil es spontaner ist. «Viel mehr zägg-bum», wie er einst im Interview mit Bernerzeitung.ch/Newsnet sagt: «Out of the blue fällt ein Tor, und du jubelst. Im Radsport ist das anders, da bibberst du über Stunden.» Und wenn es Fussballer «fertigbringen, 27-mal am Tor vorbeizuschiessen, macht mich das ranzig. Da kann ich ausrufen: ‹Spinned die!?› Im Radsport passiert das kaum.»

Rihs fällte oft Bauchentscheide und büsste manchmal auch dafür. Beim ersten Engagement im Profiradsport mit seinem Unternehmen Phonak (heute Sonova) vertraute er auf das Gute im Velofahrer und wurde enttäuscht. Wieder und wieder. Oscar Camenzind, Tyler Hamilton, Santiago Perez, Santiago Botero und zuletzt ganz besonders Floyd Landis – Rihs verpflichtete namhafte Fahrer, und sie alle wurden als Dopingsünder entlarvt. Landis wurde 2006 der Toursieg aberkannt.

Als ihn der Amerikaner, ein strenggläubiger Mennonit, beschuldigte, über alle Vorgänge im Team ganz genau Bescheid gewusst zu haben, fühlte sich Rihs verraten und in seiner Ehre verletzt. «Er hat persönlich unterschrieben, dass er sich an unseren Code hält und nichts Illegales tut», sagte Rihs enttäuscht. Und meldete sein Team Ende 2006 vom Zirkus Radsport ab.

«Velosponsoring ist stinkbillig»

Und stieg ab 2007 doch wieder ein. Als Chef des Fahrradherstellers BMC unterstützte er ein kleines, aber ambitioniertes amerikanisches Team. 2011 gewann es mit dem Australier Cadel Evans die Tour de France, 2012 den WM-Titel. «Betrachtet man den Werbewert, ist Velosponsoring stinkbillig», sagte er einmal der «SonntagsZeitung».

Bei den Young Boys investierten die Rihs-Brüder Million um Million, mehr als 50 sind bis heute zusammengekommen. Längst sind die beiden Mehrheitsaktionäre, doch egal, wie viel Geld sie ausgegeben haben: «Ich kanns mir bis ans Ende meiner Tage leisten», sagt Andy Rihs. Nun wird ihm entgehen, wie seine Young Boys vermutlich den ersten Titel seit 31 Jahren gewinnen werden: Am Mittwochabend ist er im Kreis seiner Familie nach langer und schwerer Krankheit verstorben.

Ein Sportlergruss zum Abschied

Zurück am Ruhetag der Tour de France, zurück im La Coquillade im Dörfchen Gargas in der Provence. Andy Rihs will die Tour in den Tagen danach auch in den Alpen besuchen, so genau weiss er das noch nicht. Sicher wird er am Samstag mit seinem Privatjet nach Paris fliegen. BMC hat jeweils reservierte Plätze, direkt an der Ziellinie des grössten Etappenrennens der Welt. «Nach drei Wochen wird gefeiert, unabhängig vom Resultat», sagt Rihs.

Dann stoppt er an einem Kreisel und hält die Hand zum Abschied hin, nicht klassisch, sondern wie ein Sportler. «Hey man, vielleicht sehen wir uns in Gap», sagt er. Und pedalt davon.


https://www.bernerzeitung.ch/sport/rad/ ... y/11410381

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:18 
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Binggeli über Rihs: «Grosszügig, humorvoll, spontan, klug»

Die Berner Politik- und Sportszene trauert um Andy Rihs. Hier finden Sie erste Reaktionen.

«Andy Rihs war ein Macher und grosser Sportförderer – sei es für den nationalen Radsport oder für den Berner Fussball. Dafür gebührt ihm ein grosses Dankeschön » Das sagt der ehemalige Radprofi Fabian Cancellara.

Es sei besonders traurig, bleibe Andy Rihs nach jahrelangem Engagement für die Young Boys das Feiern des YB-Meistertitels verwehrt, so der Olympiasieger aus Ittigen.

Thömu Binggeli: «Grosszügig, humorvoll, spontan, klug»

«Andy war für mich ein Vorbild in vielerlei Hinsicht: grosszügig, humorvoll, spontan, klug», sagt der Berner Velounternehmer Thömu Binggeli über den verstorbenen Andy Rihs. «Unsere gemeinsame Leidenschaft für das Velo war ein starkes Band zwischen uns. Seine unkonventionelle Art beeindruckte mich immer wieder. So lösten wir Probleme nicht im Büro, sondern am besten gemeinsam auf dem Velo.»

Andy habe aber sehr früh gemerkt, dass das Velo nicht nur Spass und Sport bedeutet. «Er erkannte die Chancen des E-Bikes für die urbane Mobilität und gab mir den nötigen Schub für die stetige Weiterentwicklung des Stromers», so Binggeli weiter.

Andy Rihs sei ein Geschäftspartner mit eigenem Profil, offen und ehrlich, manchmal kantig, aber immer echt gewesen. «Ich verliere nicht nur eine wichtige Stütze und einen grossen Motivator, sondern vor allem einen herzensguten und liebenswürdigen Freund.»

Bruno Marazzi: «Sein Tod ist ein grosser Verlust»

Bauunternehmer Bruno Marazzi, dessen Firma die heutige Spielstätte der Young Boys, das Stade de Suisse, geplant hat, trauert um einen guten Freund. Der 71-jährige YB-Retter erinnert sich: «Auf dem Golfplatz habe ich Andy Rihs mit dem damaligen YB-Financier Benno Oertig zusammengebracht, daraus entstand das finanzielle Engagement von Rihs bei den Young Boys. Ich habe Andy Rihs gut gekannt und auch mitbekommen, wie ihm seine Krankheit immer mehr zusetzte. Sein Tod ist ein grosser Verlust.»

«Andy Rihs beeindruckte mich», so Marazzi weiter, «weil er eine schnell denkende, entscheidungsfreudige Unternehmerpersönlichkeit war, die sehr viel bewegte. Was ihn für mich aber vor allem auszeichnete: sein grosses Herz. Wenn er sich einmal für eine Person oder eine Sache entschieden hatte, stand er immer zu ihr. Er liess niemanden fallen, selbst wenn Fehler passierten.»

«Andy strahlte eine grosse Lebenslust aus, und es freute ihn, wenn er andere mitreissen konnte. Trotz seiner grossen Erfolge blieb er eine bodenständige Person. Mit Freunden nach einer Ausfahrt mit dem Velo ein Glas Wein trinken, das machte ihn zufrieden. Und so behalte ich ihn in Erinnerung. Dass er jetzt gehen musste, bedaure ich zutiefst.»

Von Graffenried: «Zutiefst dankbar»

Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried betont, wie stark Andy Rihs der Bundeshauptstadt verbunden war. «Für sein Engagement für Bern bin ich Andy Rihs zutiefst dankbar», teilt er schriftlich mit. Rihs habe sich in hohem Masse für das Stade de Suisse und YB engagiert.

«Seine Begeisterung für die Young Boys hat mich gefreut, wie seine Geduld mich beeindruckt hat», so der Stapi weiter. Auch er lobt die Liebenswürdigkeit des spendablen Unternehmers, wenn er meint: «An seine freundliche Herzlichkeit werde ich mich immer erinnern.»

Hayoz: «Grosszügiger Mensch mit einem grossen Herzen»

Barbara Hayoz nennt Andy Rihs einen «wahnsinnig grosszügigen Menschen mit einem grossen Herzen». Die Alt-Gemeinderätin von Bern hatte mit dem YB-Patron während ihren neun Jahren als Mitglied des Beirates und Verwaltungsrates der Young Boys zu tun. «Es war einem immer wohl um ihn herum», sagt sie.

Seine Begeisterungsfähigkeit sei äusserst ansteckend gewesen. Dies erlebte Hayoz am eindrücklichsten, als Rihs der Coup gelang, die Tour de France im Sommer 2016 nach Bern zu holen. «Da merkte man, dass ein Herzenswunsch für ihn in Erfüllung ging», so Hayoz.


https://www.bernerzeitung.ch/region/ber ... y/30520989

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:21 
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Zum Tod von Andy Rihs

Ein Grosser der Schweizer Sportförderung

Einer breiten Öffentlichkeit wurde der Unternehmer als Förderer des Radsports und als Investor bei YB bekannt.

Mit dem Hörgeräte-Hersteller Phonak machte Andy Rihs mit seinem Bruder Hans-Ueli ein Vermögen. Einen Grossteil des Geldes investierte Rihs in den Sport. Dabei musste er oft Rückschläge hinnehmen:

Ab 2000 sponsert Rihs das Radteam Phonak, das er an die Weltspitze führen will. Doch nach dem Dopingskandal um den vermeintlichen Tour-Sieger 2006, Floyd Landis, löst der erschütterte Rihs das Team auf.

- Wenig später startet der Zürcher mit BMC einen erneuten Versuch im Profi-Radsport. 2011 steigt die Equipe in die World Tour auf. Im selben Jahr erfüllt Cadel Evans Rihs’ Traum vom Tour-de-France-Sieg. 2014 und 2015 holt BMC Racing den WM-Titel im Teamzeitfahren.

Parallel dazu stiegen die Rihs-Brüder als Investoren bei den Young Boys ein. Seit 2008 sind sie über die Muttergesellschaft Sport & Event Holding AG Mehrheitsaktionäre von Klub und Stadion. Auch bei den Bernern gab es mehrere turbulente Phasen:

- 2010: Stefan Niedermaier, CEO des Stade de Suisse, wird abgesetzt. Der Entscheid stösst bei vielen YB-Fans auf Unmut.

- 2016: Erneut kommt es zum Eklat. Sportchef Fredy Bickel und CEO Alain Kappeler werden entlassen. Wenig später zieht sich auch der unter massiven Druck geratene Verwaltungsrat Urs Siegenthaler zurück. Rihs bekennt sich an einer denkwürdigen Medienkonferenz, bei der er gelb-schwarz geringelte Socken trug, zu YB.

Andy Rihs wurde oft in den Medien wegen seiner angeblichen Naivität bezüglich der Doping-Problematik im Radsport kritisiert, ebenso wegen seiner mangelnden Fachkenntnisse des Fussball-Business’, die er selbst einräumte.

Einig war man sich darin, dass Rihs eine grosse Begeisterung für den Sport aufbrachte. Ausgerechnet einen bevorstehenden Grosserfolg, den YB-Meistertitel, noch mitzuerleben, war ihm nun nicht vergönnt.


https://www.srf.ch/sport/allgemein/zum- ... foerderung

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:24 
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Nachruf auf Andy Rihs

Ein Vollblutinvestor mit offenem Ohr für den Sport

Er war ein leidenschaftlicher Mensch. Ein Mensch mit einer Leidenschaft fürs Wirtschaften und für den Sport. Für Andy Rihs gehörte beides zusammen: «Es gibt nicht ein Privatleben und daneben ein Businessleben. Es gibt einfach nur ein Leben. Und das muss man leben, voll und kompromisslos», sagte er 2001.

Die eine Seite war die Wirtschaft. Fast 50 Jahre lang war er im und für den Hörgerätehersteller Phonak, den späteren Sonova-Konzern tätig. Vom Vater erbten er und sein Bruder Hansueli das mittelständische Unternehmen und bauten es aus.

Aus einer Nische in den Weltmarkt

Sie entwickelten neue Geräte und eroberten neue Märkte. 1996 sagte er im DRS-Regionaljournal Zürich: «Wir haben Produkte gemacht, die seinerzeit exklusiv waren. Beispielsweise haben wir Produkte hergestellt, die zur Lösung von Hörproblemen von Kindern dienten.»

Das war wichtig, denn aus den einfachen, klobigen Hörgeräten für Senioren wurden mit der Zeit kleine, digital gesteuerte und individuell angepasste Mini-Computer, die sich auch jüngere Leute hinters Ohr stecken; später kamen auch Implantate dazu.

"Wenn man einer stark abgestuften, hierarchischen Klassengesellschaft huldigt, dann können sich die Leute nicht wirklich begegnen."
Autor: Andy Rihs
Unternehmer und Mäzen


Diese technologisch hochwertigen, teuren Produkte, die Sonova zum Weltmarktführer gemacht haben, bescherten dem Konzern und seinen Besitzern Jahr für Jahr hohe Gewinne. Allein das 5-Prozent-Aktienpaket von Andy Rihs ist nach heutigem Kurs rund 460 Millionen Franken wert.

Der Multimillionär, Mitbesitzer und Patron, der Mann mit dem kantigen Schädel und dem Dreitagebart, der im Betrieb gerne Jeans und offenen Hemdkragen trug, pflegte flache Hierarchien: «Wissen gibt es überall. Wir müssen darauf achten, dass wir das Wissen herauslocken können. Wenn man einer stark abgestuften, hierarchischen Klassengesellschaft huldigt, dann können sich die Leute nicht wirklich begegnen.» Zu grossen Respekt oder Angst vor einem höheren Status gebe es in seiner Firma nicht.

Der Flop mit Floyd Landis

Eine besondere Leidenschaft hatte Rihs für den Radrennsport. Er baute ein eigenes Profi-Radteam auf, und einer seiner Fahrer gewann gar die Tour de France. Kurz darauf stellte sich aber heraus, dass er gedopt war. «Als Floyd Landis 2006 gewonnen hat, war dies eine grosse Sache. Aber das dauerte genau vier Tage. Das war ein Tiefpunkt, auch emotional.»

Rihs war zu blauäugig gewesen, zu sehr Fan und zu wenig nüchterner Investor. Aus diesem Flop zog er seine Lehren. 2011 gab es dann mit Cadel Evans und seinem neuen Radsport-Team BMC einen sauberen Tour-de-France-Sieger. Den Schweizer Velo-Hersteller BMC hatte Rihs 2000 übernommen und ebenfalls zu einem weltweit tätigen Anbieter von Spitzenprodukten gemacht.

Unternehmerischer Rückschlag

Auch als Unternehmer musste Rihs 2011 einen grossen Rückschlag einstecken. Sonova musste eine Gewinnwarnung herausgeben, und gegen Rihs wurde eine Untersuchung wegen Insiderhandels eingeleitet. «Es macht einem betroffen, wenn man nach vielen Jahren im Geschäft als Vorzeigefirma plötzlich so quasi auf der Anklagebank sitzt.»

Insidergeschäfte liessen sich aber nicht nachweisen. Dennoch zog sich Rihs aus dem Unternehmen zurück. Und hatte wieder mehr Zeit fürs Radfahren. «Letztes Jahr habe ich über 150 Tage Velofahren hinter mir gehabt. Das ergibt gegen 10’000 Kilometer», sagte er gegenüber «10vor10» im Alter von 73 Jahren.

Grosses Engagement für YB

Als Investor und Verwaltungsrat engagierte sich Andy Rihs, mit seinem Bruder Hansueli, auch beim Berner Fussballklub Young Boys: «Wir sind Fans von YB. Wir sind mit Herzblut dabei. Wir beide sind Investoren, keine Fussballexperten.»

Deshalb bezahlten die Rihs-Brüder auch im Fussballsport viel Lehrgeld. 50 Millionen Franken hätten sie in YB investiert, sagte Andy Rihs einmal. Und dies, ohne es bisher zum ganz grossen Erfolg zu schaffen. Erst letztes Jahr holten sie sich mit dem neuen Sportchef Christoph Spycher das nötige Expertenwissen an Bord. Nun kann Rihs nicht mehr erleben, wie seine Young Boys auf Kurs sind, um den ersten Meistertitel seit über 30 Jahren zu gewinnen.


https://www.srf.ch/news/wirtschaft/nach ... -den-sport

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 Beitrag Verfasst: Donnerstag 19. April 2018, 18:30 
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Andy Rihs – Der Unternehmer

Der Unternehmer und Sportmäzen Andy Rihs ist tot. Reich wurde er mit Hörgeräten. Seine Liebe aber galt dem Radsport.

Rihs war als Hörgeräteunternehmer reich geworden. Zusammen mit seinem Bruder Hans-Ueli und Beda Diethelm übernahm er im Jahr 1966 das Unternehmen seines Vaters. Rihs führte Phonak mit Sitz in Stäfa ZH als operativer Chef zu ungeahnter Grösse. ­Heute heisst das Unternehmen Sonova und ist mit einem ­Umsatz von 2,4 Milliarden Franken Weltmarkt­führer.

Ab 1992 war er Chef und Verwaltungsratspräsident in Personalunion. Im Jahr 2000 gab er die operative Führung des Unternehmens ab, blieb aber Präsident. Rihs musste schliesslich im Jahr 2012 wegen einer unerfreulichen Geschichte als Präsident abtreten. Der damalige Firmenchef Valentin Chapero behielt eine Gewinnwarnung während zwei Wochen für sich. Rihs hatte in diesem Zeitraum ein Aktienpaket im Wert von 37,5 Millionen Franken abgestossen.

Er beteuerte, nichts von den schlechten Verkaufszahlen gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung wegen ­Insiderhandels ein, sie stellte ­diese allerdings im gleichen Jahr ein, da sie kein Vergehen feststellen konnte. Rihs gab das Präsidium ab, blieb aber bis 2015 im Verwaltungsrat. Zuletzt hielt er noch einen Anteil von 3 Prozent an Sonova.

Sein Reichtum lässt sich nicht genau beziffern. Das Wirtschaftsmagazin schätzt das Vermögen von Andy Rihs, Hans-Ueli Rihs sowie Beda Diethelm auf 2,0 bis 2,5 Milliarden Franken.

Seine Berner Wurzeln

Obwohl Rihs sein ganzes Leben mehrheitlich im Kanton Zürich verbracht hatte, fühlte er sich auch ein wenig als Berner. Seine Beziehung zum Kanton Bern ­umschrieb er gegenüber dieser Zeitung so: «Ich bin ein Berner, mein Heimatort ist Meinisberg im Seeland. Meine Mutter ist in Aarwangen aufgewachsen, der Vater zog vom Seeland in den Kanton Zürich, wo ich aufwuchs.»

Die Liebe zum Radsport

Das Herz von Andy Rihs schlug nicht in erster Linie für den Fussball und die Berner Young Boys sondern für den Radsport. «Der Radsport ist mein Leben und mein liebstes Hobby», sagte er einmal zu dieser Zeitung.

Er selbst fuhr jedes Jahr mehrere Tausend Kilometer — selbst in den letzten Jahren vor dem Ausbruch seiner schweren Krankheit. Für sein Hobby gab er auch viel Geld aus: Der Hörgerätehersteller Phonak — heute Sonova — war während mehrerer Jahre der Sponsor eines der besten Radsportteams der Welt.

Ein Engagement das im Jahr 2006 mit dem Tour-de-France-Sieg von Floyd Landis die vermeintliche Krönung erfuhr. Doch kurze Zeit später stellte sich ­heraus, dass das Team im grossen Stil Doping einsetzte. Es war der wohl grösste Tiefschlag im Leben von Andy Rihs. Landis wurde der Sieg aberkannt.

Es ist aber nicht anzunehmen, dass dem Radsportkenner Rihs nicht bewusst war, dass Doping im professionellen Radsport gang und gäbe war. Doch die Faszination für den Radsport war zu gross. Das Risiko, Teil eines grossen Betrugs zu sein, ging er ein. Rihs zog nach dem Skandal aber die Konsequenzen und löste das Phonak-Team auf. Das Hörgeräteunternehmen benannte er in Sonova um.

Zweiter Anlauf im Radsport

Doch die Faszination für den Radsport liess ihn nicht los. Im Jahr 2009 präsentierte er wieder eine Profi-Equipe. Diesmal trat er mit seiner Fahrradmarke BMC als Sponsor auf. Diese hatte er ein paar Jahre vorher mit viel Geld gegründet.

Im Jahr 2011 erfüllte sich sein Traum eines — regulären — Tour-de-France-Sieges dann doch noch: Der Australier und BMC-Fahrer Cadel Evans fuhr im Gelben Leadertrikot in Paris ein.

In den Folgejahren konnte das BMC-Team im Kampf um den Toursieg indes nicht mehr ganz mithalten. Doch auch dieses Hobby ist teuer. 25 Millionen Franken soll Rihs für dieses Engagement jährlich ausgegeben haben.

Rihs tat aber sonst viel für den Radrennsport. Er finanzierte in Grenchen eine moderne ­Radrennhalle, damit Nachwuchskräfte in der Schweiz eine optimale Trainingsmöglichkeit vorfinden. Zudem war es seinen Kontakten zu Tour-de-France-Chef Christian Prudhomme zu verdanken, dass im Jahr 2016 die Stadt Bern zum Etappenort der Tour de France wurde.

Der Fahrrad-Unternehmer

Einen weiteren Bezug zum Kanton Bern hatte Rihs als Fahrrad-Unternehmer. Er kaufte im Jahr 2011 dem Berner Unternehmer Thomas Binggeli die E-Bike-Herstellerin Stromer ab und integrierte sie in seine BMC Group. Binggeli wurde im Fahrrad­geschäft sein Mann des Vertrauens.

Rihs machte «Thömu» zum Chef der seiner BMC Group mit Sitz in Grenchen. Die drei ­Marken BMC, Stromer und Berga­mont gehörten zur Gruppe. Im März 2013 war Geldgeber Rihs stolz bei der Eröffnung des neuen Stromer-Hauptsitzes in Oberwangen mit dabei.

Er schreckte aber auch nicht vor harten Entscheiden zurück, wenn er es als nötig erachtete. So setzte er Binggeli im Dezember 2013 vom BMC-Chefposten ab, machte ihn aber zum Präsidenten der BMC Group.

Im Frühling 2017 vollzog er einen weiteren Bruch: Er löste im März des vergangenen Jahres die Stromer AG wieder aus der BMC Group heraus, blieb aber zusammen mit Binggeli Mehrheits­aktionär beim E-Bike-Hersteller.

Zudem holte er neue Investoren an Bord. Dies auch im Sinne einer Nachfolgeregelung. Insgesamt hat ihn auch das Engagement bei Stromer einiges gekostet. Die ­Rede ist von ungedeckten Investitionskosten von 40 bis 60 Millionen Franken.

Der Genussmensch

Rihs war auch ein Geniesser: Wenn er im Stadt de Suisse war, rauchte er mit dem ehemaligen Berner Stadtpräsidenten Alexander Tschäppät gerne eine Zigarre, wie er erzählte.

Die schönen ­Seiten des Lebens pflegte er vor allem in der Provence zu geniessen. Er hat im Örtchen Gargas im Département Vaucluse das Hotel La ­Coquillade mit 64 Zimmer ­bauen lassen. Und verbrachte dort so viel Zeit wie möglich.

Seine Söhne

Andy Rihs hat zwei Söhne. Sein Sohn Tobias ist Architekt und war Betreiber eines Partylokals auf dem Zürcher Toni-Areal. Sein 46-jähriger Sohn Oliver wohnt in Berlin und ist als Filmregisseur tätig. Andy Rihs rechnete nie damit, dass einer seiner Söhne seine ­Geschäfte weiterführen würden.

Gegenüber dem «Blick» sagte er im Sommer 2016: «Mir ist egal, was meine Kinder mit allem, was ich aufgebaut ­habe, machen. Aber den Weinberg bei meinem ­Hotel in der Provence müssen sie behalten. Guten Wein zu machen ist eine Generationenangelegenheit».


https://www.bernerzeitung.ch/sport/rad/ ... y/25598330

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Was der Tod von Andy Rihs für die Young Boys bedeutet

Andy Rihs hat viel Geld in die Young Boys gesteckt. Den mutmasslich ersten YB-Meistertitel seit 1986 erlebt er nun nicht mehr. Es ist das tragische Ende einer bewegten Geschichte.

2004 hörte der Unternehmer Andy Rihs erstmals konkret von YB. Es war keine Fussballgala, die den Link zwischen Rihs und Bern schuf, nein, es war ein Anlass mit der Radsportlegende Ferdy Kübler. Da vernahm Rihs weniger von YB, sondern mehr vom Stade de Suisse, das damals gebaut wurde. «Wäre das etwas?», lautete die Frage an den Radsport-Fan Rihs. Es war kein Berner, der sich erkundigte, sondern ein Zürcher. Etwas später besichtigte Rihs den Stadionrohbau in Bern. Und schon 2005 kaufte er 20 Prozent der Sport- und Event-Holding.

Der kleine Einstieg wurde zum grossen Schritt in den Berner Fussball, der Rihs über die Jahre «50 Chischte» kosten sollte, wie er im September 2016 an einer legendären Medienkonferenz in seinem Stade de Suisse verlauten liess. «Über 50 Chischte, das gaht eifach nöd», sagte er. «Chischte» nannte der hemdärmelig auftretende Geldgeber («Gopfridstutz») die Millionen Franken, die YB verschlungen hatte. Es sind einiges mehr als 50 Millionen. «Es wurde viel zu viel Geld verbraten», sagt eine Person, die mit Rihs in Bern an Bord war. Weil Rihs nicht blinder Fussballfan war und zwischendurch die Bilanzen genauer anschaute, krachte es wiederholt im Gebälk des Stadions. Je nachdem, wer den Distanz wahrenden Rihs gerade in welche Richtung zu beeinflussen vermochte.

Nach dem Einstieg 2005 übernahm Rihs 2008 mit seinem Bruder Hans-Ueli, den er zum Mittun schier nötigte, die Mehrheit der Holding. Ab 2012 gehörte ihnen diese gänzlich. Je mehr Rihs übernahm, desto reicher wurden ausscheidende Verwaltungsräte. Fortan lief alles über die Rihs-Brüder, vor allem über Andy.

Als 2012 die teure, von Rihs gestützte Vorwärtsstrategie mit dem Trainer Christian Gross abgebrochen wurde, prüfte der Mäzen ernsthaft den Ausstieg. Er wolle 100 Millionen für das Stadion, YB schenke er der Region Bern, sagte er einem Vertrauten. Dieser antwortete: «100 Millionen sind Phantasie, und das Stadion ergibt nur mit YB Sinn. Und umgekehrt.» Die 100 Millionen rechneten sich so: 73 Millionen für den Wert des Betons der Sportinfrastruktur im Stadion, deren 28 für die Software wie die Ausstattung der Logen. Dazu käme jedoch der Geld fressende Klub, die über 50 «Chischte». Rechne.

Alles viel zu teuer, zumal für den Standort Bern. Was Wunder, bleiben die YB-Zahlen geheim.

Am Mittwoch stirbt Rihs wenige Tage vor dem mutmasslich ersten YB-Meistertitel seit 1986. Er erlebt nicht mehr, wohin er YB mit seinen über «50 Chischte» (doch noch) geführt hat. Er ist dazu in einer Phase nicht mehr da, die dank Transfers einen «Return on Investment» abwirft, wie er sagen würde – und kein zweistelliges Millionendefizit. So hart der Befund aus der Optik des Verstorbenen ist, so weich ist er letztlich für YB: Wenn’s im Moment um einen Verkauf gehen sollte, wenn also Hans-Ueli Rihs und die zwei Söhne des Verstorbenen die Idee forcieren sollten, das Stade de Suisse und YB abzustossen, sind die Chancen am Steigen. YB ist im Moment kein Loch, in dem «Chischte» versenkt werden. YB ist vermutlich bald der Schweizer Meister, der im Herbst um die Teilnahme an der Champions League spielt. Im Moment ist YB gesund. Und Hans-Ueli Rihs soll am Donnerstag klubintern versichert haben, dass YB auf einem soliden Fundament bleibe.

Im Herbst 2016 war der Klub noch im Chaos. Die Zahlen stimmten nicht. Dem nächsten Schnitt fiel der Sportchef Fredy Bickel zum Opfer. Die Rihs-Brüder traten vor die Medien, im YB-Leibchen und in YB-Ringelsocken. Die Veranstaltung legte die Tragik und die Faszination von Andy Rihs offen. Er parlierte wie am Stammtisch, wusste teilweise die Namen leitender YB-Personen nicht korrekt, reihte Anglizismen aneinander, schritt zum «mea culpa». Er fluchte. YB Meister? «Wir haben das als Ziel, als dream.» Die Erfüllung des Traums wird ohne ihn vonstattengehen. Es ist das tragisch Ende einer bewegten Geschichte.


https://www.nzz.ch/sport/andy-rihs-inve ... ld.1379107

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 Beitrag Verfasst: Samstag 21. April 2018, 00:21 
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Stellungnahme

Zum Abschied von Andy Rihs

Die YB-Familie ist bestürzt und trauert um seinen Investor und Freund Andy Rihs. Die grosse Anteilnahme der Öffentlichkeit gibt den Angehörigen von Andy Rihs in dieser schweren Zeit Kraft. Andys Bruder Hans-Ueli Rihs und dem gesamten Verwaltungsrat ist es ein grosses Anliegen, festzuhalten, dass sich an der wirtschaftlichen Situation des BSC Young Boys nichts ändert. Die Besitzverhältnisse sind klar und bleiben unverändert: YB gehört den beiden Familien Rihs, die als Einheit auftreten.

YB soll weiterhin sportlich erfolgreich und wirtschaftlich stabil sein und somit konsequent am eingeschlagenen Weg festhalten. Die langfristige Entwicklung von YB ist gesichert und steht auf der soliden bisherigen Basis.

Auch die Mannschaft ist tief betroffen vom Abschied von Andy Rihs. Aber sie wird alles daran setzen, die Saison ganz im Sinn von Andy zu einem geschichtsträchtigen Abschluss zu bringen.




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